5 Milliarden für die Schulen. Und jetzt?

Schulen fit machen für die digitale Revolution. Kein schlechter Plan, so langsam pessierts. Foto: KKG in Aachen.

Die Finanzhilfe des Bundes von 5 Milliarden Euro für die Schulen wird kommen. Die Sache muss zwar noch im Bundesrat abgesegnet werden, aber das wird wohl kein Problem sein.

5 Milliarden für rund 40.000 Schulen im Deutschland. Plus 10 Prozent, die von den Ländern kommen sollen. Das sind pro Schule etwa 137.000 Euro, und pro Schüler dann ungefähr 500 Euro. Also pro Kind/Jugendlicher 500 Euro – verteilt auf 5 Jahre allerdings. Das ist nicht viel, aber auch nicht wenig.

Das Geld soll im Rahmen des „Digitalpakt Schule“ in den Schulen für die Digital-Ausrüstung (z. B. Tablets, Rechner, Whiteboards) ausgegeben werden. Außerdem darf es – nach vielem Hin und Her – auch für Personal ausgegeben werden. (Nicht für Glasfaser, denn dafür ist ja das Wirtschaftsministerium zuständig.)

Geld für Personal (wenn auch leider nur befristet), hier sehe ich eine Chance.

In jeder Schule, in der ich 2018/2019 war (dank Entsendung durch die Fraktion der Freien Wähler im LVR) gab es einen Lehrer, der sich um den First-Level-Support kümmerte. „So, wie eine Schule einen Hausmeister braucht, so braucht sie heute auch einen Administrator“, sagt der Jurist Ulf Buermeyer im Podcast „Lage der Nation“.  Das könne 1. ein Lehrer/Lehrerin

Noch ne Schule in Aachen und . . .

sein, 2. ein eigens dafür eingestellter Mensch oder 3. ein externer Dienstleister. Jemand muss Administrator sein, muss das Netz am Laufen halten und von anderen Aufgaben in der Schule freigestellt sein.

Die Hobby-Administratoren in den Schulen sind oft am Rande der Belastbarkeit, das wurde bei den Schulbesuchen mehrfach angedeutet. Diese Lehrer haben echte IT-Kompetenz, werden aber von ihrer „normalen“ Arbeit in den Klassen nicht freigestellt. Das Freistellen sollte aber den Schulleitern ermöglicht werden, denn sonst wird man es bald mit lauter ausgebrannten Hobby-Administratoren zu tun haben. Das geht im Bereich IT schnell.

Die Schulen brauchen eine gewisse Internet-Kompetenz im eigenen Haus. Deshalb sollte das Geld vom „Digitalpakt Schule“ auch dafür ausgeben werden,

. . .  auch das ist eine Schule. Weil: Es steht ja dran.

dass in jeder Schule zwei oder drei Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden als Team, die Computer warten und das Internet stabil halten. Außerdem sollte man nicht Tablets kaufen, die sowieso in vier, fünf Jahren veraltet sind, sondern dafür sorgen, dass es in jeder Klasse eine Netzwerkdose gibt, dass vernünftiges W-Lan vorhanden ist. Dann hätte man für das Geld etwas Nachhaltiges angeschafft, wovon man auch in 20 Jahren noch was hat.

Am 15. März ist die Angelegenheit im Bundesrat, das erste Geld könnte sogar noch dieses Jahr den Schulen zukommen.

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Diese Links habe ich via Podcast „Lage der Nation“ gefunden:

https://www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/grundgesetzaenderung-bund-und-laender-einigen-sich-auf-digitalpakt

https://www.deutschlandfunk.de/5-milliarden-fuer-die-schulen-bundestag-fuer-digitalpakt.2852.de.html?dram:article_id=441687

https://www.sueddeutsche.de/politik/bildung-euro-pro-schueler-1.4340369

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Und morgen lest ihr: Tohuwabohu auf dem Altkleider-Sammelmarkt. Wo ist mein Container geblieben?

