Kultur – jenseits von Museen und Musentempeln

Gibt es jetzt zum 6. Mal in der Lothringerstraße: das LOTHRINGAIR

Das 6. Straßen-Kulturfestival, das LOTHRINGAIR, steht quasi vor der Tür. Es findet statt am Samstag, 29. Juni. 
Ab 13 Uhr gibt es in der Aachener Lothringerstraße Ausstellungen, Installationen und jede Menge Kunst im engeren und weiteren Sinne – dazu Beiträge aus Literatur und Film. Ein Kinderprogramm wurde natürlich auch wieder auf die Beine gestellt.

Praktisch in jedem dritten Gebäude dieser doch recht langen Straße gibt es etwas zum Anschauen, Staunen, Entdecken, Kaufen und Konsumieren, zum Zuhören und Anfassen. Das Programm findet ihr in einem Heft dargestellt, das zur Zeit an vielen Stellen ausliegt. Organisiert wird die eintägige Riesenparty vom Musikbunker-Verein und vielen ehrenamtlichen Helfern.

In dem breitgefächerten Angebot fällt das Berufskolleg (Lothringerstraße 10, rund 100 LehrerInnen und 2000 SchülerInnen) mit Aktionen zur Nachhaltigkeit auf. Auf dem hinteren Schulhof gibt es einen Flohmarkt. Die Dreifaltigkeitskirche ist mit einer Ausstellung und Musik dabei, und auf dem Friedrichplatz steht eine Bühne. Die Kratzenfabrik (Lothringerstraße 61) stellt ihren Hof zum Chillen zur Verfügung. Die Raststätte lädt schon am Vortag zur Gruppenausstellung ein (Fr., 16 bis 23 Uhr) Die Mitglieder der Piratenpartei räumen in ihrem Büro Tische und Stühle weg und stellen Fotokünstler der Gruppe „Shift Photo“ aus. Sicherlich sehenswert.

Sonst noch dabei: ein Tattoo-Studio, Poetry-Slam, mehrere Bands auf mehreren Bühnen, eine Vintage-Galerie, ein Tanz-Theater, das Printmagazin POEBEL, das Rhizom 115, der Chaos Lese Club und viele, viele mehr. Besorgt euch das Heft, es hat 60 Seiten, ich kann das hier nicht alles aufzählen.

Auf jeden Fall: An der Lothringerstraße ist so viel Kreativität angesiedelt, wie sonst vermutlich nirgendwo in Aachen (höchstens noch in der Jakobstraße). Es ist eine Art von Kultur, die von den Menschen kommt und entsprechend viel mehr Leute anspricht, als die teils abgehobenen und gut abgehangenen, uralten Klamotten der sogenannten Hochkultur, bei denen uns noch nicht mal vermittelt wird, was sie mit uns Heutigen zu tun haben. Und es ist eine Kultur, die gleichberechtigt zu fördern sich die Stadt Aachen wirklich schwer tut.

 

s. dazu auch den Leserbrief

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Wer lesen kann/darf, ist klar im Vorteil

Nach turbulenten Redeschlachten hier mal zum Runterkommen ein paar Leseempfehlungen. Alles (s. Foto oben) finde ich atemberaubend spannend oder interessant. Lesend kann man sich aus der Realität wegschießen, ausklinken, in eine Geschichte von jemand eintauchen und woanders hingehen.

Alle abgebildeten Bücher sind für wenig Geld über die Aachener Stadtbibliothek zu beziehen. Wenn ich da hingehe, nehme ich mir oft vor, es jetzt mal bei einem Buch zu belassen. Später sind es doch wieder drei oder vier, die ich im Rucksack nach Hause schleppe. Und wenn ich mal vergesse, die Bücher pünktlich zurückzubringen, dann schicken diese freundlichen Leute mir doch tatsächlich einen Zettel, wo draufsteht, ich sollte jetzt mal bald alles zurückbringen, sonst wäre nämlich eine Strafe fällig.

Das ist schön, in einem Land zu leben, wo man (sogar als Frau) alles bekommt und lesen kann, was man nur will. Was für ein Luxus, was für eine Masse an Freiheit!

