Bekommt Aachen ein „Haus der Neugier“?

Soll man überhaupt darüber berichten? Hat das Projekt nicht sowieso null Chance, verwirklicht zu werden? Die Rede ist von der Zusammenlegung von Volkshochschule (VHS) und Stadtbibliothek im ehemaligen Horten-Kaufhaus. Gut 100 Millionen Euro würde das kosten, ergaben vorsichtige Schätzungen.

Und diese Summe ist auch der Grund, warum aus der – an sich – wunderbaren Idee vermutlich nichts wird. Allerdings: Phantasievolle Gemüter in Aachen können sich in dem Gebäude in der Komphausbadstraße tatsächlich ein „Haus der Neugier“ vorstellen.

Ein Bau aus den 1960er Jahren: das „Lust for Life“-Kaufhaus, es steht seit mehreren Jahren leer.

VHS und Stadtbibliothek sind zur Zeit noch in der Peterstraße und in der Couvenstraße mehr schlecht als recht untergebracht. Insbesondere die VHS ist in dem alten Bushof-Gebäude (Peterstraße) praktisch nicht mehr zu akzeptieren, so heruntergekommen ist der Bau in jeder Hinsicht. Eigentümer ist übrigens zur Hälfte die Stadt und zur anderen Hälfte Aachens Investor Gerd Sauren.

Das „Haus der Neugier“ können sich manche Politiker auch in einem vollständig sanierten Bushof in der Peterstraße vorstellen. Zwei Kölner Planungsbüros (Startklar und Raumwerk) untersuchen derzeit schon mal die Vor- und Nachteile der beiden Standorte.

Ein attraktiver und moderner Lernort soll das „Haus der Neugier“ am Ende sein. Die Leiterinnen von VHS und Stadtbibliothek, Beate Blüggel und Doris Reinwald, sollen sich im ehemalige Horten-Kaufhaus schon umgesehen haben. Beide sind dem Vernehmen nach von Umbau und Umzug total begeistert. Etwa 20.000 Quadratmeter braucht man angeblich für ein „Haus der Neugier“. Ob das ehemalige Lust for Life das hergibt?

Der Bau ist seit 2013 Eigentum der Landmarken AG. Die Planungsbüros wollen im März kommenden Jahres mit ihren Machbarkeitsstudien im Rathaus vorstellig werden. Und trotz aller Zweifel wegen der Finanzierbarkeit: AachenNews wird weiter berichten.

Was ist los in der Stadtbibliothek?

Das aktuelle Programm der VHS Aachen

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Prima Idee: 5 Euro pro Spiel an Amnesty zahlen

Der Aachener Journalist Bernd Müllender hat zusammen mit dem Hamburger Oliver Domzalski in der Berliner Tageszeitung „taz“ vor einigen Tagen eine kleine Kampagne gestartet. WM im Schurkenstaat Katar – nur gucken gegen Zahlungen an Amnesty International.

Viele machen schon mit, sogar international: Es gibt Überweisungen und Zusagen aus Neuseeland, Japan, Belgien und Holland.

„Schauen mit Gewissen“ ist der TAZ-Artikel (erschienen 19.11. 22) überschrieben. Und die rettende Idee wird wie folgt begründet: „Nichts spricht für diese WM. Eine frauen- und schwulenfeindliche Ausbeuter-Diktatur als Gastgeber, das Ereignis vergeben durch die Mafifa. Jede Tribüne könnte man, Sitz für Sitz, mit Gedenktafeln für die Todesopfer unter den Bauarbeitern füllen.“

Wohl wahr. Nicht wenige Fußball-Fans schauen schuldbewusst und freudlos. (Na ja, nach dem gestrigen Spiel geht es wieder.) Müllender und Oliver Domzalski kommen erst mal Zweifel. Sie haben mit dem Boykott so ihre Probleme und fragen sich: „Ist es politisch überhaupt sinnvoll, das Erlebnis WM von einer Diktatur vermiesen zu lassen? Wertet man das Regime so nicht eher auf? Und überhaupt: Wer kriegt denn mit, dass ich nicht gucke? Was bewirkt das überhaupt?“

Tja, gute Fragen. Und dann entwickeln sie ihre Idee, die bis jetzt schon Erfolge verzeichnet:

„Wir gucken! Und zahlen 5 Euro „Eintritt“ pro Spiel an Amnesty International. Jugendliche bis 18 die Hälfte; man kann das gern auch sozial weiter staffeln, auch nach oben: also FDP-Wähler*innen und andere Gut­ver­die­ne­r*in­nen zahlen 10 Euro oder mehr – freiwillig. Ersatzweise gibt es eine Flatrate für die vollends Fußballsüchtigen: Ganze WM 150 Euro, Thema abgehakt.“

Da jubelt das betäubte Gewissen. Ja, aber Amnesty eben auch, weiß Müllender und freut sich. Er rät: „Lasst Twitter und Facebook glühen von der Idee.“

Das Finale soll übrigens zahlungsfrei sein, (…) „weil ein Endspiel allgemein historische Bedeutung hat“. Zudem helfe die Ausnahme auch aus organisatorischen Gründen: „So kann bitte jede Gruppe, jedeR Ein­zel­spen­de­r*in uns bis Samstagabend vor dem Endspiel die gesammelte Summe mitteilen – an eintritt@taz.de. “

Bernd Müllender und Oliver Domzalski addieren am Schluss und versprechen: Sie geben das stattliche Ergebnis nach dem Finale bekannt. 

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Erinnerung: Als Al Jazeera erfunden wurde

Die Weltmeisterschaft im Wüsten-Winter kommt jetzt richtig in Fahrt. Und auch wenn Katar ein autoritärer Staat ist und die Herrscherfamilie komplett das Sagen hat, dürfen wir uns doch erinnern an eine Stimme aus Katar, die rund um den ganzen Globus zu hören ist: Al Jazeera.

Es ist der einzige arabische Nachrichten-Sender, der uns phasenweise beeindruckt hat. Mitte der 90er Jahre fingen sie an, aus Doha (Hauptstadt von Katar) zu senden. Das war damals eine gigantische Sensation, die die Presseleute in den demokratischen Ländern aufhorchen ließ. „Was? Wo? In Katar? Wer oder was ist Katar?“, hieß es, die Älteren werden sich erinnern. 

Das hatte es in der gesamten arabischen Welt bis dahin noch nie gegeben und hatte es auch nicht geben dürfen. Zum ersten Mal ließ man in der medialen Öffentlichkeit Menschen miteinander streiten, die total konträre Meinungen vertraten. Al Jazeera schlug ein wie eine Bombe. Man sah Israelis und Palestinenser in EINER Talkshow. Vorher: Un.vor.stellbar. 

In einer Welt, die daran gar nicht gewöhnt war, wurden plötzlich im TV die Tabuthemen behandelt. Es wurde leidenschaftlich diskutiert, manchmal brüllte man sich an. Einmal konnte man sogar Gaddafi in der Sendung anrufen und ihm Fragen stellen. Und das taten dann einfache Menschen und fragten los. „Der Blick und der andere Blick“ hieß eine Sendung, das soll noch heute in den arabisch-sprechenden Ländern eine Redewendung sein. 

Leute bekamen Sachen zu hören, die sie vorher nicht hören sollten. Die Menschen waren dankbar und werden wohl nie vergessen, dass das alles ihnen möglich wurde durch Katar, das den Sender zuließ und finanzierte. Bis heute.

Auch heute mag man als Journalist*in die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Kataris auf ihrem sehr eigenen Weg in die Zivilisation uns noch überraschen werden. Die damaligen Journalistinnen und Journalisten – es wurde ein weltweites Netz von Korrespondent*innen aufgebaut – waren oftmals ebenfalls Araber, sie hatten in England bei der BBC ihr Handwerk gelernt. Es waren Top-Leute, die aber aufgrund von Diskriminierungen (so geht das Gerücht) an die wirklich heißen Themen nicht rangelassen wurden. So haben sie ihren eigen Sender eröffnet und wollten „Voice of the Voiceless“ sein. 

So war das in den 1990er Jahren, als die Medien in der arabischen Welt eigentlich nur Propaganda-Sprachrohr für die Regierenden waren, sonst nichts. Heute gibt es weitere Sender, es gibt das Internet mit Blogs und YouTube, Twitter und anderen Plattformen. Die Situation hat sich komplett geändert. Al Jazeera ist – aus welchem Grund auch immer – zweigeteilt, 2006 ging Al-Jazeera-English an den Start, berichtete aber weiter „aus der Region über die Region“. 