 

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War wieder ein Erlebnis der Extraklasse: ein Besuch im Theater Aachen

Sehr bequem: Was demnächst im Theater Aachen (Großes Haus, Kammer und Mörgens) aufgeführt wird, kann man sich auf kleinen Flyern durchlesen und schauen, ob man das mag. Im Foyer des Theaters.

Ein Besuch im Theater Aachen hat sich wieder gelohnt. Zum letzten Mal wurde „Der Kaufmann von Venedig“ (Shakespeare) gegeben. Um mit dem Schluss zu beginnen: Es gab tosenden Applaus.

Das Stück handelt von zwei Töchtern – die eine Christin, die andere Jüdin – die über den Reichtum ihrer Väter verfügen. Und da sind eine Reihe junger Männer,

Bilder im Theater zeigen die Kostüme der Schauspieler*innen im Stück.

die dringend Geld brauchen. Dies teils wegen ihres kostspieligen Lebenswandels, teils weil sie als Kaufleute gerade sehr wenig Erfolg haben. Beide (!) Töchter reichen die Kohle ihrer Väter an ihre neuen, völlig mittellosen Ehemänner weiter. Aus Liebe, oder so.

Es geht also um Geld. Der titelgebende „Kaufmann von Venedig“ leiht sich in dem Stück Geld von Shylock, dem Juden, er kann es nach der abgemachten Frist nicht zurückzahlen und das Unglück nimmt seinen Lauf . . . Mehr als der Kaufmann steht in dem Stück übrigens der Jude im Mittelpunkt, wohlhabend und über alle Maßen unbeliebt, als Geldverleiher benutzt und zugleich beschimpft und am Ende noch reingelegt und der Verlierer im Stück.

„Das muss aufhören“, dachte ich sonderbar glasklar beim Rausgehen aus dem Theater, dass nämlich der Außenseiter, sei er nun Dunkelhäutiger, Inuit, Sioux, Krummer, Dicker, Dürrer, Jude, Flüchtling, Obdachloser, Behinderter, Homosexueller, Moslem, usw, usw, am Ende immer der Verlierer ist und die anderen die lachenden und fröhlich tanzenden Gewinner.

Falls jemand Lust hat, sich im Theater Aachen in diesem Frühjahr was anzusehen, für den/die habe ich mal ein Foto von Teilen des Programms gemacht (s. oben Aufmacherbild). Das Theater ist zwar hochsubventioniert, ein Besuch ist trotzdem teuer. Bis jetzt zahlten wir jedes Mal pro Person 30,50 Euro. Wenn ihr zu Zweit zweimal in einem Monat ins Theater geht, habt ihr schon mehr Geld aus öffentlichen Kassen bekommen, als ein Hartz-IV-Empfänger im ganzen Monat für sich bekommt (Miete nicht mitgerechnet). Denkt mal drüber nach. (UPDATE: Dazu gibt es prompt Nachfragen. Werde später mal genauer berichten)

„Der Kaufmann von Venedig“, inszeniert von Ewa Teilmans. Die Frau hat’s drauf. Wer alles auf der Bühne stand, seht ihr hier

Hier Ausschnitte (Das Stück ist abgelaufen, da kann ich mich kurz halten):
https://www.youtube.com/watch?v=-fGLD700MOo

Und so erlebte Sabine Rother (AZ/AN) das Stück: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/der-kaufmann-von-venedig-am-theater-aachen_aid-33260151

Imposant: Die Decke samt Leuchter im großen Saal des Stadttheaters.

Ganz, ganz toll in seiner Rolle fand ich Björn Jacobsen als Diener und Narr. Seine schauspielerischen Leistungen wurden ausgezeichnet mit dem Förderpreis für Kultur der Stadt Bremerhaven, dem Förderpreis der Gesellschaft der Staatstheaterfreunde Braunschweig und dem Publikumspreis der Bayerischen Theatertage für das Livehörspiel »Spiel mir das Lied vom Tod« am Theater Erlangen. Und ich wette, dass er das Preisgeld jeweils nicht an seinen Arbeitgeber abliefern musste.

