Aachen nimmt Aufmarsch von Neonazis nicht hin, sondern demonstriert und blockiert

Jetzt mit Stellungnahme des Autonomen Zentrums

800 Rechtsradikale wollten gestern, am Samstag, Aachen einen Besuch abstatten. Genauer: Sie wollten eine Veranstaltung in Bahnhofsnähe stören, wo es eine Party von und für Queer-Personen geben sollte. 100 bis 120 bedrohlich aussehende Neonazis werden es gewesen sein, die tatsächlich nach Aachen kamen bzw. in Aachen leben. Viel weniger als gerüchteweise angekündigt, doch für Aachen immer noch eine Menge.

Sie kamen nachmittags am Bahnhof Rothe Erde an, quasi „empfangen“ von mehreren Hundert Gegendemonstrant*innen. Ferhat Sentürk, eine verlorene und desperate Persönlichkeit, ehemals Mitglied der AfD, reiste über den Reichsweg an. Der Mann war der Veranstalter des rechten Aufzugs, er kommt aus Aachen. An seinem Gesicht und an den Gesichtern seiner Kumpane erkennt man die Spuren von biografischen Katastrophen. Und: Man möchte ihnen – auch einzeln – nicht im Dunkeln begegnen.

„Aachen ist bunt nicht braun“ und ähnliche Slogans konnte man hören. Der bürgerliche Protest war gestern in jeder Hinsicht stabil. Alle Fotos Henning Brinkmann

Die Polizei war massiv präsent. Die jungen Beamtinnen und Beamten verdienen nicht viel Geld, üben einen schweren Beruf aus und gleichen soziale Defizite aus, die sie weder zu verantworten haben noch lösen können. In Aachen trennten sie Rechtsradikale und Gegendemonstranten, schlugen aber über die Maßen heftig zu, als sich auf dem Adalbertsteinweg (etwa auf Höhe der Elsaßstraße) Autonome auf die Straße setzten, Barrikaden bildeten und so den Neonazis den Weg versperrten. Die gelangten schließlich – über Umwege – gegen 20 Uhr auf den Bahnhof-Vorplatz, wurden in Polizeibegleitung in einen Zug gesetzt und abtransportiert.

Die Autonomen wurden ebenfalls abtransportiert (die Blockaden wurden „geräumt“, wie die Polizei mitteilt). Ein Blockierer teilte mit: mehrere mussten bis 22.50 Uhr in Polizeigewahrsam in einem Polizeikessel auf der Straße bleiben. Berichte und Fotos (in großer Zahl) über das Ereignis finden sich im Internet, bei Facebook, in der Aachener Zeitung und bei YouTube. s. dazu auch Polizeibericht. Um Missverständnisse auszuräumen, hier nochmal der Hinweis: Es gab einen Kessel, aber keine Festnahmen.

So sah das aus: Eindrucksvoller Protest in Aachen, Bismarckstraße.

Es ist schön, in einer Stadt zu leben, die Besuche von Neonazis nicht hinnimmt. Der Widerstand – mit den Barrikaden – war vom Feinsten. Bestimmt waren es am Ende rund um den Hauptbahnhof 8000 Menschen, darunter auch Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.

Dieser Widerstand ist leider nötig. Gibt es ihn nicht, dann haben wir in Aachen bald Verhältnisse wie im Osten der Republik: Nazi-Aufmärsche am laufenden Band. Es ist beruhigend, dass die Gegendemos (8 waren angemeldet) viel größer waren als angekündigt.

