Zeitreise: Wie hat sich das alles eigentlich entwickelt? Verkehr in Aachen

In einem Vortrag mit dem Titel „Verkehrspläne für Aachen: heute, gestern, vorgestern“ berichtet Dr. Armin Langweg über die Verkehrsentwicklungsplanung der vergangenen Jahrzehnte.

Langweg ist kompetent in Sachen Verkehr und ein sehr freundlicher Mensch, der gut erklären kann. Er ist der Koordinator der aktuellen Verkehrsentwicklungsplanung in der Stadt Aachen. Die Volkshochschule (VHS) lädt im Rahmen ihres Programms 1/2026 zu einer spannenden Zeitreise ein.

Langweg wird in seinem Vortrag auf frühere Verkehrspläne für die Stadt Aachen zurückblicken. Zu diesem Blick in die Vergangenheit gehören auch die Debatte über eine „fußgängerfreundliche Innenstadt“ in den 1990er Jahren und die jahrzehntelangen Bemühungen, in Aachen wieder eine Stadtbahn einzuführen. Es geht aber auch um solche Fragen: Warum ist Aachen eine Fußgängerstadt? Wie hat sich die Bedeutung des Bus- und Bahnverkehrs in der jüngeren Vergangenheit verändert? Welche Rolle spielt der Radentscheid von 2019?

Die Veranstaltung ist für alle kostenlos und beginnt am Dienstag, 3. März, um 18 Uhr im VHS-Gebäude am Bushof, Peterstraße 21 bis 25. 

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Total überraschend: Baum gefällt im Gemeinschaftsgarten

Es wird Frühling: Bäume werden ausschlagen und blühen. Nur ein Baum nicht.

Ein Baum, an dem wir nie ein Fehl entdeckt hatten, liegt – in seine Einzelteile zerlegt – flach. Und zwar im Gemeinschaftsgarten in der Mataréstraße. Dort, rund um die Kirche St. Bonifatius, haben Anwohner*innen 2025 fast das ganze Jahr über versucht, einen Garten anzulegen, viele Wochenenden gearbeitet, 2500 Euro aus der Stadtkasse für Schubkarren und Werkzeuge bewilligt bekommen.

Sie haben viel geschafft, Beete und Hochbeete angelegt und in dem Garten schon ein tolles Nachbarschaftsfest gefeiert. Geplant war u. a., dass Kinder aus dem Viertel dort einmal Natur erleben können.

Im Gemeinschaftsgarten: Ganz links im Bild der Baum wurde Samstag gefällt. Soweit erkennbar auf Wunsch irgendwelcher Leute in der Stadtverwaltung. Foto: AachenNews Archiv (2025)

Der zuletzt gefällt Baum wurde vergangenen Samstag (!) gefällt. Vielleicht, weil ab 1. März dies absolut verboten gewesen wäre. Niemand im Viertel wusste Bescheid. Für den Garten gibt es in Unterforst ein Gartenteam, auch von denen wurde niemand – soweit die bisher befragt werden konnten – vorab über die Fällung informiert.

Zur Erinnerung: Ein Foto aus Februar 2023. Auch diese beiden Bäume – im Frühling, Sommer und Herbst immer knallgesund und schön – wurden in der Mataréstraße gefällt. Foto: AachenNews Archiv

In diesen Zeiten, wo alle Aufmerksamkeit den Kriegen gilt, um einen gesunden Baum in Aachen zu trauern, das ist vielleicht unangemessen. Aber wir wollen trotzdem nicht aufhören, uns um unsere Nachbarschaft, seien es nun Menschen oder die Natur zu kümmern. Und auch nicht sagen: „Es wird schon seinen Grund haben.“ Dieser dumme Spruch bedeutet nur, dass man sich am liebsten um gar nichts kümmern möchte und Autoritäten blind vertraut. Aus Faulheit vermutlich.

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In Aachen: Großes Interesse an Infos über ein Verbot der AfD

Anläßlich einer Kampagne für ein AfD-Verbot gab es in Aachen im Super-C am Templergraben einen sehr gut besuchten Vortrag mit dem ehemaligen NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD).

