Sonderrechte für „Verschwörungs-Dullis“

Der YouTuber Rezo wirft der Polizei in einem Video vor, „Querdenkern“, Masken-Verweigerern und „Verschwörungs-Dullis“ Sonderrechte einzuräumen. Rezo stört vor allem, dass die Politik Verbindungen zwischen „Querdenkern“ und Rechts­extremen ignoriert und so tut, als handele es sich um eine „ganz bunte, verrückte Mischung von Menschen“.

Insbesondere ältere Menschen seien anfällig für Desinformation, daher komme den „Influencern der Älteren“, gemeint sind Zeitungen und Fernsehen, eine besondere Verantwortung zu, diese Leute nicht fehlzuleiten und wieder abzuholen.

18-Minuten-Video hier, Tip vom Pressedienst turi2. Wir finden mal wieder: Sehenswert.

Hat bis Dienstag, 24. Nov. 2020 schon fast 900.000 Aufrufe.

Wer mehr Zeit hat und sich einen 37-Seiten-Text zumuten möchte, lesenswert: Im Auftrag vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft ist ein Gutachten zu Pandemie-Leugner*innen und extremer Rechte in Nordrhein-Westfalen erschienen. Das Ganze ist – laut Beobachtern der Szene – „aufschlussreich und knapp gehalten“. Es hilft, diese neue soziale Bewegung zu verstehen.

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Kinder und Medien: Tagung und Broschüre

Gerade während der Kita-Schließungen im ersten Corona-Lockdown standen viele Eltern vor der Herausforderung, Arbeit im Homeoffice und Kinderbetreuung miteinander zu vereinbaren. In vielen Familien habe dies zu einer vermehrten Mediennutzung geführt, teilt die Pressestelle des LVR mit.

Doch wie kann der Spagat zwischen dem in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Recht auf einen uneingeschränkten Medienzugang und dem Schutz der Kinder gelingen?

Kitas spielen bei der Medienbildung eine entscheidende Rolle. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hatte deshalb in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e. V. die digitale Tagung „Medienbildung als Kinderrecht. Kita.Kreativ.Inklusiv“ ausgerichtet. Das Ziel: Fachkräfte sollten dabei unterstützt werden, frühkindliche Medienbildung im Kita-Alltag professionell zu gestalten. Außerdem im Fokus der Tagung: Inklusive Medienbildung.

So diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie eine inklusive Pädagogik dazu beitragen kann, dass jedes Kind, mit und ohne Behinderung, Zugang zu Medien erhält und diese sicher nutzen kann.

Medienbildung ist ein Kinderrecht, gleichwohl stehen Kinder unter besonderem Schutz. Der Schutz der Kinder sollte jedoch in keinem Fall ihr Recht auf Medienzugang hemmen. Kitas und Eltern haben die gemeinsame Aufgabe, Kinder mit einer guten Medienpädagogik optimal zu unterstützen“, sagt LVR-Jugenddezernent Lorenz Bahr.

Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat der LVR zudem eine aktuelle Broschüre als Arbeitshilfe zur Medienbildung in der Kindertagesbetreuung herausgegeben. In ihr werden die Grundlagen der Medienbildung dargelegt, rechtliche Grundlagen zusammengetragen und Begriffe wie Medienbildung und -kompetenz begrifflich trennscharf eingeordnet. Neben den theoretischen Inhalten, bietet die Broschüre auch Praxisanregungen.

Die Broschüre steht auf der Internetseite des LVR zum kostenlosen Download bereit und kann als Druckexemplar bestellt werden.

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Fragen nach der Querdenken-Demo.

In Burtscheid am Abteitor gesehen.

„Ich bin systemrelevant“, sagt der Baum und freut sich vermutlich, dass er vor dem Abteitor in Burtscheid so prominent stehen darf. Diesem Baum geht es besser als vielen anderen Bäumen in Aachen, wir wünschen ihm noch ein langes Leben.

Wir aber denken an die gestrige Querdenken-Demonstration und dass die Querdenker immer meinen, die Welt werde nach den geheimen Plänen irgendwelcher Verbrecher manipuliert und quasi ferngesteuert. Nie kämen sie auf den Gedanken, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Frau Merkel und Herr Drosten einfach nicht wollen, dass wir krank werden. Sie wollen nicht, dass wir sterben. Punkt. Viel mehr ist da nicht.

