Zwei Mal Aachen. Einmal schön, einmal eher nicht.

„Mal festhalten, was Sache ist“, so nennt der Musiker und Fotograf Dieter Kaspari eine Fotoserie, die er jetzt auf Facebook eingestellt hat. Er ist durch Aachen spaziert und hat einfach mal abgelichtet, was er da gesehen hat.

Kaspari fotografierte die Straßenzüge in ihrem Niedergang. Büchel, Adalbertstraße usw. Alles in der Aachener Innenstadt: Szenen von heruntergekommenen Häusern und Straßen, Straßenzügen. Klickt euch da mal durch und lest die über 50 Kommentare der entsetzten BetrachterInnen der Fotos. Zum Beispiel hier:

Wir leben „im schönsten AACHEN, das wir jemals hatten“, sagte jüngst Harald Baal, Chef der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. – Und der Titel der Facebook-Foto-Serie „Keine Stadt ist wie diese“ des Ratsherrn Dr. Ralf Otten (ebenfalls Mitglied der Mehrheitsfraktion CDU, die in Aachen das Sagen hat) ist auch nicht kritisch gemeint, sondern bewundernd.

Man fragt sich, in welcher Stadt diese Leute eigentlich leben? Und wenn sie Aachen so sehen, warum sollten sie irgendetwas ändern wollen?

„Aachen muss aufpassen“, warnte jüngst sogar der Rektor der RWTH, Professor Ulrich Rüdiger. Er sprach unter anderem vom seit fünf Jahren menschenleeren Kármán-Auditorium und möchte, dass Aachen attraktiv ist/wird/bleibt – wegen des Erfolgs der Hochschule, für die er sich viele Studierende und hochkarätige WissenschaftlerInnen wünscht.

Bin gespannt auf die Fotos, wenn Dieter Kaspari erst mal mit Kamera vom Kármán aus bis hinter das Audimax gelangt.

 

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Was tun gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum? – Satzung beschlossen

Die einen wohnen zu fünf Personen in zwei winzigen Zimmern, die anderen haben sich eine geräumige Wohnung mitten in einem Wohngebiet gekauft, um sie an Touristen zu vermieten. Wieder andere haben sich Wohnungen gekauft, um sie leerstehen und verfallen zu lassen, dann abzureißen und den Boden irgendwann teuer zu verkaufen.

Das ist nicht im Sinne einer funktionierenden Stadtgesellschaft, es schafft gewaltige, gesellschaftliche Friktionen, die in dem Bestreben gipfeln, man möge

Eine Mangelware in Aachen: Wohnraum

doch diejenigen, die Wohnraum zweckentfremdend nutzen, einfach enteignen. Und: Mehrfach wurden in Aachen schon Häuser besetzt, kürzlich erst die Bastei, die seit 5 Jahren leer ist und innen auch so (scheußlich) aussieht. Auf die brutalen Szenen beim Räumen der Örtlichkeiten durch die Polizei möchte man gern verzichten.

Die Stadt Aachen will jetzt mit einer „Zweckentfremdungssatzung“ ins Geschehen eingreifen, bevor es zum Äußersten kommt. Um diese Satzung, die die Stadtverwaltung ausgearbeitet hat und die die PolitikerInnen beschließen können, geht es am heutigen Dienstag, 2. Juli, um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude in der Lagerhausstraße.

Aachen wächst wie bekloppt. Hier mal allein die RWTH-Zahlen: 2007 gab es hier rund 30.000 RWTH-Studierende. 2018 waren es rund 45.300 und es werden zumindest in den nächsten 5 Jahren noch mehr. Auch für die Profs. und das Hochschul-Personal braucht man Wohnungen. (2007: 440 Profs./ 2018: 560 Profs.) Das Personal wuchs von 6.900 (2007) auf 9.700 (2018).

Viele Firmen wollen ihre Forschungsabteilungen in RWTH-Nähe platzieren, rund 400 sind schon da. Weil deren MitarbeiterInnen ebenfalls in Aachen wohnen wollen, wird Wohnraum immer knapper und teurer. Aachen könnte immer jünger werden und junges Leben immer präsenter. Aber: Es gebe „Verdrängungseffekte in das Umland“ hat die Verwaltung ermittelt. Eine Wohnungsbedarfprognose fand heraus, dass 2035 über 10.000 neue Wohneinheiten in Aachen fehlen.

