
Neun Jahre hat es gedauert, dann wurden endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Wo einmal das Gebäude einer Landesbehörde leer verrottete, da ist jetzt eine Wohnanlage für Studierende in die Höhe gewachsen. Die Adresse: Karl-Marx-Allee/Ecke Adenauerallee in Burtscheid.
Im November 2023 wurde es endlich abgerissen, das in Aachen als „Straßenbauamt“ bekannte Ungetüm gegenüber vom Hotel Buschausen. Bald werden dort etwas über 200 Wohneinheiten bezogen. Das Gebäude ist 6-geschossig und hat zwei Innenhöfe.
Schräg gegenüber (auf der anderen Straßenseite) befinden sich auf einem ehemaligen Sportplatz 57 Mini-Container für Flüchtlinge – längst nicht alle sind bewohnt, das Gelände darf man (sofern man dort nicht wohnt) nicht betreten. Dort ist auch die neue Interimsfeuerwache der Stadt Aachen schon so gut wie fertig gebaut. Um diese zu planen brauchte man etwa zehn Jahre.
Derartige Teile sind immer schnell gebaut, allein die Planung dauert lang und dauert von Jahr zu Jahr noch immer länger. Um eine Kita in Eilendorf zu planen, brauchte man 15 Jahre (kein Witz), gebaut ist sie ebenfalls in Windeseile, neulich war Richtfest. Auch die Politik beklagt die langen Planungsprozesse. Jüngst z. B. in Brand Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns (CDU), der sagte: „Vieles dauert in der Umsetzung einfach zu lange“. Jahrelang werde an Sachen geplant wie Sonnenschutz auf einem Spielplatz, Hundeauslaufwiese am Stadtrand, neue Mülltonnen und abgesenkte Bordsteine.
Wenn das so weiter geht, wird man zur Planung von größeren Bauten bald 20 Jahre oder noch länger brauchen. Da ist es dann kein Wunder, wenn manche den Sinn von Bürokratie und Verwaltungsvorschriften nicht mehr erkennen, alle Vorschriften abschaffen und die Hälfte der 6000-Personen-starken Verwaltung entlassen wollen. (Was Quatsch ist und gar nicht geht, gleichwohl aber gewünscht wird.)



















