Kein Ticket, kein Geld? Darauf folgt Knast. Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht sinnvoll.

Ein absurdes Stück staatlichen Handelns prangern Teile des Öffentlichkeit seit geraumer Zeit an, ohne dass sich etwas ändert. Es ist die Tatsache, dass man für unablässiges Schwarzfahren und erwischt werden ins Gefängnis kommt. Ein Vorgang, bei dem die Allgemeinheit gewaltig draufzahlt, denn jeder Tag im Knast ist irre teuer.

Das Thema stand jetzt im Rat der Stadt Aachen auf der Tagesordnung, denn auch die ASEAG erstattet Anzeige, wenn jem. schwarz unterwegs ist und bringt damit letztlich Menschen ins Gefängnis, die weder das Ticket noch die Strafe zahlen können. Dazu gab es im Rat einen Wortbeitrag von Dirk Szagunn, der für die Partei VOLT ehrenamtlich im Rat aktiv ist.

*

Dirk Szagunn sagte:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

wir reden heute über eine Entscheidung, die die ASEAG jeden Tag trifft: Was passiert, wenn jemand ohne Ticket kontrolliert wird? Die Antwort der ASEAG lautet bislang: Strafanzeige.

Das ist ihr gutes Recht. Aber es ist keine Pflicht. Wir haben dazu eine klare andere Vorstellung, die wir bereits Anfang 2024 als Antrag eingebracht haben. Und angesichts der Menschen, die diese Anzeigen am Ende ins Gefängnis bringen, lohnt es sich, diese Praxis heute gemeinsam zu hinterfragen.

Wer sitzt am Ende wirklich ein?

Die ASEAG erstattet Strafanzeige. Es gibt ein Verfahren, eine Geldstrafe wird verhängt. Die Person kann nicht zahlen. Die Folge: Ersatzfreiheitsstrafe. Wer sind diese Menschen? Der Kriminologische Dienst NRW hat die Ersatzfreiheitsstrafe allgemein untersucht. Das Ergebnis:

  • 77 Prozent sind arbeitslos, 58 Prozent sind langzeitarbeitslos
  • 32 Prozent sind drogenabhängig
  • 21 Prozent sind obdachlos
  • 17 Prozent sind dokumentiert suizidgefährdet
  • 13 Prozent sind alkoholabhängig
  • 1 von 7 wegen Schwarzfahren Verurteilten verbüßt eine EFS (NRW)
  • ca. 9.000 Menschen in EFS wegen Schwarzfahren
  • insg. sind monatlich betrachtet 2.400 – 3.400 Personen in EFS
  • 25% davon wegen Schwarzfahren

Diese Menschen sind, so die Formulierung des Kriminologischen Dienstes selbst: verarmt, krank, sozial ausgeschlossen und im strafrechtlichen Sinn nicht gefährlich.

Diese Menschen fahren nicht schwarz, weil sie das System aushebeln wollen. Sie fahren schwarz, weil sie kein Geld für ein Ticket haben. Und sie gehen ins Gefängnis, weil sie kein Geld für die Geldstrafe haben.

95 Prozent der Betroffenen haben weniger als 1.000 Euro monatlich zur Verfügung. Nur ein Prozent verfügt über Rücklagen. Es ist keine Frage des Willens – es ist eine Frage der Armut.

Was die Haft anrichtet

Die Haftdauer richtet sich nach der Zahl der Tagessätze: Bei typischen Urteilen von 15 bis 30 Tagessätzen sind das 8 bis 15 Tage. Bei Wiederholungstätern – oft Menschen, die wegen Sucht oder Obdachlosigkeit immer wieder ohne Ticket fahren – kann es zu Aufenthalten von 80, 100 oder noch mehr Tagen kommen. Der Freiheitsfonds dokumentierte einen Einzelfall mit 615 Hafttagen – für Schwarzfahren.

Und was nutzt diese Haft?

