Jakobstraße neu und schön. Nur: Was ist daran Premiumfußweg?

Die Jakobstraße in Aachen – schön ausgebaut, aber passt die Bezeichnung Premiumfußweg? Haben wir da was falsch verstanden?

Fünf Jahre ist es wohl her, dass für Premiumfußwege geworben wurde. Eine Idee wurde damals diskutiert, gemäß der man „auf einem Fußweg vom Zentrum ins Grüne“ spazieren sollte. Auf breiten Bürgersteigen, vorbei an Bäumen und Pflanzbeeten.

Jetzt ist der Premiumfußweg untere Jakobstraße fertig geworden. Eine schöne Straße liegt da, neue Bürgersteige – aber warum sind die so schmal? Und überhaupt: Hatten wir uns nicht unter einem Premiumfußweg etwas anderes vorgestellt?

Eine schöne, neue Straße ist entstanden, die Anwohner und Geschäftsleute sind bestimmt glücklich. Aber dass es nun besonders inspirierend und erholsam wäre, aufmerksam durch diese Straße zu streifen? – Insgesamt soll es in Aachen einmal 10 Premiumwege geben. Wir sind gespannt.

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Polizeibericht: Nach verbotenem Rennen geht es ohne Motorräder zurück nach Hause

Private Rennen im öffentlichen Verkehrsraum sind verboten und wie bekannt überaus gefährlich – private Rennen vor den Augen der Polizei sind zudem noch teuer. Das durften zwei Niederländer am vergangenen Samstag als Lehre für ihr Leben mitnehmen.

Die beiden fielen einer Polizeistreife gegen 18.15 Uhr auf der Trierer Straße auf. In Höhe der Königsberger Straße kamen den Beamten die beiden Motorräder, offenkundig mit hoher Geschwindigkeit, entgegen. Ohne die roten Ampeln zu beachten und bei weiter überhöhtem Tempo setzen die Männer (33 und 34) ihre Fahrt in Richtung Innenstadt fort.

Polizeiarbeit ist Teamarbeit! Und die Mitglieder einer Hundertschaft erfuhren per Funk von den Rasern. So wurde letztlich ein Motorrad an der Neuenhofstraße von der Hundertschaft und das andere an der Kreuzung Madrider Ring und Hüttenstraße vom Streifendienst angehalten.

Die hochmotorisierten und -wertigen Motorräder wurden sichergestellt. Ein schwacher Trost für die zwei Raser dürfte dabei die räumliche Nähe zu ihrem Heimatland gewesen sein: Es ging mit hervorragender Busverbindung in Lederkombi und Helm zurück in die Niederlande. (And.)

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Es geht los: Aachen probiert Schulstraßen aus

Aachen bekommt vier Schulstraßen, zwar nur für eine Woche und da auch nur für die Zeit von 7.30 bis 8.15 Uhr. Aber immerhin. Ein erster Versuch soll gemacht werden.

Für Kinder müssen die Schulwege irgendwann einmal sicherer werden. Eltern, die in ihren Wagen die Kinder bis zum Schultor fahren und vor der Schule rangieren, tragen dazu nicht bei. So könnte man in der Bringzeit, also morgens, die Straße, in der die Schule liegt, für eine Weile sperren. Das soll in Aachen ausprobiert werden. In der Europäische Mobilitätswoche (16. – 20. September 2024) ist derartiges erlaubt.

Als es Ende 2023 offiziell gestattet wurde, den motorisierten Verkehr im Umfeld von Schulen morgens zu reduzieren, da gingen bei der Stadtverwaltung sofort viele Anfragen und Anträge ein. Es wurde klar: Das Interesse ist groß. Jetzt geht es kurzfristig ans Ausprobieren, es sollen Erfahrungen gesammelt werden.

Vier Grundschulen wurden ausgewählt, die Interesse an Einrichtung einer Schulstraße haben: die GGS Brühlstraße in Eilendorf, die Grundschulen Hanbruch und Höfchensweg und die GGS am Höfling. Für Pkw wird an bestimmten Stellen die Zufahrt zu den Schulen nicht möglich sein. Die Kinder sollen an bestimmten, kenntlich gemachten Elternhaltestellen aussteigen.

