Maskenpflicht und Maskenverweigerer in Aachen

In der City von Aachen nehmt ihr am besten den Mund-Nasenschutz gar nicht mehr ab. Wie man sieht (die Karte kann man sich auch größer klicken), herrscht fast überall Maskenpflicht. Karte: Stadt Aachen

Infos zur Maskenpflicht und zu der Karten findet ihr hier.

Über Maskenverweigerer

Die Menschen, die keine Maske tragen wollen und sich durch die Maskenpflicht drangsaliert fühlen, sollten nicht nur einfach an den Pranger gestellt werden. Man muss sich fragen: Wie kann es dazu kommen?

Dass so viele eine Vorschrift nicht beachten, das ist neu in Deutschland. Fassungslosigkeit darüber ist eine Reaktion. Und weil das so richtig, richtig neu ist, werden die „Verweigerer“ auch in den Sozialen Medien dargestellt. Wie jede Kuriosität. Leider, möchte man sagen.

Wir sind ja ein Volk, dass Vorschriften immer gern einhält und einhalten kann. Als Deutsche sind wir sozusagen seit Generationen daran gewöhnt. Vorschrift ist Vorschrift, und wir sind auch ein Volk, wo schnell mal die Polizei angerufen wird, wenn jemand gegen eine Vorschrift verstößt. Wer etwas tut, was verboten ist, und sei das Verbot auch noch so widersinnig, wird von seiner Umgebung ermahnt. Das ist in anderen Ländern anders.

Aber wir leben jetzt (besonders hier in Westdeutschland) erstmals in einer Situation allgemeiner, großer Unsicherheit und Unwägbarkeit. Man weiß tatsächlich nicht, was in 14 Tagen, was an Weihnachten los sein wird. Mehr Infizierte? Mehr Tote? Wer wird infiziert? Werden wir mit Lebensmitteln gut versorgt? Was ist mit einem Impfstoff? usw. usw. – Alles unklar.

Die Komplexität der Situation überfordert ganz klar etliche Leute. Sie sind nicht mehr in der Lage, jegliche nahe Zukunft zu planen. Sagen wir mal so: Nicht jedes Gehirn ist in der Lage, eine komplexe Situation dennoch einzuordnen. Manch einem musste man ja schon vor Corona bestimmte Dinge wieder und wieder erklären, ehe der Gedanke langsam ins Hirn des Gegenüber sickerte. Und man an den Fragen erkennen konnte, dass der andere endlich verstanden hat, worum es überhaupt geht.

Es ist nicht gerade leicht zu verstehen, was ein Virus ist, wie es sich verbreitet und wie es sich vermehrt.

Einziger Ausweg ist dann: die Flucht in einfache Erklärungsmuster. Bis hin zu der Idee, die ganze Welt werde von einer kleinen Elite (Merkel, Bill Gates usw) kontrolliert. Oder Putin selbst habe die Produktion des Virus in Auftrag gegeben und dafür gesorgt, dass es in die Welt kommt. Alles so gehört, alles vollkommen unrealistisch.

Mehr Bildung, mehr logisches Denken fördern, mehr Mathematik, Biologie und Chemie im Unterricht (auch in den Berufsschulen) könnte helfen. Für „nach der Pandemie“ sollte man sich das aufschreiben wenn es dann darum geht: Was haben wir jetzt aus der ganzen Katastrophe gelernt?

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Hier geht es rund: Wandern im Herbst

Besonders Foto-Fans kommen beim Wandern voll auf ihre Kosten. Alle Fotos: Henning Brinkmann

Wenn man gern wandert, dann ist wohl der Herbst die beste Jahreszeit. Zumindest in der Eifel. Die Natur ist außerordentlich farbenprächtig und die Wege sind nicht überlaufen mit Touristen. Man kann die Ausgangspunkte sehr gut mit dem Bus erreichen, mit dem Pkw ist man meist innerhalb von 30 bis 40 Minuten – von Aachen aus – vor Ort.

