Lieber nicht: Böller, Hundeklo und Geldverschwendung

Beim Blick in den Kalender ist sofort klar: Es kommt wieder die Zeit der obligatorischen  Böllerverbotsdebatten. Natürlich wie jedes Jahr mit keinem Ergebnis, denn das Böllerverbot ist nicht durchsetzbar, es ändert sich nichts. Feiern ohne Böllerei? – Prognose: In Aachen nicht!

Streit ums Geld

Es ist aber auch wieder die Zeit der verschärften Finanzdebatten. Wofür können wir – das will gut vorausgeplant sein – 2024 in Aachen noch Geld ausgeben? Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden unserer Region sehen schwarz und fordern die Landesregierung auf, mal wieder wie in alten Zeiten gut was rüberzuschieben. Andernfalls müssten sie nämlich den Bürger*innen die Steuer, vor allem die Grundsteuer, erhöhen. Prognose: Daran führt kein Weg dran vorbei. 

StädteRegionsrat Tim Grüttemeier (CDU) hat schon mal dem Landschaftsverband (LVR) vors Knie getreten, denn der feine LVR hat noch 170 Millionen Euro auf der hohen Kante, die eigentlich den Städten und Gemeinden gehören. Der LVR finanziert Jahr für Jahr mit fast 4 Milliarden Euro diverse Förderschulen, Museen und Kliniken im Rheinland, er holt sich das Geld dazu per Umlage von dem Kommunen. Die ächzen aber unter übergroßer Ausgabenlast. Dass da der LVR noch umfangreiche Rücklagen bildet, das nennt Grüttemeier (und nicht nur er) in einem Brandbrief „grob unsolidarisch“. Mal sehen, ob das den LVR beeindruckt. Prognose: nein. 

Grüttemeier ist zudem wenig begeistert davon, dass der LVR plant, 400 Stellen neu zu schaffen. Kein Wunder, dass dem LVR geraten wird, seine gesamte Finanzplanung für 2024 noch mal zu überdenken. Die StädteRegion selbst hat ihrerseits Rücklagen von 35 Millionen Euro und möchte die bis 2027 einsetzen. Schulen, Kitas, Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz muss die StädteRegion u. a. finanzieren. Und außerdem, wie alle Kommunen, die neuen Tarifsteigerungen für das Personal bezahlen. 

Neue Bike-Stationen

Ziemlich neu: eine Bike-Station in der Mostardstraße in der Nähe vom Aachener Markt.

Da findet ihr jetzt Fahrradparkstationen, Bike-Stations genannt: Büchel, Brabantstraße, Schanz, Franziskus-Krankenhaus sowie in den Parkhäusern Rathaus (Mostardstraße), Galeria Kaufhof/City (Wirichsbongardstraße) und Adalbertsteinweg.

Mit der Bike-Station Büchel und den drei weiteren Anlagen an der Schanz, an der Brabantstraße und am Franziskus-Hospital seien das 88 sichere Radparkplätze, teil das Presseamt mit. Die Anlagen in den drei Parkhäusern mit 103 Stellplätzen können erst in einigen Wochen eröffnet werden. Insgesamt seien für die Schaffung der sieben Anlagen Kosten in Höhe von 612.000 Euro entstanden. 

Der Parktarif für die Nutzung der neuen Parkanlagen im öffentlichen Raum und später in den APAG-Parkhäusern liegt bei 1,50 Euro für 24 Stunden. Im Monat werden maximal 15 Euro fällig. Der Zugang erfolgt mit dem so genannten Mobility-Key der APAG. Der kann online (www.meine.apag.de) oder am Service-Standort des Parkhauses Galeria-Kaufhof/City beantragt werden.

