Mitten in Aachen: Menschenunwürdiges Rumwühlen im Müll – Muss das sein?

Entstanden Sept. 2015 in Aachen, Mörgensstraße.    Foto: Archiv

Gut, man hätte vielleicht auch dafür plädieren können, Kreuze an die Laternenpfähle zu hängen, Kreuze müssen ja neuerdings sein. Aber dazu konnten sich die Aachener Piraten nicht durchringen. Sie halten vielmehr eine „alte“ Idee immer noch für gut und praktikabel, nämlich den Flaschensammlern das Leben ein bisschen leichter zu machen und an Laternenpfählen Behältnisse anzubringen, wo Pfandflaschen von den einen abgestellt und von anderen eingesammelt werden können.

Deshalb haben sie (zusammen mit einem Vertreter der UWG) folgende Mitteilung verbreitet:

Die Piraten Aachen und UWG setzen sich per Ratsantrag für die Einführung von Pfandringen ein. Pfandringe sind Installationen an öffentlichen Mülleimern, in welche man Pfandflaschen stellen kann, statt sie in den Mülleimer zu werfen.

Dadurch wird Flaschensammlern ermöglicht, die Pfandflaschen direkt zu sammeln, ohne dabei den Müll durchsuchen zu müssen und sich so durch Glassplitter oder andere scharfkantige Objekte zu verletzen. 

„Pfandringe sind sozial, unterstützen Armutsbekämpfung und verhindern das menschenunwürdige Rumwühlen im Müll!“

Felix Kehren, Mitglied der Piratenpartei Aachen

In Städten wie Düsseldorf wurden bereits Pfandringe installiert. Durch die positive Entwicklung wird dieses Projekt in Düsseldorf aktuell sogar ausgebaut.
In der Sitzung von Dienstag, 12.06., wird sich nun der Betriebsausschuss des Aachener Stadtbetriebs mit dem Thema befassen (ab 17 Uhr), aber die von der Verwaltung erstellte Vorlage lässt wenig Positives hoffen. Die Verwaltung empfiehlt der Politik, die Einführung der Pfandringe abzulehnen. Dies mit der Begründung, Pfandringe würden das Stadtbild in einem negativen Sinne beeinträchtigen und zu einer potentiell höheren Müllbelastung führen.

Die Piraten und die UWG können der Argumentation der Verwaltung wenig abgewinnen, da an alten Beschlüssen festgehalten wird, die positiven Effekte jedoch nicht in Betracht gezogen wurden.

Bereits im Jahr 2013 gab es im Stadtrat eine Diskussion über die Einführung von Pfandringen, die jedoch an 3 Stimmen gescheitert ist. Piraten und UWG sehen die Einführung von Pfandringen als sinnvolle Ergänzung für das Stadtbild.

„Pfandringe haben sich beispielsweise in Düsseldorf als sinnvole Ergänzung erwiesen und werden gut angenommen!“

Horst Schnitzler, Mitglied der UWG

Kritik üben die Politiker von Piraten und UWG an der Vorlage der Verwaltung. Felix Kehren kritisiert: „Die Verwaltung hat sich nur oberflächlig mit unserem Antrag befasst. Die Vorlage von 2018 ist fast identisch mit der Vorlage von 2013. Auf neu eingebrachte Argumente – wie die Entlastung der Müllsituation und die Ergänzungen von einem Sichtschutz – ist die Verwaltung gar nicht erst eingegangen.“

Unterstützung von der Politik können Piraten und UWG wohl ebenfalls nicht erwarten. Die Mehrheitsfraktionen CDU und SPD haben sich gegen die Einführung von Pfandringen ausgesprochen.

Soweit die Mitteilung. Die örtliche Presse hat über die Angelegenheit berichtet. Ihr könnt darüber abstimmen, wie ihr die Sache mit den Pfandringen seht. Bitte macht mit und klickt hier:

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/piraten-und-uwg-fordern-pfandflaschenringe-1.1908699

oder hier:

http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/umfrage-wohin-mit-leeren-flaschen-in-der-stadt-1.1908285

Die Angelegenheit wird in Aachen im Betriebsausschuss, Madrider Ring 20, Sitzungssaal, öffentlich besprochen. Und zwar – wie erwähnt – am Dienstag, 12. Juni, ab 17 Uhr.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Was leistet sich Aachen für 40 Millionen?