In einem Interview mit Stern.de sagt Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa:

„Eine Gesellschaft vieler Leser ist freier und kritischer.“ Ein Effekt der Literatur sei es, kritische Menschen hervorzubringen den Machthabern gegenüber.

Und griffig formuliert der berühmte Schriftsteller, ein Volk, das nicht lese, sei  viel leichter zu manipulieren. Die guten Leser seien „Rebellen, im politischen, im religiösen, im sexuellen Sinn“. Literatur sei, so Vargas Llosa weiter, nicht nur Entertainment. „Klar, Shakespeare zu lesen ist unterhaltend, Cervantes, Goethe, Thomas Mann, das ist wunderbar. Aber über den Genuss hinaus bekommen wir mehr.“

Was dieses Mehr ist, wird uns ebenfalls verraten: „Die Idee ist, dass es neben unseren eigenen Leben andere Leben gibt, die intensiver, reichhaltiger sind. Das erzeugt in uns eine Art Rebellion gegenüber der Realität. Und das wiederum ist der Motor des Fortschritts.“

 

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Mahnwache am Unfallort

Immer mehr weiße Fahrräder im Stadtbild von Aachen! Hier: Vaalser Straße. Foto: Archiv

Leider, leider muss – wenige Monate nach dem Todesfall auf der Vaalser Straße – jetzt das nächste Todesopfer vermeldet werden. Gestern,  13. Juni, ist wieder eine Radfahrerin (57) von einem Lkw überfahren worden. Die Frau überlebte den Unfall nicht.

Einen Monat nach dem „Ride of Silence“, bei dem in Aachen der verletzten und getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer gedacht wurde.

Ihrer Familie, Freunden, Kollegen möchte ich mein herzliches Beileid ausdrücken. Mir fehlen ansonsten die Worte. So viele Tote! Und die Radvorrangroute kommt und kommt nicht in die Gänge.

Heute, Freitag, 14. Juni,  gibt es eine Sitzende Mahnwache für die getötete Radfahrerin am Ort des Unfalls (Kreisverkehr Auf der Hüls/Charlottenburger Allee). „Wir wollen mit einer sitzenden Mahnwache unsere Anteilnahme ausdrücken“, teilt Relindis Becker für das Kernteam des Radentscheids Aachen mit.

Freitag, 14. Juni 2019
17:45 Eintreffen der Teilnehmenden (nordwestliche Ecke des Kreisverkehrs)
18:00 Betreten der Fahrbahn und Hinsetzen
18:30 Verlassen der Fahrbahn
19:00 Ende der Versammlung

 

Der WDR zum Thema: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-lokalzeit-aus-aachen—180.html

 

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Grüne Tonnen werden kontrolliert. Der Grund: Falsch befüllt

Plastik gehört nicht in den Biomüll. Diese Regel wird im Alltag häufig missachtet. Die Stadtverwaltung teilt mit: „In der letzten Zeit ist es im Aachener Stadtgebiet immer wieder zu Fehlbefüllungen der Bioabfallbehälter gekommen. Vor allem Restmüll, Plastik und Glas landen in der grünen Tonne. Die ansteigende Rate von Fehlbefüllungen sorgt dafür, dass die Qualität des Gütekompostes in Gefahr gerät.“

Aus diesem Grund führt der Aachener Stadtbetrieb zurzeit Kontrollen der Bioabfallbehälter durch. Überall dort, wo falsche Befüllungen auffallen, werden die Anwohner mit Hilfe von Anschreiben und Infoflyern auf die richtige Vorgehensweise aufmerksam gemacht. Ab Montag, 1. Juli, werden falsch befüllte Behälter nicht mehr geleert und stehen gelassen. Die Bewohner oder Eigentümer sind dann in der Pflicht, den Behälter selber neu zu sortieren oder eine kostenpflichtige Sonderleerung als Restabfall zu beantragen.

