Derzeit gelingt längst nicht alles im Rathaus

Die Nähe zur Grenze spielt da wohl eine Rolle. In Aachen werden Zweiräder en masse geklaut. Im Hintergrund: Das Finanzamt.

Das Jahr ist zur Hälfte rum, und viel ist in Aachen passiert. Da kann man gleich mal ein bisschen zurückblicken und jeder für sich überlegen, ob es so weitergehen soll. Zunächst mal fällt der verwunderten Öffentlichkeit auf, dass Strahlemann/Oberbürgermeister Marcel Philipp sich zwei Monsterfails geleistet hat.

1. Seit zwei Jahren wird – intensiv wie nie – über die Neugestaltung des Büchel-Areals (neuerdings Nikolausviertel genannt) diskutiert, ein kolossaler Wettbewerb wird ausgeschrieben, in dem es ausdrücklich heißt, dass der Rotlicht-Bereich in dem Areal bleiben soll, irgendwie. Die Pläne sind schön gelungen und werden immer konkreter  . . .  und da kommt plötzlich der Oberbürgermeister (OB) um die Ecke mit der Forderung, der Rotlicht-Bereich sollte ausgelagert werden.

Äh, was???  „Das fällt dir aber früh ein, Junge“, möchte man dem OB zurufen. Diese Idee zu äußern und zu diskutieren war nun wirklich Zeit genug. Wollte man dem Vorschlag des OB folgen, müsste die bisherige Planung in die Tonne getreten werden. Echt blöd.

2. Dieser sympathische Mensch (Philipp) hat außerdem bei der Nicht-Weiterbeschäftigung von Generalmusikdirektor (GMD) Kazem Abdullah voll versagt. „Warum muss Abdullah gehen?“, fragt sich das komplette Kultur-interessierte Aachen. Dutzende Leserbriefschreiber äußerten Unverständnis, loben die Arbeit des jungen GMD (der öffentlich erklärte, er wolle gern weiter am Stadttheater bleiben) und fragten nach.  Aus dem Rathaus: eisiges Schweigen.

„Welches Verbrechen hat der GMD begangen?“, fragte sogar ein Aachener in einem Leserbrief. Keine Reaktion. Die Zeitungen, der Chefredakteur höchstselbst, bitten um Aufklärung, es passiert nichts. Bloß „unter uns“ wird einem mitgeteilt, der GMD sei mit dem Intendanten und dem Orchester nicht zurecht gekommen und hätte vor Jahren sogar selbst seiner Nicht-Weiterbeschäftigung zugestimmt. Nur: Offiziell erfährt man nichts.

3. Dritter Fail, aber der ist wohl eher den beiden „Regierungsparteien“ (CDU und SPD) in Aachen anzulasten: Die Luft in Aachen wird nicht sauberer. – Alles gar nicht so schlimm, sind ja nur zwei Straßen in Aachen, wo die Grenzwerte oft überschritten werden . . . blabla blubberblub. Das, liebe Leserinnen und Leser, glauben auch nur die Dummen. Spätestens in 2 Jahren gibt es in Teilen von Aachen (Innenstadt) ein Diesel-Fahrverbot. Die Gerichte werden den Stadtvätern und -müttern schon Vorschriften machen.

4. Eins von Aachens größten Bauprojekten ist die Sanierung des Neuen Kurhaus an der Monheimsallee (vormals Spielkasino). Wer nach der 25 Millionen Euro teuren Sanierung dort einziehen wird, ob überhaupt jemand dort Miete zahlen wird, steht noch nicht fest. Der OB verhandelt angeblich und steht kurz vor einem Abschluss. Aber obwohl es noch keinen Nutzer der edlen Immobilie gibt, soll der Rat schon mal 1,9 Millionen Euro locker machen, weil plötzlich Extra-Ausgaben zu tätigen sind. Auch dieses Projekt sieht nach einem Fail aus. Die Tivoli-Millionen-Pleite lässt grüßen.

5. Was wird aus Aachens prominentestem Sportclub, dem ALRV? Die Tierquälereien beim jüngsten Turnier waren wieder so offensichtlich, das

Fahrräder müssen zweifach abgeschlossen werden und  möglichst an Fahrradbügel angekettet werden. Im Hintergrund: der Neubau  „Quartier Guter Freund“ der Landmarken AG in Forst.

werden Tierschützer, Mediziner und Wissenschaftler nicht mehr lange unkommentiert lassen. Pferde werden – indem man ihnen heftige Schmerzen zufügt – gefügig gemacht. Sie tanzen und springen dann. Kein Wunder. Krass.