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Nach dem schrecklichen Unfall: Zwei Maßnahmen

Die Stadtverwaltung reagiert auf den tödlichen Unfall einer Radfahrerin (52) auf der Vaalser Straße (s. Foto oben). Es wurden zwei Sofortmaßnahmen beschlossen, so teilt das Presseamt mit. Heike Ernst, die Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde, informierte die Mitglieder des Mobilitätsausschusses am Donnerstag, 21. Februar, über das Ergebnis der Beratungen, die nach dem schrecklichen Unfall stattgefunden haben.

  1. Der markierte Radschutzstreifen zwischen der Einmündung Kronenberg und der Kreuzung Amsterdamer Ring/Halifaxstraße werden komplett rot eingefärbt. Bislang ist er nur in der Zufahrt zur Straße Kronenberg rot markiert.
  2. Die von Laurensberg und Vaals kommenden Radlerinnen und Radler bekommen ein eigenes Ampelsignal an der Einmündung Vaalser Straße/ Kronenberg. Diese Ampel für Radler springt fünf Sekunden früher auf Grün als die Ampel für Autos. Die Radfahrer tauchen also in Zukunft früher in der Einmündung und in der folgenden Kreuzung auf und sind besser zu sehen. Die beiden Sofortmaßnahmen sollen zügig umgesetzt werden.

Heike Ernst erläuterte den Politikerinnen und Politikern weiter, dass der für das Radfahren freigegebene Gehweg zwischen der Straße Kronenberg und dem Amsterdamer Ring wie bisher von Radlerinnen und Radlern genutzt werden könne, die sich auf dem Schutzstreifen zwischen Geradeaus- und Rechtsabbiegespur nicht sicher aufgehoben fühlen.

Twitterer @mohs dazu: Die zweite Maßnahme macht ja mal wirklich Sinn. Ich bin überrascht… andererseits gehört zur Wahrheit eben immer noch, dass erst jemand sterben muss, bevor sich was verbessert. Das ist der eigentliche Skandal daran.

Vor der Sitzung im Verwaltungsgebäude, Lagerhausstraße, gab es dort übrigens eine imposante Mahnwache mit über 100 (Anruf einer Teilnehmerin: Es seien  über 300 gewesen) Aachener Radlern. Es wurden keine Sprüche gebrüllt, nur relativ still der Verunglückten gedacht und die Politik an ihre Pflicht erinnert, auch für Menschen auf Fahrrädern unfallfreies Fortkommen auf Aachens Straßen zu ermöglichen.

Zur Mahnwache aufgerufen hatte die „Initiative Radentscheid“, die ein Bürgerbegehren in die Wege leitet. Diese Initiative fordert u. a. baulich getrennte Radspuren.

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Vom Sehen, Hinsehen und getäuscht werden

Im Ludwig Forum in Aachen: „Lust der Täuschung“. Die Ausstellung war in etwas anderer Form zuvor schon in München zu sehen.

Die Reden sind gehalten, die Ausstellung ist eröffnet. Jetzt können wir uns überlegen: Was sehen wir, was glauben wir zu sehen und was sind wir konditioniert zu sehen?

Museumschef Dr. Andreas Beitin hat seine letzte große Bilderschau abgeliefert, und viele wollten dabei sein. In seiner Rede bedankte er sich bei all denen, die ihn mit Mails und Anrufen unterstützten, als ihm von Seiten der Politik der Wind ganz heftig um die Ohren fegte. Er erhielt lang anhaltenden Beifall.

In seinen drei Aachener Jahren hat Beitin hier viele echte Fans gewonnen, bestimmt mehr, als er selber geglaubt hatte. Man hat ihm völlig zu Unrecht in groß aufgemachten Presseartikeln vorgeworfen, Geld nicht der Stadtkasse zugeleitet zu haben – das Preisgeld einer Stiftung, 1700 Euro für die besonders gut gelungene Mies-van-der-Rohe-Ausstellung, eine Summe, die ausdrücklich ihm als Kurator zugeeignet wurde.

