Reichlich Platz mal wieder für den Kfz-Verkehr

In der Turmstraße soll nach der Fertigstellung der Radverkehr zu seinem Recht kommen. Das fordern die Vertreter*innen von ADFC, UUM, und VCD. Fotos: Ben Jansen, ADFC Aachen/Düren

Langsam wird auch die Turmstraße, insbesondere die Turmstrassen-Brücke fertig. Jetzt muss sich die Politik – zwecks Aufteilung des Straßenraums – mit diesem Stück Aachen befassen. Da kommt was auf uns zu.

Erwartungsgemäß melden sich bei dem Thema ADFC Aachen/Düren, Uni.Urban.Mobil. und VCD Aachen-Düren zu Wort und schicken eine Stellungnahme. Resümee: Es wird dazu aufgerufen, bei zukünftigen Planungen mutiger zu sein und dem Radverkehr den Stellenwert einzuräumen, den er auch verdient.

Der Radentscheid mit seinen sieben Zielen wurde 2019 von einer überwältigenden Mehrheit politisch beschlossen und zugleich von über 37.000 Aachener*innen unterschrieben. Die neue Aachener Facebook-Gruppe, die eine althergebrachte Verkehrspolitik wünscht, hat in 6 Wochen nicht mehr als 1361 Sympathisanten auftreiben können. Sie kann quasi den Radentscheid-Freunden (noch) nicht das Wasser reichen. Insofern: Strengt euch mal etwas an, sonst wird das nichts mit „Aachen, wie es früher war“.

Zunächst aber wird im Rathaus diskutiert: Öffentlich am morgigen Mittwoch, 9. August, um 17 Uhr. Ende 2024 will man schließlich wieder eine rundum komplette Straße haben.

Die Verbände teilen mit, dass die vorliegenden Pläne „bereits eine signifikante Verbesserung zum Status vor dem Brückenabriss“ darstellen. Ben Jansen vom ADFC Aachen/Düren, sagt allerdings, die aktuellen Planungen für Turmstraße und Junkerstraße „schöpfen die Potenziale für einen sicheren Radverkehr nicht aus“. In der Planung werde auf eine reine Markierungslösung gesetzt, die die Anpassung des Verkehrsraums begrenzt.

„Wir sehen in diesem Straßenraum ein viel größeres Potential für den Radverkehr“, so Sebastian Lukas von Uni.Urban.Mobil. Er erinnert daran, dass die Nähe zur RWTH und zum Westbahnhof diese Straße bereits jetzt zu einem Hotspot für Radverkehr mache. Der werde in den kommenden Jahren durch immer mehr Radverkehr und den Campus West noch steigen. 

Das Urteil der Rad-Fachleute lautet: „Die aktuellen Planungen greifen zu kurz.“

Die Drei plädieren dafür, die Anforderungen des Radentscheids stärker in den Vordergrund zu rücken. Man dürfe die Chance nicht verpassen, jetzt schon eine durchgängige Radachse zu schaffen, die gleichzeitig auch den Zielen des Radentscheids entspricht.

Überbreite Kfz-Fahrstreifen könne man in der Form nur akzeptieren, wenn ein Radfahrstreifen eine angemessene Breite und einen baulichen Schutz hat. Ansonsten könnten die Überholabstände zu den Rädern bei zwei nebeneinander fahrenden Kfz nicht eingehalten werden, betont Emanuel von Heel vom ADFC Aachen/Düren.

Und auch der ÖPNV sollte –  wenn man wirklich möchte, dass die Busse schneller voran kommen – eine stärkere Berücksichtigung erhalten. Dies, obwohl die Busse in diesem Planungsbereich nur auf dem vergleichsweise kurzen Stück zwischen Pontwall und Claßenstraße fahren.

Ein langfristiger Umbau wird in der Verwaltungsvorlage in Aussicht gestellt. Es sei aber unklar, wann dieser geschehen wird. Die Verkehrsverbände fordern eine gute Zwischenlösung, damit der Fokus auf den Umbau weiterer Straßenräume gelegt werden kann.

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