Vaalser Straße: Bäume müssen weg – für ein Parkhaus

An der Vaalser Straße/Ecke Neuenhofer Weg, wenn man in die Stadt reinfährt links, werden derzeit Bäume gefällt.
Hier müssen Bäume Platz machen für Autos. Ein Vorgang, der nicht in unsere Zeit passt.

Die Sägen kreischen, die Bäume fallen Stück für Stück zu Boden. Heute hat an der Vaalser Straße eine Baumfäll-Aktion begonnen, wie man sie selten erlebt. Das Unternehmen Abiomed will die Produktion erweitern, will zusätzliches Personal einstellen und ihm fehlt dazu ein Parkhaus. Für dieses Parkhaus wird jetzt aus gesunden, dicken Bäume Kleinholz gemacht.

Eine Firma, die sich „Baumpflege“ auf die Lkw geschrieben hat, ist seit heute morgen zugange. Und bis gegen 16 Uhr lagen schon etliche Bäume auf dem Parkplatz, auf dem demnächst das Parkhaus errichtet wird. Von Baumschützern und Aktivisten übrigens weit und breit keine Spur.

Wegen der Fällung hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben. Abiomed konnte mehr oder weniger gut nachweisen, dass das Parkhaus dringend gebraucht wird. Schließlich kommen etliche Mitarbeiter*innen von auswärts, teils abends zu Spätschichten, Busse fahren da nicht mehr. Auch das Parken im neuen Parkhaus am Klinikum (über 1000 Plätze) sei für Abiomed-Personal nicht nutzbar, so hieß es.

Schließlich stimmten im Stadtrat von Aachen alle Parteien (auch die Grünen) der Baumfäll-Aktion (es ist städtisches Gelände) zu. Alle? Nein, Mitglieder der Fraktion DIE Zukunft stimmten dagegen oder enthielten sich.

Jetzt ist alles zu spät. Gut 100 große und kleine Bäume werden es am Ende sein, die dem Parkhaus weichen müssen. Und das in einer Zeit, da einem von den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung versichert wird, dass in Aachen der Baum-Verlust schneller als erwartet vonstatten geht. Viel schneller, und zwar hauptsächlich wegen Hitze und Wassermangel und anderer schlechter Bedingungen in der ungewöhnlich eng bebauten Innenstadt.

Deutlich mehr Bäume werden aus dem Stadtbild verschwinden als neue gepflanzt werden können.

Das Aachener Unternehmen Abiomed produziert medizinische Geräte, die Leben retten oder verlängern können. An der Vaalser Straße will man in jeder Hinsicht expandieren. Für die Pkw vom Personal müssen angeblich Parkmöglichkeiten geschaffen werden.

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250.000 Euro für die Erstellung eines Plans – 5.000 Euro für einen Künstler

Die Stadt wünscht sich eine Verpachtung für fünf Jahre mit der Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre. Foto: Stadt Aachen/Stefan Herrmann

Die Stadt Aachen sucht für die Gastronomie im Schloss Schönau in Richterich zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine neue Pächterin bzw. einen neuen Pächter.

Im denkmalgeschützten kleinen Wasserschloss, idyllisch gelegen in einem rund 2,5 Hektar großen Park, stehen circa 400 Quadratmeter für den Gastronomiebetrieb inkl. Außenterrasse zur Verfügung. 120 Quadratmeter entfallen dabei auf den Gastraum. Der befindet sich ebenso wie Küche und Spülküche sowie ein Vorratsraum im Erdgeschoss. Im Untergeschoss liegen Lagerräume, Toiletten und ein Kühlraum.

Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 21. Oktober 2022. Bewerber*innen richten ihre Interessensbekundung bitte mit dem Hinweis „Interessenbekundung Az. FB 60/310-2022/777-BU“ per E-Mail an ibk@mail.aachen.de.

