Am Mittwoch: Aktionstag auf dem Katschhof

Ein Stäbegewitter auf dem Katschhof . . . sehr ungewöhnlich.

Was das soll? Ich versteh es noch immer nicht, aber: Es sieht gar nicht so übel  aus. Hunderte Holzstäbe sind mitten in der Innenstadt – auf dem Katschhof – aneinander geheftet und harren der Dinge, die da kommen werden. Wie letztes Jahr. Zwischen dem altehrwürdigen Rathaus und dem ebenso altehrwürdigen Dom setzt sich das Wirrwarr der Stäbe als Kontrast ab.

Direkt daneben gibt es wieder einen großen Sandkasten, den „Archimedischen Sandkasten“.  Seit Ende Juli wird darin gebuddelt und gebaut. Auch in diesem Jahr gibt es dazu einen Aktionstag für alle.

Das „Future Lab Aachen„, Veranstalter des Archimedischen Sandkastens, hat den FabBus der FH Aachen und das eXploregio.mobil eingeladen, 3 D-Drucker vorzuführen und Experimente für Grundschulkinder zu präsentieren.

Der  Aktionstag geht am Mittwoch, 15. August, von 11 bis 17 Uhr über die Bühne, natürlich auf dem Katschhof. Der Eintritt ist frei. Nach drei Wochen Strandfeeling auf dem Katschhof ist aber am kommenden Sonntag, 19. August,  schon Schluss. Dann werden die Stäbe und der Sandkasten abgebaut.

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Auf der oben verlinkten Seite steht der Satz „Aachen lebt Wissenschaft„. Seufz. Manche schreiben auch neuerdings „Demokratie leben“. Wie die sich das vorstellen, das „Leben“, das ist mir nicht klar. Es kling krampfhaft progressiv, so als wollte man mit dem Brecheisen einen neuen Ausdruck kreieren, was aber nur peinlich und bescheuert klingt. Es ist so gewollt modern. Nein, was sind wir doch cool! Es ist so traurig, was manche mit der schönen deutschen Sprache machen, so traurig. 

Unter www.futurelab-aachen.de/flapp  solltet ihr weiterkommen.

Neuerdings zwischen Dom und Rathaus: ein ziemlich großer, also eigentlich überdimensionierter Sandkasten, der gut besucht ist, wenn es nicht gerade 30 Grad warm ist.

 

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Es muss nicht unbedingt ein komplett neues Fahrrad sein

Hier gibt es Fahrräder für Jugendliche und Erwachsene aus 2. Hand: Beim Fahrradmarkt in Aachen.

Auf der Suche nach einem geklauten Fahrrad sind wir Samstag zum Fahrradmarkt am Templergraben gefahren. Der findet dort einmal im Monat statt und hat ein vielfältiges Angebot. Rund 30 gebrauchte Räder wurden gestern  angeboten, von Privatleuten.

Ein Freund von mir vermisst sein geklautes, altes Rad so schmerzlich, er sucht es unentwegt. Jedes Mal, wenn er unterwegs ist in Aachen und an einer Reihe abgestellter Fahrräder vorbeikommt, schaut er nach, ob seins vielleicht dabei ist. Das wächst sich allmählich zu einem Tick aus.

Beim Fahrradmarkt wurde er natürlich auch nicht fündig, doch wir hatten Gelegenheit, ein anderes Rad für ihn zu kaufen. Man muss sich dort aber die Räder gut anschauen, auch mal leicht hochheben und fallen lassen (falls es rappelt oder was abfällt: schlecht), eine Probefahrt machen und verhandeln. Die Räder dort sind teils alt, und es gibt kein Zertifikat wie im Fahrradladen der Wabe in der Aachener Bahnhofstraße. Die dortigen Räder sind tipptopp. Hier ein Video.

Am Templergraben, vor dem Kármán-Auditorium, muss man eine Gebühr von 6 Euro zahlen (pro Fahrrad, das man verkaufen will). Los geht der Markt um 9 Uhr morgens, jeden 2. Samstag im Monat. Es ist ratsam, dort früh zu erscheinen. Ende ist um 16 Uhr. Jede/r kann mitmachen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ich sah eine wunderbares Damenrad, aus Alu, 7 Gänge, 100 Euro. Das war wie neu, keine 300 Kilometer sei seine Frau damit gefahren, behauptete der Verkäufer. Das hätte ich mir glatt gekauft, wenn ich nicht schon längst eins hätte.

