Was tun gegen das Gartenvernichtungsunwesen?

Nicht wenige LeserInnen haben sich gefragt: Was kann man politisch/rechtlich erreichen bei der Stadt AC gegen dieses Gartenvernichtungsunwesen?

Gute Frage. Man könnte darauf hoffen, dass es per Gesetz verboten wird, Grünflächen in Steinwüsten zu verwandeln. Ob die Stadt Aachen das allein machen kann oder ob es ein Landesgesetz oder sogar ein Bundesgesetz sein muss? Wer weiß das?

Unkrautfrei und pflegeleicht: ehemaliger Vorgarten in Forst.   Foto: Archiv

Ich muss ehrlich sagen: Ich hätte auch nicht die Zeit, ein Stück Rasen zu pflegen. Hätte ich aber die Zeit, würde ich mich jetzt an einen Hauseigentümer in meiner  Nachbarschaft wenden und die Pflege des Vorgartens anbieten, freiwillig und auf eigene Kosten. Damit er das Grün nicht in Beton umwandelt. Manch einer stürzt sich ja mit Begeisterung auf ein kleines Stückchen Land – wie ich vom Balkon aus beobachten kann.

Die Stadt Aachen hat beschlossen, auf ihr gehörenden Stücken keine Umwandlung mehr zu machen. Ob im Rat der Stadt auch eine Rück-Umwandlung beschlossen wurde, weiß ich nicht, werde mich aber erkundigen. Dabei geht es allerdings hier um Grundstücke, die NICHT in Privatbesitz sind, also nur um die, die der Stadt gehören.

Ich finde, wer ein Stück Grün erhält, sollte als Belohnung eine kleine Prämie bekommen: etwa 1000 Euro für 5 Jahre Vorgarten-Erhaltung. Aus der Kasse der Stadt Aachen.

Geht es bei der Umwandlung in Parkplätze in erster Linie um den Profit und nicht um Pflege? KA. Zusätzlich muss man wissen, dass Grünflächen auch relativ pflegeleicht gestaltet werden können.

Wer nun von Enteignung spricht, sollte bedenken: Ja, Eigentum verpflichtet. Aber zugleich gibt es die Erfahrung aus der Nazi-Zeit. Da wurden viele Menschen ratzfatz und sehr zu Unrecht enteignet oder gezwungen, Kunstwerke, Haus und Hof, Unternehmen und Firmen weit unter Wert zu „verkaufen“. Das wirkt nach, deshalb haben die Väter und Mütter des Grundgesetz das Enteignen möglichst schwer gemacht. Und festgelegt: Mit Privateigentum darf man  fast umfassend tun, was man will. Vorgärten sind in Privateigentum – da kommt man schwer ran.

Ich bin also wie immer für: Nicht verbieten, sondern belohnen. Nicht die Umwandlung in eine Steinwüste verbieten, sondern es belohnen (mit Barem), wenn jemand seinen Vorgarten erhält und dafür sorgt, dass dort kein Müll abgeladen wird.

So, was noch? Bitte den Leserbrief lesen, der inzwischen eingetroffen ist. 

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Was tun gegen das Gartenvernichtungsunwesen?

  1. til schreibt:

    Ggf. steht das im Zusammenhang zu den ebenfalls zugepflasterten Flächen des Nachbarhauses… und das mit den dort vorhandenen Garagen, die im Zuge der baldigen Bebauung des Grundstücks Auguste von Sartorius Weg (Blockinnenraum Zeppelinstraße, Freunder Weg, Bonifatiusweg) vermutlich für eine Zufahrt etc. weichen sollen.

    Also ursächlich zeichnet sich dann die Stadt Aachen, zumindest indirekt, durch ihre Tochtergesellschaft Gewoge dafür verantwortlich. Leider ist die gesamte Planung (soweit sie bekannt ist) geprägt von solcher „Un-Baukultur“, sodass dieses Entreé für eine Neubebauung mit 40 WE im geförderten WoBau scheinbar nur der Auftakt ist.

    Eine altgewerbliche Brachfläche (bis vor einem Jahr noch mit meterhohem Spontanbewuchs – ein Biotop), die mit Hilfe der neue BauO bis auf den letzten qm zubetoniert wird (nur noch Restgrün)! Dabei wurde auf angrenzenden Flächen seit 25 Jahren vorgemacht wie behutsam man Konversion betreibt und nachverdichtet.

    Nur, NOTwendigen Wohnraum schaffen!…darf nicht die Maxime einer intelligenten Stadtentwicklung(spolitik) sein. Das deckt nur auf, dass Jahrzehnte nichts gemacht wurde. Aber gute! Wohnarchitektur scheint bei Aachens Entscheidungsträgern und deren „Geschäftpartnern“ nicht gewollt zu sein, leider!

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