Foto: „Ohne Auto zur Schule“, davon träumen Pädagog*innen und Anwohner*innen.

Für Anwohner gibt es Ausnahmegenehmigungen, rausfahren aus der jeweiligen Straße kann man sowieso immer, und für Fahrräder bleiben die Straßen generell befahrbar. Um die Aktion – sie läuft unter dem Namen „Schulstraße erleben“ – bekannt zu machen, kommen Spannbänder, Plakate und Flyer zum Einsatz. Außerdem jede Menge andere Informationen, besonders auch für die Anwohner. Die ganze Sache wird gut vorbereitet, gründlich ausgewertet und erforscht, da macht sich die Verwaltung viel Arbeit und gibt sich total viel Mühe.

Ein Verkehrsschild wird gern übersehen, Schulstraßen wären möglicherweise wirkungsvoller. Fotos: AachenNews Archiv

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Sagenhaft, was die alles machen – Sonntag: Jubiläumsfest des Aachener Stadtbetriebs

Die 850 Mitarbeiter*innen des Aachener Stadtbetriebs sorgen täglich dafür, dass Aachen gut aussieht, einigermaßen sauber ist und sicher. 1999 haben sich das frühere Grünflächenamt und das Amt für Abfallwirtschaft, Stadtreinigung und Fuhrparkwesen zum Aachener Stadtbetrieb zusammengeschlossen.

„Seit 25 Jahren arbeitet ein große Team Hand in Hand“, teilt das Presseamt mit. Und weiter: Zum Jubiläum öffnet der Betrieb Türen und Tore und lädt ein zu einem großen Fest auf den Geländen am Madrider Ring und am Freunder Weg. Sonntag, 1. September, ab 11 Uhr stehen die Tore der Betriebshöfe allen offen.

Ob im Sommer oder im Winter oder dazwischen, ohne die Arbeit der Leute vom Stadtbetrieb wäre ganz Aachen schnell am Ende. An ihren orangenen Uniformen kann man sie erkennen.

Saubere Straßen, üppige Blühstreifen, gepflegte Parkanlagen, sichere Spiel- und Sportplätze, die Unterhaltung der Straßen und Brücken werden als Aufgaben im Stadtbetrieb ebenso gebündelt wie der Frühjahrsputz oder der Aufbau des Archimedischen Sandkasten.

Ob Karnevalszüge, Winterdienst, Karlspreisverleihung, Alemannia-Aufstiegsfeier – oder bei außergewöhnlichen Einsätzen wie beim Hochwasser und nach Sturmschäden: im Zweifel auch rund um die Uhr kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – professionell und pragmatisch – um die Belange der Stadt.

Was erwartet euch?

Was wird heute angeboten? Einmal mit dem Müllwagen oder der Kehrmaschine fahren, mit dem Hubwagen rauf auf 30 Meter Höhe, lernen, wie ein Baum gepflanzt wird, Schilder beplotten, eine Führung durch die KFZ-Werkstatt machen, Schlüsselanhänger bauen, Sortierspiel mit Tonne Berta, Salzhalle besichtigen, Steine pflastern, Blumengestecke fertigen, Bagger- und Kranführerschein machen und vieles mehr. 

Was ist bei der Baumpflege zu beachten? Welcher Abfall kommt in welche Tonne? Wie funktioniert die Instandhaltung unserer Straßen? Wer wartet die Geräte auf den Spielplätzen?

Die verschiedenen Bereiche des Aachener Stadtbetriebs stellen heute ihre Arbeit vor, informieren, geben Tipps und freuen sich über viele neugierige Besucherinnen und Besucher. Der umfangreiche Fuhrpark des Stadtbetriebs kann begutachtet und im Archimedischen Sandkastens kann gebuddelt werden, außerdem gibt es eine Schnitzeljagd über das Gelände mit einer Überraschung für Kinder.

