Stadt richtet Leerstandsmelder ein

Es stehen in Aachen – und das ist ein politisches Thema – viele Wohnungen leer. Das verwundert, wo doch immer mehr Leute umziehen möchten, weil sie in viel zu kleinen Wohnungen leben. Diverse Zugezogene suchen Wohnungen. Oft ist auch von Aachen als Stadt mit Wohnungsnot die Rede.

In der unteren Adalbertstraße steht ein ganzer Straßenzug leer. Nichts passiert dort seit über 10 Jahren. Man spricht von spekulativem Leerstand. Wohnungen kann man verfallen lassen, dann bekommt man leichter eine Abrissgenehmigung und kann neu bauen. Es entstehen z. B. Mikro-Apartments (15 Quadratmeter groß), die teuer vermietet werden. Am Ende hat es sich gelohnt, die Wohnungen zuvor jahrelang leer zu lassen.

Es gibt aber auch außerhalb der Adalbertstraße leeren Wohnraum. Die Stadtverwaltung richtet jetzt einen digitalen Leerstandsmelder ein. Unter www.aachen.de/leerstandsmelder können Bürger*innen, Vermieter*innen und Eigentümer*innen ab sofort online den Leerstand von Wohnungen und Häusern melden. Die Meldung erfolgt dabei komplett über die städtische Webseite. 

Wohnungen können schon mal ein paar Monate unbewohnt sein. Das geschieht nicht immer aus Profit-Gründen. Es findet sich manchmal kein passender Nachmieter, oder es wird saniert und die Vorbereitungen ziehen sich hin. Außerdem können Wohnungseigentümer in einen Erbstreit verwickelt sein usw. Auch Renditeinteresse ist nichts Schlimmes, aber es gilt natürlich Artikel 14 des Grundgesetzes: Eigentum verpflichtet. Gebäude darf man nicht einfach verfallen lassen.

Foto: AachenNews Archiv/Adalbertstr.

Eine Wohnung ohne Mieter kann man besser verkaufen, allerdings bildet sich in jahrelang unbewohnten Räumen Schimmel. Wenn man abends durch Aachens Wohnstraßen spaziert, fallen Wohnungen auf, in denen jahrelang nie ein Licht brannte. Sind das Zweitwohnungen, Kapitalanlagen? Was ist da los? Der neue Leerstandsmelder dient der gezielten Überprüfung einzelner Leerstände, um diesen durch aktive Beratung der Eigentümer*innen wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen.

Rolf Frankenberger, Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration, sagt: „Auf Grundlage der Meldung eines Objekts können wir mit den Eigentümer*innen in einen engen Austausch treten und attraktive Nachnutzungen erarbeiten. Mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt ist der Melder für uns ein wichtiges Instrument der Wohnraumversorgung.“

Gebäude, die Genossenschaften oder der Stadt/der Gemeinde gehören, stehen fast nie lange leer, sie werden zügig saniert und vermietet. Die wunderbare Welt der Spekulation betrifft immer nur den Privatbesitz. Foto: AachenNews Archiv/Zeppelinstraße

Für mehr Infos gibt es übrigens einen Podcast, sehr empfehlenswert: https://zweizimmerkuechebad.podigee.io/14-neue-episode


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