StädteRegion: Bürgermeister schicken Armin Laschet einen Brandbrief

Einige Bürgermeister aus der StädteRegion Aachen haben sich jetzt an Ministerpräsident Armin Laschet gewandt. Der WDR berichtete dieser Tage darüber. Die Bürgermeister, so heißt es, hätten einen sogenannten Brandbrief nach Düsseldorf geschickt. Darin geht es um geduldete und ausreisepflichtige Menschen, insbesondere um die Kosten, die den Gemeinden durch die Aufnahme dieser Flüchtlinge entstehen.

Um welche Bürgermeister aus welchen Gemeinden und Städten der StädteRegion es sich genau handelt, wird nicht erwähnt. Oberbürgermeister Marcel Philipp ist aber nicht dabei. Die Rede ist von 11,6 Millionen Euro zusätzlichen Kosten, die die Landesregierung wohl erstatten soll. Die hiesigen sind übrigens nicht die einzigen Verwaltungschefs aus NRW, die sich an die Landesregierung wenden.

In den Briefen heißt es, unter den Geflüchteten ohne Bleiberecht seien viele „hochproblematische Personen“, die oft schwer psychisch krank und/oder hochkriminell seien. Was die psychisch Kranken betrifft, so sehe ich viel Arbeit auf die Landschaftsverbände zukommen.

Hier der WDR-Beitrag: https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/buergermeister-fluechtlingskosten-100.html

NRW-Integrationsminister Dr. Joachim Stamp (FDP) wurde ebenfalls von (anderen) Bürgermeistern angeschrieben. Die Landesregierung verweist auf die Bundesregierung und sieht sich von Berlin unzureichend unterstützt. Dort habe man aber mit Innenminister Seehofer bereits Gespräche geführt.

Im Rathaus (hinten, im Sonnenlicht) hat Oberbürgermeister Philipp seine Unterschrift nicht unter den Brandbrief gesetzt. (Vorne wird Werbung für eine schöne Graffiti-Ausstellung im Stadtmuseum gemacht.)

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Was wächst denn da in den Himmel?

In Forst gesehen. Die einen bauen auf, die anderen ab. 

Seit Ende April wird an der Trierer Straße gebaut. Da wird das neue Polizeipräsidium errichtet, das scheinbar dreimal so groß ist wie das alte. Und es baut die Firma Brillux (s. Foto), was ein Lack- und Farbenhersteller ist.

Wer von der Eifel aus nach Aachen fährt, sieht auf der rechten Seite hinter der Kaserne ein Betongerippe in den Himmel wachsen. Sehr eindrucksvoll. Eine Halle und ein Büro- und Verwaltungsgebäude werden errichtet. Man freut sich: Trotz angeblichem Riesenmangel an Gewerbeflächen in Aachen kann noch eine Firma neu in Aachen angesiedelt werden. Derzeit ist das Unternehmen auch am Aachener Kreuz präsent.      https://www.brillux.de

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Köln und Aachen: Zwei Städte, ein Problem

Was tun, wenn preiswerter Wohnraum fehlt und Menschen anfangen, in Zelten zu leben? Wie es in Köln geschieht.

Der Landschaftsverband (LVR) in seiner alle und alles umfassenden Güte, hatte im Winter (!) stillschweigend hingenommen, dass sich der ein oder andere Obdachlose nachts dort zum Schlafen hinlegt. Rund um das LVR-Hauptgebäude in Köln ist man geschützt, wegen bestimmter Leitungen ist es nicht so kalt, man kann überleben.

Das war im Winter. Man muss wissen, dass der Landschaftsverband für etwa 9,6 Millionen Menschen im Rheinland zuständig ist, und zwar immer dann, wenn diese Menschen Hilfe brauchen. Der LVR übernimmt Aufgaben in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und auch in der Kultur. Alles Bereiche, die sich nicht selbst tragen, und naturgemäß haben die Verantwortlichen und die Beschäftigten dort – das muss man sagen – ein großes Herz.

