Bismarckstraße: Weiter, immer weiter

Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts der Bismarckstraße von Schlossstraße bis Neumarkt beginnen voraussichtlich ab 11. Juni die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt. Entgegen vorheriger Planungen werden die Bauarbeiten dem Straßenverlauf bis zur Drimbornstraße folgen. Gearbeitet wird in drei Unterabschnitten. Los geht es auf dem Teilstück Triebelsstraße bis Viktoriaallee.

Die Arbeiten im ersten Unterabschnitt dauern laut Zeitplan etwa fünf Monate. Auf der unten stehenden Karte kann man alles leicht erkennen. Und: Bitte hier weiterlesen.

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In der Grenzregion: Wieder massive Kontrollen

Am gestrigen Montag war ordentlich was los an den Grenzen unserer Region. Es waren an einem Kontrolleinsatz – so teilt die Polizei mit – gut 400 Einsatzkräfte aus 23 Behörden beteiligt.

Man hatte es – wie immer bei Grenzkontrollen – auf die üblichen Verdächtigen (Alkoholisierte, Bekiffte, Kriminelle, Illegale, Gesuchte) abgesehen und wollte insbesondere das Sicherheitsgefühls der Menschen in der Euregio Maas-Rhein erhöhen. Die Aktion fand übrigens zusätzlich zu den derzeit obligatorischen Grenzkontrollen der Bundespolizei statt.

400 Personen – von 10 bis 19 Uhr im Einsatz – dass ist ein Mega-Personalaufwand, die Zeit für Vorbereitungen und Nachbereitung nicht mitgerechnet. Das dürfte teuer sein. Ob sich das alles, wo es doch schon täglich Grenzkontrollen gibt, tatsächlich lohnt, mag jeder selbst beurteilen. Grenzkontrollen behindern das tägliche Leben der lokalen Bevölkerung intensiv, es gibt oft Zeitverluste im Berufsverkehr. Mit der EU waren jedenfalls einst „offene Grenzen“ versprochen worden.

Wo genau wurde gestern kontrolliert? In der StädteRegion Aachen, in den Kreisen Heinsberg, Euskirchen und Düren.

Wer war alles beteiligt? Polizeipräsidium Aachen, Polizeipräsidium Köln, Kreispolizeibehörden, das Hauptzollamt Aachen, die Bundespolizei. Auf niederländischer Seite die Politie Limburg und der Koninklijke Marechaussee. In Belgien Personal der Polizeizonen Weser-Göhl und Eifel und der Förderalen Polizei Eupen. Außerdem die Autobahnpolizei Lüttich und das Zollamt Eupen.

Wer wurde kontrolliert? 1193 Fahrzeuge und 1794 Personen.

Zum Ergebnis wird mitgeteilt: „In 79 Fällen wurden Strafanzeigen gefertigt, davon 22 wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und sechs nach ausländerrechtlichen Verstößen. Es wurden acht Personen festgenommen. 25 Fahrzeugführer waren unter dem Einfluss von Alkohol oder BtM unterwegs – es wurden 23 Blutproben angeordnet. Zwölf Personen hatten keine gültige Fahrerlaubnis. Insgesamt wurden 435 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht – insbesondere wegen Verkehrsverstößen.“

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Arbeitet bisweilen intensiv mit belgischer und niederländischer Polizei zusammen: die Aachener Polizei im Präsidium. Foto: AachenNews Archiv

Zum Hintergrund: Die euregionale Zusammenarbeit der Polizeibehörden organisiert sich im Rahmen der sogenannten NeBeDeAgPol(Niederländisch / Belgisch/Deutsche Arbeitsgemeinschaft der Polizei). Die Planung und Durchführung von gemeinsamen Einsätzen gehört zur Kernaufgabe der NeBeDeAgPol. So auch der Einsatz von gestern.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte gestern durch die europäische Arbeitsbehörde European Labour Authority“ (ELA). Die ELA kontrolliert grenzüberschreitend die Einhaltung von Arbeits- und Sozialrechten von LKW- und Busfahrern. Schwerpunktkontrollen im Grenzbereich sind Ausdruck der engen Zusammenarbeit der Behörden der drei Länder in der Euregio Maas-Rhein. Sie werden in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.