Die weiteren Fotos entstanden bei einer Tour, die auch hier dargestellt ist. Sie führte von Lammersdorf (Kirche) aus zur Kalltalsperre.

Beim Wandern ist buchstäblich der Weg das Ziel. Hier gibt es jede Menge Infos.

Die Pressstelle der Stadtverwaltung teilt unterdessen bezüglich Corona mit: Es gibt heute (27. 10. ) in der StädteRegion 80 mehr nachgewiesene Fälle als am gestrigen Montag, 26. Oktober. Seit Beginn der Zählung Ende Februar 2020 steigt damit die Zahl der nachgewiesen Infizierten auf 4969. 3734 ehemals positiv auf das Corona-Virus getestete Personen sind aus der Quarantäne entlassen.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle liegt bei 116. Hinzugekommen sind zwei 75-jährige Frauen sowie ein 71-jähriger, ein 76-jähriger und ein 89-jähriger Mann.

Aber jetzt zurück zum Wandern, das eine/n im besten Fall auch auf andere Gedanken bringt.

Hier entlang zu wandern macht immerhin gute Laune und man fühlt sich erholt. Die Wege sind alle sehr gut markiert, man kann sich nicht verlaufen.
Die Kirche von Lammersdorf. Hier startete die Wanderung, bei der alle Fotos entstanden.
Beim Wandern wird die Lunge schön belüftet. Bestimmt kein Fehler in diesen Wochen.
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Corona: Aktuelle Lage in Stadt und StädteRegion Aachen am 26. 10.

Es gibt heute 601 mehr nachgewiesene Fälle als am Freitag, 23. Oktober. Hier in Auszügen die Mitteilung der Krisenstäbe von heute:

Das Gesundheitsamt an Rothe Erde hat derzeit (wie auch das Ordnungsamt) alle Hände voll zu tun mit dem Versuch, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Seit Beginn der Zählung (Ende Februar 2020) steigt die Zahl der nachgewiesen Infizierten auf 4889.  Die Zahl der gemeldeten Todesfälle liegt bei 111. Damit sind in der StädteRegion Aachen aktuell 1204 Menschen nachgewiesen infiziert, und die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 199 (sollte nicht über 50 liegen).

Die Fälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen:

KommuneAktive FälleGesamtzahl der FälleSieben-Tage-Inzidenz
Aachen4702252166
Alsdorf121440233
Baesweiler144363554
Eschweiler88371147
Herzogenrath102384188
Monschau24107154
Roetgen1139127
Simmerath35139234
Stolberg101413181
Würselen80353186
noch nicht lokal zugeordnet2828 
Gesamtergebnis12044889199
Diese Tabelle wird am Smartphone nicht komplett angezeigt.

Quarantäneüberwachung: Neben der Nachverfolgung von Infektionsketten ist auch die konsequente Überwachung von Quarantänemaßnahmen wesentlich für die Eindämmung des Infektionsgeschehens. Zuständig dafür sind die Ordnungsbehörden in den einzelnen Städten und Gemeinden. Diese stellen sicher, dass die Einhaltung von Vorschriften kontrolliert und festgestellte Verstöße mit entsprechenden Bußgeldern geahndet werden. 

Das Bußgeld beträgt in der StädteRegion Aachen mindestens 1.500 Euro und wird abhängig vom Einzelfall festgelegt.

Anlässlich der Kontaktnachverfolgung entstehen aus Telefonaten bzw. fehlgeschlagenen Telefonaten oft erste Anhaltspunkte auf Quarantäneverstöße. Das Land NRW hat die Gesundheitsämter aufgefordert, diese Hinweise an die zuständige Ordnungsbehörde zur Durchführung einer Kontrolle vor Ort weiterzuleiten.