Derzeit gibt es „Leerstand in erheblichem Umfang“ so steht es in der Vorlage für die Politik. Jeder weiß, wo in der Nachbarschaft die seit gefühlt Ewigkeiten leerstehenden Wohnungen und Häuser sind, man geht ja praktisch täglich daran vorbei. Leerstand aber soll mittels Satzung bekämpft werden, so wie es andere Städte in NRW längst machen.

Mit der Satzung will man auch denen Strafen aufbrummen, die ganze Wohnungen mittels Homesharing-Portal Airbnb dem Wohnungsmarkt entziehen. Die Zahl dieser Unterkünfte wächst in Aachen nahezu explosionsartig (seit 2016 um 62%). Man mag die Zahlen kaum glauben.

Wie immer, wird es auch Ausnahmen geben, die unter Umständen eine Zweckentfremdung von Wohnraum möglich machen. Die Ausnahmen gehen zum Teil recht weit, da wird es heute Fragen geben müssen. Denn Leerstand bei dieser Wohnungsnot ist UNMORALISCH.

Wer mehr wissen will: Hier weiterlesen. 

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UPDATE (02. 07.):  Die Satzung gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum (leerstehen lassen oder an Touristen vermieten) ist im zuständigen Politikergremium einstimmt beschlossen worden (ihr findet den Text unter diesem Link). Dass auch der Stadtrat sie absegnet, ist soweit sicher.

In der Diskussion konnte man erfahren, dass die CDU in Gestalt ihres Fraktionschefs Harald Baal zwar zugesteht, dass es in Aachen zu wenig Wohnraum gibt, dass es aber keinen übermäßig großen Leerstand gibt. In Aachen gebe es vielmehr „einen extrem geringen Leerstand“. Die Satzung sehe er als „ein Signal, dass Leerstand über ein bestimmtes Maß hinaus nicht in Ordnung ist“, sagte Baal für die CDU.

Wohnraum, der vor Inkrafttreten der Satzung schon leer war, fällt auch nicht unter die Satzung. Das wurde mehr am Rande erklärt, fand ich aber so ziemlich das Wichtigste. Von Geschäften und Läden war gar nicht die Rede, es geht bei der Satzung allein um Wohnungen.

Als Ferienwohnung darf man seine Wohnung nur vermieten, wenn das von der Behörde genehmigt ist. Offen blieb, ab wann das Vermieten eine gewerbliche Tätigkeit ist und wann noch nicht. Für mich blieben viele Fragen, mal sehen, ob die im Rat noch zur Sprache kommen.

 

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Trotz sengender Hitze: tausende Menschen beim LOTHRINGAIR

Viel mehr Menschen als ich angenommen hatte besuchten am Samstag das LOTHRINGAIR. Und alle hatten Durst, was ich zufällig weiß, weil ich mehr als zwei Stunden lang zusammen mit anderen Getränke verkauft habe.

Hauptsächlich über den Verkauf von Getränken finanziert sich das Kultur- und Straßenfest, und das scheint geklappt zu haben: Ein Defizit ist nicht entstanden. Juhu. Als Veranstalter fungierte zum ersten Mal der Verein Musikbunker-Aachen. Frage: Warum muss das Festival um 22 Uhr beendet werden? Kann die Stadtverwaltung da nicht mal eine Ausnahme machen?

Selten, ach was sag ich, nie sah man das Büro der PiratenpARTei so voll. Fotos einer Gruppenausstellung wollten die Menschen sehen. Andrea Borowski zeigte „Mütter und Töchter“, Jörg Hempel seine „Manegen der Macht“, Manja Schiefer & Marco Röpke „Die Besitzer“, Marco Rose die „Himmelskinder“ und Ernst Wawra war mit „90° von Oben“ dabei. (Alle gehören zu der Gruppe Shift, die u. a. aus dem Monschauer KuK der StädteRegion Aachen bekannt ist.)

Auch was Tanz- und Theateraufführungen anging, sah man viel Außergewöhnliches. Auffallend war, dass die Generation Ü60 fast gar nicht vertreten war.

