Boostern nach 5 Monaten möglich. Vorsicht: Es wird taggenau gerechnet.

In den Aachen-Arkaden, Trierer Straße 1, wird ab Montag, 22. November, 8 Uhr, wieder geimpft, was das Zeug hält.

Ein Jahr später ist alles wie zuvor. Wir rennen dem Impfstoff hinterher und fragen uns, ob jetzt Moderna besser ist oder BioNTech/Pfizer.

Geimpft wird Montag bis Samstag von 12 bis 20 Uhr. Der Andrang war in den vergangene Tagen riesengroß. 200 Leute – jeden Alters – mögen es gewesen sein, die am Freitag anstanden.

In den Aachen Arkaden gibt es BioNTech für alle ab 12 Jahren. Der Abstand zwischen der 1. und der 2. Impfung beträgt 3 bis 6 Wochen. Eine Auffrischungsimpfung, auch Boostern genannt – ist frühestens möglich fünf (5!) Monate nach der 2. Impfung. Achtung: Es wird taggenau gerechnet. Stellt euch nicht drei Stunden in die Schlange um dann zu erfahren, dass ihr einen Tag zu früh gekommen seid.

Moderna ist für alle Personen ab 30 Jahren möglich. Hier beträgt der Abstand zwischen der 1. und der 2. Impfung 4 bis 6 Wochen. Boostern ist frühestens 5 Monate nach der 2. Impfung möglich. Es wird auch hier auf jeden Fall taggenau gerechnet.

Wer geimpft wurde, kann gleich mit einem Roller nach Hause fahren.

Wer in der StädteRegion wohnt, aber nicht nach Aachen kommen kann, findet die Impfmöglichkeiten hier.

Bisher gibt es keine Erkenntnisse über Nebenwirkungen nach dem dritten Piks. Es sind die üblichen Impfreaktionen zu erwarten: Man fühlt sich etwas schlapp und nimmt am besten einen freien Tag. Das ist deutlich leichter zu ertragen, als eine Infektion mit eventuell Krankenhausaufenthalt und Intensivstation. Durch das Boostern wird das Immunsystem angeregt und neue Antikörper werden gebildet.

Es gibt keinen Impfstoff, der so intensiv erprobt wurde, wie der gegen Covid 19. Millionen Impfungen wurden dokumentiert und ausgewertet. Das Zeug muss als harmlos bezeichnet werden. Impfgegner bitte einfach weitergehen, euch braucht gerade echt keine/r, tschüss.

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Bild des Tages

Vom alten Parkhaus am Büchel ist nur noch eine Ecke übrig. Bis dort ein neues, repräsentatives Areal entsteht, wird die ganze Fläche zwischengenutzt. Ein Weihnachts-Zaun verhindert derzeit den Blick auf die Baustelle.
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Impfen, was das Zeug hält

Riesenbetrieb herrschte heute im neuen Impfzentrum in den Aachen-Arkaden. Zweimal wickelte sich die Schlange der Wartenden durch die große Halle, schätzungsweise zwei Stunden dauerte es, bis man zu den Ärzten vordringen konnte, die einem die rettende Spritze verpassten.

Auch am RWTH-Hauptgebäude (Templergraben) im Hochschul-Viertel war der Andrang (am Impfbus) groß. In Aachen scheint jetzt tatsächlich noch der letzte Bummler kapiert zu haben, was die Stunde geschlagen hat. Außerdem holten sich natürlich viele ältere Menschen ihre Booster-Spritze.

Das Gesundheitsamt von Aachen und der StädteRegion wird sich in Kürze in den Aachen-Arkaden weiter ausdehnen. Diese Mall an der Trierer Straße 1 steht ja schon geraume Zeit leer, ist aber gut in Schuss und bietet sich als städtisches Impfzentrum geradezu an. Das Impfzentrum an der Krefelder Straße musste auf Weisung der Landesregierung geschlossen werden, was Dezernent Michael Ziemons sehr bedauerte.

Jetzt werden eben in verschiedenen Städten der StädteRegion kleine Zentren die Arbeit aufnehmen. Hauptsache, die Menschen holen sich ihre Spritze. Die Hausärzte und -ärztinnen scheinen überlastet zu sein, Termine zum Impfen werden dort kurzfristig offensichtlich nicht vergeben. (Namhafte Virologen schlagen vor, dass auch in Apotheken geimpft werden soll.)

