Die Schönheit der Mauern

Mauer in Aachen

Mauern müssen nicht immer so häßlich sein wie die Mauer, die einst in Berlin stand oder die Mauer, die US-Präsident Trump bauen lassen will.

Eine Mauer kann eine Augenweide sein, wie in Monschau zum Beispiel, wo Mauern die Abhänge stabilisieren. Es soll gar nicht leicht sein, Handwerker zu finden, die diese Mauern noch errichten können. Die oben abgebildete Mauer stützt einen Bahndamm in Aachen. Die unten Abgebildete stützt einen Hang in Monschau. Und dann gibt es ganz unten noch eine Mauer aus der Zeppelinstraße in Forst. Dort wurden alte Steine verwendet.

„Steinreich“ sagt die Bürgermeisterin von Monschau (Margareta Ritter) sei ihre Stadt. Das stimmt.

Mauer in Monschau

Ziegelsteine, gebraucht und wiederverwendet, in der Zeppelinstraße.

 

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Pulse of Europe ist wieder da

Eine kleine Gemeinde unentwegter Europa-Befürworter traf sich heute nach etlichen Wochen wieder mal auf dem Katschhof in Aachen. Alles Menschen, die gerade nicht in Urlaub gefahren sind.

Es gab mehrere Aktionen: Einmal stellte sich alles zusammen unter die Flagge der Polen (rot und weiß), um den EU-Freunden in dem Nachbarland via Facebook einen Gruß zu schicken: „Demokraten in Polen, wir denken an euch, wenn wir im Netz und im Fernsehen eure Demonstrationen sehen und sehen, wie ihr kämpft.“

Die Polen freuen sich über jedes Zeichen der Solidarität von uns, und deshalb hat es sich sicher gelohnt, sonntags den Balkon zu verlassen und sich auf den Weg in die Innenstadt zu machen. Leider fehlte diesmal Moderator Manfred Kutsch. Und die Aktion, Sterne im großen Sandkasten auf dem Katschhof zu suchen, war ein bisschen albern.

Aber das gemeinsame Singen der Europahymne ist was für’s Herz, nach wie vor. In dieser Hymne – für alle, die es noch nicht wissen – singen wir übrigens u. a. die Zeilen:

Wem der große Wurf gelungen,/ eines Freundes Freund zu sein,/ wer ein holdes Weib errungen,/ mische seinen Jubel ein!

Zur Erinnerung I: Bis zur Bundestagswahl wird es die Bewegung geben. Danach finden keine Treffen mehr statt. Was dann aus der „Bewegung“ wird, weiß ich noch nicht.  

Zur Erinnerung II: Eine Foto vom 23. April

 

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Ab 2025: Pkw mit Verbrennungsmotor bleiben draußen

Auf dem Uniroyal-Gelände in Rothe Erde sollen bald Autos gebaut werden, die erschwinglich sind und ohne Verbrennungsmotor auskommen. Eine so wertvolle Mischung von Rohstoffen wie Benzin massenhaft nur anzuzünden, also einfach zu verbrennen/abzufackeln, erscheint nicht mehr zeitgemäß.

Aachens Innenstadt ist belastet von Umweltgiften. Die Piraten im Rat der Stadt reagieren und stellen einen Antrag, der zwar sehr ausführlich ist, den zu lesen sich aber lohnt. Denn hier wird mal eine Vorgehensweise skizziert, die realistisch ist: Den Aachenern jetzt schon sagen, dass ab 2025 ein Pkw mit Verbrennungsmotor nur noch in Ausnahmefällen die Innenstadt befahren darf. Hier der Antrag (Fettung von mir):

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Rat der Stadt Aachen möge beschließen, die Verwaltung zu beauftragen, in Anbetracht der zu erwartenden Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge in belasteten Innenstädten ein Konzept vorzulegen, das den Aachener Bürgern Planungssicherheit beim Pkw-Verkehr verschafft.

