Diesen drei Herren (s. unten) kann man nicht genug dankbar sein. Sie durchsuchen den Abfall, den irgendwelche Zeitgenossen einfach an den Straßenrand gestellt haben. Abgestellt in den Bewusstsein, dass das Zeug da noch tagelang rumliegen bzw. -fliegen wird. Falls allerdings ein Hinweis auf den oder die Übeltäter gefunden wird (was gar nicht so selten vorkommt), bekommen sie Besuch vom Ordnungsamt und danach ggf. jede Menge Ärger.
Die Drei sind Waste Watcher, sie werden in ganz Aachen gebraucht, denn in jedem Quartier gibt es regelmäßig wilden Müll. Fünf solcher Waste Watcher beschäftigt die Stadtverwaltung neuerdings.

Wohnen am Bonifatiusweg in Forst könnte so schön sein. Es ist eine kleine Straße mit Bäumen, zwei wurden erst jüngst gepflanzt. „Fremde Leute“ kommen und werfen dort ihren Müll ab, zu früh oder sogar falsch verpackt, in Gelben Säcken. Vergangenen Freitag tauchten dort drei der neuerdings aktiven Waste Watcher auf und sahen sich die Hinterlassenschaften einmal genauer an.
Das haben sich einige Leute schon seit mehreren Jahren angewöhnt: Gerade auf dieser Baumscheibe legen sie ihren Müll ab, auch Möbel und altes Kinderspielzeug. Das sieht häßlich aus. Spricht man diese Leute an, zeigen sie sich uneinsichtig. Dass die Entfernung von Wildem Müll die Stadt pro Jahr etwa eine Million Euro kostet, interessiert sie nicht. Schade! Was soll man da bloß machen?
Keine Identifikation
Die Stadt teilt zu den Waste Watchern mit: „Abfallberatung, das Gespräch mit den Bürger*innen suchen, kleinere wilde Müllstellen beseitigen, Kontrolle der Abfallbehälter oder des bereitgestellten Sperrguts – der Aufgabenbereich ist sehr vielfältig.“ Und Dieter Lennartz, Geschäftsbereichsleiter im Stadtbetrieb, sagt außerdem: In den vergangenen Jahren habe man ein verändertes Nutzungsverhalten im öffentlichen Raum festgestellt. „Auf der einen Seite nimmt die Nutzungsintensität zu, auf der anderen Seite findet – in Teilen der Bevölkerung – immer weniger Identifikation mit dem eigenen Wohn- und Lebensumfeld statt.“
Daran muss gearbeitet werden, ohne Zwang und ohne erhobenen Zeigefinger. Die Menschen müssen „ihre“ Straße als einen Teil ihres eigenen Lebens betrachten, ein Teil vom Zuhause. Manchmal kann das Fehlverhalten auch auf Unwissenheit zurückgeführt werden. Die Waste Watcher gehen in die Straßen rein, sind ansprechbar und erkennbar für die Bürger*innen. Manche Leute sind dann dankbar für die Aufklärung.
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Was ich hier auch problematisch finde: Sperrmüll kostet Geld. Z.B. in Köln kann man einmal jährlich kostenlos Sperrmüll anfordern. Hier wird einfach wild rausgestellt, weil Strafen nicht zu erwarten sind. Vor der Haustür habe ich aktuell gleich zwei wilde Sperrmüllhaufen…
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