An einem Tag: neun (9) Demos mit insgesamt 550 Personen

Endlich mal wieder Leute auf den Straßen von Aachens Innenstadt! Viele waren es am Samstag, 16. Mai, zwar nicht, besonders, wenn man bedenkt, dass gleich mehrere Demos, Mahnwachen und Kundgebungen angekündigt wurden.

Die demonstrierenden Grüppchen vor dem Elisenbrunnen, vor dem Bahnhof und vor dem Theater sowie auf dem Katschhof waren überschaubar, in großer Zahl war allein die Polizei vertreten. Die Beamten hatten wohl Schlimmeres erwartet, sie langweilten sich auf dem Bahnhofs-Vorplatz.

In den Geschäften wird unterdessen hochwertige Ware (für kühle Frühjahrstage) quasi verramscht. Wer sich einem warmen Kaschmir-Pulli auf Halde legen will, der sollte jetzt mal ein Fachgeschäft aufsuchen. Was normalerweise unerschwinglich ist, ist im bezahlbaren Bereich angekommen. Krass.

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Etwas Grundsätzliches: Die Demonstrationsfreiheit ist im März und April ziemlich unter die Räder gekommen. Es ist ein Grundrecht, also ein Recht, das den Bürger*innen eines Staates GARANTIERT wird. So musste die Polizei in Aachen jetzt neun Demos möglich machen.

Demonstrationen müssen nicht genehmigt werden, sie sind automatisch erlaubt. Sie müssen zwar normalerweise angemeldet werden und können dann mit Auflagen versehen werden (z. B. wie viele Ordner man haben muss usw). Aber es gibt keine ungenehmigten Demonstrationen in Deutschland.

Und Presseleute sollten den Ausdruck „genehmigte Demonstration“ aus ihrem Wortschatz streichen. Das ist der Wortschatz von Diktatoren und Polizeistaaten, wo die Menschen fragen müssen, ob sie vielleicht Kritik üben dürfen an der Regierung und den Behörden.

Als allerletztes Mittel kann – wenn die öffentliche Sicherheit in Gefahr ist, wenn z. B. als gewalttätig bekannte Menschen Gewaltaktionen planen – eine Demonstration untersagt werden. Aber Polizei und Gerichte müssen immer zuvor intensiv überlegen, unter welchen Bedingungen eine Demonstration vielleicht doch noch stattfinden kann. (Dazu hören: „Lage der Nation“, Podcast, Folge 185, Ulf Buermeyer und Philip Banse)

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Falls der Polizeibericht doch noch besondere Vorkommnisse für Aachen verzeichnet, werden die in Kürze hier noch mitgeteilt.

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UPDATE:

Der Polizeibericht liegt mittlerweile vor. Darin heißt es, es seien insgesamt „neun im Vorfeld angemeldete Demonstrationen“ gewesen. Die Beamten hätten „gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag“ diese Demonstrationen geschützt.

Und weiter: „Alle Versammlungen blieben friedlich, nur ein Teilnehmer im Bereich des Bahnhofplatzes/ Bahnhofstraße verstieß gegen das Vermummungsverbot und musste von den Beamten zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen werden; ihn erwartet nun eine Strafanzeige. Vier weitere Personen erhielten aufgrund von störendem Verhalten einen Platzverweis.“

Insgesamt hätten an allen Versammlungen insgesamt etwa 550 Personen teilgenommen. (pw)

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Ab Montag: Eisenbahnweg bleibt wochenlang zu

Hier werden 2 große Bürogebäude hochgezogen, rechts sieht man den vielbefahrenen Eisenbahnweg. Die Straße wird teilweise voll gesperrt.

Der Eisenbahnweg wird zwischen Philipsstraße und dem Kreisverkehr auf Höhe der Stichstraße An der Birk von Montag, 18. Mai, bis voraussichtlich Anfang Juli gesperrt. Die Vollsperrung wird nötig wegen der voranschreitenden Hochbauarbeiten an einem zukünftigen Bürogebäude nahe dem Kreisverkehr im Umfeld der Aachen-Arkaden.

Zwei Umleitungen sind ausgeschildert: über den Madrider Ring und die Trierer Straße sowie über Philipsstraße, Hüttenstraße und Reichsweg.