Ganz schön turbulent und mit vielen sehr unterschiedlichen Themen ging gestern im Rathaus das Bürgerforum über die Bühne. Rund 20 Bürgerinnen und Bürger trugen unterschiedliche Anliegen vor. Das Thema „Neues Kurhaus“, von den Piraten auf die Tagesordnung gesetzt, wollten CDU und SPD aber leider nicht besprechen.

Klar, das Thema war etwas spät auf die Tagesordnung gekommen, aber man hätte ja auch mal etwas Spontaneität und Aktualität zulassen können!!! Allein: Grüne, Linke und Piraten sowie ein Einzelvertreter zogen bei der Abstimmung über den Tagesordnungspunkt den Kürzeren.

Generell „bewegt“ sich die Kommunalpolitik immer im Schneckentempo. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Thema muss erst durch verschiedene Ausschüsse gehen, das allein dauert u. U. Monate. Dann durch den Rat. Dann wird eine Summe in den Haushalt des kommenden Jahres eingestellt und erst danach werden Firmen mit der Realisation beauftragt. So dauert z. B. die Umgestaltung eines Platzes oder der Ausbau einer kleinen Straße mindestens 2 Jahre, eher drei, von der ersten Behandlung im Bürgerforum bis zur Fertigstellung. 

Wir (Grüne, Piraten und die Linke) wollten uns gestern mit einem Bauwerk, das so kaputt ist, dass seine Wiederherstellung mindestens 40 Millionen Euro kosten würde, befassen. Eine Angelegenheit, die ohne Zweifel in die Öffentlichkeit gehört.

Dieses Geld, so steht es zur Debatte, soll die Stadt Aachen aufbringen. Meine persönliche Meinung: Ich bitte zu bedenken, dass es in Aachen nicht wenige Menschen gibt, die so gut wie gar nichts mit diesem Prachtbau verbinden. Die haben dort drinnen niemals Karneval gefeiert, waren nie in der Disco, weil es diese Disco schon nicht mehr gab, als diese Leute im passenden Alter waren.

Und die sind auch nie ins Spielkasino gegangen, weil für sie ein Spielkasino nicht attraktiv war und ist, es ist höchstens ein Ort, wo man auf dumme Weise viel Geld verliert. Die Hochschule hat schon und baut noch große Säle, an das neue CARL sei erinnert. Die Notwendigkeit, das Neue Kurhaus als Ort für Groß-Kongresse vorzuhalten wird ebenfalls nicht gesehen.

40 Millionen also  . . . für ein Bauwerk, das keine wirkliche Bedeutung hat. Bedeutung haben in Zeiten von Wohnungsnot aber neue Wohnungen. In Zeiten von schmutziger und krankmachender Luft/Fahrverboten wichtig ist auch der Ersatz von Autos durch Fahrräder und damit der Ausbau von Fahrradwegen und -straßen.

Es wundert nicht, dass viele meinen, mit 40 Millionen müsse dringend etwas anderes geschehen. Das Neue Kurhaus könne man verkaufen, an wen auch immer. Ein privater Investor kann eine Seniorenresidenz dort einrichten, oder eine Anwälte-Gruppe eine entsprechende Kanzlei. Oder etwas anderes.

Wie auch immer: Wenn das Neue Kurhaus nicht verkauft wird, muss der Einsatz der Millionen gut begründen werden. Denn diese Investition hat das Zeug, die Politikverdrossenheit zu fördern.