Daneben führt die Ordnungsbehörde eigenständig veranlasste Stichproben nach dem Zufallsprinzip durch und kontrolliert in den Bereichen, in denen es konkrete Anhaltspunkte für Quarantäneverstöße gibt.

Die Kontaktnachverfolung findet im Gesundheitsamt und in den Arkaden in Aachen, Trierer Straße 1, satt wo eigens Räume eingerichtet wurden.

Aktualisierte Coronaschutzverordnung: Das Landeskabinett hat weitere Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Die Veränderungen betreffen insbesondere Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen und Festen sowie eine Sperrstunde für gastronomische Betriebe, wenn die Schwelle von 35 beziehungsweise 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wird.

Für das Gebiet der StädteRegion einschließlich der Stadt Aachen wurde die Gefährdungsstufe 2 festgestellt. Mit dieser Feststellung treten die entsprechenden Regelungen der Coronaschutzverordnung in Kraft. Wegen der hohen Fallinzidenz von über 100 werden StädteRegion und Stadt Aachen in Kürze weitergehende Maßnahmen anordnen. Die Gefährdungsstufen können erst aufgehoben werden, nachdem die jeweiligen Grenzwerte an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wurden. Die Verfügungen und die aktualisierte Coronaschutzverordnung gelten zunächst bis Ende Oktober und sind nachzulesen unter: aachen.de/corona in den Rubriken „NRW-Coronaschutzverordnung“ und „Regionale Verfügungen“.

Während bisher auch Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse am Sitzplatz im Klassenraum von der Maskenpflicht ausgenommen waren, gilt diese Ausnahme jetzt nur noch für die Primarstufe und auch nur, solange sie sich im Klassenverband im Unterrichtsraum aufhalten.  

Nur die Lehrkräfte können entscheiden, dass das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zeitweise oder in bestimmten Unterrichtseinheiten mit den pädagogischen Erfordernissen und den Zielen des Unterrichts nicht vereinbar ist. Das könnte im Sportunterricht oder bei Prüfungen der Fall sein. In diesen Fällen muss mit Ausnahme des Sportunterrichts ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen gewährleistet sein.

In Pausenzeiten darf auf die Mund-Nase-Bedeckung beim Essen und Trinken verzichtet werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen gewährleistet ist oder wenn Speisen oder Getränke auf den festen Plätzen im Klassenraum verzehrt werden.

Die aktualisierte Verordnung gilt ab Montag, 26. Oktober, und voraussichtlich bis zum 31. Dezember.

Appell der Krisenstäbe: 

Erstmals findet man in der Coronaschutzverordnung deutliche Empfehlungen für das eigene Haus oder die eigene Wohnung. Die Landesregierung empfiehlt dringend, die Beachtung der Regelungen auch im privaten Raum. Kontakte und private Feiern sollen ausdrücklich reduziert und möglichst infektionssicher gestaltet werden.

Hierzu der Appell der Krisenstäbe: „Bitte suchen Sie nicht nach Lücken in den Verordnungen. Bleiben Sie Zuhause und reduzieren Sie erneut die Zahl Ihrer Kontakte auf ein Mindestmaß.“

***

Die Seiten der NRW-Staatskanzlei (www.land.nrw/corona), des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (www.mags.nrw.de) und des NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (www.mkffi.nrw.de) geben weitere Infos zu aktuellen Entwicklungen. 

Nachzulesen sind alle Verordnungen des Landes NRW auf aachen.de/corona in der Rubrik „NRW-Coronaschutzverordnung“.

Für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen ist für allgemeine Informationen (nicht für die persönliche medizinische Beratung!) rund um das Thema eine Corona-Info-Hotline eingerichtet. Diese ist montags bis freitags unter 0241/5100 51 von 9 Uhr bis 15 Uhr zu erreichen

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Wertstoffmobil startet im November eine neue Runde

Nimmt euren Krempel auf: Das Wertstoffmobil der Stadt Aachen. Foto: Stadt Aachen / Katharina Franke

Nach dem erfolgreichen Auftakt des Wertstoffmobils des Aachener Stadtbetriebs im September geht es im November direkt weiter.