Die Zufahrt in den Eisenbahnweg ab Philipsstraße bis zur Baustelle ist möglich, die ansässigen Gewerbebetriebe sind also weiterhin erreichbar. Doch Autofahrer*innen sollten beachten, dass während der nächsten Wochen am Straßenrand immer wieder Parkverbote eingerichtet werden, um den Weg zur Baustelle für Schwertransporte freizuhalten.

Die neuen Bürogebäude bekommen übrigens absurderweise eine voluminöse Tiefgarage (geht baurechtlich nicht anders), obwohl sich in 150 Meter Entfernung von den Neubauten ein Parkhaus befindet, in dem von 830 Parkplätzen immer 800 leer stehen. Deshalb ist auf dem Boden vom Parkhaus teilweise schon Moos gewachsen (s. Foto unten)

Oben auf dem Parkhaus der Aachen Arkaden (Eisenbahnweg). Wenn statt des Parkhauses dort ein Wohnblock stünde . . . 200 Wohnungen wären in zwei Stunden vermietet oder in 2 Monaten verkauft
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54 Päckchen liegen als wilder Müll am Lousberg rum

Mit was sich die Polizei 24 Stunden sieben Tage lang beschäftigen muss, das umfasst wirklich das pralle Leben . . . aber von einer üblen Seite aus gesehen. Dem Polizeibericht ist folgende Meldung entnommen:

Mitte dieser Woche war es, da erhielten Mitarbeiter der Stadt Aachen gegen 17 Uhr einen Hinweis: jede Menge wilder Müll liege am Lousberg herum. Dort angekommen fanden die Leute am Champierweg zahlreiche Pakete und Päckchen, von denen einige aufgerissen und geleert worden waren. Sie vermuteten eine Straftat und riefen die Polizei.

Die hinzugerufene Polizei stellte die 54 Paketsendungen eines namentlich bekannten Paketdienstes sicher und ermittelt nun wegen Unterschlagung und Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses. Das sind schwere Vorwürfe.

Ersten Ermittlungen nach waren die Pakete am Mittwoch, 13. Mai, zwischen 16 Uhr und 17 Uhr dort abgelegt worden. „Der verantwortliche Fahrer des Paketdienstes wird sicherlich die eine oder andere Frage beantworten müssen“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Die unversehrten Sendungen werden über kurz oder lang aber bestimmt bei den Empfängern eintreffen können.“ 

Wie immer bittet die Polizei um Hinweise – erbeten an das Kriminalkommissariat 32 unter Telefon 0241/9577-33201 oder – außerhalb der Bürodienstzeit – an die Kriminalwache unter 0241/9577-34210.

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Bei gleichzeitiger Parkplatznot: Großes Parkhaus ständig so gut wie leer

Das Parkhaus der Aachen Arkaden am Eisenbahnweg: Mindestens 4 Etagen sind ständig leer. Nur in den beiden unteren Etagen wird geparkt.

Eine Anwohnerin des Frankenberger Viertels richtet einen Antrag an das Bürgerforum der Stadt Aachen, das Parkhaus der Aachen Arkaden zu kaufen und zu einer Quartiersgarage für Bewohner des Frankenberger Viertels umzunutzen. Die schlechte Ausnutzung der Großgarage mit 832 Stellplätzen ist seit langem bekannt.

Der Parkplatzmangel im Frankenberger Viertel ist trotz Bewohnerparkzone allgegenwärtig. Erschwerend kommt dort der Wegfall diverser Stellplätze aufgrund von Langzeitbaustellen hinzu. Die Aachen Arkaden befinden sich quasi am oberen Rand des Frankenberger Viertels (Trierer Straße 1). Dort kann man derzeit parken für monatlich 50 Euro 51,38 Euro (verlangt die APCOA PARKING Deutschland GmbH für das Parken im Monat, 7 Tage, 24 Stunden). Die Stadt könnte die Parkplätze subventionieren und für maximal 20 oder 30 Euro/Monat vermieten. UPDATE: Es gibt gegen eine solche Subventionierung allerdings berechtigte Bedenken.