Informationen unter www.aachener-stadtbetrieb.de

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Aachen und seine Geschichte, mit der kommt man nie zu einem Ende

Am Sonntag, 8. September, ist wieder „Tag des offenen Denkmals“. Dazu schreibt die Fachverwaltung: „Dieses Jahr stehen die Wahr-Zeichen als gebaute Zeitzeugen der Geschichte im Mittelpunkt. Dies sind Orte, die sehenswürdig sind, und an denen die Aachener Geschichte erlebbar wird.“

All diese Orte erzählen davon, dass Aachen nicht nur von Königen und Kaisern geprägt wurde, sondern auch eine handwerkliche, industrielle, bürgerliche und eine technologische Geschichte hat. Das teilt Stadtbaurätin Frauke Burgdorff mit.

Es gibt wieder eine Broschüre zum „Tag des offenen Denkmals“, die liegt in zahlreichen Verwaltungsstellen und an anderen öffentlichen Orten aus. Zudem findet man das Programm mit allen Infos zu Öffnungszeiten, Anmeldungen, aktuellen Programmergänzungen etc. im Internet unter www.aachen.de/tagdesdenkmals2024.

Zu besichtigen ist u.a. die Rosfabrik in der Rosstraße 9 – 11. In dem Gebäude befand sich über 150 Jahre die Nadelproduktion der Firma „Jos. Zimmermann“ (Jungbecker). Dort ist jetzt das Sozialwerk Aachener Christen ansässig. Am Sonntag, 8. September, ist dort geöffnet von 11 bis 15 Uhr. Führungen gibt es zu jeder vollen Stunde, letzte Führung ist um 15 Uhr.

Von der Straße aus hinter dem Tor befinden sich die beiden alten Produktionshallen, verbunden durch eine gusseiserne Brücke. Sie wurden – laut Broschüre – nach und nach zu modernen Werkstätten und Büros umgebaut.

Vorne an der Straße beeindruckt noch heute die ehemalige Fabrikantenwohnung. Es ist eine Bürgervilla mit typisch Aachener Barockfassade im Couvenstil mit imposanter hölzerner Freitreppe. Am „Tag des offenen Denkmals“ gibt es im „Rosbistro“ eine kleine Ausstellung mit alten Fotos und Produkten der Nadelproduktion. Und es gibt Eis, Kaffee und Getränke.

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Alemannia: Klubführung räumt Fehler ein

Die Alemannia-Spitze, also zumindest die Herren Eller und Moberz, versuchen, die Kuh vom Eis zu kriegen. Es hat viel Ärger gegeben, weil man sich mit Leuten freundschaftlich verbunden gezeigt hat, die Gewalt verherrlichten, krass frauenfeindliche Sprüche vom Stapel ließen („Frauen haben im Fußball nichts zu suchen“) und die sich mit rechtsradikalen Tattoos hervortaten. Noch dazu wurde die Polizei auf Aufklebern beschimpft und was nicht noch alles.

Damit ist jetzt Schluss. Das legt das Video nahe, das auf YouTube zu sehen ist. Sascha Eller und Marcel Moberz reden Tacheles.

Es ist eine ausführliche Stellungnahme von Alemannia Aachen, sinngemäß: Wir haben Fehler gemacht, wird haben uns nicht klar genug abgegrenzt. Wir waren blauäugig. Wir hätten entschiedener eingreifen müssen, das haben wir nicht getan.

Man stellt sich schützend vor Mika Hanraths (der für Chemo spendete). Das ist gut. „Das ist unsere Schuld“, so wird erklärt. Man soll nicht ihn beschimpfen sondern Eller und Moberz. Verbotene Tattoos seien nicht in Ordnung. usw.usw.usw.

Hier klicken.

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Sehr interessant auch dieser Bericht, dem man entnehmen kann, dass die Polizei verlangt hat, dass die erste Stellungnahme des Vereins aus dem Netz genommen wurde, weil sich nämlich die Polizei in der Stellungnahme der Alemannia falsch wiedergegeben sieht.

https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga3/polizei-bringt-alemannia-aachen-in-erklaerungsnot,alemannia-aachen-rechtsextreme-fans-100.html

Man blickt bald nicht mehr durch, insbesondere, wenn man erst jetzt in das Debakel einsteigt und nicht mitbekommen hat, wie alles anfing. Insofern wäre es schön, damit Fans und Sponsoren sich wieder auf den Sport konzentrieren können, wenn jetzt wieder vom nächsten Spiel die Rede ist.

