„Coole Orte“ sind in mehrfacher Hinsicht Mangelware

Die Paugasse im Zentrum von Aachen. Von Bäumen schön verschattet.

Fakt: Wir haben einfach von Ostern bis Halloween konstant das, was man früher „schönes Wetter“ nennen konnte. Beunruhigt das jemand?

Unsere gewählten Vertreter im Rathaus jedenfalls nicht. Sie machen die Aseag noch ein bisschen teurer (ab 01. 01.), damit nur ja nicht zu viele Leute auf die Idee kommen, vom eigenen Pkw auf den Bus umzusteigen. Und das Umgestalten von Vorgärten (aus einem Rasen wird ein Steine-Garten des Grauens) soll auch nicht untersagt werden.

Aber zum Glück haben wir ja den Klimanotstand für Aachen ausgerufen. Damit wird ja dann alles von alleine gut. (Zynismus out)

Was Aachen braucht, sind die versprochenen 10.000 zusätzlichen Straßenbäume. Das Geld für diese Bäume plus Dreijahrespflege sollte man unverzüglich in den neuen Haushalt einstellen und 2020 auch ausgeben. Diese Bäume könnten zig Straßenkilometer verschatten, in denen dann die Luft nicht nur sauberer, sondern an heißen Sommertagen auch mindestens zehn Grad kühler wäre.

Außerdem braucht Aachen mehr Trinkbrunnen und eine App mit den Standorten, damit die Leute kein Wasser in Plastikflaschen kaufen. Weiteres Geld muss in Park- und Mittelstreifenpflege gesteckt werden, denn vertrockneter Rasen nützt dem Mikroklima nichts. Ein „Masterplan Entsiegelung“ müsste aufgelegt werden, der sich die Plätze vorknöpft, die nächtens Hitze abstrahlen wie Kachelöfen.

Ich könnte mir vorstellen, dass Leute in der RWTH Aachen genau wissen, was uns das Leben in Aachen erträglich macht.

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Thema Hochschule. Da konnte ich neulich in einer Sitzung des Hauptausschusses den Rektor der RWTH, Ulrich Rüdiger, erleben (seit August 2018 in Amt und Würden). Dieser sympathische Professor (will demnächst öfter in einem Ausschuss mit der örtlichen Politik reden. Grins. Mal sehen, ob er noch mal eingeladen wird.) findet, dass Aachen doch optisch ein bisschen heruntergekommen ist. Von Bushof, Büchel und Nikolausviertel war diesmal nicht die Rede, wohl aber vom innerstädtischen Hochschulbereich, beim öde leerstehenden, 1977 eröffneten Kármán-Auditorium angefangen.

Zurückhaltend, vorsichtig und freundlich deutete der Mann an, was auch gleich in der örtlichen Presse aufgegriffen wurde. „RWTH-Rektor will mehr coole Orte“, und zwar nicht aus Gründen der Ästhetik, sondern weil Aachen als Hochschulstadt mit u. a. Maastricht, Berlin und München konkurriert und andernfalls mittelfristig kommende Studi-Generationen und ProfessorInnen sagen könnten „Aachen ist kein cooler Ort, da studieren/arbeiten wir lieber woanders“.

Ich gehe davon aus, dass diese Warnungen von den aller-, allermeisten Ratsvertretern glatt ignoriert werden. Mein Eindruck z. Z., ganz ehrlich.: Nur die Grünen haben hier eine Idee davon, was die Stunde geschlagen hat.

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In Köln haben private Unternehmer Roller in der ganzen Stadt verteilt. Konnte ich am Freitag besichtigen. Ehrlich, Leute, das gibt Tote. Ich bin kein Freund von diesen Fahrzeugen. Allein schon, weil es an Platz im Straßenraum mangelt. In Berlin, wo auch schon viele Roller rumstehen, gab es jetzt an einem Tag gleich zwei schwere Unfälle. Aber okay, was weiß ich schon . . .       Mehr dazu: hier.

Köln ist Roller-Stadt geworden. Muss jetzt wohl sein. Hoffentlich bleibt uns in Aachen derartiges erspart.

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Die gute Nachricht: Fast 550 Menschen aus über 60 Nationalitäten erhielten im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft. Für diese neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger gestaltete die Stadtverwaltung jetzt wieder eine große gemeinsame Einbürgerungsfeier im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach ein Grußwort, für den musikalischen Rahmen sorgte der Chor NotaBene Aachen und die Rathausgarde „Öcher Duemjroefe 1953 e.V.“ übernahm die Begrüßung vor dem Rathaus.

Herzlich willkommen. Einbürgerungsfest mit Oberbürgermeister (l.) im Rathaus. Foto: © Stadt Aachen/Heike Lachmann

 

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