Von der Verlagerung des ruhenden Verkehrs auf eine Quartiersgarage verspricht sich die Antragstellerin eine nachhaltige Entspannung der vorherrschenden, stressigen Situation.

Das Bürgerforum tritt am Dienstag, 19. Mai, im Eurogress zusammen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern deren Fragen und Anregungen zu besprechen und eventuell einer Realisierung näher zu bringen. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 18 Uhr. Das Gremium tagt im Eurogress, weil zwischen den Teilnehmer*innen ein Abstand von 1,50 Metern eingehalten werden muss.

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Bekommt der eSport in Aachen doch noch eine Chance?

Da kommt Freude auf. Der Corona-bedingte, beinah überstürzte Aufbruch ins Digitale hat auch Gutes: Im kommenden Bürgerforum am 19. Mai steht der Antrag eines Bürgers auf der Tagesordnung, in dem es darum geht, die eSport Bewegung nachhaltig zu fördern. Und die regierende CDU/SPD blockt die Sache tatsächlich nicht ab.

Ein Antrag, den so ähnlich die Piratenfraktion im Rat der Stadt bereits im April 2017 gestellt hatte und der damals auf pures Unverständnis, Hohnlachen („Was für ein Quatsch ist das denn?“) und Weigerung, sich intensiv damit zu beschäftigen stieß.

Aber man soll nicht nachtragend sein und sich freuen, wenn meistens rückschrittlich orientierte Herrschaften sich mal eines Besseren besinnen.

„Vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden Digitalisierung ist es dem Antragsteller ein Anliegen, dass die Stadt einen Beitrag dazu leistet, Begegnungsstätten wie auch eine nachhaltige gesellschaftliche Integration des eSports in unser soziales Gefüge zu schaffen.“ So zu lesen in dem Text, den die Verwaltung den Politiker*innen im Bürgerforum zur Abstimmung/Weiterleitung vorlegt.

In der Sitzung (ist öffentlich) am kommenden Dienstag, 19. Mai, 18 Uhr, im Eurogress kann der Antragsteller die positiven Seiten des eSports herausstellen – als da wären: soziale Kontakte fördern, Gesundheitsvorsorge, Kombination von traditionellem Sport und eSport, „Safergaming“, Suchtprävention entwickeln usw.

Der Antragsteller ist der Ansicht, dass die Stadt Aachen bereits jetzt den Anschluss an diese Entwicklung zu verlieren droht. Und da hat er Recht. Aktuell gebe es in Aachen keine notwendige Infrastruktur, auf die Menschen oder Vereine zurückgreifen könnten. Er empfiehlt Förderprogramme in diesem Bereich da Aachen im Dreiländereck die besten Voraussetzungen hat, um kultur- und länderübergreifend Menschen spielend zusammenzubringen.

Allerdings gibt es ja in Aachen bereits eine eSport-Abteilung bei der Alemannia mit diversen Aktivitäten, wie man dieser Seite entnehmen kann. Und auch auf Städteregion-Ebene soll es eine Initiative geben.

Der Antrag der Piraten wurde seinerzeit erst im Sportausschuss behandelt und von da in den Kulturausschuss abgeschoben und dort recht oberflächlich behandelt (Sitzung vom 26. 09. 2017, Tagesordnungspunkt Ö 13) Im September 2017 kam man nämlich zu dem Ergebnis, dass eSport nicht als Sport anerkannt ist und möglicherweise eine kulturelle Angelegenheit ist. Und die Sache sei zwar irgendwie förderungswürdig, aber gefördert hat man dann nichts.

In der Vorlage heißt es, der Kulturbetrieb der Stadt Aachen wird im Rahmen der Sitzung des Bürgerforums zum Antrag mündlich Stellung nehmen. Da sind wird dann mal gespannt, ob Aachen noch die Kurve kriegt.

Links zum Thema: Osnabrück, Gera, Kiel, Berlin

eSport Aachen bei Twitter, leider wenig gepflegt: hier

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Mehr Sauberkeit und Licht für den Bushof

Zentral gelegen: Aachens Bushof in der Peterstraße. Er wurde eröffnet am 1. Oktober 1973. Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Das Großreinemachen im Bushof hat sich gelohnt. Reparaturen wurden umgesetzt und auch die Decke der Bushof-Halle erscheint jetzt „blitzblank“, wie Heidemarie Ernst, Leiterin der Koordinationstelle Bushof, sagt. Zugleich wird klar, dass man im Rathaus vorerst nicht daran denkt, den Bushof (eine Bausünde der 70er Jahre) durch ein neues Gebäude zu ersetzen.

