Im Vorbeigehen gesehen: Neubau am Karlsgraben ist fertig

In etwas mehr als einem Jahr hochgezogen: ein L-förmiger Neubau, der zum Deliusviertel gehört.

Die Ecke ist aber schön geworden, dachte ich, als ich heute dort vorbeiging. Gemeint ist das L-förmige Gebäude an der Ecke Karlsgraben/Lochnerstraße. Ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus ist entstanden – mitsamt Außengastronomie.

Im Erdgeschoss ist wieder eine Bäckerei eingezogen, es ist sogar dieselbe, die zuletzt dort ansässig war. Acht Mietwohnungen zu 30 bis 80 Quadratmeter soll es innen geben, und ein Baum vor dem Gebäude konnte auch überleben. Das ist schön. Architekt Wolfgang Ziegelmayer hat ein Gebäude errichtet, das sich  – zumindest auf den ersten Blick – sehr schön in die Umgebung einpasst.

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Der „Kanal Trivial“ interviewt Karlspreisträger Timothy Garton Ash

Was für ein cooler Typ . . .  der neue Karlspreisträger von Aachen, Professor Timothy Garton Ash. Endlich hat das Karlspreis-Direktorium mal wieder einen Preisträger ausgesucht, der nicht zur etablierten Politiker-Riege gehört, der nicht abgehoben spricht, wie ein Papst. Auf seine Rede über Europa am kommenden Donnerstag bin ich gespannt.

Hier schon mal ein kleines Interview vom „Kanal Trivial“ mit dem Preisträger.

Aber das Interview in den Aachener Tageszeitungen ist ebenfalls lesenswert. Wer die Ansichten von Timothy Garton Ash etwas näher kennenlernen will, dem sei dieser Text empfohlen:

http://www.aachener-nachrichten.de/dossier/karlspreis/timothy-garton-ash-die-buerger-muessen-selber-etwas-unternehmen-1.1628627

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Erst wollte er weg, jetzt will er bleiben

What the hell ist los mit dem Generalmusikdirektor (GMD, Chef vom gesamten Musikbereich) vom Aachener Stadttheater, Kazem Abdullah? Sein Vertrag wird nicht verlängert, warum nicht?

Derzeit wird ein neuer GMD gesucht, warum? Kazem Abdullah wird (vom Publikum und den Musikkritikern) ein gutes Zeugnis ausgestellt, warum muss er gehen?

Die Frage interessiert mich, bzw. die Antworten auf die Frage. Den

Der „lachende Gaul“ vor dem Stadttheater von Gerhard Marcks, in dessen Rücken sich Vorgänge abspielen, über die man sich wundern muss.

„Kulturverantwortlichen“, also auch den Mitgliedern des Kulturausschusses, werden nämlich öffentlich Vorwürfe gemacht, sie hätten im Fall Abdullah nicht richtig entschieden. Ich bin zwar kein Mitglied in dem Ausschuss, nur Ersatzmitglied. Aber als solches interessiert mich die  Angelegenheit sehr.

Die Gerüchteküche brodelt, und was berichtet wird, ist: Dass Abdullah selbst 2013 mitgeteilt haben soll, er wolle in Aachen nicht lange bleiben. Er kam immerhin aus New York von der berühmten Metropolitan Opera (Met) zu uns und er wolle sich karrierebedingt von Aachen aus weiterbewegen. So etwas soll er mitgeteilt haben (mir persönlich nicht, insofern gebe ich hier wieder, was mir von – allerdings zuverlässigen Leuten – gesagt wurde).

Andere wollen wissen: Der GMD sei mit den Mitgliedern von Orchester und Chor nicht klargekommen. Deshalb werde sein Vertrag nicht verlängert. Tja. Seit wann spielt das irgendwo eine Rolle, dass die Mitarbeiter ihren Chef unerträglich finden? Die Angestellten im Suermondt-Ludwig-Museum kamen/kommen auch mit ihrem Chef Peter van den Brink nicht klar, was ich unter anderem der Tatsache entnehme, dass der Personalrat öffentlich der Weiterbeschäftigung von Peter van den Brink nicht zugestimmt hat. Van den Brinks Vertrag wurde trotzdem verlängert.