Ohne Termin und kostenlos kann man sich an folgenden Impfstellen vor Ort impfen lassen:

Aachen: montags bis samstags von 12 bis 20 Uhr in den Aachen-Arkaden (Trierer Straße 1, Aachen)  

Baesweiler: dienstags von 12 bis 20 Uhr im Haus Setterich (Emil-Mayrisch-Straße 20, 52499 Baesweiler)

Eschweiler: montags und dienstags von 12 bis 20 Uhr in der Agape-Gemeinde (Kaiserstraße 64, Eschweiler)

Herzogenrath: mittwochs von 12 bis 20 Uhr in der Pfarre Christus unser Friede (Markt 3, Herzogenrath)

Monschau: samstags von 12 bis 20 Uhr in der ehemaligen Hauptschule (Walter-Scheibler-Straße 36, Monschau)

Roetgen: freitags von 12 bis 20 Uhr im Ratssaal der Gemeindeverwaltung (Hauptstraße 55, Roetgen)    

Simmerath: donnerstags von 12 bis 20 Uhr in der Eifelklinik St. Brigida (Kammerbruchstraße 8, Simmerath)

Stolberg: freitags und samstags von 12 bis 20 Uhr im Bethlehem Krankenhaus Stolberg (Steinfeldstraße 5, Stolberg)

Würselen: mittwochs von 12 bis 20 Uhr im Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit (Mauerfeldchen 29, Würselen) und donnerstags von 12 bis 20 Uhr VIALIFE Campus Bardenberg (Hans-Böckler-Platz 1, Würselen)

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Wer die Situation beobachtet, hat den Eindruck, dass man in der StädteRegion keine einzige Veranstaltung, keine Örtlichkeit mehr aufsuchen kann ohne geimpft oder genesen (2G) zu sein. Stadt und StädteRegion Aachen empfehlen dringend 2G bei allen Veranstaltungen.

 „Angesichts der stark steigenden Zahl der Infizierten ist zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird“, teilte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen mit.

Personen, die durch ein ärztliches Zeugnis belegen können, dass sie sich aus wichtigen medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, dürfen mit Vorlage eines negativen, höchstens 24 Stunden zurückliegenden PCR-Testergebnisses oder höchstens sechs Stunden alten PoC-Testergebnisses (mit Testzertifikat) teilnehmen.

Für den Weihnachtsmarkt gilt bereits die 2G-Regelung. „3G-Regelungen sind auf dem Aachener Weihnachtsmarkt, der in den vergangenen Jahren von durchschnittlich 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen besucht wurde, schlicht nicht zu vertreten, hier musste dringend eine solidere Ausgangslage geschaffen werden“, erklärte Keupen.

StädteRegionsrat Tim Grüttemeier und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen appellieren eindringlich: „Seien Sie vorsichtig, geben Sie acht – auf sich und Ihre Mitmenschen. Und dazu gehört auch: Nutzen Sie die Zeit bis zum Erlass schärferer landes- und bundesrechtlicher Regelungen zur Vorbereitung und nicht dazu, jetzt erst recht die bestehenden Freiräume bis an ihre Grenzen auszuschöpfen.“

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Die Fahrpläne mit den Haltestellen für die Impfbusse sind unter www.staedteregion-aachen.de/impfbus zu finden.

Wir in Deutschland schaffen es tatsächlich, einen Impfstoff für die ganze Welt zu erfinden und dann selbst nicht alle zum Impfen zu gehen und dadurch in große Not zu geraten.

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Zehn Neueröffnungen in der Innenstadt

In der Mitte: Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Foto: Stadt Aachen/Andreas Herrmann

Über die Initiative „Ladenliebe“ der Stadt Aachen haben sich jetzt die ersten zehn leeren Läden mit Leben gefüllt. Die neuen Geschäfte und Angebote reichen von einer Schreinerei am Markt über Mode an der Großkölnstraße bis hin zu Hilfsangeboten für Migrant*innen.

Das Projekt ist schon in anderen NRW-Städten erfolgreich. Interessierte, die ebenfalls einen Laden mit besonderen Konditionen mieten wollen, sollten sich beim Citymanagement der Stadt Aachen melden und sich unter www.aachen.de/ladenliebe informieren.

