Alemannia: Vorfreude auf das Flutlichtspiel

Morgen, Mittwoch, werden sich auf dem Tivoli wieder 25.000 Menschen einfinden. Vielleicht sogar noch mehr. Morgen ab 19 Uhr spielt die Alemannia gegen Unterhaching. Bei Flutlicht. Da haben mal nicht die Aachener, sondern die Gäste eine 8-stündige Busfahrt in den Knochen. Mal sehen, wieviele Fans von denen die lange Reise auf sich nehmen. Update: Die Mannschaft von Unterhaching wird fliegen und mit einem Bus abgeholt.

Aachen ist Samstag aus Rostock mit drei Punkten zurückgekommen und jetzt auf Platz 10 in der Tabelle. Man muss das nicht erwähnen, es stand ja überall. Die Freude war wirklich riesengroß, 1500 mitgereiste Aachen-Fans waren aus dem Häuschen, ein Fan soll vor Freude über ein Brüstung 5 Meter tief gefallen sein. Wie es ihm wohl geht?

Fußball ist ein Sport mit großem Verletzungsrisiko. Entweder verletzt man sich, weil man Freudensprünge vollführt, oder es verletzen sich Spieler, erinnert sei an Aldin Dervišević und Torwart Marcel Johnen. Beide mussten vom Spielfeld aus sofort in ein Krankenhaus gebracht werden, und zwar liegend und mit Grund, nicht einfach so zur Vorsicht. Und Trainer Heiner Backhaus muss so viel schreien, dass er nach dem Spiel in Rostock ganz heiser war. Stimme so gut wie weg.

Das kann aber auch daran liegen, dass er so viele Interviews geben muss. Meine Güte, was wird der Mann alles gefragt („Bist du religiös?“)! Backhaus gab im letzten Jahr wahrscheinlich mehr Interviews als OB Keupen und Beinahe-Bundeskanzler Armin Laschet zusammen. Bis jetzt kommt der Coach total authentisch rüber und hat sich noch keine verbale Katastrophe geleistet. Tausende sehen die Interviews im Netz.

Nebenbei: Das gefällt einem an den Menschen in Aachen, sie können bewundern, können ohne jede Ironie einfach total begeistert sein. Zur Zeit von Heiner Backhaus.

Das kommende Spiel wird vermutlich wieder ein Hit. Viele erwarten viel, sind euphorisch. Die Mannschaft hat ihren Stil, ihre Idee von Fußball, aber die spielt doch jedes Mal ein bisschen anders, sie entwickelt sich. Spannend. Man möchte doch sehr gern wissen, wohin sich das nach weiteren über 30 Spielen bewegt haben wird.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht. Der total aus den Fugen geratene Trainingsplatz der Alemannia wird ab Mitte November saniert. Und die Kosten und Folgekosten werden ASB (Stadt) und Verein gemeinsam tragen, wer zu welchen Teilen ist hier noch nicht bekannt. – Na dann (es gibt noch Karten): Bis morgen Abend op d’r Tivoli.

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UPDATE: Hier die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen SpVgg Unterhaching mit vielen Fragen. Da erfährt man auch, dass der Trainer von Haching, Marc Unterberger, in Aachen nicht am Spielfeldrand dabei sein darf. Er hatte zuletzt nach einem Spiel einen Offiziellen bedrängt. Die Folge: Rote Karte. Rot wegen Handshake

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Auch mal schön: freie Sicht auf St. Jakob

Bei idealem Radfahr-Wetter (kühl und sonnig) ging die Tour heute über die neue Brücke Turmstraße. Von dort hatte man endlich mal wieder diesen wunderbaren Blick auf eine Lok, eine Brücke und die Kirche St. Jakob in der Jakobstraße. Fotos: Henning Brinkmann
Herbst ist eine schöne Jahreszeit: Es ist nicht mehr heiß und die Blätter der Bäume färben sich bunt. Es gibt viel Wind, es stürmt, und zu Hause ist es besonders gemütlich. Im Bild: Lousberg mit Drehturm Belvedere.
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450 neue Bäume: Pflanzaktion gestartet

Mal eine gute Nachricht: Mit Beginn des Oktobers hat beim Aachener Stadtbetrieb die neue Baumpflanzsaison begonnen. Mehr als 450 Bäume werden bis Februar im Stadtgebiet gepflanzt. Die Bäumchen sind zwar jetzt noch klein, werden aber später mal Schatten spenden und das Stadtklima wesentlich verbessern.