In Gaza, in Afghanistan, zum arabischen Frühling und auch sonst hatten Al-Jazeera-Journalisten Zugänge zu Informanten, von denen man in Europa nur träumen kann. Vielleicht erinnert ihr euch daran, wie Tony Blair und George W. Bush den Sender Al Jazeera gehasst haben. Mittlerweile ist Aj Jazeera die Stimme Katars in der Welt, einige islamistische Journalisten wurden eingestellt, wie berichtet wird. Oft nicht unabhängig, manchmal wird unwidersprochen gegen Juden gehetzt. 

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Der Sender Al Jazeera wird bei Wikipedia dargestellt. Wer mehr wissen will: https://de.wikipedia.org/wiki/Al_Jazeera

Und der Podcast „Geld, Macht, Katar“ ist absolut hörenswert. In mehreren Folgen wird informiert. Auch über die Geschichte den Senders Al Jazeera. https://www.ardaudiothek.de/sendung/geld-macht-katar/10800757/ Unbedingt anhören.

Vor 20 Jahren: Al Jazeera geht auf Sendung. https://www.deutschlandfunk.de/vor-20-jahren-al-jazeera-geht-auf-sendung-100.html

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Der immergrüne Baum ist ein Symbol des Lebens

Alte Schriften verzeichnen einen ersten geschmückten Weihnachtsbaum nicht in Aachen, sondern in Freiburg im 15. Jahrhundert. Bekannt und weltweit beliebt wurde der Weihnachtsbaum erst viel später, nämlich ab dem 19. Jahrhundert.

In Aachen hat als erster das Warenhaus Leonhard Tietz den Rat der Stadt gebeten, auf dem Marktplatz einen Baum – auf eigene Kosten – aufstellen zu dürfen. Ihm wurde die Erlaubnis erteilt (s. hier). Ob sich heute die Bewunderer dieses prachtvollen Baumes daran erinnern?

Der Weihnachtsbaum ist keine christliche Erfindung. Aber die Christen nahmen wie so vieles den eigentlich heidnischen Brauch in ihre religiöse Symbolik auf. Denn wie Wacholder- und Mistelzweige (immergrün) standen Tanne oder Fichte für ewiges Leben, Ausdauer und Überleben. 

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Mal eine – vermutlich – einsame Einzelmeinung zu Katar

Mich erstaunt das Ausmaß an Kritik, das an Katar und seiner Fußball-Weltmeisterschaft geübt wird. Die ganze Aufregung finde ich etwas übertrieben. Meine Güte, gehts noch? 

Die Menschen dort waren vor wenigen Jahrzehnten noch bettelarm und versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Sie wollen sich in die moderne Zeit reinschrauben, in eine Zukunft, die ihre und nicht unsere ist, klar. Es ist ein kleines Land, auf dem wird rumgetrampelt, was man sich bei China und Rußland nicht getraut hat. 

Als die Olympischen Spiele in Peking stattfanden, war die Kritik längst nicht so krass. Dabei ist China ein Land, wo es nicht einen Funken politische Freiheit gibt. Die Kataris geben sich wenigstens Mühe. Die wissen auch, dass sie noch viel aufzuholen haben an politischen Freiheiten usw. Als alles nach Rußland blickte, nach Sotschi, 2014, olympische Winterspiele, hatte Russland schon Teile der Ukraine besetzt. Oppositionelle landeten in Straflagern. Im Zuge der Bauarbeiten für die Olympischen Winterspiele 2014 wurden in Sotschi tausende Bürger zwangsenteignet und umgesiedelt. 

12 Prozent der Einwohner in Katar sind Einheimische, alle anderen sind sog. Gastarbeiter, die schuften für wenig Geld. Viele Menschen sind beim Bau der Stadien gestorben, alles wahre Katastrophen. Mehrere 100.000 Menschen haben zugleich dort ihren Lebensunterhalt verdient, haben ihre Existenz gesichert, ihren Familien Geld geschickt. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was in Deutschland los wäre, wenn es hier so viele ausländische Arbeiter gäbe. 

Erstaunlich auch, wie häufig bei Katar die Diskriminierung der LGBTQ-Personen angesprochen wird. Aber es werden in jedem muslimischen Land Menschen mit abweichendem sexuellen Verhalten verfolgt. Auch in Ägypten zum Beispiel, wo jetzt die Staatschefs der Welt sich zur Weltklimakonferenz getroffen haben. Was meint ihr, was die dort mit Homosexuellen machen? 