Die CDU-Kulturausschussvorsitzende Margrethe Schmeer hielt eine merkwürdige Rede. Sie sprach davon, dass Kunst und Kultur in Aachen derzeit nicht gerade Hochkonjunktur hätten (sinngemäß), es müssten jetzt alle zusammenhalten, denen Kunst und Kultur etwas bedeute. – Wie sonderbar. Sorgt doch die CDU selbst am meisten dafür, dass Künstler klein (und arm) gehalten werden, zumindest die der freien Kulturszene. Die Damen und Herren Christdemokraten werden sich noch wundern, zu welcher Verrohung die Kultur in der Zukunft fähig sein wird. Da kann der ewig grinsende OB dann auch nichts mehr weglächeln.

Die Ausstellungsstücke selbst konnte man bei der Eröffnung nicht in Ruhe anschauen. Zu viele Leute. Bei einem Rundgang war es mir zudem schwer, nicht zuzugreifen, denn man will schließlich nach längeren Betrachten dann doch wissen: Ist das Teil nun dreidimensional oder wieder nur gemalt?

Die allgegenwärtigen Kameras, die dich erkennen und deine Wege verfolgen. Es sei denn, zu ziehst dir eine Maske über und spazierst – wie in früheren Tagen – anonym wohin es dich gerade treibt.

Volles Haus im Ludwig Forum. Besonders viel Applaus gab es für Noch-Museumschef Dr. Andreas Beitin.

Es folgen: 2 LeserInnenbriefe

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Aachen: Die „Virtual Reality“ im Ludwig Forum erleben

Hat das Zeug, in Aachen ein Publikumsmagnet zu werden: Die neue Ausstellung im Ludwig Forum, die heute um 19 Uhr eröffnet wird. Dann werden u.a. Dr. Roger Diederen, Direktor der Kunsthalle München,  sprechen sowie Dr. Andreas Beitin, Chef des LuFo selbst.

Täuschung als Konzept, schönes Video vom WDR:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-lokalzeit-aus-aachen-2698.html

Alle Besucherrekorde der letzten Jahre wird – wenn ich mich nicht total täusche – die neue Ausstellung im Ludwig Forum sprengen, die am heutigen Donnerstag, 21. Februar, eröffnet wird. Der Titel lautet: „Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality“. Ab morgen ist sie  als Gemeinschaftsproduktion der Kunsthalle München und des Ludwig Forum für Internationale Kunst (LuFo) in Aachen zu sehen. Das teilte jetzt das Presseamt der Stadt Aachen mit.

„Die Welt will betrogen sein“, heißt es. Und sie will es nicht nur ganz besonders in unserer Zeit, sondern sozusagen schon immer. Nicht zuletzt mit Vergnügen – in den Künsten. Ob perfekte Material-Nachahmungen, ob Erzeugen von vermeintlicher Dreidimensionalität oder – höchst aktuell – von virtuellen Welten, in die man „eintauchen“ kann, statt sie nur zu betrachten: Mit rund 100 Werken aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Design sowie mit raumgreifenden Medien-Installationen bietet die Ausstellung im LuFo einen unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion.

„In Zeiten von Fake News, alternativen Realitäten und einer allgemeinen Verunsicherung unserer Vorstellung von Realität regt sie zu einem höchst aktuellen Diskurs an.“ (Mitteilung der Ludwig Forums)

Erweitert wird die Aachener Ausstellung durch zahlreiche Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig. In Aachen wurde sie  kuratiert von Dr. Andreas Beitin, der ja bekanntlich leider, leider Aachen in Richtung Wolfsburg verlässt,  und Dr. Annette Lagler, stellvertretende LuFo-Direktorin. (Kuratorische Assistenz: Dominik Bönisch, Ausstellungsassistenz: Marie Gentges)

Es handelt sich um ein gemeinsames Ausstellungs- und Publikationsprojekt des Ludwig Forums für Internationale Kunst Aachen und der Kunsthalle München. Gefördert von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie der Rudolf-August Oetker-Stiftung. Zu sehen bis 30. Juni. 

