Bye Bye Clubkultur – Willste ausgehen? WOHIN denn? KANNSTE NICH!

Nadine, die unter anderem für die Fraktion der Piraten im Rat der Stadt arbeitet, äußerte sich schon andernorts zum Thema „Clubkultur in Aachen„. Für AachenNews.org hat sie aufgeschrieben, was sie über das KingzCorner weiß und wie es um diese Jugendeinrichtung bestellt ist.

Diese Einrichtung, sowie den Musikbunker im Frankenberger Viertel, die DesignMetropole (Oppenhoffallee), das Logoi in der Jakobstraße, das Musiknetzwerk (MuNA) in der Gravieranstalt (Ottostraße) und andere sähe ich persönlich gern öffentlich deutlicher gefördert. Sei es durch Räume oder direkt finanziell. Doch es ist nicht immer einfach für neue Leute in der  freien Kultur. Alteingesessene haben es leichter. 

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Von Nadine van der Meulen

Das KingzCorner in der Königstraße in Aachen ist eine Lokalität, die vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene da ist. Die Einrichtung gehört zur örtlichen Clubkultur, entstanden ist sie aus einem offenen Jugendtreff und diversen Kooperationen, die alle das im KingzCorner vorhandene Tonstudio nutzen.

Im KingzCorner ruht der Betrieb nahezu, es wird derzeit ständig überlegt, wie es unter den aktuellen Umständen weitergehen kann, da kein Abendbetrieb, also keine Partys, mehr stattfinden dürfen. Ohne Partybetrieb kommt aber kein Geld rein, ohne Geld kann der geforderte Umbau nicht stattfinden. Es fehle auch an einer Schankerlaubnis, so teilte die Behörde mit.

Es ist wichtig zu wissen: Die Geschäftsführung des KingzCorner hat in der Vergangenheit die Betriebskosten aus EIGENER Tasche bezahlt (bis 2016). Die laufenden Kosten für den Betrieb wurden ebenfalls über private Mittel der Geschäftsführung gestemmt. 10.000 Euro wurden sodann in den letzten Jahren von der Stadt Aachen gezahlt, und zwar für erste Schritte wie Baupläne, Anträge beim Bauamt etc. Es sollten nämlich die notwendigen bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Zum Hintergrund: Mitarbeiter des Bauamtes waren vor einigen Wochen im KingzCorner; sie sagten sie wüssten nichts von baulichen Änderungen . . . Was folgte, war eine Verfügung des Ordnungsamts, dass die baulichen Maßnahmen zuerst durchgeführt werden müssten, bevor der Betrieb überhaupt weitergehen könne.
Die Angelegenheit wurde auch im örtlichen Kinder- und Jugendausschuss diskutiert. Dort teilte die Verwaltung mit, man sei nicht sicher, ob die Genehmigung von Abendveranstaltungen überhaupt jemals erreicht werden könne. Denn weil sich das KingsCorner in einem sogenannten baulichen Mischgebiet befindet, sei es wegen des Lärms sehr schwierig, an Genehmigungen zu kommen.

Und das, obwohl KEINE Beschwerden von Anwohner*innen bis heute vorliegen.

Die Umbaukosten sind aktuell nicht absehbar, die laufenden Kosten liegen bei etwa 2500 Euro pro Monat.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass es in Aachen am politischen Willen fehlt, das KingzCorner vollumfänglich zu unterstützen. Und das, während Jahr für Jahr Millionen für die etablierten, traditionellen Kultureinrichtungen (Museen, Theater) ausgegeben werden.

So reiht sich der Umgang mit dem KingzCorner ein in den Niedergang der hiesigen Clubkultur. Es schließen nämlich in Aachen und in der StädteRegion weitere Discotheken. „Bye Bye Clubkultur“ fällt einem da nur noch ein, und das in einer Stadt, die eigentlich für junge Menschen besonders attraktiv sein möchte.

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Olympia in Aachen: Reitwettbewerbe und Moderner Fünfkampf

Olympia in NRW – Olympia in Aachen, und zwar 2032. Ein Festival der Drogenkonsumenten. Sorry, aber das hat hier gerade noch gefehlt.

