In der Königstraße in Aachen am Kingzcorner: „Society is unity in diversity“steht da.Die Straße war lange Zeit eine einzige Baustelle. Jetzt ist – einschließlich des monumentalen Wandbilds – alles fertig. Am Rand des Mauerbildes sind Szenen zu sehen, die man sich näher betrachten sollte. Es lohnt sich.
Minderheiten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen – das gehört zum Wesen der Demokratie. Akzeptieren, dass es Unterschiede gibt und diese nicht unterdrücken. Menschen, die anders essen, anders sprechen, anders leben und lieben, eine andere Religion haben nicht geringschätzen. Das ist alles schwer, aber es geht und lohnt sich. Das Leben wird reicher, wenn man diversity zulässt.
Der Verein Kingz Corner, der in der Königstraße zu Hause ist, durfte dort die Farbeimer auspacken. Es zeichnen verantwortlich die Künstler: Lazy65, Philip Wallisfurth und Almer Ajdinovic. Lazy65 hat auch ein vielbeachtetes Bild auf den Lüftungsschacht am Bushof gemalt.
Noch bis zum 21. Juli fallen alle Züge – insbesondere die für Aachen wichtigen Regionalverkehrs-Linien RE 1 und RE 9 – wegen Bauarbeiten zwischen Aachen und Düren aus. Auf diesem Abschnitt verkehrt ein Schienenersatzverkehr.
Schön, wenn Züge fahren. Wenn sie im Bahnhof bleiben, müssen Busse sie ersetzen.
Der studentische Verein Uni.Urban.Mobil. e.V. kritisiert den Ersatzverkehr als eine Zumutung für die Fahrgäste. Der Verein teilt mit: „Es wird ein Zug durch jeweils einen Schnellbus zwischen Aachen und Düren und einen langsamen Bus mit allen Zwischenhalten ersetzt – wenn sie denn fahren. Diese Kapazitäten sind bei weitem nicht ausreichend.“ Die Busse seien oft überfüllt und könnten nicht alle Fahrgäste mitnehmen.
Deshalb müssten viele Fahrgäste mindestens 30 Minuten auf den nächsten Bus warten und hoffen mitgenommen zu werden. Als Beispiel wird der RE 1 erwähnt, der habe regulär 800 Sitzplätze, der Bus hingegen mit ca. 50 nur einen Bruchteil davon. Es sei, so teilt Uni.Urban.Mobil mit, aus Sicherheitsgründen dringend erforderlich, für alle Fahrgäste einen Sitzplatz bereitzustellen. Und weiter: „Sobald Personen stehen müssen, darf der Bus maximal 60 km/h fahren, was in der Realität nicht eingehalten wird.“
Auch der Zustand der eingesetzten Busse sei nicht mehr zeitgemäß – einige seien mehrere Jahrzehnte alt und hätten keine Klimaanlage. „Gerade bei den heißen Temperaturen ist die Fahrtzeit von über 40 Minuten im Stehen eine Zumutung“, sagt Felix Rácz von Uni.Urban.Mobil.
In den nächsten Jahren werde es viele Baustellen geben, weiß Isabel Schmidt. Sie sagt: „Auch in dieser Zeit müssen Fahrgäste zuverlässig und komfortabel an ihr Ziel kommen, ansonsten gelingt es nicht, Menschen vom Umstieg auf die Bahn zu überzeugen.“ Im Ausland werde vorgemacht, wie es sein sollte. In den Niederlanden, in Polen und Griechenland würden Reisebusse mit ausreichend Sitzplätzen eingesetzt.
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Bis zum 21. Juli empfiehlt Uni.Urban.Mobil die Verbindung über Rheydt (RB33 und RB 27, RE 4 und RE 8) – die dauert zwar länger, führt aber mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Ziel. Weiterhin stellen auch einige Fernbus-Verbindungen eine Alternative dar.
Nach Kanalsanierungen ist ein Teil der Pontstraße niveaugleich und hat eine neue Oberfläche bekommen.
Straßen werden Zug um Zug neu gestaltet, fast immer erst, nachdem im Untergrund die Leitungen und Kanäle erneuert wurden. Um 3 Straßen geht es heute in diesem Text.