40 Baumarten, darunter Stieleichen, Tulpenbäume, Hopfenbuchen, Robinien, Zierkirschen und Zierbirnen, erhalten ihre Standorte in Baumscheiben in Straßenzügen, städtischen Parks und auf städtischen Spielplätzen. Das teilte jetzt die Stadtverwaltung mit.

Das Team Baumpflanzungen der Stadtverwaltung hat in diesen Tagen ziemlich viel zu tun. Fotos: Stadt Aachen

Allein in der Röhrigstraße und der Kirchheidstraße in Brand werden 50 neue Bäume gepflanzt. „Innerhalb der vergangenen zehn Jahre mussten Bäume, die wegen Pilzbefall und Anfahrschäden nicht mehr verkehrssicher waren, entfernt werden“, erläutert Michael Speck, Teamleiter Baumpflanzungen des Stadtbetriebs. Bei den Baumstandorten in der Röhrigstraße ist wegen parkender Fahrzeuge der Boden stark verdichtet. Daher werden die neuen 20 Apfeldorne in ein spezielles Baumsubstrat gesetzt, das unter anderem zu einem sicheren Anwachsen und Wachstum der Bäume beiträgt.

Für die 19 Baumstandorte in der Kirchheidstraße haben die Experten des Stadtbetriebs Säulenfelsenbirnen ausgewählt, da sich diese Baumart in der Straße bereits bewährt hat. 

Das Team der Baumunterhaltung des Stadtbetriebs kontrolliert und pflegt rund 120.000 Bäume in Aachen. Dabei ist auffällig, dass rund ein Prozent dieser Bäume jedes Jahr durch Erkrankungen, Lebensalter und äußere Wettereinflüsse wie Sturm und Schneebruch abgängig sind.

Um der Zahl entgegenzuwirken, wurde das neue Team Baumpflanzungen etabliert. Jedes Jahr pflanzen die Mitarbeiter*innen nun 450 neue Bäume – mit, nach Möglichkeit, steigender Tendenz.

Foto: Bäume werden nicht nur in Brand gepflanzt. Zur Freude der jeweiligen Anwohner*innen, so ist anzunehmen.

Die Neupflanzungen verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet, darunter in der Hansmannstraße, Nirmer Straße, Josefstraße, Kalkbergstraße, Schleidener Straße, Prämienstraße, Laurensberger Straße und am Vetschauer Weg.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Entspannte Pause auf einer neuen Sitzinsel

Wie schön ist das denn! In der Innenstadt sitzen ohne etwas konsumieren und bezahlen zu müssen. Seit dem vergangenen Wochenende gibt es auf dem Willy-Brandt-Platz drei begrünte Sitzinseln. Das teilte jetzt die Stadtverwaltung mit.

Bald werden weitere Sitzinseln folgen. Foto: Stadt Aachen/Antonia  Knop

Das Team der städtischen Taskforce Innenstadtmorgen hatte zunächst temporären Möbel installiert, um das neue Aufenthaltsangebot auf dem Platz auszutesten. „Temporäre Möblierungen haben den Vorteil, dass wir ausprobieren können, welche Angebote gut angenommen werden. Beim Mobiliar am Willy-Brandt-Platz hat sich schnell gezeigt, dass dieses gerne genutzt wird“, erläutert Jalina Maaßen von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen.

Die Förderung für die Sitzinseln stammt aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ des Landes NRW. 

Langlebigkeit und Hochwertigkeit der Produkte standen bei der Auswahl im Vordergrund. Eine generationengerechte Ausstattung mit Arm- und Rückenlehnen sorgt für mehr Komfort für alle Altersgruppen. Das Ensemble wurde mit insektenfreundlichen Stauden und immergrünen Gräsern bepflanzt, um dem Platz auch in der kalten Jahreszeit ein freundliches Gesicht zu verleihen.

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Pläne für das alte Hutchinson-Gelände in Forst

Im äußersten, östlichen Stadtgebiet von Aachen hat ein bekannter Investor viel vor. Es soll gebaut werden und zwar auf einer Fläche, die sowieso und schon seit vielen Jahren nahezu vollständig versiegelt ist. Bis vor Kurzem befand sich dort das Unternehmen Hutchinson. Deren Bauten wurden alle niedergelegt.