Dieses Konzept hat zu gewährleisten, dass zukünftige Fahrverbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die nach 2025 über Aachen verhängt werden, nur noch kleine Auswirkungen haben können und attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zur Verfügung stehen.

Insbesondere sollen folgende Punkte Teil dieses Konzeptes sein:

• Die Festlegung, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in der Aachener Innenstadt ab 2025 nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sind

• Die Ausarbeitung der Radvorrangrouten, um die angrenzenden Stadtteile mit und durch die Innenstadt sicher für den Radverkehr zu verbinden

• Bessere und breitere Radwege durch eine Reduktion des öffentlichen Parkraums in der Innenstadt

• Ein Park & Ride Konzept, das sich an Berufspendler richtet und geeignet ist, signifikante Teile des Berufsverkehrs aufzunehmen

• Eine Ausweitung des ÖPNV-Angebots, insbesondere um das Park & Ride Konzept komfortabel zu gestalten.

Außerdem wird die Verwaltung beauftragt, den erwarteten Finanz- und Personalbedarf für die Umsetzung der Maßnahmen bis 2025 frühzeitig an die zuständigen Ausschüsse mitzuteilen.

Begründung
Unser Fokus liegt darauf, dem Bürger klar einen längerfristigen Zeitpunkt zu kommunizieren, ab wann Fahrverbote zu erwarten sind und der Bürger sich daher darauf einstellen kann.
Das Urteil des Verwaltungsgerichts aus Stuttgart vom 28. Juli 2017 zum Thema Dieselfahrverbote zeigt zwei Dinge deutlich auf:
Zum Einen ist es sehr wahrscheinlich, dass Fahrverbote für bestimmte

Symbolbild

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verhängt werden. Wir Piraten unterstützen die Position, dass in diesem Fall „Gesundheitsschutz vor Eigentum“ geboten ist. Zum Anderen ist die Vorgabe, dass die Grenzwerte „schnellstmöglich“ eingehalten werden müssen, nicht wahllos dehnbar.

„Schnellstmöglich“ erfordert tatsächlich radikale Veränderungen und grundsätzliche Entscheidungen. Daraus folgt, dass Aachen unmittelbar von einem auferlegtem Fahrverbot für einen großen Teil der hier angemeldeten Pkw bedroht ist. Wir fordern, dass man durch politisches Handeln in Aachen einem solchen Eingriff zuvorkommt und ehrlich zu den Aachener sagt, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in unserer Innenstadt keine Zukunft haben.

Die Mobilität der Menschen sicherzustellen, die bisher mit dem Pkw nach und durch Aachens Innenstadt fahren, die von möglichen Fahrverboten betroffen sind, erfordert tiefgreifende Veränderungen im Aachener Verkehr und Straßenbild. Veränderungen von dieser Größe kann man nicht mal eben als Reaktion auf ein Urteil, oder eine Anordnung der Bezirksregierung umsetzen. Das bedeutet, dass man entweder lange im voraus und mit Nachdruck an der Umsetzung dieser Maßnahmen arbeitet, oder aber große Teile der Pkw-Fahrer in Aachen der Gefahr aussetzt, dass sie kurzfristig Alternativen zu ihren Fahrzeugen finden müssen und weder Radverkehrs- noch ÖPNV-Infrastruktur darauf vorbereitet sind.

Deshalb ist es wichtig, dass man ein festes Datum kommuniziert, das den Leuten genügend Zeit gibt, sich selber um Alternativen zu kümmern und für die Stadt ausreicht, hier Angebote auszubauen.

Der Radverkehr kann viel dazu beitragen, dass weniger PKW durch Aachen fahren.
Gerade um Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen, braucht man allerdings komfortable und sichere Radverkehrsanlagen. Das Konzept der Radvorrangrouten bietet hier eine gute Orientierung sowohl für die Verkehrsplanung, als auch für den Radverkehr.
Die Reduktion des Parkraums ist zum Teil eine Notwendigkeit, um Platz zu schaffen für Radverkehrsanlagen und Fußwege. Doch die Reduktion des

Noch ein Symbolbild

Parkraums ist auch ein ausgezeichnetes Mittel, um Anreize zu schaffen, in der Innenstadt ohne den Pkw zu verkehren.