Hier zur Info:

In die Bioabfallbehälter gehören rohe und gekochte Küchenabfälle (z. B. Reste von Speisen Eierschalen, Kaffee- und Teesatz, Brot- und Kuchenreste, Knochen-, Fleisch- und Fischabfälle), Obst- und Gemüseabfälle (z. B. Kartoffel-, Frucht-, Nuss- und Zwiebelschalen, Fallobst, Gemüseputzreste), Gartenabfälle (z. B. Unkraut, verwelkte Blumen, Laub, Staudenrückschnitt, Rasen-, Baum- und Strauchschnitt), und Sonstiges (z. B. Topfpflanzen (ohne Topf), Sägemehl und Sägespäne von unbehandeltem Holz, Haare, Holzwolle, Zellstoffküchentücher).

Tipps für eine sachgerechte Nutzung:

Die Abfallberatung des Aachener Stadtbetriebes gibt für die sachgerechte Benutzung der Bioabfallbehälter einige Tipps:

· Bioabfälle in Papier einpacken (Zeitung, Papiertüten, etc.)

· Einen schattigen Platz für den Behälter suchen

· Die Behälter mit Eierkartons oder Papier am Boden auslegen – das zieht die Feuchtigkeit auf

· Den Deckel nicht offen stehen lassen

· Keine Plastiktüten einfüllen. Sonst wird der Bioabfallbehälter nicht entleert und muss stehen bleiben.

· Katzenstreu und Kleintierstreu gehören nicht in die Bioabfallbehälter.

***

Ausführliche Informationen zum Bioabfallbehälter, der richtigen Befüllung gibt es unter www.aachener-stadtbetrieb.de

Die Abfallberatung des Aachener Stadtbetriebs steht montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr unter Telefon: 0241/ 432-18666 zur Verfügung.

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Neu im Bushof: Das größte Bild der Welt

 

Ein Riesen-Wandbild erfreut die Wartenden.

Der Bushof sieht von außen scheußlich aus und ist innen auch nicht gerade schön. Im Gegenteil. Wie man so etwas jemals bauen konnte, ist ein Rätsel. Neuerdings lohnt sich trotzdem ein Besuch. Denn im Aachener Bushof, da wo die Menschen auf die Abfahrt warten, befindet sich seit wenigen Tagen das größte Bild der Welt, geschätzt 100 Meter lang und acht Meter hoch.

Thomas Weyres, Design-Direktor des „Tagesspiegel“ in Berlin, konnte für die  Aufgabe gewonnen werden. Genau die richtige Wahl, wie man sagen muss. Denn das Wandbild ist gut gelungen. Weyres ist in Sachen Graffiti ein Experte – und zwar in Theorie und Praxis. Er hat schon oft selbst zur Sprayflasche gegriffen.

Eine so große Wand zu gestalten, die auch noch getäfelt ist, das ist für jeden Künstler eine große Herausforderung. 1986 hatten sich Aachener Künstler (Eric Peters, Wolfgang Kupczyk und Herbert Bardenheuer) daran versucht und waren kläglich gescheitert. Sie hatten einen hohen theoretischen Anspruch, die Ausführung war eher unterirdisch langweilig.

Riesenopus, hier leider nicht gut fotografiert (da müssen Profis ran). Es ist farbenfroh, aber nicht kirmesbunt. Auf dunklem Grund sieht man Zeichen, es wirkt aber nicht düster.

Jetzt hat es also Thomas Weyres versucht, der sich für die Ausführung von der Verwandtschaft helfen ließ und tagelang malte. Der WDR hat den Künstler und seine Arbeit in einem Video vorgestellt. Sehenswert, wie ich finde.

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Hin da! CSD in Aachen am 22. Juni

Christopher Street Day (CSD) in Aachen, 2018. Etwa 600 bunte Leute zogen vom Markt in die obere Jakobstraße.

Es gibt wieder einen CSD in Aachen. Am Samstag, 22. Juni, heißt es „50 Jahre Pride!“ Und: „Unsere Zukunft ist bunt.“

Dann wird gefeiert und zwar ab 16 Uhr bei einem Straßenfest auf dem Jakobsplatz (Jakobskirche) vor dem Jugendtreffpunkt „Knutschfleck“. Vor dem Fest gibt es natürlich eine Demonstration, zu der man sich um 15.30 Uhr auf dem Aachener Markt trifft.