***

Stellungnahme des Autonomen Zentrums Aachen zum Demonstrationstag, Samstag, 18. Januar, 2025. Wörtlich wird mitgeteilt:


Im Blick auf den vergangenen Demonstrationstag überwiegt die Dankbarkeit. Durch die letzten Tage und Wochen im Vorfeld der „WTF! – die Tuntenshow“ und auch des Naziaufmarsches, der unsere Besucher*innen gefährdete, hat uns eine Welle an Unterstützung und Zuspruch von vielen Seiten getragen – durch eine Zeit, die uns viel abverlangte. Das alles liegt hinter uns; wir haben diesen Angriff überstanden. Und auch, wenn wir uns sicher sind, dass der Nächste kommt:

Wir sind unglaublich froh und glücklich über die Solidarität, die wir vergangenen Samstag erfahren durften. Wir möchten uns bedanken für die vielen Tausenden Gegendemonstrant*innen, die sich den Faschist*innen in den Weg stellten und ein gewaltiges Zeichen setzten. Kaum eine Straße weit konnten die Rechtsextremist*innen ungestört laufen. Eine Stadt, die sich so geeint gegen Faschist*innen wehrt und vor allem auch unseren Besuchenden so mutig und entschlossen zur Seite steht ist eine, auf die wir stolz sind, und in der wir uns als Autonomes Zentrum nach dieser konkreten Bedrohung wieder wohl gefühlt haben.

Wir möchten uns auch für die vielen Menschen bedanken, die aus umliegenden Orten Solidarität mit uns gezeigt haben oder den Weg bis Aachen auf sich genommen haben, um uns sowohl auf der Straße als auch im AZ zu unterstützen, und auch denen Dank aussprechen, die Protestierenden warmes Essen und Getränke gereicht haben und alle zu jedem Zeitpunkt haben wissen lassen, dass sie niemals allein sind. Die Bilder der Aktionen gegen den Aufmarsch der Rechtsextremist*innen gehen derzeit um die Welt und machen nicht nur uns, sondern Menschen überall Mut.

Wir sind also wirklich unglaublich dankbar – und doch gibt es auch Dinge zu sagen, die wenig mit leichten Herzen, Dankbarkeit und Freude zu tun haben. Mehrere Dinge können zur selben Zeit wahr sein.

Denn die Freude und Leichtigkeit blieb uns im Hinblick auf die Berichterstattung teils verwehrt. Was wir und die Teilnehmenden der vielen Proteste gesehen haben, deckt sich nicht mit einer Berichterstattung in beispielsweise der Aachener Zeitung, die wir als spalterisch und unjournalistisch einordnen müssen. Wir alle sahen eine Stadt, die so geeint gegen Rechtsextremismus vorging, wie wir es uns kaum hätten erträumen können – die Proteste waren vielfältig. Das ist etwas, worauf man stolz sein kann, darf und auch sollte.

Leider lesen wir in der wichtigsten Zeitung der Stadt einen Bericht, der Protestierende und ihre Aktionsformen gegeneinander ausspielt. Man spricht von „zwei Gesichtern des Protests“, von „Störern“ und „Straftätern“, von „gewaltsamen Formen des Widerstands“. Die Zeitung übernimmt hier Aussagen der Polizei ohne Einordnung. Friedliche Formen des zivilen Ungehorsams so zu diffamieren ist nicht nur falsch, sondern stellt auch eine gefährliche Verschiebung des Diskurses nach rechts dar. Wir sprechen hier immerhin von Sitzblockaden und Gruppen, die im Angesicht von unverhältnismäßiger Polizeigewalt Protestlieder wie Bella Ciaogesungen haben. Die Gewalt ging am Samstag eindeutig von der Polizei aus, wie alle Anwesenden sehen konnten. Uns sind unzählige Protestierende bekannt, die mit Prellungen, Schmerzen und humpelnd nach Hause gingen, da Beamt*innen für ihren Protest auf sie einprügelten. Mindestens zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden; hunderte wurden für etwa sechs Stunden bei Minusgraden in einem Kessel festgesetzt. Diese Menschen haben nichts Falsches getan, indem sie sich Faschist*innen widersetzten.

