Auch in Aachen: GenZ demonstriert

Uns allen könnte ein heißes Wochenende bevorstehen. Ausgerechnet zu Halloween, was ohnehin nicht gerade ein besinnliches Fest ist, wird es erstens bundesweit sogenannte Schülerdemos der GenZ geben, zweitens deutet alles darauf hin, dass Aachen mitmacht und dass es drittens eine starke „Gegendemo“ geben wird.

Offenlage: Was genau passiert, weiß kein Mensch. Infos müssen zum Teil dubiosen Plattformen im Internet entnommen werden.

Sicher ist, dass am Samstag, 31. Oktober, um 14 Uhr am Elisenbrunnen demonstriert wird: für Bildung, bezahlbares Leben und u. a. für eine Ablehnung der Wehrpflicht. Letzteres, die Ablehnung der Wehrpflicht, spaltet zur Zeit jede Diskussionsrunde.

Getreu dem Grundsatz „wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ kann AachenNews der Wehrpflicht durchaus etwas abgewinnen. Es ist nämlich keine überzeugende Vorstellung, dass man einem übergriffigen, kriegsgeilen Putin ohne Gegenwehr Einfluss auf das eigene Leben gewährt. Dass aber von Russland aus versucht wird, Einfluss auf die Politik Deutschlands zu nehmen, das ist offensichtlich. Abschreckung tut Not, und für Abschreckung muss eine gut aufgestellte Bundeswehr sorgen.

Die größten Demos soll es in Stuttgart, Erfurt und Köln geben. Ohne Zweifel ist davon auszugehen, das Personen, die sich gern prügeln, Brände legen, plündern und die Gewalt und Chaos richtig schön finden, dass es diese Leute gibt und dass sie auf ihre Auftritte warten. NRW-Innenminister Reul (CDU) meint, die Polizei im Lande sei gerüstet. Die Junge Union (JU) von Berlin-Mitte soll gefordert haben, die Bundeswehr möge im Rahmen von sogenannter Aufstandsbekämpfung zum Einsatz kommen.

In Aachen gibt es angeblich einen Aufruf stark rechtsgerichteter Kreise zu einer Gegendemo. Sie soll ebenfalls am kommenden Samstag um 14 Uhr auf dem Markt stattfinden. Motto: „Verteidigt Aachen, gegen die Zerstörung“.

Zum Hintergrund: Die GenZ (d. h. Generation Z), das sind in etwa die Jahrgänge 1997 bis 2012. Es sind junge Menschen, die sich z. B. wegen hoher Mieten auf absehbare Zeit keine eigene Wohnung werden leisten können. Sie leben mit der Angst, dass die Künstliche Intelligenz ihre Ausbildung und ihren Beitrag in der Arbeitswelt überflüssig machen wird, sie sehen keinen wirksamen Klimaschutz. Dass ihnen der Sinn nach Protest steht, ist absolut nachvollziehbar.

Einige Links https://www.instagram.com/genzregeltaachen/

Hier nachlesen https://www.instagram.com/p/De-E6Pjiu1L/

Zum Weiterlesen : https://genz-regelt.de/

und hier: Bundesschülerausschuss distanziert sich

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Sorry Bundeswehr, das geht so nicht!

Der Himmel öffnete seine Schleusen, ein Herbststurm der Extraklasse setzte ein. Das schreckte die Menschen nicht, die sich gestern (Freitag) auf dem Neumarkt versammelten und sich vorgenommen haben, die Beverau – die wichtigste von drei Kaltluftschneisen Aachens – vor der Bundeswehr zu retten.

Die Wiesen- und Waldlandschaft im Südosten Aachens ist ein Landschaftsschutzgebiet, ihm drohen Versiegelung und Naturzerstörung.

Auf dem Neumarkt wurden am Freitag kämpferische Reden gehalten. Es gab Beifall.

Im Frankenberger Viertel versammelten sich etwas über 100 Personen. Es war die erste Demonstration, sie stand unter dem Motto „Eselsweg retten, Kaserne stoppen“. Der Eselsweg führt quasi queer durch das 277.592 Quadratmeter große Gebiet. Der Neumarkt wurde mit Bedacht gewählt: Das Frankenberger Viertel ist stark betroffen, wenn die Beverau versiegelt wird, wenn also Wasser dort nicht mehr versickern und Kaltluft nicht mehr gebildet werden kann.