Der Mobility-Key ist kostenlos. Nur für die spätere Nutzung der Fahrradparkhäuser fallen abhängig von der Parkdauer Nutzungsgebühren an. Internet: www.aachen.de/fahrradparken

Jetzt werden Räume gesucht

Unterdessen hat sich eine Sache positiv entwickelt: Die Idee, in Aachen wieder Grundschullehrer*innen auszubilden. 80 neue Studienplätze bekommt die RWTH. Man verspricht sich davon den Effekt, dass die hier Ausgebildeten nach dem Grundschul-Lehramtsstudium im Raum Aachen bleiben und an hiesigen Grundschulen eingestellt werden. Die RWTH hatte zunächst abgewunken, aber schließlich doch ihre Bereitschaft erklärt.

Jetzt werden (Hochschul-nahe) Räume gesucht, in denen die Ausbildung stattfinden kann. Los gehen soll es zum kommenden Wintersemester 2024/25. 

Freundliche Erinnerung

Nicht zu übersehen: Was Grundschulkinder den Hundebesitzer*innen sagen möchten.
Noch das kleinste Fleckchen Erde ist den Kindern wichtig. Auf dem Streifen entlang der Turnhalle der Grundschule Mataréstraße haben sie u. a. selbst gemalte Schilder aufgestellt. Da steht zum Beispiel: „Das ist kein Hundeklo.“ Prognose: Mit diesen Kindern kommen wir auch umwelttechnisch gut voran.
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40 Verstöße gegen das Waffengesetz

Im September gab es in Aachen bereits eine Kontrollaktion der Polizei. Derartiges hat man nun fortgeführt und wieder „an festgelegten Örtlichkeiten“, wie die Pressestelle mitteilt, Kontrollstellen eingerichtet. Diese Aktionen zielten neben den üblichen Verkehrskontrollen auch darauf ab, Fußgänger*innen zu überprüfen. Insbesondere soll das Sicherheitsgefühl der Bürger*innen gestärkt werden.

Die Aachener Polizei ist nicht nur bei Demonstrationen dabei. Im Verbund mit Zoll, Bundespolizei und städtischen Mitarbeitern will sie gelegentlich das Sicherheitsgefühl der Menschen stärken. Foto: AachenNews Archiv

Außer den Polizeibeamt*innen verschiedener Dienststellen waren auch städtische Mitarbeiter, Beamte des Zolls und der Bundespolizei eingesetzt. Und es unterstützten sogar Polizist*innen aus Belgien und den Niederlanden die Aktion. Auch über die Kontrollstellen hinaus wurde kürzlich bei verschiedenen Gelegenheiten das Gespräch gesucht oder dazu eingeladen. Während die Polizei zum Beispiel an mehreren Einkaufszentren vor Taschendieben warnte, konnte sie mit Anwohnern bei der Veranstaltung der „IG Kaiserplatz“ über aktuelle Probleme diskutieren.

Zahlen: Es konnten in den vergangenen 2 (zwei!) Wochen ca. 1.800 Personen und über 9.000 Fahrzeuge kontrolliert werden. Daraus resultierten 80 Strafanzeigen und zwölf Festnahmen. Unter anderem wurden 40 Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt und zur Anzeige gebracht. Von knapp 1.000 überprüften Fahrzeugen wurden lediglich 53 beanstandet. Im Rahmen der Geschwindigkeitsmessungen müssen knapp 350 Fahrer*innen mit einer Anzeige rechnen, für 955 wird es teuer.

Neben der Stärkung des Sicherheitsgefühls verfolgte die Aktion auch konkrete Ziele in bestimmten Bereichen: So wurden unter anderem Maßnahmen zur Durchsetzung des Jugendschutzes, gegen die illegale Müllentsorgung, die Belästigung durch aggressives Betteln und den öffentlichen Konsum von Betäubungsmitteln getroffen. Die gemeinsamen Kontrollen der Stadt Aachen, des Zolls, der Bundespolizei und Polizei Aachen werden übrigens fortgesetzt. (co)

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Beverstraße: Acht Baumscheiben angelegt

Zwischen Frankenberger Viertel und Rothe Erde: Wurde hier – auf Kosten der Parkplätze – ein Plätzchen für einen Baum geschaffen? Sieht so aus!