Wie könnte man also – dermaßen der Toleranz, Hilfeleistung und auch Inklusion verpflichtet – arme Obdachlose aus seinem Innenhof verjagen? Never ever.

Die Obdachlosen durften bleiben, ich fand das beachtlich, dass da kein Hausmeister kommt und die ungepflegten Gestalten verjagt. Nur: Es wurden immer mehr. Und sie blieben mit ihren Minizelten, obwohl schon Sommer ist (s. Foto). Jetzt scheint sich dort eine kleine Zeltstadt zu entwickeln. Was tun?

Die Chefinnen dieses Verbands mit seinen 41 (Förder-)schulen, zehn Kliniken für psychisch Kranke und drei Netzen heilpädagogischer Hilfen sowie 19 Museen und Kultureinrichtungen sind durchsetzungsstark, sehr stark sogar. Da läuft weder finanziell noch bei Bauten etwas aus dem Ruder. Was also werden sie hinsichtlich der Obdachlosen unternehmen? (Ich werde berichten)

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Offenlage: Ich bin beim LVR als Mitglied der Fraktion der Freien Wähler aktiv. Dort darf ich (Mitglied der Piratenpartei Aachen) als Sachkundige Bürgerin im LVR-Schulausschuss ein Wörtchen mitreden.

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Andere Stadt, gleiches Thema: In der Alfonsstraße in Aachen wurde preiswerter Wohnraum zerstört. Und nicht einmal der Stadtverwaltung ist klar, was hier der Investor zu bauen gedenkt und wer dort wohnen wird. Menschen, die dauerhaft in Zelten leben, haben wir in Aachen noch nicht gesehen.

Aachen, Alfonsstraße. Die Gebäude aus den 60er Jahren wurden abgerissen. Zuletzt hatten hier Flüchtlinge gewohnt. Wir warten gespannt darauf, ob und was nun hier gebaut wird.

Diese Gebäude in der Alfonsstraße werden ebenfalls noch abgerissen.

Seht euch unbedingt an, wie unsere Freunde, die Amerikaner, mit dem Problem umgehen. https://www.youtube.com/watch?v=KF7hWzqdPDk

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Gegen Ausgrenzung! Sichtbar werden! CSD in Aachen!

War zu meiner Überraschung ein ziemlicher Knaller: der Christopher Street Day (CSD) in Aachen. Und gute Musik gab es auch. Etwa 500 bunte Leute zogen gegen 16 Uhr vom Markt in die obere Jakobstraße, wo in unmittelbarer Nähe zur Jakobskirche eine halbe Straße einen halben Tag lang für das Straßenfest gesperrt war.

„Sichtbar werden“ war das Motto. Hunderte Fähnchen in Regenbogenfarben wurden geschwenkt. Man kann sich nicht vorstellen, dass jemals wieder Schwule und Lesben so diskriminiert werden, wie es noch in den 1960er und 70er Jahren geschah. Auf das Erreichte kann nie mehr verzichtet werden.

Beim CSD: Ratsvertreter der Piratenpartei in Aachen. Sie haben sich für  den Jugendtreff Knutschfleck in der Jakobstraße 161 eingesetzt.

„Recht auf Identität. Für ein selbstbestimmtes Leben“. Wer würde sich das nicht wünschen. Außer den Piraten waren auch Jusos und die SPD, Die Linke und die Grünen dabei.

Das CSD-Straßenfest ist eine gemeinsame Veranstaltung diverser Aachener LGBTIQ*-Organisationen, u. a.

AIDS-Hilfe Aachen e. V.
Knutschfleck e. V.
Queerreferat der Aachener Hochschulen
Rainbow e. V.
rainbow-sports-aachen e. V.
Tx Aachen

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Architektur, Arkaden, Alemannia und Angst

Waren Samstag, 23. Juni,  zu besichtigen: Häuser in der Zeppelinstraße 23-29.