Aber wir wissen, dass diese Menschen, die für unser aller Freiheiten und Rechte kämpfen, nie gern gesehen werden. Schon immer wurde Aktivist*innen vorgeworfen, sich zu heftig und zu laut zur Wehr gesetzt zu haben, und schon immer wurden diese Menschen durch Berichterstattung verteufelt, zum Feindbild aufgebläht und mit erhobenem Zeigefinger zu mehr Ruhe ermahnt. Schon immer wurden die Menschen, die ein gutes Leben für alle wollten, als Extremist*innen diffamiert und schon immer würde eben solche Berichterstattung die erkämpften Erfolge erst Jahre später würdigen und nie in Zusammenhang mit diesen Aktionen stellen. Auch Polizeigewalt und die fehlende kritische Einordnung von Presseaussagen der Polizei sind nichts neues. Wir sind deshalb nicht verwundert – und trotzdem enttäuscht.

Aber eben deshalb möchten wir einmal lauter sagen, schreien, singen: Wir sind heute stolz auf und dankbar für alle Gegendemonstrant*innen, ganz egal welches Mittel des Gegenprotests gewählt wurde – alle haben gemeinsam zu diesem Erfolg beigetragen und niemand war allein. Wir werden weiterhin daran glauben, dass wir gemeinsam und geeint Großes schaffen können und wir werden uns weiterhin nicht spalten lassen. Wir hoffen, dass wir alle viel Kraft aus den Aktionen, den Bildern und den Nachwirkungen des Wochenendes ziehen können.

Denn auch die Gefahren sind bei Weitem nicht gebannt. Wir rechnen mit weiteren Angriffen auf das Autonome Zentrum, vor allem aber auch auf Menschen in unserer Gesellschaft, die für rechte Akteur*innen Feindbilder darstellen. Nur Rechten nützt es also, wenn wir uns spalten lassen, statt weiterhin geeint, laut und entschieden gegen sie zu stehen. In diesem Sinne:

Alle zusammen gegen den Faschismus!

No pasarán! 
Vielen Dank!

Autonomes Zentrum Aachen, 21.01.2025.

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Karlspreis-Direktorium: Alle stimmten für Ursula von der Leyen

Auch 2025 wird es wieder eine Karlspreisverleihung in Aachen geben. Diese Info konnte man gestern den Nachrichten – quasi weltweit – entnehmen.

Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, erhält 2025 den Aachener Karlspreis. Der Vorsitzende des Direktoriums der Karlspreis-Gesellschaft, Dr. Jürgen Linden, und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen gaben das in Aachen bekannt. Der Karlspreis gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise.

„Die Entscheidung für Ursula von der Leyen fiel im Direktorium einstimmig aus“, teilte Jürgen Linden mit. „Für uns ist die Präsidentin der Europäischen Kommission das Gesicht Europas in der Welt. Sie ist die Kommunikationszentrale für alle politischen Herausforderungen und Probleme, die sich in Europa – und für Europa – gegenüber der Welt stellen“, betonte Linden. 

Die ausführliche Begründung für die hohe Ehrung liest man hier.

Wer gehört zum Direktorium und wählte Von der Leyen einstimmig?

Mehr Infos:  www.aachen.de/karlspreis und www.karlspreis.de

Europa-Fest am 29. Mai

Der Karlspreis wird auch in diesem Jahr traditionell am Himmelfahrtstag, 29. Mai, verliehen. Jürgen Linden versprach: „Wir werden aus der Preisverleihung einen starken Karlspreis machen, der die Impulse, die wir setzen wollen, auch nach außen erkennen lässt.“ Oberbürgermeisterin Keupen kündigte an, den Verleihungstag neben der offiziellen Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses als Europa-Fest mit Aachener*innen und Gästen zu feiern: „offen, lebendig und vielfältig“. 

Zu den früheren Preisträgern gehörten unter anderen Konrad Adenauer (1954), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Papst Franziskus (2016), der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (2018) und UN-Generalsekretär António Guterres (2019). 

Liste der Preisträger

Am Rande sei vermerkt: Frauen werden extrem selten mit dem Karlspreis ausgezeichnet (z. Königin Beatrix oder Angela Merkel). Hier die Liste der bisherigen Preisträger. Über 95 Prozent Männer.