Musik, Tanz und Theaterszenen konnte das Publikum quasi im Vorbeigehen erleben – eine Form des Kultur-Konsums, die dem Zeitgeist zu entsprechen scheint.

Beim 6. Lothringair Festival war auch das Kreativ-Netzwerk POEBEL wieder mit seiner Ausstellungsreihe POEBELEI vertreten, bei der die Künstler der vergangenen POEBEL-Ausgaben ihre Werke ausstellen.  Dazu legten die DJ-Koryphäen von The Base e.V.  „die schärfsten Töne der Region“  auf, so wurde es angekündigt und so war es auch. Bei House und Techno wurde getanzt, Drinks gab’s und das Beste: Die Mädels von Pole Dance Aachen-Official führten eine Show auf, die einen echt staunen ließ. Sehenswert.

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„Coole Orte“ sind in mehrfacher Hinsicht Mangelware

Die Paugasse im Zentrum von Aachen. Von Bäumen schön verschattet.

Fakt: Wir haben einfach von Ostern bis Halloween konstant das, was man früher „schönes Wetter“ nennen konnte. Beunruhigt das jemand?

Unsere gewählten Vertreter im Rathaus jedenfalls nicht. Sie machen die Aseag noch ein bisschen teurer (ab 01. 01.), damit nur ja nicht zu viele Leute auf die Idee kommen, vom eigenen Pkw auf den Bus umzusteigen. Und das Umgestalten von Vorgärten (aus einem Rasen wird ein Steine-Garten des Grauens) soll auch nicht untersagt werden.

Aber zum Glück haben wir ja den Klimanotstand für Aachen ausgerufen. Damit wird ja dann alles von alleine gut. (Zynismus out)

Was Aachen braucht, sind die versprochenen 10.000 zusätzlichen Straßenbäume. Das Geld für diese Bäume plus Dreijahrespflege sollte man unverzüglich in den neuen Haushalt einstellen und 2020 auch ausgeben. Diese Bäume könnten zig Straßenkilometer verschatten, in denen dann die Luft nicht nur sauberer, sondern an heißen Sommertagen auch mindestens zehn Grad kühler wäre.

Außerdem braucht Aachen mehr Trinkbrunnen und eine App mit den Standorten, damit die Leute kein Wasser in Plastikflaschen kaufen. Weiteres Geld muss in Park- und Mittelstreifenpflege gesteckt werden, denn vertrockneter Rasen nützt dem Mikroklima nichts. Ein „Masterplan Entsiegelung“ müsste aufgelegt werden, der sich die Plätze vorknöpft, die nächtens Hitze abstrahlen wie Kachelöfen.

Ich könnte mir vorstellen, dass Leute in der RWTH Aachen genau wissen, was uns das Leben in Aachen erträglich macht.

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Thema Hochschule. Da konnte ich neulich in einer Sitzung des Hauptausschusses den Rektor der RWTH, Ulrich Rüdiger, erleben (seit August 2018 in Amt und Würden). Dieser sympathische Professor (will demnächst öfter in einem Ausschuss mit der örtlichen Politik reden. Grins. Mal sehen, ob er noch mal eingeladen wird.) findet, dass Aachen doch optisch ein bisschen heruntergekommen ist. Von Bushof, Büchel und Nikolausviertel war diesmal nicht die Rede, wohl aber vom innerstädtischen Hochschulbereich, beim öde leerstehenden, 1977 eröffneten Kármán-Auditorium angefangen.

Zurückhaltend, vorsichtig und freundlich deutete der Mann an, was auch gleich in der örtlichen Presse aufgegriffen wurde. „RWTH-Rektor will mehr coole Orte“, und zwar nicht aus Gründen der Ästhetik, sondern weil Aachen als Hochschulstadt mit u. a. Maastricht, Berlin und München konkurriert und andernfalls mittelfristig kommende Studi-Generationen und ProfessorInnen sagen könnten „Aachen ist kein cooler Ort, da studieren/arbeiten wir lieber woanders“.

Ich gehe davon aus, dass diese Warnungen von den aller-, allermeisten Ratsvertretern glatt ignoriert werden. Mein Eindruck z. Z., ganz ehrlich.: Nur die Grünen haben hier eine Idee davon, was die Stunde geschlagen hat.

