„Was die Digitalpolitik angeht, sind wir halt nicht smart und strong.“

62 Minuten lang sagt hier Influencer Rezo wieder Erhellendes über Medien, über YouTube, und entscheidende Unterschiede zwischen den Generationen werden wieder offensichtlich. Rezo kritisiert in diesem Zapp-Interview den Begriff YouTuber als „dummen Ausdruck“, weil sich das Wort nur auf das Medium beziehe. Journalisten würden ja auch nicht Fernsehler oder Printler genannt. Der Blauhaarige aus Aachen befürwortet den Plan, eine europäische Alternative zu YouTube aufzubauen. Hätte man sich auch denken können.

ZAPP-Moderatorin Kathrin Drehkopf befragte Rezo in ihrer ersten Sendung am 23. Oktober u. a. nach seiner Wortwahl. Auch die spezielle Sprache der Politik ist Thema.

Gudrun Kipfel aus der „ZAPP“-Redaktion hat übrigens in diesem Video einen Auftritt bei den „Space Frogs“. Sehr sehenswert.

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Rezo schreibt ab sofort Kolumnen für ZEIT ONLINE. Seit erster Text ist hier. „Horst Seehofer ist kein drolliges Kleinkind“

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Das schreibt die New York Times über Rezo aus Aachen: https://www.nytimes.com/2019/10/18/world/europe/germany-rezo-youtube.html

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Aachen könnte mehr aus sich machen

Stadtentwicklung in Aachen: Seit gefühlt 10 Jahren ein unendlich trauriges Kapitel. Hier Alfonsstraße, wo preiswerter Wohnraum vernichtet wurde und teure Eigentumswohnungen geplant sind. Foto: Archiv

Wer in Aachen lebt, fühlt sich an vielen Stellen und in vielerlei Hinsichten geradezu behindert und als Teilnehmer am modernen Leben ausgebremst. Seit etwa 10 Jahren erleben wir eine Art Stillstand in der Entwicklung der Stadt. Aachen könnte mehr aus sich machen. Dabei haben wir vor Ort eine leistungsfähige Hochschule, die uns den Weg aus dem Stillstand weisen könnte. Das tut sie auch. Ab Dienstag, 5. November, geht es los. Und zwar mit einer Vortragsreihe, einem Städtebaulichen Kolloquium um es genau zu sagen. Das hört sich akademisch an, ist aber für jeden offen und verständlich. Geh doch mal hin, Links zu Terminen stehen unten.

Das Wissen wird zunehmend wichtiger: als „neuer Rohstoff“ für das Leben in den Städten. Universitäten, Bildungs- und Forschungseinrichtungen werden zu Magneten für Talente, zugleich befördern sie Kreativität und Innovation. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick unwillkürlich auf die räumliche Allianz von Universität und Stadt: Die Universität ist seit ihrer Entstehung im Mittelalter untrennbar mit der Stadt verbunden, obwohl die Städte als auch die Universitäten seither gravierende Veränderungen durchlaufen haben.

Die Auffassung von Universität und Hochschule als Elfenbeinturm hat sich seit dem zweiten Weltkrieg und der Phase der „Bildungsexpansion“ und der Hochschulneugründungen in den 1960er und 1970er Jahren grundlegend verändert. Heute haben die Synergieeffekte zwischen Stadt und Universität längst Einzug in die vielfältigen Strategien der Stadtentwicklung erhalten.

Hochschulen können die Attraktivität einer Stadt und einer Region nachweisbar erhöhen. Diese Erkenntnis nutzen viele Städte bei der Erstellung von Masterplänen, um den Beitrag der Hochschulen zur Stadtidentität zu stärken.

Die Universitäten und Hochschulen spielen auch in Städten und Regionen eine große Rolle als Wirtschaftsfaktor: als Arbeitgeber aufgrund der Kaufkraft der Studierenden und Hochschulangehörigen oder weil sie hochqualifizierte Arbeitskräfte bereitstellen.

Das Städtebauliche Kolloquium will den Fokus auf die Rolle der Universität als Motor für Stadtentwicklung richten und damit einhergehende Fragen nach der Wechselwirkung von Wissen und Stadt stellen: Welche Synergieeffekte zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtung lassen sich identifizieren? Wie lassen sich die gestiegene Lebensbedürfnisse von Studierenden, Forschenden und Lehrenden räumlich beantworten?

Mit diesen Fragen will sich das Städtebauliche Kolloquium auseinander setzen und Strategien zu neuen Allianzen aus Wissen und Stadt befördern.

Die Termine: Vom Elfenbeinturm zur Wissenschaft https://www.staedtebau.rwth-aachen.de/go/id/dgotd

Konzepte für die Stadt von morgen: https://www.staedtebau.rwth-aachen.de/go/id/dgpda

Wissensbasierte Stadtentwicklung: https://www.staedtebau.rwth-aachen.de/go/id/dgpgdBitte empfehlen Sie AachenNews.org weiter

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Neues Buch: „Briefe im Krieg. Aachen, das Englebert-Werk und die Familie Schmauser 1943-1945″

Aus Anlass des 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs und der NS-Herrschaft in Aachen legt das Stadtarchiv Aachen jetzt den dritten Band seiner Quelleneditionen vor. Die Pressestelle der Stadt schreibt über das Buch:

Im Mittelpunkt steht ein Briefwechsel des Aacheners Theo R. Schmauser (1906-1987) aus den Jahren 1943 bis 1945. Schmauser war damals Technischer Direktor der Reifenfabrik Englebert in Rothe Erde und gehörte der bürgerlichen Oberschicht an. Später war er in leitenden Positionen für den in Lüttich ansässigen Englebert-Konzern (später Uniroyal) tätig.