Die Bundeswehr will die Kaltluftschneise mit einer massiven Kaserne samt Schulungstrakten, Fahrzeughallen und Verkehrsübungsplatz bebauen. Die überparteilichen Veranstalter der Demo und die Demonstranten waren sich einig: Das muss verhindert werden.

Eine Stunde lang erklärten mehrere Redner*innen, was elf Arbeitsgruppen schon alles unternommen haben (u.a. 2000 Fenster-Plakate gedruckt) und was noch getan werden sollte, um das Ziel „Eselsweg retten“ zu erreichen. Eins ist klar: Es wird weitere Proteste geben, z. B. am Samstag, 7. November, mittags, im Frankenberger Park.

Mitglieder vom Aachener Baumschutzbund gaben mit ihrem Transparent der Demonstration einen passenden Rahmen.

Dazu Infos in der TAZ von Bernd Müllender: https://taz.de/Landschaftsschutzgebiet-Beverau/!6222908/

Zur Initiative geht es hier.

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Wasserleitungen werden abgedreht

In den kommenden Wochen werden die Friedhöfe winterfest gemacht. Dann werden die Wasserleitungen abgedreht. Es handelt sich um sogenannte Sommerleitungen, die nicht frostsicher sind. Auch die Wassersäulen müssen vor Frost geschützt werden, da sie bei niedrigen Temperaturen beschädigt werden könnten.

Im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder steigen, werden die Leitungen wieder geöffnet.

Der alte Friedhof in Laurensberg, direkt neben der Kirche.

Friedhof Walheim

Nach mehreren Monaten Bauzeit steht auf dem Friedhof Walheim eine neue Wasserleitung zur Verfügung. Das teilte die Pressestelle der Stadt jetzt mit.

Im Frühjahr war festgestellt worden, dass die Hauptwasserleitung für diesen Friedhof beschädigt und nicht mehr reparabel war. Daher wurde die Zuleitung zum Friedhof durch den Versorger sowie eine Tiefbaufirma neu verlegt. Eine besondere Herausforderung stellte dabei der Untergrund dar: Da der neue Rohrgraben durch Schieferfels verläuft, musste das Gestein Meter für Meter mit einem Presslufthammer gelöst und anschließend mit einem Saugbagger entfernt werden.

Die provisorischen Wasserfässer auf dem Friedhof werden nach und nach abgebaut.

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Neue Maßstäbe für nachhaltiges Bauen

Wer sich mit dem befasst, was die RWTH alles erforscht, wird ständig überrascht. Zuletzt wunderten wir uns über die Fassade eine Instituts am Seffenter Weg. In dicken Büscheln wachsen da die Pflanzen aus der Hauswand raus, sie scheinen geradezu aus den Außenwänden zu sprießen. Wie ist das möglich?

Ein Gebäude mit einer immergrünen Fassade, davon träumen Architekten, die ein ökologisches Bewusstsein entwickelt haben und nachhaltig bauen wollen. Der BLB hat es realisiert.

Drei Seiten vom Verkehrswissenschaftlichen Institut (VIA) der RWTH Aachen sind begrünt. Die bepflanzten Paneele wuchsen zunächst im Gewächshaus heran, so wird mitgeteilt. Dort hätten sich die Pflanzen an ihre spätere senkrechte Lage schon mal gewöhnt, bevor die Paneele an der Fassade angebracht wurden.

Eine Sensation bzw. ein Wunder der Technik ist – jedenfalls für den unbedarften Laien – die Bewässerung. Regenwasser wird angeblich auf dem Grundstück gesammelt, in einer Zisterne gefiltert und anschließend über eine automatische Tröpfchenbewässerung an die Grünfassade abgegeben. Auf dem Dach gibt es eine Photovoltaikanlage, ihr Strom wird vor Ort im Gebäude verbraucht.

Innen gibt es unter anderem eine Versuchseisenbahn im Maßstab 1:87. Und draußen rollen passend die realen Züge über die Gleise. „Wer hier arbeitet, hat genau den Betrieb vor Augen, den das Institut erforscht“, schreibt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW auf seiner Seite. In dem Gebäude untersuchen die Wissenschaftler das Bahnsystem in seiner ganzen Breite: vom Bahnbetrieb über den Gleisbau bis hin zur Sicherungstechnik.