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In Köln haben private Unternehmer Roller in der ganzen Stadt verteilt. Konnte ich am Freitag besichtigen. Ehrlich, Leute, das gibt Tote. Ich bin kein Freund von diesen Fahrzeugen. Allein schon, weil es an Platz im Straßenraum mangelt. In Berlin, wo auch schon viele Roller rumstehen, gab es jetzt an einem Tag gleich zwei schwere Unfälle. Aber okay, was weiß ich schon . . .       Mehr dazu: hier.

Köln ist Roller-Stadt geworden. Muss jetzt wohl sein. Hoffentlich bleibt uns in Aachen derartiges erspart.

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Die gute Nachricht: Fast 550 Menschen aus über 60 Nationalitäten erhielten im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft. Für diese neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger gestaltete die Stadtverwaltung jetzt wieder eine große gemeinsame Einbürgerungsfeier im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach ein Grußwort, für den musikalischen Rahmen sorgte der Chor NotaBene Aachen und die Rathausgarde „Öcher Duemjroefe 1953 e.V.“ übernahm die Begrüßung vor dem Rathaus.

Herzlich willkommen. Einbürgerungsfest mit Oberbürgermeister (l.) im Rathaus. Foto: © Stadt Aachen/Heike Lachmann

 

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Trotz Besetzt-Schild in ein volles Parkhaus reinfahren? Kann man machen. Ist aber doof.

Diese Leute unterstützen den Aachener Radentscheid:

„Die Stadtplanung hat dem motorisierten Individualverkehr nahezu uneingeschränkt Vorfahrt eingeräumt. Ein Umdenken ist längst überfällig: Statt Parkplätzen brauchen wir mehr Raum für Radfahrer, Fußgänger und Begegnungsraum für Menschen.“

Das sagt: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher
Instituts- und Lehrstuhlleitung an der RWTH für Städtebau und europäische Urbanistik

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„Wir gehen mit unseren Innenstädten um, Aachen besonders, als wollte man in ein volles Parkhaus trotz Besetzt-Schild einfach weiter hineinfahren. Das eleganteste und natürlich-intelligenteste Verkehrsmittel bleibt das Fahrrad – in allen Formen. Verkehre müssen getrennt und gebündelt werden.“

Das sagt Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh
Professor für Produktionssystematik RWTH / Geschäftsführer e.Go Mobile

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„Angesichts der zunehmenden Anzahl von Unfällen, wie wir sie häufig auch direkt hier vor unseren Türen am Krankenhaus erleben, und der vielen verletzten Radfahrer, die wir hier behandeln müssen, unterstütze ich den Radentscheid.“

Das sagt Dr. Fridtjof Trommer
Chefarzt Unfallchirurgie und Orthopädie Luisenhospital Aachen

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„Die Fahrradwege in Aachen sind sehr unsicher und unübersichtlich. Oft rate ich meinen Kids, 8 und 12, den Bürgersteig zu nehmen. Das Geisterfahrrad am Hansemannplatz ermahnt zu Recht. Und das ist echt nicht lustig.“

Das sagt Marco Walde
Erzieher, Clown und Vater

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Mehr Befürworter des Radentscheids seht/lest ihr hier hier hier.

 

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Bauen und Wohnen: Nicht allein, sondern in Gemeinschaft

Nicht jede/r will tagaus, tagein ganz allein vor sich hin leben – mit nur minimalem Kontakt zu den Nachbarn. Manch einer liebt eine gewisse Gemeinschaft, wo man sich kennt, hilft und austauscht, neuerdings Cohousing genannt. Mit der Koordinationsstelle „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ unterstützt die Stadtverwaltung die Gründung von Baugemeinschaften und Wohnprojekte durch fachliche Informationen, Veranstaltungen und Beratung.

Am kommenden Samstag, 29. Juni, lädt die Koordinationsstelle zum „Tag des offenen Wohnprojekts“ an verschiedenen Orten ein, um die große Bandbreite von Baugemeinschaften und Wohnprojekten in der Stadt vorzustellen. Das teilte das Presseamt der Stadt jetzt mit. (Das Presseamt schickt übrigens täglich informative Texte in die Redaktionen – über so ziemlich alles, was in Aachen los ist.)