Die nächsten Termine: 08. September, 13. Oktober, 10. November.

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Mord in der Geisterbahn. Olaf Müller hat einen Krimi geschrieben.

Das Buch von Olaf Müller: „Rurschatten“ ist lesenswert, besonders wenn man sich in Aachen oder Düren auskennt. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen seien übrigens „rein zufällig“, schreibt der Autor vorweg.

Mit allerhand Vergnügen habe ich den Kriminalroman „Rurschatten“ von Olaf Müller gelesen. Das Buch habe ich mir in der Stadtbibliothek in Aachen ausgeliehen.

Die Lektüre hat mächtig Spaß gemacht, obwohl ich gar nicht gerne Krimis lese. Aber Olaf Müllers Buch ist sehr spannend, flott geschrieben, mit teils echt humorvollen Dialogen, die die im Raum Aachen gesprochene Sprache verwenden. Die Handlung spielt in Aachen, Düren, Lüttich und am Rursee, und es geht – was die Ortswechsel betrifft – mächtig hin und her. Die Kommissare sind ständig unterwegs.

Worum geht es in dem Krimi? Um einen Mord natürlich. In der Geisterbahn in Düren wird während der Annakirmes ein betagter, sehr wohlhabender und angesehener Mann ermordet. Jeder in Düren fragt sich nun, was der alte Herr in der Geisterbahn zu suchen hatte und wer ihn vom Leben zum Tod beförderte? Besonders lange hätte der Greis ohnehin nicht mehr gelebt. . .

Am Anfang kommen die Aachener Kommissare mit ihrer Recherche nicht vom Fleck. Hat der Mord etwas mit einem Atomunfall, einem Beinahe-GAU in Jülich zu tun? Oder mit dem Pumpspeicherkraftwerk am Rursee, das einige bauen, andere aber unbedingt verhindern wollen? Oder doch mit der dunklen Vergangenheit des Opfers zur Nazizeit? Oder wollte sich eine frühere Angestellte rächen? Und was hat es mit den „Rurschatten“ auf sich?

Die im Buch vorkommenden Personen scheint man irgendwie alle zu kennen. Mir jedenfalls kamen sie bekannt vor. Außerdem ist es ja amüsant, wenn man die Örtlichkeiten genau kennt und im Kopf die Straßen und Lokalitäten  abschreitet, die da aufgesucht werden. Die Kommissare sind von Lüttich begeistert (klar) und vom Reitturnier  genervt (warum?). Und da ich den Autor persönlich kenne, musste ich wirklich gelegentlich lachen: Der Autor ist Sozialdemokrat, und die Szene, in der zwei grüne Kommunalpolitiker aus der Eifel vorkommen, fand ich zum Schreien komisch.

Auf 248 Seiten entspannt sich eine Geschichte um den Mord an einem alten Papierfabrikanten, die sich im Urlaub schön lesen lässt. Die Handlung mit viel Lokalkolorit spielt im Jahr 2008, sie ist spannend und leicht nachvollziehbar. Das Buch bringe ich heute noch in die Stadtbibliothek zurück, es kann ab Montag dort ausgeliehen werden.

***

Olaf Müller ist in Düren geboren, wo er auch wohnt. Er arbeitet in Aachen und leitet seit 2007 mit großem Engagement den Kulturbetrieb der Stadt Aachen. Zuvor hat er Germanistik und Komparatistik studiert und davor sogar noch eine Ausbildung als Buchhändler absolviert.

Save the date: Am Mittwoch, 26. 09., gibt es in der Stadtbibliothek in Aachen, Couvenstraße 15, eine Lesung mit Olaf Müller. Sie findet statt im Rahmen der Aachener Krimitage und beginnt um 19 Uhr.

Olaf Müller, „Rurschatten“, Gmeiner-Verlag GmbH, ISBN 978-3-8392-2331-4. Preis: 12 Euro.

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Bei zu viel Sonne helfen Bäume

Kommenden Mittwoch, 08. 08.,  soll es 40 Grad warm werden, die ganz große Hitze also. Und danach kommen Gewitter. Man weiß nicht, wovor man sich mehr fürchten soll. – Keine schönen Aussichten.

