Am Donnerstag und Freitag, 25. und 26. Juni, beteiligt sich die Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen am bundesweiten Digitaltag. Motto: „Gemeinsam digital in Aachen“. Es sind alle Bürger*innen, Unternehmen und Interessierte eingeladen, Digitalisierung praxisnah zu erleben.
Im Fokus stehen im Oecher Lab (Kapuzinergraben) spannende Zukunftsthemen sowie das diesjährige Schwerpunktthema „Digitale Sicherheit“, das mit verschiedenen Angeboten aufgegriffen wird.
Deutschland und die Digitalisierung – das ist ein trauriges Kapitel, wo mehr Angst herrscht als Neugier und als Freude am Entdecken von Neuem. Dabei ist hierzulande überall Intelligenz vorhanden, aber leider – und man weiß nicht woher das kommt – eine Furcht davor, mal etwas anderes zu machen als das, was man schon immer gemacht hat.
Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der Bismarckstraße von Schlossstraße bis Neumarkt beginnen voraussichtlich ab 11. Juni die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt. Entgegen vorheriger Planungen werden die Bauarbeiten dem Straßenverlauf bis zur Drimbornstraße folgen. Gearbeitet wird in drei Unterabschnitten. Los geht es auf dem Teilstück Triebelsstraße bis Viktoriaallee.
Die Arbeiten im ersten Unterabschnitt dauern laut Zeitplan etwa fünf Monate. Im Sommer 2027 soll alles fertig sein. Mit der untenstehenden Karte bekommt man einen Überblick. Und: Bitte hier weiterlesen.
Drei von all den tausenden Personen, die in Deutschland arbeiten und in Holland wohnen und sauer sind wegen der vielen Grenzkontrollen und den ganzen nicht vorhersehbaren Verspätungen.
Am gestrigen Montag war ordentlich was los an den Grenzen unserer Region. Es waren an einem Kontrolleinsatz – so teilt die Polizei mit – gut 400 Einsatzkräfte aus 23 Behörden beteiligt.
Man hatte es – wie immer bei Grenzkontrollen – auf die üblichen Verdächtigen (Alkoholisierte, Bekiffte, Kriminelle, Illegale, Gesuchte) abgesehen und wollte insbesondere das Sicherheitsgefühls der Menschen in der Euregio Maas-Rhein erhöhen. Die Aktion fand übrigens zusätzlich zu den derzeit obligatorischen Grenzkontrollen der Bundespolizei statt.
400 Personen – von 10 bis 19 Uhr im Einsatz – dass ist ein Mega-Personalaufwand, die Zeit für Vorbereitungen und Nachbereitung nicht mitgerechnet. Das dürfte teuer sein. Ob sich das alles, wo es doch schon täglich Grenzkontrollen gibt, tatsächlich lohnt, mag jeder selbst beurteilen. Grenzkontrollen behindern das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung intensiv, es gibt oft Zeitverluste im Berufsverkehr. Mit der EU waren jedenfalls einst „offene Grenzen“ versprochen worden.
Wo genau wurde gestern kontrolliert? In der StädteRegion Aachen, in den Kreisen Heinsberg, Euskirchen und Düren.
Wer war alles beteiligt? Polizeipräsidium Aachen, Polizeipräsidium Köln, Kreispolizeibehörden, das Hauptzollamt Aachen, die Bundespolizei. Auf niederländischer Seite die Politie Limburg und der Koninklijke Marechaussee. In Belgien Personal der Polizeizonen Weser-Göhl und Eifel und der Förderalen Polizei Eupen. Außerdem die Autobahnpolizei Lüttich und das Zollamt Eupen.
Wer wurde kontrolliert? 1193 Fahrzeuge und 1794 Personen.