Gekaufte Fußball-Weltmeisterschaft? Da kann man in Deutschland ja mitreden. Diese Spiele werden immer gekauft, nehme ich stark an. Wie auch die Fußballspieler. Warum spielen sie in den Vereinen? Weil sie gekauft wurden. Fußball ist Kommerz und Entertainment, sonst nichts.

Wenn es nur in den Ländern sportliche Großereignisse von Weltrang gäbe, wo es keine Menschenrechtsverletzungen gibt, wäre die Auswahl ziemlich klein. Korrupte Vergabe, geknechtete Arbeiter, sinnlose Bauten . . . (alles wie immer) sollen auf einmal bewirken, dass man sich die Spiele und die Berichterstattung im TV nicht mehr ansieht. Hallo? Hinsehen ist angesagt, nicht wegsehen.

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In Aachen fehlt es an Wohnungen. Ist ein Umzug in die Region die Lösung?

Kommt nach der Mobilitätswende und der Wärmewende jetzt die Wohnwende? Liegt die Lösung für den städtischen Wohnraummangel in der Region? Wie können Stadt und Region sich gemeinsam den Herausforderungen stellen? Diese Fragen werden bei einem Zukunftsforum aufgegriffen und zu beantworten versucht.

In Aachen gibt es einen großen Mangel an Wohnungen, sowohl für Einzelpersonen als auch für Familien mit wenig Geld. Dem stimmt zwar die zuständige NRW-Ministerin in Düsseldorf sonderbarerweise nicht zu, aber es ist eine Tatsache: In Aachen herrscht Wohnungsnot. Was ist zu tun?

Sollte man den Menschen raten, einen Umzug in die Region zu erwägen? Bleibt eigentlich noch etwas anderes übrig? In Aachen fehlt es nämlich nicht nur an sofort beziehbaren Wohnungen, es fehlt auch massiv an Grundstücken. Es ist praktisch alles voll.

Wohnanlage „Guter Freund“ in Rothe Erde Foto: AachenNews Archiv.

Um über die aktuellen Herausforderungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, diskutieren auf Einladung der Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am Donnerstag, 24. November, ab 18 Uhr im Krönungssaal des Aachener Rathauses Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian (Herzogenrath), Bürgermeisterin Nadine Leonhardt (Eschweiler), Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer (Monschau) sowie Jean-Paul Kompier (Vaals) und Mario Pitz (Schöffe Gemeinde Raeren) mit Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung zum Thema „Wohnen für alle – ist die Region die Lösung?“

„Städtischer Wohnraum ist knapp, und bezahlbare Wohnungen in den Großstädten sind absolute Mangelware“, weiß die Pressestelle der Stadtverwaltung. Und weiter: Die Mieten entwickelten sich immer weiter nach oben. Vor diesem Hintergrund komme der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Wohnraumentwicklung in Zukunft eine neue Bedeutung zu.

Bundesweit leben 30,7 Prozent der Familien mit drei oder mehr Kindern in zu kleinen Wohnungen.

Bei diesem ersten Aachener Zukunftsforum zum Thema Wohnen werden Zahlen, Daten, Fakten und Diskussionsrunden geboten. Zudem gibt es viel Raum für Anregungen aus dem Publikum. Highlight sind das Fachgespräch mit Norbert Plum, Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss, Helena Schulte, Lehrstuhl für Planungstheorie RWTH Aachen, Friederike Schweer von der Initiative Aachen sowie die Podiumsdiskussion der Bürgermeister*innen und Beigeordneten der Region.

Die Stadt Aachen lädt ein, der Eintritt ist frei. Eine formlose Anmeldung ist unter handlungskonzeptwohnen@mail.aachen.de möglich.

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Etwas Musik

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Für die Freiheit der Menschen im Iran

Eine Gruppe von jungen Menschen aus Aachen organisiert Demonstrationen, bei denen sie ihre Solidarität mit den Protesten im Iran ausdrücken. Sie wünschen sich, dass es im Iran eine Revolution geben möge, die die religiösen Fanatiker aus den Positionen der Macht entfernt. Schon seit sieben Wochen sieht man diese Menschen immer samstags friedlich in Aachen demonstrieren.

