Ein Gedicht für einen Baum

Durch Zufall kam Peter Bahnen morgens um 8 Uhr an dem Baum (Ecke Lütticher Straße/Hohenstaufenallee) vorbei, als die Demontierung der Baumhasel begann. Bahnen schreibt, was er sah, habe ihn zu einem an Bert Brechts „Pflaumenbaum“‘ angelehnten Gedicht inspiriert.

Einiges wurde versucht, nichts brachte Erfolg. Der Baum hat vermutlich wegen des Neubau nebenan nicht überlebt. Er wurde gefällt. Es gab bei AachenNews.org viele Zuschriften, in denen der Umgang mit Bäumen betrauert wird. Mehr Infos hier

Der Haselbaum

Am Straßenrand der Haselbaum

der war groß, man glaubt es kaum

Der Stadt war es zu dumm:

Sie sägt ihn einfach um.

Das Stadtgrün sollte dichter wer’n

ja, grüner hätt’s der Bürger gern.

’s ist keine Red‘ davon:

Man haut es in die Tonn‘.

Das grüne Aachen sieht man kaum,

weil es so wenig Bäume hat.

Die Zeitung jübelt’s trotzdem hoch,

das subalterne Blatt.

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BERTOLT BRECHT

Der Pflaumenbaum

Im Hofe steht ein Pflaumenbaum
Der ist klein, man glaubt es kaum.
Er hat ein Gitter drum
So tritt ihn keiner um.

Der Kleine kann nicht größer wer’n.
Ja größer wer’n, das möcht er gern.
’s ist keine Red davon
Er hat zu wenig Sonn.

Den Pflaumenbaum glaubt man ihm kaum
Weil er nie eine Pflaume hat
Doch er ist ein Pflaumenbaum
Man kennt es an dem Blatt.


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