Es sind ganze drei Hektar, um die es jetzt geht. Das Gebiet befindet sich zwischen Zeppelinstraße, Freunder Weg und Eisenbahnweg. Die Strang-Halle – eine Fabrikhalle, die als Eventlokation genutzt wird – ist in unmittelbarer Nähe. Wer sich hier weiterklickt, findet Abbildungen: Rechts kann man auf „Erläuterungsbericht“ klicken, und wie alles später einmal aussehen wird, sieht man unter der Überschrift „städtebauliches Konzept“.

Bei dem Konzept haben allerdings die Sachverständigen der Stadtverwaltung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Man darf gespannt sein. Geplant sind auf dem Gelände vorerst Gewerbe, Dienstleistungen, Freizeitnutzungen und Wohnen.

Für die Nachbarschaft und alle anderen, denen die Entwicklung des Aachener Stadtteil Forst am Herzen liegt, dürfte der folgende Termin interessant sein: Es gibt eine Anhörung am Montag, 28. Oktober, ab 18 Uhr im Foyer der Nadelfabrik, Reichsweg 30.

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Unterwegs zu der neuen Brücke Turmstraße

Dieses Bild gab es unter der Brücke auch schon vor dem Neubau. Es wurde erhalten, das freut die Graffiti-Liebhaber*in. Es ist ganz klar ein Bild des Aachener Wandmalers Klaus Paier, sein Kommentar zur Atomkraft. Atomkraft hat zuletzt in dem Internetkonzern Google (s. Spiegel-Bericht) einen vehementen Fürsprecher gefunden. Atomkraft wurde einst der Bevölkerung als supersicher verkauft. Wie passend: In den ersten 25 Jahren der gerade mal 25.000 Jahre andauernden Halbwertszeit atomarer Verstrahlung ist erst zweimal ein Reaktor als GAU hochgegangen (Tschernobyl und Fukushima).  
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Telegram-Tricks: Wie Kriminelle Opfer finden

Die Polizei berichtet von einer neuen Betrugsmasche, die andererseits gar nicht so neu ist. Aber es wundert einen schon, was sich Spitzbuben alles ausdenken. Die Opfer sind materiell geschädigt, aber nicht nur das.

Die Polizeimeldung im Wortlaut:

An den vergangenen beiden Freitagen (4. Oktober und 11. Oktober) ist es in Würselen zu mehreren Raubdelikten gekommen

Der erste Fall fand am frühen Nachmittag des 4. Oktober statt. Ein junger Mann hatte sich über den Nachrichtendienst Telegram mit einer Frau verabredet. Am Treffpunkt angekommen warteten jedoch mehrere jugendliche Personen auf ihn, schlugen und traten auf ihn ein und raubten ihm sein Handy. Anschließend flüchteten die Täter.

Am selben Tag, wenige Stunden später wird ein zweiter Mann Opfer eines ähnlichen Vorfalls. Auch hier schlugen und traten die Täter auf ihn ein und forderten die Herausgabe seines Handys. Schließlich ließen die Unbekannten von ihm ab und flüchteten ohne Beute.

Am vergangenen Freitag (11. Oktober) hat es nun wieder einen Fall gegeben, bei dem sich ein Mann über den Nachrichtendienst Telegram mit einer Frau verabredet hatte, aber letztlich Opfer eines Raubs wird. In diesem Fall forderten die Täter Bargeld, schlugen auf den Mann ein und entwendeten sein Handy.

Bei allen drei Taten soll es sich um vier oder fünf Täter gehandelt haben, laut Zeugenaussage sollen sie zwischen 15 und 20 Jahre alt gewesen sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in den Fällen: An den Tatorten und an den Opfern sind Spurensicherungen durchgeführt worden. Die aufgefundenen Spuren werden nun ausgewertet sowie bereits eingegangenen Zeugenhinweisen nachgegangen. Die Geschädigten trugen teilweise schwere Verletzungen davon.

Laut derzeitigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass es sich in den bisherigen Fällen um die gleichen Täter handelt. (kg)

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Brücke Turmstraße freigegeben. Modern und leistungsfähig.

Viele Brücken in Deutschland sollen in einem miserablen Zustand sein. EINE Brücke zumindest ist topfit und sieht so aus, als wäre sie das in 150 Jahren immer noch. Die steht in Aachen: die Brücke Turmstraße.

Die neue Brücke Turmstraße wurde von 19,90 Meter auf das maximal mögliche Maß von 22,20 Metern verbreitert. Der Gehweg in Richtung Schanz wurde auf 2,50 Meter angepasst, in Richtung Ponttor von 2,20 Metern auf 3,50 Metern verbreitert. In jeder Fahrtrichtung wurde ein jeweils 2,55 Meter breiter Radweg angelegt.