Das Mikroklima soll positiv beeinflusst werden. Der vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW realisierte Komplex gilt als ökologisches Vorzeigeprojekt.

Das Gebäude entstand in Holzmodulbauweise, Gesamtfläche 1.580 Quadratmeter, Bauherr ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Aachen, www.blb.nrw.de, als Architekt zeichnen Beißel Architekten Aachen, www.aachener-architekten.de verantwortlich. Schöne Fotos gibt es hier.

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Die Polizei sitzt auf zahllosen Zweirädern und will sie loswerden

Ende Oktober (Freitag, 30. Oktober) findet auf dem Gelände des Polizeipräsidiums an der Trierer Straße 501 wieder eine Versteigerung von Zweirädern und weiteren Gegenständen statt. Bei der Versteigerung werden unter anderem Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und Kleinkrafträder sowie weitere Gegenstände (beispielsweise Werkzeug) angeboten.

Manchmal findet die Polizei Zweiräder und stellt fest: Es ist Diebesgut, der rechtmäßige Eigentümer lässt sich aber nicht ermitteln. Foto: AachenNews Archiv

Die Besichtigung der Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und sonstiger Gegenstände ist ab 9 Uhr möglich. Die Versteigerung beginnt um 09.30 Uhr. Die Kleinkrafträder werden voraussichtlich ab 11 Uhr versteigert und können ab 10.30 Uhr besichtigt werden.

Alle Fahrzeuge und Gegenstände werden im Zustand „gekauft wie gesehen“ angeboten. Die Bezahlung ist ausschließlich in bar möglich. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Hinweise: 1. Auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Aachen gibt es keine Parkmöglichkeiten. 2. Gültigen Personalausweis oder Reisepass mitbringen. 3. Ersteigerte Fahrzeuge müssen unmittelbar nach der Versteigerung mitgenommen werden.

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Es nimmt kein Ende: Schockanruf verhindert mal wieder kluges Nachdenken

Unbekannte Täter haben am Freitag (16. Oktober) eine Seniorin um Bargeld in sechsstelliger Höhe betrogen. Die Täter nahmen – wie immer – telefonisch Kontakt auf, das teilte die Polizei in Aachen mit. Die Kriminalpolizei sucht jetzt Zeugen.

Der Betrug lief nach der altbekannten Masche ab: Die ältere Dame erhielt am Nachmittag einen sogenannten Schockanruf. Die unbekannte Anruferin schilderte ihr, dass ihr Sohn im Ausland einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Damit ihr Sohn frei gelassen werden könne, müsse sie eine Kaution bezahlen.

Die Seniorin übergab kurze Zeit später an ihrer Haustür in der Straße Rosberg einen vierstelligen Geldbetrag an einen Mann. Der ging weg, kam aber kurze Zeit später zurück, stand an der Haustür der Seniorin und sagte, dass die Kaution nicht ausreichen würde. Daraufhin habe die Rentnerin dem Unbekannten einen weiteren nun sechsstelligen Betrag ausgehändigt. – Erst später bemerkte sie, dass es sich um einen Betrug handelte.

Foto: Die Polizei sitzt mit viel Personal in ihrem Präsidium und will helfen. Im Falle eines Schockanrufs gilt: Schnell mal bei der Polizei (110) anrufen und die Sache besprechen.

Der Mann, der den Geldbetrag an der Haustür entgegennahm, kann wie folgt beschrieben werden: Er soll etwa 20 bis 25 Jahre alt sein und etwa 1,53 m groß. Er hat längere, rötliche Haare und trug zur Tatzeit eine Baseballkappe. Wer in der Nähe des Tatortes verdächtige Personen gesehen oder verdächtige Vorfälle beobachtet hat, soll sich bitte bei der Polizei zu melden. Telefonisch zu den Bürozeiten unter 0241-9577 31301 und außerhalb der Bürozeiten unter 0241-9577 34210.

Im Rahmen der Internetwache der Polizei NRW gibt es außerdem die Möglichkeit, Hinweise und Dateien (z.B. Fotos/ Videos) digital an die Polizei Aachen zu übersenden: https://internetwache.polizei.nrw/ich-moechte-einen-hinweis-geben.