Schattenspendende Bäume am Straßenrand wünscht sich in Aachen jeder Innenstadtbewohner. Dabei kann man nicht beliebig vorgehen. Bäume brauchen auch im Erdreich ihren Platz (für die Wurzeln). Dort befinden sich aber dicke Rohre und Leitungen, der Boden ist manchmal auch hart wie Beton. Da kann nichts wachsen.

Wer Bäume in Straßen pflanzen will, braucht auch oberirdisch Platz. Und den kann man nur durch Abbau von Parkplätzen gewinnen. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Die Straßenbereiche für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sind ohnehin schon klein. In der Beverstraße ist man der Forderung „Mehr Grün in die Stadt“ ein gutes Stück näher gekommen. Freude, warten und sehen, was jetzt gepflanzt wird.

Manchmal werden an Baumscheiben Pflöcke, Metallbügel oder Abdeckplatten angebracht.

In Städten wie Aachen sollten Baumscheiben am besten mechanisch geschützt werden. Der Grund: Parkende Fahrzeuge sollen den Boden um die Baumscheibe nicht zustellen oder mit der Stoßstange den Baum beschädigen. Deshalb werden manchmal Pflöcke, Metallbügel oder Abdeckplatten angebracht. Oder – wie in der Beverstraße – hohe Bordsteine verwendet.

Wo diese Rohre einmal liegen werden (Bismarckstraße), da ist vermutlich kaum Platz für die Wurzeln mehrerer Bäume. Allerdings wird neuerdings manchmal so verfahren, dass die Rohre bewusst nur eine Seite der Straße belegen und auf der anderen Platz für Pflanzen bleibt.

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Zu oft schwer vermüllt: Der Freunder Weg!

Freunder Weg in Aachen, Ostviertel. So sieht es mehr oder weniger immer aus an diesem Baum.

Am Freunder Weg wohnen eine Menge netter Leute, aber was sie hier mit ihrem Müll bzw. Sperrmüll treiben, das gibt es in ganz Aachen kein zweites Mal.

Besonders eine bestimmte Baumscheibe haben sich die Anwohner der Straße als Müll-Abwurfstelle ausgesucht. Dort türmen sich im Laufe einer Woche immer mehr prallvolle, gelbe Säcke. Wer in seinem Haushalt einen gelben Sack mit Plastikmüll voll bekommen hat, rennt runter auf die Straße und stellt den Sack an den Baum.

Wenn montags die gelben Säcke abgeholt worden sind, bleibt noch jede Menge anderer Müll übrig. Und es sieht dann aus wie auf den Foto oben. Krass. Das stört etliche Anwohner*innen gewaltig. Mit den Massen sind übrigens selbst die Leute vom Stadtbetrieb überfordert.

Ebenfalls im Freunder Weg, an anderer Stelle:

Man möchte nicht pingelig sein, aber bei der Frage, welche die am meisten vermüllte Straße Aachens ist, da kommt einem nur eine in den Sinn.

Freunder Weg, die Zweite: Man möchte sich diesem Haufen Unrat (s. oben) gar nicht nähern. Was in aller Welt denken sich Leute, die aus einer schönen Straße mit gepflegten, neuen und alten Gebäuden so einen Unort machen? Liegt es an den Kosten und dem komplizierten Verfahren dass die Hilfe der Stadt nicht ordnungsgemäß in Anspruch genommen wird?

Eine Straße weiter: die Mataréstraße. Mit Kita und Grundschule, Kirche und Musikbunker ist es eigentlich eine gepflegte Wohnstraße. Hier gibt es nun ebenfalls eine illegale Müll-Abwurfstelle. Heute bleibt nach Abtransport der gelben Säcke ein rausgerissener, alter Teppichboden liegen. Und Abfall über die Straße verstreut.