Der Kopf wird dem Pferd nah an den Hals gebunden (Dressur), die Peitschen knallen beim Springen auf die Haut der Tiere und die Trense (was das Pferd im Maul hat) quetscht das Fleisch bis auf die Knochen. Das MUSS weh tun. Das Publikum applaudiert. (Alles original von mir selbst beobachtet.)

Unterdessen werden in Aachen Fahrräder geklaut wie verrückt. Besonders natürlich die mit unzureichender Sicherung. Tipp: Zwei teure Schlösser muss sich jeder leisten, der sein Rad behalten will. Und die Stadtverwaltung muss in der Innenstadt für mehr Fahrradbügel sorgen, an die die Räder gekettet werden können.

(wird fortgesetzt, aber heute nicht)

Und statt eines Musiktipps heute: Infos zur klimafreundlichen Mobilität in Düren

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Wer sehen kann, ist klar im Vorteil

In der Zeppelinstraße.

In den Ferien pausieren die Politiker, da kann die Serie „Aachen von hinten“ eine Fortsetzung finden. Hier sieht man einen „Hinterhof“ von der Zeppelinstraße aus. Vorne auf dem Boden liegen alte Ziegelsteine, die mit Sorgfalt bearbeitet und angeordnet wurden. Ganz rechts lugt auch ein Gebäude hervor, das hat ein Segel als Dach (nicht im Bild).

Zeppelinstraße

Wer von der Straße aus durch Toreinfahrten geht, sieht manchmal erstaunliche Wohnbauten, Innenhöfe und Gärten. Oben im Bild: ein grünes Paradies, so bewachsen, dass man die Gebäude (rechts) nicht mehr erkennen kann.

Die Zeppelinstraße an einem Sonntag.

Öfter war ich jetzt in der Zeppelinstraße, denn es wurde mir gesagt: „Das ist ein sozialer Brennpunkt“. Bei allen Besuchen habe ich von „Brennpunkt“ nie was mitbekommen. Und so glaube ich allmählich, dass die Leute, die in Aachen eine Straße oder Gegend als „sozialen Brennpunkt“ charakterisieren, ganz schwer einen an der Waffel haben. – Aber vielleicht entdecke ich das brennpunktmäßige ja noch, mitsamt Großfamilien-Clans, rechtsfreien Räumen, No-Go-Areas und 12-Personen-Familien in Zwei-Zimmer-Wohungen (Ironie: aus).

Die Zeppelinstraße hat auch einen Musikbunker, da proben Rockbands, hab ich mir sagen lassen. An einer Außenwand des Bunkers liegt neuerdings ein Mädchen.

Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=NlMT-oEIQuo&feature=share

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Menschenhändler in der Mefferdatisstraße? Stadt versiegelt Haus

Das Horror-Haus. Hier sollen Frauen zur Prostitution gezwungen worden sein. Mitten in der Aachener Innenstadt.

Neulich bei der Bürgerversammlung in der Citykirche: Die Bauverwaltung stellt umfangreich die Neugestaltung des Nikolausviertels (Büchel mitsamt Antoniusstraße) vor. Als nach einer Stunde die zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger auch mal was sagen dürfen, fragt eine Dame aus dem Publikum:  „Warum unternehmen Sie eigentlich nichts in dem Haus in der Mefferdatisstraße? Da gibt es Hinweise auf illegale Prostitution, da wohnen Frauen und Kinder, die verprügelt werden, da gehen immer andere Männer ein und aus, da ist oft Geschrei, alles ist total verdreckt, heruntergekommen, Ratten wurden auch schon gesehen.“

Die Frau schildert die Zustände, die der Behörde gemeldet und der Polizei längst bekannt seien. Die Herren von der Stadtverwaltung machen sich Notizen und versprechen: Das sei zwar jetzt nicht ihr Thema, aber man werde sich um die Sache kümmern.

Wenige Tage später (18. Juli) sind Polizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungskräfte in der Mefferdatisstraße. Die Angaben der Nachbarin bestätigen sich in vollem Umfang. Die Medien berichten tags drauf von Hinweisen auf  Menschenhändler und Zwangsprostitution  in völlig verdreckten Räumen – 200 Meter vom Weltkulturerbe Aachener Dom entfernt. Das Haus wird geräumt und versiegelt.