Zum Ergebnis wird mitgeteilt: „In 79 Fällen wurden Strafanzeigen gefertigt, davon 22 wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und sechs nach ausländerrechtlichen Verstößen. Es wurden acht Personen festgenommen. 25 Fahrzeugführer waren unter dem Einfluss von Alkohol oder BtM unterwegs – es wurden 23 Blutproben angeordnet. Zwölf Personen hatten keine gültige Fahrerlaubnis. Insgesamt wurden 435 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht – insbesondere wegen Verkehrsverstößen.“
*
Arbeitet bisweilen intensiv mit belgischer und niederländischer Polizei zusammen: die Aachener Polizei im Präsidium. Foto: AachenNews Archiv
Zum Hintergrund: Die euregionale Zusammenarbeit der Polizeibehörden organisiert sich im Rahmen der sogenannten „NeBeDeAgPol“ (Niederländisch / Belgisch/Deutsche Arbeitsgemeinschaft der Polizei). Die Planung und Durchführung von gemeinsamen Einsätzen gehört zur Kernaufgabe der NeBeDeAgPol. So auch der Einsatz von gestern.
Unterstützt wurden die Einsatzkräfte gestern durch die europäische Arbeitsbehörde „European Labour Authority“ (ELA). Die ELA kontrolliert grenzüberschreitend die Einhaltung von Arbeits- und Sozialrechten von LKW- und Busfahrern. Schwerpunktkontrollen im Grenzbereich sind Ausdruck der engen Zusammenarbeit der Behörden der drei Länder in der Euregio Maas-Rhein. Sie werden in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.
Eine Brücke quer über die Krefelder Straße soll abgerissen werden. Der Grund: Die Brücke (aus 1976) ist zwar noch standsicher, aber marode und überflüssig geworden. Sie zu sanieren wäre teurer, als sie abzureißen. Um auf der Krefelder Straße (Höhe alter Tivoli) die Seiten zu wechseln, gibt es genug andere Möglichkeiten.
Die Brücke, die entsprechend den Vorstellungen der Stadtverwaltung mittelfristig abgerissen werden soll, wurde bei einer großen Klimaschutzdemonstration im Juni 2019 kurzzeitig besetzt. Foto: AachenNews Archiv
Die alte Fußgängerbrücke hat viel erlebt. Für plakative und prägnante Mitteilungen an den unter ihr vorbeirauschenden Autoverkehr war sie immer gut geeignet. Die Älteren kennen das Stahlbetonbauwerk samt seinen steilen Treppen aus Zeiten, als die Alemannia noch auf dem alten Tivoli spielte.
In unseren Tagen nutzt diese Brücke eigentlich niemand mehr. Erstens gibt es eine neue Tivoli-Brücke, und zweitens erreicht man via Fußgängerampel (50 Meter von der alten Brücke entfernt) recht gut z. B. Hit-Sütterlin auf der anderen Straßenseite.
Vier solche Treppen gibt es, zwei auf jeder Seite. Behinderte haben keine Chance.
Die Angelegenheit wird am Mittwoch, 10. Juni, öffentlich im Rathaus behandelt (ab 17 Uhr). Entschieden wird im Mobilitätsausschuss, Donnerstag, 11. Juni, 17 Uhr, Rathaus. Alle Infos hier, unter Tagesordnungspunkt 10.
Buchstäblich eine Neueröffnung: Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee ist rundum umwerfend schön geworden.
Am Sonntag, 14. Juni, ist es soweit. Dann können an einem „Tag der offenen Tür“ die Aachenerinnen und Aachener ihr Neues Kurhaus besuchen und besichtigen. Von 11 bis 18 Uhr sind dann die Türen weit geöffnet. Vermutlich wird der Andrang so groß sein, dass Wartezeiten eingeplant werden müssen.
Nicht nur das gesamte Kurhaus, auch die Musikmuschel ist perfekt hergerichtet. Die Handwerker sind in diesen Tagen noch intensiv mit dem Feinschliff beschäftigt, sie haben sich die allergrößte Mühe gegeben und das Gebäude so hergerichtet, wie es vermutlich nur bei der Eröffnung 1916 war.
Am Sonntag, 14. Juni, steigt anlässlich der Wiedereröffnung ein großes Fest. NRW-Ministerin Ina Brandes und einige Ehrengäste werden sich das Prachtstück schon einen Tag vorher ansehen. Für alle Aachenerinnen und Aachener wird der Sonntag von lokalen Vereinen sowie künstlerischen Beiträgen aus Aachen und Umgebung gestaltet – darunter Tanz, Musik, Chöre, Lesungen und weitere Darbietungen.
