
Wird bald abgerissen: eins von 432 Bus-Wartehäuschen in Aachen, hier Judengasse. Kaputt sind die 432 Unterstände eigentlich nicht, weg müssen sie trotzdem. Und nicht nur die.
Die Busunterstände der Firma Decaux in Aachen werden in diesen Tagen mitsamt ihren Fundamenten abgebaut. Die Arbeiten laufen bereits, die alten Unterstände werden durch neue ersetzt. Das muss geschehen, obwohl die alten Unterstände nahezu aussehen wie die neuen und die alten auch – soweit ich sehen kann – gar nicht defekt sind. Die Firma Decaux hat schließlich die Wartehäuschen fast 30 Jahre lang sorgfältig gepflegt, bisweilen repariert, stets in Schuss gehalten und mit Werbung versehen.
Doch die Stadtverwaltung will nicht mehr mit Decaux zusammenarbeiten. Eine niederländische Firma zahlt pro Jahr 130.000 Euro
an die Stadt, wenn sie ihre eigenen Unterstände aufstellen und mit Werbung füllen darf. Decaux kann/will da nicht mithalten. Und da hat man natürlich den Vertrag mit den Franzosen nicht verlängert und macht lieber mit den Niederländern weiter.
Das alles geschieht nach Recht und Gesetz, mutet aber hirnrissig an. 432 Busunterstände werden rausgerissen, ein paar mehr, nämlich 460 will der neue Betreiber aufstellen. Wer eines der neuen Häuschen besichtigen will: An der Monheimsallee soll schon eins stehen.
Die Austausch-Aktion ist bereits in vollem Gange und betrifft auch Aachens 153

WC-Häuschen in der Nähe vom Elisenbrunnen. Auch das gehört der Firma Decaux.
Werbetafeln und 6 WC-Häuschen. Schon jetzt ist die Beleuchtung der Wartehäuschen abgeschaltet, bald werden die Glasscheiben und die Sitzbänke entfernt, dann kommen die Dächer weg und die Tiefbauarbeiten beginnen.
Alles wird angeblich in Windeseile geschehen, so dass man als Kunde der ASEAG kaum was mitbekommt und sich plötzlich in einem leicht veränderten Wartehäuschen vorfindet. Zum Aufbau eines neuen Häuschens werden nur drei Stunden benötigt. Und wie man hört, können 90 Haltestellen pro Woche ab und 50 aufgebaut werden. Den Adler (Stadtwappen) wird es dann allerdings auf den neuen Teilen nicht mehr

Ganz schön öde: Teile der Aachener Stadtmöblierung sehen derzeit nicht gerade attraktiv aus. Die Beleuchtung ist überall ausgeschaltet. Doch das wird sich bald ändern.
geben. Na ja, besonders schön war der sowieso nicht (s. Foto ganz oben).
Fünf Bautrupps sind an fünf verschiedenen Orten im Einsatz. Der Busverkehr der ASEAG läuft normal weiter, so wurde versprochen. Und: Der Abbau soll insgesamt fünf Wochen, der Aufbau acht Wochen dauern. Ende März soll alles tipptopp mit Reklame versehen sein – wenn nicht eiskaltes Wetter dazwischenkommt . . .

Wenn man mal drauf achtet, merkt man es: Viel Zeug von der Firma Decaux steht in der Stadt rum. Auch die Litfaßsäulen gehören dazu.
Weitere Infos auf: www.aachen.de/haltestellen
Ihr findet unter dem Link insbesondere eine Tabelle, wann in welcher Straße das Bushäuschen abgebaut und an welchem Tag das neue Teil aufgebaut wird.
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