Er sagte, drei Kriterien seien für ein Verbot ausschlaggebend. 1. Die Partei ist verfassungswidrig, 2. Sie hat das Ziel, die Demokratie zu beschädigen oder abzuschaffen. 3. Die Partei muss das Potenzial haben, ihre verfassungsfeindlichen Ziele auch umzusetzen.

Auf Einladung von AStA, „Omas gegen Rechts“ Aachen und „Eltern gegen Rechts“ sprach Kutschaty kürzlich über die Rahmenbedingungen eines Prüfverfahrens eines AfD-Verbots vor dem Bundesverfassungsgericht. Foto: OgR

Kutschaty betonte, ein solches Verbot könne nicht einfach von anderen Parteien ausgesprochen werden, sondern bedürfe einer sorgfältigen Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht. Dort könne es von den drei Verfassungsorganen Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat beantragt werden.

Nordrhein-Westfalen als das bevölkerungsreichste Bundesland könne, davon ist Kutschaty überzeugt, gemeinsam mit anderen Ländern beim Bundesrat noch viel bewirken.

Man habe allerdings nicht mehr viel Zeit zu verlieren. Schon jetzt sei beispielsweise in Thüringen zu erkennen, wie die Partei die Verfassung beschädigt, ohne bereits in Regierungsverantwortung zu sein. Klar sei auch: Ein solches Verfahren sei ein juristisches Verfahren, es dauere lange und verschaffe den Kämpfern für die Demokratie im besten Fall Zeit. Es löse hingegen nicht Probleme, die parallel auf politischer und gesellschaftlicher Ebene angegangen werden müssten.

Infos unter https://nrw-appell-afd-verbot.de

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In dem Zusammenhang sei auf ein sehr interessantes Stück hingewiesen, das im Theater in Aachen aufgeführt wurde und noch aufgeführt wird. Es spielt in Aachen im Jahr 2044. https://www.theateraachen.de/de/produktionen/2044-chronik-der-zukunft.html

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Wem gehört eigentlich die Schmiedstraße?

Das ist die Schmiedstraße, eine der kleineren Straßen von Aachen. Um sie ist großer Streit entbrannt.

Wer mit Rollator, im Rollstuhl oder mit Kinderwagen, auf Gehhilfen oder hohen Schuhen oder auf dem Fahrrad unterwegs ist, der landet über kurz oder lang in diesen Rillen und hängt fest.

Manche Zeitgenossen sind einfach auf ganz flache Steine angewiesen. Sie müssen immerzu auf die Teile der Straße ausweichen (und das tun sie auch klaglos), die sich nah an den Gebäuden befinden. Oft beobachtet z. B. in der Schmiedstraße.

Ein halbes Dutzend Restaurants stellt Tische und Stühle in die Schmiedstraße. Denn kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, wirft sich halb Aachen in die Außengastronomie, es entsteht jede Menge Flair. Schön.

Die schmalen Seitenstreifen an den Rändern der Straße teilen sich eine Menge Leute mit den Gastronomen, die dort Tische und Stühle aufstellen. Und je mehr Tische und Stühle, desto mehr klingelt die Kasse. Klar, dass die Wirte um jeden Zentimeter kämpfen wie die Löwen. Jüngst haben sie sich beschwert, weil ihnen etwas Platz weggenommen werden sollte. Manche sehen sich daraufhin – wie es ihre Art ist – kurz vor dem Bankrott.

Ein Konflikt, der sich eigentlich leicht lösen lassen sollte, wenn alle mal die Gesetzeslage und die Vorschriften studieren. Da ist nämlich vorgeschrieben, wie viel Platz in einer Fußgängerzone wer bekommen soll und warum. Eigentlich alles geklärt.

Unterdessen hat sich jetzt Oberbürgermeister (OB) Ziemons persönlich in die Kontroverse eingeschaltet und schon mal diesbezüglich der zuständigen Stadtbaurätin die Zuständigkeit entzogen. Und das auch der Zeitung mitgeteilt, die umfassend berichtet hat, angemessen und wie es ihre Aufgabe ist. Dabei: Es ist ja immer eine gute Art, einen Konflikt zu lösen, Leuten direkt mit Getöse die Zuständigkeit entziehen, ein Machtwort sprechen. Das sorgt für gute Laune. (Ironie aus).

