Frauentag. Kampftag. Heute wird demonstriert.

Heute, 8. März, um 17.30 Uhr auf dem Markt in  Aachen. Wir sehen uns.

Folgende Pressemitteilung hat uns erreicht, die wir hier leicht bearbeitet und gekürzt wiedergeben:

Anfang Januar gründete sich in Aachen das feministische Aachener Bündnis für ein Ende der Gewalt.

Ziel der Gründung war zunächst die Vorbereitung des Frauenkampftags am 8. März. Der 8. März, der als Symbol auf den Kampf um das Frauenwahlrecht zurückgeht, eignet sich sehr gut, um Missstände und feministische Kämpfe sichtbar zu machen.

Die Gewalt gegenüber Frauen ist allgegenwärtig, so erleben es die Frauen. Diese Gewalt finde auf unterschiedlichen Ebenen statt. Auf einer individuellen Ebene erfahre ein Großteil der Frauen auch in Deutschland täglich Gewalt. Die Täter kommen meistens aus dem nahen Umfeld der Frauen. Sie sind Angehörige, Freunde oder (Ex)Partner.

Die von der Bundesregierung herausgegebenen Studie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland, die eine repräsenative Untersuchung zu Gewalt an Frauen in Deutschland ist, bestätigt dies. In Deutschland stirbt jeden dritten Tag eine Frau, deren Tod genau auf diese Umstände zurückzuführen ist. Aber: Diese Gewalt, die auf einer individuellen Ebene stattfindet, würde nicht ohne strukturelle Gewalt funktionieren. Unter struktureller Gewalt, verstehen Friedensforscher wie Johan Galtung, eine Eben der Gewalt, die sich in die Strukturen unserer Gesellschaft eingeschrieben hat und oft von den in einer Gesellschaft lebenden Menschen noch nicht mal mehr als gewaltvoll wahrgenommen wird. Das ist fatal.

Konkret bedeutet das, dass ein großer Teil der Frauen immer noch weniger verdienen oder Berufe, die als typische Frauenberufe betitelt werden, deutlich schlechter entlohnt werden. Ein Beispiel hierfür sind die Pflegeberufe. Gleichzeitig sind Frauen für einen großen Teil der Reproduktionstätigkeit innerhalb der Familien verantwortlich. Das hat Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Frauen. Weniger finanzielles Kapital bedeutet auch weniger kulturelles und soziales Kapital, wie bereits der französische Soziologe Pierre Bourdieu formulierte.

Zudem greifen immer noch Gesetze in die Selbstbestimmungsrechte der Frauen massiv ein. So ist die Abteibung immer noch nicht legalisiert. Es werden mit den §§ 218 und 219 immer noch Ärztinnen und Ärzte und Patientinnen kriminalisiert. Auch kann eine Frau, die Gewalt erlebt hat, nicht in jeder Notaufnahme erst mal Beweise sichern und sich dann in Ruhe überlegen, ob und wie sie das von ihr Erlebte bei der Polizei zur Anzeige bringt.

Dieser Zustand ist für niemand hinnehmbar. Gefordert wird ein konsequentes Ende der Gewalt. Darum: Treffen am heutigen 8. März um 17.30 Uhr, auf dem Markt in Aachen, um mit einer Demonstration diese Themen in die Öffentlichkeit zu bringen.

Mehr Infos auch in diesem Interview mit dem Hochschulradio: https://frauenkampftagac.noblogs.org/post/2019/02/22/interview-hochschulradio/

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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