Für den kommenden Samstag, 19. November, haben sie einen Demonstrationszug geplant, zu dem sie herzlich einladen. Dieses Mal ist das Thema das „Stille Massaker“ vom November 2019 im Iran. Am Samstag werden gleichzeitig in mehreren Städten weltweit Demonstrationen zum selben Thema stattfinden.

Man trifft sich um 15 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz in Aachen.

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Vortrag über das Aachener Kaufhaus Tietz

Einst waren die großen Kaufhäuser der letzte Schrei und total angesagt. Etwas ganz und gar Neues, sehr modern. Die anderen Läden verloren mehr und mehr ihre Kundschaft, alles strömte in die Kaufhäuser, die wie eine Wunderwelt bestaunt und besucht wurden. So viele unterschiedliche Waren auf einmal, das war der Hit.

Heute geht es den Kaufhäusern so wie einst den Läden, die damals nur wenige und immer die gleichen Waren anboten. Sie sind aus der Mode gekommen, man mag sie nicht mehr aufsuchen. Heute bevorzugen es die Kundin und der Kunde, auf dem Sofa sitzend via Internet einzukaufen. Das Angebot ist unendlich viel größer als in jedem üblichen Kaufhaus.

Dr. René Rohrkamp, Dr. Thomas Müller und Professor Dr. Daniel Lohmann laden am Freitag, 18. November, um 19 Uhr zu einem Vortrag über das Warenhaus Tietz in Aachen in das Foyer der Nadelfabrik, Reichsweg 30, ein. Der Vortrag ordnet das Warenhaus Tietz aus der Perspektive der Bau- und Architekturgeschichte in die Stadt-, Wirtschafts- und Zeitgeschichte ein. 

Der Kölner Kaufmann Leonhard Tietz eröffnete 1892 eine erste kleine Filiale in Aachen und bezog in den folgenden Jahren mehrmals einen neuen und größeren Standort. Der 1905/06 errichtete Warenhausneubau am Markt war der vierte Aachener Standort des Unternehmens und blieb es bis zur Eröffnung des Kaufhof-Gebäudes an der Adalbertstraße im Jahr 1955.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Aachener Stadtarchivs mit der Nadelfabrik und wird durch Ludger Singer am Flügel musikalisch begleitet. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

s. auch Bericht über „Ein Warenhaus, dessen Verschwinden noch heute bedauert wird

und Archivale des Monats

Das Kaufhaus Tietz am Aachener Markt

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Nach 142 Jahren: Ihre Zeit ist abgelaufen

Wir wissen nicht, wie lange der Baum noch am Drei-Räuber-Eck stehen kann. Die Telefonsäule aber hat es bald hinter sich, wenn die Telekom ihre Ankündigungen wahr macht. Ach so. Du bist übrigens Aachener*in, wenn du weißt, wo das Drei-Räuber-Eck ist und warum es so heißt.

Telefonzellen werden Zug um Zug abgebaut, und da sind diese Säulen bestimmt mitgemeint. Oder? Hier nachzulesen. Gebührentelefone im öffentlichen Raum sind vom technischen Fortschritt überrollt worden.

Am Montag, 21. November, wird an den bundesweit noch rund 12.000 verbliebenen Fernsprechern die Münzzahlung „deaktiviert“, teilt die Telekom per Blogeintrag mit . 1881 in Berlin hatte alles angefangen mit dem ersten „Fernsprechkiosk“.

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Was ist los mit den Grundschulen und Kitas? Gedanken zu einer schwierigen Situation

Die neue Bildungsstudie, innerhalb der Viertklässler getestet wurden, hat es gezeigt: Grundschulkinder beherrschen oftmals selbst die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens nicht. Nach sage und schreibe vier (4!) Jahren Unterricht können viele noch nicht so lesen, dass sie verstehen, was der Inhalt des Textes ist. 

Defizite wurden schon 2011 sichtbar, seitdem wurde es nicht besser. Das Einmaleins beherrschen die Kinder ebenso nur mangelhaft wie die Rechtschreibung. Viele Erwachsenen sind entsetzt.

Diese Studie, im Oktober vorgelegt, nennt sämtliche Schwächen unseres Bildungssystems. Die Probleme liegen zum Beispiel an der Klassengröße. Man laboriert an dem Problem herum. Langfristig müssen die Klassen kleiner werden. Die Städte und Gemeinden müssen sich darauf vorbereiten, sie werden die nötigen Bauten und Räume zur Verfügung  stellen müssen.