Die Bunte Truppe zieht vom Markt um Jakobsplatz. Und wer im letzten Jahr beim Fest dabei war, freut sich jetzt schon auf den 22.

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***

Nach dem CSD freu ich mich auf das „Lothringair“, eine eintägige Massenparty, an der die komplette Lothinger Straße beteiligt ist – mit einem höchstwahrscheinlich ganz exquisiten Beitrag der Piratenpartei Aachen. Deren Büro wird wieder zur Galerie, diesmal (29. Juni) geht es um Fotokunst. Aber dazu schreibe ich noch eine ausführliche Ankündigung.

 

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Die Attraktivität der Innenstädte steht auf dem Spiel

Leere Schaufenster, leere Läden in den Innenstädten (hier z. B.: Couvenstraße in Aachen). Da stellen sich Fragen: Wie können Flächenpotenziale neu und sinnvoll genutzt werden? Was muss geschehen, damit unsere Innenstädte – trotz verändertem Kaufverhalten – nicht aussterben?

„Welche Zukunft hat das Erdgeschoss in der Innenstadt?“ Diese Frage wird am Dienstag, 18. Juni, bei einer Veranstaltung im Reiff Museum beantwortet.

Eine Idee (von Prof. Christa Reicher) vorweg: In alle leerstehenden Läden Aachens sollten vorerst Studierende der Fächer Architektur (RWTH) und Design (FH) reingelassen werden (säh bestimmt schick aus). Diese Leute sind sowieso ständig auf der Suche nach Raum zum Arbeiten. Sie wollen zudem nicht gern in 0815-Büros sitzen. Lieber in Läden im Erdgeschoss, mit großen Fenstern.

Zu der Veranstaltung im Reiff Museum laden ein: Das Institut für Städtebau und Europäische Urbanistik, der Förderverein aachen_fenster – raum für bauen und kultur, das ILS Dortmund, das Netzwerk Innenstadt NRW und die Landesinitiative StadtBauKultur NRW

Nach zwei Abendveranstaltungen wird am Dienstag, 18. Juni, 18 Uhr im Reiff Museum, Schinkelstraße 1, Aachen das Städtebauliche Kolloquium mit dieser Abschlussveranstaltung enden. Anfang November geht es mit einer neuen Reihe weiter.

Zu Gast ist bei der dritten Veranstaltung Martin Hesik von der Seestadt Aspern in Wien, der über die gemanagte Einkaufsstraße in Seestadt berichten wird. Ebenfalls dabei: Rolf Junker von Junker + Kruse, Büro für Stadtforschung und Planung in Dortmund, der neue Perspektiven für Geschäftsstraßen aufzeigen wird sowie Jörg Beste, Geschäftsführer des Architekturforums Rheinland in Köln, Ulrich Cloos, Leiter des Stadtmarketings in Krefeld und Achim Flögel, Einzelhändler aus Aachen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Barbara Thüer vom Netzwerk Innenstadt NRW.

Zum Thema teilen die Veranstalter mit: „Unsere Innenstädte stehen mitten in einem gewaltigen Transformationsprozess – insbesondere durch die dramatischen Veränderungen im Handel selbst wie im Konsumentenverhalten durch das Internet. Die Funktionsfähigkeit, die Gestalt und die Attraktivität der Innenstädte stehen auf dem Spiel.“

Meine Meinung: Entweder fällt uns jetzt zügig was ein zur Reaktivierung leerstehender Geschäftslokale in der Innenstadt oder es macht am Ende niemand mehr Spaß, durch die Innenstadt von Aachen zu schlendern. Und junge Menschen werden sich dann auch zum Studieren anderen Städten zuwenden. Aachen muss aufpassen.

Leerstand in der Mefferdatisstraße. Dort lässt sich mit Handel offenbar kein auskömmliches Leben mehr organisieren.  Foto: Archiv

Von der Kanzel aus fotografiert. Arbeitsplätze sind in einer Kirche (St. Elisabeth in Aachen) entstanden.  Foto: Archiv

Fühlen sich in ihrem Ladenlokal pudelwohl: Aachener Piraten. Dort wird nichts mehr verkauft, es wird über Aachens Zukunft nachgedacht und diskutiert.