Jetzt sind wir mal gespannt, wie sich der Casus entwickelt, wem noch die Zuständigkeit entzogen wird und ob der OB am Ende ALLES selber machen will. Die Wirte haben jedenfalls schon mal die Tische und Stühle ganz nah an die Hauswände gerückt. Ob sie bedacht hatten, dass ihre Beschwerde so einen Wirbel verursachen wird?

Die Wirte haben reagiert. Quasi ängstlich drücken sich neuerdings Tische und Stühle an die Hauswand, stehen sogar auf den Lichtschacht-Gitterrosten (unten links).

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2026 ganz schön was los in Aachen. „Zusje“ eröffnet.

Wer sehen will, welche Veranstaltungen für 2026 auf dem Markt und/oder Katschhof vorgesehen sind, muss hier klicken.

Es ist eine Menge – wegen der Reit-Weltmeisterschaft (findet zusätzlich zum CHIO statt) sogar mehr als in anderen Jahren. Dazu kommt noch die Fußball-Weltmeisterschaft (in Mexiko, USA und Kanada), wenn es tatsächlich dabei bleibt, dass diese drei Länder gemeinsam so ein Großereignis wuppen können. Manch eine/r hat Zweifel.

Neue Veranstaltungen auf dem Markt und dem Katschhof wurden nur dann genehmigt, wenn diese „bedeutsame kulturelle Veranstaltungen darstellen,        einen lokalen Bezug zur Stadt Aachen aufweisen oder von besonderem, gesamtstädtischen Interesse sind“, so heißt es in der Vorlage.

Nach den Events gehts dann gleich ins neue Restaurant „Zusje“, wo man Tapas-Gerichte in 70 Varianten genießen kann. Tja, da müssen erst Holländer kommen, um den Aachenern mal zu zeigen, in welchem Punk man heutzutage rumsitzen kann.

Sollte Donald Trump jemals nach Aachen kommen: das dürfte ihm gefallen. Die Inneneinrichtung des Restaurant „Zusje“ am Markt mit Gold, Glanz und Glitzer.

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Direkt neben dem Dom geht es jetzt abwärts. Bei 1,50 m kommt man in der Römerzeit an

Quasi vor Publikum wird jetzt direkt neben dem Dom gegraben. Archäologen haben die seltene Gelegenheit, innerhalb der größten ehemaligen römischen Heilthermen Aachens, den Münsterthermen, zu buddeln. Und zwar in einem Abschnitt, der archäologisch noch weitgehend unerschlossen ist.

Wie es dazu kam? Hier klicken.

Aufgrund der außergewöhnlichen historischen Bedeutung des Platzes im Schatten des Doms muss alles vollständig in Handarbeit abgetragen werden

In den kommenden Wochen werden der Stadtarchäologe Andreas Schaub und ehrenamtliche Hilfskräfte in Handarbeit mit kleinen Schaufeln und Werkzeugen etwa 1,50 Meter tief graben. Schicht für Schicht werden sie auf Funde aus dem Barock, dem Mittelalter und aus der römischen Zeit stoßen.

Die Arbeiten finden in zwei Baumscheiben statt, die später mal mit zwei Linden bepflanzt werden sollen.

Bereits nach zwei Tagen Grabungszeit gibt es erste Ergebnisse: Einen Zahn, bemalte Keramik und zwei barocke Tabakpfeifen aus Pfeifenton entdeckten die Fachleute bislang. Alles folgt festgelegten Vorgaben des Landschaftsverbandes, bzw. dessen Amt für Bodendenkmalpflege.

Wie lange die Grabung nun dauert, liegt zum einen an der Funddichte und zum anderen am Wetter. Derzeit geht der Stadtarchäologe davon aus, dass mit einer Grabungsdauer von drei Monaten zu rechnen ist. Die neuen Linden werden dann entweder noch direkt im Anschluss im späten Frühjahr gepflanzt – spätestens jedoch in der nächsten Pflanzperiode ab September.

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Frösche und Kröten wollen jetzt nur noch eins: nach Hause

Sobald die Außentemperaturen über acht Grad steigen, wandern Frösche, Kröten und Molche aus ihren Winterquartieren zu den Teichen, in denen sie selbst einmal aufgewachsen sind.