Die Brücke verbindet die Hochschule mit der Innenstadt. Es ist eine Innenstadt-Brücke, die für die Bedürfnisse von Autos, Fahrrädern und Fußgänger*innen ausgelegt wurde und noch dazu über Bahngleise führt. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hob bei der Freigabe hervor: „Viele auch unerwartete Hindernisse mussten bewältigt werden. Aber das Ergebnis zählt: Die Brücke ist fertig! Es ist ein guter Tag für Aachen!“

Schienen (hinten) mussten überquert werden. Das machte eine komplizierte Abstimmung mit der Bahn erforderlich.

Im Rahmen einer turnusmäßigen Hauptprüfung wurden 2013 an der alten Brücke, einer Hohlkastenbrücke aus 1971, Schäden festgestellt. 2016 war endgültig klar: Die alte Brücke hat es bald hinter sich, die Planungen für den Neubau begannen. Sperrpausen bei der Deutschen Bahn AG wurden angefragt und beantragt, die erste Entwurfspläne entstanden, das Geld für den Neubau eingeplant.

Die alte Brücke hielt nur 53 Jahre. Die neue Brücke ist breiter, aber auch erheblich teurer als zunächst mitgeteilt wurde. Vor 4 Jahren dachte man noch, man werde mit 11,7 Millionen Euro auskommen, derzeit muss von 29,5 Millionen ausgegangen werden.

Die ursprüngliche Planung sah noch eine Behelfsbrücke vor. Doch nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal 2021, kurz vor der geplanten Ausschreibung, konnte die eingeplante Behelfsbrücke nicht nach Aachen gebracht werden. Daher war eine Umplanung der Verkehrsführung und der Bauablaufplanung zwingend notwendig.

Wie in Aachen üblich wurde vor Beginn der Arbeiten (vor dem Brückenabriss) wie verrückt geschimpft, die Schwarzmaler hatten Hochkonjunktur. Während der Arbeiten gewöhnte sich aber alles schnell an die Umleitung. Dass sich die Bauzeit um ein Jahr verlängerte, regte auch nur wenige Menschen auf. Große Bauwerke werden meistens viel teurer und später fertig als geplant. So ist es nun mal.

Für mehr Hintergründe und Infos s. hier

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 Ein Blick auf Aachen im Oktober 1944

Aachen war die erste deutsche Großstadt, die im Zweiten Weltkrieg von den alliierten Streitkräften erobert wurde. Die Kämpfe um Aachen dauerten mit Unterbrechungen vom 12. September bis zum 21. Oktober 1944. Dazu erscheinen in den örtlichen Medien viele Berichte.

Das Aachener Stadtarchiv stellt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats vor. Zur Zeit das Foto eines Aacheners mit einer Ziege, aufgenommen am 17. Oktober 1944. Der Text des Stadtarchivs wird hier gekürzt wiedergegeben:

Angriff auf die Innenstadt

Die US-Streitkräfte begannen am 13. Oktober 1944 mit dem Angriff auf die Innenstadt. Die Hauptachsen des Angriffs bildeten zunächst der Adalbertsteinweg und die Jülicher Straße. Luftangriffe der US Air Force und schwerer Artilleriebeschuss bereiteten den Bodenangriff mit Panzern und Infanterie vor. Dabei wurde um Straßenzüge und einzelne Häuser gekämpft, es gab viele Opfer auf beiden Seiten.

Begleitet wurden die Kämpfe auf US-Seite von Militärfotografen des Signal Corps. Dieses Nachrichtenkorps der US Army hatte einen eigenen Zweig, der für Film- und Fotoaufnahmen zuständig war. Das Bildmaterial diente der Auswertung durch die eigene militärische Führung, es wurde aber auch zu Schulungsmaterial verarbeitet und für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Viele der Fotos, die US-Fotografen im Herbst 1944 aufnahmen, haben das Aachener Bild vom Herbst 1944 geprägt, denn diese Aufnahmen wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen immer wieder herangezogen, um das Kriegsende zu bebildern.

Unter anderem das Stadtarchiv kaufte in den 1950er-Jahren Aufnahmen direkt aus den USA an. Eines der Bilder zeigt einen Aachener mit einer Ziege.

Die US-amerikanische Bildunterschrift lautet (übersetzt): „Diese beiden waren die einzigen deutschen Zivilisten, die in dem von den Amerikanern eingenommenen Teil von Aachen gesehen wurden.“ Diese Aussage soll wohl den skurril anmutenden Charakter des Bildes unterstreichen. Foto: Westcott/US Signal Corps (National Archives, Washington, D. C.)