*

Video zum Thema „Städte lebensfreundlicher machen“: Beispiel Barcelona

Bei der CDU in Aachen beim Ansehen des Videos: Schnappatmung und Innovationsekel.

 

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Was wird aus der Klangbrücke?

Ein Ort der Kultur: die Klangbrücke in Aachen. Wenn einmal der Bushof abgerissen werden sollte, wird dann die Klangbrücke gleich miterledigt? Und: Die Kachelwand ist ein Kunstwerk von Ewald Mataré (nicht sein bestes). 

Von Christoph Allemand*

Neuerdings wird von Seiten der Politik die Idee in den Raum geworfen, es wäre „eine Notwendigkeit“, die Klangbrücke am Bushof/Altes Kurhaus DRINGEND ABZUREISSEN. So äußerte sich zum Beispiel Harald Baal, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, bei der Sitzung des Rates im April.

Als Grund wurde genannt, das Alte Kurhaus solle „optisch freigeräumt werden“.

Dass diese Klangbrücke Heimat und Aufführungsort für über 30 Vereine im Bereich Tanz, Theater und Musik ist – mit teilweise fantastischen Bedingungen für Akustik, Proben, Büro und Beleuchtung – wird dabei einfach vergessen. Das kommt in keinem Plan vor, es wird einfach nicht erwähnt.

Diese Vereine sind aber mittlerweile zu Recht alarmiert, weil die Bürger*innen dieser Stadt ja schließlich wissen, dass in Aachen ein Gebäude schnell mal abgerissen werden kann . . . ohne vorher einen vergleichbaren Ort für die Kulturvereine mit einer ähnlichen Ausstattung hochzuziehen und dann sofort zur Verfügung zu stellen. Das korrekt zu leisten ist nicht so das, was viele unserer Stadt zutrauen!!!

Es fehlt offensichtlich an Respekt vor der kulturellen Arbeit und auch an Bürgernähe, um den betroffenen Menschen ihre berechtigten Ängste zu nehmen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Politik. Die UWG-Aachen ist seit längerem im direkten Austausch mit den Vereinen, um mit einer informierten Öffentlichkeit das Thema konstruktiv aufzuwerfen und den bisher nicht vollzogenen Dialog mit den Bürger*innen zu erzwingen.
Angesprochen auf mögliche Ersatz-Räumlichkeiten beim Abriss wurde den Vereinen seitens der Verwaltung lediglich mitgeteilt, „es gäbe ja freie Räumlichkeiten im Straßenbahndepot“ an der Talstraße (no comment!).

Abgesehen von der Art und der Weise des Umgangs mit Bürger*innen ist noch ein ganz anderer Punkt kaum nachvollziehbar: Städtebaulich ist der Abriss in keiner Weise historisch belegbar. Die Klangbrücke steht genau auf dem Ort, an

Die Klangbrücke von der anderen Seite.

dem (angegliedert wie heute ans Alte Kurhaus) der Kurkonzertsaal stand. Es ist sogar so, dass die Kurhausstraße, die unter der Klangbrücke hindurch führt, historisch nirgendwo verbucht und einfach dort falsch ist. Dort, wo heute die Busse durchfahren, war früher ein alter Kurgarten, umgrenzt von Kurkonzertsaal und dem Alten Kurhaus.

Wir können uns gerne darüber unterhalten, diesen Kurgarten wieder aufleben zu lassen. Sollte eine Mehrheit allerdings zu dem Schluß kommen, die Klangbrücke im Zuge der allgemeinen Neuordnung Bushof abzureißen, muss vorher ein vergleichbarer, ähnlich gut erreichbarer Ersatzort geschaffen worden sein. Das wäre das Mindeste an Respekt für die Vereine!

 

*Offenlage: Gastautor Christoph Allemand ist für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG)  im Rat der Stadt Aachen.

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Was wird aus dem Quellenhof?

Der Quellenhof ist in der Reihe der Aachener Hotels das erste Haus am Platz. Das FünfSterne-Haus an der Monheimsallee sieht allerdings jetzt einer ungewissen Zukunft entgegen. Der jetzige Betreiber wird ab 1. 1. 2020 die Pforten schließen und das Haus verlassen.