Es wäre übrigens einfach, den Leistungsabfall mit der Pandemie zu erklären, aber das stimmt nicht. Die Pandemie hat die Misere nur verstärkt. Die schulischen Leistungen der Grundschüler*innen gehen seit Jahren kontinuierlich nach unten. 

Laut Bildungsstudien erreichten 2011 noch 67,9 Prozent der Viertklässler den Regelstandard in Mathematik. 2016 waren es noch 62,2 Prozent und 2021 noch 54,8 Prozent. Ähnlich ist das Bild bei der Lesekompetenz. 2011 schafften 66,7 Prozent den Regelstandard, 2016 noch 65,5  und 2021 noch 57,6 Prozent. 

Es liegt viel an der ungerechten Bezahlung der Lehrer*innen. „Alles funktioniert, wenn die Politik genug Geld für eine Sache zur Verfügung stellt“, konnte man neulich lesen. Zusätzlich: Die Zustände an den Schulen führen dazu, dass junge Erwachsene nicht die geringste Lust haben, Lehrer*innen zu werden. Dies, weil sich längst rumgesprochen hat, dass die Zustände an den Schulen in NRW so schrecklich sind. 

Enorme Unterscheide gibt es zwischen den Bundesländern. Was macht Bayern richtig?: Sie bezahlen den Lehrerinnen und Lehrern genug und sie bezahlen genug Lehrkräfte. Die Misere zeigt sich bei armen Familien am krassesten. 

Wir stellen fest: Es fehlt in den Schulen 1. an Räumen und es fehlt 2. an Personal. 

Ein Text aus der UN-Kinderrechtskonvention, gesehen in einem Gebäude der Stadtverwaltung in der Mozartstraße. Fast alle Staaten haben sie unterschrieben, längst nicht alle halten sich daran.

Aber auch die Kitas müssen besser ausgestattet werden, vor allem mit Personal. Gebraucht werden verbindliche Sprachstandserhebungen mit verbindlichen Sprachfördermaßnahmen in den Kitas. Wir brauchen in den Grundschulen in jeder Klasse Inklusionsassistenten (KOBSI-Modell), die Assistenten brauchen unbefristete Verträge (keine 1-Jahres-Verträge) und müssen besser als bisher bezahlt werden. (4.000 Euro monatlich ist schon besser als vor Jahren, es sollte aber noch Sachkosten-Erstattung hinzukommen). 

Vier Jahre Grundschule liegen hinter den Kindern. Und in diesen immerhin 4 Jahren kriegen die in den Schulen längst nicht allen Kindern lesen und schreiben und ein bisschen Mathematik beigebracht. Man fasst es nicht. Kinder, die unter ihren Möglichkeiten bleiben, die schlecht ausgebildet sind, das bedeutet für eine Gesellschaft mittel- und langfristig weniger fähige Arbeitnehmer*innen und infolgedessen Wohlstandsverlust

Zu den Kitas: Erzieherinnen müssten eingestellt werden, doch es gibt sie nicht. Da hätte die Landespolitik schon viel früher reagieren müssen. Man sieht ja, wie die Geburtenzahlen sind (und sollte sich freuen). Wann die Kids vor den Kitas stehen und vor den Schulen, das kann man alles wunderbar berechnen. Ausbaden müssen alles die Eltern. Meistens müssen die Mütter den Kids helfen, aber die Mütter werden ganz dringend im Erwerbsbereich gebraucht. 

Da mit gut funktionierenden Kitas kurz und mittelfristig nicht gerechnet werden kann, muss die Kindertagespflege einspringen. Über 600 Kinder unter 3 Jahren werden heute schon in Aachen bei Tagespflegepersonen untergebracht. Diese Personen müssen in Aachen besser bezahlt werden als bisher, ihnen steigen die Sachkosten über den Kopf.

Warum wurde nicht früher gehandelt? Warum wird nicht wenigstens jetzt gehandelt. Die StädteRegion sollte sich z. B. massiver für eine Grundschullehrer*innen-Ausbildung in Aachen (oder in der StädteRegion) einsetzen und erreichen, dass man sich in Düsseldorf über die Widerstände der RWTH hinwegsetzt. Das wäre immerhin schon mal ein Anfang.

Ebenfalls: UN-Kinderrechtskonvention

s. dazu auch: Vier-Tage-Woche wegen Personalmangel.

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