Von 11 bis 17 Uhr stellen sich am kommenden Samstag bereits realisierte und neue Wohnprojekte vor.

Der „Tag des offenen Wohnprojekts“ startet um 11 Uhr in der Nadelfabrik am Reichsweg 30 mit einem zentralen Forum zum Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“. Nach einer Podiumsdiskussion mit Bewohnern aus realisierten Wohnprojekten folgt eine Kurzvorstellung von neuen Projekten, die sich derzeit in Aachen und Umgebung in Entwicklung befinden.

Experten geben danach Informationen zu den einzelnen Projekten sowie zur Finanzierung und Planung rund um das Thema Baugemeinschaften. Zwischen 12 und 14 Uhr werden Kurzvorträge rund um das Thema angeboten. Informationen (auch über die schon bestehenden Wohnprojekte) und Zeiten unter www.aachen.de/wohnprojektetag .

Außerdem stellen sich die bisher 8 realisierten Wohnprojekte in Aachen an ihren jeweiligen Standorten vor. Sie laden ein, gemeinschaftliches Wohnen vor Ort zu erleben und öffnen zu den angegebenen Besichtigungszeiten ihre Türen. Dort kann man hautnah gemeinschaftliches Wohnen erleben und erhält Informationen und Erfahrungsberichte.

Weil besonders auch Familien für dieses Angebot begeistert werden sollen, sind Kinder beim „Tag des offenen Wohnprojekts“ herzlich willkommen und finden Spielmöglichkeiten vor Ort.

Sehr lesenswert, allerdings auch ziemlich lang: Ein interessantes Interview zum Thema Architektur (in Stadt und Land). 

 

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CSD in Aachen – 50 Jahre Pride

Rund 1000 Menschen haben am Samstag, 22. Juni, an einem wunderbaren Ereignis teilgenommen. Es waren alles Lesben-, Schwule-, Bi- und Transgender-Menschen und ihre Freundinnen und Freunde.

Dass in der alten Bischofsstadt Aachen so etwas wie ein Christopher Street Day gefeiert werden kann, ist nicht nur im übertragenen Sinne „wunderbar“. Mir scheint es schon fast ein wirkliches Wunder zu sein, wenn man bedenkt,  wie in Aachen noch in den 50er-, 60-  und 70er Jahren Menschen, die als abweichend empfunden wurden, behandelt wurden. Doch die Zustände müssen nicht immer ungerecht, unfair, unmenschlich und fürchterlich bleiben. Wir können sie ändern.

Dass die alten Zeiten ein für alle Mal vorbei sind, das hoffe ich doch sehr. „Unsere Zukunft ist bunt“ lautet das Motto vom CSD in Aachen. Der Demo schloss sich ein munteres Fest mit Musik auf dem Jakobsplatz (neben der Jakobskirche) an, an dem auch Piraten, die SPD, die Grünen, Die Linke und Volt teilnahmen.

Alles lief am Samstag glatt, nur einmal wurde der Demonstrationszug aufgehalten, weil die Polizei sich daran störte, dass zwei Leute irgendwelche Masken trugen.

In der Volkshochschule (VHS, Peterstraße 21-25) wird es zum 50-jährigen Jubiläum des Christopher Street Day eine Ausstellung geben mit Fotos des Künstlers Nicolaus Dinter. Eröffnet wird die Ausstellung (zu sehen bis 31. August) am Freitag, 28. Juni, um  18 Uhr. Nach der Eröffnung gibt es einen Poetry Slam mit Texten zum Thema queer.

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20.000 (mindestens) bei der Aachener Friday-for-Future-Demo

dieses untere Foto von: @lara_eck

Was für ein Tag! Könnte sein, dass der 21. Juni 2019 in die Geschichte der Stadt eingeht. Mindestens 20.000 Menschen – manche meinen, es seien sogar 40.000 gewesen – haben für die Rettung des Klimas demonstriert. Und alles, alles ist gut organisiert und friedlich abgelaufen. Bravo Stadtverwaltung Aachen, bravo Orga-Team, bravo Demonstranten.