Ein leerstehender Quellenhof, das wäre für Aachen eine mittlere Katastrophe. Der alte Kasten gehört der Familie Jagdfeld und wird von Jagdfeld verpachtet. Der Pachtvertrag endet und ein neuer Pächter ist – soweit ich jedenfalls weiß – nicht in Sicht. Und der alte Pächter – Pullmann – verlängert nicht mehr.

Der Quellenhof (Eröffnung: 1916) und sein ungewisses Schicksal waren jüngst im öffentlichen Teil des Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wirtschaft Gegenstand kritischer Nachfragen. Doch außer dass im Rathaus dazu in Kürze Gespräche stattfinden werden, wusste niemand Genaues.

Das Hotel müsste dringend saniert werden, es hat 181 Zimmer und Suiten. Es ist angeblich gut ausgelastet, dort nächtigen zum Beispiel die Gäste, die zwecks Karlspreisverleihung nach Aachen kommen. Scheichs aus den Emiraten sollen dort sogar mal kurzfristig mitsamt ihren Falken gewohnt haben.
Früher war das angegliederte Thermalschwimmbad eine wunderbare Attraktion. Heute scheint das öfter geschlossen als offen zu sein.

In den letzten Jahren sind in Aachen mehrere große, neue Hotels errichtet worden. Und weitere werden noch gebaut, aktuell eines (Motel One) direkt gegenüber vom Stadttheater. Da ist es schwer zu verstehen, dass ab Januar ausgerechnet die gute alte Nobelherberge neben dem Eurogress leerstehen soll.

Infos zur Historie: https://de.wikipedia.org/wiki/Quellenhof_(Aachen)

Der Quellenhof – im Frühling.      Foto: Archiv

***

Eine Entwicklung, die sich abzeichnete

Im November 2018 ging es los. Danach gab es noch weitere Berichte in der örtlichen Presse, die erahnen ließen: Das geht nicht gut, der Quellenhof wird womöglich ab 1. 1. 2020 geschlossen und  dann wird dort niemand mehr übernachten. Extra teuer ist es dann, dass stillgelegt Haus wieder zu reaktivieren. 

Seit den ersten Berichten wartete man darauf, dass tatsächlich klar wird, ob und wie es dort weitergeht. Nachfragen ergaben: Pächter und Eigentümer verhandeln, alles ist noch offen. 

Schließlich kam im Ausschuss für Wirtschaft bei dem Vortrag von ats die Nachfrage von einem Politiker: Wie sehen Sie die Entwicklung des Tourismus, wenn Ende des Jahres der Quellenhof schließt und kein neuer Pächter vorhanden ist? Antwort (sinngemäß): Wir sind in Sorge, wissen aber nichts Genaues.

Mehr zum Thema:

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/paechter-accor-gibt-luxushotel-quellenhof-in-aachen-auf_aid-38977757

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Das Video zum zentralen FFF-Streik am 21. 06. in Aachen

Die angeblich erste, grenzüberschreitende Großdemonstration für den Klimaschutz soll am 21. Juni in Aachen stattfinden. #ac2106

Aachen ist ganz gut im Organisieren bedeutender Ereignisse, schließlich ist hier gerade die Karlspreisverleihung über die Bühne gegangen, wenn auch leider ohne Beteiligung der Bundesregierung.

In der Europastadt wird es am Freitag, 21. Juni, einen Sternmarsch geben mit Abschlusskundgebung am Tivoli. Die Fridays-for-Future-Organisatoren wenden sich in einem Video an mögliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Schaut es euch an.

Mehr Infos: https://ac2106.fridaysforfuture.de

Tags drauf, am Samstag, 22. Juni, findet die Großdemonstration gegen die Braunkohle statt. Vor Konflikten warnt schon – laut WDR – der Aachener Polizeipräsident Weinspach, ebenfalls in einem Video wird davon berichtet. Aber die Kids sagen: Es bleibt alles in einem rechtlich korrekten Rahmen.

Also dann: Man findet sich bei Twitter unter #ac2106

 

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