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Innenstadt: Bald sprudelt hier gar nichts mehr

Es ist schon wieder Herbst und es ist schon wieder Zeit, die Aachener Brunnen auszuschalten. In Kürze hören die bachwassergespeisten Brunnen in der Aachener Altstadt auf zu sprudeln. Stadt und Regionetz arbeiten hierfür Hand in Hand.

Der Wasserlauf entlang des Lindenplatzes und der Tritonenbrunnen im Aachener Südviertel sind bereits außer Betrieb. „Sodann kümmert sich das Brunnendienst-Team des städtischen Gebäudemanagements Stück für Stück um die weiteren Anlagen“, so lässt uns die Pressestelle der Stadtverwaltung wissen. Und: Bis voraussichtlich Anfang November seien dann alle weiteren vom Netzwasser gespeisten Brunnen – von den Außenbereichen startend bis in die City hinein – außer Betrieb genommen.

Als letztes werden die Wasserfontänen am Europaplatz abgeschaltet. Der Winterschlaf der städtischen Brunnen endet traditionell zur Osterzeit. Foto: AachenNews Archiv

Völlig unabhängig von frostigen Temperaturen funktionieren übrigens die Anlagen am Elisengarten (Elisenbrunnen und Kreislauf des Geldes) und am Neuen Kurhaus. Diese Brunnen werden mit warmem Thermalwasser versorgt und können daher auch während der Wintermonate betrieben werden.

Aachen ist eine Brunnen-Stadt. Insgesamt betreibt das Gebäudemanagement derzeit rund 65 städtische Wasserspiele.

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Wahnsinn: Bald gute Mobilfunkversorgung auch in Orsbach

In Orsbach haben die Bauarbeiten für einen neuen Mobilfunkmast begonnen. Das hat jetzt der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung mitgeteilt.

Die neue Anlage „soll die bestehende Versorgungslücke im Aachener Nordwesten an der niederländischen Grenze schließen“ und damit die Mobilfunkversorgung in dem bislang unterversorgten Bereich verbessern. Der neue Mast ist perspektivisch für die Nutzung durch mehrere Mobilfunknetzbetreiber vorgesehen. Damit wird eine gemeinsame Infrastruktur geschaffen, die eine Versorgung des bislang unterversorgten Bereichs durch verschiedene Mobilfunknetze ermöglicht.

Die Fertigstellung des Funkmastes ist bis Mitte Dezember 2026 vorgesehen. Danach wird die Antenneninfrastruktur durch die Mobilfunknetzbetreiber installiert. Nach aktuellem Planungsstand soll der Mobilfunkbetrieb etwa im Februar/März 2027 starten. Foto: Stadt Aachen/Lisa Ebach

In der Vergangenheit, so wird weiter mitgeteilt, habe es aus der Bürgerschaft wiederholt Rückmeldungen über unzureichende Mobilfunkversorgung im Bereich Orsbach gegeben.

Die Bodenplatte für den neuen Funkmast ist bereits fertiggestellt. In den kommenden Monaten wird die Anlage weiter errichtet und für die Installation der technischen Infrastruktur vorbereitet.

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450 sind mit Streichungen nicht einverstanden

An einer Kundgebung der Sozialverbände und Initiativen nahmen gestern etwa 450 Menschen teil. In Burtscheid demonstrierten sie stimmgewaltig gegen die vom StädteRegionstag geplanten und gegen die schon beschlossenen Kürzungen im Sozialbereich.

Protest vor den Burtscheider Kurparkterrassen,, wo sich der StädteRegionstag zu seiner Sitzung versammelte. Foto: Michael Klarmann

Unter vielem anderen soll die für alle Menschen in Krisen- und Konfliktsituationen völlig kostenfreie, anonyme und rund um die Uhr erreichbare Telefonseelsorge kein Geld mehr aus der Kasse der StädteRegion bekommen. Auch dem Verein Refugio droht eine Streichung von Geldern.

