Neun Platanen und 100. 000 Planzen

Neun Platanen in der Mozartstraße sind gefährlich, sagt ein Beschwerdeführer. Sind sie nicht, sagt die Stadtverwaltung.

Neun städtische Bäume sollen angeblich durch herabfallende Äste die Anwohner der Mozartstraße gefährden. Ihre Wurzeln sollen gar zwischen  Beethovenstraße und Reumontstraße eine Gasleitung beschädigen und nebenbei die Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom auch noch kaputt machen. Wer so viel Schaden anrichtet, muss weg, denkt sich mancher Zeitgenosse.

Diese Platanen sind von ihrer ganzen Natur her quasi ideale Stadtbäume. Sie vertragen starke Rückschnitte, mechanische Stammbeschädigungen und mit Beschädigungen der Wurzeln werden sie fertig. Das Wurzelwerk reicht im übrigen tief in den Boden. Platanen können 300 Jahre alt werden, die in der Mozartstraße werden auf 80 bis 90 Jahre geschätzt. Sie verbessern „die lufthygienischen und stadtklimatischen Verhältnisse“, haben Experten ermittelt.

Die Anwohner würden sich wundern, wie heiß es im Sommer in ihren Wohnungen wird, wenn die Bäume nicht mehr vorhanden wären.

Zertifizierte Baumkontrolleure des Aachener Stadtbetriebs haben sogar „unter Einsatz eines Hubwagens“ die Bäume begutachtet. Sie kommen zu der Ansicht, dass diese Bäume, die am Ende des Winters zwar nicht im allerschönsten Outfit dastehen, dass sie aber topfit sind. Tolle, breite Kronen, tolle Stämme und ein prima Wurzelwerk – so fällt salopp gesagt das Urteil der Fachleute aus.

Der Beschwerde-Fall wird am Dienstag, 19. März, im Bürgerforum behandelt. Und ich wage die Prognose, dass die Entscheidung pro-Bäume ausfallen wird.

Eine von neun Platanen in der Mozartstraße. Diese Bäume schützt in Aachen die Baumschutzsatzung. Allein die Holzumrandung der Baumscheibe müsste erneuert werden. Baumscheiben zweckentfremdet als Fahrradparkplätze: Das ist in Aachen wegen überall fehlender Fahrradbügel leider an der Tagesordnung.

Unterdessen haben Mitarbeiter*innen der Grünflächenpflege des Aachener Stadtbetriebs tausende Blumen in Beete, Baumscheiben und Pflanzkübel gebracht. Rund 100.000 Pflanzen sind in der Gärtnerei dafür herangewachsen, so teilt das Presseamt mit. Stiefmütterchen, Hornveilchen, Primeln, Vergissmeinnicht und Frühjahrsstauden bilden dabei den Hauptteil der Blumen. 30 verschiedene Arten sind es insgesamt, darunter beispielsweise allein zehn verschiedene Sorten Stiefmütterchen. Und auch in den Farben unterscheiden sie sich, für jeden Bereich gibt es einen Pflanzplan.

Neben der nach genauem Plan gepflanzten Blütenpracht aus der Stadtgärtnerei bereichern in diesen Tagen auch hunderttausende Krokusse und Narzissen als Frühlingsboten das Bild im gesamten Stadtgebiet. Sie sind das Ergebnis einer Zwiebelpflanzung der Vergangenheit, die sich im besten Sinne „verselbstständigt“ hat. Um zukünftig mehr solcher Flächen erleben zu dürfen, ist die Grünflächenpflege dabei, überall im Stadtgebiet vermehrt Zwiebeln verschiedener Frühjahrsblüher zu setzen.

Narzissen am Marschiertor. Noch ist es zwar windig und kalt, doch ab Dienstag soll es Frühling werden. 

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