Die Kindertagesstätten in Aachen sind in einer schwierigen Lage. Es fehlen nicht die Kitas, es fehlen nicht die Kinder, es fehlt das Personal. Das Jugendamt muss den Mangel verwalten bzw. in den Griff bekommen. Und das ist so etwas wie die Quadratur des Kreises, quasi unmöglich.
Nicht nur in den städtischen Kitas sucht man händeringend nach Erzieherinnen und Erziehern, auch in den Kitas der freien Träger (Kath. Kirche, AWO usw). Überall müssen schon Betreuungszeiten reduziert werden. Und: In den Kindergärten verzichtet man auf Ausflüge, Feste, Elternveranstatungen, Mitarbeitertreffen. Das macht manche Eltern wütend.

In den Kitas von Aachen und Düren gab es 2023 in ganz NRW die meisten Ausfälle. Über 20 Tage. Gezählt wurden nur die Tage, an denen die Kitas komplett zu waren. Kappung von Betreuungszeiten, stundenweise Schließung oder der zeitweise Wegfall einzelner Gruppen wurden nicht erfasst. Hier nachlesen.
Was eine wegen Krankheit der Erzieherinnen plötzlich und immer wieder mal geschlossene Kita für Alleinerziehende bedeutet, was das für die Frauen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen versorgen bedeutet oder für Eltern, die beide berufstätig sind, kann man sich vorstellen. 37 Vollzeitstellen sind in 56 städtischen Kitas nicht besetzt. Und dann kommen noch Ausfälle wegen Krankheiten, Schwangerschaft und Erschöpfung hinzu.
Mit anderen Worten: Die Lage ist wirklich ernst. Schon vor anderthalb Jahren hat man im Jugendamt jede Menge Fantasie entwickelt und sich das „Aachener Modell“ ausgedacht. Demnach sollten nicht-pädagogische Kräfte in den Kitas zum Einsatz kommen und unter Aufsicht und Anleitung der Erzieherinnen die Kinder betreuen helfen. Unbürokratisch und flott.

Das Ministerium muss das erlauben, und das hat es vorerst nicht getan. Jetzt ist die CDU-Ministerin mit einem eigenen Projekt-Vorschlag herausgekommen, wobei – kurz gesagt – ebenfalls nicht-pädagogisch vorgebildetes Personal in der VHS ausgebildet wird und gleichzeitig in den Kitas hilft und lernt. Kosten für Aachen: knapp 600.000 Euro für nur 20 Arbeitsplätze. Aus der Kasse des Ministeriums kommt kein einziger Euro dafür.
Alle Kitas in ganz NRW dürfen sich aber bewerben, nur 3 werden letztlich als Teilnehmer an dem Projekt zugelassen.
Foto: Die Medien berichten umfangreich über die Kita-Krise.
Die Malaise spielt sich so auch in allen anderen Städten und Gemeinden ab. z. B. in Offenburg. Dort hat man sich das „Offenburger Modell“ ausgedacht. Auch nicht schlecht, möchte man sagen:
Entdecke mehr von AachenNews
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.