Heute lohnt sich ein Gang in die Aachener Zeppelinstraße. Dort befindet sich eine Wohnanlage samt Supergarten, alles kann anlässlich des „Tag der Architektur“ von 11 bis 19 Uhr besichtigt werden. Übrigens NICHT am morgigen Sonntag, 24. Juni, wie ich irgendwo gelesen habe. Es gibt Führungen, bei denen die Architekten die Besonderheiten der Wohnanlage erklären.

Hier habe ich bereits einmal über die sehenswerte Anlage in meiner Nachbarschaft berichtet. https://aachennews.org/2017/07/23/wer-sehen-kann-ist-klar-im-vorteil/

Ein Gang ins Shopping-Center Aachen-Arkaden lohnt sich indes bald nicht mehr. Ab September wird es dort viel Leerstand geben. So gut wie alle Mieter ziehen aus. Zu denen, die bleiben wollen, gehören Netto, H & M, das Gesundheitsamt und der DM-Drogeriemarkt. Da stimmen offenbar die Umsätze.

Seit zehn Jahren gibt es die Aachen-Arkaden mit ihren 16.000 Quadratmetern Verkaufsfläche jetzt, viele Mietverträge laufen im September aus. Wer oder was die leeren Räume einmal füllen wird, ist noch völlig unklar, es ist von einem Umbau die Rede. Ob man aus dem Gebäude auch einen großen Hörsaal als Ableger des neuen Campus oder ein Wohngebäude machen kann? Schön wäre es.

Die Arkaden gehören einem Immobilienunternehmen mit Sitz in Berlin. Schon oft wechselte der Besitzer, zuletzt im April 2017.

Das ist doch mal eine gute Nachricht: Unser aller Lieblings-Fußballverein, die Alemannia, hat jetzt eine E-Sport-Abteilung gegründet. Das erste Turnier ist bereits geplant, es soll am 1. und am 21. Juli stattfinden. Meldet euch an über Facebook  https://www.facebook.com/AlemanniaAachenFutsal
oder unter esports at alemannia-aachen-futsal.de Kontakt aufnehmen. Hoffen wir mal, dass die Alemannia demnächst mit e-Sport in die Bundesliga gelangt, unwahrscheinlich ist das nicht.

Wer von Sport nichts hält und Literatur mag, kann ins Ludwig Forum (LuFo) gehen. Im Hof des Forums heißt es bald wieder: „Sag’s durch die Blume!“ Die Fachschaft Kommunikationswissenschaft & Psychologie der RWTH Aachen lädt zum Poetry Slam unter freiem Himmel ein – am Mittwoch, 27. Juni, ab 19Uhr. Schon ab 18 Uhr trifft man sich an der LuFo-Bar (Jülicher Str. 97-109) Eintritt: 4 Euro. Der Slam findet im Hof statt, bei schlechtem Wetter in der Loggia.

Ein Poetry Slam ist ein Dichterwettstreit, bei dem neue und alte Poeten ihre Texte vortragen. Das können Gedichte oder Kurzgeschichten, lustige oder nachdenkliche Texte sein – die Hauptsache ist, sie sind selbst geschrieben und werden innerhalb der vorgegebenen Zeit von 5 Minuten vorgetragen. Die Entscheidung darüber, wer der Sieger des Abends wird, liegt allein beim Publikum.

Wer ins Rathaus geht, kann was erleben: Zuletzt bei der Sitzung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Dort diskutierten Aachens Kommunalpolitiker über die „Terrorpoller“ genannten Pilomaten, die uns vor Terrorattacken und Angst-Attacken bezüglich Terroranschlägen schützen sollen. Die Pilomaten sind so gut wie nie ausgefahren, nie zu sehen, wieso wurden sie dann eigentlich angeschafft?