Hier ist festzustellen: Erst nachdem in einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft des Viertels eklatante Missstände öffentlich zur Sprache kamen, handelten die Behörden. In den Wochen davor passierte nichts, obwohl die Zustände – jedenfalls nach Auskunft der Nachbarn – bekannt waren. 

Die Mefferdatisstraße muss man sich im übrigen mal ansehen. Sieben Ladenlokale stehen leer, außer dem bekannten „Haus der Küche“ läuft hier gar nichts mehr. Dabei ist diese Straße zwischen „Lust for Life“ und Parkhaus Büchel in dem Bereich gelegen, der zum Einkaufen und Bummeln für Touristen ideal sein könnte.

Nebenbei: Prostitution wird man in Aachen nicht verbieten können. Was aber passieren kann, und das wäre wirklich das Allerschlimmste, dass die Prostitution in privaten Wohnungen – über die Stadt verstreut – stattfindet. Das kann keine Polizei kontrollieren, und eine Sozialarbeiterin und eine Beratungsstelle, wie es sie jetzt in der Antoniusstraße gibt, wäre wirkungslos. „In der Antoniusstraße helfen wir jeder Frau, die da nicht sein will“, sagte bei der Versammlung in der Citykirche eine Ratsdame der CDU. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, die Prostitution in ein Gewerbegebiet auszulagern.

Den Puff auslagern, das möchten in Aachen der Oberbürgermeister und der Polizeipräsident. Und es zeichnet sich ab, dass sie den Skandal um das Haus in der Mefferdatisstraße als Bestätigung für ihre Argumente benutzen werden.

Viel Leerstand gibt es in der Mefferdatisstraße. Dort lässt sich mit Handel offenbar kein auskömmliches Leben mehr organisieren.

Immer noch ein guter Grund (und vielleicht der einzige), in diese Straße einzubiegen: das Haus der Küche. Dort gibt es ungeheuer viele Geräte, die man in der Küche braucht. Das Geschäft ist in Aachen berühmt, man möchte es nicht missen.

Die untere Großkölnstraße. Absolut unerträglich, wie heruntergekommen sie seit vielen Jahren ist. Einen weiteren Verzug bei der Neugestaltung des Nikolausviertels kann sich Aachen nicht leisten.

 

 

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Zweiradfahrer nach Unfall: tot – Polizei sucht Zeugen

Die Sittarder Straße in Brand: Der jüngste Unfall mit Todesfolge hat sich dort ereignet. Das ist seit September 2016 schon der dritte. Das weiße Fahrrad bedeutet, dass hier ein Mensch auf einem Zweirad den Zusammenprall mit einem Fahrzeug nicht überlebt hat.

Am Dienstag, 4. Juli, sind auf der Sittarder Straße ein Autofahrer und ein Pedelecfahrer zusammengestoßen. Der 86-jährige Pedelec-Fahrer wurde danach mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht. Am vergangenen Samstag verstarb der Mann an den Verletzungen des Unfalls, so teilt die Polizei mit.

Der Autofahrer sagte um 11.25 Uhr am Unfallort, er habe den Radfahrer überholen wollen. Dabei habe der Radfahrer ihn touchiert und sei zu Fall gekommen.

Die Polizei sucht nun Zeugen des Unfalls. Die sollen sich bei der Polizei unter Telefon: 02404 – 9577 42101 oder 0241 – 9577 34210 melden.

Es ist dies der dritte (!) Unfall mit Todesfolge in noch nicht mal einem Jahr in Aachen. Und wenn man sich die sogenannten Fahrradwege in Aachen betrachtet, wundert es einen, dass nicht noch mehr passiert. Viele Radwege haben Löcher, die Wege werden nicht repariert und nicht gesäubert. Auf ihnen liegt heruntergefallenes Laub, so dass man beim Fahren noch nicht mal die Löcher und Hindernisse erkennt.