2022 wurden die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo mit dem Preis ausgezeichnet, 2023 der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk sowie 2024 Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschafften in Europa.

Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 reiste Ursula von der Leyen schon Anfang April 2022 zu Gesprächen mit Wolodymyr Selenskyj per Zug nach Kiew. Sie besuchte auch den Vorort Butscha, um sich ein Bild vom Massaker von Butscha zu machen. Sie sprach sich oft dafür aus, dass die Ukraine Mitglied der EU werden soll. Foto: AachenNews Archiv

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Einmal alles neu: Vor dem Stadttheater und drumherum

Das Theater in Aachen ist ein Bauwerk, das man gerne anschaut. Es ist ein klassizistischer Gebäudekomplex mit acht ionischen Säulen. Innen und am Dach ist vieles kaputt, manchmal regnet es rein. Doch der alte Kasten ist immer noch ein Schmuckstück und hat es verdient, in einem besseren Umfeld präsentiert zu werden. Deshalb wird ab Ende Januar mit Bauarbeiten begonnen.

Der Platz vor dem Stadttheater wird neu gestaltet. Es gab einen Wettbewerb (Sieger: Club L 94, Köln), es wurde jahrelang überlegt, geplant, und das Ergebnis soll nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Am Theater-Vorplatz mitsamt der neuen Verkehrsführung wird ab 27. Januar drei Jahre lang gearbeitet. 10 Millionen Euro soll alles kosten, etwa 80 Prozent davon zahlen Bund und Land.

Nach drei Jahren Bauzeit soll es dann so aussehen. Auffallend: die vielen Bäume und das Wasserbecken. Visualisierungen: club L94 Landschaftsarchitekten 

Die Umgestaltung des Theaterplatzes und seines Umfeldes sei „eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Aachens“, teilte die Fachverwaltung mit. Begonnen wird mit umfangreichen Leitungsbauarbeiten im Untergrund. In mehreren Phasen wandert die Baustelle dann um das Theater herum.

Das Pferd erinnert an Aachen als Turnierstadt und bleibt an seinem Platz.

Der neue Theaterplatz wird gewissermaßen eine Bühne für alle sein. Da gibt es zumindest in Frühling, Sommer und Herbst viel Platz für entspanntes, urbanes, öffentliches Leben. Die Themen Wasser und Grün spielen eine große Rolle. Wichtig für Geschäftsleute, Künstler und Anwohner: Das Theater bleibt während der Bauphase ebenso wie alle Parkhäuser, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Praxen für alle Menschen gut erreichbar.

So wird es einmal auf der Theaterstraße in Nähe des Kunsttempels aussehen. Hoffentlich verzögern nicht wieder archäologischen Funde das ganze Projekt.

Zunächst wird unter der Erde gearbeitet (zwischen Theater und Borngasse). Dazu errichtet die Regionetz ein sog. Schachtbauwerk und wühlt sich dann durch die Kanäle, die auch noch erneuert werden, seitlich am Theater vorbei. Da unterirdisch gearbeitet wird und man nichts sieht, ist mit Beschwerden zu rechnen wegen „Stillstand auf der Baustelle“. Das kennt man ja schon.

Unter dem Platz wird es einen neuen Löschwassertank geben und natürlich überall neue Kanäle, Stromleitungen, Internet, Fernwärme, Anschlüsse usw., wovon man nichts sehen wird. Ganz im Gegensatz zu den 30 Bäumen, die gepflanzt werden.

Das Haus von Generalintendantin Elena Tzavara feiert dieses Jahr sein 200jähriges Bestehen. Die Bauarbeiten werden die Proben, die tagsüber stattfinden, beeinträchtigen. Doch die Freude über das neue Ambiente überwiegt.