Die private Initiative „Rhein-Ruhr-City 2032“ (wer ist das eigentlich genau???) strebt eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2032 „im Verbund von 14 Städten in Nordrhein-Westfalen“ an, so beginnt eine Vorlage der Stadtverwaltung für den Rat, der am Mittwoch, 6. März, ab 17 Uhr öffentlich tagt.

„Namhafte Wirtschaftsunternehmen“ in Nordrhein-Westfalen sowie die Landesregierung selbst unterstützen das Projekt. Mit anderen Worten: Es führt kein Weg dran vorbei. Die Sache ist so gut wie beschlossen.

Gigantische Kosten werden entstehen, bezahlen müsst ihr, liebe Leserinnen, liebe Leser, bzw. eure Kinder und Enkel. Wobei natürlich versichert wird, es würde alles quasi gar nichts kosten, denn alle Anlagen wären schon da. Auch natürlich das Turniergelände in der schönen Aachener Soers. Und eine Bürgerbefragung werde es ebenfalls noch geben.

Was ich vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) halte, das hier federführend aktiv wird, schreibe ich mal besser nicht, lieber hier klicken. Und übrigens: In dem Konzept der Initiative für eine mögliche Bewerbung von Rhein Ruhr City für das Olympische Jahr 2032 ist Aachen als Austragungsort für die Reitwettbewerbe und den Modernen Fünfkampf vorgesehen. Zu dieser Sportart gehören u. a. Schwimmen, Pistolenschießen und Degenfechten. Wo  sich dafür Anlagen in Aachen schon befinden, möge man mir bitte zeigen. Sie müssen noch errichtet werden. Oder wie?

Zum Weiterlesen: Was bleibt von den olympischen Spielen? 

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Marschiertor: Dachschaden nach Rundumerneuerung

Insgesamt sind knapp 30 Schieferplatten des im vergangenen Jahr sanierten Marschiertors herabgefallen. Die allermeisten landeten in der Dachrinne. Rund um das Tor wurden Gitter aufgestellt. Das Tor ist laut Wikipedia „eines des mächtigsten noch erhaltenen Stadttore Westeuropas“.

Personen sind durch die Dachschindeln nicht zu Schaden gekommen. Eine Abstimmung mit Fachleuten habe ergeben, so teilte die Pressestelle der Verwaltung mit, dass bei Naturmaterialien wie Schiefer Lufteinschlüsse, die sich mit Wasser bzw. Feuchtigkeit füllen können, unvermeidbar seien. Bei Frost- und Tauwetterwechseln könne es dann zu Brüchen kommen – meist an den Befestigungspunkten.

Weiter heißt es: Die Stadt habe umgehend Kontakt zur Fachfirma aufgenommen, die das Dach gedeckt hat. Zusätzlich werde in Kürze jede Platte der Dachdeckung „abgeklopft“, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewähren. Die Stellen, aus denen sich Platten herausgelöst haben, werden wieder aufgefüllt.

Das Marschiertor ist das Südtor der äußeren Aachener Stadtmauer. Sein Bau wurde um 1257 begonnen und wahrscheinlich kurz nach 1300 fertiggestellt.

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Wir demonstrieren. Wann? Wo? Warum?

(Wenn du nicht gern lange Texte liest, dann schau dir wenigstens dieses kurze Video an und überlege, was zu tun ist. https://youtu.be/X9SVf57ii1w )

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Wir wollen uns Samstag, 23. März, in Aachen an den europaweiten Protesten zu #SaveYourInternet beteiligen. Deshalb laden wir zum Vorbereitungstreffen am Freitag, 8. März, um 18 Uhr in das Piratenbüro „Loth“, Wilhelmstraße 85, ein um gemeinsam ein breites Bündnis aufzustellen. Das Internet, so wie wir es kennen, ist in Gefahr, denn in Brüssel wird ein gravierender Einschnitt in Demokratie und Freiheit geplant.

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In den Trilog-Verhandlungen haben sich EU-Parlament, Kommission und Rat auf die Einführung von Uploadfilter und Leistungssschutzrecht geeinigt.
Das bedeutet: Das Internet ist akut in Gefahr!
Die gute Nachricht: Wir können das noch verhindern! In der Bevölkerung regt sich Widerstand, und auch im europäischen Parlament mehren sich die kritischen Stimmen. Unsere beste Chance etwas zu erreichen, ist die finale Abstimmung im EU-Parlament, die voraussichtlich Ende März/Anfang April stattfinden wird.