Die Polizisten waren zwar zahlreich, aber keineswegs aggressiv, auch nicht gegenüber den KletterInnen, die zwei Brücken in Nähe des Tivoli-Stadiums besetzten. Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser Hilfsdienst und die Feuerwehr waren auf ALLES gefasst und stark präsent, mussten aber nur 7 mal aktiv werden, und der Stadtbetrieb ist geradezu erschüttert darüber, wie sauber die Demo die Stadt hinterlassen hat. Für die Leute mit den großen Kehrbesen gab es fast nichts zu tun.

Sehr gut war und ist auch die Berichterstattung der örtlichen Zeitungen und besonders des WDR, soweit ich das mitbekommen habe. Interviews, Berichterstattung und gute, sachgerechte Kommentierung wechselten sich in schneller Folge ab. Bei Twitter lag #AC2106 vorne und auch bei Facebook wurde mit den üblichen Nörgelpittern freundlich umgegangen (soweit ich das bisher alles sehen konnte).

Resümee: Eine friedliche, umweltbewußte Generation ist offenbar auf einem guten Weg, bleibt ihrer Linie treu und behält ihr Ziel im Auge: Einhaltung des  Klimaschutzübereinkommens von Paris, Begrenzung des Anstiegs der Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad, früherer Stopp der Braunkohleförderung und Braunkohleverstromung als geplant.

Die hier formulierten Ziele (s. unten) und Maßnahmen MÜSSEN eingehalten werden. Die Braunkohleförderung – 50 Km von Aachen entfernt – steht dem diametral entgegen.

https://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris_de

***

Am Rande der Demo gab es eine Hausbesetzung. Kurzfristig wurde die Bastei, ein prominentes Gebäude, das der Eigentümer offensichtlich aus Spekulationsgründen derzeit absichtlich verrotten lässt, besetzt. Um auf die WohnungsNOT in Aachen (bei gleichzeitigem Vorhandensein von viel Leerstand) hinzuweisen, sollte man tatsächlich jedes größere Ereignis als Trittbrett nutzen. Das ist nicht dumm und moralisch schon fast geboten.

Mehr Infos dazu: hier, hier, hier.

UPDATE: Das muss leider auch gesagt werden. Ein Aachener Wirt und Ex-Karnevalsprinz stellte ein Foto von einer Karnevals-bedingt verdreckten Aachener Straße auf Facebook ein ( wo sonst?) und deutete an, dass die #fridaysforfuture-Demo den Dreck gemacht hat. Viele auf der Plattform Facebook glaubten ihm, andere empörten sich. Der Wirt hat den Post entfernt, NACHDEM  er schon vielfach geteilt worden war. „Für den kleinen Hass zwischendurch“, meinte in seiner unnachahmlichen Art Klarmann_Michael_Aachen auf Facebook. 

 

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Aachener Stadtrat erklärt Klimanotstand – Eine „Aufgabe von höchster Priorität“

„Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung (19.6.) den Klimanotstand erklärt. Basis für die Debatte und den anschließenden, bei zwei Gegenstimmen gefassten Beschluss waren ein Ratsantrag der großen Koalition und eine von Oppositionsparteien eingebrachte Resolution von Aachener Initiativen.“ Das teilt die Aachener Stadtverwaltung mit.

Damit sei die Eindämmung der Klimakrise und die Eindämmung ihrer schwerwiegenden Folgen als „Aufgabe von höchster Priorität“ anerkannt, wird weiter mitgeteilt. Ob es nun immer noch gestattet ist, z. B.  seinen Rasen auf Golfplatzniveau kurzzuschneiden und Vorgärten in Steinareale zu verwandeln, das würde mich mal interessieren. Würde mir wünschen, dass das schlicht verboten wird.

Der Stadtrat beauftragt mit diesem Beschluss die Verwaltung, „ab sofort bei relevanten Anträgen etwaige negative Auswirkungen auf Atmosphäre und

Viele Steine, wenig Grün. Und dann unter der Hitze stöhnen. Was soll man da machen?

Klima abzuschätzen, so dass Lösungen, die sich positiv auf das Klima auswirken, bevorzugt werden“. Man freut sich und fragt sich, welche Maßnahmen das nun konkret, also ganz praktisch, zur Folge hat. Ehrlich gesagt: Ich hoffe, dass der Beschluss ganz praktische Auswirkungen hat.