Da macht es Sinn, sich in den Wald zu flüchten, vor allem für Leute, die mit Wald umgehen können und schon als Kind erlebten, wie angenehm das Klima in einem Wald ist. Ein Wald, durch den beispielsweise die Rur plätschert, eiskalt, sie kühlt die Umgebung. Die Bäume halten dicht, sie lassen die sengende Sonne gar nicht richtig durch. Was man sieht und fühlt ist sehr angenehm. Und was man hört, ist das Plätschern des Wassers, das ist ebenfalls wohltuend.

Bäume symbolisieren Leben und Beständigkeit. Sie sind juristisch leider nur Gegenstände. In Städten gibt es immer weniger. Dafür sollen wir uns mit künstlich begrünten Fassaden begnügen, mit aufwändig gewässerten Mooswänden, die Schadstoffe filtern. 13 Kilo Sauerstoff soll dagegen ein großer Baum pro Tag produzieren.

(wird fortgesetzt)

 

Über Bäume:

wdr3, Reportage: https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/baum-freundschaft-100.html

Bürgerinitiative Köln: https://www.gruene-lunge-koeln.de

Aktivisten kämpfen für Bäume: https://hambacherforst.org

Waldbegehungsrecht: https://www.schiebener.net/wordpress/tag/waldbetretungsrecht/

Waldbaden gilt in Japan als Medizin: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/03/waldbaden-natur-heilung-gesundheit-japan

und: http://www.waldbaden.org/definition-waldbaden/

Aachener Baumschutzbündnis: http://aachener-baumschutz.de/aktuellestermine/

Stadtoasen e. V. : http://www.stadtoasen.de

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Schrottimmobilie fällt, Hotel wird gebaut

Modehaus Pfeiffer, Rückseite (am Seilgraben). Schon seit 20 Jahren gehört das Gebäude der Familie Pfeiffer nicht mehr, der Name ist allerdings geblieben. Jetzt wird es abgerissen.

Die Pfeiffer-Immobilie, vom Seilgraben aus gesehen. Eigentlich ein 1 A – Grundstück, auf dem sich aber in den letzten 20 Jahren gar nichts mehr abgespielt hat. Ein Schandfleck.

Wohl 20 Jahre lang stand das Gebäude leer. Es vergammelte und sah immer häßlicher aus. Die Rede ist vom Textil-Warenhaus Pfeiffer in der Großkölnstraße. Auf mehreren Etagen konnte man in dem Modegeschäft mal grausam konservative Damenklamotten kaufen.

Jetzt wird das Gebäude abgerissen. Staub, Gestank und Krach sind an der Rückseite (zum Seilgraben hin) eine Belästigung. Aber wenn alles gut geht, wird auf dem 1100 Quadratmeter großen Innenstadt-Gelände auch neu gebaut: ein Hotel mit 157 Zimmern.

Bis Mitte August soll der Abriss über die Bühne gehen. Ende 2019 soll das neue Hotel schon eröffnet werden, wenn man beim Ausschachten nicht wieder auf wertvolle römische Funde stößt. Die hielten ja in Aachens Innenstadt bisher noch jeden Neubau auf.

An der Großkölnstraße wird unter dem Hotel auch eine kleine Tiefgarage gebaut, das Hotel wird dann von B & B Hotels (preisgünstig, weil kaum Personal) betrieben, realisiert wird das ganze von einem Hamburger Architekturbüro, fünfeinhalb Geschosse werden sich nahtlos in die Umgebung einfügen.

Jahrelang hatte man in Aachen gedacht, der Modegigant Peek & Cloppenburg würde sich auf dem Grundstück niederlassen. Aber daraus wurde nichts. Jetzt gehört das Gelände samt Schrottimmobilie der List Development Commercial AG.

 

***

Mein Eindruck ist, dass ein Hotel der preiswerteren Sorte an dieser Stelle eine gute Idee ist. Wohnungen kann man besser in Forst oder am Rotter Dell bauen, wo mehr Platz und die Luft besser ist, nicht so abgasgeschwängert. Überhaupt freu ich mich, wenn die extrem heruntergekommene Häuserzeile  verschwindet, die Hässlichkeit hat sich ja im Laufe der Jahre von dort auf die ganze untere Großkölnstraße ausgebreitet. Diese Eigenschaft haben ja Schrottimmobilien: Sie ziehen immer ihre Umgebung mit hinunter.

Ein weiteres Hotel kann Aachen gebrauchen, das geben die Übernachtungs-Zahlen in den jetzt schon gut gefüllten Hotels vor. Nebenbei: Gut gehen in Aachen auch privat vermietete Zimmer und Wohnungen für Touristen (via airbnb). Hier seht ihr das Angebot. Aber das ist ein anderes Thema. 