Die Programmpunkte sollen fortlaufend in verschiedenen Räumen wechseln, sodass Besucherinnen und Besucher das Haus in seiner ganzen Vielfalt erleben können.
Man darf das Gebäude noch nicht betretenundnur mit etwas Geschick von außen nach innen fotografieren.Auch die Musikmuschel ist nach Jahren des Wartens endlich wieder fein herausgeputzt.
Infos zum Programm in der Musikmuschel am Sonntag, 14. Juni:
Ab Samstag, 6. Juni, startet „Sport im Park“. Sechs Wochen, bis Freitag, 17. Juli, gibt es dann im gesamten Stadtgebiet wieder mehr als 100 Angebotsstunden pro Woche in 22 Aachener Parks und Grünanlagen.
Ebenso vielfältig wie die Parks und Grünanlagen sind die rund 50 Sportangebote, die die 29 Sportvereine sowie 20 weiteren Institutionen und Trainerinnen und Trainer bei „Sport im Park“ anbieten. Alles kostenlos.
Sind wir in Aachen und der StädteRegion gut versorgt mit Ärzten, Schulen und ÖPNV, mit schnellem Internet und Freizeitangeboten? Das hat jetzt alles ein Institut versucht rauszufinden. Ansehen kann man sich das Ergebnis hier.
Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft haben die Daseinsvorsorge aller 10.817 Gemeinden und die Zufriedenheit ihrer Bewohner verglichen. Am zufriedensten sind die Leute im Städtchen Haar bei München. Aachen ist auf Rang 140 von 10.817.
So gut wie alle Städte und Gemeinden in NRW schneiden nicht schlecht ab, muss man feststellen. Außer in Monschau, Nideggen und in Hürtgenwald sind die Leute zufrieden. Aber wie stehen wir da im Vergleich mit dem europäischen Ausland, mit Kanada und den USA? Da können wir nur vermuten, dass wir schlecht abschneiden.
Umzug geplant?
Fühlt ihr euch also in Aachen tatsächlich gut versorgt? Oder plant ihr jetzt einen Umzug nach Haar bei München? Dieses 25.000-Einwohner*innen-Städtchen nimmt Platz 1 im Gesamtranking ein – unter anderem auch bei Mobilität. Der Checkpoint in Berlin hat gleich mal den Bürgermeister von Haar angerufen und festgestellt: Der Mann ist gerade sehr glücklich.
Tendenziell ganz unglücklich mit allem sind diejenigen, die politisch der AfD nahestehen. Sie nehmen angeblich alles „durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier.
Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge sei „elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie“ heißt es im Begleittext. Und weiter: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen werden.“
Das wird schwer, wird aber sicher einigen doch gelingen: Den Ausbau der Bismarckstraße durch den Pessimismusfilter wahrnehmen.Eis vom Oecher Eis-Treff gibt es jetzt übrigens aus dem Wägelchen, steht Nähe Frankenberger Park.
Elend langsam gestaltet sich die Realisierung der Ziele des Radentscheids. Dabei wurde der Radentscheid schon im November 2019 mit großer Mehrheit im Stadtrat (72 von 76 Stimmen) beschlossen. Es wurde beschlossen, dass die Stadt Aachen diesen Entscheid umsetzt, dass dies im Schneckentempo geschehen soll, davon war nie die Rede.
Immerhin fast 40.000 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen haben 2019 die Forderungen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Sie wußten, was sie taten, dürften allerdings mittlerweile reichlich enttäuscht sein.
Das Erreichte mit den Zielen verglichen
Das Team Radentscheid hat das (laut Mobilitätsbericht 2025) bis Ende des Jahres 2025 Erreichte mit den im November 2019 beschlossenen Zielen verglichen. Das ist das traurige Fazit:
„Wenn man die Zahlen des Mobilitätsberichts 2025 mit den Zielen des Radentscheids vergleicht, wird deutlich, dass die Umsetzung der meisten Ziele deutlich unter dem Sollwert von 75 % liegt und oftmals nur einstellige Prozentwerte erreicht werden.
