Griechische Backkunst am Büchel – und immer mehr Leerstand

An Weihnachten drehen alle durch. Wer nichts hat, worüber er/sie sich aufregen kann, mosert über die Tatsache, dass sich Menschen tote Bäume in die Wohnung stellen. Bäume, die gar nicht gepflanzt worden wären, gäbe es diesen Weihnachtsbrauch nicht.

Aber was soll’s? Die To-Do-Liste reicht „von hier bis Kolumbien“, wie man so sagt. Das ganze Rennen von Termin zu Termin hat nur einen Vorteil: Man kommt ordentlich rum und sieht, was neu ist in der Stadt.

Das Frankenberger Viertel hat ein „Mehlwölkchen“, der Büchel in der Innenstadt hat jetzt auch eins. Täglich geöffnet von 9.30 bis 20 Uhr.

Bismackstraße 43 ist seit einem Jahr eine gute Adresse für griechische Backkunst. Eine echte Bereicherung für alle, die bei Moss und Nobis schon alles leergekauft haben, es können nicht immer Streuselbrötchen sein. Im Haus Ecke Büchel/Kleinkölnstraße – das Schuhgeschäft ist ein paar Häuser weitergezogen – befinden sich jetzt ein Café und eine Backstube, es wird griechisch gebacken was das Zeug hält. Innen ist es sehr warm, alles duftet, ist neu und super lecker.

War mal eine gute Adresse für teure Mode: die Krämerstraße 19 – 21.

Überraschung in der Krämerstraße: Benetton schließt seine Aachener Filiale. Die Älteren werden sich erinnern, dass dort vor Benetton (vor über 20 Jahren) mal Aachens erste Adresse für außergewöhnlich edle Mode war. Das Modehaus Helg war weit über Aachen hinaus bekannt. Das Gebäude wurde verkauft und komplett umgebaut. Weiter unten, am Puppenbrunnen ist leider auch Leerstand zu verzeichnen. Auch dort hat ein Textilgeschäft die Segel gestrichen, ist in die Hartmannstraße umgezogen.

Ist jetzt Geschichte: der Weltladen in der Jakobstraße 9.

Nach über 40 Jahren mussten die engagierten Freunde fair gehandelter Ware aufgeben. Und es lag nicht an der Miete, wie zu erfahren war. Schon eher am Internet-Handel. – Die Insolvenz stand im Weltladen kurz bevor, der Verein wollte nichts verschleppen. Der Laden ist leer, die Umsätze stimmten einfach nicht mehr. Dort bekommt man nun keinen fair gehandelten Tee mehr, keinen Kaffee, keine Textilien, kein Kunsthandwerk mehr. Der Laden könnte an seinem eigenen Erfolg gescheitert sein, fair Gehandeltes gibt es jetzt auch bei anderen.

Das ist heftig: der Niedergang der Adalbertstraße. Zuletzt hat dort ein Fischgeschäft aufgegeben. Das Schnellrestaurant Nordsee soll mal beliebt gewesen sein, wir erinnern uns nicht. Hauptsache es gibt noch Backfisch auf dem Aachener Markt bzw. am Elisenbrunnen.

Sagenhaft, wie heruntergekommen die Adalbertstraße auf der Kaufhof-Seite aussieht. Man weiß schon gar nicht mehr, welche Geschäfte es da mal gegeben hat. Wehmeyer? Peek & Cloppenburg? Gab’s da nicht noch andere? Die Nordsee hat jetzt jedenfalls auch die Schotten dicht gemacht. Genauso wie die Franken-Apotheke am Adalbertsteinweg (s. Foto weiter unten), und diverse Shops in der Stiftstraße.

Die Stiftstraße mit Blick auf das Bekleidungshaus C&A. Foto: AachenNews Archiv
Die Apotheke am Adalbertsteinweg ist zu. Die Kundschaft kauft wahrscheinlich lieber und preiswerter im Internet ein.

Dass man sich angesichts der dramatischen Weltlage für neu eröffnete oder für geschlossene Läden in Aachen interessiert – wie soll man das begründen? Von Aachen aus kann man Putin nicht stoppen. Er hat jetzt wissen lassen, dass ein Angriff auf ein NATO-Land von ihm nicht geplant sei. Was soll das heißen? Nichts Gutes! Dieser Mensch lügt, sobald er den Mund aufmacht. Von Aachen aus kann man auch in Israel niemand schützen, nur die Menschen, die bei uns leben. Von Antisemitismus Betroffene zu schützen, das hat der RWTH-Rektor versucht, war aber auch wieder falsch. Er habe wissenschaftliche Diskussionen verhindert, heißt es.

Was lernen wir? Selbst die klügsten Menschen unter uns sind überfragt. Wir werden bis auf weiteres (Jahresrückblick) einfach mal die Klappe halten, bzw. uns über die Ereignisse verbreiten, die sich vor unserer Nase abspielen.

Was weiter auffiel: In der Franzstraße hat das Seniorenheim „Haus Anna“ geschlossen.

Trotz wachsendem Bedarf an Heimplätzen für ältere Menschen: „Haus Anna“ ist kein Seniorenheim mehr.

Zu wenig Platz, zu wenige Ein-Bett-Zimmer, so durfte das Seniorenheim in der Franzstraße nicht weitergeführt werden. Man schaut in die Fenster und sieht: alles leer.

Gleichzeitig sind in Aachen (wie in ganz NRW) für Kinder und Jugendliche, die – schwer vernachlässigt – nicht mehr bei ihren Eltern leben können, keine Wohnungen da. Es mussten schon Teenager in Hotels untergebracht werden. Mehr Infos dazu: hier. Die Verwaltung macht aus der Dramatik der Situation kein Geheimnis. Könnte das Jugendamt nicht das „Haus Anna“ übernehmen?

Hat sich in der Schlossstraße nicht halten können:Aachens schönste Telefonie- und Internet-Location F/4 Mobile (von Marc Teuku und Marc Salgert).

Start-ups in der Großkölnstraße

Ein Projekt hat jetzt in der Großkölnstraße 36 seine Türen geöffnet: In Zusammenarbeit mit der Stiftung Kathy Beys, dem Verein Enactus Aachen und einem städtischen Fachbereich ist dort ein temporärer Pop-up-Store entstanden, in dem nachhaltige Start-ups ihre Produkte vorstellen. Ziel des Projekts ist es, innovative Geschäftsideen und regionale Projekte zu fördern, alternative Nutzungsideen in die Innenstadt zu bringen und leerstehende Ladenlokale zu beleben und damit deren Attraktivität zu steigern.

Unternehmen können dort zeigen, dass und wie sie aktiv zur Reduzierung von Ressourcenverschwendung beitragen. Enactus Aachen e.V., als Initiator des Projekts, ist eine Studentenvereinigung, die sich dem unternehmerischen Handeln für soziale Zwecke verschrieben hat. Mit über 100 Mitgliedern und sieben Projekten arbeitet die Vereinigung kontinuierlich daran, durch nachhaltige Entwicklung die Welt Schritt für Schritt ein wenig besser zu machen.

Bis 31. Januar geöffnet, freitags von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags von 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr.


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