Am Dom von Aachen gesehen: ein Drachen, der an alte Wasserspeier erinnert. Gut, dass der Dom nicht Eigentum der Stadt Aachen ist, sondern der Kirche gehört. Er sähe sonst deutlich mehr heruntergekommen aus.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Gastronomie, Hotels und ein Shopping LAB

Der Pastorplatz. Personen wurden bei der Versammlung mal lieber nicht fotografiert – wegen der DSGVO. Die Redaktion wartet mal ab, wie sich die Sache entwickelt.        Foto: Archiv

Zwischen Oppenhoffallee und A’weg befindet sich ein häßlicher Platz, der Pastorplatz. Dort gab es eine Bürger*innenversammlung. Die Stadtverwaltung hatte eingeladen, wollte mit den Leuten vor Ort absprechen, wie der Platz zu verschönern sei.

Es kamen zwischen 50 und 60 Menschen aus der Nachbarschaft, die die Pläne der Verwaltung schon mal ziemlich gut fanden. Es gab viel Feedback, was auch aufgenommen wurde. Es kommen schöne Bänke auf den Platz, ein Bücherschrank und eine neue Bepflanzung sowie Wege und neue Bäume. Was genau in die Mitte hin soll, ist noch unklar, es gab aber Vorschläge: Springbrunnen, Denkmal an Verwandte von Anne Frank, die dort mal gewohnt haben, eine Möglichkeit zum Grillen . . . Es gab auch die Idee, dass z. B. für die Bepflanzungen Patenschaften vergeben werden sollen, damit sich dann auch jemand kümmert. Und für den Bücherschrank hat sich ebenfalls gleich jemand gemeldet. (Infos: hen.b.).

Alles wird erst frühestens Ende 2019 fertig. Das ist noch so lang hin, weil die jetzt noch nötigen, bürokratischen Abstimmungsprozeduren so langatmig gestaltet sind, wie es vielleicht in den 1980er Jahren mal gut war, heute aber nicht mehr. Da besteht Reform-Bedarf.

***

Die Gastronomen von Aachen sind sauer, weil der Rat beschlossen hat, dass bezüglich der Außengastronomie den Fußgängern (und nicht den Tischen und Stühlen) mehr Platz eingeräumt werden muss. Die Angelegenheit wurde lang und breit und kontrovers im Bürgerforum diskutiert. Das war sehr informativ.

Die Gastwirte meinten, viele Gaststätten in Aachen seien nur deshalb rentabel zu betreiben, weil mit den Außengastronomie-Einkünften eines guten Sommers die Defizite von Winter und verregnetem Frühling ausgeglichen werden könnten. Schließlich: Die Aachener*innen sitzen tatsächlich nicht mehr so gern und oft in ihren Kneipen rum wie in früheren Zeiten. Aber draußen zu sitzen und Bier/Kaffee/Kakao (überteuert) zu trinken, und das beim ersten Sonnenstrahl, das ist sehr beliebt. Entsprechend vollgestellt sind die Bürgersteige.

„Gegen den Verlust der Außengastronomie“, ist da zu lesen.   Foto: Nadine van der Meulen

Doch die Fußgänger dürfen nicht aus Platzmangel vom Bürgersteig runter auf die Straße getrieben werden, von Eltern mit Kinderwagen und Behinderten gar nicht erst zu reden. Die Gastronomie ist enttäuscht, sieht sich vor dem Ruin und das Aachener Flair schwinden. Die Lösung: Parkplätze am Straßenrand in Freiflächen für Tische und Stühle umwandeln. Aber das wollten CDU und SPD natürlich nicht. Schade.

***

Kommenden Dienstag, ab 17 Uhr, geht es bei der öffentlichen Sitzung des Bürgerforums um die Frage: „Welche Einflussmöglichkeiten hat die Stadt zukünftig bei der Sammlung von Kunststoffabfällen? Gibt es Alternativen zum Gelben Sack?“. Außerdem wird über die Forderung einer wöchentlichen Leerung der Biotonnen, über die Optimierung der Reitwege, über die Umgestaltung der Straße Im Johannistal und über die Verkehrssituation in der Junkerstraße gesprochen.

Ganz zuletzt auf der Tagesordnung: Das aktuell stark diskutierte Thema „Neues Kurhausneben dem Eurogress. Dabei geht es um das passende Sanierungs- und Nutzungskonzept. Man sieht sich im Ratssaal vom Rathaus.

