Beim Radentscheid zu viel verlangt? Theater bald linksseitig Pkw-frei

Drinnen tagt der Rat der Stadt, draußen machen Befürworter des Radentscheids auf sich aufmerksam. Was sonst noch auffällt in Aachen: siehe unten.

In diesem Jahr haben sich mehr als 10.000 Erstsemester an den Aachener Hochschulen eingeschrieben. Das teilt die Pressestelle der Stadt mit. Und weiter: Damit zählt Aachen zu den größten und attraktivsten Hochschulstädten Deutschlands. Um die neuen Studierenden in Aachen angemessen willkommen zu heißen, organisierte das städtische Wissenschaftsbüro jetzt unter dem Motto „Mache Aachen zu Deiner Stadt“ erstmalig ein Open-Air Begrüßungskonzert auf dem Katschhof. Das ging bei strömendem Regen über die Bühne.

Oberbürgermeister Marcel Philipp sagte unter anderem: „Uns ist es wichtig, dass Sie sich hier in Aachen wohlfühlen.“ – Oh je, oh je, da könnten zumindest die Piraten in Aachen sich noch viel vorstellen, was alles fehlt, damit sich Menschen in Aachen wohlfühlen. Stichwort: Coole Orte.

Und sonst so? In der RWTH arbeitet man an einer Studie, so berichtet das Szene-Heft MovieAachen. Dabei geht es um die NGO’s, die es in Aachen gibt und die sich alle für ein nachhaltiges, gesundes Leben einsetzen. Gemeint sind Gruppen wie Fridays for Future Aachen, Aachen Unverpackt, Das Wandelwerk, Recht auf Stadt, Bürgerinitiative Luisenhöfe, Aachen Containert  und so weiter. Rund 180 Vereine, Verbände und Initiativen sollen es sein, die da untersucht werden (bezgl. Zielen und Vernetzung). Gelder wurden beantragt und von der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW genehmigt. 100.000 Euro stehen für das auf 18 Monate angesetzte Projekt zur Verfügung, dessen Projektleiterin Madeleine Genzsch ist. Infos unter: we-at-aachen.de

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Unterdessen: Das Mega-Projekt ist noch lange nicht fertig . . . aber jetzt schon mal verkauft worden – das Neubauprojekt „Viktoria“, das einmal da errichtet werden soll, wo jetzt noch die Reste des alten Vegla-Gebäudes stehen (Bismarckstraße/Viktoriaallee). 
Das Bauunternehmen Nesseler hat verkauft, will den Komplex mit 107 Ein-Zimmer-Studenten-Appartements (je 26 Quadratmeter) noch fertigstellen und dann alles an das Wohnungsunternehmen Vivawest aus Gelsenkirchen übergeben. Gebaut werden auch größere Wohnungen, Tiefgaragenplätze, Büros, Praxen und Läden. Alles soll 2022 fertig sein. Achtung: Die insgesamt 200 Wohnungen sollen neuerdings nicht verkauft, sondern alle nur vermietet werden. (Architekt: HPP Hentrich – Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf) Mehr Infos: hier.


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Dringend muss davon abgeraten werden, sich dem Adalbertsteinweg zu näheren. Dort wird es – wegen Baumaßnahmen – bis zum 31. Oktober zum täglich neuen Chaos kommen. Lässt sich aber nicht vermeiden. Es wird auf den Fahrspuren stadteinwärts – nach Abfräsen der Decke – ein neuer umweltfreundlicher Spezialasphalt aufgetragen. Rechts und links vom A’weg abzubiegen, das wird in der genannten Zeit ebenfalls schwer möglich sein. Am besten ihr meidet die Baustelle „weiträumig“ (gilt auch für Radfahrer), wie mitgeteilt wurde. 


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SPD und CDU in Aachen meinen, die Tram sollte wieder durch Aachen rollen. Sie wollen der Straßenbahn langfristig noch mal eine Chance geben. Die BürgerInnen hatten Anfang 2013 dazu „nein“ gesagt. Aber da war wohl das allgemeine Umweltbewusstsein noch nicht so weit entwickelt, wie es heute ist. Und wenn SPD und CDU „langfristig“ sagen, dann ist frühestens in 30 Jahren mit dem Baubeginn zu rechnen. 