Der Briefwechsel dokumentiert, wie Schmauser die zunehmenden Luftangriffe auf Aachen, das Näherkommen der Front, die anhaltende NS-Propaganda und schließlich die Situation nach Kriegsende erlebte, verarbeitete und reflektierte. Ein Teil der Briefe beinhaltet Diskussionen mit seinem Bruder Herbert über das erwartete Kriegsende, Persiflagen auf die Durchhaltepropaganda des Regimes und Schilderungen des privaten und beruflichen Alltags in Aachen. Andere Briefe spiegeln die Situation der Trennung von seiner Frau Elisabeth Schmauser und den gemeinsamen Kindern, die in den heute belgischen Ort Ouren bei Sankt Vith ausquartiert worden waren, sowie die Suche nach vermissten Angehörigen.

Weitere Zeugnisse der individuellen Verarbeitung der Umbruchsituation sind Gedichte Theo Schmausers, von denen einige dem Band beigefügt sind.

Die Briefe sind in einen kritischen Kommentar von Dirk Schmauser, dem jüngsten Sohn Theo Schmausers, eingebettet. Sein Kommentar spiegelt die Auseinandersetzung der nach Kriegsende sozialisierten Generation mit der Verstrickung ihrer Eltern und damit stellvertretend dieser Elterngeneration in das NS-System und ihr Verhalten während des Krieges. Dirk Schmauser war es auch, der dem Stadtarchiv Aachen die Briefe und einen zugehörigen Fotobestand als Schenkung überlassen hat.

Eine wissenschaftliche Einleitung der Herausgeber René Rohrkamp und Thomas Müller ordnet die Briefe, Gedichte und Fotos in ihren historischen Kontext ein. Sie gibt einen Überblick über das Kriegsende in Aachen und die Geschichte des Englebert-Werks und reflektiert die Rolle von Briefen als – bislang wenig genutzte – Geschichtsquellen.

Zum Buch:

Thomas Müller, René Rohrkamp (Hg.): Briefe im Krieg. Aachen, das Englebert-Werk und die Familie Schmauser 1943-1945 (Aus den Quellen des Stadtarchivs Aachen, Band 3), Aachen 2019, ISBN: 978-3-00-063200-6, Preis: 20 €

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Geplant, gebaut, zerstört – Mies van der Rohe in Aachen, Krefeld und Essen

Im Bauhaus-Jubiläumsjahr jährt sich der Todestag von Ludwig Mies van der Rohe zum 50. Mal. Im LVR-Haus gibt es jetzt dazu eine Ausstellung.

Wenn ihr anlässlich des Bauhaus-Jubiläumsjahres und mit Interesse an Ludwig Mies van der Rohe nur eine einzige Ausstellung sehen wollt/könnt, dann begebt euch nach Köln in das Gebäude des Landschaftsverband Rheinland (LVR). Dort wurde neulich die Schau „Mies im Westen“ eröffnet. Sie ist sehenswert.

An dem Gebäude selbst könnt ihr gleich von außen den Einfluss des berühmten Aacheners auf die Architektur der Nachkriegsmoderne erkennen. Innen sind im Foyer dann quasi drei Ausstellungen zu einer zusammengeführt. Mies’ Wirken in Aachen, Essen und Krefeld kann man anschaulich in Wort und Bild nachvollziehen.

Ganz alte Fotos und Briefe konnten offenbar im Stadtarchiv in Aachen gefunden werden. Viele sind es nicht, aber die Mitarbeit von Mies an den Zeichnungen der prächtigen, verzierten Fassade des Warenhauses Tietz am Markt von Aachen (1965 abgerissen) ist verbürgt. Daran arbeitete 1904/1905 der junge Mies, als er bei dem Aachener Architekten Albert Schneiders in der Ausbildung war.

Das Warenhaus war nach dem Weltkrieg gerade abgerissen, als Aachens Oberbürgermeister Hermann Heusch zu Mies Kontakt aufnahm wegen des Neubaus der Vegla-Zentrale (Vereinigten Glaswerke) im Frankenberger Viertel. Mies legte wunderbare, fertige Pläne vor, entworfen im Geiste des mittlerweile von ihm mitgeprägten International Styl, bekam den Auftrag allerdings leider nicht. Ansonsten wäre jetzt in Aachen Mies‘ erster und letzter Beweis seiner Baukunst zu finden gewesen.

Mies arbeitete nämlich als ganz junger Mann maßgeblich am sozialistischen Volkshaus „Zur Neuen Welt“ in der Aachener Alexanderstraße 109 mit. Das Gebäude wurde 1905 eröffnet und diente der Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften als Gaststätte. Das Haus hat eine schlichte Granitfassade. Es gab und gibt heute noch eine Gaststätte und Wohnungen.