Eine stark verschmutzte Ecke in der Busunterfahrt wurde mit neuer Mauer in frischer gelber Farbe verschlossen und kann nun nicht mehr so einfach als Toilette missbraucht werden. Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Wochen ein Urinal aufgestellt. Viel Farbe, hohe Reinigungsfrequenzen und eine moderne Beleuchtung sollen dafür sorgen, dass künftig die üblichen Verschmutzungen erst gar nicht entstehen, so teilt die Stadtverwaltung mit.

Die Eigentümergemeinschaft des Bushofgebäudes hat den Durchgang von der Peterstrasse zum Parkhauseingang sowie zu den Haltestellen in der Busunterfahrt renoviert. Eine dunkle Ecke unter einer Treppe wurde mit Zink verkleidet und der Bereich zusätzlich beleuchtet und frisch gestrichen. „Wir bringen das alte Gebäude mit einfachen Mitteln Schritt für Schritt in einen annehmbaren Zustand, denn der Bushof wird sicherlich noch viele Jahre seine Funktion erfüllen“, erklärt Heidemarie Ernst.

Geplant sind noch mehr Sauberkeit und Licht in der Busunterfahrt, blühende Bepflanzung, eine neue schlichte Außentreppe sowie insgesamt mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger.

Zum Weiterlesen: Aus der Lokalpresse

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Eine Krautreporterin hat sich mit alternativem Antrieb für Busse und Pkw befasst. Es geht um Brennstoffzellen statt Batterien: Hier

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Polizei kassiert Geld und spricht Fahrverbote aus

Die Polizei zieht in der Eifel Raser aus dem Verkehr.

Am Samstag, 9. Mai, hat die Polizei stationäre und mobile Verkehrskontrollen in der Eifel durchgeführt. Kontrollen dieser Art sind notwendig, um zum einen Verkehrsunfälle zu verhindern und zum anderen wegen der Beschwerden der Anwohner. Zwischen 10 und 18 Uhr kontrollierten die Aachener Polizisten in Kesternich, Einruhr und Rurberg Motorräder und Pkw. 

Insgesamt fuhren – laut Polizeibericht – 52 Autos und 22 Motorräder zu schnell. 4 Auto- und 20 Motorradfahrer müssen mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen. Alle anderen Verstöße bewegten sich im Bereich des Verwarnungsgeldes. Der schnellste Pkw wurde mit 100 km/h und das schnellste Motorrad mit 115 km/h statt der erlaubten 70 km/h gemessen. 

Jeweils ein Motorrad- und ein Autofahrer überholten im Überholverbot und müssen ebenfalls mit einer Anzeige rechnen. 

Insgesamt müssen 10 Motorradfahrer und 2 Autofahrer zusätzlich mit Fahrverboten rechnen. 21 Schallpegelmessungen bei Zweirädern zeigten keinen Verstoß an. 

Die Polizei wird die Kontrollen in diesem Jahr fortsetzen. Polizeipräsident Dirk Weinspach und der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informierten sich gemeinsam vor Ort von der Notwendigkeit dieser Kontrollmaßnahmen. Weinspach erklärte: „Wir nehmen die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Lärmbelästigungen ernst.“ Das Ziel der Polizei sei es außerdem, „die Sicherheit auf zwei Rädern zu steigern.“

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Zwei Demos kommen sich in die Quere

Zwei Demonstrationen sind sich offenbar in Aachen am vergangenen Wochenende in die Quere gekommen. Dazu muss man wissen: Wer in Deutschland demonstrieren will, der muss nicht um Erlaubnis bitten. Demonstrationen muss man nur anmelden. Man muss den Staat nicht um Erlaubnis fragen, ob man ihn kritisieren darf.