An verschiedenen Orten im Stadtgebiet können Bürgerinnen und Bürger Elektrokleingeräte, Alttextilien oder Kunststoff- und Metallabfälle oder Batterien abgeben. Alles in kleineren und haushaltsüblichen Mengen, so teilt die Stadtverwaltung mit. Es sollen Fahrten zum Recyclinghof und eine nicht sachgerechte Entsorgung vermieden werden: ein klarer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Im November wird das Wertstoffmobil wieder unterwegs sein und zu den üblichen Marköffnungszeiten auf den Wochenmärkten in den Bezirken stehen. 

Brand, Marktplatz: 3. November

Richterich, Rathausplatz: 4. November

Eilendorf, Severinusplatz: 5. November

Haaren, Haarener Gracht: 6. November

Neumarkt, Frankenberger Viertel: 7. November

Markt, Am Markt: 10. November

Kronenberg, Johannes-Ernst-Platz: 11. November

Kornelimünster, Korneliusmarkt: 13. November

Burtscheid, Kapellenstraße: 20. November

Was alles beim Wertstoffmobil abgegeben werden kann und weitere Informationen gibt es unter www.aachener-stadtbetrieb.de

***

Wahlplakate müssen entfernt werden

Das städtische Ordnungsamt weist darauf hin, dass die noch verbliebenen Wahlplakate aus dem Straßenraum entfernt werden müssen. Das hätte schon längst geschehen müssen, aber man ist ja nachsichtig. Die Verwaltung schreibt:

„Obwohl die Wahlplakate der Parteien, die an der Stichwahl teilgenommen haben, bis zum 11. Oktober und die aller anderen bereits zum 30. September aus dem öffentlichen Straßenraum hätten entfernt werden müssen, hängen vereinzelte Plakate noch.

Daher bittet das Ordnungsamt darum, diese zeitnah abzunehmen.“

Manch einer weiß vielleicht gar nicht mehr, wo er alles Plakate hingehängt hat. Deshalb: Wenn ihr ein Plakat seht, schickt doch der entsprechenden Partei eine Mail. Mailadresse findet sich bestimmt via Google im Netz.

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Letzte Möglichkeit: Mit dem Fahrradbus in die Eifel

Letzte Möglichkeit in 2020 mit dem Fahrradbus der Aseag in die Eifel zu fahren: morgen, Sonntag, 25. Oktober. Im Frühling geht es weiter.

Die Strecke ist von Kalterherberg aus 56 Kilometer lang und ziemlich schön. Allerdings ist es morgen wettermäßig ungünstig: Sturmtief im äußersten Westen ist vorausgesagt.

Man fährt mit dem Rad so etwa 6 Stunden bis Aachen. Falls man keine Foto-Pausen einlegt, geht es sogar schneller. Immer über den Vennbahnweg. Es geht ununterbrochen leicht bergab.

Monschau ist im Herbst sehr fotogen. Dort wird gerade mal wieder ein Spielfilm gedreht. Fotos: Henning Brinkmann https://www.facebook.com/henning.brinkmann.52

Bei der Tour kommt man an allerlei sehenswerten Landschaften vorbei. Bei Konzen ist die Strecke besonders eindrucksvoll. s. auch Fahrradbus.

Weitere Infos, falls ihr im Frühjahr 2021 mal die Räder auf den Anhänger vom Bus packen wollt. Hier.

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Kreativer Kunstklau

„Beuys-Skulptur geklaut“ – da haben wir uns kurz erschreckt, als wir die Nachricht im Radio hörten . . . Ja sind wir denn hier in Berlin, wo man sich z. B. 100-Kilo-Gold-Münzen aus den Museen klauen lässt und wo zuletzt Unbekannte auch noch über 60 Kunstwerke beschmieren konnten?