Bei der Karlspreisverleihung, beim Handwerkermarkt: Fehlanzeige. An Tagen, wo hunderte Menschen (angstlos) in der Innenstadt vor Cafés rumsitzen und

Vor dem Rathaus von Aachen: Dort sitzen oft hunderte Menschen. Schützen Pilomaten sie vor Terrorattacken? Haben sie denn gar keine Angst? Foto: Archiv.

sich des Lebens freuen, bleiben die Pfosten unter der Erde. Und weitere sollen eingebaut werden. Wozu? Bei Stadtfesten immer die Zufahrtsstraßen zum Marktplatz mit Lkw zuzustellen, das sei teuer und umständlich, war zu erfahren.

Was Ängstliche sich fragen: „Funktionieren die Pilomaten überhaupt?“- All diese Infos sollen möglichst Terroristen nicht erhalten, weshalb der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung auch in öffentlicher Sitzung nichts genaues mitteilte. Nur, dass weitere Anti-Terror-Pfosten aufgestellt werden: Markt-Büchel/Rethelstraße, Markt-Größkölnstraße, Ursulinerstraße/Buchkremerstraße. Alles wird im Laufe diesen Jahres realisiert. Kosten 450.000 Euro.

Ausfahrbare Poller – wie seit eh und je vor der Synagoge befindlich – sind gefragt und teuer. Es gab niemanden in der Sitzung, der die Teile als „wirkungsarmen, teurer Schwachsinn“ bezeichnet hätte. Schlüssel zum Hoch- und Runterfahren der Poller haben angeblich z. B. Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt.

Poetry Slams im Hof des Ludwig Forums, Jülicher Straße, sind meistens gut besucht und ein Riesenspaß.        Foto: Stadtverwaltung/Presseamt

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In der Forckenbeckstraße in Aachen gesehen

All die Neubauten in der Forckenbeckstraße und am Campus Boulevard sind überaus imposant und sehenswert. Es entsteht dort gerade ein neues Stadtviertel, so scheint mir. Da kann ich mit einer kleinen Handykamera nichts wirklich ablichten.

Schade ist allein, dass die Trennung von Stadt und Hochschule sozusagen weiter zementiert wird. Hier die Hochschulgebäude mit den zahllosen Lehrenden und Lernenden, dort die Stadt mit ihren Bürgerinnen und Bürgern. Mit dem neuen Hochschulviertel wird das Separieren sogar noch verfestigt. Warum plante man nicht mal, einen großen Hörsaal auf dem Gelände des heutigen Parkhaus Büchel zu errichten?  . . .  Zu spät.

Foto unten: ein Parkhaus

 

Musik gegen schlechte Laune:  https://m.youtube.com/watch?v=pQOrYrCZ2-U

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Arbeiten von Walter Dohmen im Suermondt-Ludwig-Museum

Das Suermondt-Ludwig-Museum stellt noch bis 14. Oktober Arbeiten von Walter Dohmen aus. „Walter Dohmen – Arbeiten auf Papier aus 5 Jahrzehnten. Neuerwerbungen“ lautete der Titel der Schau. Die Grafische Sammlung der Stadt Aachen konnte ein Konvolut von 42 grafischen Blättern aus fünf Jahrzehnten von dem in Langerwehe lebenden, bedeutenden Künstler erwerben. Dazu teilt das Museum mit:

Walter Dohmen, der bereits 1989 sowie 1996/97 mit Einzelpräsentationen seine Arbeit im Suermondt-Ludwig-Museum vorgestellt hat, ist vornehmlich durch sein vielseitiges grafisches OEuvre bekannt geworden. So experimentiert er seit den 1970er Jahren mit den verschiedensten grafischen Techniken im Tiefdruck, Hochdruck und Flachdruck, wobei der Druckvorgang selbst in den künstlerischen Produktionsprozess eingebunden ist.