  • Keine Resozialisierung: Bei wenigen Wochen Haft können weder Schulden geordnet noch Suchtbehandlungen begonnen werden.
  • Jobverlust: Wer inhaftiert wird, verliert häufig seinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz.
  • Familiäre Folgen: Ende von Beziehungen, Partner geraten in finanzielle Not.
  • Wohnungsverlust: Obdachlose verlieren ihre Unterkunft, Menschen mit Wohnung riskieren die Kündigung.
  • Soziale Ausgrenzung: Bestehende Beratungs- und Hilfsstrukturen werden unterbrochen

Die Haft schafft keine Lösung. Sie vertieft genau die Probleme, die dazu geführt haben, dass jemand ohne Ticket gefahren ist.

Was kostet uns die Strafanzeige als Gesellschaft?

Fahrscheinpreis (Schaden durch eine Schwarzfahrt)3,70 €
Erhöhtes Beförderungsentgelt (ASEAG)60 €
Kosten pro Hafttag NRWmindestens 150 €
Kosten bundesweit pro Jahr (Schätzung Freiheitsfonds)~120 Mio. €

Bei den ca. 120 Millionen Euro handelt es sich nur um die Kosten für die Haft, Aufwendungen für Staatsanwaltschaft und Gerichte sind nicht enthalten. Dass diese Institutionen chronisch überlastet sind, soll heute nicht mal Thema sein!

Bereits ein einziger Hafttag kostet also schon doppelt so viel, wie das erhöhte Beförderungsentgelt einbringt. 

Die Strafanzeige der ASEAG ist der erste Schritt in einer Kette, die den Steuerzahler am Ende ein Vielfaches kostet – ohne dass irgendwelche Probleme dadurch gelöst würden.

Das ist kein effizientes System. Das ist ein System, das Armut bestraft und dafür selbst teuer bezahlt.

Was haben andere Verkehrsunternehmen gelernt?

  • KVB Köln und Rheinbahn Düsseldorf: Kein Strafantrag – nur erhöhtes Beförderungsentgelt, zivilrechtliche Eintreibung
  • Bonn, Münster und weitere: Abgestufte Verfahren mit Ermahnungen vor einer Anzeige

All diese Unternehmen kassieren weiterhin das erhöhte Beförderungsentgelt. Der wirtschaftliche Schaden wird ausgeglichen – nur ohne Staatsanwaltschaft, ohne Gericht, ohne Gefängnis.

Erlauben Sie mir einen Blick auf die Auswüchse dieses Unsinns: Der Freiheitsfonds. Der Verein sammelt Spendengelder und zahlt damit die offenen Geldstrafen von Menschen, die wegen Schwarzfahrens in Ersatzhaft sitzen. Die Häftlinge kommen sofort frei.

Die Bilanz des Freiheitsfonds bis heute:

  • über 1.000 Menschen aus der Haft befreit
  • über 183 Jahre Ersatzfreiheitsstrafe verhindert
  • Mehr als 14 Millionen Euro Haftkosten für den Staat gespart
  • Im September 25 wurden in einer großen Aktion des Freiheitsfonds auch vier Insassen der JVA Aachen frei gekauft, einer hätte noch 70 Tage Haft verbüssen müssen mit Kosten von über 14.000 Euro. Er wurde für 700 Euro ausgelöst, bedeutet einen Tagessatz von 10 Euro, ein klares Indiz dafür, dass es sich um ein klassisches Armutsdelikt handelt.

Wir sollten uns fragen, was es über unser System aussagt, wenn eine Spendeninitiative Menschen freikaufen muss, weil der Staat sie für eine Busfahrt einsperrt? Was sagt es, wenn Justizvollzugsbeamte den Freiheitsfonds selbst anrufen und um Freikauf bitten – weil sie wissen, dass diese Inhaftierung sinnlos ist?

Wir als Rat müssen nicht warten, bis Berlin handelt. Die ASEAG kann heute einfach aufhören, der erste Schritt in diese Kette zu sein.

Ich möchte daher alternativ als Beschlussvorschlag folgendes einbringen:

Die ASEAG verzichtet zukünftig auf eine Strafanzeige bei Schwarzfahrenden. Das erhöhte Beförderungsentgelt bleibt weiterhin fällig und wird mit zivilrechtlichen Mitteln eingetrieben.
Der Rat der Stadt weist die Vertreter in den entsprechenden Gremien an, dort entsprechend darauf hin zu wirken.

Vielen Dank!