In der derzeitigen Corona-Krise sind – auf Basis der Coronaschutzverordnung – aber tatsächlich Grundrechte außer Kraft gesetzt worden. Das ist im Grunde eine sehr gefährliche Sache, doch da es tatsächlich „um Leben und Tod“ (Laschet) geht, da das Virus unter allen Umständen bei seinem Marsch durch die Gesellschaft gestoppt werden musste und muss, hat man Ausnahmen akzeptiert.

Leute dürfen nicht mehr zur Arbeit, Kinder nicht mehr in die Schule, versammeln darf man sich auch nicht mehr, alles, selbst der Kirchgang ist/war untersagt. Das verkraften Menschen nicht lange. Die ersten drehen jetzt durch.

Auch, weil die Prävention so gut geklappt hat, weil Zustände wie in den USA und Italien vermieden wurden und auf den Intensivstationen sogar Betten leer blieben, kommen Zweifel auf. Denn: There is no glory in prevention. (Das bedeutet: Wenn du durch kluge Prävention ein großes Unglück verhinderst, erntest du keinen Ruhm, weil jeder sagt: Es wäre doch sowieso gar nicht so schlimm gekommen.)

Wie überall, so gibt es auch in Aachen Menschen, die meinen, die ganze Corona-Geschichte hätte Frau Merkel eingefädelt, weil sie die Welt beherrschen will, oder die chinesische Regierung oder der schwerreiche Bill Gates oder alle zusammen um – wahlweise – uns alle in die Pfanne zu hauen oder zu versklaven oder was auch immer Schreckliches. Kurz: Verschwörungstheorien machen die Runde und finden die üblichen Verfechter. Die Verschwörungs-Heinis machen viel Lärm, es ist aber nur ein kleines Trüppchen. Auch auffallend viele Esoteriker und Impfgegner.

So ein Trüppchen hat sich nun auch in Aachen zusammengefunden – als gerade eine andere – eher demokratisch orientierte Gruppe am Elisenbrunnen demonstrierte. Ich war selbst nicht dabei, verlasse mich auf mir Zugetragenes. Die Polizei schickt unterdessen folgende Mitteilung:

„Obwohl die Stadt Aachen dem Anmelder einer Demo nicht die erforderliche Ausnahmegenehmigung gemäß der aktuellen Coronaschutzverordnung erteilt hatte, haben sich heute gegen 15 Uhr über 100 Menschen am Elisenbrunnen versammelt und einen Demonstrationszug rund um den Elisenbrunnen durchgeführt. Dabei störten die Anwesenden auch den Ablauf einer anderen genehmigten (!) Demonstration.“

Nach mehrfacher Aufforderung durch die Polizei hätten die Teilnehmer der einen Demonstration („Seebrücke“) gegen 16 Uhr den Innenstadtbereich verlassen. Gegen den Initiator der Anti-Corona-Maßnahmen-Partei („Widerstand 2020“) habe man ein Strafverfahren eingeleitet. 

Neben dem Grundrecht auf Demonstration wurde offenbar noch ein weiteres Grundrecht verletzt tangiert. Denn die Polizei teilt zusätzlich mit: „Im Rahmen des Einsatzes wurde eine freie Journalistin durch einen Polizeibeamten bei der freien Berichterstattung gehindert.“ Der Vorfall werde derzeit Polizei-intern geprüft.

Wie immer in Krisen gibt es Menetekel, „Schrift an der Wand“. Gefordert wird in Forst unter anderem „Wahrung der Versammlungs-, Bewegungs- und Meinungsfreiheit. Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz“. Hinter den Forderungen sieht man plötzlich Rechte und Linke gleichermaßen stehen.

Zum Weiterlesen vorerst hier. Später hier mehr. Mehr hier: Tagesspiegel Und: Wenn Gaststätten offen, die Gasträume aber geschlossen sind und das Essen nach draußen gereicht wird. Hier. Aus der Süddeutschen: Hier

Ich verwette übrigens meinen BMW (leider alt), dass es keine 10 Tage dauert und die Wahnwichtel (halten Impf-Befürworter Bill Gates für eine Art Dr. Mabuse) sitzen im Öffentlich-Rechtlichen TV in den Talkshows und dürfen ihren Quatsch verbreiten.

