Wahlplakate und ihre Slogans. Heute: die AfD

Jede Kanzlerschaft ist – so sagt man – durch einen Begriff geprägt: Bei Willy Brandt hieß der Ostverträge, bei Helmut Kohl nennt man die Deutsche Einheit, bei Gerhard Schröder die Sozialreformen usw. Auf welchen Begriff Historiker*innen die Kanzlerschaft von Frau Merkel einmal bringen werden, weiß kein Mensch.

Aber es könnte der Ausdruck „Wir schaffen das!“ sein. Angela Merkel, von der sich vor über 16 Jahren viele (Männer) fragten „Kann die das? . . . “ hat für Frauen viel erreicht. Merkel bewies, Frauen schaffen das, sie können Kanzlerschaft und auch sonst deutlich mehr, als ihnen einst zugetraut wurde. „Kann die das?“ fragt zumindest heute kein Mann mehr, wenn eine Frau ein hohes Amt/eine Karriere anstrebt. 

Als die sogenannte Flüchtlingskrise über uns hereinbrach sagte Merkel: „Wir schaffen das“ und so geschah es auch. Flüchtlinge und Zuwanderung sind als Thema komplett raus aus dem jetzigen Wahlkampf. Nicht mal die AfD macht die Flüchtlinge in ihrer Wahlwerbung zum Thema. Gleichwohl kann man sagen, dass Merkel mit ihrer Politik in gewisser Weise zur Gründung der AfD beigetragen hat. 

Erst an diesem Wochenende sind in Aachen – soweit ersichtlich – Wahlkampfplakate der AfD im Straßenraum aufgetaucht. Sie sollen hier, wie die Plakate der anderen Parteien, eine kurze Betrachtung erfahren. Der Slogan der AfD lautet „Deutschland. Aber normal.

Die Ultrarechten haben hauptsächlich im Ostviertel plakatiert. Hier: Adalbertsteinweg.

Dass die Partei, die am alleräußersten rechten Rand des politischen Spektrums einzuordnen ist, ihre Fixierung auf Deutschland betont, ist für Nationalisten sozusagen üblich. Man denkt automatisch „Deutschland first“, denkt an den fürchterlichen US-Präsident Trump und sein penetrantes „Amerika first“. 

Doch nicht jedes Deutschland ist das, was die AfD in den Mittelpunkt stellen will. Es muss „Aber normal.“ sein. Und das ist ein sehr guter, anschlussfähiger Slogan. Wer wünscht sich nicht ein Deutschland ohne Pandemie und ohne Quarantäne, ohne Mundschutz überall und Impfdiskussionen? Endlich wieder normale Zeiten. Das Mittelmeer soll wieder normales Urlaubsziel sein und nicht mehr Massengrab für Menschen auf kleinen Schiffen. Das Wetter soll auch wieder normal sein – ohne Flutkatastrophe und ohne Dauer-Hitzewelle.

„Deutschland. Aber normal.“ Der Slogan spricht ganz sicher viele Menschen an. Normale Schrift (ohne zu gendern) wünschen sie sich. Normal war es, dass alte Männer mehr Macht und Einfluss hatten als Frauen und junge Männer, die heute Chefinnen und Chefs sind und die Alten mit ihrer Verzweiflung bei Facebook und in den Leserbriefspalten der Tageszeitung alleine lassen.

Das sogenannte neue Normal ist es sicher nicht, was die AfD meint. In Aachen kann Roger Lebien (Groß- und Außenhandelskaufmann) gewählt werden. Er hält Sicherheit und Sauberkeit in Aachen für wichtige Ziele in der Politik.


Vorherige Folgen: die CDU, die Grünen, die FDP, Die Linke, die SPD

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