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Unterwegs in Straßburg. Diskussion im EU-Parlament. Mikwe besichtigt.

Das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg (Frankreich).

Zu einer dreitägigen, politischen Informationsreise nach Straßburg hat sich Anfang Februar 2019 die Fraktion der Freien Wähler im Landschaftsverband Rheinland (LVR) aufgemacht*. Wie schon mehrfach in der Vergangenheit galt es, Fragen und Themen, die im LVR auf der Tagesordnung stehen, genauer ins Auge zu fassen, um später qualifiziert entscheiden zu können.

Der LVR wird die Trägerschaft für das Groß-Projekt „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ in der Kölner Innenstadt übernehmen. Dieses Kooperationsprojekt des LVR und der Stadt Köln stellt einen Rundgang durch 2.000 Jahre Stadtgeschichte vor und unter dem Kölner Rathaus in den Mittelpunkt. Künftig wird dort u. a. das mittelalterliche jüdische Viertel gezeigt. Die bauliche Verantwortung trägt die Stadt Köln, der LVR erarbeitet die Konzeption und übernimmt die Trägerschaft.

Entsprechend wurden in Straßburg das Archäologische Museum  und eine in Straßburg wiederentdeckte Mikwe (dort: Miqvé geschrieben) besichtigt. Es handelt sich um ein bei Juden übliches, rituelles Bad aus dem 12. Jahrhundert.

Die Mikwe beeindruckte, das archäologische Museum mit seinen hochinteressanten Ausstellungsobjekten bereitete auf Diskussionen über eine zeitgemäße (modernere) Art der Präsentation in Köln vor. Eine geführte Stadtbesichtigung brachte außerdem die Mitglieder der Fraktion zu den Orten heutigen und damaligen jüdischen Lebens in Straßburg.

Tags drauf stand im Hinblick auf die wichtigste Wahl des Jahres (26. Mai 2019) ein Besuch des EU-Parlaments auf dem Programm. Mit einem Referenten des Besuchsdienst und mit Ulrike Müller, die für die Freien Wähler Mitglied des EU-Parlaments ist und sich der Gruppe ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) angeschlossen hat, wurde über Fragen hinsichtlich des Image des EU-Parlaments diskutiert. Der Gruppe wurde unter anderem die Seite „Was tut die EU für mich?“ vorgestellt und an Beispielen erklärt. Diese Seite ist in der Tat „eine wegweisende neue Webseite, die die Vorteile der EU für den einzelnen Bürger aufzeigt“ und sollte im EU-kritischen Freundes- und Bekanntenkreis empfohlen werden.

Auf der Besuchertribüne des Plenarsaals konnte die Gruppe schließlich einen Eindruck davon erlangen, mit welchen Themen sich die Abgeordneten zu befassen haben. Nahezu abstoßend war der Redebeitrag eines Mitglieds der rechtspopulistischen britischen Partei UKIP (UK Independence Party). Lautstark und in aggressiver Weise beschimpfte der Redner die Parlamentarier, in seinem Wortbeitrag (über Fragen der Fischerei) nannte er den Zustand der EU mehrfach „eine Hölle“.

Die Reise wurde wieder hervorragend vorbereitet von der Geschäftsführung der LVR-Fraktion der Freien Wähler, Beate Plötner und Heinz Schmitz. Vielen Dank dafür.

Die Sitzordnung im EU-Parlament in Straßburg. Bald wird sich zeigen, ob das geeinte Europa der wirtschaftlichen und politischen Macht Chinas und USA Paroli bieten kann. Wenn überhaupt, wird dies nur gemeinsam möglich sein.

*Als Mitglied der Piratenpartei bin ich im LVR ein Mitglied der Fraktion der Freien Wähler und dort im Schulausschuss aktiv.