Deshalb bevorzugen nicht wenige Radfahrer die Straße. Dort allerdings sind sie gegenüber den Autos und Bussen ist sehr schwacher Position, insbesondere an den Stellen, wo die  Straßen durch Buchten verengt sind oder an Fußgängerüberwegen. Die Pedelecs werden immer beliebter, und die Zahl der Zweiradfahrer*innen auf Aachens Straßen hat erheblich zugenommen. Auch die ältere Generation schwingt sich jetzt auf den Sattel. Falls die Stadt nicht unverzüglich beginnt, die Radwege sicherer zu machen (umfangreiche Pläne liegen längst vor) ist mit weiteren Unfällen zu rechnen.

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Ruinen-Fotos im Straßenbahn-Depot in der Talstraße

Das ehemalige Straßenbahn-Depot ist jetzt ein Stadtteil- und Kulturzentrum in Aachen Nord. Dort ist noch viel Platz für mehr Kultur.

Sebastian Schwarz aus Stolberg fotografiert „Lost Places“, und so lautet auch der Titel seiner Fotoausstellung im neuen Atelierhaus Aachen, besser bekannt als altes Straßenbahn-Depot in der Talstraße. Kreuz und quer durch Europa reist der 1991 geborene Grafikdesigner, um Gebäude zu finden, die einmal wichtig waren – teils als Wohnhäuser, Villen, teils als Kasernen, Krankenhäuser, Kinos oder Industrieanlagen.

Jetzt aber werden die Bauten seit Jahren und Jahrzehnten nicht genutzt, niemand interessiert sich für sie, sie verfallen.

Der Charme des Vergänglichen springt einen aus jedem Foto an, Verfall hat seinen Reiz. All die Überreste menschlichen Wirkens zu sehen, und zu denken: „vorbei, vorbei, es war einmal . . .“, das hat aber auch eine melancholische Seite. Einst waren es  Prachtbauten, und in Europa kann man es sich leisten, sie einfach verfallen zu lassen. Wir machen uns noch nicht mal die Mühe, sie abzureißen, sondern bauen einfach irgendwo anders neu. Was für ein Überfluss an allem, was für eine Verschwendung.

Ich erinnere mich an Zeiten, als nur das Schöne, das Besondere fotografiert wurde. Weihnachten, ein Geburtstag, eine Hochzeit, ein anderes Fest oder Neubauten, schöne Kirchen, Rathäuser und das neue Auto – das waren Gelegenheiten, bei denen der Fotoapparat rausgeholt und Aufnahmen gemacht wurden.

Alltägliches und Belangloses wird heute vorzugsweise abgelichtet. Und Kaputtes, Verkommenes, Verfallenes zu fotografieren, das ist im Rahmen der noch relativ jungen Gattung der Ruinenfotografie üblich geworden.

Die Foto-Dokumentationen von Sebastian Schwarz strahlen allerdings eine befremdliche Schönheit aus, sie haben etwas Ästhetisches. Die abgelichteten Räume behalten noch im Untergang ihre Würde.

Zu sehen sind die faszinierenden Aufnahmen dieser aus der Zeit gefallenen Orte noch bis 13. August. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 14 hr, samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Sebastian Schwarz’ Blog findet ihr hier: http://sebblack-blog.tumblr.com

Sebastian Schwarz (Mitte) in seiner Ausstellung im Gespräch mit einem Besucher. „Lost Places“ ist noch bis zum 13. August zu sehen.

Wer Gelegenheit hat, das Atelierhaus (aka Straßenbahn-Depot) selbst zu besichtigen, sollte das tun. Dort gibt es im Untergeschoss Werkstätten, im 1. Obergeschoss ist Platz für Ateliers und Ausstellungen, im 3. Obergeschoss sollen auch noch Ateliers sein.

Rustikales Inneres: Dem Gebäude sieht man seine ursprüngliche Funktion noch deutlich an.

Platz satt für alle kulturellen Veranstaltungen, die man sich nur denken kann.

Musiktipp:  Irie Révoltés

https://www.youtube.com/watch?v=IUzVY_V4_RY

aber vor allem  „Bilderbuch“, echte Schweizer DaDa-Kunst, https://www.youtube.com/watch?v=pV-GGCrRcu0

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Der neue Neumarkt ist eröffnet

Der Neumarkt ist jetzt wieder zugänglich.      Foto: Henning Brinkmann

Der Neumarkt im Frankenberger Viertel trägt jetzt seinem Namen ganz zu Recht, denn er ist für 300.000 Euro rundum erneuert. Heute wurde er nach nur zweieinhalb Monaten Umbauzeit offiziell wieder eröffnet und den Menschen im Viertel zurückgegeben.