Was im Viertel neuerdings ebenfalls zu finden ist, sind diese Plakate:

„Gestalte dein Quartier“. Und: „Lass uns wissen, was du hier gut/schlecht findest.“

Wie soll man da Lust zum Gestalten bekommen?

Die Stadtverwaltung gibt sich alle Mühe, den Menschen im Viertel ein Wohlgefühl zu vermitteln (mittels Geld aus Düsseldorf und Engagement vor Ort). Da haben sie sich echt was vorgenommen! Wir wünschen vorerst viel Erfolg.

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Höhenretter der Feuerwehr üben an der Staumauer im Nationalpark Eifel den Ernstfall

Die Feuerwehr übt, um für den Ernstfall fit zu sein. Das Presseamt der Stadtverwaltung schickt einen Bericht. Den möchte man niemand vorenthalten, auch nicht die spektakulären Fotos.

Job mit Tiefblick: An der rund 60 Meter hohen Urftalsperre übt die Spezialrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Aachen regelmäßig. Foto: Stadt Aachen/Stefan Herrmann

Der spektakuläre Ausblick interessiert Alexander Hoffmann in diesem Moment keine Sekunde. Hoch über ihm genießen Touristen die wunderschöne Szenerie, stehen auf der Urfttalsperre im Nationalpark Eifel und lassen die Blicke schweifen. Sie sehen das glitzernde Wasser der Stauseen, in der Ferne die ehemalige Ordensburg Vogelsang, die noch grünen Waldhänge an diesem späten Septembertag. Idylle pur. Doch dann bleiben auch die Blicke der Ausflügler tief unten an der Staumauer haften.

Dort – gut 20 Meter unter ihnen – hängt Hoffmann in der Wand. Roter Overall, roter Helm, ein vor Karabinern klimperndes Kletterset am Körper und mit Seilen gesichert. Der Höhenretter stabilisiert eine Rettungstrage, auf der eine nach einem Absturz verletzte Person liegt. Er spricht beruhigend auf sie ein, blickt zwischendurch konzentriert nach oben. Dort ziehen seine Kollegen der Spezialrettungsgruppe (SRG) der Aachener Berufsfeuerwehr die Trage mit einer Seilwinde langsam hinauf. Jeder Handgriff sitzt. Dann ist es geschafft. Die Mission, die eine Übung war, endet.

Christian Beek sieht zufrieden aus, als er mit seiner an diesem Tag achtköpfigen Einheit Richtung Ausflugslokal geht, das direkt an der Staumauer liegt. Nach der gelungenen Rettung gibt’s erstmal Currywurst mit Pommes. „Danach gehen wir auf der anderen Seite der Mauer runter und nehmen die Gartenschere mit“, sagt der stellvertretende Leiter der Aachener Höhenretter, wie die SRG gerne kurz und knapp genannt wird. Eine Gartenschere? „Ja, wir trainieren das Abfahren und Aufsteigen im Seil – und erledigen nebenbei für den Wasserverband ein wenig Grünschnitt als Übung für die technische Hilfeleistung unter beschwerten Bedingungen“, erklärt Beek.

Zweimal pro Jahr übt die Feuerwehr Aachen hier. Der Wasserverband Eifel-Rur betreibt die gigantische Staumauer. Rund 60 Meter hoch ragt sie vom Obersee aus in den Himmel, wurde zwischen 1900 und 1905 erbaut.

Genau auf der Seite, zum Obersee hin, wuchern immer wieder Pflanzen und sogar kleine Bäume aus dem Mauerwerk. Und so schwingen sich Beek und seine Kollegen – darunter mit Feuerwehrfrau Vera Klein auch eine Höhenretterin – am Nachmittag noch einmal 50 Meter in die Tiefe und befreien die Wand von Unkraut.  