Diese Maßnahme kann nur nach und nach erfolgen und muss immer Hand in Hand mit anderen Maßnahmen gehen, die Alternativen zum Pkw aufzuwerten.
Park & Ride richtet sich bisher vornehmlich an Touristen und Besucher und einen klaren Schwerpunkt zum Weihnachtsmarkt. Für Pendler ist dieser Ansatz bisher oft unattraktiv und auch nicht darauf ausgelegt, plötzlich große Teile des motorisierten Individualverkehrs zu ersetzen. Daher muss hier ein Angebot geschaffen werden, um gerade Menschen, die selber nicht in Aachens Innenstadt leben und nicht auf ihren Pkw verzichten können, die Möglichkeit zu geben, weiterhin bequem nach Aachen zu fahren.
Für ein umfassendes Park & Ride Konzept sind mehr Fahrten der ASEAG notwendig, und außerdem ist damit zu rechnen, dass bei deutlich weniger Fahrten mit dem Pkw auch die Nutzung des ÖPNV steigt.

Bis auf die Ankündigung des Datums sind alle Maßnahmen mit Kosten verbunden und erfordern gegebenenfalls sogar die Einrichtung neuer Stellen bei der Verkehrsplanung der Stadt Aachen, um diese zügig umzusetzen. Wir denken, dass gerade die Sicherstellung von Mobilität und Gesundheit in einer Stadt nicht vernachlässigt werden dürfen und erwarten, dass die Stadt durch diese Maßnahmen einen weitaus größeren Schaden abwenden kann.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Matthias Achilles, Mobilitätspolitischer Sprecher

Udo Pütz, Fraktionsvorsitzender Piraten

Falls ihr dazu eine Meinung habt, wendet euch an:

Piratenfraktion im Rat der Stadt Aachen
Johannes-Paul-II-Straße 1 (Raum 136), 52062 Aachen Telefon: +49 (0)241/4327265 Mail: fraktion@piratenpartei-aachen.de

Web: www.piratenpartei-aachen.de

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Volle Konzentration in der Digital Church

Von der Kanzel aus fotografiert: Arbeitsplätze im Kirchenschiff.

Die Kirche St. Elisabeth in Aachen, Jülicher Straße, ist jetzt ein „digital hub“. Es gibt dort jede Menge Arbeitsplätze für Menschen, die in der digitalen Welt ein Unternehmen hochziehen möchten. Eigentümer der Kirche am Blücherplatz ist Immobilienunternehmer Norbert Hermanns, der auch Vorsitzender der Landmarken AG ist.

Wer interessiert ist, sollte Mitglied im Verein „digital HUB Aachen“ werden. Schaut nach, wie ihr das macht auf www.aachen.digital

Wer beim Co-Working im Kirchenschiff mitmachen will, auch ohne Vereinsmitgliedschaft, muss sich bewerben, und darauf hoffen, dass sein Start-up ins Konzept passt. Von 8 bis 18 Uhr soll gearbeitet werden, danach ist Raum für Kultur-Events und Veranstaltungen aller Art.

Die Arbeitsplätze sind an Kargheit nicht zu überbieten. Aber sie sind zugleich darauf angelegt, dass die Nutzer – falls erwünscht – ins Gespräch über ihre Projekte kommen und sich gegenseitig unterstützen. Gleichzeitig gibt es, wenn man einmal mit seinem Rechner in einer Koje Platz genommen hat, kaum Ablenkung. Es gibt übrigens auch quasi schalldichte Ecken zum Telefonieren. Die Möglichkeit, ungestört eine Arbeitskonferenz zu veranstalten ist ebenfalls gegeben.

Elysée, der Schriftzug stammt von einem traditionsreichen Kino in Aachen, das kürzlich leider abgerissen werden musste.