Wer kann Hinweise geben?

Das Bild (oben) ist auf dem Adalbertsteinweg, Ecke Goerdelerstraße, aufgenommen. Das zerstörte Eckhaus links im Hintergrund wurde nicht wieder vollständig aufgebaut; dort findet sich heute ein kleiner Anbau, der in den letzten Jahren von verschiedenen Firmen als Werbefläche genutzt wurde. Rechts im Bildhintergrund, am Ende der Straßenbahngleise, ist der Turm von St. Josef ohne Turmkappe zu sehen. Links unten im oberen Bild: das Signet des US Signal Corps. 

Foto (l.): So sieht die Straße mit der Ecke heute aus.

Wer Hinweise hat, wer der auf dem Foto abgebildete Mann sein könnte, kann sich gerne beim Stadtarchiv Aachen unter  stadtarchiv@mail.aachen.de und/oder der Telefonnummer 0241 432 4972 melden.

80 Bilder vom Krieg

Die Stadt Aachen erinnert mit einem Festakt am 13. Oktober sowie der Veranstaltungsreihe „Aachen 1944 und der Weg in die Demokratie“ an die 80. Wiederkehr des Kriegsendes. Als Beitrag zu diesem Gedenken gibt das Stadtarchiv einen Quellenband mit 80 der oben genannten Bilder heraus. Der siebte Quellenband der Reihe „Aus den Quellen des Stadtarchivs“ erscheint am 14. Oktober. 

Thomas Müller, René Rohrkamp (Hrsg.): Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Aachen 1944/45. Bilder amerikanischer Militärfotografen, Aachen 2024. 

Wissenschaftliche Einleitung, Quellenteil mit 80 Bildern von US-Militärfotografen (mit Aufnahmedatum und -ort sowie Erläuterungen); schwarz/weiß, 144 Seiten, 20 Euro. Das Buch ist direkt beim Stadtarchiv sowie im Buchhandel erhältlich.

Quelle: National Archives, Washington, D. C., Signal Corps, 111-SC-195640

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Bedenken gegen Aachens „grüne Mobilitätstrasse“

Die Flächen der ehemaligen Bahntrasse zum Nordbahnhof sollen zur Entwicklung einer „grünen Mobilitätstrasse“ genutzt werden. Neben der Herstellung eines überregionalen Radweges soll hier eine durchgehende Grünverbindung geschaffen werden. Es sollen insbesondere auch Flächen zur Realisierung einer ÖPNV-Trasse (insbesondere für den Schienenpersonennahverkehr) vorgehalten werden.

Im Umfeld der ehemaligen Bahntrasse sollen die vorhandenen Gewerbeflächen gesichert und weiterentwickelt werden. 

Unten folgt eine Eingabe zum Bebauungsplan (BP) 1019, Jülicher Str./Bahntrasse Nord durch den Aachener Baumschutzbund, vertreten durch Hans Falk. Diese Eingabe wird hier in Gänze wiedergegeben. Es ist ein etwas Leser*innen unfreundlicher Text, der euch viel abverlangt. Aber komplizierte Materie verlangt leider oft eine komplizierte Sprache. Vielleicht interessiert es ja den einen oder die andere. Falk bezieht sich auf den Erläuterungsbericht, den man sich zum besseren Verständnis der Angelegenheit am besten zuvor hier runterlädt und durchliest.

Die Eingabe im Wortlaut:

Mit dem BP 1019 wird ein Vorhaben eingeleitet, das zwangsläufig eine Folgeplanung nach sich zieht, weil eine Trasse nicht nach einem Teilstück enden wird. Andernfalls wäre die Verbindung eine Sackgasse.

Darauf wird aber nicht Bezug genommen, sondern die hier vorgestellte Planung als geschlossenes Projekt vorgeführt, obwohl Interessierten klar ist, dass hier in Salamitaktik ein Anfang geschaffen werden soll, der zwangsläufig Folgeprojekte, mit vermutlich negativen Aspekten gerade hinsichtlich deklarierter Grünentwicklung nach sich zieht.

So ist es demzufolge schon eigenartig, dass hier eine Planung nicht wie sonst üblich an bestehenden Trassen anknüpft, wie der Radschnellstraße Aachen-Jülich, die aktuell am Prager Ring endet und um die es im Wesentlichen neben anderem auch geht. Geplant wird aber auch nicht vom Ende her, nämlich dem Grabenring, sondern irgendwo dazwischen. Warum plant man also nicht erst die Anknüpfung an die neue Radschnellstraße, wenn die sowieso als Anbindung vorgesehen ist ?