Vorab: Autofahrer, die sich über die vielen Baustellen ärgern, mögen mal bedenken, wie es wäre, wenn wir mit kaputten Kanälen leben müssten. Trinkwasser nur wenige Stunden am Tag und in den Straßen stehen die Abwässer aus Toiletten und Waschmaschinen! – Wenn man sich schon aufregt, dann am besten faktenbasiert. Regt man sich auf, ohne die Fakten zu kennen, dann geht es einem schlecht und man wählt am Ende noch die AfD.
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Zunächst in die Pontstraße. Unten – auf Höhe der Sparkasse – wird noch gearbeitet, aber im oberen Bereich ist schon alles perfekt. Viel versiegelte Fläche gibt es und weit und breit keinen Baum. Aber das hat wohl seine Richtigkeit, bei der hohen Frequentierung sind große Ladezonen ein Muss. Derzeit ist wegen der Semesterferien wenig los in der Pontstraße, doch das wird sich ab Oktober schlagartig ändern. Bezüglich Gastronomie gibt es dort vor fast jedem Haus eine Terrasse.
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Nächste Straße: Krakaustraße, die die Mörgensstraße mit der Südstraße verbindet. Diese Straße soll einmal (nach Kanalbauarbeiten in 2024) Fahrradstraße und zugleich Premiumfußweg werden.
Die Krakaustraße (mit Blick in Richtung Mörgensstraße). Zur Orientierung: Hinten rechts (nicht im Bild) befindet sich die beliebte Gaststätte „Last Exit“ mit ihrer großen Terrasse.
In der Krakaustraße wünschen sich die Anwohner*innen alles, was eine Straße zur Lieblingsstraße macht: breite Bürgersteige, Bäume, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, Bänke, Sitzgruppen, Trinkwasserbrunnen, Fahrradbügel und weniger Parkplätze. Derzeit gibt es 50 Parkplätze, doch in der Nähe befinden sich die Parkhäuser Annastraße und Mariabrunnstraße.
Die Krakaustraße, hier mit Blickrichtung Südstraße. Der Boden ist ein Flickenteppich, Pkw stehen Stoßstange an Stoßstange.
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Der Aachener Stadtbetrieb lässt die Asphaltdecke der Eynattener Straße (ab Krugenofen) in 2 Bauabschnitten instand setzen. Dies betrifft zunächst von Montag, 17. Juli, bis Dienstag, 25. Juli, den Bereich zwischen Kamperstraße und der Eisenbahnbrücke. Von Mittwoch, 26. Juli, bis Freitag, 11. August, ist der Bereich zwischen Eisenbahnbrücke und Krugenofen dran. Achtung: Der jeweilige Baubereich wird komplett gesperrt.
Die Umleitungsstrecken führen – so teilt die Verwaltung mit – in beiden Fahrtrichtungen über Krugenofen, Burtscheider Straße, Reumontstraße, Südstraße, Habsburgerallee, Maria-Theresia-Allee, Weißhausstraße und Eupener Straße.
Für Anwohner*innen wichtig: Von Sonntag, 23. Juli, 15 Uhr, bis Dienstag, 25. Juli, 17 Uhr, kann im gesamten ersten Bauabschnitt, von Mittwoch, 9. August, 15 Uhr, bis Freitag, 11. August, 17 Uhr im zweiten Bauabschnitt kein KFZ-Verkehr zugelassen werden, weil die Fahrbahndecke angespritzt wird. Die angespritzte Fahrbahnfläche bloß nicht betreten, da die Gefahr besteht, dass Kleidung dauerhaft verschmutzt wird! Gleiches gilt für das Befahren mit Fahrzeugen.
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Zur Kritik an der Neuaufteilung des Straßenraums äußert sich Planungsdezernentin Frauke Burgdorff in einem Interview (insbesondere zur Fahrradmobilität) in der Lokalzeit-Aachen des WDR 3 am 10. Juli.
Ein Lebensmittel-Laden, der allen Drinnies sehr viel Freude bereitet, hat in Aachen in der Pontstraße 133 seine Türen geöffnet – und zwar 24 Stunden am Tag, 7 Tage lang. Immer geöffnet ist der Hipshop 24, weil er ohne Personal auskommt. Man kann dort alles aus Automaten rausziehen.