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Das Ende der alten Tivolibrücke ist nah

Eine Brücke quer über die Krefelder Straße soll abgerissen werden. Der Grund: Die Brücke (aus 1976) ist zwar noch standsicher, aber marode und überflüssig geworden. Sie zu sanieren wäre teurer, als sie abzureißen. Um auf der Krefelder Straße (Höhe alter Tivoli) die Seiten zu wechseln, gibt es genug andere Möglichkeiten.

Die Brücke, die entsprechend den Vorstellungen der Stadtverwaltung mittelfristig abgerissen werden soll, wurde bei einer großen Klimaschutzdemonstration im Juni 2019 kurzzeitig besetzt. Foto: AachenNews Archiv

Die alte Fußgängerbrücke hat viel erlebt. Für plakative und prägnante Mitteilungen an den unter ihr vorbeirauschenden Autoverkehr war sie immer gut geeignet. Die Älteren kennen das Stahlbetonbauwerk samt seinen steilen Treppen aus Zeiten, als die Alemannia noch auf dem alten Tivoli spielte.

In unseren Tagen nutzt diese Brücke eigentlich niemand mehr. Erstens gibt es eine neue Tivoli-Brücke, und zweitens erreicht man via Fußgängerampel (50 Meter von der alten Brücke entfernt) recht gut z. B. Hit-Sütterlin auf der anderen Straßenseite.

Vier solche Treppen gibt es, zwei auf jeder Seite. Behinderte haben keine Chance.

Die Angelegenheit wird am Mittwoch, 10. Juni, öffentlich im Rathaus behandelt (ab 17 Uhr). Entschieden wird im Mobilitätsausschuss, Donnerstag, 11. Juni, 17 Uhr, Rathaus. Alle Infos hier, unter Tagesordnungspunkt 10.

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Das (ganz) Neue Kurhaus lädt ein zum Fest

Buchstäblich eine Neueröffnung: Das Neue Kurhaus an der Monheimsallee ist rundum umwerfend schön geworden.

Am Sonntag, 14. Juni, ist es soweit. Dann können an einem „Tag der offenen Tür“ die Aachenerinnen und Aachener ihr Neues Kurhaus besuchen und besichtigen. Von 11 bis 18 Uhr sind dann die Türen weit geöffnet. Vermutlich wird der Andrang so groß sein, dass Wartezeiten eingeplant werden müssen.

Nicht nur das gesamte Kurhaus, auch die Musikmuschel ist perfekt hergerichtet. Die Handwerker sind in diesen Tagen noch intensiv mit dem Feinschliff beschäftigt, sie haben sich die allergrößte Mühe gegeben und das Gebäude so hergerichtet, wie es vermutlich nur bei der Eröffnung 1916 war.

Am Sonntag, 14. Juni, steigt anlässlich der Wiedereröffnung ein großes Fest. NRW-Ministerin Ina Brandes und einige Ehrengäste werden sich das Prachtstück schon einen Tag vorher ansehen. Für alle Aachenerinnen und Aachener wird der Sonntag von lokalen Vereinen sowie künstlerischen Beiträgen aus Aachen und Umgebung gestaltet – darunter Tanz, Musik, Chöre, Lesungen und weitere Darbietungen.

Die Programmpunkte sollen fortlaufend in verschiedenen Räumen wechseln, sodass Besucherinnen und Besucher das Haus in seiner ganzen Vielfalt erleben können. 

Man darf das Gebäude noch nicht betreten und nur mit etwas Geschick von außen nach innen fotografieren.
Auch die Musikmuschel ist nach Jahren des Wartens endlich wieder fein herausgeputzt.

Infos zum Programm in der Musikmuschel am Sonntag, 14. Juni:

14 Uhr Walheimer Big Band

15.30 Uhr RadioControlled

16.30 Uhr Junebug in a jar

17.30 Uhr Bläserphilharmonie Aachen e.V.

Drinnen wie draußen schön.

Schöne Räume in Aachen kann man mieten: https://locations-aachen.de

Hier gibt es ein paar Infos zur Historie des Neuen Kurhaus.

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Samstag geht es wieder los

Ab Samstag, 6. Juni, startet „Sport im Park“. Sechs Wochen, bis Freitag, 17. Juli, gibt es dann im gesamten Stadtgebiet wieder mehr als 100 Angebotsstunden pro Woche in 22 Aachener Parks und Grünanlagen.

Ebenso vielfältig wie die Parks und Grünanlagen sind die rund 50 Sportangebote, die die 29 Sportvereine sowie 20 weiteren Institutionen und Trainerinnen und Trainer bei „Sport im Park“ anbieten. Alles kostenlos.