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Sondersitzung in Walheim: Es geht rund

Du wohnst an einer Straße, die kaputt ist? Dann fang schon mal an zu sparen. Manche Politiker fordern nämlich und halten es für selbstverständlich, dass du dich mit bis zu 80 % an den Kosten für die Erneuerung beteiligst. Auch als Mieter, oder glaubt jemand, dass die Vermieter die Kosten nicht auf die Mieter umlegen? Foto oben (nur als Beispiel einer kaputten Straße hier abgebildet): Die Kurfürstenstraße im Frankenberger Viertel.Um diese Straße in Walheim geht es am kommenden Dienstag: Hasbach. Eine Rumpelstrecke. Dort sollen die Anwohner zur Kasse gebeten werden. Und die sind damit gar nicht einverstanden.

Kommenden Dienstag, 19. Februar, geht es in Walheim rund. Da findet um 18 Uhr im Foyer der Gemeinschaftsgrundschule Walheim, Kirchberg 14, eine Sondersitzung des Bürgerforums statt. Grund für die Sondersitzung: Die Straße Hasbach in Walheim weist erhebliche bauliche Schäden auf und kann nicht mehr saniert werden. Daher ist die Erneuerung des gesamten Straßenaufbaus notwendig. Und die Anwohner sollen zahlen.

Zum Hintergrund teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit: Im Juli 2016 ging es los. Da habe die Bezirksvertretung Aachen-Kornelimünster/Walheim die Empfehlung an den Mobilitätsausschuss formuliert, die Straße Hasbach zu erneuern und den Ausbau als dringend bezeichnet. Im September des gleichen Jahres habe es dazu eine Bürger-Info-Veranstaltung gegeben, bei der die Verwaltung ihre Ausbaupläne vorgestellte. Die Baukosten seien damals auf rund 800.000 Euro geschätzt worden.

Das ist bitter. Angesichts deutlich gestiegener Kosten im Baugewerbe ist

Gut und schön: „Recht auf Stadt“. Aber dazu muss Stadt auch bezahlbar sein.

nämlich inzwischen mit deutlich höheren Baukosten zu rechnen. Glückwunsch, liebe Bürgerinnen und Bürger. Die Straße, die euch die Busse der ASEAG auf neuer Route kaputtgefahren haben, kommt euch jetzt noch teurer (Ironie aus).

„Beim Ausbau von Straßen werden die Anlieger und Grundstücksbesitzer über die so genannten Straßenbaubeiträge mit bis zu 80 Prozent der entstandenen Kosten belastet“, teilt die Stadtverwaltung mit. Dies sei in Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern nun mal so, nicht aber z. B. in Bayern und Baden-Württemberg. Allerdings sei eine Änderung des Kommunalabgabengesetztes in NRW geplant. (Denn was alle benutzen können, das sollten in NRW – mMn – normalerweise auch alle bezahlen.)

In der Sitzung des Bürgerforums soll noch einmal der bisherige Stand der Planung vorgestellt und ein Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden. Die Sondersitzung ist öffentlich. Auch auf „die beitragsrechtliche Thematik“ und die Nahverkehrsplanung für Walheim soll im Rahmen der Sitzung des Bürgerforums eingegangen werden, verspricht die Verwaltung.Du wohnst an einer Straße, die nicht kaputt ist? Freu dich. Hier – wahllos rausgegriffen – die Forckenbeckstraße im Hochschulviertel.

Zur Info, Hasberg: Die Straße ist eine etwa 500 Meter lange Nebenstraße und gleicht in Teilen einer Kraterlandschaft. Die Verwaltung möchte mit der Erneuerung auch breitere Bürgersteige und Parktaschen anlegen lassen. Die Anwohner fragen sich: Wozu? Sie haben errechnet, dass auf jede Familie etwa 15.000 bis 20.000 Euro Kosten zukommen. Die ganze Situation gleicht sehr der vom Grauenhofer Weg.

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Radfahrerin tot, Büchel ohne Investoren und Kunstpreis-Jury entsetzt

In Strasbourg (Frankreich) verweilen die Europapolitiker an vier Tagen im Monat, um zu diskutieren und Beschlüsse zu fassen.

