Was wird aus der Klangbrücke?

Ein Ort der Kultur: die Klangbrücke in Aachen. Wenn einmal der Bushof abgerissen werden sollte, wird dann die Klangbrücke gleich miterledigt? Und: Die Kachelwand ist ein Kunstwerk von Ewald Mataré (nicht sein bestes). 

Von Christoph Allemand*

Neuerdings wird von Seiten der Politik die Idee in den Raum geworfen, es wäre „eine Notwendigkeit“, die Klangbrücke am Bushof/Altes Kurhaus DRINGEND ABZUREISSEN. So äußerte sich zum Beispiel Harald Baal, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, bei der Sitzung des Rates im April.

Als Grund wurde genannt, das Alte Kurhaus solle „optisch freigeräumt werden“.

Dass diese Klangbrücke Heimat und Aufführungsort für über 30 Vereine im Bereich Tanz, Theater und Musik ist – mit teilweise fantastischen Bedingungen für Akustik, Proben, Büro und Beleuchtung – wird dabei einfach vergessen. Das kommt in keinem Plan vor, es wird einfach nicht erwähnt.

Diese Vereine sind aber mittlerweile zu Recht alarmiert, weil die Bürger*innen dieser Stadt ja schließlich wissen, dass in Aachen ein Gebäude schnell mal abgerissen werden kann . . . ohne vorher einen vergleichbaren Ort für die Kulturvereine mit einer ähnlichen Ausstattung hochzuziehen und dann sofort zur Verfügung zu stellen. Das korrekt zu leisten ist nicht so das, was viele unserer Stadt zutrauen!!!

Es fehlt offensichtlich an Respekt vor der kulturellen Arbeit und auch an Bürgernähe, um den betroffenen Menschen ihre berechtigten Ängste zu nehmen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik. Die UWG-Aachen ist seit längerem im direkten Austausch mit den Vereinen, um mit einer informierten Öffentlichkeit das Thema konstruktiv aufzuwerfen und den bisher nicht vollzogenen Dialog mit den Bürger*innen zu erzwingen.
Angesprochen auf mögliche Ersatz-Räumlichkeiten beim Abriss wurde den Vereinen seitens der Verwaltung lediglich mitgeteilt, „es gäbe ja freie Räumlichkeiten im Straßenbahndepot“ an der Talstraße (no comment!).

Abgesehen von der Art und der Weise des Umgangs mit Bürger*innen ist noch ein ganz anderer Punkt kaum nachvollziehbar: Städtebaulich ist der Abriss in keiner Weise historisch belegbar. Die Klangbrücke steht genau auf dem Ort, an

Die Klangbrücke von der anderen Seite.

dem (angegliedert wie heute ans Alte Kurhaus) der Kurkonzertsaal stand. Es ist sogar so, dass die Kurhausstraße, die unter der Klangbrücke hindurch führt, historisch nirgendwo verbucht und einfach dort falsch ist. Dort, wo heute die Busse durchfahren, war früher ein alter Kurgarten, umgrenzt von Kurkonzertsaal und dem Alten Kurhaus.

Wir können uns gerne darüber unterhalten, diesen Kurgarten wieder aufleben zu lassen. Sollte eine Mehrheit allerdings zu dem Schluß kommen, die Klangbrücke im Zuge der allgemeinen Neuordnung Bushof abzureißen, muss vorher ein vergleichbarer, ähnlich gut erreichbarer Ersatzort geschaffen worden sein. Das wäre das Mindeste an Respekt für die Vereine!

 

*Offenlage: Gastautor Christoph Allemand ist für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG)  im Rat der Stadt Aachen.

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