Für Geflüchtete: Infopoint am Aachener Hauptbahnhof eingerichtet

Ist denn schon wieder 2015? Nein, aber Deutschland ist praktisch über Nacht ein anderes Land geworden. Wir hatten gedacht, alles werden wir erleben, vielleicht sogar einen Cyber-War, aber einen altertümlichen 20.Jahrhundert-Krieg nicht mehr. Und jetzt haben wir es in Europa mit einem Regierungschef zu tun, der Grenzen einfach mit Panzern überschreitet (was für ein Tabu!), der Bomben auf Städte werfen lässt, auf Menschen, Krankenhäuser, Schulen, auf ein Theater, wo Menschen Schutz suchen. Ungeheuerlich. Das ist nicht mehr die Welt, wie wir sie kannten.

Die Flüchtenden kommen in Scharen. Müde und mit vollen Taschen bepackt stehen sie plötzlich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Stadtverwaltung, Feuerwehren, Rotes Kreuz (DRK) und andere Hilfsdienste sind im Dauerstress. Niemand soll orientierungslos und hungrig auf der Straße übernachten müssen. – Wäre schön, wenn die katholische Kirche (wie 2015) wieder „Paten“ mit den Geflüchteten zusammenbringen könnte.

Die Stadt Aachen hat nun kurzfristig – zusätzlich zum „Engagement Center“ in der Talstraße – einen Infopoint auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs eingerichtet. Mitarbeiter*innen des (DRK) stehen bereit, um Geflüchtete in Empfang zu nehmen, sie mit ersten Informationen und einem Getränk zu versorgen, um sie anschließend an einen städtischen Erstunterbringungs-Standort zu vermitteln.

Der Infopoint ist werktags sowie am Wochenende von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr in der Nacht besetzt. Neben dem DRK sind wochentags auch städtische Angestellte als Ansprechpartner*innen vor Ort.

Direkt gegenüber vom Corona-Test-Container am Hauptbahnhof von Aachen steht jetzt zusätzlich ein Container, in dem sich Geflüchtete informieren können. Dachte man während der Pandemie schon: Schlimmer kann es nicht kommen! da war der Februar 2022 aber noch nicht in Sicht. Am 24. Februar startete Putin einen Krieg, angeblich um ein Nachbarland von Nazis zu befreien. Prompt ist die alte, hirntote (Macron) NATO quicklebendig und wie neu.

Die aktuelle Flüchtlingskrise sei „sehr dynamisch und verläuft ganz anders als das, was wir 2015 erlebt haben“, sagt Rolf Frankenberger, Leiter des Fachbereichs Wohnen der Stadtverwaltung. Die Menschen aus der Ukraine kommen zu nahezu jeder Tages- und Nachtzeit in Aachen an. Sie kommen oft einzeln oder in kleinen Gruppen.

Einige kommen mit dem Auto an, viele erreichen Aachen aber auch mit dem Zug. Die Feuerwehr hat ihren rund sieben Meter langen roten „Sozial-Container“, der ansonsten bei längeren Brand- und Hilfseinsätzen verwendet wird, auf dem Bahnhofsvorplatz positioniert. Ein großes Banner mit der Aufschrift „Infopoint Ukraine“, mit einer ukrainischen Flagge und dem Hinweis auf weitere Online-Infos unter www.aachen.de/aachenhilft zeigt, dass einem an dieser Stelle geholfen wird.

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Parallel entsteht – dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Aachen – momentan auf dem Sportplatz Siegel eine Zeltstadt. Seit Donnerstag, 24. März, läuft der Aufbau des Ankunftszentrums für Geflüchtete auf Hochtouren.

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine haben sich in Aachen über 2000 Menschen bei der Verwaltung gemeldet. Das Ankunftszentrum in Burtscheid soll Anfang April in Betrieb gehen. Zuvor lädt die Stadt am Dienstag, 29. März, 19 Uhr, zu einer Bürger*innen-Information vor Ort ein (Sportplatz Siegel, Robert Schumann-Straße 50). Weitere Infos: www.aachen.de/aachenhilft

In Aachen „gestrandet“.

Über AachenNews.org

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