Die Frage ist jetzt, ob so ein Projekt wie der „digital hub“ in Aachen eine Zukunft hat. Hier wird weiter darüber berichtet. Stay tuned.

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Heute: Frühstück im Frankenberger Park

Im Frankenberger Park.

Heute, also praktisch jetzt (11 Uhr), wird im Frankenberger Park gefrühstückt. Alles muss man selbst mitbringen: Decke zum Sitzen, Getränke, Obst und Brötchen oder was man sonst essen möchte. Es gibt aber auch eine Kaffee-Bude (auf vier Rädern). Da kostet z. B. ein Milchkaffee 3 Euro.

Wer Glück hat, findet einen Platz auf den Holzbänken. Doch die sind natürlich schnell besetzt. Auffallend sind die vielen Kleinkinder, die den Aufenthalt im Freien genießen. Wer also keinen Garten nutzen kann, ist heute im Schatten der Burg Frankenberg richtig.

Für 25 Euro im Jahr kann jeder ein Frankenbürger werden. Schaut nach auf www.frankenbuerger.de    

***

Vorbei am Bahnhof Rothe Erde fällt weiter auf: Dieser schön hergerichtete Platz funktioniert irgendwie nicht. Es ist ein Rätsel, aber außer ein paar trinkfreudigen Obdachlosen lassen sich dort nie Menschen nieder. Dabei hat der Platz vier dicke, hohe, knallgesunde Bäume. Dazu eine leicht rötliche Pflasterung, die gefällt und war gewiss nicht billig. Die Bänke stehen etwas abseits von der Straße, das ist auch genau richtig.

Und trotzdem: Jeder hastet über den Platz, schnellen Schritts, und geht seiner Wege. Liegt es vielleicht daran, dass der Platz leicht abschüssig ist, so wie der Heuschplatz (an der Annastraße gelegen), der ebenfalls gemieden wird. 

Platzgestaltung ist natürlich viel schwerer als Häuser oder Häuserzeilen zu bauen. Dabei gehören die den Platz umstehenden Bauten direkt zum Platz dazu. Mir ist auch nicht bekannt, ob es überhaupt Regeln gibt, die einen Platz „bewohnbar“ oder „unbewohnbar“ machen, könnte aber sein. 

Am Bahnhof selbst kann es nicht liegen, der ist saniert, von dort abzufahren oder aus Köln anzukommen, das ist angenehm. (Dazu bitte auch den Kommentar lesen. Ein Leser ist gänzlich anderer Ansicht.) Aus dem Gewölbe dringt oft Musik, dort probt offenbar eine Rockband.

Ein Platz, der das Gemüt besänftigt.

 

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Derzeit gelingt längst nicht alles im Rathaus

Die Nähe zur Grenze spielt da wohl eine Rolle. In Aachen werden Zweiräder en masse geklaut. Im Hintergrund: Das Finanzamt.

Das Jahr ist zur Hälfte rum, und viel ist in Aachen passiert. Da kann man gleich mal ein bisschen zurückblicken und jeder für sich überlegen, ob es so weitergehen soll. Zunächst mal fällt der verwunderten Öffentlichkeit auf, dass Strahlemann/Oberbürgermeister Marcel Philipp sich zwei Monsterfails geleistet hat.

1. Seit zwei Jahren wird – intensiv wie nie – über die Neugestaltung des Büchel-Areals (neuerdings Nikolausviertel genannt) diskutiert, ein kolossaler Wettbewerb wird ausgeschrieben, in dem es ausdrücklich heißt, dass der Rotlicht-Bereich in dem Areal bleiben soll, irgendwie. Die Pläne sind schön gelungen und werden immer konkreter  . . .  und da kommt plötzlich der Oberbürgermeister (OB) um die Ecke mit der Forderung, der Rotlicht-Bereich sollte ausgelagert werden.