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Drei Religionen teilen sich einen Gott und eine Kirche

Die denkmalgeschützte Kirche in der Mataréstraße ist nicht nur berühmt, weil sie nach den Plänen des Architekten Professor Rudolf Schwarz in den 60er Jahren erbaut wurde und die Künstlerin Maria Katzgrau die Fenster gestaltet hat. St. Bonifatius ist jetzt auch wegen seiner Nutzer etwas Besonderes. Die Kirche ist nämlich nicht, wie leider auf dieser Webseite falsch behauptet wurde, entwidmet. Sie ist durchaus immer noch ein heiliger Ort und bleibt es auch.

Koptische Christen verehren in St. Bonifatius ihre Ikonen. Foto: AachenNews Archiv

In der Kirche zelebrieren seit dem Sommer 2024 an Samstagen und Sonntagen hintereinander katholische Christen, koptisch-orthodoxe Christen und neuapostolische Christen ihre Messen. An Ostern wird das ein ganz schönes Gedränge, aber man konnte sich einigen.

Die koptisch-orthodoxen Christen sind in Aachen mit etwa 200 Familien vertreten. Die Neuapostolischen sind zur Mataréstraße gezogen, weil sie sich in der Eifelstraße ein neues Gotteshaus bauen, das alte wurde abgerissen. Und Katholiken waren ja schon immer in St. Bonifatius präsent, lange geführt von einem kunstsammelnden Geistlichen. Wenn es auch alles Christen sind, so sind es doch drei sehr unterschiedliche Religionen, und es ist außergewöhnlich, dass sie sich so gut verstehen.

„Na siehste, geht doch“, möchte man sagen. Und vielleicht helfen ja ihre Gebete, ihre Bitten um Frieden in der Welt, wer weiß.

Von außen und innen wie ein Kasten: die Kirche St. Bonifatius in der Mataréstraße. Sie steht unter Denkmalschutz.

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Riesenstreit bei Hallenfußball. Mehrere Streifenwagen vor Ort. Kleine Kinder verletzt.

Jede/r weiß, dass beim Fußball die Emotionen plötzlich hochkochen können. Und wie! Gestern, also Sonntag, ereignete sich aber ein Streit mit Seltenheitswert. Da kann man nur noch sagen: Das darf nicht wahr sein!

Die Polizei berichtet: Bei einem Gerangel zwischen Erwachsenen während eines Hallenfußballturniers (35. Hallenstadtmeisterschaft Stolberg) sind gestern (12. Januar etwa um 14.30 Uhr) zwei Kinder verletzt worden.

Nach derzeitigen Erkenntnissen ist es im Rahmen eines Fußballspiels zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Spielern gekommen. Das Gerangel verlagerte sich vom Spielfeld auf die Tribüne, wo mehrere Personen darin involviert wurden. Durch das Gerangel wurden zwei Kinder (7 Jahre und 5 Jahre) leicht verletzt. Sie konnten nach erster medizinischer Begutachtung vor Ort in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten gegeben werden.

Die Polizei (hat ja auch sonst nichts zu tun) musste am Sonntag bei einem Hallenfußballspiel Streitende zur Räson bringen. Foto: AachenNews Archiv

Zur Schlichtung der Situation waren mehrere Streifenwagen vor Ort. Die Beamten fertigten eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Die Ermittlungen zu den genauen Umständen hat nun die Kriminalpolizei übernommen. (kg)

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Manheim: Wäldchen wird ab heute gerodet

Die anstehende, irrsinnige Rodung des ganzen Manheimer Wäldchens im Rhein-Erft-Kreis (Tagebau Hambach) hat Umweltschützer auf den Plan gerufen. Zumal die ganze Rodung durchgeführt wird, bloß um an Sand und Kies ranzukommen. Eine ziemliche Sauerrei, wenn man ehrlich ist. Vorgeschriebene Artenschutzmaßnahmen wurden – laut BUND – nicht umgesetzt. Sowas nennt man wohl „Naturfrevel“, ein Wort, das übrigens nicht bei Wikipedia erklärt wird.