Wir wüssten nun gern mal Folgendes:

DIE haben irgendwas Schreckliches mit uns anderen vor. DIE wollen nicht, das wir dahinterkommen. DIE haben einen geheimen Plan, wollen die Demokratie abschaffen und sich auf unsere Kosten zu den Herrn der Welt aufschwingen. 
Wer sind die Leute, die Angst haben, dass ihre eigentlichen Pläne erkannt werden? Sind das: der Virologe Drosten? Bundeskanzlerin Angela Merkel? Jens Spahn, alle Bundestagsabgeordneten? Oder nur einige wenige wie SPD-Mann Lauterbach, der auch Mediziner ist? Gehören zu DENEN auch Journalisten? Alle?

Es ist eine ehrliche Frage. Die Unbekannten müssten dann doch in verschiedenen Ländern Europas und der Welt auf wichtigen Posten sitzen, wenn sie uns ihren geheimen Plan aufzwingen können.

Und gleich wichtig ist die nächste Frage: Warum zum Henker machen sich diese ganzen Leute auf einmal die Mühe, uns zu belügen und uns künstlich Angst zu machen? Warum tun die das, warum machen sie sich die ganze Arbeit? Was haben die davon, außer irre viel Arbeit?

Nächste Frage: Kann das überhaupt sein, dass fast die komplette Wissenschaftler-Szene auf der ganzen Welt, dass all die Ärzte und Krankenpfleger und Krankenschwestern auf den Intensivstationen uns belügen, wenn sie sagen, das Virus sei so gefährlich, es gehe für uns alle um Leben und Tod? Kann das sein, dass die Mehrheit sich irrt und nur z. B. die 60 Leute bei der Demo in Aachen als einzige wissen, was wirklich läuft?

Die Demonstration in Aachen. Das neue Infektionsschutzgesetz treibt diese Menschen auf die Straße. Komplett lost.

Und: Lässt sich dieser geheime Plan von DENEN wirklich vor den Spürnasen von Spiegel und Bild so lange geheimgehalten?  Journalisten bringen nichts lieber ans Tageslicht als eine geheime Verschwörung, zumal, wenn sie diese Dimensionen hat. Mit sowas könnten sie viel Geld verdienen.

Also falls das hier jemand liest, der bescheid weiß: Hau mal in die Tasten und kläre uns auf.

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Wieder geht „Querdenken“ auf die Straße

Ein Trauerzug setzte sich heute vom Holzgraben aus in Bewegung. Traurig war das in der Tat, was sich da abspielte was da zu lesen war. „Querdenken Aachen“ schritt mit Musik die Peterstraße entlang, 60 Leute mögen es gewesen sein, die nichts weniger als das Ende der Demokratie verkündeten. Aber nicht nur das.

Vor allem anderen schien ihnen die Botschaft wichtig, dass das Corona-Virus angeblich bei weitem nicht so gefährlich ist, wie eine Clique von gemeinen Politikern und der Virologe Christian Drosten, den sie einen Hochstapler nannten, der Welt weißmachen will.

Der Form nach eine Art Happening, gelungen. Allerdings mit bizarren Inhalten.

Das ist schon etwas Besonderes, wenn man so einen Zug von Menschen sieht, die komplett und auf mehreren Ebenen auf dem Holzweg sind. Und die sich auch noch so – von Grund auf – selbst zum Obst macht, mitten in der Stadt an einem Samstagnachmittag. Man staunt, man lacht wegen der ganzen zur Schau gestellten Dummheit und man hat doch auch Mitleid, weil diese Leute sich ja vermutlich aus purer Angst weigern, die Pandemie in ihrer ganzen scheußlichen Dimension zur Kenntnis zu nehmen.

Der Hauptredner: ein älterer Mann aus Aachen*. Er redete eindringlich, beschwörend und mit großem Enthusiasmus.

Der Zug ging über die Peterstraße zum Kugelbrunnen und dann hoch zum Markt, wo vor dem Rathaus ein Kranz niedergelegt wurde. Die Polizei hielt sich zurück, begleitete aber die Querdenker, die auf der Peterstraße tüchtig den Betrieb aufhielten. Nur noch eine Demo, bei der behauptet würde, die Erde sei eine Scheibe, könnte uns jetzt mehr perplex machen als das, was wir heute erlebt haben.

Bei der Demonstration wurden Flugblätter sowie eine 16-seitige-Zeitung, eine Art Extrablatt mit endlosen Ausführungen verteilt.