***

Der Stadtrat reagierte anders, als ihm von der Verwaltung vorgeschlagen wurde: Er fasste mit großer Mehrheit den Entschluss, an den Aufsichtsrat der Aseag zu appellieren, sich noch einmal mit der Frage zu befassen, ob zukünftig auf eine Strafanzeige bei „Schwarzfahrern“ verzichtet werden kann. Es besteht also noch Hoffnung, dass sich der Wille zum rationalen Handeln durchsetzt.

Die lokale Presse berichtete z. B. hier

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Auch hier: Gedanken zu Alemannia und dem Ende der Saison

Die an Aachener Politik interessierte Zielgruppe dieser kleinen Homepage möchte vielleicht wissen, wie es um den vaterstädtischen Fußballverein steht? Nein? Dann hier nicht weiterlesen. Allerdings: Alemannia Aachen sei im Moment ein „exzellenten Stoff“, sagt die KI und die weiß ja bekanntlich ALLES.

Pyro im Stadion: Mit hohen Geldstrafen ist dem seit Jahren nicht beizukommen. Der DFB gibt sich aber auch keine Mühe, macht keinen Vorschlag dazu, wie das „Problem“ alternativ zu behandeln ist. Foto: AachenNews Archiv

Der Verein hat gerade die Saison 2025/26 in der 3. Liga auf einem starken 7. Platz mit 64 Punkten beendet. Das hätte so niemand erwartet, es ist der Hammer und macht tausende Menschen in Aachen und der Region tatsächlich glücklich. Das ist nicht übertrieben. Nach einer miserablen Hinrunde war Aachen zwischenzeitlich tief im Abstiegskampf und hat ab Januar eine spektakuläre Aufholjagd hingelegt. 

Dass die Alemannia aus der Regionalliga aufsteigen konnte, das ist zu einem guten Teil auch dem damaligen Vereins-Führungsteam zu verdanken. Klar, sie praktizierten ihre Art der Unternehmensführung, sie dachten nicht ununterbrochen an Regeltreue, bei internen Vorgängen handelten sie – freundlich gesagt – unkonventionell, gesetzliche Auflagen wurden teils ignoriert. ABER: Wenn einmal irgendwo so richtig die Karre im Dreck steckt, dann hilft nur: Ärmel hochkrempeln und einfach machen, machen, machen.

Wer jetzt auf Moberz und Eller und die Kollegen schimpft, sollte immer bedenken: Ohne diese Personen wäre Aachen nicht aufgestiegen. Das gilt auch für den Trainer (Backhaus), auf den man bis zum Ende aller Tage wütend sein möchte. Fakt ist aber: Er hat den Erfolg gebracht. Das kann niemand leugnen.

Zurück zur Gegenwart: der Verein hat im April die Zulassung für die Saison 2026/27 ohne wirtschaftliche Auflagen erhalten – ein extrem wichtiger Punkt für die Leser*innen, die sich für die Finanzen und die städtische Verflechtung des Klubs interessieren. Gleichzeitig läuft aktuell ein großer Kaderumbruch. Sage und schreibe 13 Spieler wurden verabschiedet.

Dazu ist zu sagen: Never change a winning team. Hätte man nicht den Gang zur Sparkasse antreten müssen und mit einem Kredit, also einem Riesenhaufen Geld dafür sorgen müssen, dass der Kader, so wie er zuletzt erfolgreich war, weitgehend zusammenbleibt? Um dann in die 2. Liga aufzusteigen? Man weiß es nicht, es war auch keine Option. Der Laie wundert sich.

Dass der DFB die Lizenz für die nächste Drittliga-Saison komplett ohne Bedingungen erteilt hat, ist für Aachener Verhältnisse ein historischer Erfolg. Es gab schließlich 2 Insolvenzen, der Tivoli wurde einst mit viel städtischem Steuergeld gerettet. Die finanzielle Unabhängigkeit des Vereins von der Kasse der Stadt Aachen ist ein gutes Ziel.