Geplant ist unter anderem auch ein Spieletreff und Games-Store an der Wirichsbongardstraße, ein Fashion-Conceptstore sowie ein noch geheimes Atelierkonzept eines bekannten Aachener Künstlers – beides in der Hartmannstraße am Elisengarten. Ermöglicht wird die „Ladenliebe“ durch das nordrhein-westfälische Förderprogramm „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte“, auf das sich das Citymanagement der Stadt Aachen vor einigen Monaten erfolgreich beworben hat. 

Die Lokale können durch das Fördergeld des Sofortprogramms zu einem vergünstigten Mietpreis angeboten werden. Die neuen Nutzer*innen zahlen bis zu 24 Monaten nur 20 Prozent zuzüglich Nebenkosten. Auf der anderen Seite müssen auch die Eigentümer*innen die zuletzt gezahlte Miete auf 70 Prozent und weniger reduzieren, bevor eine Anmietung über das Programm stattfinden kann. 

Über den Link aachen.de/ladenliebe können sich Interessierte über das Programm informieren. Eigentümer*innen und Mietinteressent*innen können sich bis dahin auch telefonisch an die Ladenliebe Hotline 0241/432 7291 und per E-Mail an das Citymanagement wenden: citymanagement@mail.aachen.de.

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Politiker, ihr müsst Leben retten

Jetzt beginnt wieder die Zeit der regelmäßigen Tests. Wir stochern uns in der Nase rum, stecken den Wattestab in das kleine Fläschchen, quetschen dann das kleine Fläschchen 15 Sekunden lang und füllen vier Tropfen „in das Probenloch der Testkassette“, wie es in der Gebrauchsanweisung heißt. Mann, ist das alles traurig.

Unterdessen haben Politiker*innen Massenpartys wegen Karneval gestattet, und Weihnachtsmärkte werden eröffnet. Impfzentren wurden geschlossen. Menschen, die gar nicht die Zeit haben, den eindringlichen Appellen der Virologen zuzuhören, müssen den Eindruck bekommen: So schlimm ist es nicht mehr, wir sind ja zweimal geimpft, alles halb so wild.

Ja, von wegen!!! Es ist nicht zu fassen. Als wäre ein Bummel über den Weihnachtsmarkt genau das, was zu einer explodierenden Pandemie, zu einer grassierenden Seuche passt.

Covid-19-Antigentest: negativ. Das Virus ist hochansteckend, es hat jetzt bis zum Frühjahr Zeit uns zu erwischen, und wenn es uns nicht in diesem Winter erwischt, dann mutiert es und versucht es im nächsten Herbst/Winter nochmal.

In den USA sind schon über eine Million Kinder ab 5 Jahre geimpft, bei uns gestattet das die Stiko nicht. Erst ab 12.

In Israel wird seit September geboostet, bei uns schiebt auch da die Stiko einen Riegel vor. Die letzte Impfung muss fünfeinhalb Monate her sein und du musst 70 (!) Jahre alt sein, um die 3. Impfung zu bekommen, während jetzt schon die Wirkung der bisherigen zwei Impfungen stark nachlässt. UPDATE um 14.30 Uhr: Die Ereignisse überschlagen sich etwas, die Bestimmungen haben sich leicht geändert.

Stiko, lösen Sie sich auf, kein Mensch braucht Sie.

Politiker, ihr müsst aus dem Softmodus endlich rauskommen, ihr müsst Leben retten. – – – Na ja, schon klar, dass hier keiner von denen mitliest.

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RKI-Chef Wieler: „Wir werden ein schlimmes Weihnachtsfest erleben“

Damit ihr wisst, was auf uns zukommt. Deutlicher Beitrag von Lothar Wieler ab ca. 17 min. Die Impflücken müssen jetzt geschlossen werden. Die Impfgeschwindigkeit reicht nicht aus.

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Die Last mit dem Akku vom Lastenrad

In der Mitte: der mehrere Kilo schwere Akku vom Fahrrad. Dazu auch diesen Podcast hörenüber besonders gegenwärtige, neue Phänomene unserer Zeit.

