
Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig Stücke als Archivale des Monats. Im kommenden August 2023 ist das Archivale des Monats ein Foto der Bastei, deren Abriss gerade diskutiert wird. Gut zu erkennen ist hinter den sommerlich gekleideten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen über dem Eingang des Gebäudes auf dem Eckfenster die Beschriftung: „Tanzpalast – cha cha cha – Bar“.
Besuch des Reitturniers
Wie heute so lud der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) bereits in den 1960er-Jahren die Schulklassen aus Stadt und Regierungsbezirk Aachen sowie ihre Lehrerinnen und Lehrer ein, an festgelegten Tagen das Reitturnier zu besuchen. Der Unkostenbeitrag lag 1963 bei 30 Pfennig. Anmerkung: Auf diese Weise geschah es, dass viele Aachener Kinder das Turnier erlebten und es als etwas besonders Interessantes im Kopf behielten. Davon profitiert die Veranstaltung noch heute.
In dem Einladungsschreiben für das Turnier 1963, das an das Schulamt der Stadt gerichtet war, wies der ALRV auch auf eine polizeiliche Anordnung hin: „Treffpunkt und Ort der Sammlung [der Schulklassen vor dem Turnierbesuch] darf nicht der Turnierplatz sein. Aus Gründen der Verkehrssicherheit soll für die Anfahrt oder den Anmarsch sowie für das Betreten des Platzes nur die Soers genutzt werden.“
Probleme mit der Verkehrssicherheit
Im Jahr zuvor war es an den Treffpunkten der Schulklassen in der Nähe des Turnierareals zu Problemen gekommen. Die Polizei sah die Verkehrssicherheit gefährdet. Im Nachgang des Reitturniers von 1962 hatte sich der Polizeipräsident an das städtische Schulamt gewandt. Er wies darauf hin, dass die Polizei das Schulamt bereits seit 1956 „wiederholt schriftlich und fernmündlich“ darum gebeten habe, „auf die Lehrkräfte einzuwirken, die Schulkinder zum Besuch des Aachener Reit- und Fahrturniers nicht an den Verkehrsbrennpunkten zu sammeln. […] Ich habe leider feststellen müssen, daß die Schulkinder nach wie vor an den Verkehrsbrennpunkten gesammelt werden. Auch in diesem Jahr wurden die Kinder wieder zur Allee und zur Krefelder Straße bestellt und warteten dort auf die Lehrer. In der Wartezeit veranstalteten die Kinder Spiele und gefährdeten sich und andere Verkehrsteilnehmer.“
Diesem Schreiben beigefügt waren vier Fotoaufnahmen der Gefahrensituationen, unter anderen das Foto (s. o.) der Archivale des Monats, das einen Sammelpunkt an der Bastei zeigt.
Ordnungsamt wird eingeschaltet
Die Polizei bat das Schulamt zu prüfen, ob nicht umliegende Schulhöfe oder der Tivoli nach Rücksprache mit der Alemannia als Sammelplätze bestimmt werden könnten. Das Schulamt gab diese Bitte im Folgejahr per Rundschreiben an die Schulen weiter, die Wirkung blieb jedoch aus, wie ein Schreiben des damaligen Ersten Beigeordneten und Stadtkämmerers Hans Wertz an die Polizeipräsidenten von September 1963 belegt. Wertz kündigte an: „Ich habe das Ordnungsamt veranlaßt, im Benehmen mit Ihnen und dem Schulamt im nächsten Jahr die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.“
Quelle für Text und Bild: Stadtarchiv Aachen, Schulamt, rote Nr. 131, o. Pag.; unbekannter Fotograf
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