Wie in dem Viertel üblich, wurde nett gefeiert, es wurde auch die Frankenberger Hymne gesungen. Jetzt müssen die Bänke, die Spielgeräte und der Sandkasten sich beweisen: Sind die jetzt wirklich besser, als das, was vorher allen so gut gefallen hatte? Als bekannt wurde, dass der Neumarkt umgestaltet wird, hatte es nämlich Widerstände gegeben.

Spielbereich und Freifläche sind jetzt stärker getrennt , alles sieht „geordnet“ aus.

Für Auswärtige: Das Frankenberger Viertel ist ein besonderes Stadtviertel. Dort holen die Grünen regelmäßig die meisten Stimmen, nicht selten sogar über 20 Prozent. Es ist das Viertel, wo die meisten Kinder geboren werden im Vergleich zu anderen Vierteln von Aachen. Dort leben auch Alte und Junge friedlich Tür an Tür. Hunderte lagern bei schönem Wetter in Grüppchen auf der Wiese an der Burg. In dem Viertel gibt es auch Probleme, zuletzt, weil sich dort Rechtsradikale versammelt hatten.

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Marc Teuku schildert in seinem Blog, was er in seinem Viertel (Burtscheid) erlebte: https://teukan.wordpress.com

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Der Musiktipp ist hier. Womit ich bei Salsa angekommen bin.

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„Kanal Trivial“ zu Gast im „Troddwar“

Die nächste Folge von „Kanal Trivial“ ist da und sie ist wieder sehenswert. Es geht um Aachens Drogensüchtige und die Situation am Kaiserplatz.

Marc Teuku und Andreas Müller haben sich bei der dortigen Suchthilfestelle Troddwar mit Marc Krznaric getroffen. Man erfährt viel über die Arbeit, aber auch über die Haltung, mit der Sozialarbeiter den Süchtigen begegnen. Troddwar wird eigentlich Trottoir (Bürgersteig) geschrieben, das Wort ist ein Relikt aus der Zeit, als Aachen zu Frankreich gehörte. In dieser Zeit haben die Öcher viele Worte aus der französischen Sprache übernommen, einige  sind heute noch bekannt und in Gebrauch.

Alles in allem im „Kanal Trivial“: Wieder eine gute Mischung aus Unterhaltung und Information. Ein ernstes Thema, das nicht nur übermäßig ernst behandelt wird.

Die Luftaufnahme am Anfang ist natürlich atemberaubend schön, wie ich finde. Da möchte man von Kameramann Andreas Müller mal gern sehen, wie er sowas macht und wie er Aachen darstellen würde, wenn es um ein Porträt der Stadt ginge.

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Und wieder eine Musikempfehlung von mir, eventuell gut zum Start in den Tag geeignet.

Wer sich mal anschauen möchte, wie in Aachen Tango getanzt wird, muss sich sonntags  zur Rotunde des Elisenbrunnens begeben. Hier die Termine (an allen anderen Sonntagen wird – sehr schön – Salsa getanzt): http://www.tangoimelisenbrunnen.de
Alles beginnt um 18 Uhr, ist offen und kostenlos.
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Save the earth, save the air und fürchtet nicht Lässigkeit und Entspannung

Für manche Leute (besonders in einem gewissen jugendlichen Alter) geht es immer direkt um heaven und hell, also HELL, drunter geht’s nicht, da darf man nicht überreagieren.

Politik in dieser Woche

Umweltausschuss, Dienstag, 11. Juli, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Reumontstraße 3: http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3702

Der Chef der Aachener Feuerwehr berichtet anlässlich der Brandkatastrophe in London über den vorbeugenden Brandschutz bei Hochhausanlagen auf dem Stadtgebiet. Mir fallen da nur die Studenten-Türme ein, das Hochhaus am Bahnhof und das Hochhaus am Europaplatz, aber wer weiß, was für die Feuerwehr alles noch zusätzlich eine „Hochhausanlage“ ist. 

Sodann geht es um den Radschnellweg zwischen Aachen und Herzogenrath. Eine feine Sache, von der ich inzwischen überzeugt bin, nachdem man mir 10 mal die Situation und die Vorteile des Schnellweges erklärt hat.

