Überragendem fußballerischem Erfolg muss jetzt das Drumherum folgen

Bei der Alemannia läuft alles bestens derzeit, könnte man meinen. Die Mannschaft ist in drei Spielen sehr kämpferisch und vorbildlich als Team aufgelaufen, schwimmt auf einer Welle des Erfolgs. Da blieb nichts zu wünschen übrig. Statt 3. Liga hatte man phasenweise den Eindruck, man sei in ein Erstligisten-Spiel geraten. Gleichwohl bringt der rasante Erfolgskurs Probleme mit sich. Die hier erwähnten haben hauptsächlich mit den Massen von Fans zu tun, die samstags ins Stadion strömen.

Mindestens eine halbe Stunde muss man warten, um Pommes oder Bier oder beides zu bekommen. Bisher waren die Fans immer geduldig.

Mindestens 22.000 kommen jetzt jeden 2. Samstag ins Stadion. Davon möchten/müssen mindestens die Hälfte in der Pause was trinken. Tausende wollen Pommes essen. Und das ist in einer Pause von 15 Minuten nicht zu schaffen.

Wir haben es mit einer Aachener Großveranstaltung zu tun, die den Caterer vor Herausforderungen stellt. Das Bier ist nämlich meistens warm und schmeckt komisch, und die Fritten sind kalt, also jedenfalls nicht heiß. Leute, die da Lösungen finden müssen, sind nicht zu beneiden.

Schwierig ist auch die Verkehrssituation an der Krefelder Straße. Die Busse sind schnell voll, zu voll, es sind zu wenige, die ASEAG müsste das eigentlich hinkriegen, dass zum Spielende genügend Busse die Fans zügig nach Hause bringen. In Düsseldorf, so wurde kürzlich mitgeteilt, „haben die bei der Europameisterschaft innerhalb von 30 Minuten die allermeisten Leute vom Stadion weggefahren bekommen“.

Viele kommen – mangels Alternative – lieber mit dem Rad oder dem privaten Pkw, alles staut sich ohne Ende auf der Krefelder Straße. Da kommt es zu gefährlichen Situationen. Leider wird da erst was geändert, wenn es zu einem Unfall gekommen ist.

Nächstes Kapitel, das ein Sportmanager in Angriff nehmen sollte: das Merchandising. „Im Fanshop sieht es aus wie früher in der DDR, Regale leer“, schreibt ein Fan auf Facebook. Auf Facebook wird im übrigen intensiv diskutiert, glücklicherweise mit sehr viel Verständnis für die Schwierigkeiten, die das Management jetzt hat. Aber ob der „wilde“ Verkauf von Sachen im Sinne des Vereins ist, kann man doch bezweifeln. Manche Aufschrift auf den „wild“ verkaufen Aufklebern ist grenzwertig. (z. B.  „F…… die Bullen“). Muss das sein?

Wer bis hier schon mitgelesen hat, darf auch noch erfahren, dass das Security-Personal überfordert war, massiv zumindest beim Spiel gegen Kiel. Es nützt nichts, dass der Stadionsprecher mehrfach sagt: Treppen müssen freibleiben oder so ähnlich. Die Treppen sind immer zugestellt. Lasche Kontrollen an den Eingängen sind eigentlich auch nicht hinnehmbar, aber dass die Wege raus aus dem Stadion so zugestellt werden von Fans, das ist echt nicht gut.

Profi-Fußball schön und gut. Nur: Auch das Drumherum muss professionell gemanagt werden. Es gibt noch viel zu tun. Auf geht’s Aachen.


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