Auch wenn man berücksichtigt, dass es in den Anfangsjahren etwas langsamer ging, da zunächst geplant werden musste, liegt die Umsetzungsgeschwindigkeit deutlich unter dem angestrebten Maß. Betrachtet man die Fortschritte im Vergleich mit dem Jahr 2024, muss leider festgestellt werden, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit im Jahr 2025 auf niedrigem Niveau sogar noch deutlich zurückgegangen ist. So wurden z.B. im Jahr 2024 noch 2,4 km sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen gebaut (Ziel 3), während im Jahr 2025 lediglich 400 Meter neu hinzu gekommen sind.“
25 prall gefüllte Ordner mit Unterschriften übergaben Aktive des Radentscheids im Oktober 2019 dem damaligen Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte). Da war die Hoffnung auf zügige Realisierung der Ziele noch groß. Archiv-Foto: Ingrid Karst-Feilen
Mitten in Aachen steht ein Kaufhaus – gigantisch und seit Jahren leer. Es soll einmal die Stadtbibliothek und die Volkshochschule beherbergen und soll dann den schönen Namen „Haus der Neugier“ bekommen.
In den Sommermonaten bietet die Haus der Neugier GmbH jeden ersten Montag oder Donnerstag im Monat Führungen an. Wie das fertige Haus einmal aussehen wird, ist vor Ort noch schwer vorstellbar. Der entkernte Bau des ehemaligen Lust for Life/Horten ist trotzdem sehenswert.
Foto: Haus der Neugier GmbH
Überraschend und eindrucksvoll sind die Dimensionen des Innenraums, die im leeren Zustand besonders gut zu erfassen sind. Bemerkenswert ist auch der neue Durchblick über alle Ebenen. Hat man das vierte Obergeschoss erklommen, belohnt ein neuer Blick auf Dom und Rathaus. In ein paar Jahren wird dort ein Café mit Außenterrasse dazu einladen, diesen Blick zu genießen.
Anmeldungen mit Angabe des Namens und der Telefonnummer sind für folgende Termine unter der Mailadresse info@hausderneugier.de möglich:
Personen, die an einer Führung teilnehmen, sollten sicher zu Fuß sein. Einen barrierefreien Zugang zu den oberen Etagen gibt es nicht. An der 45-minütigen Führung können maximal 15 Personen teilnehmen. Treffpunkt ist am Eingang Bädersteig unter dem großen gelben Banner. Infos über das Haus der Neugier auf www.hausderneugier.de.
Ein absurdes Stück staatlichen Handelns prangern Teile des Öffentlichkeit seit geraumer Zeit an, ohne dass sich etwas ändert. Es ist die Tatsache, dass man für unablässiges Schwarzfahren und erwischt werden ins Gefängnis kommt. Ein Vorgang, bei dem die Allgemeinheit gewaltig draufzahlt, denn jeder Tag im Knast ist irre teuer.
Das Thema stand jetzt im Rat der Stadt Aachen auf der Tagesordnung, denn auch die ASEAG erstattet Anzeige, wenn jem. schwarz unterwegs ist und bringt damit letztlich Menschen ins Gefängnis, die weder das Ticket noch die Strafe zahlen können. Dazu gab es im Rat einen Wortbeitrag von Dirk Szagunn, der für die Partei VOLT ehrenamtlich im Rat aktiv ist.
*
Dirk Szagunn sagte:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,
wir reden heute über eine Entscheidung, die die ASEAG jeden Tag trifft: Was passiert, wenn jemand ohne Ticket kontrolliert wird? Die Antwort der ASEAG lautet bislang: Strafanzeige.
Das ist ihr gutes Recht. Aber es ist keine Pflicht. Wir haben dazu eine klare andere Vorstellung, die wir bereits Anfang 2024 als Antrag eingebracht haben. Und angesichts der Menschen, die diese Anzeigen am Ende ins Gefängnis bringen, lohnt es sich, diese Praxis heute gemeinsam zu hinterfragen.
Wer sitzt am Ende wirklich ein?