Genau am heutige Montag, 13. Januar, soll die Rodung beginnen. Der BUND hatte im Vorfeld zu einer Protestaktion aufgerufen. Hier mehr Infos. Auch Mitglieder des Aachener Baumschutzbund wenden sich gegen die Naturzerstörung.

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10 Millionen für ein 60 Jahre altes Parkhaus

Das Parkhaus gegenüber vom Kaufhaus Sinn mit dem Eingang in der Mostardstraße ist ab sofort bis Mai 2026 geschlossen und wird saniert. Mit Blick auf den Weihnachtsmarkt hofft man, 2026 tatsächlich fertig zu sein. Eine Sanierung ist nötig, wie einige Fotos zeigen:

Betondecken müssen erneuert werden. Alle Fotos: AachenNews Archiv
Man hatte dort schon immer den Eindruck, dass einem gleich die Decke auf den Kopf fällt.

Das Parkhaus ist eine Zumutung, es riecht dort – besonders im Treppenhaus – so ekelhaft, wie einst im Parkhaus am Büchel. Dabei steht in nächster Nähe das schöne Parkhaus am Dom, Jesuitenstraße, zur Verfügung. Außerdem gibt es noch mindestens 10 andere Parkhäuser in der Innenstadt. Um Autos abzustellen, da hat Aachen nie mit Platz gegeizt. Da gab es alles – auch Geld – in Hülle und Fülle.

Das Parkhaus am Dom hat den Vorteil, dass man beim Reinfahren kein Kärtchen ziehen muss. Das Nummernschild wird fotografiert und man bezahlt, indem man sein KFZ-Kennzeichen in den Kassenautomaten eintippt. Sehr bequem.

10 Millionen Euro soll es kosten, den alten Kasten in der Mostardstraße wieder fit zu machen. Auf 5 Ebenen können dann wieder 380 Blechkisten abgestellt werden. Da könnte man auch zwei Kindergärten von bauen, aber nein, die Autos müssen ja im Trockenen stehen und sind überhaupt viel wichtiger als Kinder, nicht wahr Mobile Vernunft e. V.? Mit fünf Klagen geht dieser feine Verein gegen Maßnahmen vor, die den Pkw-Verkehr ein wenig einschränken wollen, nachdem nun 60 Jahre auf Teufel komm raus die Pkw im Vorteil waren.

Nach 60 Jahren sei die Sanierung an der Mostardstraße unumgänglich, auch die technische Ausstattung ist veraltet und muss erneuert werden. Eigentümer sind die Stadt und das Unternehmen Stadtmarken (Tochter des Aachener Immobilienkonzerns Landmarken) gemeinsam. Hier gibt es noch mehr Infos.

Merke: Wenn man eine Stadt mit Blick auf Autos gestaltet, ist das für alle zum Nachteil, auch für die Autofahrer*innen. Wenn man eine Stadt anders gestaltet, nämlich multi-modal, dann ist das für alle besser, einschließlich der Autofahrer*innen.

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Apartes Gebäude, jetzt leider leer. Jugendcafé ist zu.

Der Katholische Gemeindeverband (KGV) Nord-West hatte im Frühjahr 2024 bekannt gegeben, dass er zum Ablauf des Dezember 2024 das Angebot des Jugendkulturcafé Pinu´u im „Aachen Fenster“ schließen wird. Das wurde im Kinder- und Jugendausschuss mit Bedauern registriert, aber weil von „deutlich zurückgegangenen Besucherzahlen“ die Rede war, dachte man, da sei wohl nichts zu machen. s. hier

Im Aachen Fenster, Buchkremerstraße, hat das Jugendkulturcafé geschlossen.

Passanten war schon aufgefallen, dass man in den Räumen selten jemand vorfand, eigentlich nie. Kaum hatte aber die örtliche Presse von der Schließung berichtet, meldeten sich Jugendliche. Es zeigte sich, dass in den schwer bespielbaren Räumen doch irgendwie etwas Wichtiges stattgefunden hat.