Nein. Was uns kurz empörte, entpuppte sich als eine der besten Kunstaktionen der letzten Jahre. Eine Künstlergruppe mit dem Namen „Frankfurter Hauptschule“ hat die kleine Beuys-Arbeit Capri-Batterie aus einer Ausstellung in Oberhausen geklaut und nach Tansania gebracht. Im Dienste eines höheren Anliegens, sozusagen.

Capri-Batterie (eine Zitrone mit einer gelben Glühbirne) wurde nach Tansania gebracht als Ausgleich für die zahlreichen Kunstgegenstände, die deutsche Kolonialisten von dort gestohlen haben. In Deutschland sind Museumsleute empört, Gleiches mit Gleichem vergelten, das ginge ja mal gar nicht. – Doch.

Es ist eine Aktion, die Politik, Geschichte, Kunst und Kultur und Humor vereint, die mehrdeutig ist und als Video der Nachwelt hoffentlich erhalten bleibt. In deutschen Museen ist allerhand Gestohlenes zu finden. Jedes Mal, wenn man bewundernd vor einem Kunstwerk steht und dann erfährt mit welcher Gewissenlosigkeit und Arroganz unsere Vorfahren Wertgegenstände, die ihnen nicht gehörten, einfach gestohlen haben, ist man doch beschämt, zumindest unangenehm berührt.

Von der Capri-Batterie gibt es übrigens 200 Stück, das gestohlene Objekt befand sich in Oberhausen und war eine Leihgabe eines Museums in Münster. Der Leiter des Museums in Münster trompetete schon in die Weltgeschichte hinein, er sei hereingelegt worden und werde NIE mehr ein Kunstwerk nach Oberhausen ausleihen. – Okay, dann eben nicht.

In Oberhausen wird derzeit an Christoph Schlingensief erinnert, besagte Künstlergruppe ist dabei. Eins ist sicher: Die Aktion hätte Schlingensief gefallen. Insofern: Beifall.

Das Bekennervideo ist sehenswert, es ist ein Kunstwerk mit vielen Anspielungen:

Zum Weiterlesen ein ausführlicher Bericht: hier.

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Unterwegs in Burtscheid

Parkpalette, zwischen Kleverstraße und Kapellenstraße gelegen.

Auch nicht gerade ein Schmuckstück im Kreis der Aachener Bauwerke: die Parkpalette in Burtscheid. Sie gehört der Stadt Aachen, und folglich ist der Rat der Stadt zuständig, wenn über eine Verschönerung dieser Ecke in Burtscheid nachgedacht werden muss.

2019 haben sich die Politiker*innen mit dem Parkdeck und dem anliegenden unbebauten Grundstück befasst. Hier nachzulesen.

Burtscheid (1018 erstmals urkundlich) erwähnt, ist ja rundum überall schön, nur hier (Foto oben) eher weniger. Sollte der Kapellenplatz nicht mal aufgewertet werden? Entwürfe (FH Aachen, Architektur) für den Platz gibt es, auch dabei sollte es eine Markthalle sein. Hier einige Entwürfe.

1897 wurde Burtscheid – einst eine selbstständige Stadt – nach Aachen eingemeindet. Und zumindest 1997 gab es noch einige wenige Leute, die bei bestimmten Gelegenheiten betonten, sie seien aus Burtscheid und nicht aus Aachen. 100 Jahre reichen aus, um so eine Identität versanden zu lassen.

Unten ein etwas versteckt angelegtes Graffiti.

Die Herbstferien gehen zu Ende, in den Ferien schockte uns die Nachricht, dass bei Versuchen mit dem neuen Corona-Impfstoff ein Mensch gestorben ist. Krass. Aber was war? – Es handelte sich um einen Menschen, der im Rahmen der Medikamentenerprobung ein Placebo bekommen hat . . . Er hatte also gar nicht den neuen Impfstoff erhalten . . . Das bedeutet für den Impfstoff nichts und ist so, wie wenn im Keller ein Spaten umfällt.