Blick in den Hipshop 24 in Aachen, Pontstraße.
Dinnies sind introvertierte Menschen, die sich am allerliebsten zu Hause aufhalten, wo sie außerdem nicht angerufen oder besucht werden möchten. Müssen sie aber – zwecks einkaufen – mal raus, so möchten sie am liebsten von niemand angesprochen werden und gehen auch auf niemanden zu um ihrerseits ein Gespräch anzufangen. Ob der Erfinder des Hipshop24 an die Drinnies dieser Welt gedacht hat, ist unbekannt. Doch passen würde es.
In dem Shop kommuniziert man mit Automaten. Man bestellt und bezahlt an 2 Terminals und nimmt die Ware aus den 15 vernetzten Automaten entgegen. Ein
Schwätzchen mit der Bäckerei-Fachverkäuferin? Smalltalk mit anderen Kunden und Kundinnen in der Warteschlange? Nichts davon muss man hier können.
Was gibt es für die kontaktscheuen Introvertierten zum Mitnehmen? Leider wenig Gesundes: Energiedrinks, Süßigkeiten, Bier, Kaffee, Donut und Sushi, Spagettieis und asiatische Suppen. Außerdem: E-Zigaretten. Der Laden scheint gut zu gehen, denn es werden weitere Räume für weitere Läden gesucht (s. rechts).
Zwei Drinnies, die jede Woche dienstags im Podcast (lustige) Geschichten aus ihrem komplizierten Leben als Introvertierte erzählen, sind Giulia Becker und Chris Sommer. Ihr Podcast gewann im Juni 2021 den Deutschen-Podcast-Preis für das beste Talk-Team. Sie haben nach eigenen Angaben wöchentlich knapp 200.000 Hörer*innen. hier klicken
Wenn alles gut geht, steht hier (rechts) im Jahr 2026 ein Fahrradparkhaus.
Great News! Aachen soll ein Fahrradparkhaus bekommen und zwar am Bahnhof Rothe Erde. Zwar müssen wir noch ein paar Jahre warten, bis das Parkhaus steht, aber das Geld ist schon mal zugesagt:1.856.250,00 Euro wird Berlin nach Aachen schicken. Da haben sich die beiden Aachener Abgeordneten Ye-One Rhie (SPD) und Lukas Brenner (Grüne) im Bundestag mal mächtig ins Zeug gelegt. Bravo. Danke!
Das machte gestern kurzfristig sprachlos: Unten Pkw-Parkplatz, oben ein sicherer Radparkplatz für 472 Drahtesel (mit Reparaturstation), und die Velocity-Station dort soll auch erhalten bleiben. Wer im Viertel hatte davon je zu träumen gewagt?
Derzeit werden rund um den Bahnhof Rothe Erde täglich (außer am Wochenende) jede Menge Räder abgestellt. Das sieht vorne und hinten ziemlich chaotisch aus. „Blanke Tristesse“ – wie wir in der Lokalzeitung lesen mussten – herrscht dort aber nie. Der Bahnhof Rothe Erde und das Ostviertel haben ein schlechtes Image, das bleibt im Kopf – besonders bei Menschen, die nicht richtig hingucken (können).
Auf der Suche nach dem, was die Zeitung „beschmiert, zugewachsen, vermüllt“ nennt! Gefunden wurde dergleichen von AachenNews gestern nicht. Aber wir gehen heute noch mal hin. Bestimmt ist diese kleine Internet-Postille so verpeilt, dass sie von allem nur die Hälfte mitbekommt. Oder? Pulks von Bahnfahrer*innen ergießen sich täglich aus dem Bahnhof Rothe Erde auf die beiden Vorplätze. Der Vennbahnweg führt dort ebenfalls vorbei. Für Räder gibt es einen Unterstand mit Glasdach, doch diebstahlsicher abgestellt sind die Räder nicht.
Ein Fahrradparkhaus in einer Tiefgarage werde außerdem am Hauptbahnhof zur Verfügung stehen, so wurde öfter von Politik und Verwaltung mitgeteilt. Aber es gab Bauverzögerungen wegen Insolvenz. Im neuen Blue-Gate-Komplex soll diese Garage – nach eine Wartezeit von 8 Jahren – im kommenden Jahr doch noch in Betrieb gehen. (mehr zum Blue Gate: hier klicken)
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Mal was ganz anderes für die, die heute viel Zeit haben: Bei „Ulis Nachschlag“ könnt ihr was über Aachens optische Täuschungen lesen. Außerdem fragt sich der Kollege, ob er tatsächlich die „Radarfalle der Zukunft“ vor die Handy-Linse bekommen hat. Viel Spaß.
Der Verkehrsdienst der Aachener Polizei hat vorgestern (6. Juli) Geschwindigkeitskontrollen auf dem Soerser Weg durchgeführt.
Innerhalb von 5 Stunden haben die Beamten dort die Geschwindigkeit von insgesamt mehr als 1400 Fahrzeugen gemessen, bei 600 von ihnen wurde eine Überschreitung festgestellt. 174 Fahrer*innen haben die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h sogar um mindestens 16 km/h überschritten, sodass gegen sie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet wurde. Die restlichen Fahrer*innen mussten ein Verwarngeld bezahlen.
Trauriger Spitzenreiter war ein Fahrzeug, das an der Kontrollstelle mit 89 km/h, also mit fast 40 km/h zu schnell gemessen wurde.
Die Polizei stellt fest: So viele Geschwindigkeitsverstöße wurden bisher noch nie durch den Verkehrsdienst der Polizei Aachen bei einer einzelnen Kontrollstelle in so kurzer Zeit registriert. Daher appelliert die Polizei: Durch überhöhte Geschwindigkeiten entstehen schnell gefährliche Situationen. Es kommt zu Unfällen.
„Schützen Sie sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Fahren Sie mit angemessener Geschwindigkeit und lassen Sie sich nicht ablenken.“ (kg)
Sagenhaft schön, steht aber seit 13 Jahren leer: das Suermondt-Palais an der Theaterstraße.
Was wird aus dem Bankhaus Suermondt an der Theaterstraße? Derzeit geht dort fast nie jemand rein oder raus. Schon seit über 10 Jahren. Kürzlich soll es die Aachener Stadtmarken GmbH gekauft haben, und die will es jetzt wiederbeleben, wie hier zu erfahren ist.
Das Bankhaus mit der kunstvollen, alten Fassade wurde – laut Wikipedia – 1900 von dem Aachener Architekten Eduard Linse (der auch das heutige Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße, baute) errichtet. Es ist ein monumentales, neobarockes Gebäude. Jahrelang hieß es, dort würden Wohnungen entstehen, jetzt sollen es elegante Büros sein. Dort gibt es Räume mit bis zu 4 Meter hohen Decken.
Wann mit dem Umbau, in den auch der hintere Teil in Borngasse und Wirichsbongardstraße einbezogen werden soll, begonnen wird, ist nicht bekannt. Alles in allem soll es sich um eine Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern handeln. Das Grundstück selbst ist laut Immobilienmanager.de circa 2.700 Quadratmeter groß.
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Lässt sich der Schwund der Geschäfte und der Niedergang der Adalbertstraße noch aufhalten? Oder ist der Zug längst abgefahren und man muss sich umstellen? Lassen sich die Ladenlokale und teils mehrstöckigen Verkaufshallen zu Wohnungen umbauen?
Eingekauft wird immer. Immer mehr sogar, besonders Textilien. Nur nicht in Geschäften und Kaufhäusern, sondern im Internet. Wer das ignoriert und zu alten Zeiten zurück will, reitet ein totes Pferd. Kann man machen, wäre aber doof. Die neuesten Abgänge in der Adalbertstraße sind: in Hausnummer 29 bis 31 das Damenmodenhaus Gerry Weber und das Schuhhaus Görtz. Ob es für die Ende des Jahres leerstehenden Hallen schon Nachmieter gibt, ist nicht bekannt.
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Im November 2023 müssen Eltern entscheiden, an welche Grundschule sie ihre Kinder im Schuljahr 2024/2025 anmelden möchten: Soll die zukünftige Schule in der Nähe des Wohnorts oder lieber in der Nähe der Arbeit liegen? Zwischen dem 2. und 15. November 2023 müssen alle Kinder, die zum 1. August 2024 schulpflichtig sind, an einer Grundschule in Aachen angemeldet werden.
Wichtig: Die Anmeldung bedeutet noch nicht automatisch, dass ein Kind auch wirklich aufgenommen ist. Darüber entscheidet die Schulleitung nach Abschluss des Anmeldeverfahrens. Kann die Schule aus Kapazitätsgründen nicht alle angemeldeten Kinder aufnehmen, findet ein Auswahlverfahren nach gesetzlichen Vorgaben statt. Infos dazu unter www.aachen.de/schulen, rechte Spalte. Wir schauen wieder erwartungsvoll auf Aachens beliebteste Grundschule, die Montessori Grundschule in der Mataréstraße. Jedes Jahr müssen dort mit Abstand die meisten Kinder abgewiesen werden.
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Was hat es eigentlich mit dieser Anlage auf sich? Das Gelände zwischen Rothe Erde und Brand (direkt am Vennbahnweg) ist neu gestaltet worden.Wozu, fragt sich mancher.
Via Twitter drauf aufmerksam geworden: Die neue Skaterbahn am Vennbahnweg wird fein. Der 1. Aachener Skateboard Club e.V. (1.ASC) erwartet offenbar jede Menge Radfahrer*innen auf seiner Anlage, denn Abstellplätze für Räder sind zu Hauf vorhanden. Dazu Pkw-Parkplätze und eine Art Unterkunft mit Behindertentoilette.
Das Gelände liegt ziemlich weit außerhalb vom Frankenberger Viertel, wo sich einmal die erste Skaterbahn des 1.ASC befand. Es ist quasi in 2 Teile geteilt und hat 2 Eingänge: einen am Vennbahnweg und einen am oberen Eisenbahnweg. Die Stadt Aachen hat die Anlage soweit hergerichtet, dass jetzt der Club mit dem Bau der neuen Bahn beginnen kann.
Das wird bestimmt riesig. Am Vennbahnweg stören die Skaten*innen niemand, und man wird sogar nachts bei Flutlicht und lauter Musik . . . skaten können. Ein Blick nach Münster lohnt sich.
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Morgen, Samstag, 8. Juli, endet die Eingabefrist für den Bebauungsplan, der den Stadtpark/ das Knappschaftsgebäude/ die Monheimsallee betrifft. Die Problematik wird hier hier angedeutet.
Die „Initiative Bürgerrat für Aachen“ kommt ihrem Ziel langsam immer näher. Foto: AachenNews Archiv
Es ist nicht leicht, sich für die Einrichtung eines Bürgerrates zu erwärmen. Dieses im Rahmen einer Verlosung ausgewählte Gremium soll in Aachen mal Politik machen, d.h. es soll die Arbeit der Ratspolitiker*innen begleiten und befeuern. Das Thema (vorerst nur ein einziges) sollte aus der Mitte der Bürgerschaft kommen. Dazu gab es viel Werbung und schließlich Einsendungen, aber es ist hier bis heute nicht klar, wie man folgendes (langweile) Dauerthema bevorzugen konnte. Noch nicht einmal, WER genau das Thema ausgewählt hat, ist bekannt. Angeblich haben alles die Mitglieder des Bürgerforums mit Mehrheit beschlossen.
Das Thema lautet: „Wie kann Aachens Innenstadt wieder ein attraktives Einkaufsziel werden?“ (Anmerkung: Zu diesem Thema ist in Aachen längst alles gesagt)
War schon die Auswahl des Themas nur in Grenzen durchschaubar, so kommen einem noch mehr Zweifel, weil auf einmal NICHT-gewählte Personen Einfluss auf die Politik nehmen können und sollen. Personen, die (von einem Computer) zufällig ausgesucht wurden. Hallo? Ist das noch die Demokratie, die uns alle paar Jahre an die Wahlurnen treibt und es möglich macht, dass wir selbst bestimmen, wer uns regiert?
Wie man hört, funktioniert die Sache in Ostbelgienhervorragend. Das soll hier nicht verschwiegen werden. (s. auch hier)
Unterdessen hat die Stadtverwaltung – entsprechend dem Auftrag aus der Politik – 3.500 Schreiben an ausgeloste Aachener*innen versandt, „die im Rahmen des Bürger*innenrats 2023 über das erwähnte Thema beraten können“. Wer also von den 3.500 mitdiskutieren möchte, füllt einfach den beigefügten Rückmeldebogen aus und sendet ihn per Mail oder Freiumschlag zurück.
Ein sog. Bürger*innensekretariat lost sodann aus den eingegangenen Rückmeldungen 56 Mitglieder aus. „Bei der Losung werden Alter, Bildung und Sozialräume berücksichtigt“, so wird versprochen. Die gelosten Personen bilden den Bürgerrat, auch Bürger*innenrat genannt, der stellvertretend und repräsentativ für die Zusammensetzung der Aachener Bevölkerung steht. Sie werden eingeladen, an mehreren Wochenenden im Herbst 2023 über das Thema zu diskutieren.
Weiter wird mitgeteilt: Gemeinsam und unterstützt von Expert*innen werden Empfehlungen erarbeitet und ein Bürger*innengutachten verfasst, das der Politik zur Entscheidung vorgelegt wird. Die Mitglieder des Bürger*innenrates werden jedes Jahr neu bestimmt. Neben der Möglichkeit, die eigene Stadt mitzugestalten, eigene Ideen und Perspektiven einzubringen und mit anderen zu diskutieren, erhalten die Teilnehmenden auch eine Aufwandsentschädigung.
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Die örtliche Presse hat das Projekt gut begleitet: Zeitungsleser*innen wurden umfassend und teils euphorisch informiert. Zum Beispiel schon früh hier.
. . . dann bist du fein raus und hast Obst zur Hand, das 10 mal besser schmeckt als das Zeug vom Discounter. Saftiger und fruchtiger, süßer und praller im Mund. Mit den Kirschen wurden die Gartenfreunde in diesem Jahr nur zurückhaltend beglückt. Die Ernte war erschreckend klein. Aber all die anderen Beeren, Äpfel und Birnen und das ganze Gemüse – da kann man sich freuen und die Nachbarschaft gleich mitversorgen. Guten Appetit.
Ein Fahrzeug, das bisher immer im Winterdienst eingesetzt wurde, ist nach Umbau auch noch für die Bäume da. Foto: Stadt Aachen/Andreas Steindl
Kleine Lastwagen wurden in Aachen mit einem Gießarm und einem 5.100-Liter-Wasserfass umgerüstet, sodass die Leute von der Baumunterhaltung Aachens Straßenbäume mit Wasser versorgen können. „Bereits seit März versorgt das Team des Aachener Stadtbetriebs bei Hitze im Schnitt täglich bis zu 300 Straßenbäume“, teilt die Stadtverwaltung mit. Zwischen 150 und 200 Liter werden an den Baum gegossen – abhängig vom Alter des Baumes alle zehn bis zwölf Tage.
Die Anforderungen an die Baumunterhaltung haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Stadtbäume können mit der Trockenheit noch viel schwerer umgehen, als die Bäume im Wald. Der Grund: In den Städten haben die Bäume oft weniger Platz für ihre Wurzeln. Im Boden können sie Wasser schlechter aufnehmen. Gleichzeitig bekommen sie viel Sonne ab, da sie häufig isoliert an den Straßen stehen.
Stadt verliert zu viele Bäume
Heiko Thomas, Dezernent für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude in Aachen, sagt: „Wir verlieren in Aachen jährlich mehr Bäume als wir pflanzen. Wir müssen uns deshalb um die Bestandsbäume kümmern und gleichzeitig mehr Bäume pflanzen.“
Fünf Gießsysteme mit unterschiedlichen Fassungsvermögen (1000 Liter, 5100 Liter und 8000 Liter Wasser) setzt der Stadtbetrieb ggf. täglich ein, um die Bäume in den unterschiedlichen Umgebungen wie Parks, Schulen und Straßenzügen zu erreichen. 2024 werden zwei weitere Systeme mit 3500 Liter und 11000 Liter Fassungsvermögen angeschafft. Um die Vorbereitungen der Baumstandorte, Pflanzungen und Pflege dauerhaft übernehmen zu können, wird das Team aktuell erweitert: Der Aachener Stadtbetrieb stellt allein in diesem Bereich 8 neue Leute ein.