Äh, was???  „Das fällt dir aber früh ein, Junge“, möchte man dem OB zurufen. Diese Idee zu äußern und zu diskutieren war nun wirklich Zeit genug. Wollte man dem Vorschlag des OB folgen, müsste die bisherige Planung in die Tonne getreten werden. Echt blöd.

2. Dieser sympathische Mensch (Philipp) hat außerdem bei der Nicht-Weiterbeschäftigung von Generalmusikdirektor (GMD) Kazem Abdullah voll versagt. „Warum muss Abdullah gehen?“, fragt sich das komplette Kultur-interessierte Aachen. Dutzende Leserbriefschreiber äußerten Unverständnis, loben die Arbeit des jungen GMD (der öffentlich erklärte, er wolle gern weiter am Stadttheater bleiben) und fragten nach.  Aus dem Rathaus: eisiges Schweigen.

„Welches Verbrechen hat der GMD begangen?“, fragte sogar ein Aachener in einem Leserbrief. Keine Reaktion. Die Zeitungen, der Chefredakteur höchstselbst, bitten um Aufklärung, es passiert nichts. Bloß „unter uns“ wird einem mitgeteilt, der GMD sei mit dem Intendanten und dem Orchester nicht zurecht gekommen und hätte vor Jahren sogar selbst seiner Nicht-Weiterbeschäftigung zugestimmt. Nur: Offiziell erfährt man nichts.

3. Dritter Fail, aber der ist wohl eher den beiden „Regierungsparteien“ (CDU und SPD) in Aachen anzulasten: Die Luft in Aachen wird nicht sauberer. – Alles gar nicht so schlimm, sind ja nur zwei Straßen in Aachen, wo die Grenzwerte oft überschritten werden . . . blabla blubberblub. Das, liebe Leserinnen und Leser, glauben auch nur die Dummen. Spätestens in 2 Jahren gibt es in Teilen von Aachen (Innenstadt) ein Diesel-Fahrverbot. Die Gerichte werden den Stadtvätern und -müttern schon Vorschriften machen.

4. Eins von Aachens größten Bauprojekten ist die Sanierung des Neuen Kurhaus an der Monheimsallee (vormals Spielkasino). Wer nach der 25 Millionen Euro teuren Sanierung dort einziehen wird, ob überhaupt jemand dort Miete zahlen wird, steht noch nicht fest. Der OB verhandelt angeblich und steht kurz vor einem Abschluss. Aber obwohl es noch keinen Nutzer der edlen Immobilie gibt, soll der Rat schon mal 1,9 Millionen Euro locker machen, weil plötzlich Extra-Ausgaben zu tätigen sind. Auch dieses Projekt sieht nach einem Fail aus. Die Tivoli-Millionen-Pleite lässt grüßen.

5. Was wird aus Aachens prominentestem Sportclub, dem ALRV? Die Tierquälereien beim jüngsten Turnier waren wieder so offensichtlich, das

Fahrräder müssen zweifach abgeschlossen werden und  möglichst an Fahrradbügel angekettet werden. Im Hintergrund: der Neubau  „Quartier Guter Freund“ der Landmarken AG in Forst.

werden Tierschützer, Mediziner und Wissenschaftler nicht mehr lange unkommentiert lassen. Pferde werden – indem man ihnen heftige Schmerzen zufügt – gefügig gemacht. Sie tanzen und springen dann. Kein Wunder. Krass.

Der Kopf wird dem Pferd nah an den Hals gebunden (Dressur), die Peitschen knallen beim Springen auf die Haut der Tiere und die Trense (was das Pferd im Maul hat) quetscht das Fleisch bis auf die Knochen. Das MUSS weh tun. Das Publikum applaudiert. (Alles original von mir selbst beobachtet.)

Unterdessen werden in Aachen Fahrräder geklaut wie verrückt. Besonders natürlich die mit unzureichender Sicherung. Tipp: Zwei teure Schlösser muss sich jeder leisten, der sein Rad behalten will. Und die Stadtverwaltung muss in der Innenstadt für mehr Fahrradbügel sorgen, an die die Räder gekettet werden können.

