
Huch, wer sitzt denn da direkt neben der Barockfabrik am Löhergraben hinter einer Hecke? Und gestikuliert unbeholfen und sticht gleichzeitig mit einem Stift in die Luft? Wurde jetzt außer der Schängchen-Gruppe auf dem Holzgraben noch ein weiteres Schängche aufgestellt?
Ohje: AachenNews hat die Aufstellung eines Denkmals verpasst. Es soll sich um den expressionistischen, deutschen Schriftsteller Walter Hasenclever (1890 – 1940) handeln. Er wurde von den Mordkommandos der Gestapo gehetzt und nahm sich 1940 in Aix-en-Provence das Leben.
In Bronze ist er das Werk vom Puppenbrunnen-Künstler Bonifatius Stirnberg aus Aachen und sieht jetzt aus wie das Öcher Schängche, dessen lustige Streiche ja tatsächlich nebenan in der Barockfabrk aufgeführt werden.

Jetzt freuen wir uns schon auf das Konterfei von Ludwig Mies van der Rohe, jenes weltberühmten Aachener Architekten. Und vielleicht wird auch noch der gute Ewald Mataré in Bronze aufgestellt. In der Innenstadt ist noch viel Platz.
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https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/aachen/neue-koepfe-und-neue-themen-bei-der-walter-hasenclever-gesellschaft/8083852.html
Die Walter-Hasenclever-Gesellschaft hat scheinbar nichts gelernt, aus der Vergabe des sogenannten Denkmals in (Kitsch-)Gold (siehe Wikipedia) an der Bleifabrik zu ‚Ehren‘ des Verfolgten des Nazi-Regimes, namentlich Walter Hasenclever. Er, der sich aus Verzweiflung 1940 in Les Milles das Leben nahm, hat einen jüdischen Hintergrund, nachzulesen auf der Wikipedia-Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Hasenclever . Jetzt wird auch der Aachener Dirigent und Komponist Leo Blech (1871-1958): https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Blech um sein ‚Judentum‘ gebracht. Und das im Jahr der Karlspreisverleihung mit dem ‚Thema‘ Jüdische Gemeinschaft sowie nach dem ‚markanten’ Datum 07.10.2023. Das ist jetzt das dritte Mal (mit dem gleichen verantwortlichen Redakteur) und mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft (von dem ein beschämendes Foto an der Bleiberger Fabrik im ‚Umgang mit dem Denkmal’ existiert, was durch die sozialen Medien in Aachen ging). Irgendwann wird die Hasenclever-Gesellschaft sowie das Medienhaus Aachen hier Farbe bekennen müssen.
Schlimm genug, zumal das Theater Aachen gerade dabei ist, seine Nazi-Vergangenheit aufzubereiten und dabei Leo Blech aufgrund seiner Verfemung wieder geehrt werden soll. >Der gebürtige Aachener Leo Blech, Spross einer jüdischen Fabrikantenfamilie (sic!) begann seine höchst glanzvolle Laufbahn in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts als Kapellmeister des Aachener Sinfonieorchesters…<<, AZ 06.04.2012, Redakteur Matthias Hinrichs.
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Sehr geehrter Anonymus,
abgesehen davon, dass ich das Hasenclever-Denkmal, wie schon in einem anderen Kommentar von mir deutlich wird, abgrundtief misslungen finde, verstehe ich nicht, worauf deine Zeilen hinauswollen: Geht es darum, dass nicht genügend deutlich geworden ist, dass sowohl Hasenclever als auch Blech aus jüdischen Familien stammen? Wenn dieser Hinweis am Denkmal selbst fehlen sollte, was ich noch nicht überprüft habe, so würde ich daraus kein Drama machen: Die Hasenclever-Gesellschaft wollte sicherlich eher den Schriftsteller und den Aachener würdigen und nicht zu sehr das Opfer, das er natürlich auch ist. Deine Hinweise auf das „beschämende Foto“ und die Wannsee-Konferenz kann ich ebenfalls nicht so recht einordnen.