In Aachen passiern die Tiere dabei folgende Straßen: Eupener Straße, Lütticher Straße, Grünenthal, Lemierser Berg, Purweider Weg, Entenpfuhler Weg, Hasselholzer Weg, Prunkweg, Broichweidener Weg, Strüverweg und Triftweg. Da werden sie oft in großer Zahl überfahren, so dass die ganze Straße komplett matschig ist.

Straßen gesperrt

Der Wetterwechsel hin zu wärmerer und feuchter Witterung hat dafür gesorgt, dass die diesjährige Amphibienwanderung in den vergangenen Tagen bereits begonnen hat. Der Fachbereich Klima und Umwelt der Stadt bittet in seiner Mitteilung an die Presse alle Autofahrer*innen, bis Ende April auf den genannten Straßen und Wegen besonders achtsam und rücksichtsvoll zu fahren. Wer mit dem Auto unterwegs ist, könne sich aktuell auf Sperrungen an folgenden Straßen einstellen:

  • Der Purweider Weg und der Strüverweg werden zum Schutz wandernder Amphibien zwischen 19 Uhr und 7 Uhr gesperrt
  • Im Stadtteil Richterich wird die Straße Grünenthal für die Dauer der Krötenwanderung zwischen „Zehnthof“ und den Garagen des Hauses Grünenthal mit der Nummer 34 ganztägig durch Poller gesperrt.
  • Im Stadtbezirk Aachen-Haaren, genauer in Verlautenheide, wird die Straßenverbindung Waldstraße/Prunkweg in Höhe der beiden Wanderparkplätze bis zum Ende der Amphibienwanderung durch eine Pollerreihe für den Durchgangsverkehr gesperrt. Für Spaziergängerinnen und -gänger bleiben die beiden Wanderparkplätze weiterhin erreichbar.
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Tag der (Aachener) Archive. Motto: „Alte Heimat, neue Heimat“

„Alte Heimat, neue Heimat“ – so lautet das Motto des diesjährigen Tag der Archive. Auch in Aachen präsentieren das Stadtarchiv Aachen, das Archiv der Erholungs-Gesellschaft, das Bischöfliche Diözesanarchiv sowie die Archive der RWTH und das Haus des Grenzlandkarnevals am Samstag, 7. März, Archivalien in den Räumen der Erholungs-Gesellschaft.

Zum Motto wird mitgeteilt: Der Heimatbegriff sei seit einigen Jahren wieder im Trend, nachdem er lange Jahre eher als eine veraltete Begrifflichkeit verstanden und assoziiert wurde. Eine Heimat könne Sicherheit, Identität und Orientierung geben. Staatenwechsel, Grenzverschiebungen und Migration seien eng mit dem Thema Heimat verknüpft. Bei Heimat könne man über das eigene Zuhause, über Migration, über Zerstörung und Wiederaufbau, Umzüge von Institutionen nachdenken. Heimat „kann aber auch ganz anders verstanden und interpretiert werden: Gebäude können eine Heimat bieten, aber auch soziale Gruppen wie religiöse Gemeinden, Vereine, Freundeskreise“, sagt Dr. René Rohrkamp, Leiter des Aachener Stadtarchives.

Ein Fußballverein kann eine Heimat sein. Alemannia-Fans singen während des Spiels – alle zusammen: „Wir lieben unsere Heimat.“ Foto: AachenNews Archiv

Die beteiligten „Gedächtnis-Institutionen“ zeigen an ihren Ständen jeweils eine Auswahl von Dokumenten zu den verschiedenen Aspekten von alten und neuen Heimaten und stellen ihre Arbeit vor.

Termin: Samstag, 7. März 2026, 12 Uhr
Filmvorführung: 14.30 Uhr
Ort: Erholungs-Gesellschaft Aachen, Reihstraße 13, Aachen
Der Eintrit ist frei.

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Katastrophal niedrig: Recycling. Wertvolle Ressourcen gehen verloren

Mit knapp 920.000 Tonnen wurden 2024 in Deutschland lediglich 28,7 Prozent des Elektroschrotts gesammelt. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. Dabei sind 65 Prozent gesetzlich vorgeschrieben.

Auch die Wiederverwendungsquote ist mit lediglich 1,9 Prozent katastrophal niedrig. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert von Bundesumweltminister Schneider eine Neugestaltung des Elektrogesetzes, damit Hersteller zukünftig gesetzliche Sammel-, Recycling- und Wiederverwendungsziele einhalten müssen.