Weiter informiert die Pressestelle: Die Verwaltung muss darauf achten, auf Basis der existierenden Maßnahmenpläne (wie dem Luftreinhalteplan, dem Klimaschutzkonzept und anderen) unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und gemeinsam mit den kommunalen Beteiligungsgesellschaften ein integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK) fortzuschreiben.

Wichtig sei dem Rat, die Aachener Klimaschutzziele dem Stand der Wissenschaft entsprechend anzupassen, so dass sie mit dem Klimaziel (Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius) kompatibel sind. Ferner sollen Zwischenziele sowie ein Zieldatum für die Erreichung der CO2-Neutralität erarbeitet werden. Persönliche Anmerkung: Dass sich ausdrücklich auf WISSENSCHAFT und nicht auf Religion/Ideologie/Gefühle/Astrologie und sonstiges unwissenschaftliches

Beim Abholzen (Jakobstraße/Ecke Klappergasse) ist jeder schnell dabei. Und dann?

Halbwissen bezogen wird, das freut mich und ist in heutiger Zeit gar nicht mal selbstverständlich.

Und weiter: Regelmäßig soll die Verwaltung über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Senkung von Emissionen berichten. Die Stadt soll sich ferner der Forderung des Städte- und Gemeindebundes anschließen, ein nationales Förderprogramm „Masterplan Klimaschutz Kommune“ aufzulegen.

 

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Kultur – jenseits von Museen und Musentempeln

Gibt es jetzt zum 6. Mal in der Lothringerstraße: das LOTHRINGAIR

Das 6. Straßen-Kulturfestival, das LOTHRINGAIR, steht quasi vor der Tür. Es findet statt am Samstag, 29. Juni. 
Ab 13 Uhr gibt es in der Aachener Lothringerstraße Ausstellungen, Installationen und jede Menge Kunst im engeren und weiteren Sinne – dazu Beiträge aus Literatur und Film. Ein Kinderprogramm wurde natürlich auch wieder auf die Beine gestellt.

Praktisch in jedem dritten Gebäude dieser doch recht langen Straße gibt es etwas zum Anschauen, Staunen, Entdecken, Kaufen und Konsumieren, zum Zuhören und Anfassen. Das Programm findet ihr in einem Heft dargestellt, das zur Zeit an vielen Stellen ausliegt. Organisiert wird die eintägige Riesenparty vom Musikbunker-Verein und vielen ehrenamtlichen Helfern.

In dem breitgefächerten Angebot fällt das Berufskolleg (Lothringerstraße 10, rund 100 LehrerInnen und 2000 SchülerInnen) mit Aktionen zur Nachhaltigkeit auf. Auf dem hinteren Schulhof gibt es einen Flohmarkt. Die Dreifaltigkeitskirche ist mit einer Ausstellung und Musik dabei, und auf dem Friedrichplatz steht eine Bühne. Die Kratzenfabrik (Lothringerstraße 61) stellt ihren Hof zum Chillen zur Verfügung. Die Raststätte lädt schon am Vortag zur Gruppenausstellung ein (Fr., 16 bis 23 Uhr) Die Mitglieder der Piratenpartei räumen in ihrem Büro Tische und Stühle weg und stellen Fotokünstler der Gruppe „Shift Photo“ aus. Sicherlich sehenswert.

Sonst noch dabei: ein Tattoo-Studio, Poetry-Slam, mehrere Bands auf mehreren Bühnen, eine Vintage-Galerie, ein Tanz-Theater, das Printmagazin POEBEL, das Rhizom 115, der Chaos Lese Club und viele, viele mehr. Besorgt euch das Heft, es hat 60 Seiten, ich kann das hier nicht alles aufzählen.

Auf jeden Fall: An der Lothringerstraße ist so viel Kreativität angesiedelt, wie sonst vermutlich nirgendwo in Aachen (höchstens noch in der Jakobstraße). Es ist eine Art von Kultur, die von den Menschen kommt und entsprechend viel mehr Leute anspricht, als die teils abgehobenen und gut abgehangenen, uralten Klamotten der sogenannten Hochkultur, bei denen uns noch nicht mal vermittelt wird, was sie mit uns Heutigen zu tun haben. Und es ist eine Kultur, die gleichberechtigt zu fördern sich die Stadt Aachen wirklich schwer tut.

 

s. dazu auch den Leserbrief

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