Von vorne bis hinten alles Quatsch. Aber was will man machen?!

Auf dem Markt gab es eine kleine Gruppe, die den „Aluhüten“ Paroli bot. Als Aluhüte werden Menschen bezeichnet, die Verschwörungstheorien anhängen. Und nach Ansicht der Querdenker steckt ja hinter Corona eine einzige große Verschwörung zur Versklavung der Menschheit. Oder so. Sich damit eingehend zu befassen, ist verschwendete Lebenszeit.

„Keine Bühne für Aluhüte“. Oder müssen wir das aushalten, dass Leute friedlich für den größten Blödsinn demonstrieren? Denkt ihr, in einer Demokratie müsse über alles gestritten werden?

Passanten reagierten betroffen. Die einen zeigten den Demonstranten den Vogel, die anderen fassten sich mit der flachen Hand an den Kopf, wieder andere meinten im Vorbeigehen nur sorgenvoll „ohje, ohje“. Soweit zu sehen war, trugen alle Demonstranten Masken, kamen sich aber natürlich ziemlich nah.

*auf Facebook hat Otmar Steinbicker mitgeteilt, dass es sich bei dem Mann um Ansgar Klein aus Würselen handelt, der „seit 2014 als Verschwörungsgläubiger bekannt “ sei.

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Existenz von Zweirädern und Menschen, die auf ihnen sitzen, jetzt scheinbar anerkannt

Jetzt auch in Aachen: ein Straßenschild, dass es erst seit Anfang des Jahres in Deutschland gibt.

„Zweiräder dürfen nicht überholt werden“, das ist in der Oppenhoffallee das Gebot der Stunde. Als Radfahrer*in hat man fast Tränen in den Augen, wenn man dieses Verkehrsschild erstmals in Aachen sieht. Es bedeutet, dass auf Radfahrer*innen Rücksicht genommen werden soll. Und das in Aachen, wo Fahrradfahren sehr oft mit einer Nahtod-Erfahrung verbunden ist!

Ein Wunder, denkt man und traut seinen Augen nicht. Würde das Schild nicht so hoch hängen, würde man es anfassen wollen um zu realisieren, dass es wirklich existiert. So wie auf der Autobahn, ist es wohl gemeint, wo Lkw-Fahrer manchmal Pkw nicht überholen dürfen, weil es zu gefährlich ist.

Dabei war es in der Oppenhoffallee (s. Foto) ohnehin immer besonders unpassend, wenn Autos an Radler*innen vorbeizischten, während diese darauf achteten, dass sie von rechts nicht durch eine sich öffnende Autotüre jäh zu Boden gerissen werden.

Bestimmt zehn Schilder hat die Stadtverwaltung aufgestellt, fünf auf jeder Seite der Oppenhoffallee. Es hält sich zwar kein einziger Pkw, kein Lkw-Fahrer und auch kein Bus der ASEAG an die Vorgabe (für euch getestet). Aber was soll’s?! In Aachen muss man den guten Willen für die Tat nehmen und zufrieden sein, wenn sich kein Autofahrer-Aufstand erhebt.

Wie in der Lütticher Straße. Dort soll seit über 10 Jahren ein Stück Straße umgebaut werden . . . mit je einem Radweg stadtauswärts und stadteinärts, jeder 2,30 Meter breit, mit schmalen Radschutzteilen. Der Aufschrei der Autofans beschäftigt zur Zeit Politik und Stadtverwaltung. Entschieden ist noch nichts.

Dem Wald geht es sauschlecht, warum soll es den Bäumen in der Stadt besser gehen? So denken vermutlich die Anwohner im Aachener Süden und stellen ihre Autos gern auf den Wurzelbereich der Bäume.

Möglichst nah an den Baum ran! Das Erdreich wird hart wie Beton, sehr zum Schaden des Baumes.

Auch in der Ludwigsallee macht man sich Sorgen wegen wegfallender Parkplätze, hat aber das Parkhaus am Eurogress als Alternative ganz in der Nähe. Für eine Gebühr von 30 oder 35 Euro pro Jahr einen Anwohner-Parkplatz am Straßenrand mieten . . . das wird wohl demnächst auch in Aachen so preiswert nicht mehr zu machen sein. Warum dann nicht gleich einen subventionierten, sicheren und trockenen Platz im Parkhaus mieten?

