Wissenschaftler erklären und interpretieren – Aachen stellt große Zelte auf

Mehrere große Zelte werden auf einem Sportplatz in Burtscheid aufgestellt.

Krieg und kein Ende in Sicht. Rund 50 Geflüchtete kommen jeden Tag in Aachen an, sie brauchen ein Dach über dem Kopf und sei es auch nur ein Zeltdach. Zelte werden zur Zeit in Burtscheid an Siegel aufgebaut. Vier stehen schon, ein weiteres kommt noch hinzu.

Auf dem Sportplatz Siegel an der Robert-Schumann-Straße entsteht ein so genanntes „Ankunftszentrum“. Der Betrieb dieser temporären Großunterbringung wird voraussichtlich Anfang April beginnen. Wer möchte, kann sich über das Projekt informieren lassen. Am morgigen Dienstag, 29. März, um 19 Uhr gibt es auf dem Sportplatz Siegel, Robert-Schumann-Straße 50, ein Treffen mit den Zuständigen von der Stadtverwaltung (Oberbürgermeisterin Keupen kann nicht teilnehmen, sie befindet sich in Quarantäne).

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Wladimir Putin möchte ein Land auslöschen und nimmt dafür grenzenlose Zerstörung und unsägliches Leid der Zivilbevölkerung in Kauf. Allerdings ist es mittlerweile sehr die Frage, ob man diesen Krieg noch „Putins Krieg“ nennen kann. Ich meine: nein. Die Russen müssten langsam doch gemerkt haben, was los ist. Zumindest der etwas gebildetere Teil der Bevölkerung (diese Leute sind nicht doof). Aber man sieht jetzt nicht eine Million Menschen auf dem Roten Platz stehen und protestieren. Man sieht nur ganz wenige, vereinzelte Mutige.

Putin hat die Machteliten hinter sich, zusätzlich wird der Krieg von großen Teilen der Bevölkerung – die einfach nichts tut – getragen. Das Regime hat anscheinend eine breite Basis in der russischen Bevölkerung.

Eine Million oder mehr Menschen könnte Putin nicht festnehmen lassen. Allem Anschein nach stehen sie also zum Krieg und zu Putin. Wie außerordentlich unsympathisch. Man möchte auf Jahre hinaus nichts mehr mit irgendeinem Russen zu tun haben. Ob sie nicht merken, wie unmöglich sie sich in der Welt machen? Nicht merken, welcher gigantische Schaden ihnen selbst entsteht?

Es ist wahrscheinlich naiv, aber könnte nicht auch den russischen Soldaten langsam aufgehen, dass dieses Ausmaß an Zerstörung und Leid nicht zu rechtfertigen ist. Aber okay, es ist vermutlich so, dass, wer Kameraden fallen sieht, erst recht Hass entwickelt und umso verbissener kämpft.

Was auffällt ist, dass China nicht vermittelt, sich offenbar nicht einmischen will und wird. Große Nationen wie Indien, Südafrika und Brasilen wollen gar nichts mit dem Konflikt zu tun haben, trotz krassester Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen das Völkerrecht. Noch nicht mal bei der Suche nach einer Lösung wollen sie helfen. Und sogar Länder wie Ungarn und Bulgarien scheinen den Menschen in der Ukraine nicht wirklich beistehen zu wollen.

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Sehr zu empfehlen ist allen, die sich seriös informieren möchten, der Podcast von vier Expert*innen: https://sicherheitspod.de – Es diskutieren Ulrike Franke, Carlo Masala, Frank Sauer und Thomas Wiegold die aktuellen Entwicklungen in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und die Lage in Europa und der Welt.

Im 2. Podcast erklärt der Politikwissenschaftler Carlo Masala die Lage. Kann man sich hier anhören. Masala ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr in München.

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Montag: Online-Diskussion über den Ukraine-Krieg

Die EUROPE DIRECT Zentren Duisburg-Niederrhein, Lüneburg, Steinfurt, Osnabrück und Aachen laden am Montag, 4. April, um 19 Uhr gemeinsam zu einer Online-Diskussion über den Ukraine-Krieg ein.

Neben einer starken Betroffenheit und länderübergreifender Solidaritätsbekundungen gegen die Aggression, wirft der Krieg viele Fragen auf.

1. Sind alle bestehenden Verträge über die Unverletzlichkeit der Grenzen in Europa, die einst noch die Sowjetunion unterschrieb, nur noch Schall und Rauch?

2. Wie geht die Politik in Europa mit der veränderten Lage um?

3. Wie werden unsere europäischen Nachbarn im Osten mit der Bedrohung durch diese neoimperiale Macht Moskau leben können?

4. Wie wirkt sich dies alles auf Deutschland und nicht zuletzt seine Energiesicherheit aus?

Unter der Moderation von Jochen Leyhe werden die Russland-Expertin Gemma Pörzgen sowie der Politologe und Historiker und Siebo Janssen das Geschehen einordnen und mit den Online-Gästen diskutieren. Frau Pörzgen ist Chefredakteurin der Zeitschrift „Ost-West-Perspektiven“ und Mitgründerin und Vorstandsmitglied des Vereins „Reporter ohne Grenzen“.

Die Anmeldung für die kostenlose Veranstaltung erfolgt auf der Website von EUROPE DIRECT Aachen unter https://ogy.de/04-04-2022.

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Jetzt anmelden: Coca-Cola Real Talk im Live-Stream
Coca-Cola Deutschland und sein Medienpartner Handelsblatt laden am 4. April 2022 um 17 Uhr zum Live-Stream ein: Das Thema „Welt ohne Verpackungsmüll – Utopie oder Chance?“ diskutieren Vertreter:innen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.
Seien Sie dabei und diskutieren Sie mit uns!

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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