Oberbürgermeister: 2020 hört Marcel Philipp (CDU) auf

Die Meldung haut rein: Marcel Philipp (CDU) will nicht mehr unser Oberbürgermeister sein. Er hat mitgeteilt, dass er bei der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2020 als Kandidat nicht mehr antritt. Damit ist sozusagen eine Granate im politischen Bereich Aachens gezündet worden. (Q.: AZ/AN  WDR)

Zweimal wurde Philipp (48) in der Vergangenheit ins Amt des Oberbürgermeisters gewählt, da war (2009 und 2014) nicht mal eine Stichwahl erforderlich. Doch so besonders gut hat sich der OB mit „seiner“ CDU nicht verstanden. Die Pläne zum Ausbau des Büchel (Stadtquartier im Zentrum) hat er – nachdem schon alles in trockenen Tüchern schien – noch mal umstoßen wollen. Das konnte nicht gutgehen. 

Philipp hat Aachen bei den Karlspreisverleihungen international sehr gut repräsentiert, und auch sonst brauchte er sich bei repräsentativen Anlässen nicht zu verstecken. Im Gegenteil, er gab immer ein gutes Bild ab und sprach – obwohl kein Akademiker – auch im Hochschulbereich klug und sympathisch zu allen, die ihm zuhörten. Und das waren immer alle.

Doch man hätte sich von ihm viel mehr Initiative gewünscht, wenn es um die Modernisierung und die Zukunftsfähigkeit Aachens geht. Ein modernes Verkehrskonzept muss schon lange her, was die Luftverschmutzung betrifft wird sogar gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Das schien dem OB alles nicht besonders wichtig.

Marcel Philipp war ein bisschen ideenlos und hat sich leider auch keinen Einflüsterer/Berater zur Seite gestellt, der Aachen mehr nach vorne hätte bringen können, wie es in den letzten Jahren die Maastrichter geschafft haben. Für mich waren die letzten acht bis zehn Jahre eher eine Zeit der Stagnation. Wir sind irgendwie nicht weitergekommen.

Jetzt fragt man sich: Wen schickt die CDU 2020 ins Rennen? Den Fraktionsvorsitzenden Harald Baal? Da kann ich nur raten. In der SPD hat bereits Mathias Dopatka  seinen Willen erklärt, sich wählen zu lassen. Er muss sich die Erlaubnis allerdings noch von den Aachener Sozis holen. Was Grüne, Piraten, Linke und FDP betrifft, das wird nicht ohne Bedeutung sein, ist aber im Moment alles Spekulation, da warte ich mal die Beratungen ab. 

Ein Bild aus November 2018: Marcel Philipp (r.) gratuliert Tim Grüttemeier, der gerade zum StädteRegionsrat gewählt worden ist. Foto: Archiv

Ausufernde Berichterstattung plus knackiger Stellungnahmen der Parteien: heute (24. 08.) in eurer Aachener Tageszeitung.

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Was rollt da auf uns zu?

Da fehlt doch was.

Wer im Verwaltungsgebäude am Katschhof des öfteren Termine wahrnehmen muss, dessen Blick geht quasi routinemäßig zu einer der beiden Rathausuhren hoch. Wie siehts aus? Bin ich heute mal pünktlich? Nein? Mist.

Der Frust bleibt einem neuerdings erspart, denn die vergoldeten Zeiger sind komplett verschwunden. Die Zeit ist weg, auch mal schön.

„Altersbedingte Defekte hatten die beiden in die Jahre gekommenen Uhrwerke immer wieder lahmgelegt“, teilt die Verwaltung mit, und berichtet weiter, dass es keine Ersatzteile mehr für die alten Uhrwerke gibt. Die Folge: Beide müssen komplett erneuert werden. Das städtische Gebäudemanagement hat eine Spezialfirma beauftragt. Im Herbst können die Leute auf dem Markt wieder sehen, was die Stunde geschlagen hat. Und die Unpünktlichen haben wieder ein schlechtes Gewissen.

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Unterdessen rechne ich täglich mit dem massenhaften Auftauchen von E-Scootern in der Innenstadt. Dass dem Aachener Straßenverkehr, wo sich schon Pkw, Radler, Busse und Fußgänger um den knappen Platz fast kloppen, noch ein weitere Teilnehmer hinzugefügt wird, nämlich Elektro-Roller, wundert mich. Aber es scheint zu stimmen: Das skandinavische Unternehmen Voi, das in mehr als 30 europäischen Städten E-Scooter verleiht, wird im Herbst Partner von Stadt und Aseag. Ich warte auf Fahrberichte von meinen lieben Leserinnen und Lesern. – Take care.