***

Der WDR schockte mit der Meldung, die Hotels in Aachen seien nicht ausgelastet, seien „kaum gefragt“, weil nur zu 40 Prozent belegt. Dabei konnte man nicht erfahren, dass es sich um Zahlen aus dem 1. Quartal 2018 handelt, wo es in der Aachener Hotelbranche immer eine Flaute gibt. 40 Prozent halte ich da, ganz ehrlich, für einen ziemlich guten Wert. Wenn man bedenkt, dass im Januar und Februar so gut wie kein Tourist nach Aachen kommt.

Das Hotelgewerbe mahnt an, es müssten mehr große Kongresse in Aachen stattfinden. Das wäre aber nur möglich, wenn das Eurogress auch die Hallen des Neuen Kurhauses bespielen könnte. Kann das sein, dass die Hotelbranche schon mal ihre Wünsche bezüglich es Neuen Kurhaus öffentlich macht? Wäre zu wünschen, dass auch die Kulturszene diesbezüglich auf die Hufe kommt.

***

Ein „Zukunftsforum für den lokalen Einzelhandel“ hat in der Komphausbadstraße 10 (einst Café Alex im ehemaligen Lust for Life) seine Tore geöffnet. Was sich da mal abspielen wird? Wir wissen es nicht.

Die Veranstalterinnen schreiben: „Fakt ist, dass die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft auch das Kaufverhalten der Menschen ändert. Darauf muss der lokale Einzelhandel reagieren. Welche Chancen stecken darin? Welche Möglichkeiten bieten neue Technologien? Welche Lösung past für welches Unternehmen? Die Antworten zu diesen und weiteren Fragen geben wir im Shopping Lab Aachen.“

Offen jeden Mittwoch bis Freitag von 11.30 bis 16.30 Uhr.

s. auch shopping-lab-aachen.de

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

In Brüssel: Piraten ante portas

Gestern in Brüssel: 7 Piraten aus Aachen und ein Lobbyist (Freifunker, auch aus Aachen) fanden sich vor dem Europaparlament ein. Dort gab es eine mehrstündige Diskussion, an der auch Julia Reda (@senficon) teilnahm. Es ging unter anderem auch um Freifunk.

Juli Reda ist Mitglied der deutschen Piratenpartei und hatte auch schon Piraten aus z. B. Tschechien zu Gast.  Sie war zunächst Einzelkämpferin im Parlament und hat sich 2014 der Gruppe der Grünen/Europäische Freie Allianz angeschlossen. Sie beeindruckte uns sehr mit ihrer Sachkenntnis und der Anerkennung, die sie in Kreisen der EU-Politiker/innen ganz offensichtlich genießt. Julia hat sich auf den Themenbereich „Urheberrecht“ konzentriert. Schade, dass die Chancen schlecht stehen, dass Piraten noch eine weitere Periode im EU-Parlament arbeiten können.

Alles fing damit an, dass Julia 2012  ein Praktikum bei der schwedischen Piraten-Europa-Abgeordneten Amelia Andersdotter machte. Sie wurde sozusagen Amalias Nachfolgerin, tritt aber anders auf als diese.

Hoffentlich schaffen wir es, sie bis zur nächsten Europawahl noch mal in Brüssel zu besuchen. Die Europawahl findet voraussichtlich vom 23. bis 26. Mai 2019 in den dann 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt.

Wir EU-Bürgerinnen und -Bürger sind 511 Millionen Menschen. Klar, dass z. B. Donald Trump nichts dagegen hätte, wenn wir die EU auflösen und jedes Land wieder für sich allein agiert. Dann können die Amerikaner und auch die Chinesen uns Europäer wieder einzeln auseinandernehmen. Die stellen sich da schöne Schlachtfeste vor. Mal sehen. . .

Julia (Mitte, mit Brille), kurz bevor sie loslegt und erklärt, wo es langgeht. Man sieht: Ein Mensch muss nicht immer steinalt sein und graue Haare haben, um erfolgreich für Millionen Menschen arbeiten zu können.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Gammeliger Platz wird wieder schön

Ein Schnellschuss auf den Pastorplatz im Frankenberger Viertel. Den Platz sollte man in der Tat etwas umgestalten. Er sieht auf dem Foto schöner aus als in Wirklichkeit.