Am Samstag kommt der Spitzenreiter der 3. Liga, Erzgebirge Aue, nach Aachen. Und für die Zukunft: Es fehlt dem Verein ein erstklassiger, gestandener Pressesprecher mit passendem Moralkompass. Tipp: Vielleicht mal in den Sportredaktionen nachfragen, ob eine/r Lust hat, die Seite zu wechseln, bei Alemannia Öffentlichkeitsarbeit zu machen und zu helfen.

Für Fußball-Fans erklärt: Die Presse ist in der Gesellschaft, was der Schiedsrichter auf dem Platz ist. Wenn man anfängt, die Presse (den Schiedsrichter) zu beschimpfen, das endet nie gut. Und wem dieser Vergleich komisch vorkommt (sollte Witz sein), soll sich anhören, was Zeigler & Köster in ihrem Fußball-Podcast ab etwa Mitte über Alemannia und die Stadt Aachen sagen, Folge „Don’t look back on the 1. Spieltag with anger“.

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Sportpark Soers: Stadt lädt zum Infotag ein

Was ist eigentlich dieser Sportpark Soers, von dem jetzt manchmal die Rede ist? Unten seht ihr ihn, den neuen Sportpark (auf dem Gelände des alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße), ein Projekt, das vielleicht nur die Jüngsten unter uns einmal in Natura kennenlernen werden. Kurz: Es ist ein Zukunftsprojekt. Gleichwohl wird derzeit viel Zeit und Energie darauf verwendet, diesen Sportpark zu planen.

Sportpark für Alle: Die Stadt informiert über den Masterplan Sportpark Soers am 31. August am Büchel. Zeichnung: Karres en Brands.

Die Stadtverwaltung lädt am Samstag, 31. August, von 10 bis 16 Uhr, auf die Büchel-Wiese ein, um den „Masterplan Sportpark Soers“ vorzustellen. Es soll nämlich ein „Sportpark für Alle“ entstehen, in dem für zahlreiche Sportarten, Sportvereine im Spitzen- wie im Breitensport und auch für den nicht-organisierten Sport vielfältige Trainings-, Bewegungs- und Wettkampfmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Es stehen am Samstag zahlreiche Ansprechpartner*innen der Verwaltung bereit und es finden – über den Tag verteilt – Interviews und Talks zum Sportpark statt. Unter anderem sind um 13.30 Uhr Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Sportdezernent Dr. Markus Kremer und einige beteiligte Sportakteure vor Ort.

Parallel findet am 31. August von 10 bis 16 Uhr am Büchel das Spiel- und Sportfest der AOK statt. Sportvereine, der Kinderschutzbund und andere Kooperationspartner bieten kostenlose Spiel-, Bewegungs- und Sportangebote für Kinder jeden Alters an. Es gibt Gutscheinhefte und sportliche Geschenke für alle Kinder, die mitmachen.

Weitere Infos: www.aachen.de/sportparksoers.

Zum Hintergrund: Masterplan

Politik und Verwaltung befassen sich bereits seit einigen Jahren intensiv mit der Weiterentwicklung des Sportpark Soers zu einem „Sportpark für Alle“, in dem für zahlreiche Sportarten, Sportvereine im Spitzen- wie vor allem im Breitensport und auch für den nicht organisierten Sport vielfältige Trainings-, Bewegungs- und Wettkampfmöglichkeiten entstehen sollen. Sie haben dafür im Februar 2023 einen einjährigen Masterplanprozess angestoßen, in den der Aachener Stadtsportbund und alle in der Soers ortsansässigen Sportvereine aktiv eingebunden worden sind.

Der Masterplan Sportpark Soers führt in einem integrierten Ansatz für das Nutzungskonzept „Sport“ und weitere flankierende Nutzungen alle städtebaulichen, mobilitäts- und verkehrsfachlichen sowie freiraumplanerischen Grundlagen zusammen und gibt auf die inhaltliche Vision eine räumliche Antwort. Mit der Erarbeitung des Masterplans hat die Stadt Aachen das Planungsbüro Karres en Brands (Hilversum, Niederlande) gemeinsam mit dem Büro für Verkehrs-, Stadt- und Umweltplanung PGT (Hannover) beauftragt.