 Und bei Kazem Abdullah soll die Meinung der Untergebenen plötzlich eine Rolle spielen? Ich glaube das nicht.

Also, was ist da los am Stadttheater?

Der GMD hat wohl tatsächlich mitgeteilt, er werde in Aachen nur 5 Jahre bleiben. Dann hat er aber kein weiteres Engagement gefunden, er steht jetzt praktisch auf der Straße und hat – nach der Trumpwahl – womöglich (???) gerade in den USA als Afroamerikaner keine Chancen mehr (Mutter: US-Amerikanerin, Vater aus Sierra Leone). Er hat sich verspekuliert. Könnte man als Beobachter jetzt spekulieren.

Das ist dumm, aber letztlich: Wenn er bisher besonders gute Arbeit abgeliefert hat, und wenn er sich sonst nichts hat zuschulden kommen lassen, warum sollte die Stadt Aachen (d. i.  in dem Fall: der Oberbürgermeister) dann seinen Vertrag nicht trotzdem verlängern?  Man könnte sich die umständliche und teure Suche (mit diversen Gastdirigaten) sparen. Und einfach den Vertrag mit Abdullah um weitere fünf Jahre verlängern.

Aufklärung könnte man von Kulturdezernentin Susanne Schwier erwarten, oder von der Vorsitzenden des zuständigen Ausschuss, Margarethe Schmeer (CDU) – doch da kommt jetzt schon mehrere Wochen lang nichts. Auch nicht vom Generalintendanten des Stadttheaters, Michael Schmitz-Aufterbeck. Und das ist doch alles irgendwie sehr merkwürdig.

  Über Kazem Abdullah:
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Wahlabend im Krönungssaal: krass

Am Wahlabend im Rathaus: Marc Teuku und Thomas „Captain“ Buhr (v. r.).

Die Schlacht ist geschlagen, die Helden sind müde. Die einen vom Feiern (CDU und FDP), die anderen vom Weinen (SPD und Grüne und Piraten).

Nur drei Piraten trauten sich gestern in den Krönungssaal, wo Presse und Politiker, Bürgerinnen und Bürger rumwuselten, Bier tranken und einige von einer Ohnmacht in die nächste fielen. Die Kandidatin der CDU jubelte z. B. presse- und publikumswirksam wie ein Teenager . . . . Hurrraaaaaa. (Bild heute

Umfassende Berichterstattung: in den Aachener Zeitungen.

in der Zeitung). Vorzeitig, sie verpasste natürlich doch den Einzug ins Landesparlament. Zu früh gefreut. Typisches Anfängerverhalten.

Dass die Grünen landesweit doch noch über 5 Prozent gekommen sind, hat mich gewundert. So oft haben diese Leute in Düsseldorf gegen ihre eigenen Prinzipien abgestimmt, gegen die Interessen ihrer Klientel. Alles aus Disziplin, wegen der Koalition mit der SPD, zunehmend profillos. Hätten mal besser gelegentlich mit den Piraten gestimmt. Frechweg, das kommt an.

Und dann das Beharren darauf, die Kids in kürzester Zeit durch das Gymnasium zu treiben. Mir völlig rätselhaft und unverständlich zu was das gut sein sollte?Menschen, die höchstwahrscheinlich 90 und 100 Jahre alt werden, die Schulzeit zu verkürzen. Warum?

Der Untergang der Sozis wundert mich ehrlich gesagt auch kein bisschen. Unvergessen ist das Verhalten von Ministerpräsidentin Kraft in und nach der Silvesternacht von Köln. Heute noch bin ich fassungslos über ihr 4-tägiges Abtauchen. Ein andermal war sie „in einem Funkloch“ und konnte sich nicht kümmern. Hallo? Gehts noch?

Tweet von @feuertinte: Riesenkampagne der SPD „Kein Kind zurücklassen“, und was passiert? Immer mehr Hartz-IV-Kinder in NRW. Schlimmer kann man nicht versagen.

