Die Westeifel stinkt, aber sie brennt nicht

Bei Monschau. Das ist kein richtiger Nebel, das ist ganz, ganz feiner Staub. Die Gegend liegt unter einer Rauchglocke.

Hier riechst du, im geschlossenen Auto, Lüftung ausgeschaltet, massiv den Geruch von verbranntem Holz bzw. Torf. So ein seltsamer, süßlicher Geruch. Es ist eben sehr viel Torf aus dem Venn verbrannt, die Perle der Eifel (Monschau) stinkt zum Gotterbarmen.

Prognose: Der Regen wird das Zeug aus der Luft waschen, der Wind wird alles davontragen. So ein Vennbrand ist eine höchst umweltschädliche Angelegenheit, in mehrfacher Hinsicht. Ein Torfmoor ist ein gigantischer CO2-Speicher. wenn der sich entleert, dann gilt: Die Emissionen sind unvorstellbar.

Jetzt – zum Glück – hat die Feuerwehr die Sache im Griff. Nicht zuletzt, weil der Wind gestern aus der „richtigen“ Richtung kam, nicht so heftig und nicht von Westen. Im Industrieland Deutschland sind wir darauf angewiesen, aus welcher Richtung der Wind zufällig kommt, damit unser Wohnungen und Häuser nicht verbrennen.

UPDATE: Übrigens schön, wie teilnahmevoll sich die Politiker*innen der StädteRegion Aachen äußern. Nicht? Gar nicht? Oh. Die betroffenen Dörfer Höfen, Kalterherberg, Rohren, Imgebroich, Konzen, die Stadt Monschau, Mützenich usw. – sind alle Teil der StädteRegion Aachen. Sie könnten sagen: „Wir fühlen mit euch, teilen eure Sorgen, es wird alles nur Mögliche getan, euch wird geholfen.“ Nicht? Na gut, dann nicht.

Eine Stelle bei Monschau, die Dreistegen genannt wird. Dort muss man an einer Ampel warten, deshalb konnte das Foto aus dem Auto raus gemacht werden. Wegen des Gestanks nach verbranntem Torf macht man die Fenster lieber nicht auf.
Zwischen Höfen und Kalterherberg. Die ganze Luft hängt voll mit Emissionen. Emissionen, die dich an Leib und Leben schädigen.

Der Gestank fängt (zumindest heute) in Konzen an, wird in Imgenbroich stärker und ab Kreuzung Flora geht es dann richtig los. Eifeler*innen, der/die zufällig ein paar Tage woanders verbringen können, werden sich freuen. Schon in Aachen ist „das Klima“ besser.

Vorerst brennt das Venn (auf belgischer Seite) unterirdisch und wird das noch viele Tage und Wochen lang tun. Es gibt Feuer in diesem Hochmoor, die überstehen unterirdisch einen ganzen Winter.

Nicht vergessen: Naturkatastrophen – von Menschen gemacht – machen vor Grenzen nicht halt. Sie schädigen unsere Lebensqualität und ganz besonders die von Menschen, die demnächst erst eingeschult werden. Diesen Kleinen machen wir schon heute das Leben unerträglich. Und von den jetzt regierenden Politiker*innen ist keine Hilfe zu erwarten. Nicht mal ein Tempolimit – und ähnliche sehr leicht zu realisierende Umweltschutzmaßnahmen – gönnt man uns und der Natur.

Der Eifeldom in Kalterherberg. Mit großem Aufwand konnten er und die Dörfer in der StädteRegion Aachen, die zum Teil für ihre Schönheit und Einzigartigkeit schon Auszeichnungen erhielten, vor dem Brand geschützt werden.

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