Das wird lustig, wenn Menschen sich dereinst an die Zeit erinnern, als die Akkus unserer E-Bikes und Lastenräder drei, vier oder sogar fünf Kilo schwer waren. Und man – damit die Akkus nicht geklaut wurden – diese Teile immer vom FahrradAbstellplatz aus in die Wohnung mitschleppte. In einer extra bereitgestellten Tasche. Klar, man kann so einen Akku abschließen, nimmt ihn aber dann doch lieber mit, die Diebe haben es schließlich auch drauf.

„Ein Fahrrad, dessen Akku angeschlossen ist, ist ein attraktives Ziel für Diebstahl“, steht in der Gebrauchsanleitung.

Da werden uns die Nachgeborenen, die heute noch in die Kita gehen, ungläubig anschauen, staunen und fragen: „Krass, solche Klötze habt ihr durch die Gegend getragen?“ Ja, haben wir, wir sind mit dem Rad zum Einkaufen gefahren und haben den Akku mit in den Laden reingenommen. Und ins Restaurant.

Schon jetzt drängt sich die Erinnerung an jene Tage auf, als die ersten Handys noch wahre Klötze waren, Ziegelsteine, die die Handtaschen und Manteltaschen ausbeulten und man schon dachte, das sei jetzt der Gipfel der technischen Innovation. Ha, von wegen! Da ging es mit den Handy-Innovationen erst los.

Vermutlich passiert mit den Rädern das gleiche. Es gibt übrigens schon welche, die ohne Kette funktionieren.  

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Wieder da, wo niemand stehen darf: „Hütte 16“

Es ist egal, ob im Rathaus ein CDU-Oberbürgermeister sitzt oder – wie jetzt – eine grüne Oberbürgermeisterin: bestimmte Leute genießen Privilegien und dürfen Kasse machen – andere nicht. Auch dieses Jahr wird es wieder die „Hütte 16“ im Elisengarten geben, eine Extrawurst, die anderen Geschäftsleuten und zum Beispiel Gastwirten im Hof nicht gestattet wird.

Nebenbei: Fragt euch bitte mal, warum ihr Grün gewählt habt. Wo ja auch noch keine einzige protected bike lane (baulich geschützter Radfahrstreifen) in Aachen existiert und die Menschen weiterhin – wie all die Jahre zuvor – draußen unter Heizstrahlern sitzen. Wo ja auch auf Bundesebene nicht mal das Tempo 130 auf Autobahnen realisiert wird. Alles nur einzelne, unwesentliche Beispiele im Gesamtbild.

Das ist nur Auserwählten erlaubt: Den Elisengarten benutzen, um mit einer Bretterbude beim Weihnachtsmarkt Kasse zu machen. Dicht gedrängt werden hier bald – allen Impfdurchbrüchen zum Trotz – Massen von Menschen stehen. Zur Zeit wird gerade aufgebaut. Sieht ja schon toll aus, das Bauwerk!
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Nach Pkw-Rennen in Aachen: Verletzte im Krankenhaus

Nachts sind die Straßen Heinrichsallee, Kaiserplatz und Adalbertsteinweg brandgefährlich. Dort gehen gelegentlich junge Männer ihrem lebensgefährlichen Hobby nach: Autorennen. Nach dem Zusammenprall auf dem Kaiserplatz machte die Polizei dieses Foto.

Kurz vor Mitternacht ereignete sich gestern (13./14. November) auf dem Kaiserplatz ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Die Polizei informiert:

Zunächst seien zwei PS-starke Fahrzeuge Passanten schon am Hansemannplatz aufgefallen. Von der Monheimsallee aus hätten die beiden Fahrer beschleunigt und seien mit hoher Geschwindigkeit über die Heinrichsallee gefahren. „Kurz vor der Kreuzung Kaiserplatz verlor dann einer der beiden Fahrer (18) die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte gegen zwei weitere Autos, die an der Ampel in Richtung Adalbertsteinweg warteten“, so teilt die Polizei mit.

Sowohl der Beifahrer (24) des Unfallverursachers, als auch eine 53jährige Frau aus Kelmis, kamen mit leichten Blessuren davon. Schlimmer traf es eine 55- und eine 58jährige Frau, die als Beifahrerinnen in den anderen Fahrzeugen unterwegs waren. Sie mussten vom Rettungsdienst in Krankenhäuser gebracht werden. Lebensgefahr bestand glücklicherweise nicht.

