Der Bunker Zeppelinstraße ist keine Schönheit. Und doch ist er im Laufe der vergangenen Monate zu einer Attraktion geworden. Anwohner*innen und Mitarbeiter*innen mehrerer Abteilungen der Aachener Stadtverwaltung haben sich ins Zeug gelegt: Der Bunker hat an einer Seite ein meterhohes Wandbild bekommen und an der anderen eine Platzgestaltung mit viel Grün, das an der Bunkerwand hochwachsen darf.

Der neue Platz hat einen Stromanschluss, Licht (dank der Unterstützung des Fördervereins Lichtprojekt Aachen) und Bänke, hier kann man sich treffen und feiern. Letzteres geschieht am kommenden Freitag, 28. November, ab 15 Uhr. Der neue Oberbürgermeister Michael Ziemons hat sein Kommen zugesagt. Es gibt ein kleines Programm sowie Waffeln und Kinderpunsch.
Vor nicht allzu langer Zeit gab es auf dem Platz nur Flaschencontainer und bergeweise das, was sich um solche Container herum ansammelt: wilder Müll. Dann begann ein Stadtentwicklungsprozess in Forst, und die Anwohner konnten Wünsche äußern, damit ihr Stadtteil attraktiver und lebenswerter wird. Gesagt getan – bzw. viel in den letzten zwei Jahren auf den Weg gebracht. Zuletzt die Aufwertung des Bunkerumfeldes, die die Vertreter der Stadtverwaltung jetzt der Presse vorstellten.
Zur Erinnerung: Forst umfasst das Aachener Stadtgebiet von Rothe Erde bis einschließlich Driescher Hof, dort wohnen gut 22.000 Menschen, so viele wie in Laurensberg. Forst gehört zu Aachen-Mitte, es sind im Grunde sechs sehr unterschiedliche Quartiere. Der Stadtteil wird dominiert durch die Trierer Straße, er wird als eine Art Transit-Bereich zwischen Brand und der Stadtmitte empfunden. Keines der sechs Quartiere hat eine funktionierende Mitte. Die sollen in den nächsten Jahren entwickelt werden.

Die Gestaltung des Bunkers sei ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel zwischen Bürgerschaft und Verwaltung, ziehen Frauke Burgdorff und Heiko Thomas von der Stadtverwaltung eine positive Bilanz. Sie nehmen das gelungene Projekt zugleich als Auftrag mit, dass die Stadt in Forst am Ball bleibt.
Rund 560 Pflanzen und 15 verschiedene Pflanzenarten wurden gepflanzt. Es handelt sich um bodengebundene Selbstklimmer (Kletterhortensie und Wilder Wein) für die Fassadenbegrünung sowie bodendeckende Stauden am Fuß der Kletterpflanzen und sogenannte Solitärgehölze (Kupfer-Felsenbirne, Schneeball, Blutpflaume) und Staudenbepflanzung im Hochbeet (unter anderem Salbei, Sonnenhut und Herbst-Anemone).
Derzeit arbeitet die Verwaltung daran, im kommenden Jahr bei Landesbehörden Städtebaufördermittel für Forst zu beantragen. Frauke Burgdorff weiß: „Städtebauförderung ist ein wirksamer, aber langwieriger Prozess. Von der Idee bis zur Umsetzung braucht es einen langen Atem.“
Weitere Infos: www.aachen.de/zukunft-forst
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