Die Elektroschrott-Sammlung steckt in der Sackgasse“, sagt Barbara Metz von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Während in Deutschland jährlich mehr als drei Millionen Tonnen neue Elektrogeräte über die Ladentheke gehen, reißt Deutschland bereits zum sechsten Mal in Folge die EU-Sammelvorgabe. „So gehen wertvolle Ressourcen für ein Recycling verloren.“

Metz weiter: Die katastrophal niedrigen Sammelzahlen seien ein unmissverständliches Signal an Umweltminister Carsten Schneider, Hersteller endlich vollständig für die Sammlung und Entsorgung von Elektroschrott zur Verantwortung zu ziehen. Durch einen Systemwechsel zu einer vollständigen Herstellerverantwortung könnten hierzulande jährlich bis zu 810.000 Tonnen Rohstoffe im Wert von über zwei Milliarden Euro zusätzlich zurückgewonnen und bis zu 39.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das zeigt übrigens eine beim Sachverständigenbüro cyclos und dem Öko-Institut in Auftrag gegebene Studie. hier: Link

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Ganz ohne Hass und Hetze diskutiert

Aachens Oberbürgermeister ist wirklich überall präsent, mal im Karneval, mal in Rom und dann sogar am Türelüre-Lißje Brunnen. Zusätzlich nahm er neulich an einer Diskussion in der Nadelfabrik (Reichsweg) teil, als die Meinungen zu dem Denkmal hart aufeinanderprallten – allerdings in friedlicher Atmosphäre ohne eine Spur von Hass und Hetze, wie man sie zu dem Thema auf Facebook erleben musste.

Volles Haus beim Bürgerforum in der Nadelfabrik, als es um den Erhalt des Türelüre-Lißje Brunnens ging.

Der Brunnen zeigt ein Mädchen, das daran gehindert wird, die Toilette aufzusuchen und das sich deshalb in die Hose pinkelt. Der Kleinen ist das peinlich, sie schaut ängstlich. Drei Jungen hindern sie am Gehen und finden ihre Not amüsant, sie lachen. Freude empfinden, wenn anderen ein Leid geschieht, das ist nicht gerade das, was man im öffentlichen Raum sehen möchte. 

Die Meinungen pro und kontra Brunnen waren an dem Abend ausgeglichen, manche kurios. Jemand meinte, der Brunnen sei ein Denkmal für das Mädchen und erinnere daran, „dass die Gewalt in uns allen ist“. Man sollte mal mit dem Künstler sprechen, riet der Nächste (der Künstler ist lange tot). Andere betonten die Freiheit von Kunst und Lehre und fragten, ob das Grundgesetz in Aachen nicht mehr gelte. 

Foto: Der Brunnen, den der Aachener Künstler Hubert Löneke schuf.

Weiter: Karl der Große habe Verbrechen begangen (an den Sachsen), und sein Denkmal werde auch nicht abgerissen. Einer hatte eher Probleme mit dem Wehrhaften Schmied und der Gewaltverherrlichung in dieser Figur. Nachkommen des Stifters des Brunnens versicherten glaubhaft, alles sei auf gar keinen Fall übergriffig gemeint gewesen. Ein Vater sagte, er habe seiner Tochter erklärt, Jungen seien nun mal frech und dafür seien Mädchen zickig. Dass es sich bei der Darstellung um sexualisierte Gewalt handelt, darauf bestand am Ende eigentlich niemand mehr.  

Es war viel von Tradition die Rede, aber es kamen auch Personen zu Wort, die meinten, dass Jungen lachen weil ein Kind Angst hat, das gehöre nicht zur Tradition von Aachen. Vergleiche mit dem Fischpüddelchen und den Bronze-Kindern vor der Osthalle (s. Foto rechts) seien völlig daneben, weil da niemand gequält werde.

Dass die Klappergasse in Aachen umgebaut wird, steht (seit etwa 10 Jahren) fest. Manch einer glaubt allerdings nicht mehr dran. Entschieden wurde zum Thema Brunnen an dem Abend nichts. Infos zum Brunnen und dem dazu passenden Liedchen hier.

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