Jeder Handgriff sitzt: Alexander Hoffmann (r.) hat die gestürzte Person mit einer Trage vom Grund der Mauer bis hinauf professionell begleitet. Foto: Feuerwehr Aachen/Marcus Göbel

40 mal pro Jahr rücken die Spezialretter aus

Nicht alle Berufsfeuerwehren verfügen über solch eine Sondereinheit. Neben Aachen gibt es auch in Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach Spezialisten, die dann zum Einsatz rollen, wenn absolute Schwindelfreiheit gefragt ist. Die Einsatzliste der Aachener Höhenretter ist durchweg beeindruckend: Sie waren dabei, als im Jahr 2017 in Köln 65 Personen aus den Gondeln hoch über dem Rhein befreit werden mussten. „Tausende Menschen beobachteten bei schönstem Wetter den Einsatz vom Ufer aus. Jedes Mal, wenn eine Person gerettet wurde, brandete Applaus auf“, erinnert sich Beek, der seit 2012 zur Aachener Spezialrettungsgruppe gehört.

1996 wurde sie als Sondereinheit der Berufsfeuerwehr ins Leben gerufen, umfasst derzeit insgesamt 26 Mitglieder und rekrutiert sich aus den unterschiedlichsten Schichten und Diensten der Berufsfeuerwehr Aachen.

Rund 40 Mal rückt der Trupp pro Jahr aus – bei verletzten Personen auf den großen Tagebaubaggern, bei in tiefe Schächte gestürzte Bauarbeitern, bei verunglückten Mountainbikern, die in steilen und nur schwer zugänglichen Hanglagen liegen. Im vergangenen Jahr war eine Wanderin bei Kornelimünster oberhalb des Indetals einen steilen Felshang hinabgestürzt und musste gerettet werden. Nach der Flutkatastrophe 2021 retteten Christian Beek und seine Kollegen eine Person aus einem stark einsturzgefährdeten Haus in Eschweiler. Alles ging gut – zum Glück. 

Und auch die Adipösen-Rettung gehört mittlerweile zur Einsatzroutine. Wenn schwer übergewichtige Menschen aus höher gelegenen Wohnungen bei medizinischen Notfällen nur noch durch das Fenster hinaustransportiert werden können, rückt die SRG an. Zehn Mal pro Jahr kommt die Einheit dann tatsächlich vor Ort zum Einsatz, wenn einfach nur noch ausgewiesene Kletterexpertise hilft.

Kommt es zu solchen Notfällen, ist perfekte Teamarbeit das A und O. Die bis zu 200 Meter langen Seile müssen sicher geschnürt und befestigt werden. Karabiner angelegt, Stütz- und Seilwinden-Konstruktionen errichtet werden. „Innerhalb eines Höhenretter-Trupps vertraut man sich blind. Während der eine das Seil sichert, steigt der andere in die Tiefe und legt in diesem Moment sein Leben in die Hand des Kollegen, um in Not geratenen Menschen helfen zu können“, erläutert Beek.

Intensives Trainingspensum

Dafür und damit alle Abläufe reibungslos funktionieren, müssen die Spezialretter ein intensives Trainingspensum absolvieren. 72 Stunden pro Jahr wird geübt – auf bis zu 150 Meter hohen Windrädern, auf Aachener Hochhäusern wie den Studierendentürmen und dem Drehturm Belvedere am Lousberg – oder eben an der imposanten Staumauer in der Eifel. Trotz des ernsten Trainingshintergrunds darf dennoch auch bei den Höhenrettern zwischendurch einmal der Blick in die Ferne schweifen. „Klar, das gehört dazu. Auch wir genießen kurz die Aussicht bei solch einer tollen Szenerie wie hier an der Urfttalsperre“, sagt Beek. Aber eben nur kurz, dann richtet sich der Fokus wieder auf die schweißtreibende Übungsarbeit

Rund sechs Stunden trainieren die neun Feuerwehrleute um Alexander Hoffmann und Vera Klein an diesem Tag. Mehrfach klettern sie die Mauer herab und herauf, installieren den mit mehreren Seilen gesicherten sogenannten „Zweibaum“ – ein kleines Gerüst, über das per Seilwinde später die Trage samt verletzter Person in die Höhe gezogen wird. „All unsere System sind redundant“, betont Beek. Anders ausgedrückt: Doppelt hält besser. Selbst wenn ein Sicherungssystem versagt, ein Seil reißen sollte, wäre stets noch ein zweites vorhanden.