Vornehmlich im Bereich der Tiefdrucktechniken hat er neue Verfahren entwickelt, wie das Arbeiten mit resistenten Tuschen, mit denen ein ganz eigenwilliger künstlerischer Ausdruck erzielt werden kann. Dohmen nutzt auch die klassische Technik des Kupferstichs, die heute weitgehend aus dem Repertoire der künstlerischen Techniken verschwunden ist.

Komplizierte Mischtechniken, Prägeradierungen im Hochdruckverfahren sowie das neuere Verfahren der Collagrafie sind unter den erworbenen Blättern vertreten, die insgesamt eine Bereicherung der Grafischen Sammlung darstellen.

Walter Dohmen arbeitet figurativ. In den 1970er Jahren bilden Röntgenbilder den Ausgangspunkt für seine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Skelett. Später umkreist er mit der immer wieder neu ansetzenden Linie die menschliche Figur. Nicht selten konzentriert er sich auch auf den Kopf und das Gesicht, um innere Befindlichkeiten auszudrücken. Niemals geht es Walter Dohmen um eine realistische Wiedergabe der Wirklichkeit, sondern stets die Charakterisierung von inneren Welten.

s. auch www.suermondt-ludwig-museum.de

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Pascalstraße: Aseag fährt wieder rein

Ab heute ist es soweit: Die Aseag verbessert korrigiert ihren Fahrplan. Nicht zur Zufriedenheit aller, aber wohl zur Zufriedenheit der Menschen, die die Pascalstraße erreichen müssen. Die Arbeitsplätze dieser Personen waren nach der Fahrplanumstellung im Dezember 2017 nur noch mittels einem längeren Fußmarsch zu erreichen.

Es gab eine imposante Unterschriftenliste und nach einigem Zögern tatsächlich eine Verbesserung für die Pendler, die ins Gewerbegebiet Pascalstraße möchten.

Konkret: Vier Fahrten der Linie 16, die bisher an Schleckheim Kapelle endeten, werden morgens über die Haltestelle Schumag bis zur Pascalstraße verlängert bzw. setzen nachmittags in der Gegenrichtung bereits im Gewerbegebiet Pascalstraße ein.

Alle weiteren Verbesserungen findet ihr auf der Seite der Aseag, und zwar hier https://www.aseag.de/fahrplan/fahrplanaenderungen-2018/

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Von Proportionen und Dimensionen

So sieht’s jetzt noch aus. Aber nicht mehr lange.

Hier werden bald die Gehweg-Platten ganz eng nebeneinander gelegt. Dann können auch problemlos Behinderte im Rollstuhl, Fahrradfahrer und viele, viele Kinder hier entlang kommen und zur Schule kommen. Skater wird man vielleicht sogar treffen. Diese Hof wird endlich belebt. Die Platten sind jetzt einigen Menschen zu weit auseinander.

Das Erscheinungsbild wird sich stark verändern, und zwar nur indem man die Platten enger aneinander rückt. Jetzt ist es noch so: Die Platten in ihrem Abstand befinden sich in einem abgestimmten Verhältnis zu den Grünflächen, zu dem abgestuften und versetzten Dreieck in der Mitte, zu den Bänken und Lampen, zu den Balkonen, ja zur ganzen Innenanlage. Alles ist in seinen Proportionen und Dimensionen ideal aufeinander abgestimmt.

Man nimmt allerdings nur unbewußt die stimmigen Proportionen wahr. Es ist ein Ensemble, angelegt von jemand, der sich mit Proportionen auskennt. Das ist für das Auge sehr angenehm und hat eine heiter stimmende Wirkung, wenn man draufschaut.

Dieser Hof wirkt gewissermaßen fein und zeugt in seiner Gesamtanlage von einem guten Geschmack, der im Ostviertel so nicht häufig vorkommt, möchte ich mal sagen.