Schon lange ein trauriger Anblick: Die Vorderseite der Schrottimmobilie an der Großkölnstraße. Nebenan gibt es alles für 1 Euro.

 

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In Monschau sind Wiesen und Bäume noch grün.

Blick von der Burg aus auf die Stadt Monschau. Fotos: vom 1. August 2018

Dürrekatastrophe? Na ja, gestern war in Monschau davon noch nicht so viel zu sehen. Sicher, es ist heiß. Aber der Laufenbach und die Rur führen noch Wasser. Weniger als sonst zwar, aber immerhin. Auch die Bäume leiden nicht wie die in Aachen. Die Bäume sind noch kräftig und satt grün. Die Dürre trifft wohl nur die städtischen Gebiete, was sogar aus dem Weltraum zu sehen ist.

Satellitenbilder hier

Gelbe und braune Wiesen und Straßenränder habe ich ebenfalls in Monschau und auf dem Weg dorthin nicht gesehen.

Unterdessen lässt sich die WDR-Lokalredaktion (heute, 11.30 Uhr) von Studenten  der RWTH einen Bären aufbinden. Angeblich haben Wissenschaftler eine Art Textil-Fassade entwickelt, die man Häusern wie ein T-Shirt überziehen kann, und die dann anfängt, die durch Dieselfahrzeuge verschmutzte Luft zu reinigen. Ziel: Die Stadt Aachen vor einem Dieselfahrverbot zu bewahren.

Kommentar eines Piraten-Kollegen dazu: „Ich wusste, das Sommerloch ist tief und warm, aber dass es dem WDR so aufs Hirn schlägt . . .  outstanding.“  Mal sehen, was uns morgen erwartet, morgen  – im nächsten Hitzelevel – wird es nämlich noch heißer.

Lest selbst: Grüne Fassaden gegen Diesel

Monschau. Blick auf die kleine Pfarrkirche und den Friedhof.

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Eine Gemeinheit der Extraklasse

Mataréstraße: Den Bäumen kann man derzeit beim Vertrocknen zusehen. Die Blätter werden braun und fallen ab. Da müssten Stadtbetrieb oder Feuerwehr mit einer Fuhre Wasser helfen.

Jetzt lässt sich anwenden, was im Urlaub im Süden  gelernt wurde: Wird es draußen unerträglich heiß, verzieht man sich nach innen. Wird es gegen Abend wieder etwas kühler, kann man raus auf die Straße, auf den Balkon.

Gearbeitet wird mit halber Kraft. Da versteht wohl auch der/die Letzte, warum die Produktivität der Menschen in den Mittelmeerländern bisweilen etwas geringer ist. Diese kleine Elektro-Postille versucht unterdessen, den News-Flow aufrecht zu erhalten.

Viel tut sich aber nicht in der Stadt: Die Wohnungsnot ist groß und bleibt groß. Ein besetztes Haus wurde von der Polizei geräumt. So hat Aachen jetzt wieder ein leerstehendes Haus mehr. Toll, wa?

In Sachen Verkehrsminderung und saubere Luft ist die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Marcel Philipp weiterhin untätig. Untätig? Nicht ganz. Man hat gegen das Urteil (Dieselfahrverbot) Berufung eingelegt, und bis da was entschieden wird, dauert es schätzungsweise zwei Jahre, dann fällt der Politik sicher noch etwas Neues ein, damit die Luft bloß so dreckig bleibt, wie sie nun mal ist. Warum man uns in der Innenstadt die saubere Luft nicht gönnt, ist mir ein Rätsel und sicher eine Gemeinheit der Extraklasse.

Ein ehemaliger Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung wurde innerhalb kürzester Zeit rasant befördert, mehrmals. Bis zu 160.000 Euro Schaden sind der Stadt vermutlich entstanden. Die Piraten im Rat der Stadt vermuten, dass bei all den Beförderungen und zugeteilten Boni nicht alles nach Recht und Gesetz ablief und haben als einzige Partei im Rat Anzeige erstattet (Rechtswidrige Eingruppierung auf Kosten der Steuerzahler). Jetzt prüft ein Staatsanwalt den Vorgang . . . hätte er aber auch von sich aus getan, ließ der Mann mitteilen. Na, um so besser! Die Piraten haben außerdem die Aufsichts-Behörde (Regierungspräsident) um Prüfung gebeten. Die CDU erklärte unterdessen ausdrücklich und öffentlich: Sie will gar nichts tun, noch nicht mal Akteneinsicht nehmen.