Eine starke Truppe: Die retten euch, wenn ihr mal hoch hinaus geraten seid und alleine nicht mehr runterkommt. (v.l.) Johannes Ortmann, Alexander Hoffmann, Jörg Reinartz, Lukas Gronostaj, Vera Klein, Stefan Bock, Christian Beek, Marcus Göbel und Miguel Mendes. Foto: Stadt Aachen/Stefan Herrmann
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Was bleibt im Himmel und auf der Erde? Oben Wolken, unten Baustellen

Der Himmel über Forst

Es ändert sich gerade so vieles. Der beliebte Kurznachrichten-Kanal Twitter heißt auf einmal X, ein Retweet ist jetzt ein Repost und ein Tweet ist ein Post, während Raider jetzt Twix heißt. Tja.

Was bleibt einem da? Der Himmel über Aachen ist manchmal ein Traum, so schön, und wer den Blick auf den Boden lenkt sieht auch immer dasselbe: Baustellen.

Rechts und links, oben und unten, wo man geht und steht in Aachen: Baustellen. Foto: Nähe Alfonsstraße. Es kommt ja auch keine/r mehr pünktlich und einjeder weiß: „Der/die steckt bestimmt gerade wegen einer Baustelle fest, wir warten noch eine Weile.“

Baustelle Jülicher Straße

Die Arbeiten zur Sanierung der Jülicher Straße liegen im Zeitplan, teilt die Stadtverwaltung mit. In dieser Woche konnte der letzte Bauabschnitt begonnen werden. Die Verkehrsführung zwischen Hansemann- und Blücherplatz wurde erneut verändert. Es gibt eine Fahrspur in Richtung Innenstadt und eine in Richtung Blücherplatz. Sie verlaufen jeweils am rechten Fahrbahnrand. Dazwischen gibt es zurzeit eine große abgesperrte Asphaltfläche, in die in den nächsten Tagen die neue Busspur in Richtung Innenstadt eingebaut wird.

Die Busspur muss vier Wochen lang aushärten.

Die zurzeit gesperrten Fußgängerüberwege auf Höhe der Robens-/Ottostraße und auf Höhe der Elisabeth-Kirche (DigitalHub) am Blücherplatz sollen voraussichtlich zum Ende der kommenden Woche wieder freigegeben werden. www.aachen.de/juelicher-strasse

Brücke Turmstraße

Beim Neubau der Brücke Turmstraße gibt es eine Änderung gegenüber der bisherigen Terminplanung. Geplant ist weiterhin, dass Ende des Jahres die Brücke Turmstraße für Fußgänger*innen freigegeben werden kann. Allein der KFZ-Verkehr wird sich noch bis zum 1. Quartal 2024 gedulden müssen.

Dies ist vor allem der Verschiebung des Einbaus der Fertigteile geschuldet, die erst rund ein halbes Jahr später eingehoben werden konnten, als ursprünglich vorgesehen war. Bis zur voraussichtlichen Freigabe der Brücke Turmstraße Ende Dezember 2023 für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, werden die Gehwege mit dem über den Gleisanlagen notwendigen Berührungsschutz, Geländer und Beleuchtung, sowie die Nebenanlagen in den Anschlussbereichen fertiggestellt sein. 

Drei weitere Bauprojekte

Die Stadt Aachen hat am Montag (18. September) gleich drei Förderbescheide mit einer Gesamtsumme von knapp fünf Millionen Euro für den Städtebau erhalten. Damit gehört Aachen zur Spitzengruppe der geförderten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. 

