Worüber man sich vor Jahrzehnten noch freute: eine lange Reihe von heißen Tagen, also viele sonnige Tage hintereinander, mit über 30 Grad. Um das wenigstens ein paar Tage im Jahr zu erleben, reisten einst Scharen von Aachener*innen im Urlaub in den Süden und schwärmten danach vom „guten Wetter“, das sie sehr genossen hatten.
Eine lange Reihe von „Hitzetagen“ und darauf folgenden „Tropennächten“ (nachts über 20 Grad), das ist in der heutigen Zeit nichts weniger als eine reale Katastrophe, eine Umweltkatastrophe, bei der viele Menschen sterben. Straßenschluchten ohne Bäume heizen sich auf, kühle Räume wie Kirchen und Museen sind nachts zugeschlossen, manche sogar tagsüber, und schattige Plätze sind Mangelware.
Heute, 11. Juni, ist – Petrus hat sich da nicht drauf eingestellt – der bundesweite Hitze-Aktionstag.
Die Stadtverwaltung schickte aus diesem Anlass eine lange Mitteilung, deren wichtigste Info ist, salopp gesagt: Liebe Leute in Aachen, es wäre kein Fehler, wenn ihr euch auf diese Katastrophe schon mal vorbereiten würdet.
Man geht offenbar davon aus – und das zu Recht -, dass es bei uns so warm wird, wie einst in Spanien und Griechenland. Dort ist es unterdessen so heiß, dass es bei über 40 Grad (tagelang) zu Bränden kommt, und zwar verlässlich jedes Jahr.
Die Zahl der bei Hitzewarnungen in Aachen geöffneten „kühlen Räume“ in RWTH-Gebäuden, im Rathaus, in Kirchen, Museen oder Tiefgaragen ist schon mal verzeichnet. Es muss mehr geschehen: Kaltluftschneisen erhalten, Boden entsiegeln, mehr Flächen begünen. Es fehlt an Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen, das Offenlegen von Bächen, Trinkwasserbrunnen. s. dazu die Hitzevorsorge-Seiten unter www.aachen.de/hitze

Berlin arbeitet an einem Plan, Motto: „Gut vorbereitet – bei Hitze, Stromausfall & Co.“ Auch der „Musterhitzeschutzplan“ für Berliner Behörden werde demnächst fertig, so schreibt der „Tagesspiegel“. und „Heiße Ware, made in Berlin“. Den Plan wird man sich in Aachen ansehen, er könnte bundesweit als Vorlage dienen.

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