Driescher Hof: Bis zu 300 zusätzliche Wohnungen geplant

Zwischen Grauenhofer Weg und Stettiner Straße, auf einer Weide, die zum Driescher Hof gehört, sollen Wohnungen gebaut werden: 280 bis 300 Stück. Das ist eine Menge. Mindestens 600 Personen zusätzlich – wenn nicht mehr – würden die Infrastruktur vom Driescher Hof zusätzlich nutzen. Verkraftet das Viertel das?

Die Anwohner von Driescher Hof, die sich über die Pläne schon umfassend informiert haben, sind nicht gerade glücklich über das Vorhaben. Sie befürchten, dass das Projekt die Probleme im Viertel noch verschärft. Verwaltung und Politik in Aachen haben gleichwohl ein seriöses Anliegen: Sie wollen die Wohnungsnot lindern. Ein Kölner Investor möchte bauen.

Absolut ländlich fühlt man sich am Grauenhofer Weg. Dort sollen bis zu 300 Wohnungen errichtet werden. Die Neubauten werden die Versorgung mit Kaltluft beeinflussen.

Mindestens 600 Menschen – das ist andernorts ein veritables Dorf, was da neu entsteht. Gut 30.000 Quadratmeter umfasst das Planungsgebiet, und wie die Gebäude darauf angeordnet sein werden, steht auch schon fest. Außerdem: dass zu dem Gelände eine große Tiefgarage für alle und eine 4-gruppige Kita dazugehören werden. Im Planungsausschuss hat man sich im März mit der Angelegenheit befasst, Skizzen sollten hier zu sehen sein.

Driescher Hof ist ein Quartier, das mit Problemen zu kämpfen hat. Dort leben deutlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund als anderswo in Aachen. Es wohnen dort außerdem viele alte und arme Menschen. Driescher Hof gehört zu Forst, was ja ohnehin ein Stadtteil ist, der von Seiten der Politik eine liebevollere Beachtung verdient hätte. Eine besondere Anstrengung unternimmt die Stadt glücklicherweise mit dem ISEK, damit auch ganz Forst sich – wie andere Stadtviertel – positiv entwickeln kann.

Das neue „Dorf“ zwischen Stettiner Straße und Grauenhofer Weg liegt in Autobahnnähe (Lärm). Es soll, so ist es geplant, ideal für junge Familien sein, denn ein Drittel der Wohnungen werden öffentlich gefördert. Man träumt von „qualitätvoller Stadterweiterung“.

Die Anwohner von Driescher Hof kennen ihr Viertel, sie wünschen sich für das neue Wohngebiet z. B. einen großen Spielplatz (ist nicht vorgesehen). Die Offene Tür in Driescher Hof und die Grundschule sind – gelinde gesagt – extrem gut besucht (überlaufen), die Versorgung mit Geschäften, Ärzten, Post und Sparkasse ist gar nicht gut, manche sagen „mangelhaft“.

Foto: Die Wiese, auf der gebaut werden soll, steht bisweilen unter Wasser. Ob es sinnvoll ist, dort Boden zu versiegeln, wissen wir zur Zeit noch nicht.

Wichtig wäre es, die Pläne für die neue Wohnsiedlung den Menschen dort nochmals bekannt zu machen und sie vor Ort nach ihrer Meinung zu fragen. Es wäre für die Leute eine relativ neue Erfahrung. Dass man Einfluss nehmen kann auf seine Umgebung, auf die Gestaltung des Quartiers, in dem man wohnt, das gehört in Driescher Hof nicht gerade zum Alltag. Soziologen meinen, wer diese Erfahrung niemals macht, wird wütend und wählt am Ende noch die AfD.

Weiter Infos auch hier: https://beteiligung.nrw.de/portal/aachen/beteiligung/themen/1013602

Und: https://www.aachen.de/de/stadt_buerger/planen_bauen/bauleitplanung/verfahren/Grauenhofer-Weg_Stettiner-Strasse_Bp_1012/index.html


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