Die sportliche Achterbahnfahrt (Saison 2025/26) liegt hinter uns. Nach der Winterpause spielte sich das Team von Sieg zu Sieg und schloss fulminant ab. Zuletzt mit einem 6:1 gegen Havelse. Es war der Wahnsinn. Verabschiedet wurden aber sogar Stammkräfte wie Nils Winter oder Bentley Baxter Bahn. Sehr traurig. Wohin steuert der Klub in der kommenden Saison?

Mehr Infos zu Alemannia auch hier: https://www.kicker.de/alemannia-aachen/team-transfers

Bleibt ein Blick auf die Fans und die hohen Zuschauerzahlen. Nicht selten waren nämlich mehr als 30.000 Fans im Stadion. Bezüglich der Fans sei Aachen ja wohl eindeutig (extrem) rechtslastig, so wird einem oft vorgehalten. Es gab in der Saison auch kritische Momente mit Fangewalt, erinnert sei an die Übergriffe nach dem Spiel gegen Aue im Herbst.

Dazu ist zu sagen: Es war schon mal schlimmer. Und wo sich 30.000 versammeln, da hat man halt immer ein paar Neonazis dabei, heutzutage. Das ist bedauerlich, aber deshalb gleich eine Kamera-Totalüberwachung mit Gesichtskontrollen an den Eingängen und lebenslange Stadionverbote usw. zu fordern, wie es die Innenminister (die von der SPD sind auch dabei) gelegentlich tun, ist vollkommen übertrieben und wird der Lage in den Stadien nicht gerecht.

Überhaupt muss man sich mal ansehen, was genau die Polizei eigentlich (schon) alles als Übergriff/Zwischenfall wertet. Man wir überrascht sein. Was hingegen die Innenminister erreichen, ist die Beschädigung einer sog. Volkskultur, die (noch) lebendig und bunt ist. Man sollte sie schützen.

Beim Heimspiel Aachen gegen den FC Hansa Rostock gesehen. Da steht: „Innenminister: Feinde der Fankultur“.
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Krass: Das Ehrenamt steht in Aachen hoch im Kurs

Mit einem neuen Teilnehmerrekord geht der Aktionstag „Aachen zeigt Engagement“ in die nächste Runde: Am Samstag, 30. Mai, verwandelt sich der Stadtpark an der Monheimsallee von 12 bis 17 Uhr in eine große Erlebnis- und Mitmachfläche.

Knapp 190 Vereine, Initiativen und Organisationen zeigen rund um den Konzertplatz, wie vielfältig freiwilliges Engagement in Aachen ist.

Auf zwei Bühnen präsentieren die teilnehmenden Vereine und Gruppen ein buntes Programm aus Live-Musik, Tanz, Theater, Sport- und Akrobatikvorführungen und laden ausdrücklich dazu ein, selbst aktiv zu werden und Neues auszuprobieren. 

Bei einem Gewinnspiel gibt es unter anderem signierte Trikots der Alemannia, Tickets für die Ladies in Black, Gutscheine für die Carolus-Therme und vieles mehr zu gewinnen. Infos auf www.aachen.de/ehrenamt

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Zu heiß zum Radfahren? Denkt mal an den kühlen Fahrtwind.

Aachen beteiligt sich wieder am deutschlandweiten Wettbewerb Stadtradeln. Vom 1. bis 21. Juni sind alle Öcher*innen aufgerufen, ihre beruflich und privat gefahrenen Fahrradkilometer in den Online-Radkalender der Stadtverwaltung einzutragen. Jeder Kilometer zählt! 

Ab sofort hier registrieren und anmelden: https://www.stadtradeln.de/registrieren/. Die gefahrenen Kilometer können die Teilnehmenden in das Online-Portal des Stadtradelns eintragen. Der Online-Kalender für die Stadt Aachen wird am 1. Juni freigeschaltet. Auch Schulklassen, Vereine und Unternehmen sind eingeladen, eigene Teams zu bilden. 

Schleichwege-Touren durch Aachen

Am Mittwoch, 17. Juni, bietet die städtische Kampagne „FahrRad in Aachen“ zwei unterschiedliche Schleichwege-Touren durch Aachen an. Um sich in Aachen fortzubewegen, brauchen Radfahrende nicht die Hauptverkehrsstraßen zu nutzen. Es gibt viele Wege, die abseits von den stark belasteten Straßen befahren werden können. Oft lassen sich so auch Steigungen vermeiden. 