1. Kaum ist man mal ein paar Tage in Sachen EU-Politik unterwegs, da tun sich in Aachen die schrecklichsten Dinge: Wieder ist eine Radfahrerin unter die Räder eines Lkw gekommen – dieses Mal auf der Vaalser Straße. Sie starb im Krankenhaus. Es sind einfach die Radwege zu wenig getrennt von den

Immer mehr weiße Fahrräder im Stadtbild von Aachen! Sie erinnern an Unfälle, bei denen die Radler zu Tode gekommen sind. Doch auch die Bus- und Lkw-fahrer sind Opfer.

Fahrbahnen der Lkw und Pkw. Ich bin erschüttert. Dies auch, weil ich weiß, dass in Aachen das Fahren mit Rädern/Leihrädern gefördert wird, dass aber für eine passende Radinfrastruktur keinesfalls gesorgt wird. Sehr, sehr schade. Wir müssen leider mit weiteren Unfällen rechnen.

2. Viel weniger schlimm ist es, dass die Investoren Sauren und Hermanns sich aus dem Projekt Büchel verabschiedet haben. Dass dies geschehen wird, hatte ich erwartet. Von dem Projekt, bei dem ein Teil der Aachener Innenstadt neu geplant und neu bebaut werden sollen, sagen die Investoren: Es sei quasi überambitioniert und von privaten Geldgebern nicht zu stemmen.

Die Piraten, im Stadtrat mit leider nur drei Abgeordneten in der Opposition, schreiben dazu: Die Stadt Aachen müsse sich ihrer Verantwortung für eine sachgemäße Stadtentwicklung stellen und die Realisierung des „Altstadtquartiers Büchel“ in die eigenen Hände nehmen! Das, was bisher an der mangelnden Kompromissbereitschaft und der überzogenen Erwartungshaltung der Investoren gescheitert sei, rücke durch einen städtischen Ankauf der angebotenen Grundstücke in sehr greifbare Nähe.

Die Piraten fordern deshalb die Stadt auf, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, um die in Frage stehenden Grundstücke zu erwerben und die entsprechende Planung im Sinne der politischen Beschlussfassung voranzutreiben. Ratsherr Marc Teuku teilt mit:

„Die Stadt hat sich lange genug im Schwitzkasten der Investoren befunden. Jetzt muss man schnell handeln. An der Stelle können CDU und SPD nun auch zeigen, wie ernst sie ihren Antrag zur kommunalen Wohnungsbauförderung meinen.“

3. Die dritte schlechte Nachricht: Die Herrschaften, die Museumschef Dr. Andreas Beitin (und zwei weiteren Kuratoren) für hervorragende Arbeit ausgezeichnet hatten, haben jetzt erfahren, dass die Stadtverwaltung das Preisgeld (5000 Euro) für sich kassiert hat. Sie sind mächtig sauer und prangern – landauf, landab – das Verhalten der Aachener Verwaltung an. Der WDR  berichtete ausführlich. Der Deutschlandfunk auch. Und diverse Zeitungen und Kunstzeitschriften.

Für mich ist auch das keine Überraschung. Dass man in Aachen wegen hervorragender Leistungen im kulturellen Bereich keine Hochachtung erfährt, das ist hier an der Tagesordnung. Und von moderner Kunst denkt hier einjeder: „Das kann mein Kind auch.“ Museumschef Beitin hat sich längst einen anderen Arbeitgeber gesucht. Das Beste, was er machen konnte.

Mal sehen, wer jetzt noch in Aachen Leiter oder Leiterin des Ludwig Forums werden will. Wird sich schon jemand finden, und die Ausstellung-Besuche dort werden dann wieder im kleinen Kreis stattfinden, wie es vor dem Engagement von Andreas Beitin der Fall war.

Mit der LVR-Fraktion der Freien Wähler war ich in Strasbourg (s. EU-Parlament von innen). Was unterdessen in Aachen geschah, lest ihr oben.