Mies van der Rohe wird interviewt.
Blick in die Ausstellung „Mies im Westen“ in Köln, vorne ein Stadtplan von Aachen.
Das Aachener Warenhaus Leonhard Tietz (l.) und das schmale Haus des Sozialdemokraten Oeben „Zur Neuen Welt“ (Mitte): An beidem zeichnete Ludwig Mies (wie er damals noch hieß) mit.

Die Ausstellung ist beim LVR zu sehen bis zum 14. November in Köln-Deutz, Kennedy-Ufer 2. Öffnungszeiten im LVR-Behördenhaus montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

atuesday.akoeln.de mai-nrw.de/mies bauhaus100-im-westen.de lvr.de/60-jahre-koeln

Blick aus einem Saal, in dem gewöhnlich PolitikerInnen tagen, hinaus auf den Innenhof des LVR-Gebäudes. In der Architektur des Gebäudes wird Mies Einfluss sichtbar. Vorne, im Freien, liegt ein Obdachloser und schläft. – Von dem, was zwei dieser Stühle, die ihr da seht, kosten könnte man einem Obdachlosen ein Tiny House kaufen.
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Heute: Krach-Parade ab 13.30 Uhr

„Bunt und friedlich“ will sie sein, die erste Krach-Parade des Jahres, die genau heute, Samstag, 19. Oktober, stattfindet. Man trifft sich um 13.30 Uhr am Super C, Templergraben, Aachen.

537 Leute hatten bei Facebook gestern ihr Kommen zugesagt. Mal sehen, wie viele es am Ende wirklich sind. Gegen 14 Uhr soll sich der Zug mit musikalisch beladenen Lkw und Autos in Bewegung setzen, tanzend. Stopps gibt es an verschiedenen Orten des Aachener Kulturlebens, wo Vereine und Kollektive Konzerte veranstalten. Unterwegs wird es Musik vom Musikbunker Aachen, dem KRACH-Kollektiv, dem Not Human Collective, von Digitales Aachen und dem NIEMANDSLAND geben.

Enden wird die Tanzdemo mit einer Abschlussveranstaltung im Moltkepark in Aachen. Und was soll das alles?

Die Parade will ausdrücklich FÜR etwas demonstrieren, für mehr Kultur, Subkultur, für mehr Freiräume, für Lebensfreude, Musik und Möglichkeiten. Wer Lust auf Krawall hat und auf Gewalt, soll zu Hause bleiben.

Eindeutig am Zustande-Kommen der Parade beteiligt sind:
Muna Musiknetzwerk Aachen
The Base e.V.
Not Human Collective
KingzCorner
Musikbunker Aachen
KRACH
Rhizom 115
NIEMANDSLAND
Spielräume Aachen
POEBEL
Digitales Aachen
Der Name Krach Parade steht nicht für das KRACH-Kollektiv

Es gibt auch eine Afterparty. Viel Spaß denn auch.
KRACH//Rhizom115//Digitac Afterparty & Chillout with free Food!

Update: Wie es war, könnt ihr hier nachlesen

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Polizei informiert: Riegel vor! Sicher ist sicherer.

Foto/Fotocollage: Polizei Aachen

Das Polizeipräsidium Aachen lädt ein zum landesweiten Aktionstag „Riegel vor! Sicher ist sicherer!“  Gerade Menschen, in deren Wohngegend in Häuser und Garagen vermehrt eingebrochen wird, sollten die Gelegenheit nutzen.

„Gerade mit Beginn der dunklen Jahreszeit möchten wir Bürgerinnen und Bürger zu unserem Informations- und Beratungstag einladen“, teilt die Pressestelle der Aachener Polizei mit. Und weiter: „Wir klären auf über Einbruchsphänomene und zeigen, wie Sie sich und ihr Zuhause besser vor Einbrechern schützen können.“ Die Polizei hat diesbezüglich erfahrungsgemäß brauchbare Tipps zur Hand.

Polizeiliche Fachberater*innen stehen an diesem Tag für sämtliche Fragen und auch weiterführende Gespräche zur Verfügung. Besuchen kann man die Kolleginnen und Kollegen des Kriminalkommissariats KP/O (Kriminalprävention/Opferschutz) am 

Sonntag, 27. Oktober, von 10 bis 16 Uhr im Präsentationsraum im Foyer des neuen Polizeipräsidium Aachen-Brand, Trierer Straße 501. 

Die Polizei schreibt: „Wir erwarten Sie mit anschaulichen Sicherungsexponaten und Informationsmaterial. Kommen Sie vorbei und informieren Sie sich oder nutzen Sie für diesen Tag unser Servicetelefon unter 0241/9577 34437.“ (am)

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Und der Polizistensohn (Jan Böhmermann) hat auch gemerkt, dass die Polizei gelegentlich Humor hat. https://www.facebook.com/neomagazinroyale/

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Was ist dran an den ständigen Beschwerden über rücksichtslose Fahrradfahrer?

In Aachen sind immer mehr Menschen auf dem Fahrrad unterwegs. Sie werden in Leserbriefen und auf offener Straße von FußgängerInnen und AutofahrerInnen beschimpft. Gastautor Jonas Paul hat sich als Radfahrer mit den Vorwürfen befasst. Foto: Archiv

Von Jonas Paul*

Seit Langem wundere ich mich über den Begriff des Kampfradlers. Egal wo das Thema Radverkehr diskutiert wird, es dauert nicht lange und es ist die Rede von den Kampfradlern, Fahrradrowdies oder Rüpelradlern.

Der Kampfradler wird immer wieder als Hauptargument angeführt, wenn es darum geht, Verstöße von KFZ, die Radfahrer gefährden, zu rechtfertigen oder zu relativieren. Egal ob es um zugeparkte Radwege oder ausreichende Überholabstände geht, der Kampfradler, dem die Straßenverkehrsordnung (StVO) völlig egal sei, ist das pauschale „Totschlagargument“ gegen alle Radfahrer und deren Interessen.

Gerne werden dann subjektive Wahrnehmungen in Zahlen gegossen. Dann sind es 90 oder 70 Prozent der Radfahrer, zumindest aber der größte Teil, der sich nicht an die Regeln hält. Nun bin ich seit 38 Jahren Fußgänger und ÖPNV-Nutzer, seit ca. 33 Jahren Radfahrer und seit 13 Jahren Autofahrer. Immer wieder frage ich mich, ob ich in einem anderen Land am Verkehr teilnehme. Ich werde als Fußgänger nicht ständig fast überfahren und man reißt mir im Vorbeifahren auch nicht den Autospiegel ab.

Natürlich sehe ich Radfahrer, die sich nicht an die StVO halten, aber ich sehe auch ständig KFZ und Fußgänger, die gegen diese verstoßen. Woher kommen also diese ganzen Kampfradler, die unter meinem Radar hinwegtauchen?

Langsam dämmerte es mir, bis es mittlerweile zur Gewissheit geworden ist: Ich bin der Kampfradler!
• Ich bin der Radfahrer, der auf der Fahrbahn fährt, während da doch ein Radweg ist.
• Ich bin der Radfahrer, der Ihnen in der Einbahnstraße entgegenkommt.
• Ich bin der Radfahrer, der plötzlich aus dem Nichts angeschossen kommt.
• Ich bin der Radfahrer, der Sie an der roten Ampel rechts überholt.
• Ich bin der Radfahrer, der mitten auf der Fahrbahn fährt.
• Und ich bin der Radfahrer, der sich beschwert, wenn Sie ihn hupend mit einer Handbreit Abstand überholen, um ihn auf seine Vergehen hinzuweisen.

Aber ich bin nicht der Radfahrer, der bei Rot über die Ampel fährt und Ihnen nachts ohne Licht entgegenkommt. Das brauche ich auch nicht, denn das oben aufgeführte Verhalten reicht aus, um als Kampfradler eingestuft zu werden. Aber wie sieht es denn damit konkret aus?
Radwege sind nur benutzungspflichtig, wenn ihr Zustand zumutbar ist und sie durch ein entsprechendes Schild ausgewiesen sind. Das sind innerstädtisch nur noch sehr wenige, die ich dann natürlich auch nutze.
Die meisten Einbahnstraßen sind in Aachen für den Radverkehr in beide Richtungen freigegeben (andere nutze ich natürlich nicht gegen die Fahrtrichtung).
Geübte Radfahrer erreichen heute auch ohne Pedelec problemlos Geschwindigkeiten von 20 bis 30 km/h (bergab noch mehr) und dürfen im Rahmen der Geschwindigkeitsbegrenzungen auch in diesem Tempo fahren. Niemand taucht einfach aus dem Nichts auf, und auch geübte Radfahrer sind meist nicht schneller als KFZ. Das Problem ist, dass die Geschwindigkeit von Radfahrern oft unterschätzt wird.
Als Radfahrer darf ich laut StVO bei ausreichendem Platz wartende Autos rechts überholen. Hätten Sie dieses Recht, würden Sie es, wo es geht, auch nutzen und so auch vermeiden in den Abgasen zu stehen.
Als Fahrradfahrer muss man einen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos einhalten, um sich vor Türen zu schützen, die plötzlich geöffnet werden. Dabei entsteht dann schnell der Eindruck, man führe „mitten auf der Fahrbahn“.
Wenn ich als Radfahrer geschnitten werde o.ä., dann geht es dabei nicht einfach darum, dass man mir mein Recht nimmt, sondern schlicht um die Gefährdung meiner Gesundheit und meines Lebens. Da darf man sich auch mal beschweren.

An den Reaktionen, die ich im Straßenverkehr regelmäßig erlebe, merke ich aber immer wieder, dass viele KFZ-Fahrer völlig regelkonformes Verhalten als Verstoß wahrnehmen. Immer wieder wird man zur „Maßregelung“ beschimpft, geschnitten und ausgebremst. Ich bin also offenbar der Kampfradler und das Feindbild.

Die Unkenntnis der Rechte und Pflichten, die in der StVO für den Radverkehr verankert sind, scheint weit verbreitet. Das Phänomen zeigt sich auch immer wieder in den sozialen Netzwerken. Beispiel ist die gemeinsame Kampagne der Polizei Aachen, der Stadt Aachen, der StädteRegion und des ADFC, die auf die Einhaltung der Überholabstände gegenüber Radfahrern hinweist. Vielen Kommentatoren ist offensichtlich nicht bewusst, dass sie einen solchen Abstand einhalten müssen.

Und hier schließt sich der Kreis: Während viele Verstöße von KFZ gar nicht wahrgenommen (z.B. Überholabstände) und andere bagatellisiert werden (z.B. überhöhte Geschwindigkeit Parken auf Geh- und Radwegen), werden Radfahrern Vergehen angelastet, die nach StVO gar keine sind. Hinzu kommt das Phänomen, dass man sich nicht die zehn Radfahrer merkt, die sich korrekt verhalten, sondern den einen, der sich falsch verhält. So wird plötzlich fast jeder Radfahrer zum Kampfradler, unter dem der KFZ-Fahrer zu leiden hat.

Als kleiner Nachtrag sei noch auf den urban myth des ewigen Rotfahrers auf zwei Rädern verwiese; die Polizei Hamburg führte 2017 eine sechzehnstündige Schwerpunktkontrolle mit 148 Beamten durch. Besonderes im Fokus waren dabei Rotlichtverstöße. Ergebnis: 226 Autofahrer und 22 Radfahrer wurden bei Rotlichtverstößen erwischt. Damit liegt der Anteil der Radfahrer sogar unter dem durchschnittlichen Anteil der Radfahrer am Hamburger Verkehrsaufkommen (Laut modal split ca. 12 %). (Quelle: https://www.stern.de/auto/news/bei-rot-ueber-die-ampel–das-ist-keine-spezialitaet-von-kampfradlern-7767444.html?fbclid=IwAR0WaMX6MtECqOArDkSoOAI4vEv1GOoZ8mLUL7DXpnJCS8S6dAYfQxbmfaU)

Viele Grüße vom (regelkonformen) Kampfradler.

*Offenlage: Gastautor Jonas Paul ist für die Grünen im Rat der Stadt Aachen. Sein Text ist zuerst auf Facebook erschienen und wurde mit freundlicher Erlaubnis von dort übernommen.

Bei den Grünen findet ihr den engagierten Aachener Ratsherrn hier.

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Grundsätzlich nicht vertrauenswürdig

Weder Politikern noch übermächtigen Konzernen soll das Netz gehören. Foto: Archiv

Netzexpert/innen rufen dazu auf, übermächtigen Internetkonzernen die Kontrolle über das Internet zu entreißen und in die Hand der Nutzer/innen selbst zu legen. Ein entsprechendes „Manifest zur Selbstermächtigung“ haben die Abgeordneten Dr. Patrick Breyer (Piratenpartei), Anke Domscheit-Berg (Linke), Saskia Esken (SPD) sowie Vertreter/innen der Zivilgesellschaft wie Peter Schaar und Marina Weisband vorgelegt.

Holen wir uns das Web zurück!

Ein Manifest zur Selbstermächtigung der Internet-Nutzer*innen

Das Internet im Jahre 2019

Das Internet ist für viele Menschen eine virtuelle Heimat geworden. Sie pflegen dort Freundschaften und Kontakte, sie suchen und geben Rat, diskutieren über Kunst, Kultur und Persönliches, teilen Fotos, arbeiten zusammen, kaufen ein, spielen, verabreden sich. Kurz: Sie kommunizieren.

Allerdings ziehen wenige attraktive, kommerzielle Plattformen immer mehr Nutzer*innen an. Sie erhalten damit eine Monopolstellung und bedenkliche Macht, indem sie persönlichste Daten ansammeln und gewinnbringend nutzen. Das ist ihr Geschäft. Die Nutzer*innen stehen indes vor der Wahl, entweder den Betreibern ihre Daten an­zuvertrauen, oder von den Plattformen und damit von einem signifikanten Teil ihres sozialen Umfeldes ausge­schlossen zu werden.

Das angesammelte Wissen der Plattformbetreiber ist Macht, verliehen von den Nutzer*innen. Dieses Wissen er­möglicht den Betreibern, weit über das Internet hinaus Menschen zielgerichtet zu manipulieren, sei es um sie zum Kauf von Produkten zu bewegen oder um ihr Verhalten im politischen Raum zu beeinflussen. Dieses Machtinstru­ment steht neben den Betreibern selbst jedem zur Verfügung, der dafür zahlt, oder, wie staatliche Stellen, Druck auf die Betreiber ausüben kann.

Auch für verantwortungsvolle Betreiber gilt: Vorstände können wechseln, Firmen aufgekauft, Richtlinien und ge­setzliche Rahmenbedingungen geändert werden. Darum sind zentralisierte Plattformen grundsätzlich nicht ver­trauenswürdig. Zuverlässig vertrauen kann man nur auf technisch sichergestellten Datenschutz.

Die Vision: Das Internet der Zukunft

Das Internet ist heute schon dezentral und kooperativ angelegt, resistent gegen Zentralismus, Zwang und Zensur. Jede*r kann dort eine eigene WebPräsenz gestalten und frei und selbstbestimmt Herr über seine Daten sein.

Das freiheitliche, demokratische Internet der Zukunft verfügt aber zusätzlich über alltagstaugliche Technologie, die Vertraulichkeit der Kommunikation im Sinne von Privacy by Design ganz selbstverständlich technisch reali­siert. Denn die Internetnutzer*innen der Zukunft sind sich des Wertes persönlicher Daten bewusst und gehen sorg­fältig damit um. Dadurch schützen sie sich selbst und ihre Mitmenschen vor aktuellen und zukünftigen Gefahren. Denn sie wissen, dass Daten, die heute harmlos erscheinen, morgen hoch problematisch sein können.

Manifest

Wir, die Unterzeichner*innen dieses Manifests, sind der festen Überzeugung, dass das Internet durch die Nutzer*innen in Besitz genommen werden kann und muss. Dazu braucht es vertrauenswürdige Kommunikationstechnologie, welche:

  • Die Privatsphäre und die Rechte der Nutzer*innen auf technischem Wege definitiv sicherstellt.
  • In Leistung und Funktion den Nutzer*nnen keine Kompromisse abverlangt.
  • Unter einer anerkannten Free and Open Source Lizenz entwickelt wird.
  • Dezentral, kollektiv und ausschließlich von den Nutzer*innen selbst betrieben wird.
  • Sicheren Datenschutz bei Inhalts- und Metadaten gewährleistet.
  • Sehr einfach zu installieren und zu bedienen ist.
  • Interoperabilität mit anderen Plattformen und einen Umzug von Profilen schnell, einfach und überzeu­gend ermöglicht.

Wir rufen alle Internet-Nutzer*innen auf, sich mit dem Ziel der Etablierung vertrauenswürdiger Kommunikations­technologien zu organisieren und diese breit zu nutzen!

Wir rufen alle Software-Entwickler*innen auf, vertrauenswürdige Kommunikationstechnologie verfügbar zu ma­chen!

Wir rufen alle Entscheidungsträger*innen auf, vertrauenswürdige Kommunikationstechnologie zu fördern!

Wir rufen alle Lehrenden und Kunstschaffenden auf, Bewusstsein zu schaffen für den Umgang mit persönlichen Daten!

Nehmen wir unsere Geschicke selbst in die Hand!


Initiatoren:

Quelle: https://webisours.github.io/

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Parkhaus, e-Scooter, Sport, Quellenhof und Couven-Museum

Häßlich und völlig überflüssig ist das Parkhaus Büchel in der Innenstadt. Im März 2020 wird es nun endlich geschlossen und danach einfach abgerissen. Ein Vorgang, den die Politik in den letzten 20 Jahren schon mehrfach angekündigt hat, zu dem es aber nie kam.

Im kommenden Frühjahr – man glaubt es kaum – werden Nägel mit Köpfen gemacht. Immerhin: Zwar weiß jetzt noch niemand, was anstelle des Parkhauses einmal dort errichtet wird. Aber egal. Alles sieht schöner aus als dieses runtergerockte Parkhaus. Das erscheint allerdings den Politikern der FDP, ein paar Geschäftsleuten und einem Hotelier noch so wertvoll, dass sie sich gegen den Abriss aussprachen. Ohne Erfolg (hoffentlich).

Die Grünen wollten dort nicht Pkw, sondern Events stattfinden lassen, die Piraten wollten immer nur den Abriss. Und so wird es wohl auch kommen. (Das Parkhaus: hier)

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Was auch noch auffiel: Die e-Scooter machen Probleme. Sie wurden so intensiv genutzt, dass das skandinavische Unternehmen VOI und das Start-up-Unternehmen UZE Mobility mit dem Laden der Teile nicht pünktlich fertig wurden. Zur Erinnerung: Die Roller kann man nutzen und dann irgendwo abstellen. Sie werden von sogenannten Juicern eingesammelt und aufgeladen . . . Und was passierte? Die Leute kamen mit dem Aufladen (mit grünem Strom) nicht mehr nach. An der Sache wird jetzt gearbeitet, 300 elektronisch betriebene Tretroller sind wohl für Aachen zu wenige. (Zum Thema s. auch hier)

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Die im Aachener Sportbund organisierten 224 Sportvereine wollen sich der Behinderten annehmen. Motto: „Inklusion im Sport – Gemeinsam stark für Aachen“. Sie wollen sehen, was sich bezüglich Sportförderung in Aachen machen lässt. Es fehlt an vielen Ecken und Enden, teils haben die Übungsleiter nicht den Mut, teils gibt es keine barrierefreien Zugänge. Auch bei der Anschaffung von teuren Sport-Rollstühlen gibt es Probleme. 3 Jahre lang soll das Projekt laufen. (Mehr zu LVR und Inklusion auch hier.) Infos bei Sport-Inklusionsmanagerin Sina Eghbalpour, Tel.: 0241 / 4757 9530, Mail: sina.eghbalpour@sportinaachen.de

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Aachens erstes Haus am Platz, das Nobelhotel Quellenhof an der Monheimsallee gelegen, wird nicht wie befürchtet am 1. Januar leer und unbewohnt sein und verrotten. Es wird weitergeführt, nicht vom jetzigen Pächter, sondern vom Eigentümer selbst. Aber erst werden noch mehrere Millionen zwecks Renovierung in das Fünf-Sterne-Haus investiert. Die Belegschaft hörte es dieser Tage mit Freude.

Der Quellenhof ist etwas Besonderes. Er wurde im Sommer 1916 eröffnet und sieht innen und außen sehr repräsentativ aus (neoklassizistisch). Leisten kann man sich die Luxusbude nicht, aber die Prominenz bei Karlspreisverleihungen und Reitturnier logiert dort gern. Eigentümer ist die Familie Jagdfeld, die auch im Hotel Adlon in Berlin das Sagen hat.

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Nach etwa 15 Wochen wurde jetzt das Couven-Museum wiedereröffnet. 100.000 Euro soll die dringend notwendige Renovierung gekostet haben. Das Haus am Hühnerdieb (in Aachens Innenstadt) zeigt die Wohnkultur von Biedermeier und Rokoko und hat auch eine neue Leiterin: Carmen Roebers. Am Wiedereröffnungstag war der Eintritt frei. Sehr schön anzusehen und passend gab es Personen in stilechter Kleidung zu bewundern. s. Couven-Museum.de

Karikaturen – am Beginn des 19. Jahrhunderts von Studenten hinterlassen – sind im Couven-Museum jetzt wieder sichtbar.

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Rezo plaudert fast 9 Stunden am Stück.

Einen sehr unterhaltsamen und informativen Podcast kann ich empfehlen, man muss allerdings 8 Stunden und 40 Minuten Zeit mitbringen. So lange nämlich redet Rezo, der blauhaarige YouTuber aus Aachen, mit ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner und ZEITMagazin-Chefredakteur Christoph Amend.

„Alles gesagt?“, so lautet das Motto, und das bedeutet, dass das Gespräch erst zu Ende ist, wenn der Gast ein bestimmtes, vorher verabredetes Stichwort sagt. Ganz, ganz tolles Konzept. Und endlich mal keine Gesprächshäppchen, die eine Auseinandersetzung/Beschäftigung mit einem Thema lediglich simulieren. https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-10/rezo-interviewpodcast-alles-gesagt

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Beim Radentscheid zu viel verlangt? Theater bald linksseitig Pkw-frei

Drinnen tagt der Rat der Stadt, draußen machen Befürworter des Radentscheids auf sich aufmerksam. Was sonst noch auffällt in Aachen: siehe unten.

In diesem Jahr haben sich mehr als 10.000 Erstsemester an den Aachener Hochschulen eingeschrieben. Das teilt die Pressestelle der Stadt mit. Und weiter: Damit zählt Aachen zu den größten und attraktivsten Hochschulstädten Deutschlands. Um die neuen Studierenden in Aachen angemessen willkommen zu heißen, organisierte das städtische Wissenschaftsbüro jetzt unter dem Motto „Mache Aachen zu Deiner Stadt“ erstmalig ein Open-Air Begrüßungskonzert auf dem Katschhof. Das ging bei strömendem Regen über die Bühne.

Oberbürgermeister Marcel Philipp sagte unter anderem: „Uns ist es wichtig, dass Sie sich hier in Aachen wohlfühlen.“ – Oh je, oh je, da könnten zumindest die Piraten in Aachen sich noch viel vorstellen, was alles fehlt, damit sich Menschen in Aachen wohlfühlen. Stichwort: Coole Orte.

Und sonst so? In der RWTH arbeitet man an einer Studie, so berichtet das Szene-Heft MovieAachen. Dabei geht es um die NGO’s, die es in Aachen gibt und die sich alle für ein nachhaltiges, gesundes Leben einsetzen. Gemeint sind Gruppen wie Fridays for Future Aachen, Aachen Unverpackt, Das Wandelwerk, Recht auf Stadt, Bürgerinitiative Luisenhöfe, Aachen Containert  und so weiter. Rund 180 Vereine, Verbände und Initiativen sollen es sein, die da untersucht werden (bezgl. Zielen und Vernetzung). Gelder wurden beantragt und von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW genehmigt. 100.000 Euro stehen für das auf 18 Monate angesetzte Projekt zur Verfügung, dessen Projektleiterin Madeleine Genzsch ist. Infos unter: we-at-aachen.de

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Unterdessen: Das Mega-Projekt ist noch lange nicht fertig . . . aber jetzt schon mal verkauft worden – das Neubauprojekt „Viktoria“, das einmal da errichtet werden soll, wo jetzt noch die Reste des alten Vegla-Gebäudes stehen (Bismarckstraße/Viktoriaallee). 
Das Bauunternehmen Nesseler hat verkauft, will den Komplex mit 107 Ein-Zimmer-Studenten-Appartements (je 26 Quadratmeter) noch fertigstellen und dann alles an das Wohnungsunternehmen Vivawest aus Gelsenkirchen übergeben. Gebaut werden auch größere Wohnungen, Tiefgaragenplätze, Büros, Praxen und Läden. Alles soll 2022 fertig sein. Achtung: Die insgesamt 200 Wohnungen sollen neuerdings nicht verkauft, sondern alle nur vermietet werden. (Architekt: HPP Hentrich – Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf) Mehr Infos: hier.