Infos, Kurse, Uhrzeiten und Orte: www.sportinaachen.de/sportimpark

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Krass: Aachener*innen fühlen sich gut versorgt

Sind wir in Aachen und der StädteRegion gut versorgt mit Ärzten, Schulen und ÖPNV, mit schnellem Internet und Freizeitangeboten? Das hat jetzt alles ein Institut versucht rauszufinden. Ansehen kann man sich das Ergebnis hier.

Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft haben die Daseinsvorsorge aller 10.817 Gemeinden und die Zufriedenheit ihrer Bewohner verglichen. Am zufriedensten sind die Leute im Städtchen Haar bei München. Aachen ist auf Rang 140 von 10.817.

So gut wie alle Städte und Gemeinden in NRW schneiden nicht schlecht ab, muss man feststellen. Außer in Monschau, Nideggen und in Hürtgenwald sind die Leute zufrieden. Aber wie stehen wir da im Vergleich mit dem europäischen Ausland, mit Kanada und den USA? Da können wir nur vermuten, dass wir schlecht abschneiden.

Umzug geplant?

Fühlt ihr euch also in Aachen tatsächlich gut versorgt? Oder plant ihr jetzt einen Umzug nach Haar bei München? Dieses 25.000-Einwohner*innen-Städtchen nimmt Platz 1 im Gesamtranking ein – unter anderem auch bei Mobilität. Der Checkpoint in Berlin hat gleich mal den Bürgermeister von Haar angerufen und festgestellt: Der Mann ist gerade sehr glücklich.

Tendenziell ganz unglücklich mit allem sind diejenigen, die politisch der AfD nahestehen. Sie nehmen angeblich alles „durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier. 

Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge sei „elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie“ heißt es im Begleittext. Und weiter: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen werden.“

Das wird schwer, wird aber sicher einigen doch gelingen: Den Ausbau der Bismarckstraße durch den Pessimismusfilter wahrnehmen. Eis vom Oecher Eis-Treff gibt es jetzt übrigens aus dem Wägelchen, steht Nähe Frankenberger Park.

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Radentscheid: Umsetzung sehr langsam – und wird noch immer langsamer

Elend langsam gestaltet sich die Realisierung der Ziele des Radentscheids. Dabei wurde der Radentscheid schon im November 2019 mit großer Mehrheit im Stadtrat (72 von 76 Stimmen) beschlossen. Es wurde beschlossen, dass die Stadt Aachen diesen Entscheid umsetzt, dass dies im Schneckentempo geschehen soll, davon war nie die Rede.

Immerhin fast 40.000 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen haben 2019 die Forderungen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Sie wußten, was sie taten, dürften allerdings mittlerweile reichlich enttäuscht sein.

Das Erreichte mit den Zielen verglichen

Das Team Radentscheid hat das (laut Mobilitätsbericht 2025) bis Ende des Jahres 2025 Erreichte mit den im November 2019 beschlossenen Zielen verglichen. Das ist das traurige Fazit:

„Wenn man die Zahlen des Mobilitätsberichts 2025 mit den Zielen des Radentscheids vergleicht, wird deutlich, dass die Umsetzung der meisten Ziele deutlich unter dem Sollwert von 75 % liegt und oftmals nur einstellige Prozentwerte erreicht werden.

Auch wenn man berücksichtigt, dass es in den Anfangsjahren etwas langsamer ging, da zunächst geplant werden musste, liegt die Umsetzungsgeschwindigkeit deutlich unter dem angestrebten Maß. Betrachtet man die Fortschritte im Vergleich mit dem Jahr 2024, muss leider festgestellt werden, dass die Umsetzungsgeschwindigkeit im Jahr 2025 auf niedrigem Niveau sogar noch deutlich zurückgegangen ist. So wurden z.B. im Jahr 2024 noch 2,4 km sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen gebaut (Ziel 3), während im Jahr 2025 lediglich 400 Meter neu hinzu gekommen sind.“

25 prall gefüllte Ordner mit Unterschriften übergaben Aktive des Radentscheids im Oktober 2019 dem damaligen Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte). Da war die Hoffnung auf zügige Realisierung der Ziele noch groß. Archiv-Foto: Ingrid Karst-Feilen

Für Einzelheiten hier weiterlesen.