Das Geld fließt vor allem in folgende drei Projekte:

Die Umgestaltung des Theaterplatzes mit dem ersten Bauabschnitt Theaterstraße bis Borngasse und weiteren Teilprojekten des Innenstadtkonzepts 2022 (ca. 4,1 Millionen Euro).

Die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements in der Beverau. Dort steht im und rund um das Gut Branderhof eine zukunftsfähige Quartiersentwicklung an, in der unter anderem Themen wie energetische Sanierungen im Gebiet unterstützt werden (ca. 490.000 Euro).

Die Umgestaltung der Haarener Ortsmitte unter anderem mit dem Platz am alten Kloster und an der Friedensstraße (ca. 358.000 Euro).

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Bibliothek ist Sonntag geöffnet

Ist am kommenden Sonntag geöffnet: die Stadtbibliothek

Das weiß auch noch nicht jede/r, und es wird auch kaum Werbung dafür gemacht: Die Stadtbibliothek Aachen in der Couvenstraße 15 ist am kommenden Sonntag, 1. Oktober, geöffnet.

Offener Sonntag in der Stadtbibliothek ist jeden ersten Sonntag im Monat, und zwar immer von 13 bis 17 Uhr.  

Das Erdgeschoss in der Zentralbibliothek öffnet zum Stöbern, Lesen und Zeit verbringen. Dort gibt es die Kinder- und Jugendbibliothek, Belletristik, Zeitungen und Zeitschriften sowie Sachbücher zu verschiedenen Themenbereichen. Die Besucher*innen können mit ihrem Bibliotheksausweis über die Selbstverbuchungsgeräte Medien entleihen oder zurückgeben. 

Leider noch wichtig: An den offenen Sonntagen steht in der Stadtbibliothek kein Personal zur Verfügung.

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350 radelten mit bei der 6. Aachener Radnacht

Ein Wochenende begleitet von wummernden Bässen, Fahrten auf bunt geschmückten Rädern und mit positivem Engagement liegt hinter uns. Das teilte Ben Jansen mit, der Vorsitzende des ADFC Aachen/Düren. Die 6. Aachener Radnacht habe „unter dem Banner der Radvolution“ gestanden, so Jansen. Auf einer Runde von 20 Kilometern ging es kreuz und quer durch ganz Aachen. Dem ein oder anderen wird die Radvolution am Samstag bestimmt begegnet sein.

350 Radfahrer*innen haben teilgenommen, was ein neuer Rekord ist. „Angetrieben vom auf Lastenräder geschnallten Sound des Soundkollektivs RiseUp-HiFi und begleitet von bunten, leuchtenden Rädern, wurden wichtige Forderungen für eine fahrradfreundliche Zukunft durch die Straßen getragen“, freut sich Aachens oberster Radler.

Das Ziel sei es, das Fahrrad als zentrales Fortbewegungsmittel in modernen und lebensfreundlichen Städten zu fördern. Man kann durchaus zusammenfassen: Das Interesse an einer zügig umgestalteten, fahrradfreundlichen Stadt ist nach wie vor groß. Junge und ältere Generationen waren dabei, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen.

Ein weiterer Termin ist bereits im Blick: Samstag, der 21. September 2024.

Wer sich für eine fahrradfreundliche Stadt engagieren will, ist herzlich eingeladen, sich unter der folgenden E-Mail-Adresse zu melden: mitmachen@adfc-ac.de. Der ADFC Aachen/Düren ist mit über 1.800 Mitgliedern der größte Lobbyverband für den Radverkehr in der StädteRegion Aachen und dem Kreis Düren. Er setzt sich politisch für die Interessen des Radverkehrs, für andere, nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen und für den ÖPNV ein. Mit der neuen Kampagne „Radvolution“ strebt er bundesweit Veränderungen im Straßenverkehrsrecht an und fördert eine Verkehrswende mit dem Fahrrad im Mittelpunkt. In Aachen unterstützt er aktiv die Ziele und die Umsetzung des Radentscheid.