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Dringend muss davon abgeraten werden, sich dem Adalbertsteinweg zu näheren. Dort wird es – wegen Baumaßnahmen – bis zum 31. Oktober zum täglich neuen Chaos kommen. Lässt sich aber nicht vermeiden. Es wird auf den Fahrspuren stadteinwärts – nach Abfräsen der Decke – ein neuer umweltfreundlicher Spezialasphalt aufgetragen. Rechts und links vom A’weg abzubiegen, das wird in der genannten Zeit ebenfalls schwer möglich sein. Am besten ihr meidet die Baustelle „weiträumig“ (gilt auch für Radfahrer), wie mitgeteilt wurde. 


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SPD und CDU in Aachen meinen, die Tram sollte wieder durch Aachen rollen. Sie wollen der Straßenbahn langfristig noch mal eine Chance geben. Die BürgerInnen hatten Anfang 2013 dazu „nein“ gesagt. Aber da war wohl das allgemeine Umweltbewusstsein noch nicht so weit entwickelt, wie es heute ist. Und wenn SPD und CDU „langfristig“ sagen, dann ist frühestens in 30 Jahren mit dem Baubeginn zu rechnen. 


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Unterdessen solltet ihr in diesen Tagen, wo ca. 10.000 Neue an der RWTH ihr Studium aufnehmen, die beiden Bürgerservice-Stellen meiden. Die sind total überlaufen, ihr müsst euch auf lange Wartezeiten einstellen, wenn man euch nicht direkt wieder wegschickt. Ein Tipp: In den Bezirksämtern in Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster usw kann man mit seinen Anlieger eher landen, da ist nicht ganz so viel los. 
Terminvereinbarung für den Bürgerservice unter www.aachen.de/terminvereinbarung oder unter Tel.: 0241/ 432 – 0. Viel Glück. 


***
Zur Abwechslung Songs von dem sehr coolen Trettmann, „Stolpersteine“. https://m.youtube.com/watch?v=ErAeAJhOgG4&list=RDEM0s72u8TTipdDn0zC24igdw&index=1

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Der OB meint, es sei unmöglich, alles, was der Radentscheid fordert, umzusetzen. Zur Erinnerung hier mal, was genau gefordert wird. Und das ist in der Tat anspruchsvoll, und ob man das schafft, ist eine Frage, wieviel Geld man in die Hand nehmen will.
1. Jährlich werden 10 km eines Radwege-Netzes möglichst in Nebenstraßen erstellt.
2. Jährlich werden drei Kreuzungen wie folgt umgebaut: Der Radverkehr erhält eigene Ampeln und durch Schutzinseln getrennte Wartezonen im vorgelagerten Sichtbereich des Kfz-Verkehrs; die Haltelinien für den Radverkehr liegen direkt an der zu querenden Fahrbahn. Umbaupriorität haben Kreuzungen mit besonderer Bedeutung im Radwegenetz, hohem Verkehrsaufkommen oder besonderem Gefährdungspotenzial.
3. Jährlich werden 15 Einmündungen wie folgt umgebaut: An Kreuzungen von Haupt- und Nebenstraßen werden beim Überqueren der Nebenstraßen Geh- und Radwege jeweils niveaugleich weitergeführt.
4. Jährlich werden an Hauptverkehrsstraßen 5 km Radwege gebaut, die als Einrichtungsradwege mit 2,30 m Breite zwei Knotenpunkte lückenlos verbinden. Sie werden baulich vor dem Befahren, Halten und Parken durch Kfz geschützt. Die Radwege entstehen ohne Flächenminderung für Fußverkehr und ÖPNV und sind auch von diesen baulich getrennt. 
5. Neue oder zu sanierende Radfahrflächen sind – auch in Kreuzungsbereichen – deutlich durch rote Farbe (z.B. farbiger Asphalt) vom übrigen Straßenraum abgesetzt. Das Fahrbahnmaterial ist durchgängig griffig mit möglichst niedrigem Rollwiderstand. Geh- und Radwege werden baulich voneinander getrennt. 
6. Gebaut werden: a) 2.500 Plätze in bewachten Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen mit hohem Pendleraufkommen, b) 2.500 überdachte, beleuchtete Plätze an weiteren Bahnhöfen und Haltestellen, c) je 5.000 Plätze an Fahrradbügeln außer- sowie innerhalb des Alleenrings.

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Zuletzt eine wirklich gute Nachricht. Aus dem Planungsausschuss. CDU und SPD sind offenbar gewillt, einen Versuch (Theaterstraße) zur Dauereinrichtungen werden zu lassen. Ihr erinnert euch an die Tage, als Pkw nur rechts vom Theater fahren durften und links vom Theater alles autofrei war? Dieser Zustand soll, so wurde beschlossen, sofort wieder hergestellt werden. Auch Busse sollen links vom Theater nicht mehr fahren dürfen.

Jubilate. So sah das links vom Theater aus, und so soll es in Kürze auch wieder aussehen. Und zwar bis gänzlich umgebaut wird.
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