(wird fortgesetzt, aber heute nicht)

Und statt eines Musiktipps heute: Infos zur klimafreundlichen Mobilität in Düren

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Wer sehen kann, ist klar im Vorteil

In der Zeppelinstraße.

In den Ferien pausieren die Politiker, da kann die Serie „Aachen von hinten“ eine Fortsetzung finden. Hier sieht man einen „Hinterhof“ von der Zeppelinstraße aus. Vorne auf dem Boden liegen alte Ziegelsteine, die mit Sorgfalt bearbeitet und angeordnet wurden. Ganz rechts lugt auch ein Gebäude hervor, das hat ein Segel als Dach (nicht im Bild).

Zeppelinstraße

Wer von der Straße aus durch Toreinfahrten geht, sieht manchmal erstaunliche Wohnbauten, Innenhöfe und Gärten. Oben im Bild: ein grünes Paradies, so bewachsen, dass man die Gebäude (rechts) nicht mehr erkennen kann.

Die Zeppelinstraße an einem Sonntag.

Öfter war ich jetzt in der Zeppelinstraße, denn es wurde mir gesagt: „Das ist ein sozialer Brennpunkt“. Bei allen Besuchen habe ich von „Brennpunkt“ nie was mitbekommen. Und so glaube ich allmählich, dass die Leute, die in Aachen eine Straße oder Gegend als „sozialen Brennpunkt“ charakterisieren, ganz schwer einen an der Waffel haben. – Aber vielleicht entdecke ich das brennpunktmäßige ja noch, mitsamt Großfamilien-Clans, rechtsfreien Räumen, No-Go-Areas und 12-Personen-Familien in Zwei-Zimmer-Wohungen (Ironie: aus).

Die Zeppelinstraße hat auch einen Musikbunker, da proben Rockbands, hab ich mir sagen lassen. An einer Außenwand des Bunkers liegt neuerdings ein Mädchen.

Musiktipp: https://www.youtube.com/watch?v=NlMT-oEIQuo&feature=share

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Menschenhändler in der Mefferdatisstraße? Stadt versiegelt Haus

Das Horror-Haus. Hier sollen Frauen zur Prostitution gezwungen worden sein. Mitten in der Aachener Innenstadt.

Neulich bei der Bürgerversammlung in der Citykirche: Die Bauverwaltung stellt umfangreich die Neugestaltung des Nikolausviertels (Büchel mitsamt Antoniusstraße) vor. Als nach einer Stunde die zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger auch mal was sagen dürfen, fragt eine Dame aus dem Publikum:  „Warum unternehmen Sie eigentlich nichts in dem Haus in der Mefferdatisstraße? Da gibt es Hinweise auf illegale Prostitution, da wohnen Frauen und Kinder, die verprügelt werden, da gehen immer andere Männer ein und aus, da ist oft Geschrei, alles ist total verdreckt, heruntergekommen, Ratten wurden auch schon gesehen.“

Die Frau schildert die Zustände, die der Behörde gemeldet und der Polizei längst bekannt seien. Die Herren von der Stadtverwaltung machen sich Notizen und versprechen: Das sei zwar jetzt nicht ihr Thema, aber man werde sich um die Sache kümmern.

Wenige Tage später (18. Juli) sind Polizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungskräfte in der Mefferdatisstraße. Die Angaben der Nachbarin bestätigen sich in vollem Umfang. Die Medien berichten tags drauf von Hinweisen auf  Menschenhändler und Zwangsprostitution  in völlig verdreckten Räumen – 200 Meter vom Weltkulturerbe Aachener Dom entfernt. Das Haus wird geräumt und versiegelt.

Hier ist festzustellen: Erst nachdem in einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft des Viertels eklatante Missstände öffentlich zur Sprache kamen, handelten die Behörden. In den Wochen davor passierte nichts, obwohl die Zustände – jedenfalls nach Auskunft der Nachbarn – bekannt waren. 