Positiv ist, dass die baulich kaum nutzbare Dreiecksgrünfläche innerhalb des Plangebiets erhalten bleiben soll. Das gilt aber nur, wenn unter Erhalt nicht eine „Durchpflegung“ verstanden wird und man die Fläche als Biotop tatsächlich in Ruhe läßt.

Hierbei geht es allerdings nur um Erhalt. Unter erweitertem Grünzug im Sinne von Grünfinger erwartet man mehr, wenn das eine „grüne Mobilitätstrasse“ werden soll. Aber genau da liegt die crux, denn die Rede ist von zusätzlichem doppeltem Verkehrswegebau und Gewerbegebietserweiterungen bzw. verbesserten Anschlüssen, also eine massive Flächenkonkurrenz. Wo bleibt da noch Platz auch für nur beiläufiges Grün? Vor allem wie soll das auf der Gesamtstrecke mit den teilweise engen Grünkorridoren („lineare Grünstrukturen“,  Erläuterungsbericht, S 3) funktionieren ?

Auf der kahlen, aber unversiegelten Stellplatzfläche könnte abzüglich der Mobilitätstrasse noch Platz für eine Begrünung bleiben. Das ist aber nur an dieser Stelle möglich. An anderer Stelle, nämlich dem Ausgang zur Jülicher Straße führt der Trassenverlauf über den kleinen Park vor dem alten Nordbahnhof. Da wird also Grün verloren gehen. Das Gros jedoch ist auf den langen Grünkorridoren, wo die Bedeutung von Verkehrswegen die von Grünfingern überwiegt, betroffen.

Schon heißt es für Begrünung einschränkend, dass „ausnahmsweise“ „Stellplätze  auch innerhalb der Fläche für die „grüne Mobilitätstrasse“ errichtet werden können.“ (Erläuterungsbericht S 9).

Und was sollen neue Freizeitwege, wie in den Handlungsfeldern beschrieben, wenn das zur Erholung und dem Stadtklima dienende Grün- sowie die Biotopentwicklung dafür – reduziert bzw. geopfert wird?

Dazu passend wird im Betrachtungsfeld „Natur und Umwelt“ (Erläuterungsbericht, S 4), nur der Schutz der Thermalquelle besonders herausgestellt.

Demgegenüber heißt es zum Schutzbereich Stadtklima gemäß FNP 2030, dass Maßnahmen in diesem Gebiet mit nachteiliger Auswirkung, insbesondere für die Gesundheit des Menschen zu vermeiden sind (Erläuterungsbericht, S 4). Sollte man da also nicht vorrangigen Wert auf den Erhalt der Grünstrukturen und damit alternative Routen für Verkehrsbauplanungen legen ?

Offenbar nicht, wenn man als Grünfläche die Zweckbestimmung Grün mit Fahrradschnellstraße definiert (Erläuterungsbericht S 9). Die Einstellung was Grünflächen sind, treibt schon sehr seltsame Blüten, auch solche die zu Himmel stinken.

Und soll die unklare Aussage, dass bei der Anschlußbebauung der weiteren Trassenführung, also gerade da wo das Grün intensiv betroffen ist, eine Bauleitplanung nicht erforderlich sei, bedeuten, dass da keine öffentliche Beteiligung vorgesehen sein soll ?

Für den Fall, dass das so ist, ist das nur zynisch zu bezeichnen, wenn der Grund für das Ausblenden der öffentlichen Beteiligung, darin besteht, dass „eine Fehlentwicklung dieses Areals nicht zu befürchten ist und für die Anlegung eines Fuß- und Radweges und einer Grünvernetzung auf den städtischen Flächen keine Bauleitplanung erforderlich ist.“ (Erläuterungsbericht, S 2). 

Das hieße, der relevante Planungsbereich außerhalb des BP 1019 soll nicht einer kritischen Öffentlichkeit zugänglich sein, gerade da, wo Kritik sehr wahrscheinlich am angebrachtesten sein wird ?

Tatsächlich soll ja absehbar die Regiotram auch noch dazu kommen, aber das bleibt ja wegen einer Extraplanung für die Regiotram bei der Mobilitätstrassenplanung außen vor.