Aber das wird geändert. Dann werden die Platten eng zusammengelegt. Das wird nicht ganz billig, aber die Investition dürfte sich lohnen, wenn man im gegenwärtigen Bauboom erst mal ein Bauunternehmen gefunden hat, das den Auftrag übernimmt. Mit zusammengelegten Gehweg-Platten passt die Anlage einfach viel besser ins leicht schäbbige Aachener Ostviertel. Es ist dann doch eher Arte Povera, wenn man so will.

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Was wir in Aachen einatmen: Stickstoffdioxid, Feinstaub und Kohlenmonoxid

ADFC, Greenpeace, NABU und VCD können erklären, warum die Luft in Aachen so schmutzig ist, dass jetzt sogar ein Gericht verfügte, es müssten zum Schutz der Bevölkerung Fahrverbote realisiert werden. Es sind die Busse, es ist der Mangel an Möglichkeiten für Fahrradfahrer, es sind die vielen hemmungslos   in die Innenstadt geleiteten Pkw . . . dies alles und mehr bewirkt, dass die Aachener Luft die Grenzwerte nicht einhält.

Es gebe „kaum eine andere Stadt, die so konsequent den Weg zur Emissionsfreiheit geht wie Aachen“,  soll Oberbürgermeister Marcel Philipp nach dem Fahrverbots-Urteil gesagt haben. Man kann es nicht glauben. Und zweifelt an der eigenen Wahrnehmung, die sich mit der Bilanz der Umweltverbände deckt.

In mehreren langen Texten (alle mit Belegen gespickt) haben Fahrradclub (ADFC), Greenpeace, Naturschutzbund (NABU) und Verkehrsclub (VCD) dargelegt, was alles an Luftreinhaltungs-Maßnahmen versprochen und wie wenig davon eingehalten wurde. Es ist erschreckend, dass alles einmal so gebündelt vor Augen geführt zu bekommen.

Parken in der Innenstadt wird in Aachen in jeder Weise gefördert. Parken am Straßenrand ist viel preiswerter, als das Parken im Parkhaus. Und viele, teils relativ neue Parkhäuser laden jeden und jede ein, mit dem privaten Pkw doch bitte mitten in die Innenstadt hinein zu fahren. Wie soll da die Luft sauberer werden?

Im Folgenden bringe ich ausschnittweise einen weiteren Text der Verbände. 

 

Die Umweltverbände ziehen Bilanz:

Es ist unstrittig, dass in fast allen stark befahrenen Straßen in Aachen Autos, Motorräder oder Motorroller den höchsten Anteil an den Belastungen mit gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen hat. Zu diesen Schadstoffen gehören unter anderem Stickstoffdioxid, Feinstaub oder auch Kohlenmonoxid. Nur auf sehr wenigen Straßen, wie zum Beispiel der Peterstraße, ist der öffentliche Nahverkehr mit Dieselbussen ursächlich für die derzeit diskutierte Überschreitung von Grenzwerten.

Daher ist es richtig und dringend erforderlich, kurzfristig bei der Reduzierung der Verkehrsmengen des Pkw-Verkehrs anzusetzen um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern.

Andreas Schulze von Greenpeace Aachen hebt hervor: „Dies würde die Lebensqualität von Anwohnerinnen und Anwohnern, die Attraktivität für Besucherinnen und Besucher sowie die Verkehrssicherheit für zu Fuß Gehende und Radfahrende erheblich verbessern.“ Ein zeitnaher und flächendeckender Wandel der Kfz-Flotte hin zur Elektromobilität erscheint nicht realistisch und wird der Dringlichkeit des Problems nicht gerecht.

Bereits im Luftreinhalteplan 2009 waren Maßnahmen vorgesehen, um den Kfz-Verkehr in der Stadt zum Beispiel durch den Ausbau von Park-and-Ride-Konzepten zu minimieren. Die Ansätze der Stadt Aachen waren anscheinend nicht so attraktiv, als dass sich die Nutzerzahlen relevant erhöht hätten.