Zu Ende gegangen ist unterdessen der Versuch am Adalbertsteinweg. Dort wurde eine Radspur eingerichtet und wieder abgebaut. Jetzt warten wir mal auf die Auswertung des Experiments durch die Stadtverwaltung.

Welcher Luxus: eine breite Furt für Zweiräder. Schade, dass das Wetter so schlecht war, kalt und nass. Wir wären sonst vor Begeisterung dort gleich zehnmal hintereinander runtergefahren – mit den Rädern.
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In der ASEAG schwarz fahren, das lohnt sich nicht

Ein Tipp, ein wichtiger Hinweis: fahrt nicht schwarz, es lohnt sich nicht. Ja, die ASEAG ist sauteuer. Wenn das Geld für die ASEAG nicht reicht, kauft ein schönes gebrauchtes Fahrrad aus Aluminium. Ihr spart euch Geld (60 Euro kostet 1 mal schwarzfahren) und jede Menge Ärger. Ich weiß, wovon ich rede.

Aus dem Polizeibericht:

Vorgestern Nachmittag (16. November) gegen 16 Uhr konnte ein 18-Jähriger in der Linie 51 bei einer Fahrkartenkontrolle keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen.

Der 18-Jährige, sowie ein 14-jähriger Jugendlicher und ein bislang unbekannter Tatverdächtiger beleidigten und schlugen auf den Fahrkartenkontrolleur ein. Als der Bus an der Haltestelle „Oidtweiler“ in Baesweiler anhielt, gelang dem bislang unbekannten Tatverdächtigen die Flucht.

Zwei weitere Mitarbeiter der ASEAG, die sich auch im Bus befanden, halfen dem Kontrolleur und hielten bis zum Eintreffen der Polizei die beiden Tatverdächtigen im Bus fest. Die Beamten übergaben den 14-Jährigen an den Erziehungsberechtigten.

Den 18-jährigen Tatverdächtigen entließen die Beamten nach der Identitätsfeststellung und leiteten ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein, schreibt die Polizei. Der Junge hat jetzt den Ärger seines Lebens.

Der Mitarbeiter der ASEAG erlitt leichte Verletzungen. (fp)

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Ist am Immer-zu-Hause-Sein plötzlich doch was attraktiv?

Nichts wie hin und an einer Führung teilnehmen, hätten wir uns früher gedacht und sofort mit dem Planen begonnen. Aber jetzt? Zwangspause.

Rund vier Wochen nach der Eröffnung des Springer-Neubaus in Berlin führt Baustellen-Chef Andreas Ludwigs durch das Gebäude, in dem corona­bedingt derzeit vor allem Menschen fehlen. Er erklärt, wie Frischluft ins Haus kommt und zeigt u.a. die Unisex-Toiletten und den Dachgarten. (s. unten: 6-Min-Video, sehenswert)

Früher haben wir die besonderen und aufregenden Stunden im Leben irgendwie draußen gesucht und gefunden, gingen davon aus, dass z. B. bei Reisen in ferne Ländern maximal viel zu erleben ist, dass das Leben erst so richtig Fahrt aufnimmt, wenn man sich aus den eigenen vier Wänden, aus der eigenen altbekannten Stadt oder sogar dem eigenen Land rausbewegt.

 Zu Hause rumsitzen, das war genau das, was wir als Tätigkeit sozusagen als etwas betrachtet haben, was nur langweilig und irgendwie nicht in Ordnung  war. Es war quasi alles besser als nur zu Hause zu verweilen und nichts zu erleben. Das Zu-Hause-Sein hatte kein besonders gutes Image. Das passende Wort ist: Stubenhocker

Wenn man schon nicht verreisen oder rausgehen konnte (Museen, Galerien, Salsa-Tanzen, Clubs, Kirchen besichtigen, Sportplätze, wandern im Wald, Schlittschuhlaufen, Therme besuchen usw.), dann musste man doch wenigstens aufbrechen und ein Stündchen durch die Stadt spazieren.

Doch eins ist mal klar: Was wir früher für nicht besonders wichtig für ein gutes Leben gehalten haben, das hat an Wertschätzung gewonnen. 

Zum Beispiel eine virtuelle Tour durch ein neues Gebäude.

Reisen, Veranstaltungen und Kulturerlebnisse – für dieses Jahr gecancelt. Werden viele von uns in den kommenden Monaten den Urlaub vor der eigenen Haustüre entdecken oder haben es längst getan? Zu dieser und ähnlichen Fragen wird hier Ende des Monats ein Text erscheinen.