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Eine Neuaufteilung des Straßenraums wäre angebracht: Mehr Platz für Menschen, die sich zu Fuß bewegen, mehr Platz für RadfahrerInnen und (wenn es denn unbedingt sein muss) für RollerfahrerInnen und die Busse der Aseag. Weniger Pkw-Parkplätze am Straßenrand, und aus einigen Straßen sollten Pkw ganz verschwinden. Ich plädiere für eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raums. Bisher gehören (geschätzt) 90 Prozent davon ALLEIN den privaten Pkw. Das darf nicht so bleiben, macht aber Umbauten erforderlich, und die sind nicht kostenlos.

Doch wofür 50 Millionen (mindestens, ich schätze persönlich, es werden 60 Millionen) ausgegeben werden, das ist ein marodes altes Gebäude an der Monheimsallee: das Kurhaus, früher Spielkasino, direkt neben dem Eurogress. Das wird für viel Geld saniert/restauriert. Die Sache wurde im Juli beschlossen (gegen die Stimmen von Piraten und Grünen), 2023 soll alles fertig sein.

Was mich wundert: Kaum Protest gab es gegen diese kostspielige Maßnahme, die teuerste aller Zeiten in Aachen, obwohl doch jedem klar sein muss, dass andere Projekte deshalb auf der Strecke bleiben werden. Welche, wurde uns bisher nicht verraten. Kindergärten? Radvorrangrouten? Schulsanierungen?

Selten ein Gerät gesehen, dessen Formensprache so deutlich sagt: „Benutze mich, und ich verspreche dir, ich brech dir beide Beine.“

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Rezo (der Blauhaarige aus Aachen) sieht sich mal die BILD-Zeitung an, und die FAZ auch. „Willst du mich verarschen?“

Max Goldt über die Bildzeitung, Mein Nachbar und der Zynismus, in: Der Krapfen auf dem Sims, Alexander Fest Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8286-0156-1, Seite 14

Wer immer noch lesen möchte: Lies mal die Pressemitteilung (PM) des Deutschen Journalisten Verband (DJV, CDU-nahestehend) zu Rezos neuem Video. Die PM ist so ungeschickt und absurd, dass sie mittlerweile wieder zurückgezogen wurde, sie schwebt aber – wir sind ja im Internet – immer noch durch die Netzwelt. Also quasi für immer.

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Campus Melaten – Wer möchte hier gern studieren?

More to come

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Die gute alte Wiese kommt wieder in Mode

Eine Wiese an der Krefelder Straße in Aachen.

Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen u. a. sollen ab 2020 in und um Aachen zahlreiche ansprechende Lebensräume bekommen. Gleichwohl gibt es in Aachen Menschen, die ihren Rasen immer noch – alle 14 Tage – auf Golfplatz-Niveau kahlrasieren lassen. Sie wissen nicht, wie sie (bei großer Hitze und Trockenheit) dem Rasen damit schaden. Und müssen sich fragen lassen, unter welchem Stein sie die letzten 3, 4 Jahre gelebt haben.

Vor wenigen Monaten hat der Weltbiodiversitätsrat die Notlage der Insekten eindrücklich beschrieben: Ohne grundlegende Änderungen sind in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weltweit eine Million Arten vom Aussterben bedroht.

„Insekten tatkräftig zu unterstützen, erscheint vor diesem Hintergrund also dringend geboten“, teilt die Stadtverwaltung mit, die auch weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die Unterstützung habe auch große Vorteile für die Menschen. „Zahlreiche Insekten leisten wichtige Dienste wie die Bestäubung von Obst und Gemüse und tragen zu einem stabilen Gleichgewicht in der Natur bei.“

Die Insektenvielfalt zu unterstützen, das haben sich vier Aachener Organisationen zum Ziel gesetzt: Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH), die Stadt Aachen, die Städteregion Aachen und die Aachener Stiftung Kathy Beys erarbeiten gemeinsam mit vielen anderen Beteiligten ein Projekt zur Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten (FLIP). Dies geschieht im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt des Bundesamts für Naturschutz.