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Der Aachener Künstler Antonio Nuñez ist jetzt im Von der Heydt-Museum in Wuppertal gemeinsam mit neun weiteren herausragenden Kunstschaffenden aus Nordrhein-Westfalen mit dem Kunstpreis „CityARTists 2022“ des NRW Kultursekretariats (NRWKS) ausgezeichnet worden. „Farbintensiv, hell und vielschichtig“, so urteilte die zentrale Jury über „das lebendige, kraftvolle Werk des gebürtigen Kubaners“, der seit 2002 in Aachen lebt. 

Zuvor hatte eine lokale Jury, bestehend aus Eva Birkenstock (Direktorin des Ludwig Forum Aachen), Maurice Funken (Direktor des Neuen Aachener Kunstvereins) sowie Professor Dr. Alexander Markschies (RWTH Aachen, Lehrstuhl für Kunstgeschichte) Antonio Nuñez als Kandidat für Aachen nominiert. Ausgezeichnet wurden wieder zehn profilierte Künstler*innen aus den nominierenden 21 Mitgliedsstädten des NRWKS. Die Preise werden als Stipendium vergeben und sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Mehr über Antonio Nunez hier

Der Aachener Künstler Antonio Nuñez. Foto: Thomas Bildheim

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Die Asphaltdecke im Grauenhofer Weg wird instandgesetzt. Bis einschließlich Montag, 10. Oktober, saniert der Aachener Stadtbetrieb die Fahrbahnfläche zwischen Arlingtonstraße und Lintertstraße. Eine Umleitungsstrecke über die Königsbergerstraße, Trierer Straße auf die Lintertstraße ist ausgeschildert.

Auf der Bayernallee wird ebenfalls die Fahrbahn instandgesetzt. Auch hier gelten die Einschränkungen bis einschließlich Montag, 10. Oktober. Die Umleitung erfolgt in beide Richtungen über Kalverbenden und Robert-Schumann-Straße. 

Für die Dauer der Arbeiten müssen die Baubereiche voll gesperrt werden. Fußgänger können die Baustellen passieren. Es wird dringend empfohlen, die angespritzte Fahrbahnfläche nicht zu betreten, da Kleidung dauerhaft verschmutzt werden könnte. Gleiches gilt für das Befahren mit Fahrzeugen.

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Am Freitag, den 4. November 2022, findet im Aachener Polizeipräsidium an der Trierer Straße wieder eine Versteigerung von Fahrrädern, Mofas und Motorrollern statt. Um 9 Uhr geht es los. Bereits ab 8.30 Uhr können die Fahrzeuge besichtigt werden. „Gekauft wie gesehen“ (Barzahlung) werden die Zweiräder an die Käufer abgegeben. Der Versteigerungsort ist vor dem Lieferanteneingang, der sich an der Trierer Straße befindet.

Bitte unbedingt beachten: Es gibt keine Parkmöglichkeiten auf dem Gelände des Präsidiums. Bringt einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. Die ersteigerten Fahrzeuge müssen sofort nach der Versteigerung mitgenommen werden. (sk)

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Die Weiterentwicklung des Sportparks Soers zu einem „Sportpark für Alle“ ist eines der großen Planungsprojekte der Stadt Aachen. In seiner Sitzung am 28. September hat der Stadtrat einen  wichtigen Beschluss gefasst: Die Politiker*innen haben mit einem einstimmigen Votum die Entwicklung eines Masterplans Sportpark Soers auf den Weg gebracht.

Das Grundstück des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Hubert-Wienen-Straße hat die Stadt bereits vom Land erworben, ebenso die Fläche des Eisenbahnvermögensamtes am Soerser Weg. Mit dem aktuellen Ratsbeschluss hat die Verwaltung den Auftrag erhalten, alle für die Entwicklung eines Masterplan erforderlichen Ausschreibungs- und Vergabeverfahren einzuleiten. Die Politik stellt hierzu 250.000 Euro im städtischen Haushalt zur Verfügung.

Im Kern der Entwicklung des „Sportparks für Alle“ stehen einzelne Teilprojekte wie der Neubau einer städtischen Multifunktionssporthalle und einer neuen Reitsporthalle des Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV). Auch ein Hotelbau sowie weitere Neubauten und Flächenentwicklungen mit Sportbezug, für die bereits im Sportpark vertretenen Vereine und noch nicht im Sportpark vorhandene Sportarten stehen zur Diskussion.

Die Vorlage zum Sportpark Soers findet ihr im Ratsinformationssystem der Stadt Aachen: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=25866.

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Abfallsammlung verschiebt sich

In dieser Woche verschiebt sich wegen des Feiertags die Abfallsammlung in der Stadt Aachen. Statt heute, Montag, 3. Oktober, werden die Abfallbehälter am Dienstag, 4. Oktober, geleert. Die weiteren Sammlungen der Woche verschieben sich so um einen Tag nach hinten. Ab Montag, 10. Oktober, erfolgt die Abfallsammlung im Stadtgebiet wieder zu den gewohnten Entsorgungstagen.

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Frankenberger Viertel: Hochbetrieb im neuen REWE

Im Supermarkt in der Bismarckstraße gesehen. „Hey Frankenberger! Du siehst super aus“, steht da.

Der Neubau – genannt Viktoria – in der Bismarckstraße/Ecke Viktoriaallee (vormals Vegla-Gebäude) mit vielen Wohnungen hat dem Viertel schon eine neue Apotheke, ein neues Café (von Nobis), einen dm-Drogeriemarkt und jetzt einen sehr geräumigen REWE-Supermarkt (Stenten) beschert. Das Angebot ist riesig und lässt vorerst nichts zu wünschen übrig. Weitere Läden und Märkte werden demnächst ebenfalls eröffnet.

Bei REWE ist seit 3 Tagen anlässlich der Eröffnung die Hölle los. Die Leute kommen rein und kaufen, als gäbe es morgen gar nichts mehr. Okay, morgen ist Sonntag und dann ist Feiertag, insofern gibt es zwei Tage lang nichts. Ob es danach mit dem Ansturm so weitergeht, warten wir mal ab.

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Was tut sich eigentlich auf der Brücken-Baustelle in der Turmstraße?

Turmstraße: Dort geht es jetzt im wahrsten Sinne des Wortes aufwärts. Foto: Stadt Aachen/Timo Pappert

Was macht eigentlich Aachens spektakulärste Baustelle (zwischen Claßenstraße und Professor-Pirlet-Straße)? Im Mai wurde die alte Turmstraßen-Brücke abgerissen. Rund 200 Lkw-Ladungen waren nötig, um die insgesamt 4000 Tonnen Betonschutt abzutransportieren. Anschließend mussten die Oberleitungen für den Bahnbetrieb wiederhergestellt werden.

Auch danach ging es, so teilt die Stadtverwaltung mit, für die Beteiligten des Aachener Stadtbetriebs, des Ingenieurbüros Doser, Kempen, Krause und des ausführenden Bauunternehmens Hochtief aufregend weiter: Die beiden Widerlager, auf denen auch die neue Brücke aufliegen wird, mussten teilweise entfernt werden. Das bedeutet, dass Beton stückweise herausgetrennt und abgetragen werden musste, um die Oberleitungen und Schienen der Bahnstrecke nicht zu gefährden.

„Wir sind immer noch im Zeitplan“, sagt Walter Heitmann, Oberbauleiter der Firma Hochtief.

Auf der Seite in Richtung Claßenstraße war sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. Unter dem Widerlager verbarg sich ein ungewöhnlicher Fund: Alte Widerlagerreste aus Beton einer Brücke aus der Kaiserzeit, etwa 1910, waren noch erhalten. „Die Verwendung von Beton zu dieser Zeit war noch sehr ungewöhnlich.“, erklärt Heitmann. 

Jetzt geht es im wahrsten Sinne des Wortes aufwärts. Die nötigen Bohrpfähle für den neuen Mittelpfeiler zwischen den Bahngleisen sind bereits gesetzt. Dieser Pfeiler wird sechs Meter hoch und dreißig Meter lang werden. (Mehr Infos dazu im Video)

2022 wird es noch eine Sperrpause der Bahn geben, vom 17. Dezember ab 1 Uhr bis 18. Dezember um 21 Uhr. Im März 2023 richtet die Deutsche Bahn an allen 4 Wochenenden Sperrpausen ein. Dann kommen die Träger für den Überbau und werden auf Widerlager und Mittelpfeiler aufgelegt. 
Schließlich wird, wenn der Überbau fertig ist, die Straße angeglichen, da die neue Brücke 30 Zentimeter höher sein wird. Dann kann auf der Turmstraße wieder gefahren werden. 

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Das Eismännchen ist dann mal weg, kommt im April aber wieder

Das ist gerade noch mal gut gegangen. Dieser Parkplatz an Siegel war schon so gut wie verplant für eine Feuerwache. Aber nein! Jetzt will man die Feuerwache für Aachens Südwesten doch woanders errichten.

Morgen, 30. September, gibt es dort das letzte Eis für dieses Jahr. Und weiter geht es mit dem Eisverkauf auf jeden Fall ab April 2023. Diese schöne Perspektive in Richtung Zukunft stand auf der Kippe, denn die Politik schien mit der Idee zu liebäugeln, eine Feuerwache auf diesem Platz aufbauen zu wollen. Halb Aachen sah daraufhin das „Eismännchen“ wegrasiert. Der Eisverkauf auf diesem Platz, das ist immerhin ein Anblick, der irgendwie Heimatgefühl in einer stets fremder werdenden Welt vermittelt.

Aachen – speziell der Südwesten – braucht eine 4. Feuerwache, und das seit mindestens 10 Jahren. Denn auch im Süden von Aachen muss die Wehr im Brandfall in unter 8 Minuten vor Ort sein und mit den Löscharbeiten beginnen können. Man hat sich in der Vergangenheit schon oft an den Kopf gefasst wenn man beobachtete, wie viel Zeit sich die damalige große Koalition von CDU und SPD mit der fehlenden Feuerwache nahm. Unfassbar.

Wie dem auch sei. Aachens 4. Feuerwache, für die ein Platz schon gefunden wurde, kann frühestens 2029 eingeweiht werden. Also muss ein Provisorium her, eine Interimswache für die Berufsfeuerwehr. Und für dieses Provisorium war der Parkplatz an Siegel eine Zeitlang im Gespräch. Jetzt aber nicht mehr. Jetzt wird ein Gelände an der Heidbendenstraße favorisiert.

Auf diesem Gelände (zwischen Robert-Schumann-Straße und Siegelallee) wird gerade das Flüchtlingscamp abgebaut. Es war nie voll ausgelastet und wäre in der kommenden kalten Jahreszeit auch überhaupt keine gute Unterkunft für Menschen.

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Der Mängelmelder hat offenbar selber Mängel

Kürzlich ging es hier – vielleicht etwas zu euphorisch – um den neuen Mängelmelder der Stadt Aachen. Er wird zwar kräftig genutzt, hunderte Mängel wurden direkt in den ersten Tage eingetragen. Doch es meldeten sich nach Erscheinen des ersten Berichts von AachenNews gleich mehrere enttäuschte Nutzer*innen.

Häufigster Vorwurf: Die Sachen würden „in Zeitlupe“ bearbeitet. Es dauert alles viel zu lange. Außerdem wirklich unangenehm der nächste Vorwurf: Es würden Dinge ohne Begründung als nicht änderbar erklärt. Als Beispiel sei angeführt, dass etwa am Annuntiatenbach die Poller 1,95 Meter luftige Breite haben und folglich bis auf die SUVs durchfahren kann, wer nur will und sein Auto beherrscht. Schöne Pleite.

Schlecht sehe es aus mit dem Datenschutz, gegen den tatsächlich auch noch verstoßen werde. Es würden einfach Anschreiben mit Klarnamen in die Verläufe kopiert. Darauf hat ein Nutzer eigens vor drei Wochen hingewiesen, es sei bisher aber nichts geändert worden.

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Der neue Mängelmelder ist der Hit

In Aachen ist ein neuer „Mängelmelder“ an den Start gegangen. Kaum war das Portal in der Europäischen Mobilitätswoche (16. bis 22. September) online, da hagelte es auch schon Hinweise. Die Bürgerinnen und Bürger legten sofort los.

Mängelmelder, hier klicken.

Mitgeteilte Erfahrung mit dem neuen Teil zeigt folgendes: Es kann sein, dass ihr einen Mangel meldet und euer Hinweis schnell irgendwie einen Haken bekommen hat. Das bedeutet in dem Fall nur, dass eure Eingabe an die zuständige Stelle in der Verwaltung weitergeleitet wurde, nicht etwa, dass der Mangel schon behoben ist.

Der Mängelmelder ist ein Portal, über das alle Aachener*innen schnell und unkompliziert Schäden, Ärgernisse und Verbesserungsvorschläge im Aachener Stadtgebiet an die Verwaltung weitergeben können – per Handy-App oder im Browser. Egal ob es um Müll, Schlaglöcher, fehlende Beschilderung oder um Anregung zu verschiedenen Verkehrsmitteln in der Stadt geht.

Auch positive Rückmeldungen sind über das Portal möglich. 

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Bestimmt kein Mangel, sondern eine Attraktion war wieder das Riesenrad auf dem Katschhof. Das Foto war zu schade zum Wegwerfen und wurde hier ohne inneren Zusammenhang mit dem obenstehenden Text einfach so dazu gestellt.

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Auf dem Platz vor dem Bahnhof Rothe Erde

Erstaunlicherweise finden manche Menschen den Platz vor dem Bahnhof Rothe Erde nicht schön und meinen, hier müsse etwas verändert werden. Mir gefällt der Platz, und wenn ich da entlang gehe, habe ich keine Probleme. Auch wenn mal ein paar Obdachlose dort rumstehen mit Bierflaschen in Händen. Genau das ist für andere der Gipfel des Unerträglichen. Sie schreiben Briefe (!), machen Eingaben und scheuchen die Verwaltung auf – wegen Lappalien. In den kommenden Jahren werden sich Fachleute mit Anwohner*innen über die Transformation (Mängel-Beseitigung) von Forst, Schönforst und Driescher Hof unterhalten. Es wird sich was ändern.
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Kitas vor dem Kollaps. Personalmangel ohne Ende.

Erzieherinnen und Erzieher sind mit dem Latein am Ende. Das machten sie der Politik klar, als sich die Damen und Herren jüngst in den Burtscheider Kurparkterrassen zu Beratungen trafen.

Kommt es in Aachen zum Kita-Kollaps? Das muss man sich wirklich fragen, denn viele Kitas klagen über massiven Personalmangel. Es gibt weit und breit viel zu wenig Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen. In der StädteRegion, im Ruhrgebiet, überall. Da ist es auch egal, wohin man schaut: Ob in die Kitas der Stadt Aachen, der StädteRegion, AWO, kath. Kirche und andere – überall ist wegen Mangel an Personal die Arbeit in den Kindergärten gefährdet. 

Wie konnte es dazu kommen? Viele Erzieherinnen werden pensioniert und wollen nicht mehr länger arbeiten. Andere werden schwanger und wieder andere sind einfach ausgebrannt, krank. Corona gibt zahllosen anderen den Rest. Und es gibt auch noch das Vorurteil, dass man als Erzieher*in extrem wenig verdient. Dabei ist das längst nicht mehr der Fall. Ein Einstiegsgehalt von 3104,00 Euro ist nicht schlecht. 

Der Personalmangel ist unausweichlich, wenn in der Gesellschaft weiterhin an dem Vorurteil festgehalten wird, dass mit einem Erzieher*innen-Gehalt kein eigenständiges Leben zu finanzieren ist. Da muss sofort aufgeklärt und eine knackige Werbekampagne (auf junge Menschen zugeschnitten) gestartet werden. 

In Aachen ist es schon vorgekommen, dass eine Kita wegen Personalmangel eine Woche lang geschlossen werden musste. Andere schlossen immer mal wieder für einen Tag oder können die zugesagte Randzeiten-Betreuung nicht leisten. Das sind Zeiten, wo die Kinder besonders früh in den Kindergarten gebracht oder besonders spät wieder abgeholt werden. Es gibt ja Eltern, die z. B. von morgens 7 Uhr bis zum frühen Nachmittag arbeiten. Das ist unmöglich, wenn eine Kita erst um 9 Uhr öffnet. 

Überhaupt muss der Notstand auch mal von Arbeitgeber-Seite aus betrachtet werden. Da möchte jemand eine junge Frau beschäftigen, aber dazu kommt es nicht, weil die Frau für ihr Kind keinen passenden Platz im Kindergarten (oder in der OGS) findet. Oder weil sie immer mal wieder plötzlich einen Tag zu Hause bleiben muss. Das ist keine Seltenheit, die Arbeitgeber werden diesbezüglich sicher noch bei der Politik vorstellig werden. 

Der Kita-Kollaps geht nicht nur junge Familien etwas an. Wenn die Kitas nicht mehr funktionieren, ist auch für uns andere bald niemand mehr da, die uns in den Geschäften bedient und uns die Haare macht usw. Die Frauen müssen zu Hause bei ihren Kindern bleiben. 

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Eine Lösung wäre es, mehr Tagespflegepersonen (vormals Tagesmütter genannt) auszubilden. Die Ausbildung dauert knapp ein Jahr und ist mittlerweile gut und vor allen Dingen intensiv. In Aachen gibt es schon über 100 Tagespflegepersonen, warum nicht noch 100 zusätzliche ausbilden?

Dagegen wird argumentiert, dass die Eltern nun mal die Kitas bevorzugen und der Elternwille muss – ohne Zweifel –  berücksichtigt werden. Die Alternative heißt aber nicht mehr: Kita oder Tagespflege? Die Alternative wird für viele lauten: Tagespflege oder gar nichts! 

Auch wird gesagt, die Tagespflegepersonen seien nicht wirklich gut ausgebildet. Eine Erzieherin lernt mehrere Jahre und wird im Praktikum angeleitet, eine Pflegeperson nur ein paar Monate, so lautet ein Vorurteil. Aber so schlecht ausgebildet sind diese Personen nicht: denn 300 Stunden Kurs plus 80 Stunden Praktikum plus Selbstlerneinheiten, dazu lernen in kleinen Gruppen mit jeweils 2 Dozent*innen. Viele bringen Vorwissen mit, nicht wenige waren mal als Erzieherinnen in einer Kita im Einsatz.

Wenn – zur Verhinderung des Totalzusammenbruchs – demnächst in den Kitas Personen eingestellt werden, die keine pädagogische Ausbildung haben, dann könnte ein Kind bei einer Tagespflegeperson zumindest gleich gut untergebracht sein.

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OMG unterdessen melden sich 2 Erzieherinnen und meinen, das Gehalt bleibe dann auch ewig bei der Summe stehen. Es ärgert sie, dass es heißt, sie würden gut verdienen. Wenn man denn mal eine Stufe höher komme, habe man nicht mal 100 Euro mehr.

Viele Kinder hätten in der Corona-Zeit sehr gelitten, hätten Störungen, das müsse alles in der täglichen Arbeit aufgefangen werden. Hinzu komme jetzt der Krieg, „die Kinder spüren die Ängste und Sorgen von uns Erwachsenen“. Auch das müssten die Erzieherinnen auffangen, wobei sie selbst wegen Krieg und Teuerungen große Sorgen hätten.

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Energiespar-Aktionstag, Bürgerforum und eine Befragung in 4 Sprachen

Das Thema „Energiesparen“ kommt einem schon zu den Ohren raus. ABER: Es ist in diesem Winter wichtiger denn je. Von Russland fest zugesagte Gaslieferungen bleiben aus. Ein bisher zuverlässiger Vertragspartner erweist sich als Kriegstreiber, Betrüger und hat jetzt sogar dem eigenen Volk den Krieg erklärt. Hunderttausende (junge) Männer sollen sich in der Ukraine totschießen lassen. Man fasst es nicht.