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Unterdessen solltet ihr in diesen Tagen, wo ca. 10.000 Neue an der RWTH ihr Studium aufnehmen, die beiden Bürgerservice-Stellen meiden. Die sind total überlaufen, ihr müsst euch auf lange Wartezeiten einstellen, wenn man euch nicht direkt wieder wegschickt. Ein Tipp: In den Bezirksämtern in Brand, Eilendorf, Haaren, Kornelimünster usw kann man mit seinen Anlieger eher landen, da ist nicht ganz so viel los. 
Terminvereinbarung für den Bürgerservice unter www.aachen.de/terminvereinbarung oder unter Tel.: 0241/ 432 – 0. Viel Glück. 


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Zur Abwechslung Songs von dem sehr coolen Trettmann, „Stolpersteine“. https://m.youtube.com/watch?v=ErAeAJhOgG4&list=RDEM0s72u8TTipdDn0zC24igdw&index=1

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Der OB meint, es sei unmöglich, alles, was der Radentscheid fordert, umzusetzen. Zur Erinnerung hier mal, was genau gefordert wird. Und das ist in der Tat anspruchsvoll, und ob man das schafft, ist eine Frage, wieviel Geld man in die Hand nehmen will.
1. Jährlich werden 10 km eines Radwege-Netzes möglichst in Nebenstraßen erstellt.
2. Jährlich werden drei Kreuzungen wie folgt umgebaut: Der Radverkehr erhält eigene Ampeln und durch Schutzinseln getrennte Wartezonen im vorgelagerten Sichtbereich des Kfz-Verkehrs; die Haltelinien für den Radverkehr liegen direkt an der zu querenden Fahrbahn. Umbaupriorität haben Kreuzungen mit besonderer Bedeutung im Radwegenetz, hohem Verkehrsaufkommen oder besonderem Gefährdungspotenzial.
3. Jährlich werden 15 Einmündungen wie folgt umgebaut: An Kreuzungen von Haupt- und Nebenstraßen werden beim Überqueren der Nebenstraßen Geh- und Radwege jeweils niveaugleich weitergeführt.
4. Jährlich werden an Hauptverkehrsstraßen 5 km Radwege gebaut, die als Einrichtungsradwege mit 2,30 m Breite zwei Knotenpunkte lückenlos verbinden. Sie werden baulich vor dem Befahren, Halten und Parken durch Kfz geschützt. Die Radwege entstehen ohne Flächenminderung für Fußverkehr und ÖPNV und sind auch von diesen baulich getrennt. 
5. Neue oder zu sanierende Radfahrflächen sind – auch in Kreuzungsbereichen – deutlich durch rote Farbe (z.B. farbiger Asphalt) vom übrigen Straßenraum abgesetzt. Das Fahrbahnmaterial ist durchgängig griffig mit möglichst niedrigem Rollwiderstand. Geh- und Radwege werden baulich voneinander getrennt. 
6. Gebaut werden: a) 2.500 Plätze in bewachten Fahrradparkhäusern an Bahnhöfen mit hohem Pendleraufkommen, b) 2.500 überdachte, beleuchtete Plätze an weiteren Bahnhöfen und Haltestellen, c) je 5.000 Plätze an Fahrradbügeln außer- sowie innerhalb des Alleenrings.

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Zuletzt eine wirklich gute Nachricht. Aus dem Planungsausschuss. CDU und SPD sind offenbar gewillt, einen Versuch (Theaterstraße) zur Dauereinrichtungen werden zu lassen. Ihr erinnert euch an die Tage, als Pkw nur rechts vom Theater fahren durften und links vom Theater alles autofrei war? Dieser Zustand soll, so wurde beschlossen, sofort wieder hergestellt werden. Auch Busse sollen links vom Theater nicht mehr fahren dürfen.

Jubilate. So sah das links vom Theater aus, und so soll es in Kürze auch wieder aussehen. Und zwar bis gänzlich umgebaut wird.

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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