Die Projektpartner werden z. B. langweilige Rasenflächen und landwirtschaftlich genutzte Vielschnittwiesen in artenreiche Wiesen umwandeln. Dort soll eine Vielfalt von heimischen Pflanzen angesiedelt werden, die unseren lokalen Gegebenheiten entspricht, um den Lebensraum verschiedener Insekten wiederherzustellen.

Ziel ist es, dass diese Wiesen dann mit wenig Pflegeaufwand langfristig erhalten werden können. Außerdem will das Projekt auch Bürgerinnen und Bürgern in und um Aachen für artenreiche Wiesen begeistern.

Wer besitzt weitere größere Flächen?

Die Projektpartner sind zusätzlich auf der Suche nach Flächen mit einer Mindestgröße von 200 Quadratmeter, die ebenfalls im Rahmen des Projekts für Insekten aufgewertet werden sollen. Dies können größere Rasenflächen, intensiv genutzte landwirtschaftliche Grünflächen oder Feldraine sein, beispielsweise im Besitz von Landwirten, Kirchengemeinden, Kleingartenvereinen, Bildungseinrichtungen, Gewerbetreibenden oder Privatpersonen.

Martina Roß-Nickoll, Projektkoordinatorin vom Institut für Umweltforschung an der RWTH Aachen, sagt „Wenn auch Ihre Grünfläche das Potenzial hat, sich zu einem Lebensraum für Wiesenbewohner zu entwickeln, freuen wir uns, von Ihnen zu hören. Das Projekt FLIP bietet Ihnen Unterstützung bei der Bewertung Ihrer Fläche und der Entwicklung und Durchführung von passenden Pflegemaßnahmen.“ Über die Projektlaufzeit wird auch ermittelt, wie sich die Fläche entwickelt und für welche Insekten sie auf einmal attraktiv wird.

Wer sich für das Projekt FLIP interessiert, kann sich gerne per E-Mail an FLIP@bio5.rwth-aachen.de wenden.

Hier weiter für die Freunde der derzeit vielfach üblichen Platzgestaltung

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Was wird aus Kirche, Bibliothek, VHS und dem Bushof?

Die Kirche St. Peter im Zentrum von Aachen

Das Gotteshaus gehört zu den ältesten Denkmalen Aachens: St. Peter, in der Nähe von Stadtbibliothek und Bushof zwischen Peterstraße und Alexanderstraße gelegen. In der Kirche gab es mal viele Jahre lang immer wieder moderne Kunst zu sehen. Eine muntere Szene versammelte sich in den 1980er Jahren zu den Vernissagen dort.

Aus 1215 stammen die ältesten Teile der Kirche, die damals wohl noch eine Kapelle war. Etwas später wurde der alte Turm gebaut, der heute noch steht. Der Innenraum ist ausladend und schön, dort kann man sich kulturelle Events vorstellen. Mit der Volkshochschule (VHS) und der Stadtbibliothek in der Nähe wird auch schon mal von einem kulturellen Dreieck gesprochen, was sich an dieser Stelle von Aachen einrichten ließe.

Der Bushof von Aachen – mit Einfahrt in ein wenig genutztes Parkhaus

Der Bushof ist ein häßliches Gebäude, das sanierungsbedürftig ist. Er müsste eigentlich abgerissen und die Situation an der Peterstraße neu definiert werden. Doch wie das Parkhaus Büchel so wird auch der Bushof mit der darin befindlichen Volkshochschule zu meinen Lebzeiten bestimmt nie abgerissen.

Dabei ist das Parkhaus im Bushof nicht mal in der Weihnachtszeit voll. Private Pkw suchen oberirdisch lange nach Parkplätzen und bleiben dann – trotz angehobener Parkgebühren – am Straßenrand stehen. Zu einer – für mich merkbaren – Verbesserung der Luftqualität hat die Anhebung der Parkgebühren noch nicht geführt. War aber so geplant.

Das ist schon merkwürdig: Das Mittelalter hat Gebäude errichtet, die stehen heute noch. Meine Genration hat Gebäude geschaffen, die sahen von Anfang an beschissen aus, verrotten nach höchstens 40 bis 50 Jahren und müssten dann eigentlich abgerissen werden. Um danach wieder für 40, 50 Jahre was Neues zu errichten? Alles nicht besonders nachhaltig.