Gewagte Prognose: Noch im November kommt der nächste Lockdown, 14 Tage lang, alle Geschäfte außer Supermärkten und Baumärkte haben zu.

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Neue Fraktion hat vier Mitglieder

Sachen gibt’s: Vier Männer haben heute (22. Oktober) in Aachen die Fraktion DIE Zukunft gegründet.

Nach der Kommunalwahl gab es für die Piratenpartei nur einen Sitz im Rat der Stadt, für die UWG Aachen ebenfalls einen Sitz und für die Partei VOLT genau zwei Sitze. Das bedeutet konkret, dass in Aachen im Stadtrat Matthias Achilles (Piraten), Christoph Allemand (UWG) und Jörg Bogoczek sowie Tjark Zimmer (beide Volt) Politik machen werden.

In den letzten Wochen haben sich die Vier zusammengefunden und sich auf die Einzelheiten einer Koalition geeinigt. Dabei kann man davon ausgehen, dass Volt bei der Zusammenarbeit naturgemäß etwas mehr Gewicht zukommt. Es wurde ein Verhaltenskodex mit diversen politischen Zielen entwickelt und der Posten des Fraktionsgeschäftsführers vergeben.

Die neue Fraktion im Rat ist jetzt personell stärker als die FDP mit ihren drei Ratsleuten und auch stärker als Die Linke, die ebenfalls nur mit drei Leuten im Rat sitzt. Ob und mit wem Grüne, SPD und CDU eventuell koalieren werden, das konnte von AachenNews noch nicht ermittelt werden.

Die neue Fraktion hat einen etwas umständlichen Namen, sie wird „demokratische, innovative, europäische Stadt der Zukunft“ heißen, abgekürzt „DIE Zukunft“. Interessant wird jetzt sein, wer genau in welchem Ausschuss Politik machen wird.

Programmatisch scheint man sich jedenfalls auf einer Linie zu befinden. Und das ist ja schon mal nicht schlecht.

***

Zur Info: Der Rat der Stadt hat 58 Sitze, die Grünen haben am meisten (20), aber keine Mehrheit, sie brauchen einen Koalitionspartner. Die Grünen wurden in Aachen von 34.712 Personen gewählt (Wahlbeteiligung: 53,39 Prozent). Die 59. Stimme im Rat ist die der Oberbürgermeisterin, sie arbeitet hauptamtlich und ist die Chefin der Stadtverwaltung. Die Ratsvertreter*innen arbeiten alle ehrenamtlich, sie bekommen aber Aufwandsentschädigungen in unterschiedlicher Höhe.

DIE Zukunft wurde (alle drei zusammengenommen) von 6642 Personen gewählt. Dabei: Volt erhielt mehr als dreimal so viele Stimmen wie die Piratenpartei. Der Kandidat von „Die Partei“ (das ist: die Sonneborn-Partei) wird vorerst als Einzelkämpfer im Rat vertreten sein. Mal sehen, ob die Satiriker in Aachen ihre Wählerschaft bedienen können.

***

In der StädteRegion haben sich Eva Erdmann (Die Partei), Hans-Jürgen Fink (UFW) und Maximilian Möhring (Piratenpartei) zu einer Koalition zusammengefunden. Deren Name: Unabhängige/Partei/Piraten (UPP). Bei der UPP haben (wieder alle drei zusammengenommen) in der gesamten StädteRegion 9767 Personen ihr Kreuzchen gemacht.

In Burtscheid gesehen. Symbolbild. Vier bilden eine Fraktion, wer wen symbolisiert? Sieht man doch.

Wahlergebnisse sind im Einzelnen hier festgehalten (falls sich überhaupt noch eine/r dafür interessiert).