Die CDU so: Was man nicht sehen kann, das gibt es auch nicht. Komische Methode, wie ich meine. Wie groß muss ein Skandal eigentlich sein, dass die CDU gedenkt, sich mit der Angelegenheit zu befassen? Erstaunlich. Solche Leute haben in Aachen das Sagen.

Auffallend: Immer mehr Läden in Aachen stehen leer. Das sieht ziemlich häßlich aus, verwundert aber nicht. Auch in meinem Bekanntenkreis wird hauptsächlich via Internet eingekauft.

Viktoriaallee: Die Bäume sind noch grün, das Gras ist aber schon gelb und braun. Das Foto habe ich auch auf Instagram gepostet.

Mein Held ist übrigens der großartige Raul Krauthausen. Er lebt seinen Traum: https://twitter.com/raulde/status/1022906153989234690

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Sex – bezahlt oder nicht – Hauptsache freiwillig

Das ist nicht lustig. Auch in Aachen arbeiten Frauen nicht freiwillig als Prostituierte, sondern weil sie dazu gezwungen werden.

Das FrauenNetzWerk der StädteRegion Aachen machte jüngst darauf aufmerksam. Es wurden zum wiederholten Male in einigen Aachener Kneipen Bierdeckel mit Aufschriften verteilt (s.o.).

Frauen werden erpresst. Sie werden zur Prostitution gezwungen, indem die Zuhälter Gewalt androhen und ausüben, indem sie drohen, dass die Frauen ihre Kinder nie mehr wiedersehen werden. Oder dass ihren Familien im Heimatland was passiert.

Prostitution ist nicht selten ein Ding von einem Mann mit einem anderen Mann: Der eine Mann will möglichst viel Geld, der andere will Sex. Diese beiden Männer bekommen, was sie wollen, sobald es dem Zuhälter gelingt, eine Frau so unter Druck zu setzen, dass sie – notgedrungen – mitmacht. Die Gewinne für die Zuhälter sind enorm.

Frauenhandel ist für die politisch aktiven Frauen in Aachen selbstverständlich ein Thema. Im entsprechenden Arbeitskreis wird (unter Beteiligung der Piratenpartei, danke @Ava) gänzlich ohne Parteienstreit beraten und agiert. Die Frauen sind sich einig: Es geht um Menschenrechte, um das Selbstbestimmungsrecht jeder einzelnen Frau. Frauen wurden meist unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und müssen aus unerträglichen Situationen befreit werden.

Deutschland entwickelt sich gerade zu einem Zentrum für Menschenhandel, so teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Rund 200.000 Frauen werden nach Schätzungen der UNO in Deutschland zur Prostitution gezwungen, sehr viele kommen aus früheren Ostblockländern, aus Rumänien zum Beispiel. SOLWODI (Arbeitskreis Prostitution) in Aachen möchte, dass das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Und falls du Freier bist, schau genau hin:

Ist die Frau erschöpft, siehst du Spuren von Misshandlung, von Desorientierung oder Teilnahmslosigkeit?

Spürst du eine Art Überwachung? Siehst du, dass ihre Einnahmen an Dritte abgegeben werden, gibt es Dienstleistungen ohne Kondome?

Bedenke, du bist vielleicht der einzige Kontakt zu dieser Frau in dieser Situation. Du solltest die Missstände (geht auch anonym) bei der Polizei melden. Oder bei SOLWODI in Bonn, Aachen, Oberhausen oder Duisburg (um nur die Stellen in NRW zu nennen). Sei mutig.

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Was uns erwartet

Künstler (hier Matthes_Lazy65 Straetmans) warnen. Sonst sagt keiner mehr was.

Das Klima verändert sich gefährlich und unaufhaltsam, die Müllberge wachsen ins Meer hinein, Waffen werden produziert und verkauft und bringen Reichtum, wenigstens einigen. Das wertvolle Öl wird verbrannt, die Kohle verfeuert, es ist uns alles egal, Hauptsache wir müssen unser komfortables Leben nicht aufgeben. Tausende Menschen wurden schon abgeschlachtet wegen „Krieg gegen den Terror“. Himmelschreiende Ungerechtigkeiten geschehen, denen wir uns nicht in den Weg stellen.