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Auf Wikipedia wurde vor kurzem folgender Passus hinzugefügt:“In Aachen erinnert eine Gedenktafel an das Geburtshaus von Walter Hasenclever, am Fabrikgebäude Löhergraben 22, heute das Kulturzentrum Barockfabrik.
In einem Garten direkt nebenan wurde 2023 ein Denkmal eingeweiht, das Hasenclever sitzend an einem Tisch zeigt.“
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Diese Art der Darstellung eines großen Aachener Geistes jüdischer Abstammung ist an Unwürdigkeit nicht zu überbieten . Ein großer expressionistischer deutscher Schriftsteller , nach dem auch noch ein Literaturpreis alle 2 Jahre vergeben wird , wird geradezu durch Pseudokunst entehrt .
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WALTER HASENCLEVER: mehr oder weniger als ein Nachwort zu verstehen, oder besser als Recherche. Die Fragestellung lautet also:
Was ist zu lernen aus dem Film-Dokument „Die Wannseekonferenz“, in Bezug auf den Aachener Schriftsteller Walter Hasenclever. Der Film basiert auf dem sogenannten „Besprechungsprotokoll“; er befindet sich derzeit noch in der ZDF-Mediathek, welcher bis 13.11.23 noch verfügbar ist.
Ein Blick auf die Wikipedia-Seite von Schriftsteller Hasenclever:
https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Hasenclever
„ Er war ein Enkel … des Tuchfabrikanten Kommerzienrat Alfred Reiss, der jüdischer Abstammung war.“ Im Sinne der Nazi-Ideologie war Walter Hasenclever also „Vierteljude“. – „Am 27. September 1938 macht das Reichsministerium im deutschen Reichsanzeiger die „Ausbürgerung des Juden Walter Hasenclever“ bekannt“. Ist die zweite Quellenangabe, welche ihn jetzt deutlicher als „Juden“ bezeichnet.
Hier jetzt ein wenig konkreter die einzelnen Ausführungen im Rahmen der „Wannseekonferenz“, als Bezüge zu besagter Quellenlage bei Wikipedia.
Ab timeline 1:11:37: „In meinen Augen ist auch der Vierteljude ein Jude“ Aussage von Otto Hofmann (SS-Gruppenführer, Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes der SS), sitzt rechts neben Reinhard Heydrich,
Ab timeline 1:11:59: längere Ausführung der ‚Definition des Vierteljuden’ zwischen Dr. Gerhard Klopfer, Ministerialdirektor in der Parteikanzlei der NSDAP, Leiter der Staatsrechtlichen Abteilung III, „zuständig für Rasse und Volkstumsfragen“ (gespielt von Fabian Busch) und besagtem Otto Hofmann (Markus Schleinzer).
Ab timeline 1:17:01: „Halbjude, Vierteljude, wenn mir seine Nase nicht passt, ist mir das Jude genug.“ Schauspieler Maximilian Brückner in der Rolle des Dr. Eberhard Schöngarth, (SS-Oberführer, Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement).
Die Schlussfragen in Bezug auf Hasenclever lauten also: was lehrt das „Besprechungsprotokoll“, auf dem das Filmdokument basiert; was lehrt die Quellenlage bei Wikipedia; was lehrt das Abhören dieser timelines nun in Bezug auf den Aachener Schriftsteller? Was ist da gleich von der ersten Minute an in der Planung zu dem Vorhaben am Samstag, den 08. Juli 2023 an der Barockfabrik falsch gelaufen? Wie ist das Verhalten des Aachener Medienhauses zu bewerten, welcher zweimal in seiner Berichterstattung dem „Vierteljuden/Juden“ Hasenclever als solchen keine Beachtung schenkte?
https://www.3sat.de/film/fernsehfilm/wannseekonferenz-holocaust-publikumspreis-100.html
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Bloß nicht noch mehr dieser rührselig- naiven Pseudo-Kunst! Aachen sollte mehr Mut zu Sperrigem haben.
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Endlich mal jemand, der die Primitivität der ganzen Aktion begriffen hat! Herzlichsten Dank dafür.
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