Panzerglas hält, Karlspreis ehrt, Studis kämpfen und die System-Gastronomie steht vor neuen Herausforderungen

Zurück aus einem Kurzurlaub lohnt sich der Gang in die Innenstadt: Preisnachlässe in fast jedem Laden. Zuvor sauteure, superedle Winterware (Textilien) kosten plötzlich nur noch die Hälfte. Gut, beim neuen Rolex-Super-Juwelier in der Krämerstraße nicht.

Stattdessen sehen wir: Rolex-Uhren sind der Hit, sie wurden sogar nachts begehrt. Mehrere maskierte, schwarz gekleidete Personen sollen es gewesen sein, die allerdings an einer Panzerglassscheibe scheiterten. Die Scheibe wurde provisorisch ersetzt.

Rolex-Uhren sind extrem begehrt. Manch einer will sogar nachts unbedingt eine haben. Klappt aber natürlich nicht.

Wir stehen da und staunen – über die Uhrmacherkunst und die Preise, z. B. 46.800 Euro für ein Chronometer, das einem wahrscheinlich noch tief unten im Marianengraben (tiefste Stelle der Erde) anzeigt, was die Stunde geschlagen hat. Der Eigentümer dieser Herrenuhr wird bewundert, es sei ihm gegönnt.

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Unterdessen hat das Karlspreisdirektorium unter seinem neuen Vorsitzenden Armin Laschet (MdB) den Namen des Karlspreisträgers 2026 bekanntgegeben: Mario Draghi, ehemals Präsident der Europäischen Zentralbank und italienischer Ministerpräsident a. D.

Er ist als „Retter des Euro“ in die Geschichte eingegangen. Ausführliche Begründung hier. Der Preisträger darf – wie schon die Preisträgerin von 2025 – genau eine Million Euro ausgeben für eine Organisation (oder mehrere), die er persönlich für besonders wohltätig und unterstützenswert hält. Die Spendensumme geht ausdrücklich nicht an den Preisträger persönlich.

Eine Million Euro – damit kann man schon gut was fördern. Das Geld stiftet übrigens ein Unternehmer-Ehepaar aus Aachen (DSA Schäfer-Schulz Stiftung). Selbst wer die Verleihung für eine Show-Veranstaltung hält, mit der sich eigentlich nur Aachen ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit drängeln will, muss zugeben, dass eine Finanzspritze von einer Million Euro an Bedürftige eine großartige Sache ist. Das Stifter-Ehepaar hätte sich davon auch Uhren und Diamantschmuck . . .

Die Verleihung des Karlspreises findet wie immer statt am Himmelfahrtstag, 14. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Mehr Infos hier.

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In finanziellen Nöten ist die Evangelische Kirche im Rheinland. Wegen vieler Austritte und anderer Gründe sinken die Einnahmen, das Geld wird knapp und knapper. „Bis 2030 soll ein Betrag von mindestens 33 Millionen Euro eingespart werden“, schreibt die örtliche Tageszeitung, eingespart auch in Aachen, wo zwei Einrichtungen betroffen sind.

Im blauen Haus am Templergraben (T 39) wohnen seit den 50er Jahren wechselnde Generationen von Studierenden. Kommt jetzt das Aus für dieses Wohnprojekt?

Die Evangelische Kirche möchte sich von all ihren Studentenwohnheimen im Rheinland trennen. In Aachen geht es dabei um das Wohnprojekt auf dem Templergraben (23 Plätze) und die Einrichtung in der Nizzaallee (50 Plätze). Gegen eine eventuelle Schließung der Wohnheime formiert sich Widerstand.

Jüngst besuchte eine Gruppe von Studierenden aus dem blauen Haus (T39) die Kommunalpolitiker*innen von Volt in deren Sitzung und schilderte ihre Probleme und Befürchtungen. Es wurde eine Online-Petition verfasst, der WDR hat in seiner Lokalzeit gut über den Casus informieret: Hier ab 10:40 schauen.

Die Studierenden berichten, dass die EKG lediglich der Träger des Wohnheims sei, das Haus aber bereits in den 50er Jahren von Studenten gekauft worden sei. Gleichwohl wolle die Kirche es jetzt verkaufen. Dabei entstünden der EKG seit Jahren keinerlei Kosten, weil die Bewohner*innen ganz selbstorganisiert alle Arbeiten in Eigenregie ausführen. Am kommenden Freitag bei der Sitzung der Landessynode könnte es eine Entscheidung geben.

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Angeblich „visionäre“ Gastronomen geben sich in Aachen die Klinke in die Hand. Und kaum hat man die System-Gastronomie mal getestet und (aus Gründen) nicht weiterempfohlen, macht sie auch schon wieder zu. Zuletzt so erlebt beim „Burgerheart“ gegenüber vom Stadttheater (Kapuzinergraben). Im Sommer 2022 eröffnet, im September 2024 war der Laden insolvent. Jetzt versucht ein Neuer dort sein Glück.

Die Sprache von Donald Trump setzt sich durch. „Coming soon“ steht da und dass man Personal sucht.

Vielleicht schafft es ja das Unternehmen „Basecoffee“ mit seinem Brunch-Restaurant in der 600 Quadratmeter großen Lokalität. Der reduzierte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent könnte helfen. Geboten wird dort bis 19 Uhr Brunch, im standardisierten Konzept, zentral gesteuert. Es ist das Gegenteil von Individualgastronomie, die in Aachen beliebt ist (Öcher Puttes). Es gibt z. B. San Francisco Club Tost, tja. Im März soll nach Umbau Eröffnung sein.

Probleme wegen Mangel an Essen hat unsere Gesellschaft kein bisschen, eher ist das Gegenteil der Fall: Schlimme gesundheitliche Probleme gibt es, weil wir zu viele Lebensmittel haben, zu viel essen. Übergewicht haben schon Kinder und mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland. Abnehmspritzen sind der Hit, die Werbung für Abnehm-Medikamente verstopft uns die Mailboxen.


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