Der Kontrahent des 18jährigen hatte sich derweil aus dem Staub gemacht – nach ihm läuft die Fahndung. Da die Polizei das Geschehen als „illegales Rennen“ wertet, wurden der Führerschein und das Auto des jungen Mannes beschlagnahmt. Der Gesamtschaden wird auf etwa 40.000 Euro geschätzt. Zwei Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, sie waren nicht mehr fahrbereit.

Sollte es weitere Zeugen geben, die Angaben zum Flüchtigen, zum Fahrverhalten der Beteiligten und zum Unfall machen können, werden diese gebeten, sich zu Bürozeiten an das Verkehrskommissariat 1 unter der Rufnummer 0241 / 9577 – 42101 zu wenden. (And.)

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Unsere Smartphones sollen zu Wanzen umfunktioniert werden

Was für ein Mist: Die EU-Innenminister*innen unterstützen die verpflichtende Chatkontrolle für Smartphones.

Beim Treffen der EU-Innenminister*innen im slowenischen Brdo haben sich die Regierungsvertreter für die verpflichtende Durchleuchtung unserer privaten Kommunikation ausgesprochen. In der Abschlusserklärung der zweitägigen Konferenz begrüßen die Teilnehmer den nach mehrfacher Verschiebung für Anfang 2022 geplanten Gesetzesentwurf der EU-Kommission. Darin sollen Anbieter von Messengern wie Whatsapp und von Emaildiensten dazu verpflichtet werden, verschlüsselte und unverschlüsselte Kommunikation, Privatnachrichten und Fotos, automatisch auf verdächtige Inhalte zu durchsuchen und anzuzeigen.

Dr. Patrick Breyer, Europaabgeordneter für die Piratenpartei Deutschland, kommentiert: „Noch-CSU-Innenminister Seehofer hat jeglichen Respekt und Anstand vor privaten Nachrichten und Fotos verloren.“ Es sei offensichtlich, dass der Überwachungswahn der EU-Innenminister nicht einmal vor unserer persönlichen Korrespondenz und unseren privaten Fotos Halt macht.

Zur Erinnerung: Eine solche Massenüberwachung praktizieren bisher nur totalitäre Regimes wie China. Sollen als Nächstes auch alle Briefe geöffnet und gescannt werden? Mit einer verpflichtenden Chatkontrolle werden alle EU-Bürger*innen unter Generalverdacht gestellt. Zur Verhinderung von Missbrauch führe dieses Stochern im Nebel fast nie, „es treibt Kriminelle nur weiter ins Darknet, wo eine Verfolgung noch schwerer ist“, sagt Breyer.

„Ich rufe alle Europäer*innen jetzt dazu auf, sich gegen dieses beispiellose Vorhaben zur Wehr zu setzen. Dass unser Widerstand gegen das Vorhaben Früchte zu tragen beginnt, erkennt man daran, dass die Kommission ihre totalitären Pläne bereits ein ums andere Mal nach hinten verschieben musste. Aber Zensursula und StasYlva ficht das nicht an.“ Zitat Breyer.

Zum Hintergrund: Nach dem Willen der EU-Kommission sollen alle Smartphones künftig verschlüsselte Nachrichten und Fotos vor dem Versand auf verdächtigen Inhalt kontrollieren. Unverschlüsselte Kommunikation soll beim Anbieter durchleuchtet werden. Schlägt der Algorithmus an, soll vollautomatisch eine Anzeige an die Polizei erstattet werden. Zur Begründung wird die Suche nach Kinderpornografie genannt. Jedoch melden die bisher nur von US-Anbietern genutzten fehleranfälligen Algorithmen nach Angaben der Schweizer Bundespolizei zu 86 Prozent unbescholtene Bürger.

Die EU-Kommission bekommt für ihre Pläne seit Wochen Gegenwind (negativer Ausgang einer öffentlichen Konsultation, weltweite Proteste gegen Apples vergleichbare Spyphone-Pläne, parteiübergreifender Abgeordnetenbrief). Bisher reagiert sie aber nur durch wiederholte Verschiebung des Gesetzentwurfs, der inzwischen nicht mehr wie zuvor in der Terminliste für den 1. Dezember angekündigt wird. Ylva Johansson, EU-Kommissarin für Inneres, kündigte nun einen entsprechenden Entwurf für Anfang 2022 an.