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Führungen durch das Haus der Neugier

Mitten in Aachen steht ein Kaufhaus – gigantisch und seit Jahren leer. Es soll einmal die Stadtbibliothek und die Volkshochschule beherbergen und soll dann den schönen Namen „Haus der Neugier“ bekommen.

In den Sommermonaten bietet die Haus der Neugier GmbH jeden ersten Montag oder Donnerstag im Monat Führungen an. Wie das fertige Haus einmal aussehen wird, ist vor Ort noch schwer vorstellbar. Der entkernte Bau des ehemaligen Lust for Life/Horten ist trotzdem sehenswert.

Foto: Haus der Neugier GmbH

Überraschend und eindrucksvoll sind die Dimensionen des Innenraums, die im leeren Zustand besonders gut zu erfassen sind. Bemerkenswert ist auch der neue Durchblick über alle Ebenen. Hat man das vierte Obergeschoss erklommen, belohnt ein neuer Blick auf Dom und Rathaus. In ein paar Jahren wird dort ein Café mit Außenterrasse dazu einladen, diesen Blick zu genießen.

Anmeldungen mit Angabe des Namens und der Telefonnummer sind für folgende Termine unter der Mailadresse info@hausderneugier.de möglich:

Donnerstag, 11. Juni, 18 Uhr,
Montag, 6. Juli, 17 Uhr,
Donnerstag, 6. August, 18 Uhr,
Montag, 7. September, 17 Uhr. 

Personen, die an einer Führung teilnehmen, sollten sicher zu Fuß sein. Einen barrierefreien Zugang zu den oberen Etagen gibt es nicht. An der 45-minütigen Führung können maximal 15 Personen teilnehmen. Treffpunkt ist am Eingang Bädersteig unter dem großen gelben Banner. Infos über das Haus der Neugier auf www.hausderneugier.de.

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Kein Ticket, kein Geld? Darauf folgt Knast. Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht sinnvoll.

Ein absurdes Stück staatlichen Handelns prangern Teile des Öffentlichkeit seit geraumer Zeit an, ohne dass sich etwas ändert. Es ist die Tatsache, dass man für unablässiges Schwarzfahren und erwischt werden ins Gefängnis kommt. Ein Vorgang, bei dem die Allgemeinheit gewaltig draufzahlt, denn jeder Tag im Knast ist irre teuer.

Das Thema stand jetzt im Rat der Stadt Aachen auf der Tagesordnung, denn auch die ASEAG erstattet Anzeige, wenn jem. schwarz unterwegs ist und bringt damit letztlich Menschen ins Gefängnis, die weder das Ticket noch die Strafe zahlen können. Dazu gab es im Rat einen Wortbeitrag von Dirk Szagunn, der für die Partei VOLT ehrenamtlich im Rat aktiv ist.

*

Dirk Szagunn sagte:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

wir reden heute über eine Entscheidung, die die ASEAG jeden Tag trifft: Was passiert, wenn jemand ohne Ticket kontrolliert wird? Die Antwort der ASEAG lautet bislang: Strafanzeige.

Das ist ihr gutes Recht. Aber es ist keine Pflicht. Wir haben dazu eine klare andere Vorstellung, die wir bereits Anfang 2024 als Antrag eingebracht haben. Und angesichts der Menschen, die diese Anzeigen am Ende ins Gefängnis bringen, lohnt es sich, diese Praxis heute gemeinsam zu hinterfragen.

Wer sitzt am Ende wirklich ein?

Die ASEAG erstattet Strafanzeige. Es gibt ein Verfahren, eine Geldstrafe wird verhängt. Die Person kann nicht zahlen. Die Folge: Ersatzfreiheitsstrafe. Wer sind diese Menschen? Der Kriminologische Dienst NRW hat die Ersatzfreiheitsstrafe allgemein untersucht. Das Ergebnis:

  • 77 Prozent sind arbeitslos, 58 Prozent sind langzeitarbeitslos
  • 32 Prozent sind drogenabhängig
  • 21 Prozent sind obdachlos
  • 17 Prozent sind dokumentiert suizidgefährdet
  • 13 Prozent sind alkoholabhängig
  • 1 von 7 wegen Schwarzfahren Verurteilten verbüßt eine EFS (NRW)
  • ca. 9.000 Menschen in EFS wegen Schwarzfahren
  • insg. sind monatlich betrachtet 2.400 – 3.400 Personen in EFS
  • 25% davon wegen Schwarzfahren

Diese Menschen sind, so die Formulierung des Kriminologischen Dienstes selbst: verarmt, krank, sozial ausgeschlossen und im strafrechtlichen Sinn nicht gefährlich.