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#teamherbst

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Bizarre „Corona-Info-Tour“ von Bodo Schiffmann und Co leider auch in Aachen

Screenshot vom Videostream. Im Hintergrund: der Bus, mit dem die Corona-Leugner auf Tour sind. Von Aachen aus ging es direkt nach Köln zur nächsten Veranstaltung. Dort wurde sie schließlich verboten.

Offenlage: Dieser Text wurde einen Tag nach Veröffentlichung heute (21. Oktober) noch etwas verändert/präzisiert. Danke für alle Leser*innen-Zuschriften, wütende und freundliche.

Rund 200 Menschen mögen es gewesen sein, die sich heute (20. Oktober) gegen Mittag am Tivoli versammelten und sich – mit vor Begeisterung glänzenden Augen – die mit großem Enthusiasmus vorgetragenen Schwachsinns-Reden von Corona-Leugnern/„Querdenkern“/Verschwörungs-Gläubigen/Panikern/whatever, angehört haben. Die Redner meinen kurz zusammengefasst, die Schutzmaßnahmen gegen Corona seien weit, weit überzogen, ja sie seien überflüssig und sollten am besten gar nicht beachtet werden.

Es waren hauptsächlich Erwachsene, die ohne Mundschutz eng zusammenstanden. Die Kamera schwenkte mehrfach in die Runde, und man konnte die Leute sehr gut erkennen.

Auf YouTube sind die Redner momentan gesperrt, deshalb streamen sie auf DLive. Aber das Video von dem Aachener Auftritt wird wohl doch bald auf YouTube zu sehen sein. Verhängnisvoll, denn so wird ihnen eine immer größere Zahl von Menschen zuhören können.

Man muss bedenken, dass diese Menschen, die Bodo Schiffmann und Samuel Eckert so freudig erregt zuhören, im Grunde verzweifelt sind. Sie hatten schon vor Corona den Eindruck, dass sie von der Politik und der Presse von vorne bis hinten belogen und verarscht worden sind und weiterhin werden. Warum sich alle Welt so viel Mühe geben sollte, die Menschheit so komplett zu belügen???, das haben zumindest die Verschwörungstheoretiker noch nicht genau erklärt.

Auffallend eloquent ist vor dem Tivoli in Aachen ein Redner namens Samuel Eckert. Er war Laienprediger bei den Adventisten, hat dort Predigtverbot. Seine Rede/Predigt wechselte zwischen Gebrüll und freundlichem Betonen von Liebe und Zuwendung. Das war schon eine Glanzleistung: Wie er die Herzen von Menschen für Blödsinn auf einen Schlag gewinnen kann. Einige Frauen fotografierten sich mit diesem Mann. Sie sahen dabei total glücklich aus.

Soll man darüber überhaupt berichten? (Verschafft man damit den Falschen noch mehr Aufmerksamkeit?) Ich denke, in aller Zurückhaltung, berichten: ja. Sonst wundert sich die Leserschaft eines Tages, wieso plötzlich so viele Leute so einen Unfug glauben und klaren Gedanken nicht mehr zugänglich sind.

Screenshot vom Videoscreen. Gehetzt wurde gegen die üblichen Verdächtigen – Professor Christian Drosten und andere Virologen, die Antifa, die Presse usw. Erstaunlich, wie gering die Redner die Kompetenz von Wissenschaftlern einschätzen. Und wie hoch ihre eigene.
Screenshot. Das muss schön sein: Einmal bei den Informierten und Schlauen sein, die wissen, was sich hinter den Kulissen wirklich abspielt, die wissen, was im Geheimen läuft. Manch einer braucht dieses Gefühl um in dieser Mega-Krise nicht gänzlich zu verzweifeln.
Foto: Vitus Studemund

Wer mehr wissen will, muss heute einen Blick in die örtlichen Tageszeitungen werfen. Oder im Netz (Twitter, Facebook usw.) den Texten des Journalist Michael Klarmann folgen. Über das Auftreten der „Querdenker“ in Heinsberg berichtete auch Vitus Studemund.

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