Die Stadtverwaltung und insbesondere die Grünen im Rat der Stadt Aachen möchten, dass die Anwohner sich beteiligen. Es geht um die Umgestaltung des Pastorplatzes, am Ende der Kongressstraße gelegen.

Ein Aufruf an Bürgerinnen und Bürger ist in diesem Fall bestimmt eine gute Idee, denn oft wissen die Anwohner mehr über „ihre“ Straße oder „ihren“ Platz, als die Stadtverwaltung oder der Rat. Schon am kommenden Donnerstag, 24. Mai, ist es soweit. Dann findet um 18 Uhr auf dem Pastorplatz eine Info-Veranstaltung zur Sanierung des Platzes statt.

An einem Infostand will der Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung allen Interessierten den Vorentwurf und die aktuelle Planung zur Neugestaltung des Platzes vorstellen und erläutern. Daneben sollen auch eigene Ideen und Erfahrungen der Anwohner eingebracht werden, die den Planern als wichtige Anregung für die weitere Arbeit dienen werden.

Die Einbeziehung des Wissens der Experten vor Ort, der Nutzer und Anwohner, in den Planungsprozess, so teilt das Presseamt mit, sei „erfahrungsgemäß neben dem fachlichen Wissen eine wichtige Komponente für eine stimmige Gestaltung“.

Bekanntlich bietet der Pastorplatz, der eigentlich ein grünes Verbindungsglied zwischen Adalbertsteinweg und Oppenhoffallee darstellt, derzeit kein attraktives Bild. Der Platz ist stark verwildert, die Ausstattungsgegenstände sind defekt oder zumindest ebenfalls in einem schlechten Zustand und auch die Bepflanzung ist eher spärlich.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

„Fahrrad wieder flott, mit Teilen vom Schrott“

Räder, Räder, Räder. In Aachen werden sie aufgemotzt.

Die Fahrradsaison ist da, und es könnte nicht schaden, das Rad einem Check zu unterziehen. „Häufig stellt man dabei fest, dass an dem

Prima Fahrrad, schon fast 15 Jahre alt, 7 Gänge, leicht.

Zweirad ein Teil fehlt oder es aufgerüstet werden sollte“, teilt das Presseamt mit und ruft zur Aktion „Fahrrad wieder flott, mit Teilen vom Schrott“ auf. In diesem Jahr findet die Aktion am Samstag, 26. Mai, von 10 bis 14 Uhr auf dem WABe-Gelände an der Jülicher Straße 216 statt.

„Alte oder ausgediente Fahrräder, die regelmäßig über die Sperrgutsammlung vom Aachener Stadtbetrieb abgeholt werden, sowie Fahrradteile finden neue Besitzerinnen und Besitzer“, sagt Dr. Stephanie Küpper, Projektleiterin der städtischen Kampagne „FahrRad in Aachen“. Am Aktionstag könne jede/r mit ein wenig Geschick die benötigten Ersatzteile abmontieren. Hinweis: Wer teilnehmen möchte, muss sein eigenes Werkzeug mitbringen.

Auch ganze Fahrräder finden da manchmal neue Besitzer. Noch brauchbare und gute Teile werden nicht verschrottet, sondern noch einmal verwendet. „Das ist Abfallvermeidung und schont die Geldbeutel mancher Radler“, so wird mitgeteilt.

„Damit das Fahrrad auch wirklich wieder flott und verkehrssicher wird, können sich die Radlerinnen und Radler noch Rat bei Mitarbeitern des WABe-Rad-

Ein Hochrad. Foto: Archiv

Recycling-Projektes holen“, erläutert Jürgen Aelmanns, Fachanleiter der Fahrradwerkstatt des Vereins WABe. Diese Leute helfen sogar beim Reparieren.