Die Piratenpartei Aachen teilt mit: „Die Problematik besteht darin, dass die in der Urheberrechtsreform angesetzten Maßnahmen drohen, das Internet kaputt zu machen.“ Menschen würden schon im Alltag Schwierigkeiten bekommen, beispielsweise beim Diskutieren von Nachrichten oder beim Äußern ihrer Meinung im Netz. Es sei nicht akzeptabel, „unsere Freiheit zur Teilhabe einzuschränken, um den Sonderinteressen großer Medienkonzerne zu dienen“.

Artikel 13: Upload-Filter

Unter dem Vorwand, Urheberrechtsverletzungen verhindern zu wollen, sollen Internet-Plattformen wie YouTube dazu gezwungen werden, von Benutzern hochgeladene Inhalte zu prüfen.
Dies wird in der Regel durch automatisierte Upload-Filter geschehen. Das Problem: Diese Systeme haben sich bisher als extrem fehleranfällig erwiesen und werden in der Praxis überwiegend legitime und harmlose Werke wie Memes und Parodien blockieren. Kleine Anbieter und Startups werden sich außerdem eine Umsetzung nicht leisten können und werden dadurch benachteiligt. Im Ergebnis nutzen Upload-Filter wenig bis nichts, schränken aber die freie Meinungsäußerung stark ein und behindern innovative neue Angebote im Netz.

Artikel 11: Leistungsschutzrecht

Mit dem Leistungsschutzrecht sollen Anbieter wie z.B. Google News dazu gezwungen werden, für die Verlinkung von Nachrichten Geld an die Verlage zu zahlen.
Das Problem: Eine Lizenzpflicht für die Verbreitung von Nachrichten wird keinen Beitrag zur Finanzierung des Journalismus leisten, sondern das Teilen professioneller Nachrichtenmeldungen verhindern und kleine Verleger, die am meisten auf das Teilen ihrer Artikel angewiesen sind, in ihrer Existenz bedrohen.

Video:
https://youtu.be/X9SVf57ii1w

Facebookveranstaltung:
https://www.facebook.com/events/520905848433254/

Links:
https://saveyourinternet.eu/

https://savetheinternet.info/demos

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Morgen (5. März) lest ihr hier was über Lose Dachplatten am Marschiertor in Aachen. 

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Wo ist mein Container geblieben?

altkleidercontainer vor Kirche in Aachen

Leider sind nur sehr wenige Menschen bereit, auf einen regelmäßigen, massenhaften Zukauf von Textilien zu verzichten. Über 120 DRK-Altkleider-Container müssen deshalb in Aachen die abgelegten Textilien  aufnehmen. Doch die Container wurden kürzlich alle sang- und klanglos entfernt. Übrig blieben einige wenige andere Container. Einer davon steht vor der Kirche St. Bonifatius in Forst.

Die Garderobe wird einer Inspektion unterzogen, die Winter-Klamotten müssen raus aus dem Kleiderschrank, es wird Platz für die Sommersachen gemacht. Prompt finden sich Teile, die zwar noch schön sind und mal teuer waren, die man aber im kommenden Sommer lieber doch nicht mehr anziehen möchte. Jetzt steht Textilrecycling auf dem Programm.

Ja, und dann stehst du mit einer großen Tüte voller Kleidung an der Stelle, wo immer ein Altkleider-Container war und fragst dich: Wo ist denn der Container geblieben? Alle weg. . . . Der und die anderen im Stadtgebiet auch?

Stellt sich raus: Die Stadtverwaltung hat umgeplant. Das DRK musste über 120 Container entfernen, übrig blieben etwa 30 von anderen Gruppen (Malteser, WABe usw.). Bei der WABe am Freunder Weg zum Beispiel, da türmen sich die Altkleider-Berge. Dem DRK fehlen demgegenüber jetzt natürlich die Einnahmen (300 Euro gibt es angeblich pro Tonne).

PS.: Ich fand dann doch noch einen aufnahmefähigen Container. Ausgerechnet in der Mataréstraße, auf dem Hof der Kirche St. Bonifatius.