Im Zentrum der Gesamtentwicklung stehen die Errichtung einer neuen städtischen Multifunktionssporthalle mit MobilityHub, einer Reitsporthalle mit Abreitehalle und Para- und Jugendstadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), der Bau einer durchgehenden öffentlichen Laufstrecke von bis zu drei Kilometern Länge sowie weitere öffentlicher Sport- und Trainingsanlagen. Die Gesamtentwicklung Sportpark Soers geschieht planerisch eingebettet in die aktuell vorliegende Sportentwicklungsplanung, die parallel in 2023 die kommunalen Sportbedarfe im gesamtstädtischen Kontext ermittelt hat und im Juni 2024 durch den Rat der Stadt Aachen beschlossen wurde.

Die politischen Gremien haben den Masterplan Sportpark Soers im Frühjahr 2024 beraten und das erarbeitete städtebauliche Gesamtkonzept als Grundlage für die weitere Entwicklung des Sportpark Soers bestätigt. Der ausführliche Abschlussbericht steht unter www.aachen.de/sportparksoers zur Verfügung. Alle Ergebnisse werden nun am 31. August im Rahmen einer Informationsveranstaltung und einer Ausstellung am Büchel vorgestellt.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Alemannia am Pranger? Verein ist sich keines Vergehens bewusst.

Immer weitere Kreise zieht in Aachen ein Filmbeitrag der Sportschau zur Alemannia. Darin geht es um Kontakte, die der Verein mit gewalttätigen Hooligans einst pflegte und immer noch pflegt. Ein Beitrag, den man gesehen haben muss.

Es geht um rechte Hooligans, die im Stadion nicht nur geduldet, sondern hofiert werden. Es geht um rechtsradikale Fans, die 2023 mit ins Trainingslager nach Belek fahren durften und – mit Hakenkreuz oder SS-Totenkopf oder anderen Nazi-Tattoos auf dem Oberkörper – mit Funktionären feiern. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen äußert zu dem ganzen schaurigen Treiben ihre Bedenken, desgleichen Kommunalpolitiker der Fraktion „Zukunft“. Nicht so sehr erschüttert ist der Präsident der Alemannia, Andreas Görtges: Der meint sinngemäß, es sei alles nicht so wild.

https://www.sportschau.de/video/alemannia-aachen-und-problem-mit-rechten-hooligans,video-sportschau-42566.html

Man ist entsetzt und fasst sich an den Kopf. Von Distanzierung keine Spur. Wie kann ein Verein (gerade in die 3. Liga aufgestiegen) sich so heftig selbst ins Knie schießen?

Insbesondere wird in dem Beitrag abgehoben auf Kevin P. (37), genannt Chemo, und seine Verbindungen zur Alemannia. Dieser mehrfach vorbestrafte Mann, Kopf der Aachener Hooligans am Tivoli, sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm u. a. versuchten Totschlag vor. Er soll im Dezember 2023 einen Freier in der Antoniusstraße mit einem Baseballschläger krankenhausreif geschlagen haben. Hier nachlesen. Und insbesondere hier.

Es wird noch schlimmer

Am Tivoli wird unterdessen auf T-Shirts und Transparenten im Stadion „Freiheit für Chemo“ gefordert, und es wird zu Spenden aufgerufen. „Wir sammeln für anfallende Kosten wie z. B. Anwälte, Elektrogeräte, Einkauf“. Wer spenden möchte, kann dies über Paypal tun. Wie man auf Facebook nachlesen kann, hat z. B. der Kapitän der Mannschaft, Mika Hanraths schon 20 Euro gespendet. Davon, dass ihm das Profil geklaut wurde und sein Name benutzt wurde, ist bisher nichts zu lesen.

Foto: T-Shirt mit Aufschrift. Wurde kürzlich im Stadion auch als Transparent gesehen.