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Ludwigsallee: Heute gibt es Infos über die Umgestaltungspläne

Die Stadtverwaltung teilt mit: Sie lädt ein zu einer Bürgerinformation, bei der über die geplante Umgestaltung der Ludwigsallee berichtet wird. Die Veranstaltung beginnt am heutigen Dienstag, 17. November, um 18.30 und endet um 20 Uhr. Wegen der Corona-Pandemie wird die Veranstaltung anders ablaufen als bisher.

Die Stadtverwaltung informiert über die Pläne zur Ludwigsallee bei einer digitalen Veranstaltung mit Live-Übertragung im Internet. Wer daran teilnehmen möchte, nutze folgende Internetadresse: www.youtube.com/stadtaachen. Voranmeldungen sind nicht nötig.

Fragen und Anmerkungen zur Planung können im Vorfeld, während der Veranstaltung und auch danach per Mail an folgende Mailadresse verschickt werden: verkehrsmanagement@mail.aachen.de. Interessierte können sich die bisherigen Planideen und Pläne bereits im Vorfeld der Veranstaltung oder auch danach nochmals anschauen.

Das ist auf zwei Wegen möglich. Entweder ruft ihr die folgende Internetseite auf: www.aachen.de/ludwigsallee. Oder ihr geht ins Foyer des Verwaltungsgebäudes „Am Marschiertor“, Lagerhausstraße 20. Dort sind die Unterlagen bis zum 27. November zu den Öffnungszeiten ausgelegt: montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr, freitags von 8 bis 14 Uhr. 

Zum Hintergrund: Die Ludwigsallee weist seit Jahren funktionale Mängel auf. Daher ist die Neuaufteilung des gesamten Verkehrsraums notwendig. Der Netzbetreiber Regionetz erneuert zurzeit die Versorgungsleitungen zwischen der Krefelder Straße und der Kupferstraße. Im Anschluss an diese Maßnahme soll der Straßenraum wiederhergestellt und die nicht mehr regelkonformen Gehwege und Radverkehrsanlagen verbessert werden.

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Lütticher Straße: Was genau ist eigentlich euer Problem?

Lütticher Straße.

Es ist schwer zu verstehen, aber so viel ist zumindest klar: Die Anwohner der Lütticher Straße beschäftigt zur Zeit der Plan von Politik und Verwaltung in Aachen, einen 2,40 Meter breiten Radweg zu bauen und mehrere Dutzend Parkplätze abzubauen. Die Leute an der Lütticher Straße haben aber etwas gegen diesen Radweg. Zumindest einige.

Dort bevorzugt man es außerdem, Autos ganz nah an Bäumen zu parken. Stundenlang stehen tonnenschwere Wagen den Bäumen auf den Füßen, verdichten dabei das Erdreich, dass es hart wird wie Beton. Jetzt wundert man sich, dass die meisten dieser Bäume eigentlich zügig gefällt werden müssten, sie sind instabil.

Sollten Bäume oder morsche Äste auf die Autos fallen, werden die Pkw-Freunde sicher die Stadtverwaltung verantwortlich machen. Wie gesagt: Derzeit alles noch schwer zu verstehen. Aber: Wir arbeiten dran.

Pars pro toto: In der Lütticher Straße hat man keine Probleme damit, möglichst nah an Bäumen zu parken. Weil bei einer Umgestaltung eventuell etliche dieser „schönen“ Parkplätze wegfallen würden, ist in dieser Straße derzeit Ärger angesagt. Viele SuS vom Couven-Gymnasium nutzen die Strecke mit ihren Rädern.
So kann man natürlich parken . . . die Bäume sind entsprechend kaputt.
Wenn man städtische Natur maximal schädigen will . . . so wäre man schon auf dem richtigen Weg.
Die Lütticher Straße führt schnurgerade aus Aachen raus. Sie ist nicht schmal. Die Frage ist, ob hier Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Bäume eine mehr als minimale Chance bekommen können.
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Gaben sich in Aachen betont friedlich: die Querdenker

Bestens organisiert: die Querdenker-Kundgebung am Eurogress. Die rund 200 (können auch knapp 300 gewesen sein) Menschen verteilten sich auf dem Gelände, sie standen nicht so nah, wie das Foto hier denken lässt.