Diese Menschen fahren nicht schwarz, weil sie das System aushebeln wollen. Sie fahren schwarz, weil sie kein Geld für ein Ticket haben. Und sie gehen ins Gefängnis, weil sie kein Geld für die Geldstrafe haben.

95 Prozent der Betroffenen haben weniger als 1.000 Euro monatlich zur Verfügung. Nur ein Prozent verfügt über Rücklagen. Es ist keine Frage des Willens – es ist eine Frage der Armut.

Was die Haft anrichtet

Die Haftdauer richtet sich nach der Zahl der Tagessätze: Bei typischen Urteilen von 15 bis 30 Tagessätzen sind das 8 bis 15 Tage. Bei Wiederholungstätern – oft Menschen, die wegen Sucht oder Obdachlosigkeit immer wieder ohne Ticket fahren – kann es zu Aufenthalten von 80, 100 oder noch mehr Tagen kommen. Der Freiheitsfonds dokumentierte einen Einzelfall mit 615 Hafttagen – für Schwarzfahren.

Und was nutzt diese Haft?

  • Keine Resozialisierung: Bei wenigen Wochen Haft können weder Schulden geordnet noch Suchtbehandlungen begonnen werden.
  • Jobverlust: Wer inhaftiert wird, verliert häufig seinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz.
  • Familiäre Folgen: Ende von Beziehungen, Partner geraten in finanzielle Not.
  • Wohnungsverlust: Obdachlose verlieren ihre Unterkunft, Menschen mit Wohnung riskieren die Kündigung.
  • Soziale Ausgrenzung: Bestehende Beratungs- und Hilfsstrukturen werden unterbrochen

Die Haft schafft keine Lösung. Sie vertieft genau die Probleme, die dazu geführt haben, dass jemand ohne Ticket gefahren ist.

Was kostet uns die Strafanzeige als Gesellschaft?

Fahrscheinpreis (Schaden durch eine Schwarzfahrt)3,70 €
Erhöhtes Beförderungsentgelt (ASEAG)60 €
Kosten pro Hafttag NRWmindestens 150 €
Kosten bundesweit pro Jahr (Schätzung Freiheitsfonds)~120 Mio. €

Bei den ca. 120 Millionen Euro handelt es sich nur um die Kosten für die Haft, Aufwendungen für Staatsanwaltschaft und Gerichte sind nicht enthalten. Dass diese Institutionen chronisch überlastet sind, soll heute nicht mal Thema sein!

Bereits ein einziger Hafttag kostet also schon doppelt so viel, wie das erhöhte Beförderungsentgelt einbringt. 

Die Strafanzeige der ASEAG ist der erste Schritt in einer Kette, die den Steuerzahler am Ende ein Vielfaches kostet – ohne dass irgendwelche Probleme dadurch gelöst würden.

Das ist kein effizientes System. Das ist ein System, das Armut bestraft und dafür selbst teuer bezahlt.

Was haben andere Verkehrsunternehmen gelernt?

  • KVB Köln und Rheinbahn Düsseldorf: Kein Strafantrag – nur erhöhtes Beförderungsentgelt, zivilrechtliche Eintreibung
  • Bonn, Münster und weitere: Abgestufte Verfahren mit Ermahnungen vor einer Anzeige

All diese Unternehmen kassieren weiterhin das erhöhte Beförderungsentgelt. Der wirtschaftliche Schaden wird ausgeglichen – nur ohne Staatsanwaltschaft, ohne Gericht, ohne Gefängnis.

Erlauben Sie mir einen Blick auf die Auswüchse dieses Unsinns: Der Freiheitsfonds. Der Verein sammelt Spendengelder und zahlt damit die offenen Geldstrafen von Menschen, die wegen Schwarzfahrens in Ersatzhaft sitzen. Die Häftlinge kommen sofort frei.

