
Ortsbegehungen und Bürgerdialoge befassten sich mit der Burg in Schönforst, Fachleute bei der Stadtverwaltung, eine Architekturstudentin und Kommunalpolitiker*innen überlegten, was mit ihr zu machen sei. Allein: Die Ruine steht noch immer und besetzt seit über 15 Jahre im Drosselweg ein schönes Grundstück, auf dem man auch Wohnungen errichten könnte.
Niemand weiß, was aus dem Fabrikgebäude einmal werden soll, jedenfalls ist AachenNews nichts bekannt. Im Mittelalter soll an der Stelle tatsächlich mal eine echte Burg gestanden haben, doch davon ist nichts mehr zu sehen. 30.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, das sie umgibt. Es gehört einem türkischen Textilunternehmer, der einst in Aachen einen Textilgroßhandel (Santex) betrieb, jetzt aber von Istanbul aus seine Firmen leitet.
Der Mann aus Istanbul hätte dort gern 300 Wohnungen errichtet. Dafür stritt er sogar vor Gericht. Doch der Bau von so vielen Wohnungen wurde ihm untersagt, in dem Grundstück befindet sich nämlich ein Bodendenkmal. Das ist ein Denkmal, von dem niemand was sieht, das aber vorhanden ist. Es sollen die Fundamente einer Burg und einer Vorburg sein. Jetzt stehen dort reihenweise Autos.

Sind Bodendenkmäler ist Aachen – das sowieso reich ist an Altertümern – wichtiger als Menschen? Eine Gruppe von Bürger*innen könnte sich dort vorstellen, die fehlende Mitte von Schönforst zu errichten. Ein zentraler Platz mit einem Bürgerzentrum – das fehlt in dem Quartier. Oder: Vielleicht könnte die Stadt das Gelände samt Burg von dem Unternehmer kaufen und ihrerseits Wohnungen errichten – allerdings mit Rücksicht auf das Bodendenkmal deutlich weniger als 300.

ISEK ist die Abkürzung für einen Arbeitsprozess, an dem sich Bürgerinnen und Bürger aus Forst sowie Verwaltung und Politik beteiligen. Eine spannende Sache, man kann auf die Gestaltung seines eigenen Wohnquartiers Einfluss nehmen. ISEK bedeutet Integrierter Stadtentwicklungsprozess. Auch in diesen Arbeitsgruppen befasst man sich mit der zerfallenden Fabrikanlage und hofft auf gute Ideen. Hier bitte nachschauen.
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Ich finde den Artikel leider nicht gut recherchiert und etwas einseitig pro Investor geschrieben. Das da früher eine (ziemlich große) Burg stand ist sicher – davon hat der Ortsteil übrigens seinen Namen. Es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass so ein Bodendenkmal sicher nicht den Wohnungsbau oder die neue Mitte von Schönforst verhindert, eher viell. Tiefgaragen und Keller (die im Neubau eh teuer sind). Aber dafür gibt es Lösungen und Kompromisse, das Gelände ist groß genug. Und 300 Wohnungen klingt eher nach Hühnerkäfigen (wovon wir in Forst schon genug haben), oder man setzt sich für mehr Qualität ein: schöneres, vielleicht weniger dichtes Wohnen mit mehr Grün, dann aber vielleicht nur 150 Wohnungen und eine Neue Mitte? Muss denn immer alles bis auf den letzten Cent und Qudratmeter ausgequetscht werden? Ich würde den Ort und die Geschichte viell. eher als Chance sehen…. Womit identifiziert sich Schönforst denn sonst? Hässliche Wohnblöcke?
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