Es ist schon wieder Montag . . .

Es ist schon wieder Montag, wir haben die Herbstferien zur Hälfte hinter uns. Politisch leben wir in einer hochspannenden Zeit. Wir fragen: Was ist in Aachen passiert, was müssen wir wissen, was verstehen? 

Die Corona-Inzidenz stieg zuletzt nur leicht – aber bundesweit kontinuierlich. Am 11. 11. wird es wieder Martinszüge geben, am 7. 11. den Karnevalsauftakt am Holzgraben, und viele Studierende dürfen in die Hörsäle hinein. Aber: Nur rund die Hälfte aller Vorlesungen findet vorerst statt. Die Studies müssen raus aus den Jogging-Klamotten, sich an die neue Situation gewöhnen. Krass, manche wissen gar nicht, was sie alles mitbringen müssen zum Offline-Studieren – Personalausweis, Impfpass bzw. Testnachweis (kostet neuerdings 15 Euro), andere Utensilien oder Geld für den gemeinsamen Gang ins Café nach der Vorlesung.

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Die Eissporthalle  ist wieder eine Eissporthalle und kein Impfzentrum mehr. Geimpft wird im Impfbus und in den Arztpraxen, wobei nicht alle Praxen über die passende Technik verfügen um die gesammelten Daten der Geimpften zum Robert-Koch-Institut nach Berlin zu übermitteln. Und so weiß man letztlich gar nicht genau, wie viele Menschen in Deutschland schon 1 mal geimpft sind oder 2 mal oder noch gar nicht. 

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Der Umbau der Sparkasse am Elisenbrunnen ist nach zwei Jahren fertig. Geh hinein, 1800 Quadratmeter insgesamt breiten sich vor dir aus, davon geschätzt 1500 Quadratmeter reine Freifläche. Viel, sehr viel Platz. Das muss man sich leisten können: Mitten in der Stadt in einem Gebäude so viel ungenutzte Fläche, die frei ist (aber beheizt wird). Und das gleiche in vollem Umfang – 150 Meter weiter am Münsterplatz – noch einmal. Zum Ausgleich haben andernorts Filialen plötzlich nur noch Terminals zur Selbstbedienung.

Die Sparkasse Aachen am Elisenbrunnen – im Bild ist nur der Vorraum. Auch innen ist Platz satt. Da könnte ein veritabler Kinderspielplatz unterkommen.

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Gut ein Jahr ist die Fraktion der Grünen nun schon die größte im Stadtrat, die dezimierte CDU (und die kurios an ihr klebende FDP) kann – im Verbund mit Linken, SPD und Zukunft – immer überstimmt werden. Woran liegt es da eigentlich, dass es mit der Verkehrswende in Aachen nicht so recht voran geht? Stattdessen: Auf rot markierten Fahrradstraßen staut sich der Autoverkehr. Geschützte, breite Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) gibt es nur ganz wenige. Von einer Realisierung des Radentscheids ist man noch weit entfernt, dessen Ziele sind nicht in der Umsetzung begriffen.

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Immerhin: Der Templergraben vor dem RWTH-Hauptgebäude ist als Reallabor für Pkw gesperrt und bleibt es auch. Das haben die Fraktionen von Zukunft, die Grünen, Die Linke und SPD so vor – falls nicht der Neubau der Turmstraßen-Brücke zum Umdenken zwingt. Sehr zur Freude der RWTH, die sich vor Hauptgebäude und SuperC eine Art neuen Campus (stadtnah) vorstellt und Ideen und Pläne hat. Und sehr zum Ärger von CDU und FDP, der sogenannten Hier-ändert-sich-gar-nichts-Fraktion. 

Das Reallabor Templergraben, vor dem Hauptgebäude der RWTH, könnte Aachen noch viel länger als zunächst geplant erhalten beleiben. Foto: AachenNews Archiv

Eindrucksvoll, wie sich die bei der Kommunalwahl geschrumpfte CDU-Fraktion zur Fürsprecherin ihrer Klientel macht. Sie will mit allen Mitteln den Auto-Fans zeigen, dass sie noch etwas erreichen kann in der Aachener Politik. Zuletzt verhinderte sie den zügigen Umbau eines 200-Meter-Stücks Vaalser Straße, in Kürze geht es um den Templergraben. Aachener*innen das sichere Fahrradfahren zu ermöglichen, damit sie vom Auto aufs Rad umsteigen, damit schließlich auch Aachen seinen Teil zur Bekämpfung der Klimakatastrophe beitragen kann – nicht mit CDU und FDP. 

Ach ja: Die Wilhelmstraße ist wohl diese Woche noch gesperrt, ein Stück von der Kanalisation war plötzlich undicht. Wann Pkw-Fahrer*innen dort wieder rauf- und runterfahren können, wird euch auf AachenNews mitgeteilt. 

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Eine gute Nachricht (I), die alle Aachener Kinder interessieren wird: Biontech und sein amerikanischer Partner Pfizer haben einen Antrag bei der zuständigen EU-Behörde gestellt. Sie wollen die Zulassung ihres Impfstoffs für Kinder ab 5 Jahren in Europa erreichen. Der Impfstoff sei für Kinder gut zu vertragen.

Die gute Nachricht (II): Karl Lauterbach (SPD) lässt mitteilen, die Wirkung der 3. Biontech-Impfung „fällt deutlich stärker aus als von vielen Experten erwartet“. Mehr dazu hier.

Die gute Nachricht (III): Greta Thunberg (die junge Angela Merkel), sonst immer griesgrämig, kann tatsächlich auch fröhlich singen. Und tanzen.

Schönes Stück: Olli Dittrich und Jan Böhmermann. Hier aus gegebenem Anlass. nämlich (wg. Ippen) Es bleibt dabei – wenn es ernst wird in Deutschland, geht es nicht ohne die Hilfe der US-Amerikaner. Ein Beispiel: Bild-Chefredakteur Julian Reichelt wurde aus dem Job entfernt (endlich, endlich) nachdem die New York Times entsprechende Enthüllungen veröffentlichte. Ein bundesdeutscher Verleger hatte zuvor mit Erfolg im eigenen Blatt einen Bericht über die schauerlichen Enthüllungen (Machtmissbrauch und Drogenkonsum) verhindert.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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