Die Mefferdatisstraße muss man sich im übrigen mal ansehen. Sieben Ladenlokale stehen leer, außer dem bekannten „Haus der Küche“ läuft hier gar nichts mehr. Dabei ist diese Straße zwischen „Lust for Life“ und Parkhaus Büchel in dem Bereich gelegen, der zum Einkaufen und Bummeln für Touristen ideal sein könnte.

Nebenbei: Prostitution wird man in Aachen nicht verbieten können. Was aber passieren kann, und das wäre wirklich das Allerschlimmste, dass die Prostitution in privaten Wohnungen – über die Stadt verstreut – stattfindet. Das kann keine Polizei kontrollieren, und eine Sozialarbeiterin und eine Beratungsstelle, wie es sie jetzt in der Antoniusstraße gibt, wäre wirkungslos. „In der Antoniusstraße helfen wir jeder Frau, die da nicht sein will“, sagte bei der Versammlung in der Citykirche eine Ratsdame der CDU. Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, die Prostitution in ein Gewerbegebiet auszulagern.

Den Puff auslagern, das möchten in Aachen der Oberbürgermeister und der Polizeipräsident. Und es zeichnet sich ab, dass sie den Skandal um das Haus in der Mefferdatisstraße als Bestätigung für ihre Argumente benutzen werden.

Viel Leerstand gibt es in der Mefferdatisstraße. Dort lässt sich mit Handel offenbar kein auskömmliches Leben mehr organisieren.

Immer noch ein guter Grund (und vielleicht der einzige), in diese Straße einzubiegen: das Haus der Küche. Dort gibt es ungeheuer viele Geräte, die man in der Küche braucht. Das Geschäft ist in Aachen berühmt, man möchte es nicht missen.

Die untere Großkölnstraße. Absolut unerträglich, wie heruntergekommen sie seit vielen Jahren ist. Einen weiteren Verzug bei der Neugestaltung des Nikolausviertels kann sich Aachen nicht leisten.

 

 

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Zweiradfahrer nach Unfall: tot – Polizei sucht Zeugen

Die Sittarder Straße in Brand: Der jüngste Unfall mit Todesfolge hat sich dort ereignet. Das ist seit September 2016 schon der dritte. Das weiße Fahrrad bedeutet, dass hier ein Mensch auf einem Zweirad den Zusammenprall mit einem Fahrzeug nicht überlebt hat.

Am Dienstag, 4. Juli, sind auf der Sittarder Straße ein Autofahrer und ein Pedelecfahrer zusammengestoßen. Der 86-jährige Pedelec-Fahrer wurde danach mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht. Am vergangenen Samstag verstarb der Mann an den Verletzungen des Unfalls, so teilt die Polizei mit.

Der Autofahrer sagte um 11.25 Uhr am Unfallort, er habe den Radfahrer überholen wollen. Dabei habe der Radfahrer ihn touchiert und sei zu Fall gekommen.

Die Polizei sucht nun Zeugen des Unfalls. Die sollen sich bei der Polizei unter Telefon: 02404 – 9577 42101 oder 0241 – 9577 34210 melden.

Es ist dies der dritte (!) Unfall mit Todesfolge in noch nicht mal einem Jahr in Aachen. Und wenn man sich die sogenannten Fahrradwege in Aachen betrachtet, wundert es einen, dass nicht noch mehr passiert. Viele Radwege haben Löcher, die Wege werden nicht repariert und nicht gesäubert. Auf ihnen liegt heruntergefallenes Laub, so dass man beim Fahren noch nicht mal die Löcher und Hindernisse erkennt.