Der vor einigen Jahren gebaute Radweg Grüner Weg – Krefelder Str. (im Erläuterungsbericht S 8 als „Großstück“ bezeichnet), der einen wunderbaren Grünstreifen und ein in Ruhe gelassenes Biotop auf dem Anschlußstück der alten Bahntrasse zerstört und nur Restgrünberandungen übrig gelassen hat, soll an die Neuplanungen angebunden werden. All die Jahre war der ausgerechnet in einem grünverarmten Gewerbegebiet bei gleichzeitigem Handlungsdruck ökologisch und klimapositiv zu planen, bislang völlig überflüssig und gab nur Befürchtungen Anlaß, dass das auf der gegenüberliegenden Seite, die gleichfalls sukzessiv grün verwachsen ist, ebenfalls geschieht. Nun soll es soweit kommen. Das Argument Reaktivierung alter Bahntrassen für Radstraßen zieht hierbei auch nicht, da ein reaktiviertes Gleisbett nicht eine solche Flächenversiegelung aufweist wie die breite Asphaltbahn für einen Rad/Fußweg.

Vermutlich waren damals Fördergelder im Raum, die dringend ausgegeben werden mußten, anders läßt sich eine solche Zweckfreiheit bei einer solch konkreten Umweltschädigung kaum erklären.

Jetzt, mit dem Schwung neuer Fördergelder für ein noch viel größeres Projekt, nämlich der Regiotram, soll gemäß Machbarkeitsstudie des AVV vom Juli 2023 in der Variante AC-1 (s.S 38) genau dort eben dieser Rad/Fußweg überplant werden. Heißt erstens, Abriß der asphaltierten Strecke für eine Schienentrasse und zweitens Vernichtung auch noch des Restgrüns wenn, wie üblich, dort etwas versetzt daneben wieder ein neuer Rad/Fußweg asphaltiert wird.

Diese Doppelinfrastruktur wird dann fortgeführt über den Grünen Weg hinweg und wird die noch unverbaute Begrünung der weiteren alten Trasse ruinieren um dann im weiteren Verlauf erst in das Gebiet des hier vorliegenden BP 1019 zu münden, wo diese damit verbundene Grünschädigung geschickt verheimlicht wird.

Immerhin bietet die Regiotramtrasse mit der Variante AC 2 vernünftigerweise entlang der Bahnanlage eine Alternative. Aber dann soll sie über den Prager Ring parallel zu der dort neu gebauten Radschnellstraße Aachen-Jülich fortgeführt werden, wo neben der massiven Grünzerstörung für diese Radschnellstraße dann noch mehr Grün vernichtet werden muß.

Jetzt heißt es im BP 1019, diese Regiotramtrassenplanung, die das gleiche Baugebiet überziehen soll, würde in einem eigenen Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Das hört sich nach Kollisionskurs an (s.o. erwähntes Verbindungsteilstück Grüner Weg – Krefelder Str.).

In beiden Fällen steht eine massive Grünzerstörung an, die die Anbindung an das Teilstück des BP1019 mit sich bringt. Warum werden Teilstücke geplant, die ursächlich zusammengehören und nur Sinn in einem Gesamtkontext ergeben ? Das sieht nach Rosinenpickerei aus, wenn mit harmlos formulierten Planungen, die ökologisch einen positiven Eindruck machen, angefangen wird, um dann weitere Planungen mit größeren ökologischen Schädigungen als Sachzwänge  und unter Ausschluß der Öffentlichkeit folgen zu lassen. 

Völlig widersprüchlich dazu im Planungsziel: „Um eine geordnete städtebauliche Entwicklung im Geltungsbereich des Bauplanes sicherzustellen, wird mit der vorliegenden Planung die Gesamtsituation in den Blick genommen.“ (Erläuterungsbericht, S 6). Genau das ist die Kritik, dass dem nicht so ist. Schon die Unabhängigkeit der Planung für die Regiotramtrasse spiegelt das wieder. Wie kann man so etwas behaupten ?

Warum müssen Regiotram und Radschnellstraße zusammengehen, wenn sie auch unabhängig voneinander funktionieren? Immerhin sind die jeweiligen Planungen doch sowieso schon unabhängig voneinander und bergen somit die Gefahr von Interessenskollisionen.

Wozu ist eine Radschnellstraße über den Nordbahnhof nötig, wenn doch schon der Grüne Weg zu einer Art Radvorrangroute ausgebaut und aufwendig gegen viel Anliegerärger durchgesetzt wird ?

