Heute: Menschenkette gegen die Tötung von 800 Tieren

Heute gehen ab 14 Uhr in Aachen Menschen auf die Straße, die die (vorsorgliche) Tötung einer größeren Rinderherde (800 Stück) verhindern wollen. Die Tiere könnten sich mit einem Virus angesteckt haben. Genauer: Sie sind schon positiv getestet, zeigen aber keine Symptome. Ein Gericht hat  die Einschätzung des hiesigen Gesundheitsamtes Veterinäramtes der StädteRegion bestätigt und bestimmt: Die Tiere müssen getötet werden. Weitere Gerichtstermine stehen noch aus.

Man trifft sich zu einer Menschenkette auf dem Hof der Familie Giesen, Nüthheimer Straße 91. Mobilisiert wurde über Facebook.

Update: Unten mal aktuell ein paar Fotos vom Protest.

Wer hier eines Tages Tiere töten will, muss sich echt was einfallen lassen. Der Widerstand wird kein kleiner sein, wie es so schön heißt.Organisiert wird er von der IG „Freie Bauern“,die sich zusammengeschlossen haben, weil  sie sich  vom Bauernverband im Stich gelassen fühlen.

„Bitte den Stall nicht betreten“, steht da, und alle hielten sich daran.

Die Tiere sahen echt munter aus und ließen sich beim Kauen nicht stören.

(Auf das Foto klicken, dann kann man lesen, was auf dem Plakat steht.) Die Veranstaltung dauerte nicht mal eine Stunde. Aachener Presse und belgisches Fernsehen waren vertreten. Rechtsradikale habe ich nicht gesehen. Aus dem Raum Heinsberg waren Traktoren gekommen, gelenkt von Landwirten, deren Tiere – obgleich nicht erkrankt – bereits getötet wurden.

***

Klima-Schützer, Fahrradfreunde, Tierfreunde usw. – alle gehen auf die Straße, und es werden seit 2 Jahren immer mehr. Die Demonstrationen gleichen sich und mobilisiert wird immer via Internet. Manchmal kann die digital vernetzte Welt ist Echtzeit sogar zuschauen. (Despoten wie Erdogan wissen genau, weshalb sie versuchen, die Nutzung des Netzes zu beschneiden.)

Was die Menschen fordern, das sind nicht Geld und Gold und Reichtum, obwohl die in Deutschland zunehmend ungleich verteilt sind. Was die Leute fordern ist Gerechtigkeit und dass die Öffentlichkeit sie und ihr spezielles Anliegen endlich mal wahrnimmt. Dass man sie nicht gering schätzt, nicht geringer als andere. Nicht nur Klimaschützer, auch Bauern wollen neuerdings gesehen werden. Die Gering-Geschätzten, die Übersehenen lassen sich – um Aufmerksamkeit zu erregen – originelle Protestformen einfallen: Menschenketten, Schulstreik, Fahrraddemos usw.

„Wieso sind dauernd Schüler und Schülerinnen mit ihren Sorgen ums Klima in den Medien? Sind wir Bauern mit unseren Existenzängsten etwa weniger wert?“, fragen sich die Bauern. Erzieherinnen, die extrem wenig verdienen, gingen in Aachen als erste (soweit ich das sehen konnte) auf die Straße. Klar, dass sie sich nicht anerkannt fühlten und fühlen. Sie bekommen so wenig Geld für ihre nervenzerfetzende Arbeit, dass man davon kaum leben kann. Große Autos und fette SUVs nehmen den Straßenraum und die Parkplätze ein. „Sind wir RadfahrerInnen weniger wert?“, fragen sich diese weil der Straßenraum krass zu ihren Ungunsten verteilt wird.

Die Proteste werden 2020 weitergehen. Davon ist auch ZEIT-Autor Gero von Randow überzeugt, dessen Text zu dem Thema ihr hier lesen MÜSST.

How dare you?

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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