Weiter wird mitgeteilt: In seinem Rad-Recycling-Projekt beschäftigt der WABe e.V. Langzeitarbeitslose, schwerbehinderte Jugendliche ohne Berufsausbildung und psychisch kranke Menschen. Sie werden qualifiziert und sozialpädagogisch betreut. Ziel aller Maßnahmen ist es, die Menschen wieder arbeitsfähig zu machen, ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten und sie auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren.

Ich habe auch selbst schon Räder bei der WABe inspiziert (für einen Asylbewerber) und kann sagen: Das Projekt ist prima, die Räder sind gut in Schuss. Übrigens: Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr liegt in Aachen höchstwahrscheinlich bei nur 11 oder 12 Prozent, das ist im Vergleich der Städte wenig. Er sollte 2020 bei 20 Prozent liegen. Es werden aber leider nicht gerade viele Maßnahmen ergriffen, um dieses Ziel zu erreichen. Geplant wird immer, doch mit der Umsetzung hängt man sehr hinterher.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Sei dabei: Kulturkonferenz am 30. Mai

Mit der Kulturarbeit zwischen Peripherie und Zentrum beschäftigt sich die Kulturkonferenz, zu der der Landschaftsverband Rheinland (LVR) am Mittwoch, 30. Mai, von 9.30 Uhr bis 16 Uhr ins MEDIO.RHEIN.ERFT nach Bergheim einlädt.

In Vorträgen, Diskussionen und Workshops können sich Kulturinteressierte aus dem ganzen Rheinland austauschen und kennenlernen. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie der technische Wandel die Kultur verändert, wie die Qualität kultureller Arbeit angesichts knapper werdender Ressourcen erhalten werden kann oder wie grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit funktionieren kann und ob es dabei Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen gibt.

Referentinnen und Referenten aus der Praxis sorgen für anschauliche Beispiele, aber auch kulturpolitische Aspekte sollen nicht zu kurz kommen.

Derzeit sind noch Plätze frei. Eine Anmeldung ist online unter www.kulturkonferenz.lvr.de oder per mail kulturkonferenz@lvr.de möglich. Die Teilnahme ist kostenlos (inklusive Mittagessen und Kaffeetrinken).

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Marode Meiler? Macron versteigt sich zu dem Versprechen, dass sie sicher sind

Das war ein sympathischer, schwungvoller Auftritt, den Emmanuel Macron in Aachen hingelegt hat. Macron hat den Krönungssaal gerockt. Aber was der neue Karlspreisträger zu Tihange gesagt hat, zu den Risse-Reaktoren, die uns hier in Aachen bedrohen, das war unter aller Kanone. Zum Fürchten. Das darf nicht verschwiegen werden.

„Wenn ich glaubte, dass die Atomkraftwerke nicht sicher seien, hätte ich sie in Frankreich geschlossen.“

So wurde der französische Staatspräsident schon am Tag der Preisverleihung (auf Twitter) von Journalisten zitiert, und so stand es tags drauf in den

Im Netz zu finden: Marc Teuku (Piratenpartei) und seine Begleiterin zeigen mit Anti-Atomkraft-Flyern ihren Protest.

Zeitungen. Ganz davon abgesehen, dass man Atomkraftwerke nicht schließen kann wie ein Geschäft in der Adalbertstraße: Dieses Zitat lässt große Unkenntnis über die fürchterliche Zerstörungskraft uralter, kaputter Anlagen erkennen, wie sie nur 60 Kilometer von Aachen entfernt von einer Panne zur nächsten taumeln.

Vor rund 1000 Studierenden wurde Macron im neuen Hörsaal CARL auf das Thema angesprochen, nachdem ihm schon auf dem Markt beim Bad in der Menge der Protest lautstark entgegenschallte. Doch er tat noch eine weitere Äußerung, die einen doch etwas am Verstand dieses neuen Politik-Stars zweifeln lassen.