Über die Lombardenstraße wäre die Anbindung an die Jülicher Str. und über die Passstraße eine direktere Anbindung zum Stadtzentrum gegeben. Dann bliebe eine Regiotram, die vernünftigerweise nicht neben, sondern auf die ohnehin schon vorhandenen Bahngleise gehört. 

Auf diese Weise würden überhaupt keine Grünflächen zerstört, diese im BP1019 tatsächlich erweitert und man könnte das ehrlich zu einer Grüntrasse entwickeln.

Dann heißt es wieder, die gegen alle Widerstände der Anlieger erkämpfte Radroute Grüner Weg sei nur eine „Zwischenlösung“ für die angestrebte „grüne Mobilitätstrasse“ (Erläuterungsbericht, S 5) !

Für diese „Zwischenlösung“ wird aber dabei starrsinnig ein großer, ortsprägender Baum geopfert – leider nicht bloß vorübergehend. Alles Kollateralschäden lobbyistisch sturer und wenig ganzheitlicher Planungen.

Als Radfahrer nutze ich den Grünen Weg schon lange ohne nennenswerte Konflikte mit Kfz und sehe da eigentlich nur die Fahrbahndecke als verbesserungswürdig an. Eine zusätzliche Parallelstrecke ausschließlich für Radfahrer lehne ich persönlich aus ökologischen Gründen der Grünflächenschonung ab statt aus vermeintlich ökologischen Gründen ökologische Schäden bloß für persönlichen Komfort zu fordern. 

Nebenbei wird wie üblich gerne auf beschleunigte Bauverfahren geschielt und entsprechend mit den Flächenbestimmungen so jongliert, dass man dahin kommen wird. Eine Voraussetzung, dass mit der Baumaßnahme keine „erheblichen“ (negativen) Umweltauswirkungen verbunden sind, ist in ihrer Schwammigkeit freilich kein Hinderungsgrund. Heißt es nicht, das Bestreben sei einen ökologischen Mehrwert durch Grünverbesserung zu leisten ? Das würde automatisch zu einer Baubeschleunigung führen. Dass darüber doch noch Diskussionsbedarf besteht macht stutzig. (Erläuterungsbericht, S 7).

Im städtebaulichen Konzept ( Erläuterungsbericht, S 8) sollen sich min. 5 m breite asphaltierte Rad/Fußwege sowie künftig 7,50 m 2-gleisige Schienenbaubreite durch die Grünkorridore zwängen. Die Sicherheitsabstandszonen noch nicht eingerechnet. Was die Grünvernetzung betrifft, gibt es natürlich gar keine vorgeschriebene Mindestbreite. Grün bleibt nur das, was übrig bleibt.

Fazit: Der Verdacht steht im Raum, dass hier wieder Fakten geschaffen werden sollen, die die letzte sich anschließende Grünfläche der alten Bahntrasse, mit einer sich in Jahrzehnten in Ruhe gelassenen Biotopentwicklung, vernichtet und dort statt Grünentwicklung das genaue Gegenteil realisiert wird.  

Wie soll der propagierte „Grünfinger“ denn weiter verlaufen, wenn nicht da, wo er schon existiert, wo aber unbedingt die Regiotram plus daneben eine ausgedehnte Fahrradschnellstraße nebst Fußweg gebaut werden sollen?

Da wird kaum Platz sein für noch so mageres Restgrün. Die Bilanz der „grünen Mobilitätstrasse“ mit der Ambition von erweiterter Grünverbindung wird also ökologisch ein deutliches Verlust-geschäft. Warum wird das Gegenteil kommuniziert und eine „grüne“ Mobilitätstrasse vorgegaukelt, wenn sie wie jede Verkehrstrasse grau ist und das längst vorhandene Grün durch die Bauvorhaben höchst gefährdet ist ?

Die propagiert angestrebte Schaffung einer Grünvernetzung im Gewerbegebiet hat bisher nur zerstörte Grünflächen hervorgebracht. Die Grünflächenbilanz ist damit wohl unbestreitbar über all die Jahre negativ. Was soll denn da noch zu vernetzen sein, wenn nicht die Forderung mehr vernetzbare Grünflächen zuoberst steht, statt der Privilegierung weiteren Verkehrswegebaus auf Kosten von verbliebenem Bestandsgrün ?

Bei den Umweltbelangen (Erläuterungsbericht S 12) werden zahlreiche ökologische Dienstleistungen aufgezählt und der Wert von Grünflächen betont. Warum wird dann nicht konsequenterweise von weiteren Zerstörungen und Schädigungen Abstand genommen und auf weiter belastende Baumaßnahmen verzichtet?

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