Aachener Kunstgeschichte: „Der große Krieg“ wird endlich restauriert

Eins der markanten und heute noch aktuellen Bilder des Aachener Wandmalers Klaus Paier wird endlich restauriert.

Mit kleinen Schwämmchen bei der Arbeit: Restauratorinnen arbeiten am denkmalgeschützten Kunstwerk. Jede einzelne Verschmutzung/Übermalung muss mit der dafür passenden Tinktur entfernt werden.

Direkt neben der Terrasse vom Café Kittel (Augustinerbach) befindet sich das Wandbild „Der große Krieg“. Das Bild von Klaus Paier ist etwa 40 Jahre alt und passt überraschend genau in unsere Zeit.

Das Wandbild steht schon lange unter Denkmalschutz, war aber viele Jahre lang in einem erbarmungswürdigen Zustand (s. Foto unten). Jetzt erhielt eine Kölner Fachfirma den Auftrag, das Bild in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, wobei am Ende auch seine 40-jährige Geschichte nicht geleugnet werden soll. Für die Wiederherstellung setzte sich Bauunternehmer Alex Deubner ein. Wegen verwickelter Eigentums- und Zuständigkeitsverhältnisse war das keine einfache Sache, erst nach zwei Jahren war er erfolgreich.

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Kaum 100 Meter von Markt und Rathaus entfernt, an einer Hauswand, befindet sich das bislang übel vernachlässigte Stück Aachener Geschichte. Es ist vielen Menschen hier nicht gleichgültig. Die Arbeit „Der große Krieg“ gehört zu den Bildern, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre in Aachen über Nacht erschienen – wie Menetekel an der Wand. Da wurden brisante und tabuisierte Themen aufgegriffen, und sodann immer auffallend flott von Saubermännern (beauftragt von der Spitze der Stadtverwaltung) weggeätzt oder überpinselt.

Foto: AachenNews Archiv

Es waren die Bilder von zwei Wandmalern, Klaus Paier und Josef Stöhr, jeder erkennbar an seiner unverwechselbaren Bildsprache. Heute ist die besondere Bedeutung damaliger Street-Art längst anerkannt. Im Depot des Ludwig Forums gibt es eine schöne Sammlung von Fotos zahlreicher verschwundener Wandbilder. Und die Fotografen Regina und Dieter Weinkauf verfügen über eine große Sammlung eigener Fotos von den Paier-Gemälden.

Man fragt sich, welche Themen Klaus Paier heute aufgegriffen hätte: das Dauerverfeuern fossiler Ressourcen? das Scheitern von „Fridays for Future“ und der letzten Generation? die undurchsichtigen Machenschaften vom total verwirrten, geltungssüchtigen Donald Trump? die unglaublichen Brutalitäten von Putin und den mörderischen russischen Soldaten?


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