Die Angelegenheit wird bald auf politischer Ebene ausführlich behandelt. Nämlich hier: Die., 12. 03., um 17 Uhr im Sitzungssaal des Aachener Stadtbetriebs, Madrider Ring 20. Bin gespannt, wie die Stadtverwaltung gedenkt, der Flut von alten Klamotten in Aachen Herr zu werden.  http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=4070 

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Auch der Punkt „Zustand des Elisengartens und mögliche Maßnahmen“ dürfte die Verwaltung in diesem Ausschuss  aufs Äußerste herausfordern. Denn der Elisengarten in Aachen sieht aus wie Sau, er wurde meiner Meinung nach insofern falsch geplant, als seine Anlage nicht auf die Massen von Menschen eingestellt ist, die sich bei schönem Wetter dort niederlassen, weil dieser „Garten“ quasi die einzige Grünfläche der Innenstadt ist.

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Nicht zuletzt ist der Erfahrungsbericht interessant, der sich mit den Abbiegeassistenzsystemen von städtischen Fahrzeugen befasst. Seit Januar 2017 wurden bereits 20 Fahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen ausgestattet: 8 Abfallsammelfahrzeuge, 3 Containerfahrzeuge, 2 Lkw mit  Kofferaufbau, 5 Winterdienstfahrzeuge, 2 Pritschenfahrzeuge.  Den Bericht kann man hier einsehen. 

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Und morgen lest ihr: Was hat es eigentlich mit diesen Upload-Filtern auf sich? Wat soll der Driss? Warum wird am 23. März dagegen demonstriert – in Aachen und in vielen anderen Städten in Europa?

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5 Milliarden für die Schulen. Und jetzt?

Schulen fit machen für die digitale Revolution. Kein schlechter Plan, so langsam pessierts. Foto: KKG in Aachen.

Die Finanzhilfe des Bundes von 5 Milliarden Euro für die Schulen wird kommen. Die Sache muss zwar noch im Bundesrat abgesegnet werden, aber das wird wohl kein Problem sein.

5 Milliarden für rund 40.000 Schulen im Deutschland. Plus 10 Prozent, die von den Ländern kommen sollen. Das sind pro Schule etwa 137.000 Euro, und pro Schüler dann ungefähr 500 Euro. Also pro Kind/Jugendlicher 500 Euro – verteilt auf 5 Jahre allerdings. Das ist nicht viel, aber auch nicht wenig.

Das Geld soll im Rahmen des „Digitalpakt Schule“ in den Schulen für die Digital-Ausrüstung (z. B. Tablets, Rechner, Whiteboards) ausgegeben werden. Außerdem darf es – nach vielem Hin und Her – auch für Personal ausgegeben werden. (Nicht für Glasfaser, denn dafür ist ja das Wirtschaftsministerium zuständig.)

Geld für Personal (wenn auch leider nur befristet), hier sehe ich eine Chance.

In jeder Schule, in der ich 2018/2019 war (dank Entsendung durch die Fraktion der Freien Wähler im LVR) gab es einen Lehrer, der sich um den First-Level-Support kümmerte. „So, wie eine Schule einen Hausmeister braucht, so braucht sie heute auch einen Administrator“, sagt der Jurist Ulf Buermeyer im Podcast „Lage der Nation“.  Das könne 1. ein Lehrer/Lehrerin

Noch ne Schule in Aachen und . . .

sein, 2. ein eigens dafür eingestellter Mensch oder 3. ein externer Dienstleister. Jemand muss Administrator sein, muss das Netz am Laufen halten und von anderen Aufgaben in der Schule freigestellt sein.

Die Hobby-Administratoren in den Schulen sind oft am Rande der Belastbarkeit, das wurde bei den Schulbesuchen mehrfach angedeutet. Diese Lehrer haben echte IT-Kompetenz, werden aber von ihrer „normalen“ Arbeit in den Klassen nicht freigestellt. Das Freistellen sollte aber den Schulleitern ermöglicht werden, denn sonst wird man es bald mit lauter ausgebrannten Hobby-Administratoren zu tun haben. Das geht im Bereich IT schnell.

