Großprojekt hinter dem Westbahnhof wird vorgestellt

Auf einer rund 170.000 Quadratmeter großen Fläche soll in Aachen ein neues Stadtviertel entstehen: Der sogenannte Campus West. Und weil maßgeblich die RWTH und nicht die Stadt Aachen dort planen und bauen wird, könnte das Projekt tatsächlich von Erfolg gekrönt sein.

Das wäre dann der zweite neue „Campus“, den Aachen bekommt. Wer den Campus Melaten gesehen hat, wo hunderte Millionen Euro verbaut wurden, der wünscht sich eigentlich keinen weiteren Campus. Denn was ein Campus eigentlich ist – ein Viertel mit Sportstätte, Einkaufsmöglichkeit, Wohnheim, Restaurant, Grünflächen, Kindergarten usw. und schließlich vielen Forschungsstätten – das findet sich auf Aachens Campus Melaten nicht. Im Rund der Forschungs-Institute ist dort kein soziales Leben sondern tote Hose.

Nun wird also der nächste Campus, der Campus West errichtet. Was ich bisher gesehen habe, ist dort wieder nicht viel soziales Leben eingeplant. Wieder hauptsächlich Forschungsstätten und als Konsequenz menschenleeren Straßen jeweils abends und in den Semesterferien. Der Campus West wird übrigens – wenn man stadtauswärts fährt – links von der Roermonder Straße entstehen, in der Nähe vom Bendplatz entlang der Schienen.

Was mit den 170.000 Quadratmetern geschieht, darüber werden die Bürgerinnen und Bürger informiert. Eine echte Mitbestimmung, die diese Bezeichnung verdient, gibt es (wie in Aachen leider üblich) nicht. Dann würde das Projekt auch nicht so ausgeführt, wie es jetzt schon angedacht ist.

Der Campus West wird einen Teil von Aachen verändern

Gleichwohl seid ihr alle eingeladen zur „Bürgerbeteiligung zum Großprojekt Campus West“, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Die Planung wird inklusive der voraussichtlichen Auswirkungen auf das Plangebiet und das angrenzende Umfeld von Mittwoch, 4. September, bis einschließlich Mittwoch, 18. September, im Foyer des Audimax, Wüllnerstraße 9, ausgestellt. Zu sehen täglich von 7.30 Uhr bis 21.30 Uhr.

Am Dienstag, 17. September, gibt es „eine öffentliche Anhörung der Bürger“. Von 18 bis 19.30 Uhr stehen im Grünen Hörsaal (Raum Nr. 001) im Erdgeschoss des Audimax, Wüllnerstraße 9, Experten der Verwaltung Rede und Antwort. Die Verwaltung teilt mit: „Bürgerinnen und Bürger können im Rahmen dieser Dialogveranstaltung ebenso wie während der gesamten Dauer der frühzeitigen Beteiligung ihre Anregungen, ihre Kritik und Wünsche für den Campus West äußern. Diese werden anschließend von der Fachverwaltung verwertet und fließen in den weiteren Planungsprozess ein.“ Ich schreibe das so, allein mir fehlt der Glaube daran, dass da noch was fließt.

Ehrgeizig: RWTH will europaweit Maßstäbe setzen

Der Masterplan Campus West stammt von RKW Architektur + (Düsseldorf) in Zusammenarbeit mit FSW Landschaftsarchitektur (Düsseldorf) und BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung (Aachen). Auf der rund 170.000 Quadratmeter großen Fläche soll eine Forschungslandschaft geschaffen werden, die europaweit Maßstäbe setzt und die zugleich Wissenschaft, Wirtschaft und urbanes Leben miteinander verknüpft. Jedenfalls in der Theorie.

Mehr Infos und eine kleine Visualisierung hier: www.aachen.de/campuswest

Eine neue Brücke größeren Ausmaßes soll die beiden Campusse (Campus Melaten und Campus West) verbinden. Gegen diese Brücke formiert sich in Laurensberg derzeit Widerstand. Die BürgerInnen wollen die Brücke nicht, weil sie sie für zu teuer, zu groß und Landschaft-fressend halten.

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Großprojekt hinter dem Westbahnhof wird vorgestellt

  1. Wolfgang schreibt:

    Weshalb kann man dagegen denn nicht aufbegehren. Ich meine ich bin schon eine ganze Weile als Klimaschützer unterwegs. Es formiert sich ja in diesem Bereich eine immer grösser werdende Gruppe von Menschen, die aber auch andere Bereiche mehr und mehr kritisieren. Mit Gruppenaktionen müsste man doch auch hier in der Lage sein solche Großprojekte in Frage zu stellen zumal Du hier schreibst, dass hier wieder nur Steine zu stehen kommen, ohne Rücksicht auf soziales Leben usw. Es muss doch möglich sein dagegen Front zu machen. Lg

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