Klimakrise individuell bekämpfen? Oder sich endlich mal auf die Richtigen konzentrieren

Was wir alle ganz individuell erleben: Große Trockenheit, große Hitze, Brände in den letzten Jahren, leidende Natur. – Was wir brauchen: Nicht nur individuelle Verhaltensänderungen, sondern insbesondere Einschnitte, die über das Individuelle hinausgehen und die politisch legitimiert sein müssen.

Eben habe ich einen Text gelesen, Überschrift sinngemäß: Das kannst du gegen die Klimakrise tun. Und das war nicht der erste derartige Artikel, wo so getan wird, als könnten wir mit ein bisschen Müllvermeidung, Fleischverzicht und Ökostrom-Verwendung wirkungsvoll etwas gegen die Klimakrise tun.

Das ärgert mich, dass man mich für so doof hält.

Tatsächlich braucht es nämlich politische Entscheidungen und Einschnitte, in der gesamten Gesellschaft, wo ich mich frage, ob das in einer Demokratie überhaupt zu schaffen ist? Wo Menschen sich vor einschneidenden Maßnahmen „schützen“ können, indem sie einfach mehrheitlich die Leugner des jeweiligen Problems wählen. Und basta.

Die Krise ist nicht dadurch in den Griff zu bekommen, dass wir jeder unser individuelles Leben mehr oder weniger ändern. Es braucht vielmehr politische Lösungen, neue Gesetze. Zum Beispiel muss es Pflicht werden, auf jedem Haus mit Flachdach eine Photovoltaikanlage zu installieren. Punkt, aus, Vorschrift.

Bleiben wir beim Stromverbrauch. Private Haushalte sind am gesamten Stromverbrauch mit 25% beteiligt, davon wieder nur 10% machen die Beleuchtung aus. Wir meiden Glühbirnen und denken, das bringt was. Die Großabnehmer aus der Industrie verursachen 46 % des gesamten Stromverbrauches. Warum traut man sich nicht an die Großabnehmer ran?

Bei den Tipps „Was-du-gegen-die-Klimakrise-tun-kannst?“ geht es immer um unser Konsumverhalten. Wir könnten uns aber auch den f4f-Demos anschließen, Volksbegehren in NRW starten oder mal was anderes wählen.

Beispiel Diesel. Rund 80% der CO2-Emissionen in Deutschland entstehen durch das Verbrennen fossiler Stoffe. Der Straßenverkehr ist für 20% dieser 80% verantwortlich und etwa nur 30 % von diesen 20% fallen auf den Diesel. – Wie lange und intensiv diskutieren wir schon das Dieselfahrverbot in Aachen und anderswo? Wir befinden uns die ganze Zeit auf einem MiniMini-Nebenkriegsschauplatz. Was soll das?

Schiffe sind die größten Dreckschleudern. „Würden sie 30% langsamer fahren, würden sie 60% Treibstoff sparen„, schrieb jüngst jemand. Tempolimit??? Nix von gehört. Steuer auf das Schiffe-Dieselöl??? Da können wir lange warten.

Das kann jeder beobachten, der mit Pkw zum Arbeiten von Aachen nach Köln fährt: Die Warenlager befinden sich in den Lkw auf den Autobahnen und Straßen. Auf der kompletten rechten Fahrspur reiht sich Lkw an Lkw. Die Betriebe profitieren, die Gesellschaft nicht. Das muss komplett anders organisiert werden. Und nicht nur das.

So gäbe es noch viele Beispiele, man liest an jeder Ecke davon. Und statt sich mit dem Privatverbrauch zu befassen (der ist nicht sooooo wichtig, wie immer gesagt wird), sollte man andere Bereiche, wo selbst kleine Eingriffe viel wirkungsvoller sind, ins Auge fassen.

Die Luft, das Wasser, das Klima sind sozusagen Allgemeingut. Und mit dem, was allen gehört, gehen immer ein paar Leute ganz schlecht um. Immer. Dazu als Stichwort sehr interessant und unbedingt sehenswert:

Die Tragödie des Allgemeinguts. Erklärt hier die berühmte Mai Thi Nguyen-Kim, (auf Twitter @maithi_nk ): auf YouTube

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.