Der Eingang der Stadtbücherei in der Couvenstraße

Der Vollständigkeit halber zum Schluss ein Foto von der Stadtbibliothek – ganz in der Nähe von St. Peter und dem Bushof. Die Bibliothek ist äußerst gut sortiert, mit dem Fahrrad ist man dort willkommen. Das sieht man an den vielen Bügeln. Innen ist sie zwar nicht besonders schick, aber trotzdem gut besucht.

s. dazu auch die Kommentare

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Aus Feigheit vor grundlegenden Veränderungen

Radler (hinten im Bild) und Pkw-Fahrer kommen sich in Aachen an vielen Stellen gefährlich nah. Die Folge: Unerfahrene würden zwar gerne, wagen sich aber nicht aufs Rad. Radvorrangrouten könnten helfen, werden seit Jahren versprochen, gebaut wurde nichts.

Dicke Luft in Aachen und ein Luftreinhalte-Plan, der vom Gericht in Münster für „rechtswidrig“ erklärt wird. Das macht wütend, und die Wut bleibt, auch Tage nach dem Urteil.

Die Stadt Aachen setzt ihre Bürgerinnen und Bürger – darunter übrigens auch 45.000 RWTHStudierende – sehenden Auges einer durch Umweltgifte erheblich verpesteten Luft aus. In der Monheimsalle zum Beispiel, aber auch in diversen weiteren Straße sind die Grenzwerte von Stickstoffdioxid so weit überschritten, dass es in diesen Straßen eigentlich sofort Fahrverbote geben müsste.

Seit zehn Jahren laboriert Aachen an diesen Umweltgiften und spielt mit der Gesundheit seiner Einwohner. Und wer dachte, dass in Aachen geltendes Recht eingehalten wird, wo doch in der regierenden CDU (samt Anhängsel SPD) auch Rechtsanwälte aktiv sind . . . tja, weit gefehlt. Gesetze gehen diesen Herrschaften bei Bedarf am Arsch vorbei. Ein Umstand, der die Piraten im Rat und in den Ausschüssen wütend zurücklässt. Die Verkommenheit der etablierten Parteien ist in Aachen mit Händen zu greifen. Aus Feigheit vor grundlegenden Veränderungen bleiben sie passiv.

Seit Jahren arbeiten Gruppen professionell an Plänen für Radvorrangrouten, die selbst ängstlichen Menschen vom Pkw aufs Rad/Pedelec verhelfen. Wenn man bedenkt, wieviel Aufwand da in der Verwaltung und von Ehrenamtlichen betrieben wurde, und kein Meter ist bisher gebaut, kein einziger Meter. Warum koppelt man Radwege-Bau immer an große sonstige Bauarbeiten?

Premium-Fußwege wurden entwickelt – gebaut wurde auch hier nicht ein einziger Meter. Die vielen Versäumnisse sind bekannt, müssen nicht weiter aufgeführt werden. Das Auftreten der Stadtverwaltungs-Spitze vor Gericht verdient allerdings eine gesonderte Betrachtung: Laut Tageszeitung (AN) vom 2. August – und die Berichterstatter sind nicht wegen Falschdarstellungen bekannt – tischte Aachen den Richtern Messdaten von 2015 auf und prognostizierte sich von dort ins Jahr 2020, rechnete sich schön, obwohl 2018 schon Daten von immer noch sehr hohen Messwerten aus 2017 vorlagen, die man hätte nehmen müssen. Wenn man seriös sein möchte. Wenn!!!

So kassierte die RWTH-Stadt eine Klatsche vor Gericht und freut sich noch, dass die Richter es nicht wagten, unverzüglich Fahrverbote zu verhängen. Kopf auf Tisch, aber echt jetzt.

Was die örtliche SPD raucht, fragen wir uns unterdessen. Deren Fraktionsvorsitzender Servos hatte doch tatsächlich gemerkt, dass das Urteil „eine ziemliche Ohrfeige“ ist. Und weiter: „Für dieses Urteil sind alle im Stadtrat Tätigen der vergangenen mehr als zehn Jahre verantwortlich. Diesen Schuh müssen sich wirklich alle anziehen.“ Hää??? Hallo??? Unter welchem Stein hat dieser Mann die letzten Jahre gelebt? Immer, wenn es gerade passt, erzählt er was von Verantwortung der SPD für Aachen usw., die die SPD habe, aber wenn uns die Scheiße um die Ohren fliegt, dann waren es natürlich „alle“.

Ehrlich gesagt, anstelle von Michael Servos sollte für die SPD nach der Kommunalwahl Mathias Dopatka als Fraktionsvorsitzender in den Rat einziehen (wobei ich von einem grünen Oberbürgermeister ausgehe). Andernfalls seh ich schwarz und es droht uns die nächste GroKo.