Die Schulen brauchen eine gewisse Internet-Kompetenz im eigenen Haus. Deshalb sollte das Geld vom „Digitalpakt Schule“ auch dafür ausgeben werden,

. . .  auch das ist eine Schule. Weil: Es steht ja dran.

dass in jeder Schule zwei oder drei Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden als Team, die Computer warten und das Internet stabil halten. Außerdem sollte man nicht Tablets kaufen, die sowieso in vier, fünf Jahren veraltet sind, sondern dafür sorgen, dass es in jeder Klasse eine Netzwerkdose gibt, dass vernünftiges W-Lan vorhanden ist. Dann hätte man für das Geld etwas Nachhaltiges angeschafft, wovon man auch in 20 Jahren noch was hat.

Am 15. März ist die Angelegenheit im Bundesrat, das erste Geld könnte sogar noch dieses Jahr den Schulen zukommen.

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Diese Links habe ich via Podcast „Lage der Nation“ gefunden:

https://www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/grundgesetzaenderung-bund-und-laender-einigen-sich-auf-digitalpakt

https://www.deutschlandfunk.de/5-milliarden-fuer-die-schulen-bundestag-fuer-digitalpakt.2852.de.html?dram:article_id=441687

https://www.sueddeutsche.de/politik/bildung-euro-pro-schueler-1.4340369

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Und morgen lest ihr: Tohuwabohu auf dem Altkleider-Sammelmarkt. Wo ist mein Container geblieben?

 

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War wieder ein Erlebnis der Extraklasse: ein Besuch im Theater Aachen

Sehr bequem: Was demnächst im Theater Aachen (Großes Haus, Kammer und Mörgens) aufgeführt wird, kann man sich auf kleinen Flyern durchlesen und schauen, ob man das mag. Im Foyer des Theaters.

Ein Besuch im Theater Aachen hat sich wieder gelohnt. Zum letzten Mal wurde „Der Kaufmann von Venedig“ (Shakespeare) gegeben. Um mit dem Schluss zu beginnen: Es gab tosenden Applaus.

Das Stück handelt von zwei Töchtern – die eine Christin, die andere Jüdin – die über den Reichtum ihrer Väter verfügen. Und da sind eine Reihe junger Männer,

Bilder im Theater zeigen die Kostüme der Schauspieler*innen im Stück.

die dringend Geld brauchen. Dies teils wegen ihres kostspieligen Lebenswandels, teils weil sie als Kaufleute gerade sehr wenig Erfolg haben. Beide (!) Töchter reichen die Kohle ihrer Väter an ihre neuen, völlig mittellosen Ehemänner weiter. Aus Liebe, oder so.

Es geht also um Geld. Der titelgebende „Kaufmann von Venedig“ leiht sich in dem Stück Geld von Shylock, dem Juden, er kann es nach der abgemachten Frist nicht zurückzahlen und das Unglück nimmt seinen Lauf . . . Mehr als der Kaufmann steht in dem Stück übrigens der Jude im Mittelpunkt, wohlhabend und über alle Maßen unbeliebt, als Geldverleiher benutzt und zugleich beschimpft und am Ende noch reingelegt und der Verlierer im Stück.

„Das muss aufhören“, dachte ich sonderbar glasklar beim Rausgehen aus dem Theater, dass nämlich der Außenseiter, sei er nun Dunkelhäutiger, Inuit, Sioux, Krummer, Dicker, Dürrer, Jude, Flüchtling, Obdachloser, Behinderter, Homosexueller, Moslem, usw, usw, am Ende immer der Verlierer ist und die anderen die lachenden und fröhlich tanzenden Gewinner.

Falls jemand Lust hat, sich im Theater Aachen in diesem Frühjahr was anzusehen, für den/die habe ich mal ein Foto von Teilen des Programms gemacht (s. oben Aufmacherbild). Das Theater ist zwar hochsubventioniert, ein Besuch ist trotzdem teuer. Bis jetzt zahlten wir jedes Mal pro Person 30,50 Euro. Wenn ihr zu Zweit zweimal in einem Monat ins Theater geht, habt ihr schon mehr Geld aus öffentlichen Kassen bekommen, als ein Hartz-IV-Empfänger im ganzen Monat für sich bekommt (Miete nicht mitgerechnet). Denkt mal drüber nach. (UPDATE: Dazu gibt es prompt Nachfragen. Werde später mal genauer berichten)

„Der Kaufmann von Venedig“, inszeniert von Ewa Teilmans. Die Frau hat’s drauf. Wer alles auf der Bühne stand, seht ihr hier

Hier Ausschnitte (Das Stück ist abgelaufen, da kann ich mich kurz halten):
https://www.youtube.com/watch?v=-fGLD700MOo

Und so erlebte Sabine Rother (AZ/AN) das Stück: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/der-kaufmann-von-venedig-am-theater-aachen_aid-33260151

Imposant: Die Decke samt Leuchter im großen Saal des Stadttheaters.