Von der Vereinsspitze gibt es neuerdings eine Distanzierung, nicht etwa von den Rechtsradikalen, oh nein, Gott bewahre. Man distanziert sich von der Sportschau und dem Journalisten, der für den Beitrag verantwortlich zeichnet. Hier nachlesen. Das setzt (vorerst) allem die Krone auf. UPDATE 29. 08.: Wurde erkannt, dass die Stellungnahme alles noch schlimmer macht? Sie wurde gelöscht.

Ob der rundum beliebte Aufstiegs-Trainer Heiner Backhaus (42) mit diesen Problemen im Verein klarkommt und noch lange Trainer bleibt (Vertrag bis 30. Juni 2027), bleibt abzuwarten.

Der Fall interessiert auch andere

Die Seite „11Freunde.de“ teilt heute (28. 08.) innerhalb eines lesenswerten Beitrags mit: „Alemannia Aachen schafft es einfach nicht, sich von dubiosen Akteuren aus dem rechten Milieu abzugrenzen. Stattdessen schießt der Verein gegen die Presse und tritt weiter sagenhaft unseriös auf.“

Der FC Kaiserslautern postete gestern auf X/Twitter lang und breit über den Spieler Jannik Mause: „In einer Dokumentation der ARD-Sportschau über Alemannia Aachen ist der damalige Alemannia-Spieler gemeinsam mit fünf weiteren Spielern auf einem Foto mit einer rechtsextremen Person aus dem Hooliganumfeld von Alemannia Aachen zu sehen. . . . Wir haben nach Kenntnisnahme der Bilder und Informationen, die uns bis dato nicht bekannt waren, umgehend das Gespräch mit Jannik Mause gesucht. Ein rechtsextremes oder rassistisches Weltbild ist mit den Werten des 1. FC Kaiserslautern nicht zu vereinbaren . . .“

Der FC Kaiserslautern liefert das Anschauungsmaterial für die Alemannia. Die Vereinsspitze kann sehen, wie man mit Kritik korrekt umgeht und was bei Vorwürfen alles zu prüfen ist.

Sehr lesenswert: Text des Aachener Journalisten und Rechtsextremismus-Experten Michael Klarmann

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Kinder und Jugendliche brauchen Raum zum Spielen und bekommen ihn

Nach intensiver Absprache mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind rund um die Straße Zum Kirschbäumchen ein Spielplatz und ein Jugendplatz entstanden. Beide wurden vorige Woche offiziell eröffnet. In der Innenstadt ist es eine große Kunst, neue Flächen für Kinder zu finden.

Dass Platz für Kinder und Jugendliche bereit gestellt wird, ist in einer Stadt wie Aachen von großer Bedeutung. Wenn es gelingt, freuen sich Politik, Verwaltung, Anwohner und natürlich besonders die Kinder. Fotos: Stadt Aachen/Heike Lachmann

Heinrich Brötz vom Jugendamt nannte das Areal „ein Hotspot für Spiel, Sport und Abenteuer für Kinder und Jugendliche“. Und Hilde Scheidt, Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses weiß genau: „Gerade in dicht bewohnten Vierteln wie Aachen-Nord sind Spielflächen besonders wichtig. Zum Spielen, Toben und als Treffpunkt für junge Menschen und ihre Familien.“

Bei der Neu- und Umplanung sind ein 1.660 Quadratmeter großer Spielplatz mit direktem Zugang von der benachbarten Grundschule und der benachbarten Kita entstanden. Es gibt Rutschenturm, Kletterparcours, Drehscheibe, Sandspielhaus und eine Spielwand sowie Schaukeln für Kinder. Der Spielplatz ist barrierefrei, und ein Rundweg kann für Scooter oder Bobbycars als „Übungsstrecke“ genutzt werden. Die Fläche wurde viele Jahre als Hundetoilette genutzt.

