Ratzfatz alle Schatten spendenden Bäume weg. So wird der Klimanotstand verschärft.

Eine ganze Baumreihe ist vor dem Aachener Klinikum gefällt worden – vor etwa einen Jahr muss das geschehen sein und war höchstwahrscheinlich völlig überflüssig, wie sich neulich herausstellte: Die Erweiterungspläne des Klinikums sind nämlich mittlerweile mit einem dicken Fragezeichen versehen worden.

Vor dem Klinikum konnte man im Sommer im Schatten sitzen. Es ist voreilig eine große Wüste geschaffen worden, das Klinikum-Erweiterungsprojekt muss neu geplant werden.

Vor dem Klinikum, das unter Denkmalschutz steht, sollten tief unter der Erde neue Operationssäle entstehen. Zu immensen Kosten. Von einer halben Milliarde war die Rede, wobei man schon hätte froh sein können, wenn sich die Summe am Ende „nur“ verdoppelt haben würde. Dem zuständigen Landesministerium fiel aber nach Ende jahrelanger Planung auf, dass der Neubau sehr, sehr teuer werden würde und dass die Kasse der Landes überfordert sein würde.

Vor dem Klinikum selbst darf, weil es unter Denkmalschutz steht, eigentlich nicht hoch gebaut werden; der Blick auf das Denkmal darf nicht zugebaut sein. Deshalb blieb nur die unterirdische Lösung. Bis zur Planänderung.

Wie dem auch sei: Die Bäume wurden zur Vorbereitung der unterirdischen OP-Säle schon mal gefällt. „Die Bäume, zumeist schöne Eichen und andere Gehölze, gehörten als Ersatz für die Grünflächenopfer durch den Klinikbau mit zum Ensemble des Gesamtdenkmals“, so erinnert sich Hans Falk vom Aachener Baumschutzbund.  Die gefällten Bäume sollten ihrerseits wiederum in Form einer modellierten Landschaft – angelegt über den unterirdischen Neubauten –ersetzt werden. „Ersatz für Ersatz“, bringt Falk die Sache auf den Punkt.

Damit nicht genug. Statt visionär blühender Landschaften „dürfen wir uns demnächst über noch mehr häßliche Klötze freuen, bei neuen stadtökologischen und -klimatischen Schädigungen“. Gleich gegenüber (an der Kullenhofstraße) seien ebenso Neubaumaßnahmen mit weiteren umfangreichen Grünzerstörungen geplant, weiß der Baumschützer. Wo wohl all die Ersatzpflanzungen hin sollen? Bestimmt an den Stadtrand Richtung Eifel, wo es sowieso genug Grün gibt.

Unglaubliche 95 Mio sollen Planung und Bauvorbereitungen schon gekostet haben. Unwiederbringlich verloren, so weiß man jetzt. Für nichts, außer der angerichteten Zerstörung der Grünstrukturen.


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