Die erste Tour „Auf Schleichwegen durch Aachen“ beginnt am 17. Juni um 18 Uhr und dauert bis etwa 18.45 Uhr. Sie ist 5,8 Kilometer lang. Die zweite Schleichwege-Tour ist 7,8 Kilometer lang. Sie beginnt um 18.45 Uhr und dauert bis etwa 19.45 Uhr. Beide Touren starten am Elisenbrunnen. Eine verbindliche Anmeldung ist bis Montag, 15. Juni, bei Stephanie Küpper erforderlich: fahrrad-in-aachen@mail.aachen.de. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Mehr Informationen: 

www.stadtradeln.de/aachen
https://www.fahrrad-in-aachen.de/events/

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Dürren, Fluten, Stürme, Klimamigration. Was kommt da auf uns zu?

Wer zu der Veranstaltung zum Grashaus, Fischmarkt 3, hingegangen war oder online dabei sein wollte, stand vor verschlossenen Türen. Es war kurzfristig wegen Ausfall des Referenten abgesagt. Soll aber nachgeholt werden.

Die Auswirkungen des Klimawandels entwickeln sich weltweit immer mehr zu einem Treiber tiefgreifender gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Veränderungen. Dabei spielt Wasser eine besondere Rolle.

Entweder gibt es zu wenig davon (Wasserknappheit, Dürren) oder zu viel (Überschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels). Gefährdet sind die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Nicht wenige müssen ihre Heimat verlassen. Viele Menschen stellen sich die Frage, was diese „Klimamigration“ eigentlich für die Europäische Union bedeutet.

In der Reihe Europa am Dienstag (26. Mai, ab 19 Uhr) wird gemeinsam mit dem Experten Dr. Benjamin Schraven diskutiert, auf welche Entwicklungen sich Europa einstellen muss. Welche politischen Antworten auf die „Klimamigration“ sind angemessen und notwendig? Welches Potenzial hat etwa die EU-Wasserresilienzstrategie, um künftige Krisen abzumildern?

Im Juli 2021 kam es zu Überschwemmungen, auch im Frankenberger Viertel. Der Beverbach trat über die Ufer und schwemmte Geröll mit sich. Viel schlimmer traf es z. B. Kornelimünster, Eschweiler und Stolberg. Foto: AachenNews Archiv

Für die digital zugeschalteten Personen:
Wie funktioniert die Online-Diskussion technisch? Hier eine Anleitung um online dabei zu sein.

Die Zugangsdaten werden per E-Mail zugeschickt. Es ist auch eine Facebook-Veranstaltung. Hier klicken.

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Aktionstag. Ein Wagen von Jacques Tilly ist auch dabei.

77 Jahre Grundgesetz. 77 Jahre Grundrechte mit der Würde des Menschen, mit Handlungsfreiheit, Gleichberechtigung, Meinungs-, Wissenschafts- und Versammlungsfreiheit.

Anlässlich des Geburtstags des Grundgesetzes laden die „Omas gegen Rechts“ am heutigen Freitag, 22. Mai, von 15 bis 19 Uhr zu einem Aktionstag am Elisenbrunnen ein. Geboten wird ein buntes Programm mit Musik, Reden, Infoständen und dem Karnevalswagen „Wir sind mehr“ des berühmten Wagenbauers Jacques Tilly.

„Nie war das Grundgesetz stärker in Gefahr als heute“, sagt Karin Wester von den „Omas gegen Rechts“ . Die Gruppe ruft in Erinnerung: Mit dem Artikel 21 Abs. 2 haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes ein Instrument geschaffen, „mit dem sich die Demokratie gegen ihre Feinde wehren kann“.

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Zur WM: ab 24 Uhr Fußball nur noch innen

Zusammen Fußball gucken, das ist bekanntlich ein Riesenspaß, verursacht aber viel Krach. Es wird gejubelt, geschrieen, gefeiert und auch geflucht und geschimpft. Man kann sich auf die Fußballweltmeisterschaft freuen, denn aus Düsseldorf erreicht uns ein Erlass, dass Ausnahmen für die Übertragung der Fußballspiele während der WM 2026 zugelassen werden können. 