Allem die Krone aufgesetzt hat aber Innenminister Jäger. Die Böcke, die der geschossen hat, ließen bei mir den Verdacht aufkommen, dass die CDU als regierende Partei vielleicht doch – als Notlösung – besser wäre. (Für Aachen gibt es sowieso Schlimmeres, als einen Ministerpräsidenten, der aus Aachen kommt.)

Martin Schulz ist nach dieser Wahl vollends entzaubert. Die dritte Landtagswahl in Folge verloren, seit die SPD ihn zum Kanzlerkandidaten und Parteichef kürte. In rasender Fahrt geht es abwärts. Das hatte ich – ehrlich gesagt – genau so vorausgesehen. Der Mann tut mir etwas leid. Aber wie oft hatte er z. B. in den vergangenen Jahren Erdogan in der Türkei besucht und nicht bemerkt, was dieser Mensch eigentlich vorhat? Zig, zig mal. Wegen der Mitgliedschaft der Türkei in die EU. Schulz kann man leicht was vormachen, er ist leider nicht der Hellste.

Und die Piraten? Die haben geschlagene fünf (5!) Jahre versucht zu lernen, wie Landtagspolitik geht. Ohne den geringsten Erfolg. Phänomenal, das kriegt auch nicht jeder hin. Der Hype trug Leute ins NRW-Landesparlament, die dafür von ihrer Herkunft, Veranlagung, Konstitution, Gesinnung, Teamfähigkeit her für diese Arbeit absolut nicht geeignet sind.

Und das haben einige von denen bis heute nicht bemerkt. Die fingen nach der Wahl an, die Wählerinnen und Wähler zu beschimpfen. Was für schäbige Charaktere. Die Frage ist jetzt, ob und wie dies alles sich auf die Kommunalwahl 2020 niederschlägt. Werden die Landtagspiraten die Kommunalpiraten mit runterziehen, demotivieren? Ich hoffe nicht.

Pirat und Ratsherr Marc Teuku (rechts) wird im Krönungssaal des Rathauses von Redakteuren von „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“ interviewt.

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Bei Wahl-Problemen: Tel. 432 1609 in Aachen anrufen

Jetzt wird es langsam ernst. Am kommenden Sonntag, 14. Mai, sind in Aachen mehr als 177 000 Bürgerinnen und Bürger zur Landtagswahl aufgerufen.

Bis gestern, Montag, 8. Mai, haben bereits rund 34 000 wahlberechtigte Aachenerinnen und Aachener Briefwahlunterlagen beantragt. Grundsätzlich kann Briefwahl noch bis Freitag, 12. Mai, 18 Uhr, beantragt werden. Bei Wahl-Problemen aller Art gilt: Telefonnummer 432 1609 in Aachen anrufen.

Briefwahl kann man auch direkt vor Ort im Wahlamt Aachen-Mitte, Blücherplatz 43, oder in den Bezirksämtern machen. Es reicht der Personalausweis. Die Briefwahlstelle im Gebäude am Blücherplatz ist in den Büros 117 bis 120 auf der ersten Etage des Hauses eingerichtet. Der Zugang ist über den hinteren Eingang barrierefrei möglich, so teilt das Presseamt der Stadt mit.

Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Wahl sollte man seine Wahlbenachrichtigung, nach Möglichkeit auch den Personalausweis, mitbringen, rät das Presseamt der Stadt Aachen. Ihr bekommt zum Wählen einen ziemlich länglichen Zettel, auf dem ihr 2 Kreuze machen dürft. Ein Kreuz auf der rechten Liste und eins auf der linken.

Die Zweitstimme (linke Seite) ist die wichtigere, mit ihr entscheidet man sich für die Landesliste einer Partei. Maßgebend für die Zusammensetzung des Landtags ist grundsätzlich – abgesehen von Überhangmandaten – die Zweitstimme.

 Sollte die Wahlbenachrichtigungskarte bei euch zu Hause nicht mehr auffindbar sein, so könnt ihr  trotzdem wählen. In dem Fall gilt, dass man sich gegenüber dem Wahlvorstand seines Wahllokals ausweisen muss.