Ganz, ganz toll in seiner Rolle fand ich Björn Jacobsen als Diener und Narr. Seine schauspielerischen Leistungen wurden ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Kultur der Stadt Bremerhaven, dem Förderpreis der Gesellschaft der Staatstheaterfreunde Braunschweig und dem Publikumspreis der Bayerischen Theatertage für das Livehörspiel »Spiel mir das Lied vom Tod« am Theater Erlangen. Und ich wette, dass er das Preisgeld jeweils nicht an seinen Arbeitgeber abliefern musste.

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Nach dem schrecklichen Unfall: Zwei Maßnahmen

Die Stadtverwaltung reagiert auf den tödlichen Unfall einer Radfahrerin (52) auf der Vaalser Straße (s. Foto oben). Es wurden zwei Sofortmaßnahmen beschlossen, so teilt das Presseamt mit. Heike Ernst, die Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde, informierte die Mitglieder des Mobilitätsausschusses am Donnerstag, 21. Februar, über das Ergebnis der Beratungen, die nach dem schrecklichen Unfall stattgefunden haben.

  1. Der markierte Radschutzstreifen zwischen der Einmündung Kronenberg und der Kreuzung Amsterdamer Ring/Halifaxstraße werden komplett rot eingefärbt. Bislang ist er nur in der Zufahrt zur Straße Kronenberg rot markiert.
  2. Die von Laurensberg und Vaals kommenden Radlerinnen und Radler bekommen ein eigenes Ampelsignal an der Einmündung Vaalser Straße/ Kronenberg. Diese Ampel für Radler springt fünf Sekunden früher auf Grün als die Ampel für Autos. Die Radfahrer tauchen also in Zukunft früher in der Einmündung und in der folgenden Kreuzung auf und sind besser zu sehen. Die beiden Sofortmaßnahmen sollen zügig umgesetzt werden.

Heike Ernst erläuterte den Politikerinnen und Politikern weiter, dass der für das Radfahren freigegebene Gehweg zwischen der Straße Kronenberg und dem Amsterdamer Ring wie bisher von Radlerinnen und Radlern genutzt werden könne, die sich auf dem Schutzstreifen zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegespur nicht sicher aufgehoben fühlen.

Twitterer @mohs dazu: Die zweite Maßnahme macht ja mal wirklich Sinn. Ich bin überrascht… andererseits gehört zur Wahrheit eben immer noch, dass erst jemand sterben muss, bevor sich was verbessert. Das ist der eigentliche Skandal daran.

Vor der Sitzung im Verwaltungsgebäude, Lagerhausstraße, gab es dort übrigens eine imposante Mahnwache mit über 100 (Anruf einer Teilnehmerin: Es seien  über 300 gewesen) Aachener Radlern. Es wurden keine Sprüche gebrüllt, nur relativ still der Verunglückten gedacht und die Politik an ihre Pflicht erinnert, auch für Menschen auf Fahrrädern unfallfreies Fortkommen auf Aachens Straßen zu ermöglichen.

Zur Mahnwache aufgerufen hatte die „Initiative Radentscheid“, die ein Bürgerbegehren in die Wege leitet. Diese Initiative fordert u. a. baulich getrennte Radspuren.

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Vom Sehen, Hinsehen und getäuscht werden

Im Ludwig Forum in Aachen: „Lust der Täuschung“. Die Ausstellung war in etwas anderer Form zuvor schon in München zu sehen.

Die Reden sind gehalten, die Ausstellung ist eröffnet. Jetzt können wir uns überlegen: Was sehen wir, was glauben wir zu sehen und was sind wir konditioniert zu sehen?

