Aus Feigheit vor grundlegenden Veränderungen

Radler (hinten im Bild) und Pkw-Fahrer kommen sich in Aachen an vielen Stellen gefährlich nah. Die Folge: Unerfahrene würden zwar gerne, wagen sich aber nicht aufs Rad. Radvorrangrouten könnten helfen, werden seit Jahren versprochen, gebaut wurde nichts.

Dicke Luft in Aachen und ein Luftreinhalte-Plan, der vom Gericht in Münster für „rechtswidrig“ erklärt wird. Das macht wütend, und die Wut bleibt, auch Tage nach dem Urteil.

Die Stadt Aachen setzt ihre Bürgerinnen und Bürger – darunter übrigens auch 45.000 RWTHStudierende – sehenden Auges einer durch Umweltgifte erheblich verpesteten Luft aus. In der Monheimsalle zum Beispiel, aber auch in diversen weiteren Straße sind die Grenzwerte von Stickstoffdioxid so weit überschritten, dass es in diesen Straßen eigentlich sofort Fahrverbote geben müsste.

Seit zehn Jahren laboriert Aachen an diesen Umweltgiften und spielt mit der Gesundheit seiner Einwohner. Und wer dachte, dass in Aachen geltendes Recht eingehalten wird, wo doch in der regierenden CDU (samt Anhängsel SPD) auch Rechtsanwälte aktiv sind . . . tja, weit gefehlt. Gesetze gehen diesen Herrschaften bei Bedarf am Arsch vorbei. Ein Umstand, der die Piraten im Rat und in den Ausschüssen wütend zurücklässt. Die Verkommenheit der etablierten Parteien ist in Aachen mit Händen zu greifen. Aus Feigheit vor grundlegenden Veränderungen bleiben sie passiv.

Seit Jahren arbeiten Gruppen professionell an Plänen für Radvorrangrouten, die selbst ängstlichen Menschen vom Pkw aufs Rad/Pedelec verhelfen. Wenn man bedenkt, wieviel Aufwand da in der Verwaltung und von Ehrenamtlichen betrieben wurde, und kein Meter ist bisher gebaut, kein einziger Meter. Warum koppelt man Radwege-Bau immer an große sonstige Bauarbeiten?

Premium-Fußwege wurden entwickelt – gebaut wurde auch hier nicht ein einziger Meter. Die vielen Versäumnisse sind bekannt, müssen nicht weiter aufgeführt werden. Das Auftreten der Stadtverwaltungs-Spitze vor Gericht verdient allerdings eine gesonderte Betrachtung: Laut Tageszeitung (AN) vom 2. August – und die Berichterstatter sind nicht wegen Falschdarstellungen bekannt – tischte Aachen den Richtern Messdaten von 2015 auf und prognostizierte sich von dort ins Jahr 2020, rechnete sich schön, obwohl 2018 schon Daten von immer noch sehr hohen Messwerten aus 2017 vorlagen, die man hätte nehmen müssen. Wenn man seriös sein möchte. Wenn!!!

So kassierte die RWTH-Stadt eine Klatsche vor Gericht und freut sich noch, dass die Richter es nicht wagten, unverzüglich Fahrverbote zu verhängen. Kopf auf Tisch, aber echt jetzt.

Was die örtliche SPD raucht, fragen wir uns unterdessen. Deren Fraktionsvorsitzender Servos hatte doch tatsächlich gemerkt, dass das Urteil „eine ziemliche Ohrfeige“ ist. Und weiter: „Für dieses Urteil sind alle im Stadtrat Tätigen der vergangenen mehr als zehn Jahre verantwortlich. Diesen Schuh müssen sich wirklich alle anziehen.“ Hää??? Hallo??? Unter welchem Stein hat dieser Mann die letzten Jahre gelebt? Immer, wenn es gerade passt, erzählt er was von Verantwortung der SPD für Aachen usw., die die SPD habe, aber wenn uns die Scheiße um die Ohren fliegt, dann waren es natürlich „alle“.

Ehrlich gesagt, anstelle von Michael Servos sollte für die SPD nach der Kommunalwahl Mathias Dopatka als Fraktionsvorsitzender in den Rat einziehen (wobei ich von einem grünen Oberbürgermeister ausgehe). Andernfalls seh ich schwarz und es droht uns die nächste GroKo.

In den „Aachener Nachrichten“ vom 02. August 2019 wird beschrieben, wie die Stadt Aachen versuchte, vor Gericht die Umweltverschmutzung schönzurechnen.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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