Die Bilanz des Freiheitsfonds bis heute:

  • über 1.000 Menschen aus der Haft befreit
  • über 183 Jahre Ersatzfreiheitsstrafe verhindert
  • Mehr als 14 Millionen Euro Haftkosten für den Staat gespart
  • Im September 25 wurden in einer großen Aktion des Freiheitsfonds auch vier Insassen der JVA Aachen frei gekauft, einer hätte noch 70 Tage Haft verbüssen müssen mit Kosten von über 14.000 Euro. Er wurde für 700 Euro ausgelöst, bedeutet einen Tagessatz von 10 Euro, ein klares Indiz dafür, dass es sich um ein klassisches Armutsdelikt handelt.

Wir sollten uns fragen, was es über unser System aussagt, wenn eine Spendeninitiative Menschen freikaufen muss, weil der Staat sie für eine Busfahrt einsperrt? Was sagt es, wenn Justizvollzugsbeamte den Freiheitsfonds selbst anrufen und um Freikauf bitten – weil sie wissen, dass diese Inhaftierung sinnlos ist?

Wir als Rat müssen nicht warten, bis Berlin handelt. Die ASEAG kann heute einfach aufhören, der erste Schritt in diese Kette zu sein.

Ich möchte daher alternativ als Beschlussvorschlag folgendes einbringen:

Die ASEAG verzichtet zukünftig auf eine Strafanzeige bei Schwarzfahrenden. Das erhöhte Beförderungsentgelt bleibt weiterhin fällig und wird mit zivilrechtlichen Mitteln eingetrieben.
Der Rat der Stadt weist die Vertreter in den entsprechenden Gremien an, dort entsprechend darauf hin zu wirken.

Vielen Dank!

***

Der Stadtrat reagierte anders, als ihm von der Verwaltung vorgeschlagen wurde: Er fasste mit großer Mehrheit den Entschluss, an den Aufsichtsrat der Aseag zu appellieren, sich noch einmal mit der Frage zu befassen, ob zukünftig auf eine Strafanzeige bei „Schwarzfahrern“ verzichtet werden kann. Es besteht also noch Hoffnung, dass sich der Wille zum rationalen Handeln durchsetzt.

Die lokale Presse berichtete z. B. hier

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Gedanken zu Alemannia am Ende der Saison. Schön wars auch bei den Pferden.

Die an Aachener Politik interessierte Zielgruppe dieser kleinen Homepage möchte vielleicht wissen, wie es um den vaterstädtischen Fußballverein steht? Nein? Dann hier nicht weiterlesen. Allerdings: Alemannia Aachen sei im Moment ein „exzellenter Stoff“, sagt die KI und die weiß ja bekanntlich ALLES.

Pyro im Stadion: Mit hohen Geldstrafen ist dem seit Jahren nicht beizukommen. Der DFB gibt sich aber auch keine Mühe, macht keinen Vorschlag dazu, wie das „Problem“ alternativ zu behandeln ist. Foto: AachenNews Archiv

Der Verein hat gerade die Saison 2025/26 in der 3. Liga auf einem starken 7. Platz mit 64 Punkten beendet. Das hätte so niemand erwartet, es ist der Hammer und macht tausende Menschen in Aachen und der Region tatsächlich glücklich. Das ist nicht übertrieben. Nach einer miserablen Hinrunde war Aachen zwischenzeitlich tief im Abstiegskampf und hat ab Januar eine spektakuläre Aufholjagd hingelegt. 

Dass die Alemannia aus der Regionalliga aufsteigen konnte, das ist zu einem guten Teil auch dem damaligen Vereins-Führungsteam zu verdanken. Klar, sie praktizierten ihre eigene Art der Unternehmensführung, sie dachten nicht ununterbrochen an Regeltreue, bei internen Vorgängen handelten sie – freundlich gesagt – unkonventionell, gesetzliche Auflagen wurden teils ignoriert. ABER: Wenn einmal irgendwo so richtig die Karre im Dreck steckt, dann hilft nur: Ärmel hochkrempeln und einfach machen, machen, machen.

Wer jetzt auf Moberz und Eller und die Kollegen schimpft, sollte immer bedenken: Ohne diese Personen wäre Aachen nicht aufgestiegen. Das gilt auch für den Trainer (Backhaus), auf den man bis zum Ende aller Tage wütend sein möchte. Fakt ist aber: Er hat den Erfolg gebracht. Das kann niemand leugnen.

Zurück zur Gegenwart: der Verein hat im April die Zulassung für die Saison 2026/27 ohne wirtschaftliche Auflagen erhalten – ein extrem wichtiger Punkt für die Leser*innen, die sich für die Finanzen und die städtische Verflechtung des Klubs interessieren. Gleichzeitig läuft aktuell ein großer Kaderumbruch. Sage und schreibe 13 Spieler wurden verabschiedet.