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Am Notruftag: Die Aachener Feuerwehr stürzt sich ins Twittergewitter

Die Aachener Feuerwehr im Einsatz in der Charlottenstraße. Am Montag (11.02.) sind die Einsätze auf Twitter mitzuerleben. Foto: Henning Brinkmann

Ein „Twittergewitter“ zieht über Deutschland. Aus Anlass des europaweiten Notruftags am Montag, 11. Februar, lassen 38 Berufsfeuerwehren aus ganz Deutschland die Bevölkerung live über den Kurznachrichtendienst Twitter an ihrem Alltag teilhaben. Auch die Feuerwehr Aachen gibt an diesem Tag  Einblicke: von der Brandbekämpfung bis zum Rettungsdienst, von der Ausbildung der Brandmeisteranwärterinnen und Brandmeisteranwärter bis in die Leitstelle.

Die Pressestelle der Stadt Aachen teilt mit: Unter den Hashtags #112live und #Aachen112 berichten wir von 7.30 Uhr bis 20 Uhr hautnah von den Feuerwachen aus dem „ganz normalen“ Alltag der Kolleginnen und Kollegen. Vom Morgenappell bis zum gemeinsamen Abendessen, von der Gerätepflege bis zum Einsatzruf, vom Fuhrpark bis zur Uniform ist alles dabei. Neben ganz persönlichen Geschichten und Informationen zur Ausbildung gibt es auch nützliche Tipps zum Verhalten im Notfall oder zum richtigen Absetzen eines Notrufs.

Das „Twittergewitter“ der Aachener Feuerwehr könnt ihr unter www.twitter.com/PresseamtAachen verfolgen. Außerdem kann man auch einen Blick auf www.facebook.com/unseraachen werfen, was hier aber nicht empfohlen wird wegen Vorbehalten gegenüber Facebook. Schließlich gibt es schöne Fotos auf: www.instagram.com/stadtaachen.

Und da wir schon mal beim Thema Twitter sind: Die Meldungen von AachenNews.org könnt ihr unter https://twitter.com/feuertinte mitverfolgen.

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Aachen: Bürgerinnen und Bürger löchern die Verwaltung

Die Lothringer Straße (Innenstadt-naher Teil) soll umgebaut und Teil einer Fahrrad-Vorrang-Route werden. Das vielbefahrene, schmale Stück Straße, an dem auch ein Parkhaus gelegen ist, soll aber auch nach dem Umbau an beiden Seiten immer noch Pkw-Parkplätze aufweisen. Das birgt für Radfahrerinnen und Radfahrer die Gefahr, dass sie von aussteigenden Autofahrer*innen via Autotüren umgehauen werden. Weg mit knapp 30 Parkplätzen, muss insofern die Forderung lauten.

Das gibt es auch nicht alle Tage: 90 Minuten lang löcherten Bürgerinnen und Bürger vor der Sitzung der Bezirksvertretung-Mitte im Aachener Rathaus die Vertreter der Stadtverwaltung. Diese hatten Mühe, die Umbaupläne für die Lothringer Straße in der von ihr bevorzugten Variante zu erklären.

Weitere Infos aus der Stadtverwaltung hier. Und vermutlich morgen (08. 02.) innerhalb ausführlicher Berichterstattung in euren Lokalzeitungen. Der WDR macht ja leider meistens einen großen Bogen um lokale Themen, die den Menschen auf den Nägeln brennen.

Update 08. 02. (Das Schrägparken auf der Wilhelmstraße – spontan und nicht ganz ernst vorgeschlagen von Lasse Klopstein und Matthias Achilles – ist mMn eine Option und mindert den Parkdruck): https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/nur-spott-und-aerger-fuer-die-planung-von-aachens-erster-fahrradstrasse_aid-36617209

Nebenbei: Wie überall in Aachen so auch in der Lothringer Straße. Räder müssen in Ermangelung von Bügeln an Straßenschildern angekettet werden. Sieht beschissen aus, wird sich aber wohl niemals ändern. Mal ein paar Euro für Bügel auszugeben, schon das ist in Aachen anscheinend undenkbar.

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