Museumschef Dr. Andreas Beitin hat seine letzte große Bilderschau abgeliefert, und viele wollten dabei sein. In seiner Rede bedankte er sich bei all denen, die ihn mit Mails und Anrufen unterstützten, als ihm von Seiten der Politik der Wind ganz heftig um die Ohren fegte. Er erhielt lang anhaltenden Beifall.

In seinen drei Aachener Jahren hat Beitin hier viele echte Fans gewonnen, bestimmt mehr, als er selber geglaubt hatte. Man hat ihm völlig zu Unrecht in groß aufgemachten Presseartikeln vorgeworfen, Geld nicht der Stadtkasse zugeleitet zu haben – das Preisgeld einer Stiftung, 1700 Euro für die besonders gut gelungene Mies-van-der-Rohe-Ausstellung, eine Summe, die ausdrücklich ihm als Kurator zugeeignet wurde.

Die CDU-Kulturausschussvorsitzende Margrethe Schmeer hielt eine merkwürdige Rede. Sie sprach davon, dass Kunst und Kultur in Aachen derzeit nicht gerade Hochkonjunktur hätten (sinngemäß), es müssten jetzt alle zusammenhalten, denen Kunst und Kultur etwas bedeute. – Wie sonderbar. Sorgt doch die CDU selbst am meisten dafür, dass Künstler klein (und arm) gehalten werden, zumindest die der freien Kulturszene. Die Damen und Herren Christdemokraten werden sich noch wundern, zu welcher Verrohung die Kultur in der Zukunft fähig sein wird. Da kann der ewig grinsende OB dann auch nichts mehr weglächeln.

Die Ausstellungsstücke selbst konnte man bei der Eröffnung nicht in Ruhe anschauen. Zu viele Leute. Bei einem Rundgang war es mir zudem schwer, nicht zuzugreifen, denn man will schließlich nach längeren Betrachten dann doch wissen: Ist das Teil nun dreidimensional oder wieder nur gemalt?

Die allgegenwärtigen Kameras, die dich erkennen und deine Wege verfolgen. Es sei denn, zu ziehst dir eine Maske über und spazierst – wie in früheren Tagen – anonym wohin es dich gerade treibt.

Volles Haus im Ludwig Forum. Besonders viel Applaus gab es für Noch-Museumschef Dr. Andreas Beitin.

Es folgen: 2 LeserInnenbriefe

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Aachen: Die „Virtual Reality“ im Ludwig Forum erleben

Hat das Zeug, in Aachen ein Publikumsmagnet zu werden: Die neue Ausstellung im Ludwig Forum, die heute um 19 Uhr eröffnet wird. Dann werden u.a. Dr. Roger Diederen, Direktor der Kunsthalle München,  sprechen sowie Dr. Andreas Beitin, Chef des LuFo selbst.

Täuschung als Konzept, schönes Video vom WDR:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-lokalzeit-aus-aachen-2698.html

Alle Besucherrekorde der letzten Jahre wird – wenn ich mich nicht total täusche – die neue Ausstellung im Ludwig Forum sprengen, die am heutigen Donnerstag, 21. Februar, eröffnet wird. Der Titel lautet: „Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality“. Ab morgen ist sie  als Gemeinschaftsproduktion der Kunsthalle München und des Ludwig Forum für Internationale Kunst (LuFo) in Aachen zu sehen. Das teilte jetzt das Presseamt der Stadt Aachen mit.

„Die Welt will betrogen sein“, heißt es. Und sie will es nicht nur ganz besonders in unserer Zeit, sondern sozusagen schon immer. Nicht zuletzt mit Vergnügen – in den Künsten. Ob perfekte Material-Nachahmungen, ob Erzeugen von vermeintlicher Dreidimensionalität oder – höchst aktuell – von virtuellen Welten, in die man „eintauchen“ kann, statt sie nur zu betrachten: Mit rund 100 Werken aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Design sowie mit raumgreifenden Medien-Installationen bietet die Ausstellung im LuFo einen unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion.