Dazu ist zu sagen: Never change a winning team. Hätte man nicht den Gang zur Sparkasse antreten müssen und mit einem Kredit, also einem Riesenhaufen Geld dafür sorgen müssen, dass der Kader, so wie er zuletzt erfolgreich war, weitgehend zusammenbleibt? Um dann in die 2. Liga aufzusteigen? Man weiß es nicht, es war auch keine Option. Der Laie wundert sich.

Dass der DFB die Lizenz für die nächste Drittliga-Saison komplett ohne Bedingungen erteilt hat, ist für Aachener Verhältnisse ein historischer Erfolg. Es gab schließlich 2 Insolvenzen, der Tivoli wurde einst mit viel städtischem Steuergeld gerettet. Die finanzielle Unabhängigkeit des Vereins von der Kasse der Stadt Aachen ist ein gutes Ziel.

Eine sportliche Achterbahnfahrt (Saison 2025/26) liegt hinter uns. Nach der Winterpause spielte sich das Team von Sieg zu Sieg und schloss fulminant ab. Zuletzt mit einem 6:1 gegen Havelse. Es war der Wahnsinn. Verabschiedet wurden aber sogar Stammkräfte wie Nils Winter oder Bentley Baxter Bahn. Sehr traurig. Wohin steuert der Klub in der kommenden Saison?

Mehr Infos zu Alemannia auch hier: https://www.kicker.de/alemannia-aachen/team-transfers

Bleibt ein Blick auf die Fans und die hohen Zuschauerzahlen. Nicht selten waren nämlich mehr als 30.000 Fans im Stadion. Bezüglich der Fans sei Aachen ja wohl eindeutig (extrem) rechtslastig, so wird einem oft vorgehalten. Es gab in der Saison auch kritische Momente mit Fangewalt, erinnert sei an die Übergriffe nach dem Spiel gegen Aue im Herbst.

Dazu ist zu sagen: Es war schon mal schlimmer. Und wo sich 30.000 versammeln, da hat man halt immer ein paar Neonazis dabei, heutzutage. Das ist bedauerlich, aber deshalb gleich eine Kamera-Totalüberwachung mit Gesichtskontrollen an den Eingängen und lebenslange Stadionverbote usw. zu fordern, wie es die Innenminister (die von der SPD sind auch dabei) gelegentlich tun, ist vollkommen übertrieben und wird der Lage in den Stadien nicht gerecht.

Überhaupt muss man sich mal ansehen, was genau die Polizei eigentlich (schon) alles als Übergriff/Zwischenfall wertet. Man wird überrascht sein. Was hingegen die Innenminister erreichen, ist die Beschädigung einer sog. Volkskultur, die (noch) lebendig und bunt ist. Man sollte sie schützen.

Beim Heimspiel Aachen gegen den FC Hansa Rostock gesehen. Da steht: „Innenminister: Feinde der Fankultur“.

Und was macht der Pferdesport?

Wer sich mehr für eine andere Sportart interessiert, sollte sich unbedingt die wundervolle und wie immer leicht kitschige Vorführung in der Aachener Soers ansehen. „Pferd & Sinfonie“ mit Christopher Ward’s spektakulärem Abschied als Aachens Generalintendant.

Alles festgehalten in der Mediathek des WDR. Die dabei waren, sagen: „Es war unbeschreiblich schön.“ – Wenn auch leider sehr mit Orientierung zur Mercedes-Tribüne dargeboten (da sitzt die Prominenz).

Russen in Aachen willkommen

Das hat noch gefehlt: Russische Sportler dürfen grundsätzlich bei der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen 2026 teilnehmen, allerdings ausschließlich unter strengen Auflagen als neutrale Athleten.

Der Weltreiterverband (FEI) hat den seit 2022 bestehenden Komplettausschluss gelockert. Seit dem 1. Januar 2026 ist es Reitern aus Russland und Belarus wieder gestattet, an internationalen FEI-Turnieren – und damit auch an den Weltmeisterschaften in Aachen (11. bis 23. August 2026) – teilzunehmen. s. hier https://www.clipmyhorse.tv/nn_NO/news/0977e898-8635-4b59-8f6f-282e3440eda2

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