Trafen sich heute im Garten neben dem Neuen Kurhaus und hatten so auch viel Platz, um den nötigen Abstand einzuhalten: die Gruppe „Querdenken241“. Es gab fromme Reden und Gesänge, Musik und immer wieder die Aufforderung, den Abstand einzuhalten und die Masken zu tragen, „weil wir die Veranstaltung durchführen wollen“.

Bezüglich Rechtsradikalen haben die Querdenker bekanntlich keinerlei Berührungsängste. Ob in Aachen Neu-Rechte oder Neonazis dabei waren, wissen wir nicht, wir sahen jedenfalls niemand aus dieser Szene (zum anwesenden Personal s. Bericht von Michael Klarmann heute (16. Nov.) in der Tageszeitung)

Aufmerksam beobachtet wurde die Veranstaltung von Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Die Polizei zeigte auf der Monheimsallee bei der Gegendemonstration und bei den Querdenkern starke Präsenz.

Die Querdenker verbreiteten via Großbildleinwand den üblichen Quark: Es gebe unfassbar viele Fehlteste, also Getestete mit falschen Ergebnissen, die Regierung sei völlig außer Kontrolle geraten und es gehe ihnen um Freiheit, Freiheit, Freiheit, und das Grundgesetz werde ausgehebelt usw. Alles Ideen, die man gelegentlich von Menschen hört, die nie die Gelegenheit hatten, ihr Denken ein paar Jahre lang in der Wissenschaft zu schulen. Zweifellos sind sie im Grunde strukturell Benachteiligte. Würde die katholische Kirche noch funktionieren, könnte diese sie vermutlich gut auffangen, ihnen Trost und Orientierung geben. So suchen sie sich eben andere Welterklärer.

Auffallend ein Redner (s. Foto), der sich als Arzt aus Aachen zu erkennen gab. Er ereiferte sich, weil die Polizisten offenbar von ihm ausgestellte Atteste nicht anerkennen würden. Er wertete das als einen Angriff auf die verbrieften Rechte der Ärzteschaft.

Hier ein Vortrag von der Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=fnystTMTV-M

Auf der Monheimsallee war – lautstark – die Gegendemonstration angetreten. Ehrlich gesagt standen dort die Menschen meist näher beieinander als bei den Querdenkern. Hier war die Rede von Sozialismus und Anarchie, „Nazis raus“ wurde skandiert und worüber genau aufgeklärt werden sollte . . . man weiß es nicht.

Die Gegendemonstration mit schätzungsweise 150 Personen. Ihre Botschaften könnt ihr lesen, dazu auf das Foto klicken.

Einzelheiten gibt es in Kürze via Polizeibericht, bzw. via die Teile vom Polizeibericht, die sich mit unseren Beobachtungen decken.

UPDATE: Die Polizei teilt mit (in Auszügen)

Die Kundgebung der Bewegung „Querdenken 241 – Aachen“ fand zunächst im Zeitraum zwischen 14.30 Uhr und 18.30 Uhr mit ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die Polizei kontrollierte die Einhaltung der Auflagen zum Gesundheitsschutz. Vereinzelt wurden Personen, die weder ärztliches Attest vorzeigen konnten, noch eine Mund-Nasen-Bedeckung trugen, von der Versammlung ausgeschlossen.

Die Polizei stand diesbezüglich auch in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen. 

Gegen 18.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit ca. 200 Personen von der Monheimsaallee in Richtung Pontstraße in Bewegung. Der Zug endete gegen 20 Uhr; die Auflagen wurden eingehalten

An den angemeldeten Gegenversammlungen nahmen ca. 100 Personen teil. Einer Person wurde die Teilnahme verweigert, weil sie keine Mund-Nasen-Bedeckung trug. Die Versammlungen verliefen ansonsten ohne Vorkommnisse

Polizeipräsident Dirk Weinspach zog ein positives Fazit: „Wir haben deutlich gemacht, dass wir eine Missachtung der Auflagen zum Schutz der Gesundheit nicht akzeptieren werden. Durch konsequentes und maßvolles Vorgehen ist es uns heute gelungen, die Regeln durchzusetzen.“ 

Während des Aufzuges kam es zu Verkehrsbeeinträchtigungen im Bereich zwischen Monheimsallee und Pontstraße. Die Polizei Aachen musste die Monheimsallee in Fahrtrichtung Bastei für den Verkehr phasenweise sperren.(nw)

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