„In Zeiten von Fake News, alternativen Realitäten und einer allgemeinen Verunsicherung unserer Vorstellung von Realität regt sie zu einem höchst aktuellen Diskurs an.“ (Mitteilung der Ludwig Forums)

Erweitert wird die Aachener Ausstellung durch zahlreiche Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig. In Aachen wurde sie  kuratiert von Dr. Andreas Beitin, der ja bekanntlich leider, leider Aachen in Richtung Wolfsburg verlässt,  und Dr. Annette Lagler, stellvertretende LuFo-Direktorin. (Kuratorische Assistenz: Dominik Bönisch, Ausstellungsassistenz: Marie Gentges)

Es handelt sich um ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt des Ludwig Forums für Internationale Kunst Aachen und der Kunsthalle München. Gefördert von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie der Rudolf-August Oetker-Stiftung. Zu sehen bis 30. Juni. 

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Unterwegs in Straßburg. Diskussion im EU-Parlament. Mikwe besichtigt.

Das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg (Frankreich).

Zu einer dreitägigen, politischen Informationsreise nach Straßburg hat sich Anfang Februar 2019 die Fraktion der Freien Wähler im Landschaftsverband Rheinland (LVR) aufgemacht*. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit galt es, Fragen und Themen, die im LVR auf der Tagesordnung stehen, genauer ins Auge zu fassen, um später qualifiziert entscheiden zu können.

Der LVR wird die Trägerschaft für das Groß-Projekt „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ in der Kölner Innenstadt übernehmen. Dieses Kooperationsprojekt des LVR und der Stadt Köln stellt einen Rundgang durch 2.000 Jahre Stadtgeschichte vor und unter dem Kölner Rathaus in den Mittelpunkt. Künftig wird dort u. a. das mittelalterliche jüdische Viertel gezeigt. Die bauliche Verantwortung trägt die Stadt Köln, der LVR erarbeitet die Konzeption und übernimmt die Trägerschaft.

Entsprechend wurden in Straßburg das Archäologische Museum  und eine in Straßburg wiederentdeckte Mikwe (dort: Miqvé geschrieben) besichtigt. Es handelt sich um ein bei Juden übliches, rituelles Bad aus dem 12. Jahrhundert.

Die Mikwe beeindruckte, das archäologische Museum mit seinen hochinteressanten Ausstellungsobjekten bereitete auf Diskussionen über eine zeitgemäße (modernere) Art der Präsentation in Köln vor. Eine geführte Stadtbesichtigung brachte außerdem die Mitglieder der Fraktion zu den Orten heutigen und damaligen jüdischen Lebens in Straßburg.

Tags drauf stand im Hinblick auf die wichtigste Wahl des Jahres (26. Mai 2019) ein Besuch des EU-Parlaments auf dem Programm. Mit einem Referenten des Besuchsdienst und mit Ulrike Müller, die für die Freien Wähler Mitglied des EU-Parlaments ist und sich der Gruppe ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) angeschlossen hat, wurde über Fragen hinsichtlich des Image des EU-Parlaments diskutiert. Der Gruppe wurde unter anderem die Seite „Was tut die EU für mich?“ vorgestellt und an Beispielen erklärt. Diese Seite ist in der Tat „eine wegweisende neue Webseite, die die Vorteile der EU für den einzelnen Bürger aufzeigt“ und sollte im EU-kritischen Freundes- und Bekanntenkreis empfohlen werden.

Auf der Besuchertribüne des Plenarsaals konnte die Gruppe schließlich einen Eindruck davon erlangen, mit welchen Themen sich die Abgeordneten zu befassen haben. Nahezu abstoßend war der Redebeitrag eines Mitglieds der rechtspopulistischen britischen Partei UKIP (UK Independence Party). Lautstark und in aggressiver Weise beschimpfte der Redner die Parlamentarier, in seinem Wortbeitrag (über Fragen der Fischerei) nannte er den Zustand der EU mehrfach „eine Hölle“.

Die Reise wurde wieder hervorragend vorbereitet von der Geschäftsführung der LVR-Fraktion der Freien Wähler, Beate Plötner und Heinz Schmitz. Vielen Dank dafür.

Die Sitzordnung im EU-Parlament in Straßburg. Bald wird sich zeigen, ob das geeinte Europa der wirtschaftlichen und politischen Macht Chinas und USA Paroli bieten kann. Wenn überhaupt, wird dies nur gemeinsam möglich sein.

*Als Mitglied der Piratenpartei bin ich im LVR ein Mitglied der Fraktion der Freien Wähler und dort im Schulausschuss aktiv.

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