„Sie haben mein Versprechen, dass Sie in Sicherheit sind – wie auch das französische Volk.“

Ja, dann ist ja alles gut, möchte man rufen mit Sarkasmus. Und man weiß nicht, ob man weinen, laut lachen oder kotzen soll. „Sie haben mein Versprechen, dass Sie in Sicherheit sind?“ Wirklich? Hat er DAS gesagt? Das hört sich an wie jene betagten Damen und Herren beim LVR, die meinen, sie könnten ein Internet-Tool bauen lassen, das absolut sicher ist. Das erinnert anSie haben mein Ehrenwort, der das sprach landete wenige Tage später in Lausanne in der Badewanne, tot. Ja, das haben die Japaner auch gedacht, dass ihre Atomkraftwerke sicher sind. Man kann sich nicht genug aufregen über so viel Blindheit und Blödheit.

Da ist mir Merkel, die im Krönungssaal eine langweilige Rede hielt, lieber. Sie ist viel weniger charmant, hat aber als Physikerin das Richtige getan: Die Abschaltung deutscher Meiler in die Wege geleitet.

Und die Grünen? Hallo? Konnte nicht einer, nicht eine von euch mal im Krönungssaal ein Stopp-Tihange-Schildchen hochhalten? Nur mal kurz, für die Kameras, nein? Unfassbar. Hier sei nicht verschwiegen, dass Pirat Marc Teuku und seine Begleiterin diese Aufgabe übernahmen, als sie – aus dem Krönungssaal kommend – die Außentreppe vom Rathaus hinuntergingen. (Hier als Bild Nr. 57 der Internet-Fotogalerie der Aachener Zeitungen zu sehen.)

Von den Alt-Grünen Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit gab es noch nicht mal am Rande der Veranstaltung ein Wort der Kritik oder Sympathie mit den Atomkraftgegnern. Obwohl sie, auf eine zugegeben etwas ruppige Weise, darauf angesprochen wurden.

Was für ein Gesinnungswandel! Was für eine Anpassungsleistung ans Establishment! Die Anti-Atomkraft-Bewegung unserer ganzen, großen Region geht ihnen am Arsch vorbei.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 3 Kommentare

Kanal Trivial interviewt Aachens IHK-Präsident Wolfgang Mainz

Unbedingt anschauen: Ein Interview mit dem neuen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Aachen, Wolfgang Mainz. Marc Teuku (Interviewer) und Andreas Müller (Filmer) schrecken vor nichts zurück.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Professor Schuh: „Aachener, seid ehrgeiziger“

Stellte sich am 1. Mai auf dem Aachener Markt den Fragen der Gewerkschaft: RWTH-Professor Günther Schuh (Mitte).

Professor Schuh, der – salopp gesagt – mit anderen Wissenschaftlern den e.GO Life erfunden hat und in Rothe Erde auch schon eine große Produktionshalle errichten ließ, hatte am 1. Mai auf dem Markt in Aachen einen interessanten Auftritt.

Zur Erinnerung: Der Professor möchte ab Herbst 2018 in seinem Aachener Unternehmen pro Monat hunderte Elektro-Autos produzieren – und dann

Der vordere Teil der Produktionsstätte, die sich im Ortsteil Rothe Erde befindet.       Foto: Henning Brinkmann

natürlich verkaufen. Teilweise zu dem relativ günstigen Preis von 16.000 Euro, nebenbei bemerkt.

Bei der Kundgebung zum 1. Mai sprach er auf Nachfrage von Gewerkschafts-Chef Ralf Woelk über die verschiedenen Arbeitskräfte, die er für die Produktion braucht. Schuh ist – mMn – der erste RWTH-Professor, der in Aachen am Tag der Arbeit jemals auf eine Bühne der Gewerkschaft geklettert ist und öffentlich umfangreich Fragen (später auch aus dem Publikum) beantwortete.

Der 2-Meter-Mann sprach nicht nur über Arbeitsplätze und Arbeitskräfte. Er sprach beispielsweise nicht nur darüber, wie viele Initiativ-Bewerbungen er pro Monat bekommt usw. Sondern auch darüber, dass einige Zulieferbetriebe für die

Auf der Bühne: Der Aachener DGB-Vorsitzende Ralf Woelk, Daniela Jansen von der IG-Metall und e.GO -Gründer Günther Schuh (v.l.).

e.GO-Produktion sich gern in Aachen ansiedeln würden. Und da forderte er die Aachener auf, doch etwas ehrgeiziger zu sein. Dringend, wie mir schien. Aachen und die umliegende Region könnten doch bestimmt etwas mehr Wohlstand gut verkraften. Da sei quasi noch viel Luft nach oben, so Schuh sinngemäß.