Zurück zum Energiesparen. Die Stadt Aachen lädt ein zu einem Energiespar-Aktionstag am Donnerstag, 29. September. Beginn: 10 Uhr am Elisenbrunnen (bis 17 Uhr). Die Veranstaltung soll Bürger*innen und Gewerbebetriebe dazu anregen, im privaten Haushalt und im Betrieb Energie einzusparen. Alle sollen weniger Gas und Strom verbrauchen. 

Die Aktion stehe in enger Verbindung mit der aktuellen Gaskrise in Deutschland und Europa, so teilt der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung mit. Die Krise sei bekanntlich durch den Krieg in der Ukraine verursacht worden und die Menge an geliefertem Erdgas krass zurückgegangen.

Die Heizperiode beginnt Anfang Oktober, und das Thema bekommt eine noch größere Brisanz. Jeder Haushalt und Gewerbebetrieb ist aufgefordert, rund 20 Prozent weniger Energie als in früheren Jahren zu verbrauchen. 20 Prozent, das ist eine krasse Hausnummer! Beim Energiespar-Aktionstag wird darüber informiert, mit welchen Maßnahmen man konkret dazu beitragen kann, das gesetzte Einsparziel zu erreichen.

Irre Mengen an Energie verbrauchen Handys und Computer. Im Foto: eine Serie von Handys, aufgenommen im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg.

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Das Bürgerforum ist eigens dafür „erfunden“ worden, damit die Menschen in Aachen der Politik sagen können, was gut und was schlecht läuft und dringend verbessert werden muss. Meistens nimmt sogar Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen an den Versammlungen teil. Zum nächsten Bürgerforum sind die Bürgerinnen und Bürger wieder eingeladen. Es findet statt am kommenden Dienstag, 27. September, ab 18 Uhr in der Aula der Maria-Montessori-Gesamtschule, Bergische Gasse 18. 

Nach der offenen Fragerunde stellt die Bürgersstiftung Lebensraum ihr Projekt „Platz für Demokratie“ vor. In einem weiteren Tagesordnungspunkt wird der Bürgerantrag der Arbeitsgemeinschaft „Mobilität im Frankenberger Viertel“ des Vereins Frankenb(u)erger „Transformationsprozess Frankenberger Viertel“ diskutiert.

Nach Vorstellung der beiden Themen ist eine Diskussion mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Die Politik möchte wissen, was die Menschen speziell im Frankenberger Viertel sich vorstellen und wünschen. Außerdem sollen sich die verschiedenen Interessengruppen austauschen können. Im Bürgerforum haben alle Aachener*innen die Möglichkeit, aktiv am Gespräch teilzunehmen. Jede Meinung ist gefragt.

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Die Stadt Aachen führt aktuell im Stadtteil Driescher Hof eine empirische Bürger*innen-Befragung durch. Noch bis Mitte Oktober werden rund 3.000 Haushalte befragt, was das Viertel aus ihrer Sicht attraktiv macht, aber auch wo Verbesserungsbedarf besteht. Themenschwerpunkte sind die individuelle Wohnsituation, soziale Netzwerke vor Ort sowie die jeweils eigene Wahrnehmung des Wohnumfeldes. Die Befragung soll dazu beitragen, den Stadtteil in den kommenden Jahren gemeinsam mit den Bewohner*innen zu stärken und lebenswerter zu machen.

Die Befragung erfolgt sowohl schriftlich durch Anschreiben an die Haushalte als auch in Form von Befragungen städtischer Mitarbeiter*innen im öffentlichen Raum. Der entsprechende Fragebogen liegt in vier Sprachen vor und ist analog sowie digital ausfüllbar. 

Allgemeine Zahlen, Daten und Fakten zum Lebensraum Driescher Hof kann man im Update zum Dritten Sozialentwicklungsplan der Stadt Aachen unter www.aachen.de/sozialentwicklungsplan finden. Ansprechpartnerin vor Ort ist Quartiersmanagerin Sabine Müller vom Stadtteilbüro Forst/Driescher Hof. Infos zum Stadtteilbüro gibt es unter www.aachen.de/quartiersmanagement.

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