Breyer ruft auf seiner Homepage zu Protestanrufen bei der EU-Kommission auf und sucht nach klagewilligen Missbrauchsopfern, die besonders auf Vertraulichkeit angewiesen sind: chatkontrolle.de

Abschlusserklärung der slowenischen Ratspräsidentschaft: https://slovenian-presidency.consilium.europa.eu/media/x3rjwq2a/csa-conference-joint-statement.pdf


Konsultationsergebnisse: https://www.patrick-breyer.de/chatkontrolle-eu-verordnung-zur-flaechendeckenden-und-verdachtslosen-durchsuchung-elektronischer-nachrichten-angenommen-klage-geplant-widerstand-gegen-ausweitung/


Abgeordnetenbrief: https://www.patrick-breyer.de/wp-content/uploads/2021/11/20211020_Letter_General_Monitoring.pdf

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Der Roman zur Verkehrswende kommt aus Aachen

Das neue Buch von Bernd Müllender. Mit spitzer Feder und Humor geschrieben, aber ziemlich dick.

Die Zahl 38.185 wird in die Geschichte der Stadt eingehen. 38.185 Unterschriften waren es, die der Stadtverwaltung Aachen zur Prüfung bei Deutschlands erfolgreichstem Radentscheid vorgelegt wurden. „Die Zahl 38.185“, so lautet auch der Titel des neuen Buches von Bernd Müllender. Untertitel: „Ein Fahrrad-Roman aus der Autostadt Aachen“.

Der Autor (geb. 1956) ist seit Jahr und Tag bekannt als feinsinniger Chronist aus der Grenzregion. Er kennt sich in den Untiefen der Aachener Kommunalpolitik aus, schreibt mit Humor und spitzer Feder. Er ist Verfasser mehrerer Bücher, Mitarbeiter von Tageszeitung (TAZ), WDR und diverser anderer Medien. Und er ist passionierter Fahrradfahrer, der auch den Gang vor die Gerichte nicht scheut.

Während des Lockdown – so erzählte er kürzlich bei einer ziemlich unterhaltsamen Lesung in der Buchhandlung Backhaus – habe er das Buch verfasst. Es handelt vom Radentscheid, von seinen Gegnern und von denen, die ihn unterschrieben haben, von denen, die ihn eigentlich umsetzen müssten und von der Zukunft. Da fehlt es dem Autor nicht an originellen Einfällen.

Er habe „die Ereignisse wirklichkeitsnah weitergedacht“, erfahren wir und müssen schon nach dem Lesen der ersten Seiten lachen. Ja, so geht es zu im Streit zwischen fanatischen Autofans und Radenthusiasten. Müllender schildert Gespräche (auch die in der Stadtverwaltung) als sei er selbst dabei gewesen. Dabei merkt man schnell, auf welcher Seite der Autor steht – auf der Seite der Radfahrer*innen, die uns Leser*innen auch gern mal belehren, nicht auf der Seite der Fahrradhasser, die tüchtig durch den Kakao gezogen werden. 

Langsam, ganz langsam geht es voran mit der Umsetzung des Radentscheids. Sehr langsam kommt in dem Buch auch eine Liebesgeschichte vom Fleck. Der leidenschaftliche Biker Damian und die Sportwagenfahrerin Ariane mögen sich sehr, kommen aber auf 332 (!) Seiten irgendwie nicht zusammen. Am Schluss aber wohl, das darf man bestimmt verraten. 

Einige bedeutende Aachener werden namentlich erwähnt, die Oberbürgermeisterin natürlich und die Baudezernentin, die Namen vieler anderer sind erfunden, Ähnlichkeiten sind bestimmt nur Zufall. Wenn man sich in der Kommunalpolitik auskennt, kommen einem allerdings einige Herrschaften SEHR bekannt vor. Die Ansichten etlicher Leserbriefschreiber*innen finden sich wieder in dem Buch, und all die Zwergen-Aufstände in Hartmannstraße, Lütticher Straße, Lintertstraße usw. Sie werden mit Humor geschildert. 

Die TAZ hat aus dem Fahrrad-Roman („Geschichten aus der Verkehrswende“) von Bernd Müllender schon heftig zitiert, hier nachzulesen. Das Buch hat 332 Seiten, kostet 15 Euro und ist im Eifeler Literaturverlag (Verlagsgruppe Mainz)  erschienen. 

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