Das Motto der Demonstration lautete: „Was bin ich euch wert?“ Angesichts der Sparmaßnahmen, die alle noch kommen werden und die mit den ausbleibenden Steuergeldern durch die Unternehmen zu tun haben, wird man sich wohl auf weitere Demonstrationen einstellen müssen. Die Wirtschaft floriert nicht so wie gewünscht, weil Russland in Europa Krieg führt und weil Trump Krieg gegen den Iran begonnen hat und ihn damit so stark gemacht hat, dass dieser den Ölverkauf kontrolliert.

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In Sachen Beverau und Krugenofen ist noch nicht alles verloren

Verhalten gute Nachrichten gab es gestern im Stadtrat. Sowohl was den Erhalt des Innenhofs zwischen Krugenofen, Sebastianstraße und Neustraße betrifft als auch bezüglich der Beverau.

Auf die Beverau hat – zum Erschrecken vieler Aachener*innen – die Bundeswehr ein Auge geworfen. Mehr noch: Das Verteidigungsministerium will auf den Wiesen in der Beverau große Hallen und Gebäude errichten.

Das Gebiet, das bebaut werden soll. Mitten drin: der Eselsweg. Screenshot: Google Maps

Man will ein riesenhaftes Gelände (knapp 280.000 Quadratmeter) versiegeln, so dass bei Hitze oder Starkregen das Frankenberger Viertel bzw. die ganze Innenstadt massiv betroffen sind – durch 1. Vernichtung einer Kaltluft-Entstehungszone und daraus folgenden, unerträglich hohen Temperaturen und 2. Überschwemmungen durch Wassermassen, die die örtliche Kanalisation komplett überfordern würden. Auf bebautem Gelände kann ja bekanntlich Wasser nicht versickern. Millionen Liter würden bei Starkregen in Richtung Tierpark stürzen und von da in Richtung Innenstadt.

Alles habe die Bundeswehr geplant, indem man sich über wissenschaftliche Erkenntnisse einfach hinwegsetzte. Im Rat hat Rolf Einmahl (CDU) das sehr anschaulich dargestellt. Er erhielt Beifall.

Mit Mehrheit machte der Rat aber auch klar, dass man die Ziele der Bundeswehr, nämlich angesichts des Krieges (Russland gegen die Ukraine und die EU) für Landesschutz zu sorgen, durchaus gerechtfertigt findet und unterstützt. Besonders die Vertreter der Linken sahen das nicht so deutlich, sie meinten, man müsse das trennen, wurden aber überstimmt.

In Windeseile hatte nach Bekanntwerden der Pläne der Bundeswehr die Stadtverwaltung unter der Leitung von Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons eine umfangreiche Stellungnahme verfasst. Es wurde alles zusammengetragen, was an negativen Folgen durch die gigantische Bebauung ganz sicher zu erwarten sein würde. „Ich bin sehr guten Mutes“, so Ziemons gestern im Rat. Und weiter: Er habe die Bundeswehr überzeugen können, „das man sich jetzt mal Alternativen für den Kasernenbau“ ansehen werde. Dem zahlreich erschienen Publikum fiel da schon der eine oder andere kleine Stein vom Herzen.

Bei den heißen Sommern, die noch kommen werden, dürfen drei Gebiete nicht zugebaut werden, weil dort Kaltluft entsteht, die nachts in die Innenstadt fließt: Indetal, Soers und Beverau. Es sind im Grunde drei Klimaanlagen, über die die Stadt verfügt, sie müssen erhalten bleiben.

Ganz zu Beginn der Sitzung gab es eine weitere, gar nicht so schlechte Nachricht: Der Investor, der in Burtscheid am Krugenofen, den letzten grünen Innenblock in diesem Quartier bebauen will, hat seinen diesbezüglichen Antrag zurückgezogen. Die von der Verwaltung niedergeschriebenen Bedenken gegen das Vorhaben könnten ihn dazu bewogen haben, wer weiß?! Es gab auch eine Petition, die möglicherweise ihre Wirkung getan hat.
Wenn man bedenkt, wie viel ehrenamtliche Arbeitszeit dafür draufgegangen ist, sich mit den Absichten des Investors ganz intensiv zu befassen, kann man nur „danke“ sagen. Die Demokratie, wie wir sie kennen und praktizieren, ist nichts für Ungeduldige.

Eine grüne Oase, die nicht bebaut werden sollte, obwohl es Wohnungsnot gibt in Aachen. Screenshot: Google Maps
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