Der Radschnellweg Euregio verbindet auf einer Länge von etwa 14 km Aachen und Herzogenrath mit Anschlüssen nach Heerlen und Kerkrade. Durch seinen Ausbaustandard wird eine attraktive Radverkehrsinfrastruktur geschaffen, die den Nutzern ein durchgängig sicheres und komfortables Radfahren bei hohen Fahrgeschwindigkeiten ermöglicht. Dadurch werden nicht zuletzt auch Pendler animiert, vom Kfz auf das Fahrrad umzusteigen. Auf diese Weise kann ein Beitrag zur Minderung der Schadstoff- und Lärmbelastung geleistet werden.

Die Voruntersuchungen – so schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage – haben ergeben: Der Bau des Radschnellwegs „ist nach der jetzigen Erkenntnislage technisch machbar, und der Durchführung stehen keine grundlegenden Hindernisse im Wege. Die Eingriffe in die Umwelt sind ausgleichbar. In den folgenden Planungsphasen ist die Trassenführung weiter zu konkretisieren und u.a. vertiefte Untersuchungen zum Baugrund, zu Altlasten und zu Eingriffen in die Umwelt und deren Ausgleich durchzuführen.“ Wer sich interessiert, hier nachlesen: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16809

Dann geht es um die Luftreinhalte-Pläne. Aachens Luft ist nämlich weitgehend schlecht, und es wird nicht besser. Schön wäre es, wenn man mal Messgeräte bei sich zu Hause selbst in Gang setzen könnte. Wer weiß, vielleicht gibt es da mal eine Möglichkeit.

Die Sache pressiert, weil Aachen nämlich verklagt worden ist (von der Deutschen Umwelthilfe) und der Kläger hat beste Chancen, die Klage zu gewinnen. Dann wird es für Aachen sehr, also seeeeeehr teuer. Oder es wird bestimmten Pkw die Fahrt in die Stadt untersagt.

Wie es mit den Werten (pures Gift für unsere Lungen, deutlich über dem Grenzwert) genau aussieht, könnt ihr hier nachlesen: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16946 Unter uns: Das Dieselfahrverbot wird derzeit vermutlich schon vorbereitet. Die schlechte Luft kostet uns Lebenszeit, wir sterben früher als es eigentlich gedacht war. Schön blöd von uns, denn das Totsein dauert so lange. Aber die Mobilität ist uns ja so wichtig.

Hoffentlich stimmen die Ratsvertreter wenigstens dem „Aachener Appell zur Luftreinhaltung“ zu. Der steht auch auf der Tagesordnung im Umweltausschuss.

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Letzte Sitzung des Rates vor der langen Sommerpause: Mittwoch, 12. Juli, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses, öffentlich. Tagesordnung hier  http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3600

Die Ratsmitglieder debattieren unter anderem über Ladenöffnungszeiten an Sonntagen, die schon erwähnte „Resolution zur Luftreinhaltung“, den Erlass einer Grün- und Gestaltungssatzung für die Stadt Aachen sowie über Veränderungen in den Stellenplänen verschiedener Fachbereiche.

Bitte seht euch  Punkt Ö 20 (Ratsanträge) an und klickt ganz rechts auf die Vorlagen. Das sind Anträge der Fraktionen und Gruppen an den Rat. Die „Allianz für Aachen“, eine politische rechts-außen Gruppierung, möchte, dass der Rat die Anwesenheit der Bundeswehr ausdrücklich in der Stadt begrüßt und dass die Bundeswehr sich in den Schulen regelmäßig blicken lässt.

Wozu das jetzt nötig ist . . .  man weiß es nicht.

Den Vogel schießt aber TOP 20, Anlage 6 ab. Unbedingt anschauen. Die Ultrarechten meinen: „Der Niedergang der Umgangsformen infolge der 68er Kulturrevolution hat leider auch den Rat der Stadt erfasst.“ Das steht da, und dann geht es unfreiwillig komisch weiter. Die AZ schreibt dazu eine lustige Glosse: „Nun würde sich anbieten zu recherchieren, warum es so viele Jahre gedauert hat, bis die 68er in Aachen im Allgemeinen und im Stadtrat im Speziellen angekommen sind.“  Ziemlich lustig auch die Glosse der AN: „Politische Debattenkultur leidet, wenn mit vollem Mund diskutiert wird.“

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Mataréstraße

Die Mataréstraße im Abendlicht im Juli 2017. Zum Vergleich: s. hier

Und eine Ecke weiter wächst diese Anlage in die Luft: vier, teilweise fünf  Etagen hoch und noch Penthäuser oben drauf. Das ist ein riesiger Klotz, dessen Außenfassade aber nicht so dunkel wird, wie die Gebäude An den Frauenbrüdern und an der Jülicher Straße. Am Freunder Weg werden 2018 etwa 700 Menschen einziehen. . .