Die ASEAG erstattet Strafanzeige. Es gibt ein Verfahren, eine Geldstrafe wird verhängt. Die Person kann nicht zahlen. Die Folge: Ersatzfreiheitsstrafe. Wer sind diese Menschen? Der Kriminologische Dienst NRW hat die Ersatzfreiheitsstrafe allgemein untersucht. Das Ergebnis:
77 Prozent sind arbeitslos, 58 Prozent sind langzeitarbeitslos
32 Prozent sind drogenabhängig
21 Prozent sind obdachlos
17 Prozent sind dokumentiert suizidgefährdet
13 Prozent sind alkoholabhängig
1 von 7 wegen Schwarzfahren Verurteilten verbüßt eine EFS (NRW)
ca. 9.000 Menschen in EFS wegen Schwarzfahren
insg. sind monatlich betrachtet 2.400 – 3.400 Personen in EFS
25% davon wegen Schwarzfahren
Diese Menschen sind, so die Formulierung des Kriminologischen Dienstes selbst: verarmt, krank, sozial ausgeschlossen und im strafrechtlichen Sinn nicht gefährlich.
Diese Menschen fahren nicht schwarz, weil sie das System aushebeln wollen. Sie fahren schwarz, weil sie kein Geld für ein Ticket haben. Und sie gehen ins Gefängnis, weil sie kein Geld für die Geldstrafe haben.
95 Prozent der Betroffenen haben weniger als 1.000 Euro monatlich zur Verfügung. Nur ein Prozent verfügt über Rücklagen. Es ist keine Frage des Willens – es ist eine Frage der Armut.
Was die Haft anrichtet
Die Haftdauer richtet sich nach der Zahl der Tagessätze: Bei typischen Urteilen von 15 bis 30 Tagessätzen sind das 8 bis 15 Tage. Bei Wiederholungstätern – oft Menschen, die wegen Sucht oder Obdachlosigkeit immer wieder ohne Ticket fahren – kann es zu Aufenthalten von 80, 100 oder noch mehr Tagen kommen. Der Freiheitsfonds dokumentierte einen Einzelfall mit 615 Hafttagen – für Schwarzfahren.
Und was nutzt diese Haft?
Keine Resozialisierung: Bei wenigen Wochen Haft können weder Schulden geordnet noch Suchtbehandlungen begonnen werden.
Jobverlust: Wer inhaftiert wird, verliert häufig seinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz.
Familiäre Folgen: Ende von Beziehungen, Partner geraten in finanzielle Not.
Wohnungsverlust: Obdachlose verlieren ihre Unterkunft, Menschen mit Wohnung riskieren die Kündigung.
Soziale Ausgrenzung: Bestehende Beratungs- und Hilfsstrukturen werden unterbrochen
Die Haft schafft keine Lösung. Sie vertieft genau die Probleme, die dazu geführt haben, dass jemand ohne Ticket gefahren ist.
Was kostet uns die Strafanzeige als Gesellschaft?
Fahrscheinpreis (Schaden durch eine Schwarzfahrt)
3,70 €
Erhöhtes Beförderungsentgelt (ASEAG)
60 €
Kosten pro Hafttag NRW
mindestens 150 €
Kosten bundesweit pro Jahr (Schätzung Freiheitsfonds)
~120 Mio. €
Bei den ca. 120 Millionen Euro handelt es sich nur um die Kosten für die Haft, Aufwendungen für Staatsanwaltschaft und Gerichte sind nicht enthalten. Dass diese Institutionen chronisch überlastet sind, soll heute nicht mal Thema sein!
Bereits ein einziger Hafttag kostet also schon doppelt so viel, wie das erhöhte Beförderungsentgelt einbringt.
Die Strafanzeige der ASEAG ist der erste Schritt in einer Kette, die den Steuerzahler am Ende ein Vielfaches kostet – ohne dass irgendwelche Probleme dadurch gelöst würden.
Das ist kein effizientes System. Das ist ein System, das Armut bestraft und dafür selbst teuer bezahlt.
Was haben andere Verkehrsunternehmen gelernt?