Zum Hintergrund: Aachen braucht nach umfangreichen Berechnungen in den nächsten 20 Jahren deutlich mehr als 100 Hektar Gewerbefläche. Aber: Wegen ihrer Tal-Lage hat die Stadt eigentlich gar keinen Platz mehr für Gewerbegebiete (und auch nicht für Wohnungsbau). „Alles voll“, wird immer gesagt. Aber stimmt das wirklich?

Ist da nicht noch das Gebiet zwischen Autobahn, Augustinerwald, Augustinerweg und Hitfeder Straße, das seit 1992 brach liegt und wo alle Gebäude verfallen sind? Das ehemalige Kasernengelände der belgischen Streitkräfte, wo betreten verboten ist? Wo man nicht weiß, was für gefährliche Reste noch im Boden rumgammeln? Wo aus tieferen Schichten u. a. Trinkwasser für uns alle gewonnen wird? Ist da nicht noch das Camp Hitfeld?

Ein schwieriges Gelände, das sei zugegeben. Eine ehemals von Belgiern jahrzehntelang militärisch genutzte Fläche ist wahrscheinlich ein Drecksloch. Aber was soll’s? Wenn schon Unternehmen nach Aachen kommen möchten, und die Wassergewinnung (via Eicher Stollen) dort – wie angedeutet wurde – sowieso bald aufgegeben wird, dann lohnt es sich bestimmt, Erdschichten abzutragen und Rückstände zu entsorgen.

Also rauf auf das Gelände und zum Gewerbegebiet aufmotzen!

Wem gehört es denn eigentlich? Ja, Camp Hitfeld gehört der Bundesrepublik, genauer: der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), mitsamt den Altlasten natürlich. Und weil sich die Stadtverwaltung samt Politik mit der Bundesanstalt niemals einigen konnten, wer die ganzen Altlasten entfernen muss, geschah Jahr für Jahr rein nichts mit dem Gelände.

Und jetzt wird es kompliziert. Sicher ist, dass im März 2016 ein Teil des Geländes auf dem freien Markt zum Verkauf angeboten wurde, und irgendwann danach ein Käufer/Investor aus Aachen (Landmerken AG) gefunden wurde. Doch zuletzt besann sich die Stadtverwaltung und fand heraus, dass sie mittels Vorkaufsrecht das Gebiet möglicherweise ebenfalls erwerben und selbst an diverse Unternehmen weiterverkaufen könnte. Oder so.

Jedenfalls trifft man sich demnächst mit dem Investor vor Gericht, um herauszufinden, wer jetzt eigentlich wie viel von der riesigen Fläche kaufen darf. Das kann dauern. Es sei denn, man einigt sich ganz ehrgeizig, erschließt das Gelände und und wartet nicht auf ein Urteil. 

Wer bis hierher gelesen hat, merkt, dass es an dieser Stelle bei mir mehr Fragen und Unsicherheiten gibt als gut ist. Deshalb verweise ich schon jetzt auf die Zusammenkunft der Bezirksvertretung Aachen-Mitte am Mittwoch, 9. Mai, um 17 Uhr und besonders auf den Planungsausschuss am Donnerstag, 17. Mai, um 17 Uhr. Dort wird die wirklich spannende und für Aachen wichtige Angelegenheit thematisiert. Das Gelände seht ihr, wenn ihr hier ganz nach unten scrollt, im Anhang.

Zum Weiterlesen: (wird noch was gesucht)

Da wir Piraten mit drei Personen im Rat der Stadt vertreten sind, werde ich über den Fortgang der Angelegenheit hier weiterhin umfassend berichten können. Es sei denn, die Datenschutzgrundverordnung macht mir einen Strich durch die Rechnung. Aber davon geh ich erst mal nicht aus. Notfalls gibt es ja auch noch die Seite www.margretvallot.org .

Stay tuned.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar