Samstag ging es wieder zum Tivoli (Alemannia Aachen/Viktoria Köln), und zwar auf dem Fahrrad: Über Monheimsallee und Bastei ging es die Krefelder Straße runter und wir erreichten das Stadion. Unfallfrei, wie ungefähr 20.000 andere – zu Fuß, im Auto oder Bus und auf dem Fahrrad. Dabei ist es zwischen Knoten „Bastei“ und Soerser Weg sehr gefährlich.
Es soll in stadtauswärtiger Fahrtrichtung ein sicheres Angebot für den Radverkehr geschaffen werden. Zur Zeit ist kein Radweg vorhanden.
Erst jüngst wurde mit Politiker*innen im zuständigen Gremium ausführlich der Umbau der Straßenstücke hinter der Bastei (Rolandstraße und Krefelder Straße) diskutiert. Die Regionetz wird dort Kanäle verlegen. . . und danach wird der Straßenraum neu aufgeteilt. Das scheint erforderlich, denn von der Monheimsallee oder der Innenstadt aus kommend haben es hinter der Bastei zumindest Radfahrer*innen und Fußgänger*innen schwer.
Die Verwaltung hat der Politik jüngst zwei Vorschläge gemacht, wie die Situation ab 2027 einmal aussehen könnte. Hier einsehbar. Beide Vorschläge kamen nicht gerade gut an, besonders der dargestellte Wegfall einer Fahrspur für Kraftfahrzeuge fand wenig Zustimmung. Möglicherweise bastelt die Verwaltung derzeit schon an einer dritten Variante.
Schade wäre es, wenn die kleine Grünfläche (Rolandstraße) verschwinden müsste.
Als Naturliebhaber*in hofft man, dass tatsächlich – wie zugesagt – dieser grüne Flecken erhalten bleibt. Die Dreiecksfläche (hier von der anderen Blickrichtung aus aufgenommen) soll im Rahmen der Überplanung des Straßenraums nicht berührt werden.
Die Verwaltung schreibt: Bei der letzten Zählung am 13. Mai 2025 seien im Zeitraum zwischen 7 und 19 Uhr etwa 800 Radfahrende auf der Fahrbahn und etwa 300 Radfahrende über die Furt Monheimsallee erfasst worden. In stadtauswärtiger Fahrtrichtung sei kein Radweg vorhanden. Der Radverkehr fahre also gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr im Mischverkehr.
Wird die zu kurze Bushaltestelle verlängert, so müssen Parkplätze geopfert werden.
Im Planungsgebiet gibt es die Bushaltestelle „Bastei“ in stadtauswärtiger Fahrtrichtung. Die Haltestelle wird im Wesentlichen durch die Linie 54 (Halbstundentakt) und einzelne Fahrten der Linie 30 bedient. Die Haltestellenkante ist nur circa 8,50 m lang und damit für Gelenkbusse nicht mit allen Türen anfahrbar. Es ist kein Fahrgastunterstand vorhanden und aufgrund der geringen Einsteigerzahlen von täglich 20 bis 25 Fahrgästen auch künftig nicht vorgesehen.
Bevor der Umbau in Angriff genommen wird, wird es noch eine Bürgerbeteiligung geben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden, da wo es möglich und sinnvoll ist, in der Planung aufgegriffen. Anschließend wird eine Entscheidung über die Umgestaltung der Rolandstraße/Krefelderstraße in den politischen Gremien getroffen.
„Mit großer Erleichterung bestätigt der Karlspreis die Nachricht zur Freilassung der Karlspreisträgerin 2022, Maria Kalesnikava, unter Berufung auf ihre Schwester Tatsiana Khomich.“ Das teilte gestern der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung mit. Weiter heißt es in der Meldung,
der Karlspreis bedanke sich bei allen, die sich seit Jahren stetig für die Freilassung eingesetzt haben, darunter eine Vielzahl vormaliger Karlspreisträger*innen, sowie zivilgesellschaftliche Akteure und Menschenrechtsorganisationen. Dieser historische Moment gebe Hoffnung und unterstreiche, dass die Stimme der Zivilgesellschaft, europäische Solidarität und direkte und kluge Diplomatie Veränderung möglich machen.
Armin Laschet als neuer Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums und Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons zeigten sich hocherfreut. Ziemons meinte: „Eine schönere Überraschung hätte ich mir nicht wünschen können, und es wäre mir eine besondere Freude, die Karlspreisträgerin von 2022 im kommenden Mai endlich persönlich in Aachen begrüßen zu dürfen.“ Es sei gut möglich, dass der gemeinsame Druck und die Appelle der Karlspreisträgerinnen und -träger, des Direktoriums und der Stadt Aachen mit dazu beigetragen haben, dass die Freilassung von Maria Kalesnikava auf diplomatischer Ebene erreicht werden konnte.
Maria Kalesnikava stellte sich als Musikerin und Aktivistin mutig dem autoritären Regime von Alexander Lukaschenko entgegen und kämpfte unbeirrt für freie Wahlen, Menschenrechte und demokratische Werte – trotz Drohungen, Entführungen und jahrelanger Inhaftierung. 2021 wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt. Angesichts der zuletzt deutlich verschlechterten gesundheitlichen Situation ist ihre Freilassung zum jetzigen Zeitpunkt von besonderer Bedeutung.
Berichten zufolge sollen aktuell auf Vermittlung der USA mindestens 123 politische Gefangene freikommen.
Während sich andere Parteien für die Wahlen 2026 in den Ländern Rheinland-Pfalz, Baden-Würtemberg, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sortieren, ist für die SPD in Aachen die Kommunalwahl noch nicht ganz abgeräumt: Im Eisenbahnweg blickt uns seit September der SPD-Oberbürgermeister-Kandidat unentwegt freundlich entgegen.
Lächelt freundlich und gibt nicht auf: OB-Kandidat Michael Servos.
Dabei ist seit 13 Wochen alles entschieden, jedenfalls für Michael Servos. Wer sagt es den Sozialdemokraten? Der neue OB heißt Ziemons, und der ist von der CDU. Ziemons hat zwar noch nicht mitgeteilt, wie er im Rat die nötige Mehrheit für sein Programm zusammenbekommen will, aber jetzt ist erst mal Weihnachten, dann Karneval und im Sommer ist Fußball-Weltmeisterschaft, da denkt sowieso kein Mensch an Politik.
Vielleicht schwärmt ja mal ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus und beendet den 2025er Kommunalwahlkampf der SPD endgültig.
Ab voraussichtlich Anfang Januar 2026 wird die Regionnetz in der Weberstraße, zwischen Wichernstraße und Barbarossaplatz, das Fernwärmenetz ausbauen. Das teilt das Unternehmen mit. Im Zuge dieser Arbeiten werde der Netzbetreiber auch die Versorgungsleitung für Strom erneuern und die entsprechenden Hausanschlüsse auswechseln.
Nach derzeitigem Planungsstand dauere diese Baumaßnahme rund sechs Monate.
Gearbeitet werde in Abschnitten, beginnend ab Einmündung Wichernstraße. „Die Wichernstraße bleibt aus Richtung Boxgraben befahrbar“ wird in der Mitteilung versprochen. Gültige Sicherheitsnormen „geben eine Vollsperrung des unmittelbaren Arbeitsbereichs vor“. Es könne von beiden Seiten bis an das Baufeld herangefahren werden.
Die Weberstraße in Aachen. Foto: AachenNews Archiv
Die Regionetz bittet um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten. Mit den von ihr beauftragten Unternehmen bemüht sie sich, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Der Museumsdienst des städtischen Kulturbetriebs bietet in den Ferien ein kostenfreies Programm für Familien an. Das Suermondt-Ludwig-Museum, das Couven Museum, das Ludwig Forum, das Zollmuseum und das Centre Charlemagne sind in diesem Jahr wieder mit dabei.
Zwischen den Jahren könne man die Museen als Orte erleben, in denen Familien willkommen sind. „Es gibt Führungen und die Kombination aus Ausstellungsrundgängen mit kreativen Workshops in den Kunstwerkstätten der Häuser“, freut sich Irit Tirtey, Geschäftsführerin des Kulturbetriebs Aachen.
Aus insgesamt neun Angeboten können Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel, Tanten, Onkel, Nichten und Neffen ihr Wunschthema wählen. „Wir freuen uns darauf, den Familien Kunstwerke aus verschiedenen Epochen in den Museen zu zeigen und sind gespannt auf ihre Eindrücke und Fragen“, sagt Pia vom Dorp, Leiterin des städtischen Museumsdienstes.
Abenteuer Archäologie Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Centre Charlemagne, Katschhof 1, 52062 Aachen, Sa 27.12.2025, 11 – 13 Uhr.
Aachen ist eine alte Stadt und immer wieder findet die Stadtarchäologie bei ihren Grabungen neue Puzzlestücke der Vergangenheit. Welche Werkzeuge werden dazu benutzt? Wie wird festgestellt, ob der Fund wirklich alt ist? Und wem gehören die Fundstücke eigentlich? In der Museumswerkstatt kann dazu vieles selbst ausprobiert werden.
Mode-Design früher und heute Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen, So 28.12.2025, 11 – 13 Uhr.
Kleidung und Mode waren auch früher schon wichtige Themen. Im Museum erkunden wir die Mode der Renaissance – die Damen trugen Hauben, bodenlange prächtige Kleider aus kostbaren Stoffen mit kunstvoll gestalteten Ärmeln und Verzierungen aus Spitze, Perlen und Edelsteinen. Männerkleider waren kürzer, oft aus Samt oder Brokat gefertigt und mit aufwendigen Stickereien oder Zierknöpfen geschmückt. In der Kunstwerkstatt werden eigene Kleider-Entwürfe aus Stoffen, Spitzen, Bändern, Garnen auf DIN-A4-Pappen gestaltet. Wer möchte, kann auch eine „Anziehpuppe“ aus Pappe anfertigen.
LGBT … Lila, Gelb, Blau, Türkis…
Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter im Ludwig Forum für Internationale Kunst, Jülicher Straße 97-109, 52070 Aachen, Di 30.12., 11 – 13 Uhr.
Foto: Ludwig Forum, Eingang.
Regenbögen spielen eine faszinierende und vielseitige Rolle in unserer Welt. So bunt wie seine Farben, so vielfältig sind auch seine Bedeutungen. Wenn du einen Regenbogen siehst, kannst du selbst entscheiden, was er für dich bedeutet. Du wirst staunen, wie unterschiedlich und bunt der Regenbogen ist, genau wie wir Menschen. Auch die Künstlerin Rochelle Feinstein arbeitet seit einigen Zeiten besonders in den Farben des Regenbogens. Sie verwendet hierfür ganz viele unterschiedliche Techniken, sodass die Farben immer wieder neu und anders erscheinen.
Familienführung „Geschichten von Grenze und Zoll“ für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Horbacher Straße 497 52072 Aachen-Horbach, Di 30. Dezember 2025, 11.00 – 12.30 Uhr.
Das Zollmuseum Aachen erinnert an die europäische Grenzgeschichte und ihre Zölle. Spannende Geschichten aus den 1950er Jahren erzählen von abenteuerlichen Verfolgungsjagden von Zöllnern und Schmugglern. Zu sehen sind auch geschmuggelte und beschlagnahmte Souvenirs wie z.B. ein ausgestopfter Bär, Elfenbeine, Krokotaschen, Schlangenhaut sowie Zeugnisse der Markenpiraterie, aber auch Uniformen, ein Zimmer mit Originalmöbeln und ein Miniaturmodell des Zollübergangs Aachen-Lichtenbusch.
Familienführung in der Ausstellung „Auf die Spitze getrieben. Kostüme aus dem Theater Aachen“ Führung für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Couven Museum, Hühnermarkt 17, 52062 Aachen, Di, 30.12.2025, 15 – 16 Uhr.
Die Ausstellung öffnet den Vorhang für die den Theaterbesucher*innen üblicherweise verborgene Welt der Kostüme und gewährt einen faszinierenden Einblick in die Kostümkunst des Theaters Aachen.
Freestyler Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Jülicher Straße 97-109, 52070 Aachen, Fr, 02.01.2026, 14 – 16 Uhr.
Foto: Ludwig Forum, Dach.
Bohren, sägen, stecken und verbinden. In einem Materialfundus aus verschiedenen Holzteilen und anderen Naturmaterialen findest du allerlei Ideen für einen einfachen Figurenbau. Mit verschiedenen Konstruktionen und intuitiven Kombinationen entstehen Körper, die sich bewegen lassen. Frei und mit viel Fantasie findet jede Figur ihren eigenen Style.
Familienführung „Zeitreise im Couven Museum“ für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Couven Museum, Hühnermarkt 17, 52062 Aachen, Sa 03.01.2026 / 15 – 16 Uhr / Couven Museum.
Wie lebten reiche Aachener Familien im 18. und 19. Jahrhundert? Im Couven Museum lässt sich dazu vieles entdecken: einen Festsaal, ein Musikzimmer, eine geheimnisvolle astronomische Uhr, kostbare Gläser, Fußwärmer, Taschenuhrhalter und Flohfalle. Statt WhatsApp-Nachrichten wurden Briefe geschrieben, Puppen gab es nur für Mädchen und Steckenpferde für Jungen. Und warum ist eine Apotheke im Haus, in der Schokolade als Medizin verkauft wurde?
Der Wind und der Teufel Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Centre Charlemagne, Katschhof 1, 52062 Aachen, So 04.01.2026, 11 – 13 Uhr.
Habt Ihr Euch auch schon mal gefragt, warum es am Dom oft so windig ist? Eine Aachener Sage erzählt was der Teufel sich ausgedacht hat, um mit dem Wind gemeinsam die Aachener zu ärgern. Zu dieser Geschichte könnt Ihr in der Museumswerkstatt ein eigenes Kunstwerk gestalten.
Abenteuer Wunderkammer Workshop für Familien mit Kindern ab Grundschulalter, Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen, Di, 06.01.2026, 11-13 Uhr.
Foto: Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße
Schon immer sammelten Menschen Dinge, die wertvoll waren, die ihnen gefielen, die sie neugierig machten, die besonders und selten waren. Im Suermondt-Ludwig-Museum gibt es eine solche Schatz- und Wunderkammer! Wir betrachten vor allem die Dinge, die für die Orientierung zu Wasser und Land gebraucht wurden wie z.B. reich verzierte Kompasse, Globus, Sonnenuhr und verschiedene Messinstrumente. Wie wurden die genutzt? Und wie orientieren wir uns heute? In der Kunstwerkstatt werden Schatzkarten gestaltet, die wir mit Kaffeesatz altern lassen. Welcher Schatz soll versteckt werden?
Kirsten Haacke, Unternehmenskommunikation STAWAG, Pia vom Dorp, Leitung Museumsdienst (Mitte), Carmen Roebers, Kuratorin Couven Museum präsentieren die kostenfreien Familienangebote. Foto: Stadt Aachen/Andreas Schmitter
Das Stadtarchiv schickte dieser Tage wieder die „Archivale des Monats“ mit einem Text, der hier sehr gern veröffentlicht wird. Diesmal geht es um die Eröffnung eines Kaufhauses in der Aachener Großkölnstraße. Im Text heißt es dazu: „In der Geschichte des Kaufhauses spiegelt sich die Bedeutung jüdischer Unternehmer in der Aachener Wirtschaftsgeschichte, aber auch die Gewalt des NS-Regimes und seiner antisemitischen Maßnahmen.“
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Im Februar 1908 veröffentlichte das Aachener Warenhaus „Gebrüder Kaufmann“ eine aufwändige Werbegrafik im Zeitungsformat. Sie zeigt die Großkölnstraße – allerdings in idealisierter Form als breite Einkaufsmeile mit zahlreichen kleinen Läden. Am rechten Blattrand ist das Warenhaus „Gebrüder Kaufmann“ zu sehen: Ein reich verzierter Jugendstilbau mit Schaufenstern auf allen Stockwerken. Quer über der Fahrbahn steht der Schriftzug: „Das Jahr 1908 eröffnet der Firma Gebr. Kaufmann Aachen ihren neuen Wirkungskreis“.
Alles für mehr Aufmerksamkeit
Auch das übrige Stadtbild ist idealisiert: Die Großkölnstraße läuft – ganz anders als in der Realität – geradlinig auf die Rathausfassade mit ihren beiden wuchtigen Türmen zu. Die Türme des Doms, der Kirche Sankt Foillan und des Verwaltungsgebäudes am Katschhof hingegen sind aus Gründen der Bildkomposition weggelassen. Aus demselben Grund wurde ein in Wirklichkeit nicht vorhandener Turm hinter die turmlose Nikolauskirche an der Großkölnstraße gesetzt.
So entsteht das Bild einer winterlichen Altstadt mit drei romantischen Türmen vor einer schneebedeckten Landschaft. Am Nachthimmel prangen mehrere Kometen, der größte mit dem Namen „Gebr. Kaufmann“. Die Ikonografie erinnert an das christliche Motiv des Sterns von Betlehem, der die Geburt von Jesus anzeigte.
Quelle: Stadtarchiv Aachen, SLG 116-5010
Das weihnachtliche Motiv wurde jedoch nicht zum Weihnachtsgeschäft veröffentlicht. Vielmehr wurde das Blatt im Februar 1908 mehreren Tageszeitungen beigelegt und kündigte die Neueröffnung des Kaufhauses an der Großkölnstraße 59-63 an. Die irritierende Verwendung der weihnachtlichen Symbolik außerhalb der Adventszeit wurde offensichtlich bewusst genutzt, um Aufmerksamkeit zu generieren. Die Verwendung großformatiger und detailreicher Werbegrafiken gehörte zu den Markenzeichen der Firma.
Ein „modernes Spezialhaus“
Das Aachener Unternehmen war am 14. Mai 1907 von Hermann Kaufmann (Berlin) und Alfred Kaufmann (Mönchengladbach) gegründet worden. Das Gebäude in der Großkölnstraße hatte bis 1906 als Warenhaus des Warenhausunternehmens Leonhard Tietz mit Sitz in Köln gedient, das 1906 einen spektakulären Neubau am Markt bezog und damit über das größte Warenhaus der Stadt verfügte.
Nach einem Umbau eröffneten am alten Tietz-Standort am 18. März 1908 die Gebrüder Kaufmann.
Das Kaufhaus war als „modernes Spezialhaus“ mit zahlreichen Abteilungen für Damen-, Herren- und Kinderkleidung und andere Textilwaren konzipiert. Ein auf der Rückseite der abgebildeten Grafik gedruckter Werbetext hebt die hohe Qualität, Vielfalt und Modernität des Sortiments hervor und beschreibt eine kundenorientierte Unternehmensphilosophie. Das Gebäude selbst verfügte über einen Lichthof mit gewölbtem Glasdach, seitlichen Galerien und Freitreppen.
Nach mehreren Eigentümerwechseln ging das Kaufhaus 1913 im Konzern des Hamburger Unternehmers Max Emden auf, der mit dem „Hammonia“ bereits das zweitgrößte Warenhaus Aachens besaß. Im Januar 1927 übernahm die Leonhard Tietz AG die Aachener Niederlassungen des Emden-Konzerns und verlegte das „Geka“, wie „Gebr. Kaufmann“ inzwischen allgemein genannt wurde, in das wesentlich größere „Hammonia“-Gebäude an der Adalbertstraße 20-28, wo es bis zum Zweiten Weltkrieg bestand.
Die Gewalt des NS-Regimes
In der Geschichte des „Geka“ spiegelt sich die Bedeutung jüdischer Unternehmer in der Aachener Wirtschaftsgeschichte, aber auch die Gewalt des NS-Regimes und seiner antisemitischen Maßnahmen. Als Teil der Leonhard Tietz AG wurde auch die Gebr. Kaufmann GmbH „arisiert“.
Im Gegensatz zum Mutterkonzern, der seit 1933 „Kaufhof“ hieß, behielt sie zunächst noch ihren Namen. 1941 erfolgte dann eine Umbenennung, die das etablierte Kürzel „Geka“ beibehielt, jedoch die Namen der beiden Gründer entfernte. Das Unternehmen firmierte nun als „Geka Das Kaufhaus für Mode und Heim GmbH“ und bestand formal bis 1967/68.
Nach Kriegsende nutzte der Kaufhof-Konzern das Kürzel Geka zeitweise für einen Teil seines Angebots, doch wurde das Haus selbst nicht mehr wiedereröffnet. An die Stelle des Gebäudes in der Adalbertstraße trat 1955 der heutige Kaufhof-Neubau.
Wenig bekannt ist in Aachen die Kirche St. Bonifatius in Unterforst (Mataréstraße 12). Dort wird es am Montag, 15. Dezember, ab 19 Uhr ein kleines Adventskonzert geben, und wer vielleicht auf weihnachtliche Musik nicht so steht, der hat dann immerhin die Gelegenheit, die Kirche (die fast immer verschlossen ist) zu besichtigen.
Im Inneren der Kirche St. Bonifatius in Aachen. Foto: AachenNews Archiv
St. Bonifatius kommt als ein sogenannter „Vierter Ort“ infrage. Dabei muss man wissen, dass das Zuhause als Erster Ort gewertet wird. Wo man arbeitet, das ist der Zweite Ort. Und Dritte Orte, das sind soziale Treffpunkte wie Cafés und ähnliche Räume. Neuerdings gelten insbesondere stillgelegte Kirchengebäude als Vierte Orte (als Gemeinschaftszentren), die man einer kreativem Umnutzung unterzogen hat, natürlich mit Rücksichtnahme auf den Denkmalschutz.
So ein Vierter Ort könnte die Kirche St. Bonifatius einmal werden, aber das ist bisher nur eine Idee. St. Bonifatius ist das Werk des berühmten Architekten Rudolf Schwarz. Typische Merkmale seiner „Handschrift“ sind z.B. die rechteckigen Aufteilungen der Flächen. Eine Dokumentation der einzigartigen Kirchenfenster von St. Bonifatius findet man auf den Internetseiten der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts.
Immerhin kommt es jetzt zu einem kleinen Konzert. Am 15. 12. treten auf: Choriander Waldorfschule Aachen, ein Gospelchor und der Ukrainische Frauenchor § 24. (Die Zahl bezieht sich vermutlich auf zwei Themen: die Aufenthaltserlaubnis nach § 24 für ukrainische Geflüchtete in Deutschland und den Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24. August 1991).
Foto: Der Eingang der Kirche
Jüngst ergab sich für den Lenkungsausschuss Forst die Möglichkeit, 10.000 Euro auszugeben für einen Film/Dokumentation über die Arbeit der Menschen in Unterforst und insbesondere über die denkmalgeschützte Kirche St. Bonifatius. Der ISEK-Lenkungsausschuss hatte sein Budget für 2025 noch nicht ausgeschöpft, hatte allerdings aktuell keine unmittelbare Verwendung für das Geld. Man entschied sich, die letzten 10.000 Euro für die Dokumentation – mit der man sich auch in Düsseldorf für Zuschüsse für Forst hätte bewerben können – nicht auszugeben. Das Geld verfällt und wandert zurück in die Stadtkasse.
Nicht so ganz schlau findet das AachenNews und hofft, dass doch noch ein Film zustande kommt. Im 1,2 Milliarden Euro schweren Haushalt der Stadt Aachen wird die Summe von 10.000 Euro verschwinden – auf Nimmerwiedersehen wie ein Tropfen in einem Ozean. Noch dazu könnte die Überlegung aufkommen, dass man einer Lenkungsgruppe, die ihr Budget gar nicht aufbraucht, 2026 weniger Geld aus der Stadtkasse zur Verfügung stellt.
Foto: Die Fenster der Glasmalerin Maria Katzgrau im düsteren Winterlicht. Sie sehen bei Sonnenschein noch viel eindrucksvoller aus.
Dr. Jürgen Linden, der beim Karlspreis den Vorsitz des Direktoriums seit 2010 innehatte und seit 1989 Mitglied des Gremiums ist, gibt seine Funktion auf eigenen Wunsch ab. Als Nachfolger übernimmt Armin Laschet, MdB und Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen a.D., die Leitung des Direktoriums.
Laschet war Mitglied des Direktoriums von 1999 bis 2020 und ist es seit 2022 wieder. Die Wahl erfolgte am Nachmittag des 5. Dezembers bei der Sitzung des Direktoriums in Aachen.
Jürgen Linden sorgte damals bezüglich Karlspreis – als die Verleihung bürgerfern, abgehoben und zur Sache einer Gruppe konservativer, alter Männer geworden war – für viele Neuerungen und frischen Wind.
Zur Erinnerung: Der Karlspreis, der 1950 erstmals vergeben wurde, ist der älteste und bekannteste Preis, mit dem Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben.
Foto: Karlsmedaille
Linden habe den Internationalen Karlspreis „maßgeblich geprägt und sich unermüdlich für die europäischen Werte und die Förderung des Völkerverständigungsgedankens eingesetzt“, heißt es in der Pressemitteilung ganz richtig.
Als Oberbürgermeister der Stadt Aachen (1989 bis 2009) und seit 2010 als Vorsitzender des Direktoriums habe er die Arbeit der Karlspreisgesellschaft entscheidend vorangetrieben. Er habe den Preis mit großen Verleihungen an Václav Havel (1991), Bill Clinton (2000), Papst Johannes Paul II. (2004) bis hin zu Wolodymyr Selenskyj (2023) sowie dem großen 75-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 mit der Verleihung an Ursula von der Leyen international noch sichtbarer gemacht. Nach über drei Jahrzehnten bleibt er nun der Karlspreisgesellschaft in beratender Funktion verbunden.
„Überzeugter Europäer“
Mit der Wahl von Armin Laschet übernehme „eine prominente Persönlichkeit und ein überzeugter Europäer“ den Vorsitz, so wurde mitgeteilt. Laschet, der als ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und aktuell als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages stets für europäische Einheit und Kooperation eingetreten sei, werde die Arbeit der Karlspreisgesellschaft im Sinne der bisherigen Tradition weiterführen.
Oberbürgermeister (OB) Dr. Michael Ziemons (CDU) hat viel vor, er möchte mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt treten. „Er erweitert ab sofort die Angebote für den direkten Austausch mit den Bürger*innen“, das teilte der Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing der Stadtverwaltung gestern mit.
Ziel sei es, den Dialog noch niedrigschwelliger, offener und bürgernäher zu gestalten. „Darüber hinaus wird es deutlich mehr Bürgersprechstunden geben – im Rathaus, aber auch ganz bewusst dort, wo die Menschen sind: in Kneipen, Gaststätten, Stadtteilzentren und weiteren Einrichtungen vor Ort“, erklärte Ziemons.
Er werde außerdem mit einer Dialogtour durch die Außenbezirke und Institutionen gehen. Mit diesen neuen Formaten möchte Ziemons den direkten Kontakt stärken und die Anliegen der Menschen noch besser kennenlernen. Durch die Präsenz in unterschiedlichen Stadtteilen und Begegnungsorten sollen Hemmschwellen abgebaut und mehr Gelegenheiten geschaffen werden, unkompliziert ins Gespräch zu kommen.
Das Rathaus in Aachen. Foto: AachenNews Archiv
Die Sprechstunden finden grundsätzlich im Rathaus statt, die erste beginnt am Freitag, 16. Januar, um 11 Uhr. Hierfür wird um Anmeldung gebeten unter: assistenz.ob@mail.aachen.de
Die erste Kneipensprechstunde findet am Montag, 19. Januar, von 18 bis 21 Uhr im KiezKini, Promenadenstraße 46, statt. Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich. Alle aktuellen Termine für Sprechstunden, für die Dialogtour sowie Hinweise zu weiteren Beteiligungsformaten würden fortlaufend auf aachen.de veröffentlicht, so wird zugesagt.
Die Burgerkette „Five Guys“ hat fertig, zumindest in Aachen. Die Burger waren immer sehr lecker, wenn auch teuer. Die Attraktion in dem Restaurant war allerdings etwas anderes: Der Blick in Aachens Untergrund.
An uns hat es nicht gelegen. Wir haben die US-Burgerkette „Five Guys“ am Markt nicht gemieden. Jetzt steht fest: Das Restaurant schließt im Sommer, „Five Guys“ macht offenbar Verluste. Im November 2021 ging es los am Markt. Es gab 52 Sitzplätze plus Terrasse plus im Toilettenbereich ein Blick in Aachens römischen Untergrund (s. unten). Hier spaziert man über Steine, die Archäologen für wertvoll halten.
TschöööBella Italia
Das rosa Haus in der unteren Jakobstraße, das gefiel anfangs nicht allen, aber bald hatte man sich an die Farbe gewöhnt. Dort hat in einer winzigen Küche die Familie Brusamento Essen zubereitet. Über vier Jahrzehnte lang war das „Ristorante Bella Italia“ ein gastfreundliches Haus. Auch hier ist bald Schluss.
Maria Brusamento (74), ihr Mann Roberto und Sohn Mauro kamen einst aus Italien und eröffneten zunächst eine Eisdiele in Eilendorf. Dann ergab sich in Aachen die Möglichkeit, ein kleines Restaurant zu übernehmen. Jetzt verabschieden sie sich von den Gästen, zu denen sie manchmal sogar ein familiäres Verhältnis entwickelten.
Nichts bleibt wie es ist, besonders nicht in der Aachener Gastronomie-Szene. Jetzt macht sogar das „Bella Italia“ zu.
Oberbürgermeister Ziemons setzt den Austausch mit den Aachener*innen in den Stadtteilen fort und lädt am Freitag, 17. April, zu einem Bürger*innendialog ein. Von 16 bis 18 Uhr besteht im Bezirksamt, Paul-Küpper-Platz 1, die Gelegenheit, persönlich mit dem Oberbürgermeister (OB) ins Gespräch zu kommen.
„ja“ zuOlympia?
Noch bis 19. April kann man seine Stimme per Briefwahl abgeben, ob man für oder gegen die Teilnahme Aachens an einer Olympiade ist. Bis dahin läuft der Ratsbürgerentscheid. Die Stadt hat allen wahlberechtigten Personen die Wahlunterlagen zugesandt. Sollte jemand bislang keine Abstimmungsunterlagen erhalten haben, kann sich ans Wahlamt (0241/432-1600) oder an wahlen@mail.aachen.de wenden.
Über4 Jahre, in denen es 300 Millionen Europäern nicht gelungen ist, den barbarischen Anführer von 150 Millionen Russen zu stoppen. „Nie mehr Krieg“, das bedeutet, dass man in der Lage ist, sich zu wehren, so dass kriegslüsterne, niederträchtige Diktatoren und Massenmörder erst gar nicht auf die Idee kommen, einen Krieg zu beginnen.
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In a world full of trends, choose something timeless: EU values
Zur Ruhe kommen
Am Dienstag, 14. April, zeigt Dr. Lisa Pütz (RWTH Aachen) im OecherLab, Kapuzinergraben, warum wir nach der Arbeit oft nicht zur Ruhe kommen – und welche evidenzbasierten Strategien wirklich helfen, besser abzuschalten. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich an alle, die ihre Balance zwischen Arbeit und Erholung nachhaltig verbessern möchten. Infos hier.
Wertstoffe sammeln
Das Wertstoffmobil hält künftig regelmäßig auf drei Supermarkt-Parkplätzen: am Kaufland an der Vaalser Straße, am Hit Sütterlin am Tivoli und am ALDI in Oberforstbach. Zwischen dem 14. und 16. April steuert das Wertstoffmobil wieder die genannten Supermarkt-Parkplätze an. Hier Infos zu Terminen und Wertstoffen,Quelle: Presseamt
Baden für 1 Euro
Von Montag, 13. April, bis Freitag, 24. April, erhalten alle Studierenden gegen Vorlage ihres Studierendenausweises für nur 1 Euro während der regulären Öffnungszeiten Eintritt in die Elisabethhalle. Dort können sie sich vom einmaligen Flair und dem besonderen Ambiente dieses Kleinods der Badkultur im Jugendstil verzaubern lassen. Die aktuellen Öffnungszeiten sind unter www.aachen.de/schwimmen abrufbar.
Critical Mass
Wir fahren am Freitag, 24. April, eine lockere Runde durch Aachen: friedlich und verkehrskonform aus Freude am Radfahren. Treffpunkt 18 Uhr, los geht es um 18.15 Uhr ab Elisenbrunnen. EIN Radfahrer fällt kaum auf, einhundert RadfahrerInnen dagegen schon. Gemeinsam zeigen wir, dass Radfahrende im Verkehr zur Normalität gehören. Egal, ob du das Fahrrad als Fahrzeug, Sportgerät, Lebensweise, Transportgerät oder ähnliches sieht, bist du eingeladen, mitzufahren.
Verantwortlich für diese Seite: Margret Vallot. - Immer dabei: ein Herz für Aachen und seine Menschen. Wir freuen uns über Post, auch wenn euch mal etwas nicht gefällt, wir lernen gerne jeden Tag dazu. Die Adresse: mail@AachenNews.org
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Aktuelle Störungen
Weil es in den letzten Wochen in Aachen den ein oder anderen Stromausfall gegeben hat: Hier findet ihr immer eine aktuelle Übersicht über die Störungen im Netzgebiet.
Mängelmelder
Den Mängelmelder der Stadt Aachen bzw. die Plattform, erreicht ihr hier. Diese Möglichkeit, auf Missstände hinzuweisen, hat sich als hilfreich erwiesen.
Zum Semesterbeginn laden die „Omas gegen Rechts“ in Aachen ein zu einem Infostand (Thema: AfD-Verbot) am Montag, 13. April, von 13 bis 15 Uhr vor dem Super C, Templergraben. Außerdem gibt es einen Infostand am Freitag, 17. April, von 15 bis 18 Uhr am Geldbrunnen. Wer noch nicht unterzeichnet hat, kann dies dort oder unter https://weact.campact.de/p/nrwappell tun. Tipp: Einen hochinteressantes Text von Justus Bender (FAZ) findet man hier.