Mehr als 2.700 Quadratmeter

Nicht weit entfernt ist der 2.770 Quadratmeter große Jugendplatz entstanden. Er wurde vom Sportplatz abgezwackt, wie mitgeteilt wurde. Er bietet eine Bolzwiese, einen Streetballplatz, eine Calesthenics-Anlage, eine Tischtennisplatte und ein Trampolin. Zwei Hängematten und viele Bänke, Jugendbänke und Tisch-Bankkombinationen laden zum Treffen mit Freunden ein. Der barrierefreie Weg auf den Platz ist als Rampe mit Sitzelementen angelegt.

Im Vordergrund der Planungen stand vor allem, die motorischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen mit und ohne Handicap zu unterstützen und dabei das Miteinander zu fördern. 

Foto: Kinderspielplatz und Jugendplatz an der Straße „Zum Kirschbäumchen“ sind fertig. Kinder und Jugendliche haben sie schon spielend erobert.

Eine weitere Grünanlage

Der Gestaltung der dritten Fläche, dem Quartierspark „Zum Kirschbäumchen“ auf dem Areal des ehemaligen Spielplatzes, hat inzwischen auch begonnen. Klaus Meiners, Leiter des Fachbereichs Klima und Umwelt, sieht die Bedeutung der neuen Grünflächen: „Mehr denn je benötigen Städte multitalentierte öffentliche Freiräume, die der Erholung dienen, Bewegung und Kreativität fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“

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Ein Miniwald für Aachens Innenstadt? – Und: Straßennamen in der Diskussion

Die nächste Sitzung des Bürgerforums findet am Dienstag, 3. September, um 18 Uhr im Ratssaal des Aachener Rathauses statt. In der Sitzung werden wieder mehrere Bürgeranträge beraten. Einer davon kommt von einer Gruppe, die sich „Omas for Future“ nennt.

Die Gruppe fordert die Errichtung eines ersten „Tiny Forest im Aachener Stadtgebiet. Ein Tiny Forest ist ein kleiner, dichter, schnell wachsender Wald mitten in der Stadt, der nach der Miyawaki-Methode gepflanzt wird.

Eine Art Miniwald gibt es bereits in Aachen in der Franzstraße – künstlich angelegt, allerdings nicht nach der Miyawaki-Methode. Foto: AachenNews Archiv

Die Aachener Regionalgruppe von „Omas for Future“ schlägt als Standorte den Hans-Stercken-Platz (Löhergraben/Annastraße), der jetzt ein Parkplatz ist, vor. Außerdem kommt angeblich die städtische Freifläche vor dem St. Leonhard Gymnasium (Jesuitenstraße) infrage. Die Antragsteller*innen wollen den Miniwald nicht selbst pflegen. Dafür kommen z. B. die Schulen in der Nähe und die Anwohner infrage, meinen sie. Ob die das wollen?

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In einem weiteren Tagesordnungspunkt berät das Bürgerforum die Umbenennung der Sedanstraße nach Ingeborg Kaufmann. Grund für die Umbenennung sieht eine Bürgerinitiative in der nicht mehr zeitgemäßen täglichen Erinnerung an die Erniedrigung Frankreichs durch Deutschland im deutsch-französischen Krieg 1870/71. Dies sei einer Stadt wie Aachen, in der die deutsch-französische Freundschaft großgeschrieben wird, unwürdig.

Die perfekte Namensgeberin für dieses Straße im Ostviertel sei vielmehr Maria Ingeborg Kaufmann, geb. 19. Februar 1925. Sie war als 15-Jährige der Kopf eines Helfernetzwerkes, das französischen Kriegsgefangenen in Aachen die Flucht in ihre Heimat ermöglichte.

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Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen in der StädteRegion beantragen ein Zusatzschild in der Suttnerstraße (Eilendorf) mit Angaben zur Namensgeberin. Bertha von Suttner hat sich im Laufe ihres Lebens zu einer der profiliertesten Kämpferinnen für Abrüstung, für eine Aussöhnung der Völker und gegen den drohenden Krieg (I. Weltkrieg) entwickelt. 

Auf dem Schild soll zu lesen sein: Bertha von Suttner, 1843-1914: Gründerin der Dt. Friedensgesellschaft 1892, 1. Friedensnobelpreisträgerin 1905.

Alle Aachener*innen sind eingeladen, an der Sitzung des Bürgerforums teilzunehmen.

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