KVB Köln und Rheinbahn Düsseldorf: Kein Strafantrag – nur erhöhtes Beförderungsentgelt, zivilrechtliche Eintreibung
Bonn, Münster und weitere: Abgestufte Verfahren mit Ermahnungen vor einer Anzeige
All diese Unternehmen kassieren weiterhin das erhöhte Beförderungsentgelt. Der wirtschaftliche Schaden wird ausgeglichen – nur ohne Staatsanwaltschaft, ohne Gericht, ohne Gefängnis.
Erlauben Sie mir einen Blick auf die Auswüchse dieses Unsinns: Der Freiheitsfonds. Der Verein sammelt Spendengelder und zahlt damit die offenen Geldstrafen von Menschen, die wegen Schwarzfahrens in Ersatzhaft sitzen. Die Häftlinge kommen sofort frei.
Die Bilanz des Freiheitsfonds bis heute:
über 1.000 Menschen aus der Haft befreit
über 183 Jahre Ersatzfreiheitsstrafe verhindert
Mehr als 14 Millionen Euro Haftkosten für den Staat gespart
Im September 25 wurden in einer großen Aktion des Freiheitsfonds auch vier Insassen der JVA Aachen frei gekauft, einer hätte noch 70 Tage Haft verbüssen müssen mit Kosten von über 14.000 Euro. Er wurde für 700 Euro ausgelöst, bedeutet einen Tagessatz von 10 Euro, ein klares Indiz dafür, dass es sich um ein klassisches Armutsdelikt handelt.
Wir sollten uns fragen, was es über unser System aussagt, wenn eine Spendeninitiative Menschen freikaufen muss, weil der Staat sie für eine Busfahrt einsperrt? Was sagt es, wenn Justizvollzugsbeamte den Freiheitsfonds selbst anrufen und um Freikauf bitten – weil sie wissen, dass diese Inhaftierung sinnlos ist?
Wir als Rat müssen nicht warten, bis Berlin handelt. Die ASEAG kann heute einfach aufhören, der erste Schritt in diese Kette zu sein.
Ich möchte daher alternativ als Beschlussvorschlag folgendes einbringen:
Die ASEAG verzichtet zukünftig auf eine Strafanzeige bei Schwarzfahrenden. Das erhöhte Beförderungsentgelt bleibt weiterhin fällig und wird mit zivilrechtlichen Mitteln eingetrieben. Der Rat der Stadt weist die Vertreter in den entsprechenden Gremien an, dort entsprechend darauf hin zu wirken.
Vielen Dank!
***
Der Stadtrat reagierte anders, als ihm von der Verwaltung vorgeschlagen wurde: Er fasste mit großer Mehrheit den Entschluss, an den Aufsichtsrat der Aseag zu appellieren, sich noch einmal mit der Frage zu befassen, ob zukünftig auf eine Strafanzeige bei „Schwarzfahrern“ verzichtet werden kann. Es besteht also noch Hoffnung, dass sich der Wille zum rationalen Handeln durchsetzt.
In fast allen deutschen Städten finden Bürger*innen immer weniger Schutz vor den Folgen der Klimakrise. Das zeigt der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der in diesem Jahr einen besonderen Fokus auf den Baum- und Grünflächenbestand sowie die Entwicklung in den Städten legt. Mehr als 900.000 Bäume sind demnach zwischen 2018 und 2025 aus den untersuchten 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern verschwunden. In der Gesamtauswertung schneiden die Städte Offenburg, Lahr und Mannheim besonders schlecht ab. Positiv stechen Kiel und Wuppertal hervor.
„Walk & Talk“ mit OB
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons lädt am Dienstag, 16. Juni, zu einem „Walk & Talk“ entlang der Elsassstraße ein. Von 17 bis 20 Uhr besteht die Möglichkeit, ihn auf einem Spaziergang durch das Quartier zu begleiten und sich unterwegs direkt mit ihm auszutauschen. Der Spaziergang startet im Bereich Kennedypark/Elsassstraße und führt über verschiedene Stationen entlang der Elsassstraße bis zum abschließenden offenen Austausch am Elsassplatz. Dort besteht ab etwa 19 Uhr die Möglichkeit, sich in größerer Runde weiter zu unterhalten.