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Extrem schwer: Vorlesung vor 300 Kindern

Das war mal wieder ein Erlebnis der Extraklasse: Die Kinderuni der RWTH. Rund 300 Kinder von 8 bis 12 Jahren fanden sich im größten Hörsaal der Aachener Hochschule ein und wurden über das Thema „Kinderrechte“ informiert. 

Ob Professor Dr. Jared Sonnicksen vom Institut für Politische Wissenschaften vor Beginn seiner Vorlesung wusste, wie ungeheuer schwer seine Aufgabe sein würde? Bestimmt nicht. Anfangs verlor er die Aufmerksamkeit seiner kleinen, naturgemäß sehr anspruchsvollen Zuhörer*innen. Später gelang es ihm, sie wieder zu finden, indem die Kids Fragen beantworten mussten und in einem gewaltigen Chor die Antworten jeweils in den Saal brüllten. Da hatten alle Spaß.

Wir wissen hier auch nicht, wie man Kindern ein politisches Thema nahebringt. Leicht ist es jedenfalls nicht. Eher sauschwer. 

Alle Kinder wurden von Erwachsenen ins C.A.R.L. gebracht. Für die gab es eine sehr interessante Vorlesung im Hörsaal direkt nebenan: Professor Dr. Katharina Gerards sprach ebenfalls über Kinderrechte und über ihre wissenschaftliche Arbeit dazu.

Sie hat unter anderem Kinder befragt, was sie alles selbst entscheiden dürfen und fand heraus: Je mehr Kinder selbst bestimmen dürfen (über Kleidung, Essen, Besuch von Freunden usw.), umso mehr Freunde haben sie und umso glücklicher bezeichnen sie sich selbst in ihrem Leben. 

Foto: Bei der Anmeldung gab es für jedes Kind einen „Studienausweis“, der zur Vorlesung mitgebracht und vor Ort abgestempelt wurde.

Als nächstes steht am Freitag, 20. Oktober, das Thema „Informatik“ auf dem Programm im C.A.R.L. Die Anmelde-Frist zu den beiden folgenden Vorlesungen der Kinderuni 2023 ist bereits abgelaufen. Zwei hier bekannte Nachwuchs-Wissenschafler*innen (11 und 10) freuen sich schon sehr. Informatik ist vermutlich ihr Lieblingsfach. Schonungslos kritisch stellte der Elfährige übrigens fest, dass er das Thema Kinderrechte bereits 2 mal im Unterricht durchgenommen hätte und dazu „hier nichts Neues“ erfahren hätte. Tja.

Zum Weiterlesen: Ein Interview mit Professor Dr. Jared Sonnicksen

Am Freitag, 8. Dezember, bei der Kinderuni: „Der neue Studiengang Hebammenwissenschaft“.

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Polizei versteigert Fahrräder

Die wenigsten Räder, die die Polizei versteigert, sehen so gut aus, wie die hier abgebildeten. Aber manchmal gibt es auch Schnäppchen. Foto: AachenNews Archiv

Am Freitag, 29. September, findet wieder eine Versteigerung von Zweirädern auf dem Gelände des Polizeipräsidiums an der Trierer Straße 501 statt. Beginn ist um 9 Uhr.

Die Zweiräder können ab 8.30 Uhr besichtigt werden. Der erste Hammer fällt dann um 9 Uhr. Gekauft wie gesehen und nur gegen Bares werden die Räder an die Käufer*innen ausgegeben. Der Versteigerungsort ist vor dem Lieferanteneingang, der sich an der Trierer Straße befindet (hinter der Schranke).

Bitte beachten: Es gibt keine Parkmöglichkeiten auf dem Gelände des Präsidiums. Ein gültiger Personalausweis oder Reisepass muss vorgelegt werden. Die Fahrzeuge müssen nach der Versteigerung umgehend vom Gelände des Präsidiums entfernt werden. 

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