Deshalb bevorzugen nicht wenige Radfahrer die Straße. Dort allerdings sind sie gegenüber den Autos und Bussen ist sehr schwacher Position, insbesondere an den Stellen, wo die  Straßen durch Buchten verengt sind oder an Fußgängerüberwegen. Die Pedelecs werden immer beliebter, und die Zahl der Zweiradfahrer*innen auf Aachens Straßen hat erheblich zugenommen. Auch die ältere Generation schwingt sich jetzt auf den Sattel. Falls die Stadt nicht unverzüglich beginnt, die Radwege sicherer zu machen (umfangreiche Pläne liegen längst vor) ist mit weiteren Unfällen zu rechnen.

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Ruinen-Fotos im Straßenbahn-Depot in der Talstraße

Das ehemalige Straßenbahn-Depot ist jetzt ein Stadtteil- und Kulturzentrum in Aachen Nord. Dort ist noch viel Platz für mehr Kultur.

Sebastian Schwarz aus Stolberg fotografiert „Lost Places“, und so lautet auch der Titel seiner Fotoausstellung im neuen Atelierhaus Aachen, besser bekannt als altes Straßenbahn-Depot in der Talstraße. Kreuz und quer durch Europa reist der 1991 geborene Grafikdesigner, um Gebäude zu finden, die einmal wichtig waren – teils als Wohnhäuser, Villen, teils als Kasernen, Krankenhäuser, Kinos oder Industrieanlagen.

Jetzt aber werden die Bauten seit Jahren und Jahrzehnten nicht genutzt, niemand interessiert sich für sie, sie verfallen.

Der Charme des Vergänglichen springt einen aus jedem Foto an, Verfall hat seinen Reiz. All die Überreste menschlichen Wirkens zu sehen, und zu denken: „vorbei, vorbei, es war einmal . . .“, das hat aber auch eine melancholische Seite. Einst waren es  Prachtbauten, und in Europa kann man es sich leisten, sie einfach verfallen zu lassen. Wir machen uns noch nicht mal die Mühe, sie abzureißen, sondern bauen einfach irgendwo anders neu. Was für ein Überfluss an allem, was für eine Verschwendung.

Ich erinnere mich an Zeiten, als nur das Schöne, das Besondere fotografiert wurde. Weihnachten, ein Geburtstag, eine Hochzeit, ein anderes Fest oder Neubauten, schöne Kirchen, Rathäuser und das neue Auto – das waren Gelegenheiten, bei denen der Fotoapparat rausgeholt und Aufnahmen gemacht wurden.

Alltägliches und Belangloses wird heute vorzugsweise abgelichtet. Und Kaputtes, Verkommenes, Verfallenes zu fotografieren, das ist im Rahmen der noch relativ jungen Gattung der Ruinenfotografie üblich geworden.

Die Foto-Dokumentationen von Sebastian Schwarz strahlen allerdings eine befremdliche Schönheit aus, sie haben etwas Ästhetisches. Die abgelichteten Räume behalten noch im Untergang ihre Würde.

Zu sehen sind die faszinierenden Aufnahmen dieser aus der Zeit gefallenen Orte noch bis 13. August. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 14 hr, samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Sebastian Schwarz’ Blog findet ihr hier: http://sebblack-blog.tumblr.com

Sebastian Schwarz (Mitte) in seiner Ausstellung im Gespräch mit einem Besucher. „Lost Places“ ist noch bis zum 13. August zu sehen.

Wer Gelegenheit hat, das Atelierhaus (aka Straßenbahn-Depot) selbst zu besichtigen, sollte das tun. Dort gibt es im Untergeschoss Werkstätten, im 1. Obergeschoss ist Platz für Ateliers und Ausstellungen, im 3. Obergeschoss sollen auch noch Ateliers sein.

Rustikales Inneres: Dem Gebäude sieht man seine ursprüngliche Funktion noch deutlich an.

Platz satt für alle kulturellen Veranstaltungen, die man sich nur denken kann.

Musiktipp:  Irie Révoltés

https://www.youtube.com/watch?v=IUzVY_V4_RY

aber vor allem  „Bilderbuch“, echte Schweizer DaDa-Kunst, https://www.youtube.com/watch?v=pV-GGCrRcu0

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