Hierzu gehörte ebenso die seit Ewigkeiten diskutierte Schließung des städtischen Parkhauses Büchel mit 436 Stellplätze. Eine Kompensation für die irgendwann dort entfallenden Stellplätze wurde bereits vor Jahren unter anderem mit dem Parkhaus am alten Bushof (EBV-Carré, 480 Stellplätze) geschaffen.

Zuletzt hat sich auch die Bezirksregierung Köln darüber beschwert, dass es bei der Schließung des Parkhauses Büchel keine Fortschritte gibt. Vielmehr gab es in den letzten Jahren eine Vielzahl an neuen öffentlichen oder privaten Parkhäusern, welche das Angebot an Kfz-Stellplätzen im Innenstadtbereich massiv erhöht haben (Kapuziner Karree +250, Parkhaus AachenMünchener Versicherung ca. +300, Aquis Plaza +600, Parkhaus am Dom +327).

Dies führt selbstverständlich zu mehr Kfz-Verkehr, da es attraktiver wird mit diesem Verkehrsmittel in die Stadt zu fahren – man findet immer einen Stellplatz. „Davon können Radfahrende manchmal nur träumen – am Elisengarten sind fast immer alle Fahrradbügel voll“, bestätige Helga Weyers vom ADFC.

Im aktuellen Luftreinhalteplan 2015 wurde ein Schwerpunkt auf die Minimierung des Parksuchverkehrs gelegt. Ziel war es demnach: „. . . das noch bestehende Kostengefälle zwischen öffentlichem Parkraum und Parkhäusern abzubauen um einerseits Anreize zum direkten Ansteuern freier Parkhauskapazitäten und zur verstärkten Nutzung der öffentlichen Stellplätze für Kurzzeitparker zu schaffen.“

Im Januar 2016 wurde von der Stadtverwaltung auf der zuvor genannten Grundlage eine Vorlage für den Mobilitätsausschuss erstellt, um den Parksuchverkehr im Stadtgebiet zu reduzieren. Diese wurde sehr schnell von der Politik vertagt und erst im Oktober 2017 wurde die Verwaltung von der Politik mit einer Anpassung der Parkgebühren beauftragt. Seitdem hat man leider nichts mehr gehört – „so funktioniert Luftreinhaltung nicht, wenn man die Themen immer nur auf die lange Bank schiebt“ – konstatiert Ulrich Bierwisch vom VCD Aachen.

Aus Sicht der Verkehrs- und Umweltverbände wäre eine Harmonisierung der Parkgebühren mit den fast jährlich steigenden Preisen für die Tickets des öffentlichen Personennahverkehrs ebenfalls längst überfällig. Die Parkgebühren wurden in Aachen zuletzt im Jahr 2008 erhöht. Seitdem sind die Tickets für den ÖPNV – gemäß einer Presseerklärung des VCD Aachen – um mehr als 30 % gestiegen.

Allein die niedrige Inflationsrate in den letzten zehn Jahren hätte eine Anhebung der Parkgebühren um 14 % gerechtfertigt. Ein Konzept über die erforderliche Höhe der Parkgebühren hat der ADFC Aachen bereits im März 2017 vorgelegt. Derzeit sind die Gebühren für kurzes Parken – bis zu einer Stunde – im Parkhaus fast doppelt so hoch wie am Straßenrand. Daher hat die Bezirksregierung Köln der Stadt auch auf diesem Themenfeld „Umsetzungsdefizite“ vorgeworfen.

Aus Sicht der Verbände würde eine Lenkung von Kfz in die Parkhäuser die große Chance bieten, den dadurch freiwerdenden Platz im öffentlichen Raum den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zur Verfügung zu stellen. Steffen van Bergerem vom ADFC betont:

„Wenn weniger Stellplätze am Straßenrand benötigt werden, bleibt mehr Platz für Bäume und Sträucher, sichere Radwege, breite Gehwege und Außengastronomie. Das macht eine attraktive und lebenswerte Stadt aus.“

 

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