In den „Aachener Nachrichten“ vom 02. August 2019 wird beschrieben, wie die Stadt Aachen versuchte, vor Gericht die Umweltverschmutzung schönzurechnen.
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Richter rügt die hohen Werte, verlangt aber kein unverzügliches Fahrverbot

Das weltweite Klima und das Klima in den Straßenschluchten von Aachen lassen weiterhin sehr zu wünschen übrig. Angesichts von zögerlichem Verhalten der Verantwortlich kann man wütend werden. Foto: Archiv

Ist das ein salomonisches Urteil, das das Oberverwaltungsgericht gestern in Münster verkündet hat? Ich glaube nicht. Es ist ein Wischiwaschi-Urteil. Die Richter haben zwar deutliche Worte gefunden, sie haben der Stadtverwaltung Schlamperei (fehlerhafte Prognosen, veraltete Daten) vorgeworfen, aber sich nicht getraut, ein Fahrverbot zu verhängen. Entsprechend froh grinsten in Münster die Vertreter der Stadtverwaltung Aachen und die Ministerin. Aber auch die klagende Umweltschutz-Organisation (DUH) freute sich. Begründung: Man kämpfe nicht für Fahrverbote, sondern gegen Luftverschmutzung. Auch wieder wahr.

Haarstäubend, was bei der Verhandlung erneut bezüglich der Luftverschmutzung in Aachen zu hören war. Krass überschrittene Grenzwerte (Stickstoffdioxyd) in mehreren Straßen. Da soll die Stadtverwaltung für eine Senkung der Werte sorgen. Na dann macht doch endlich mal!

Die Piratenfraktion im Rat der Stadt war nicht untätig und schicke schon gestern eine Stellungnahme zum Urteil an die Medien. Die Kollegen sehen die Sache so:

Das OVG Münster habe, wie zu erwarten war, den Luftreinhalteplan der Stadt Aachen für ungenügend erklärt, „weil er völlig absichtlich das Gesetz missachtet und eben nicht alle erforderlichen Maßnahmen ergreift, die nötig wären, um die Luftverschmutzung in Aachen unter das vorgeschriebene Höchstmaß zu drücken“.

Als einzige Fraktion haben sich die Piraten schon vor Jahren ernsthaft mit Fahrverboten befasst und gefordert, dass Aachen einen Plan umsetzt, der mittelfristig die Innenstadt von Verbrennungsmotoren weitgehend befreit hätte. „Unser Vorschlag hätte gerade den Besitzern von Dieselfahrzeugen die Planungssicherheit verschafft, die sie heute schmerzlich vermissen“, sagt Matthias Achilles, verkehrspolitischer Sprecher der Piratenfraktion Aachen.

Uns macht diese Verachtung für die Schädigung unserer Gesundheit und unsere Gesetze wütend.“

Matthias Achilles, sachkundiger Bürger im Mobilitätsausschuss

Die Mehrheit im Rat hat das abgelehnt und stattdessen verkündet, dass man das Problem lieber durch abwarten lösen möchte, weil ja absehbar sei, dass man höchstens noch ein paar Jahre das Gesetz brechen würde.
Weiter schreiben die Piraten: „Uns macht diese Verachtung für die Schädigung unserer Gesundheit und unsere Gesetze wütend, weil hier aus Feigheit vor grundlegenden Veränderungen so lange verzögert wurde, bis jetzt schlicht die Justiz Stadt und Land die Grenzen aufzeigt, die man bis dahin einfach nicht Ernst genommen hat.“

Die Piraten fordern in dem Zusammenhang, dass die Stadt endlich mit dem Abwarten und Verzögern aufhört und einen durchgängig sicheren Radverkehr und ein Busnetz anbietet, das Wertschätzung für dessen Kunden transportiert.

Extreme Haltung in Aachen: Fahrverbote oder Parkverbote zugunsten von anderen Verkehrsteilnehmern scheuen die PolitikerInnen von CDU und SPD wie der Teufel das Weihwasser. Man fragt sich: Wieso? Aachen könnte so schön sein. Foto: Archiv

Kommt irgendwann raus, dass die Politik heimlich irgendwie an den Autos verdient??? Mir fällt dazu immer dieses Beispiel ein: https://de.wikipedia.org/wiki/Großer_Amerikanischer_Straßenbahnskandal

Hier die Mitteilung der Staatskanzlei NRW zum aktuellen Urteil.