Aachens Fachbereich Sicherheit und Ordnung möchte der Anregung folgen. Dazu wird in einer Mail auf folgende „Spielregeln für Fußballübertragungen auf den Außengastronomieflächen“ hingewiesen: 

Alle Übertragungen auf kleineren Leinwänden oder Fernsehgeräten, ob privat oder auf Außengastronomieflächen, werden im Wesentlichen geduldet, wenn

  • die Übertragung des Tones ausschließlich durch die fernsehgeräteigenen Lautsprecher oder Lautsprecher in vergleichbarer Lautstärke erfolgt, 
  • spätestens 20 Minuten nach Spielende der Ton abgeschaltet wird, 
  • auf weitere lärmbelastende Geräte wie zum Beispiel Vuvuzela, Trommeln, Druckfanfaren oder ähnliches verzichtet wird und
  • der/die jeweils Verantwortliche seine/ihre Gäste zur verstärkten Rücksichtnahme auf Nachbarn und Anwohner anhält (dies betrifft die Geräuschkulisse, die von den anwesenden Gästen ausgeht).
     

Ab 24 Uhr müssen die Ausstrahlungen der Partien in Innenräumen fortgesetzt werden. Der/die Verantwortliche hat für die Einhaltung dieser Regelungen Sorge zu tragen. 

Das Foto entstand im Sommer 2024. Ob der Domkeller oder andere Gaststätten wieder gemeinschaftliches Schauen draußen ermöglichen, ist AachenNews noch nicht bekannt. Verboten ist es jedenfalls nicht. Foto: AachenNews Archiv
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Plötzlich platt: IT-Arbeitsplätze der Stadtverwaltung betroffen

Am Montagvormittag (18. Mai) wurden IT-Zugänge von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung deaktiviert. Etwa zwei Drittel der IT-Arbeitsplätze sind davon betroffen. „Dies führt aktuell zu spürbaren Einschränkungen im Verwaltungsbetrieb“, so teilt die Stadtverwaltung mit.

Ein Angriff von extern „kann aktuell ausgeschlossen werden“. Rückkehr zum Normalbetrieb? Ungewiss. Vermutlich erst nach Pfingsten. Der städtischen IT-Dienstleisters regio IT arbeite intensiv an einer Behebung der Störung.

Weiter heißt es in der Mitteilung: Aktuell können alle vereinbarten Termine auch wahrgenommen werden. Aber: Es können derzeit online zum Beispiel keine Sperrgutanmeldungen, Tonnentausch oder Abholung von Elektroschrott beantragt werden. Auch die digitale Anmeldung von Baustellen, Handwerkerparkausweisen, Halteverboten, Ausnahmegenehmigungen/Sondernutzungen (für den öffentlichen Raum) seien seit gestern Mittag nicht möglich.

Die Straßenverkehrsbehörde bittet darum, die Anträge an folgende Mailadresse zu senden: strassenverkehrsbehoerde@mail.aachen.de 

Nicht alle kommunalen Fachverfahren seien gleichermaßen betroffen. Es könnten aber zum Beispiel die Kolleg*innen Anträge auf Wohnberechtigungsscheine derzeit genauso wenig bearbeiten wie Raumanfragen und Buchungen für die Gebäude Nadelfabrik und Depot. „Darüber hinaus ist die laufende Fallbearbeitung in Fällen der Grundsicherung, des Asylbewerberleistungsgesetzes, des Bereichs Bildung und Teilhabe, des Bereichs Wohngeld und des Bereichs Wohnungsvermittlung erheblich eingeschränkt“, sodass es hier zu relevanten Verzögerungen kommt.

Auch bei der Bearbeitung von Bauanträgen kommt es beispielsweise aufgrund der Störung zu Verzögerungen. Die laufenden Auszahlungen würden jedoch erfolgen. Insbesondere Terminanfragen, Anträge, Beurkundungen aber auch Auszahlungen im Bereich Jugend und Schule können aktuell nur eingeschränkt vorgenommen werden. 