Alemannia: JHV
Die nächste Jahreshauptversammlung vom Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V. ist für heute, Mittwoch, 10. Juni,angesetzt. Beginn ist um 19 Uhr. Der Einlass ist bereits ab 18 Uhr. Die Veranstaltung wird in der Aula des Einhard-Gymnasiums stattfinden. Kürzlich (8. Juni) hat der Verein mitgeteilt, dass für die neue Saison schon 7500 Dauerkarten verkauft bzw. verlängert wurden.
Gehackt in Aachen
Cyberangriffe betreffen längst nicht mehr nur Großkonzerne, sondern zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen, die oft mit Phishing, betrügerischen Zahlungsaufforderungen oder Angriffen über Zulieferer konfrontiert sind. Am Freitag, 25. Juni, gibt es eine Veranstaltung, die einen praxisnahen Überblick zu aktuellen Cyberrisiken bietet. Von 16 bis18.30 Uhr, im Oecher Lab, Kapuzinergraben 19d. Anmeldung erforderlich: https://beteiligung.nrw.de/portal/aachen/beteiligung/themen/1026542
Hamburg will nicht
Hamburg sagt Tschüsszu Olympia – beim Referendum stimmten 54,9 Prozent gegen eine Bewerbung ihrer Stadt für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 (Wahlbeteiligung 49,5 %). AfD und Linke hatten gegen Olympia mobilisiert. Damit ist Hamburg schon mal aus dem Rennen. 3 mal Ja zur Olympia-Bewerbung in Deutschland. „Ja? Ja! Ja! Ja. Ja. Ja, klar. Ja? Klar!“
Bismarck ist rot
Die Bismarckstraße zwischen Schlossstraße und Neumarkt ist rot eingefärbt. Die Straße ist Bestandteil der Radvorrangroute nach Brand und Eilendorf. Die Arbeiten sollten eigentlich fertig sein. Sie sind aber sehr witterungsabhängig. Die Fahrbahn sei in diesem Zeitraum für Kfz und Räder gesperrt, heißt es in einer Mitteilung.
Wasser-Risiko-Check
Wer sich schon mal gefragt hat „wo kann ich das Hochwasserrisiko für meine Adresse prüfen?“, dem kann geholfen werden: Für Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt die hochwasser-app.nrw, die eine Bewertung des Überflutungsschutzes für das eigene Zuhause ermöglicht.
***
*
Jetzt sind es schon über4 Jahre, in denen es 300 Millionen Europäern nicht gelungen ist, den barbarischen Anführer von 150 Millionen Russen zu stoppen. „Nie mehr Krieg“, das bedeutet, dass man in der Lage ist, sich zu wehren, so dass kriegslüsterne, niederträchtige Diktatoren und Massenmörder erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Krieg zu beginnen.
***
In a world full of trends, choose something timeless: EU values. 10 Länder wollen der EU beitreten und würden dafür sogar auf ihr Veto-Recht verzichten. Das Veto-Recht lähmt den ganzen Laden, Deutschland sollte mit gutem Beispiel vorangehen und auf dieses Recht verzichten. Die ganze EU machte bisher sowieso immer ziemlich genau das, was Deutschland möchte. Das wird auch in Zukunft so sein. Wie auch anders? Die Präsidentin der Europäischen Kommission ist eine Deutsche, der Vorsitzende der größten Fraktion im Europäischen Parlament ist ein Deutscher und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament ist eine Deutsche.
Wertstoffe sammeln
Das Wertstoffmobil hält regelmäßig auf drei Supermarkt-Parkplätzen: am Kaufland an der Vaalser Straße, am Hit Sütterlin am Tivoli und am ALDI in Oberforstbach. Infos zu Terminen und Wertstoffen,Quelle: Presseamt
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Die Adresse: mail@AachenNews.org
WDR-Bericht . . .
. . . über die Koalitionsverhandlungen in Aachen (ab 03:02). Es wollen sich jetzt CDU, SPD, Volt und die FDP auf eine Linie einigen, für die nächsten 4 Jahre, nachdem es zwischen CDU und Grünen zu keiner Einigung gekommen ist. Hier klicken.
Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen in Aachen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.