Neubau im Abendlicht:

Und sonst?  Geht nicht alle gleichzeitig hin, aber probiert die leckeren Speisen im Restaurant „Antep Sofrasi“ in der Elsaßstraße in Aachen. Der Name bedeutet: „Esstisch von (Gazi)Antep„. Sehr orientalisch, sehr schön, etwas vornehm.

Dazu folgende Musik hören: https://www.youtube.com/watch?v=DpVlCpg-2q8&list=RDDpVlCpg-2q8#t=18

 

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Politik, kurz vor der Sommerpause

In der ersten Juliwoche stehen insgesamt acht Sitzungen im kommunalpolitischen Kalender – allein am Dienstag drei. Nicht alle werden hier erwähnt, sind  gleichwohl wichtig. Aus Zeitmangel gibt es hier nur eine Kurzversion.

Im Gemeindezentrum Preuswald, Reimser Straße, tritt – am morgigen Dienstag, 4. Juli,  ab 17 Uhr – der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss zusammen. Drei der Themen:  ein Sachstandsbericht  zur Entwicklung der Siedlung Preuswald, eine Überprüfung der Öffnungszeiten der Wochenmärkte für Berufstätige (weil erst ab 10 Uhr auf den Märkten wirklich viel los ist. Dort passen die Öffnungszeiten nicht mehr) und ein Sachstandsbericht zu den Verkäufen im Gewerbepark Brand.

Im Sitzungssaal des Aachener Rathauses am Markt tagt morgen ab 17 Uhr das Bürgerforum. Hauptthema: die Verträglichkeit von Premiumwegen (für Fußgänger*innen) und Rad-Vorrang-Routen (für Fahrradfahrer*innen). Da sollen Strecken für bequemes Gehen hin zu den Aachener Parks geschaffen werden und gleichzeitig Routen für komfortables Radeln kreuz und quer durch die Innenstadt. Abstimmung ist da natürlich erforderlich, meint der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ganz richtig.  

Auch der Kinder- und Jugendausschuss beginnt seine Sitzung morgen um 17 Uhr. Im Raum 207/208 des Verwaltungsgebäudes Mozartstraße werden unter anderem die „Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen 2017“, die Randzeitenbetreuung in der KiTa Kalverbenden oder die Trägeranteilübernahme der U3-Gruppen der  KiTa „Clara Fey“ besprochen.

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Und schon sind wir bei Mittwoch, 5. Juli. In der Innenstadt, genauer im Ratssaal des Rathauses am Markt, tritt um 17 Uhr, der Hauptausschuss zusammen. Unter anderem auf der Tagesordnung: die Vorstellung der Eigeninitiativen der Studierendenvertretung der RWTH Aachen, die verkaufsoffenen Sonntage und der Jahresbericht 2016 des Büros für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement.

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Ab 17 Uhr tagt am Donnerstag, 6. Juli, der Mobilitätsausschuss im Sitzungssaal 170 des Verwaltungsgebäudes Marschiertor an der Lagerhausstraße. Er befasst sich dann unter anderem mit einem Sachstandsbericht zur emissionsfreien Mobilität, einer  Aufstellungen zu den Kontrollen im öffentlichen Straßenraum zum ruhenden Verkehr oder dem Bericht über die Maßnahmen der Unfallkommission zu den Unfallhäufungsstellen für das Jahr 2016.

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Und sonst?

Wer sich für Streetart in Aachen interessiert, der schaut sich wahrscheinlich ganz gern diese Seite an: https://www.streetartaachen.com/map

Von einer genialen Aktion des Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) wird hier berichtet (in Anlehnung an die Aktionen der Geschwister Scholl): https://netzpolitik.org/2017/tuerkische-polizei-ermittelt-flugblaetter-gegen-erdogan-mit-ferngesteuertem-drucker-am-gezi-park-abgeworfen/

 

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