Das Klinikum in Aachen sollte eigentlich zusätzliche, neue Operationssäle bekommen. Eigentlich, denn daraus wird möglicherweise nichts.
Jahrelang hatten Kommunalpolitik und Stadtverwaltung darüber beraten, wo der Anbau mit diesen neuen Sälen am besten hinkommen sollte. Das Klinikum steht (leider) unter Denkmalschutz und das bedeutet, dass man da nicht einfach was dranbauen darf. Auch nicht davor. Es muss freie Sicht auf das Denkmal geben, das ist vorgeschrieben. So kam man auf die Idee, vor dem Gebäude in die Tiefe zu gehen und den Zentral-OP unterirdisch anzulegen. Kosten: eine halbe Milliarde Euro, mindestens.

Ganz davon angesehen, dass sich nachweislich Menschen weder zum Einkaufen noch zum Arbeiten gern unter Tage begeben, sind die unterirdischen Anlagen vermutlich auch besonders teuer. Man kann annehmen, dass es nicht bei einer halben Milliarde bleibt, sondern alles deutlich mehr kosten wird. Das ist tatsächlich auch dem Ministerium in Düsseldorf aufgefallen, das seit Kurzem versucht, die fertigen Baupläne auf Eis zu legen.
Damit nicht genug: Das Klinikum, das einst 2,06 Milliarden D-Mark gekostet hat und ein echter Skandalbau gewesen ist, muss saniert werden. Es ist schließlich schon 40 Jahre alt. Aber auch die Sanierung ist bei weitem noch nicht beschlossen, denn auch sie würde entsetzlich teuer.
Es soll nun überlegt worden sein, den Altbau aufzugeben und gleich neu zu bauen. Das ist bisher nur gerüchteweise zu uns gedrungen. Architekten, die derartiges hören, schlagen die Hände über den Kopf zusammen. Und die Politiker im Aachener Rathaus setzen zur Zeit alles daran, dass der unterirdische Zentral-OP vielleicht doch noch gebaut werden kann. (Wir werden weiter berichten.)
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