Es soll dort insbesondere jährlichen ein Bandcontest stattgefunden haben, im vergangenen Oktober sogar schon zum 15. Mal. Motto „Raus aus dem Proberaum, rauf auf die Bühne“. Nachwuchskünstler (ab 13) hätten sich regelmäßig vor bis zu 300 Zuschauern und einer Jury präsentiert.

Die zukünftige Nutzung des städtischen Gebäudes ist ungeklärt, man hat sich aber zu Gesprächen verabredet. An denen soll sich auch das Musiknetzwerk Aachen e. V. (Muna) beteiligen. Auf der Instagram-Seite von Muna gibt es ein Statement. Hier klicken Da ist zu lesen: „Das Pinu’u ist seit Jahren, neben seiner Rolle als Jugendtreff und Anlaufstelle, ein wichtiger Bestandteil der Aachener Kulturszene, besonders im Bereich der Nachwuchsförderung.“

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Wohin mit gut erhaltenen Textilien? Wohin mit Lumpen?

Es gibt eine neue Regelung für Textilabfälle. Ziel ist es, alte Textilien getrennt zu erfassen, um sie recyclen oder verwerten zu können. Aber – wie immer wenn etwas neu geregelt wird – geht erstmal alles drunter und drüber. Das Beste wäre, es würde sich nicht mehr jede/r dreimal im Jahr neu einkleiden. Es macht nämlich wenig Sinn, sich den Kleiderschrank mit Kleidung vollzustopfen, die man nur einmal anzieht und dann nicht mehr.

Symbolbild für die Neuordnung der Entsorgung/Wiederverwertung von Textilien. Keine/r blickt mehr durch.

Es müssen ab sofort alte Klamotten vom Stadtbetrieb getrennt gesammelt werden. Auch müssen entsprechende Möglichkeiten zur Erfassung bereitgestellt werden. Ihr kennt das schon: Seit einigen Jahren stellt der Stadtbetrieb ja schon auf den städtischen Recyclinghöfen in Brand und Eilendorf Altkleidercontainer zur Verfügung. Aber da kommt noch was hinzu.

Es können Noch-brauchbare-Alttextilien am Wertstoffmobil abgegeben werden. 

Neu ist seit Januar: Altkleider können auch an den 26 Grünschnitt-Container-Standorten zu den jeweiligen Standortzeiten abgegeben werden. Diese neue Abgabemöglichkeit erfolgt zunächst als einjähriges Pilotprojekt und wird, sofern dieses Angebot gut angenommen wird, verlängert.

Weitere Abgabemöglichkeiten sind die auf Privatflächen aufgestellten Altkleidercontainer seitens privater oder karitativer Anbieter. Mehr Infos hier.

Wohin mit zerschlissener Kleidung?

Es sollen stark zerschlissene, schmutzige oder anderweitig kontaminierte Textilien auch weiterhin über die Restabfalltonne (graue Tonne) entsorgt werden. Die Restmülltonnen werden nicht stehengelassen, wenn sich darin Lumpen befinden. Es wird auch keine Strafen dafür geben.

Nur wenn Alttextilien sauber erfasst werden, können sie wiederverwendet oder verwertet werden. Werden andere Abfälle auf diesem Weg entsorgt, können die Altkleider nicht weiterverwendet werden. Dadurch entstehen höhere Abfallgebühren und der ökologische Nutzen der Getrenntsammlung wird gemindert.

Hinweis: Die Standzeiten und Standorte des Wertstoffmobils sowie der Grünschnittcontainer finden sich im städtischen Abfallkalender oder im Serviceportal der Stadt Aachen. 

Was darf in die Altkleidersammlung?

·        Gut erhaltene Damen-, Herren- und Kinderbekleidung

·        Jacken, Mäntel, Pullover, Hemden, Hosen, Kleider, Röcke, Schals, etc.

·        Saubere, tragbare Schuhe (paarweise gebündelt)

·        Haushaltswäsche

·        Tischtücher, Handtücher, Badetücher etc.