Dreimal Fleisch am Tag essen und mit dem Diesel in die Innenstädte, das verbietet hier niemand, im Gegenteil, dazu werden wir geradezu angehalten. Und an den Grenzen Europas lassen wir die, die aus dem Elend flüchten wollen, ganz einfach ertrinken. Ja, warum denn nicht?

„Das hätte ich auch noch gern erlebt“, sagt mir ein Nachbar, 92 Jahre alt, als er etwas über selbstfahrende Autos gelesen hat. Er beneidet mich um alles, was mich die Zukunft noch erleben lässt und ihn nicht. Ich denke an die völlige technologische Abhängigkeit von den USA, die sich krass abzeichnet, an die Herrschaft undemokratisch orientierter weißer Rechtspopulisten wie Trump und Putin, und  an die grausam-menschenverachtenden Typen in Polen, Ungarn und im Rest Europas, die gewählt werden. Nein, die guten Zeiten gehen zu Ende, wir stehen an einem Wendepunkt.

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Zu trocken: Jetzt muss die Feuerwehr ran

Blüten und Blätter, Gräser und Bäume – Die Natur braucht in diesem Sommer unsere Hilfe. Seit etwa 7 Wochen ist es warm und regnet kaum.

„Ein Großteil der Straßenbäume ist mittlerweile vom Absterben bedroht„, teilt die Stadtverwaltung mit. Andreas Schulz, Teamleiter Baumpflege des Aachener Stadtbetriebs, ist besorgt. „Hunderte Bäume sind betroffen“, sagt er. Sie leiden an Wassermangel. Das gelte vor allem für Bäume unter 15 Jahren an Mittelsteifen und Hanglagen, da sie mit ihren Wurzeln nicht mehr an genügend Wasser gelangten. Kein Zweifel: Die Lage spitzt sich zu.

Wenn der Boden ausgetrocknet und kein pflanzenverfügbares Wasser mehr vorhanden ist, sprechen Experten vom „permanenten Welkepunkt“. „Das ist wie eine Schwelle“, erläutert Schulz. „Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Baum zu vertrocknen. Feinst- und Feinwurzel sterben ab, Blätter welken, das meristematische Zellgewebe stirbt ab. Vergleichbar ist das mit einem Herzstillstand.“

Das einzige, was hilft, sei: Gießen. „Wir sind in einer Ausnahmesituation“, sagt Schulz. „Jeder Liter, der an einen Baum kommt, ist ein Geschenk. Es ist nicht absehbar, dass sich die Lage entspannt. Es müsste Tage lang anhaltend regnen, um den Boden wieder ausreichend zu befeuchten.“ Deswegen wässern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtbetriebs die Bäume, doch bei der Vielzahl der betroffenen Bäume ist jede Unterstützung wichtig. Dem Aufruf des Stadtbetriebs sind bereits einige Bürger gefolgt, und gießen die Bäume in ihrer Wohnstraße.

Eine große Unterstützung kommt jetzt von den Teams der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Aachen. Alle elf Löschzüge wässern während ihrer Übungsfahrten Straßenbäume. „Das ist eine sehr große Hilfe für uns“, betont Andreas Schulz.

Bernd Geßmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Aachen, betont in dem Zusammenhang, dass dadurch „zu keiner Zeit der Grundschutz in Aachen geschwächt“ wird. Als die Anfrage an die Freiwilligen Feuerwehren gerichtet wurde, „kam sofort die volle Zustimmung. Da zeigt sich das ganz tolle Engagement dieser Ehrenamtlichen, die sehr daran interessiert sind, ihr Umfeld zu unterstützen.“

Für Bürgerinnen und Bürger, die freundlicherweise Straßenbäume wässern, hier einige Tipps:

Bewässert werden sollte flächig innerhalb der Kronentraufe des Baumes, der Baumscheibe oder der Verkehrsinsel. Jeder Eimer Wasser zählt und zu viel Wasser gibt es nicht. Ein Baum benötigt einhundert Liter Wasser, nach Möglichkeit mehr. Optimal ist es, zweimal hintereinander zu wässern, um den Boden zu öffnen.

Nach der Erstaufnahme sollen betroffene Bäume in einem Intervall von zwei bis drei Tagen gewässert werden, bis sich die aktuelle Situation durch Regen entspannt.

 

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