Große Blutbuche gefällt
Am „Gut Lehmkülchen“ mussten kurzfristig drei Bäume entfernt werden. Zum einen musste eine große Blutbuche gefällt werden, die im gesamten Wurzelbereich vom Riesenporling befallen war. „Dieser holzzerstörende Pilz greift vornehmlich die statisch relevanten Wurzeln an, wodurch die Standsicherheit des Baumes nicht mehr länger gegeben ist“, so wurde mitgeteilt. Zusätzlich werde der Baum dabei in seiner Vitalität geschwächt, er bilde dann Totholz im Starkastbereich aus, was beim Abbruch zu einem erheblichen Sach- oder Personenschaden führen kann.
Zum anderen sind zwei kleinere Bergahorne entfernt worden, deren Vitalität ebenfalls abgängig war, wodurch sich die Gefahr von Astausbrüchen erhöht. Der Bereich Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs hat für den kommenden Herbst neue Baumpflanzungen in diesem Bereich vorgesehen.
Zwei Linden sind jetzt weg
Ein Unwetter hat im Juni zu zwei größeren Schäden an Bäumen im Stadtgebiet geführt. Auf dem Münsterplatz stürzte eine Linde um und beschädigte dabei einen Nachbarbaum erheblich. Beide Linden mussten entnommen werden. „Die Baumfelder werden zeitnah neu bepflanzt“, so wurde von der Stadtverwaltung versprochen. Auf dem Vennbahnweg stürzte im Bereich Eilendorf ein Baum um, auch einige abgebrochene Äste wurden beseitigt.
Hier (zwischen der Bäckerei Nobis und der Buchhandlung Schmetz, auf dem Münsterplatz) fehlen neuerdings 2 Bäume. Eines Tages wird es in der Innenstadt von Aachen gar keine Bäume mehr geben. So schnell wie die Bäume fallen, können sie unmöglich alle nachgepflanzt werden.
Im Apollo Kino, Pontstraße, ist zur Zeit der Film „Silent Friend“ zu sehen. Hier mehr dazu: https://apollo-aachen.de/programmuebersicht/ Zentral geht es um die Wertschätzung und die Unterwertschätzung von pflanzlichem Leben, in dem Fall um einen Gingko-Baum über drei Zeitepochen hinweg. Ein bißchen Märchen, ein bißchen Wissenschaft, insgesamt auch anrührend.
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In a world full of trends, choose something timeless: EU values
Weihnachtsbäume
Die Weihnachtsbaumsammlung in der Innenstadt erfolgt über eine grundstücksnahe Sammlung. Die Termine für euer Grundstück erfahrt ihr im abfallnavi der Stadt Aachen und im Abfallkalender. Die Sammlung wird an dem mit einem Weihnachtsbaum-Symbol gekennzeichneten Termin am jeweiligen Entsorgungstag durchgeführt. Ist dein Entsorgungstag z. B. ein Mittwoch, wird auch nur an dem Mittwoch mit dem Tannenbaum-Symbol dein Weihnachtsbaum abgeholt.
Falls dein Weihnachtsbaum nicht den Teppich vollnadeln soll: Der Stadtbetrieb sammelt die Reste jetzt ein (aber nur ohne Lametta).
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wo auch immer ihr seid: Es lohnt sich, informiert zu sein. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Unsere Adresse: mail@AachenNews.org
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Diagnose von KI
Technologieversprechen für das Gesundheitswesen werden in Hamburg kritisiert auf dem 39C3 : KI-Systeme sollen Personalmangel beheben, doch Pläne wie die des Charité-Chefs, ein Drittel der Mitarbeitenden durch KI zu ersetzen, seien unrealistisch. Der Referent warnt u. a. vor der Ausblendung sozialer Ungleichheiten – während Tech-Milliardäre von Longevity träumen, sterben Menschen an behandelbaren Krankheiten wie HIV.
Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
Mängelmelder
Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.