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UPDATE: Zu dem Vorfall teilt die Polizei tags drauf mit (im Wortlaut):

Wie bereits berichtet kam es im Rahmen der Demonstration zu einem Konflikt zwischen einer freien Journalistin und einem Beamten der Aachener Polizei. Anlass dafür waren Bildaufnahmen der Journalistin, welche diese von einem Unbeteiligten angefertigt haben soll. Beim Einschreiten des Beamten wurde die Frau leicht an der Hand verletzt und die Kamera wurde beschädigt. 

„Wir bedauern diesen Vorfall sehr und sind im engen Kontakt zu der Journalistin. Wir werden jetzt dafür Sorge tragen, dass der Sachverhalt schnellstmöglich und lückenlos aufgeklärt wird“, so Polizeipräsident Dirk Weinspach. 

„Die uneingeschränkte Pressefreiheit und die Möglichkeit der freien Berichterstattung ist eines der höchsten Güter in unserer Demokratie. Die Polizei Aachen schützt die Pressefreiheit und setzt sich aktiv für die gute Zusammenarbeit mit den Medienvertretern ein“, so Weinspach weiter. (am)

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Eine Stadt macht sich locker. Dauerthema Büchel nervt.

Es ist wieder viel los in Aachens Straßen: Die kleineren Geschäfte sind offen, die großen sind es teilweise. Die Kaufhäuser haben in ihrem Inneren weite Bereiche gesperrt, kurios anzusehen z. B. bei Sinn, Appelrath-Cüpper und im Kaufhof.

Man konnte sich gestern wieder ein Eis kaufen, aber noch nicht vor den Cafés in der Sonne sitzen. Etliche Geschäftsleute haben für die Wartenden die Straße markiert (s. Foto). Mehr als zwei Personen dürfen in die Geschäftsräume nicht rein, weitere Kunden müssen draußen bleiben und Abstand halten.

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Unterdessen erheitern uns der Oberbürgermeister und seine Planungsdezernentin Frauke Burgdorff mit der Bitte, wir sollen doch „neue Ideen für den Büchel“ entwickeln. Wie bitte?

Bereits 30 Jahre nachdem klar wurde, dass das Parkhaus Büchel abgerissen wird, gibt es einen Ideenwettbewerb, was an seiner Stelle gebaut werden soll. Donnerwetter. Das ging ja flott! – 2500 Quadratmeter werden frei, und wir Bürgerinnen und Bürger dürfen uns jetzt schon überlegen, was mit dieser Fläche geschehen soll. Was für eine tolle Idee.

Das Projekt komme jetzt „in eine spannende Phase“ soll Oberbürgermeister Marcel Philipp gesagt haben (Kopf auf Tisch).

Motto des Ideenwettbewerbs ist übrigens: „Stadt machen am Büchel“, hier die passende Seite dazu: Buechel-Aachen.de . Da hätte man mit einem vorgeschalteten Ideenwettbewerb vielleicht auch noch ein sprachlich glatteres Motto finden können. Aber, okay. Man will ja nicht immer nur meckern.

Eine Blumenwiese wäre schön an der Stelle, oder lauter Wohnungen mit Kita vielleicht. Für eine Markthalle spricht auch einiges, oder für eine kombinierte Volkshochschule mit Stadtbücherei, oder eine Ladenpassage, oder ein Thermalbad. Alles Vorschläge aus der Vergangenheit, die offenbar nicht realisierbar waren.

Jetzt sollen junge Kreative ran (mit Betonung auf „junge“). Die können eigentlich nur noch den Bau einer Kirche oder eines NEUEN Parkhauses vorschlagen, alles andere war schon mal da. Gerade Kirchen und Parkhäuser hat Aachen zwar schon in Hülle und Fülle, aber so langsam wünscht man sich, dass auf dem Gelände endlich überhaupt irgendwas gebaut wird.

Am 13. September wird – wenn alles gut geht – ein neuer Stadtrat samt Oberbürgermeister*in gewählt. Und man kann sich an fünf Fingern ausrechnen, dass auch für den/die Neue gilt: Nur nichts überstürzen.

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8. Mai 1945

Diese Seite kann in der Aachener Volkshochschule (Peterstraße) und im Zeitungsmuseum (Pontstraße) demnächst wieder eingesehen und kopiert werden. Vorerst auch hier.

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