·        Bettwäsche, Decken, Gardinen, Vorhänge

·        Hüte, Handtaschen

Was darf nicht in die Altkleidersammlung?

·        Verschmutzte, kaputte oder nasse Kleidung

·        Kleiderbügel

·        Skischuhe, Schlittschuhe, Rollerblades

·        Schmutzige, einzelne oder kaputte Schuhe, Gummistiefel

·        Schaumstoffe

·        Schneidereiabfälle, Putzlumpen, Regenschirme

·        (Gewebe-)Planen

·        Kuscheltiere

·        Unrat oder sonstige Abfälle

·        Liegestuhlauflagen

·        Fußbodenbeläge, Teppiche

·        Matratzen

·        Koffer, Körbe

·        Beheizbare oder leuchtende Kleidung und Schuhe

·        Beheizbare Decken und Kissen

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Protestaktion auf dem Vennbahnweg

Wieder sind rechts und links vom Vennbahnweg Bäume rot markiert, meistens die krummen und schiefen. „Baumpflege“ ist angesagt, teilt der Stadtbetrieb mit. „Kahlschläge“ seien das, sagen Aachener Baumschützer und protestieren.

Krumm gewachsenen Bäume sind markiert und sollen gefällt werden. Der Baumschutzbund protestiert. Auf das Foto klicken, lesen.

Der Vennbahnweg führt von Aachen u. a. nach Brand, Kornelimüster und Wahlheim. Auf diesem Weg ist richtig viel los. Angesichts dieses Verkehrsaufkommens ist der Weg schon lange zu schmal. Wenn sich zwei Fahrradfahrer*innen auf E-Bikes entgegenkommen, wird es gefährlich. Deshalb ist es keine schlechte Idee, den Vennbahnweg zu verbreitern.

Bleibt der Vennbahnweg so schmal, dann werden sich garantiert nicht mehr viele Menschen aufs Rad schwingen und von Brand nach Aachen radeln, dann steigen sie doch lieber wieder ins Auto. Resümee: So (mit schlechten oder zu engen Radwegen) wird das nichts mit dem Verbrenner-Aus.

Diese Argumentation ist den Baumfreunden nicht einleuchtend. Für sie haben die Bäume Vorrang. Klar, deshalb sind sie ja auch der Baumschutzbund. Radwege seien auch nur versiegelte Flächen, wie Straßen, sagen sie.

Muss auch diese wunderbare Hecke fallen? Das wäre wirklich sehr bedauerlich. Aber am Vennbahnweg bedeuten breitere Fahrradwege gleichzeitig weniger Bäume. Es sind zwei „grüne“ Anliegen, die in Widerspruch stehen.

Bis Ende Februar darf noch gefällt werden. Zusammen mit den vom starken Schnellfall niedergerissen Bäumen wird Aachen 2025 wieder satt Bäume verlieren. Die Baumschützer fordern dazu auf, sich mit einem Protest an die Stadtverwaltung zu wenden.

Die spricht von „Naturverjüngung“. Dies betreffe vorerst den Abschnitt zwischen Zieglerstraße und Debyestraße. Neben Baumpflegearbeiten zur Verkehrssicherung würden auch abgestorbene Bäume und sogenannte Sämlinge, Bäume mit weniger als 30 Zentimeter Baumumfang, mit zukünftig verkehrsgefährdenden Fehlentwicklungen entfernt. 

Um darüber hinaus Lebensräume für Vögel und Insekten zu erhalten und neu zu schaffen, werde anfallendes Schnittgut gehäckselt und vor Ort im Bestand verteilt. Dort, wo die Platzverhältnisse stimmen, würden außerdem auch ganze Stammstücke im Bestand belassen, die noch über Jahre ihren Teil zum Artenschutz beitragen können.

Knapp 20 solcher Flyer mit unterschiedlichen Texten wurden aufgehängt.

s. dazu: Kommentar, danke dafür.

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