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Zug um Zug geht es voran in der Bismarckstraße

An der Bismarckstraße kommt auch nicht jede/r jeden Tag vorbei. Dabei läuft dort gerade das größte Straßenbauprojekt der Stadt Aachen. Die Wiederherstellung der Straße inclusive Neuaufteilung des Straßenraums kommt gut voran. Im Sommer 2027 soll alles fertig sein.

Hier ist schon lange kein Durchkommen mehr: Bismarckstraße. Rechts vorne ist der Eisladen, an dem sich bei gutem Wetter endlos lange Schlangen bilden.

Die Bismarckstraße ist Teil der Radvorrang-Routen Eilendorf und Brand, sie soll einmal eine Fahrradstraße werden. Im Frankenberger Viertel ist sie eine wichtige Verbindung – dort geht es normalerweise den ganzen Tag rauf und runter und von einer Seite zur anderen. An der Bismackstraße liegt der Frankenberger Park, der Neumarkt und das große Areal mit vielen neuen Wohnungen. Sie reicht von der Warmweiherstraße bis hinauf zum Adalbertsteinweg.

Wurde eine Weile zum Umfahren der Bismarckstraßen-Baustelle genutzt: die Goffartstraße. Doch auch diese Straße wird erneuert.

Zuvor hatte die RegioNetz in der Bismarckstraße die Versorgungsleitungen für Wärme, Strom, Wasser und Abwasser erneuert. Seit dieser Zeit schon schaut man in eine aufgerissene Straße. Manchmal denkt man, es geht an einer Baustelle gar nicht mehr weiter. Das täuscht, dann werden beispielsweise Dichtigkeitsmessungen oder andere Aktivitäten durchgeführt, die an der Oberfläche nicht sichtbar sind. Auf Wochenend- und Nachtarbeit verzichtet die RegioNetz aus Rücksicht auf die Anwohner.

Auf diesem Stück Straße geht es weiter, sobald der unter Teil fertig ist.
Hier sind wir am Neumarkt angekommen. Rechts gibt es eine Apotheke, die aufgrund der Bauarbeiten katastrophale Umsatzeinbußen zu verzeichnen hat.
Immer noch Bismarckstraße: Auf dieser Straße ist noch lange nicht Schluss. Weil die Straße gesperrt ist, müssen Radler, Pkw, Lkw und Busse die Oppenhoffallee nutzen. Das ist besonders für die Radler gefährlich. s. dazu hier AachenNews

Die Straße bekommt breite Gehwege, neue Bäume, Bänke, Fahrradbügel, Anschlüsse für E-Autos, Platz für Außengastronomie usw., die Aufenthaltsqualität wird deutlich zunehmen.

Die Verwaltung teilt mit: Der zweite Bauabschnitt mit drei Unterabschnitten startet Anfang Juni, zunächst auf dem Teilstück Triebelsstraße bis Viktoriaallee. Diese Arbeiten dauern laut Zeitplanung etwa dreieinhalb Monate. Im Anschluss folgen die Abschnitte Viktoriaallee bis zur Ecke Drimbornstraße und später der Abschnitt Drimborn-, Bever- und Schenkendorfstraße. In dieser Bauphase wird der Radverkehr über die Frankenberger Straße umgeleitet. Der Kraftfahrzeugverkehr wird über die Oppenhoffallee geführt. 

Wie oben schon erwähnt, sollen nach bisheriger Planung die Bauarbeiten an der Bismarckstraße im Sommer 2027 abgeschlossen sein.

www.aachen.de/bismarckstrasse

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Bauarbeiten in Schönforst

Zwei Wohnblocks an der Trierer Straße/Ecke Albert-Maas-Straße werden saniert.

Weniges braucht Aachen so sehr wie bezahlbare Wohnungen, besonders sozialen Wohnungsbau. Zwei Wohnblocks (einer 7, einer 5 Stockwerke hoch) gehören der GeWoGe (Haupteigentümer: Stadt Aachen) und bedurften schon lange einer Sanierung. Sie sind schließlich schon fast 60 Jahre alt.

Die GeWoGe hat zuletzt mit einem ambitionierten Neubau an der Burtscheider Brücke Aufmerksamkeit erregt, jetzt wird in Schönforst gearbeitet. Wann die 57 Wohnungen fertig sein werden, ist AachenNews nicht bekannt.

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