Skulpturen aufstellen, das ist in Rotterdam gelungen und wird in Aachen ebenfalls versucht

Ein Ausflug nach Rotterdam bringt einen auf andere Gedanken? Ja denkste! Alemannia-Fans, die haben sogar auch in dieser Stadt den TSV im Kopf. Warum?

Imposanter Bahnhof in Rotterdam. Da kommen der Aachenerin die Tränen vor Begeisterung. (Na ja, ist etwas übertrieben, aber schön ist es doch.) Alle Fotos: Henning Brinkmann

Auf dem Platz vor dem Rotterdam Centraal gibt es eine Skulptur, eine Statue sozusagen. Der Künstler Thomas J Price hat das 3 Meter hohe Teil geschaffen, eine Foundation hat es finanziert.

Titel der monumentalen Bronze-Skulptur in Antwerpen: „Moments Contained“. Dargestellt ist eine junge Frau in Freizeitkleidung. Sie steht aufrecht, Hände in den Taschen, lässig.

Die Skulptur in Antwerpen ist weder heroisch noch hat sie einen Bezug zu einem historischen Ereignis. Sie hat keinen Sockel, steht mit beiden Beinen einfach so auf dem platten Boden. Sie gehört zu einer Gruppe von Leuten, die üblicherweise im öffentlichen Raum nicht prominent vertreten sind. Die Skulptur lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Menschen, die gewöhnlich nicht besonders wahrgenommen werden.

Große und kleine Bonze-Statuen im öffentlichen Raum waren mal in Deutschland beliebt. Dabei ging es meistens um die Verherrlichung von Einzelpersonen oder Ideologien. Die Personen wurden auch noch auf Podeste gestellt und heroisch verehrt. In letzter Zeit ist die Tradition aus Gründen etwas aus der Mode gekommen.

Auch die Fans der Alemannia wollen – in Erinnerung an den legendären Aufstiegs-Trainer Werner Fuchs – eine Skulptur aufstellen, auf Tivoli-Gelände selbstverständlich. Bei Heimspielen wird schon fleißig gesammelt, immerhin müssen 35.000 Euro zusammenkommen. Die Figur soll schließlich aus Bronze sein. Wir sind gespannt, wie man Werner Fuchs der Nachwelt präsentieren wird. Eher kitschig oder progressiv? Freundlich oder in angespannter Haltung mit sorgenvollem Blick in Richtung Tivoli?

In Aachen hat man zuletzt die Aufstellung vom Öcher Schängchen (zusammen mit 2 weiteren Figuren) am Holzgraben/Dahmengraben gestattet. Und an der Barockfabrik die Skulptur aufgestellt, die den Schriftsteller Walter Hasenclever darstellen soll, beide an Einfältigkeit und Beliebigkeit kaum zu übertreffen.

Mit dieser fast lebensgroßen Skulptur hält Aachen die Erinnerung an den von den Nazis verfolgten und in den Selbstmord getrieben Aachener Schriftsteller Walter Hasenclever wach.

Der Walter-Hasenclever Gesellschaft (auf deren Seite befindet sich ein Foto von Hasenclever) sagt das Kunstwerk angeblich zu, man findet es wohl passend. Und überhaupt gilt ja im Rheinland: Jeder so wie er mag. Die Lokale Presse berichtete hier.

Die Stadt Antwerpen wird überall als „jung, urban, neugierig und aufgeschlossen“ beschrieben. Das ist sie auch und selbst in Sturm und Regen eine Reise wert.


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