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Fairtrade-Messe am 31. August in der Aula Carolina

Die Stadt Aachen ist seit 2011 als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. In Aachen steht die eventuelle Titelverlängerung im Herbst 2019 auf der Tagesordnung.

Die 1. Aachener Fairtrade-Messe wird am 31. August 2019 in der Aula Carolina stattfinden. Unter dem Motto „So geht fair shoppen“ präsentieren rund 25 Geschäfte und Fairtrade-Akteure die ganze Vielfalt des fairen Produktangebots in der Stadt Aachen. Von 11 bis 18 Uhr gibt es außerdem Probieraktionen, ein Bühnenprogramm sowie ein Fairtrade-Café und vegetarischen Imbiss. Der Eintritt ist frei.

Ziel der Verbrauchermesse ist es, das vielfältige Angebot fairer Produkte in der Stadt bekannter zu machen und ein nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern. Im Fairtrade-Stadtplan unter (demnächst) www.fairtrade-aachen.de können sich Verbraucherinnen und Verbraucher bereits jetzt informieren, in welchem Geschäft sie fair gehandelte Produkte finden. Die Messe soll zusätzlich den direkten Kontakt zwischen Anbietern und Kundschaft fördern.

Die Aussteller präsentieren und verkaufen Produkte aus verschiedenen Bereichen. Neben den Klassikern Kaffee oder Kunsthandwerk gibt es auch Sneakers neben edlem Goldschmuck, hochwertige Ledertaschen neben leckerem Mangoeis, faire Rosen neben Babykleidung aus ökofairer Produktion.

Informationen zu Nachhaltigkeits- und Bildungsthemen gibt es darüber hinaus vom Verein Regionale Resilienz e.V., von der Initiative Fairphone Aachen sowie von der Fairtrade University KatHO Aachen und den beiden Aachener Fairtrade Schools, dem Inda-Gymnasium und dem Einhard Gymnasium.

Fairer Handel wirkt

„Ziel von Fairtrade ist es, einen bedeutenden Entwicklungsbeitrag zu leisten und das Leben der an der Produktion beteiligten Menschen und Familien in den Anbauländern zu verbessern. Zahlreiche Studien … belegen, dass der faire Handel zu institutionellen Vorteilen für Produzentinnen und Produzenten führt, eine höhere wirtschaftliche Stabilität ermöglicht und das Selbstvertrauen und die Würde von Kleinbauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen fördert“, heißt es auf den Internetseiten von Fairtrade Deutschland. (Quelle: https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/wirkung-von-fairtrade.html)

Die Messe wird gefördert durch die „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“.

Weitere Informationen kommen bald: www.fairtrade-aachen.de

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Save the date. Louisa Clement im Ludwig Forum

Gesehen im Eingangsbereich des Ludwig Forums an der Jülicher Straße. Dort wird es im Herbst eine interessante Ausstellung geben, die u. a. von Ex-Museumschef Andreas Beitin kuratiert wurde, als dieser noch in Aachen aktiv war.

Vieldiskutiert ist aktuell die Optimierung und Manipulation des Körpers durch technische und medizinische Eingriffe, die heute möglich sind oder absehbar sein werden. Das eröffnet Fragen nach der menschlichen Identität, denen die junge Künstlerin Louisa Clement in ihrer künstlerischen Arbeit nachgeht. Louisa Clement ist derzeit eine der gefragtesten Künstlerinnen und Künstler in Deutschland. Sie erhielt Preise und Auszeichnungen.

Die vom Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem Ludwig Forum Aachen konzipierte Präsentation Louisa Clement. Remote Control ist die erste großangelegte museale Überblicksausstellung der Künstlerin.

Man kann leicht dem hochinteressanten Thema und den ungewöhnlichen Darstellungen einen regen Publikumszulauf voraussagen. Ich freu mich.

Kuratiert von Andreas Beitin und Esther Boehle. Bitte vormerken: Eröffnung am Donnerstag, 26. September, um 19 Uhr. Zu sehen bis Ende Januar 2010.

Mehr Infos hier:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/kuenstlerin-louisa-clement-gespraech-mit-einer-kuenstlichen.1013.de.html?dram:article_id=439740

http://www.louisa-clement.de

https://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Louisa-Clement-zeigt-Remote-Control-im-Sprengel-Museum-Hannover

https://www.neuepresse.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/Louisa-Clement-im-Sprengel-Museum

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