Der Krönungssaal im Rathaus ist am Wahlsonntag ab 18 Uhr, also mit Schließen der Wahllokale, für alle Interessierten geöffnet. Dort will der „Kanal Trivial“ auch Interviews machen. Die ersten Ergebnisse aus den Stimmbezirken werden dort bereits gegen 18.20 Uhr erwartet. Das vorläufige Wahlergebnis wird Oberbürgermeister Marcel Philipp noch am Wahlabend bekannt geben.

Die Stadt Aachen informiert über die Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken und das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl auch im Internet auf der Homepage der Stadt unter aachen.de.

Wer von der Materialschlacht genervt ist: Es ist bald geschafft. Ab kommenden Montag werden alle Plakate wieder weggeräumt. Auch die (5 Männer, keine Frau) von der Piratenpartei.

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Dienstag im Bürgerforum: Expertenhearing Luftreinhaltung und Radverkehr in Aachen

Der Rat der Stadt Aachen hat Ende Januar 2017 beschlossen, im Bürgerforum ein Expertenhearing zum Thema Luftreinhaltung zu veranstalten. Dieses Expertengespräch ist für das nächste Bürgerforum am Dienstag, 9. Mai, um 17 Uhr im Sitzungssaal des Stadtrats im Rathaus vorgesehen. „Bei der Auswahl der Fachleute wurde besonderer Wert darauf gelegt“, so teilt das Presseamt mit, „dass sie unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen repräsentieren“.

 Folgende Experten werden an der Anhörung teilnehmen: Dr. Andreas Brandt (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), Immissionsschutz), Axel Heinzkill (Bezirksregierung Köln, verantwortlich für die Aufstellung des Luftreinhalteplans Aachen), Axel Welge (Deutscher Städtetag, Hauptreferent kommunaler Umweltschutz) sowie Vertreter der RWTH Aachen, vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), vom ADAC (Allgemeiner Deutscher Auto-Club), von der ASEAG und vom Märkte und Aktionskreis City (MAC).

 Ein weiteres Thema: Radfahren in der Innenstadt

Überdies werden sich – laut Presseamt – die Mitglieder des Bürgerforums mit einem Antrag des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zur Radverkehrsführung in der

Vor wenigen Tagen ist eine Radfahrerin unter einen Bus geraten. Sie soll sofort tot gewesen sein. Ein „Weißes Fahrrad“ erinnert an die junge Frau. Erst im September letzten Jahres kam es an der Schanz ebenfalls zu einem tödlichen Unfall.

Aachener Innenstadt beschäftigen. Dieses Thema hat eine besondere Brisanz angesichts des Verkehrsunfalls am Hansemannplatz, bei dem eine Radfahrerin tödlich verunglückte.

Der ADFC fordert in seinem Antrag, den Autoverkehr auf dem Grabenring zu vermindern, den Parksuchverkehr in der Innenstadt zu verringern, auf dem Grabenring und anderen innerstädtischen Straßen generell Tempo 30 einzuführen und ein Netz von ausgewiesenen Fahrradstraßen in der City zu erstellen.

War schon vor über 30 Jahren ein brandaktuelles Thema: die Gefährlichkeit des Aachener Straßenverkehrs für Fahrradfahrer. Hier ein Wandbild des Aachener Wandmalers Klaus Paier, entnommen aus der Wikipedia. Das Bild befand sich an einer Wand in der Gördelerstraße. Die dargestellte Situation kommt heute sogar noch öfter vor als damals. Über 300 mal im Jahr registriert die Polizei ganz offiziell verunfallte Radler im Straßenverkehr.

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400.000 Dollar „Finderlohn“ für ein Bild aus Aachen

Update: Ankauf des Blumen-Bildes von Balthasar van der Ast (1593 – 1657):

Der Ankauf wurde gestern im zuständigen Ausschuss beschlossen und zwar

Ein Bild von Blumenmaler Balthasar van der Ast, entnommen der deutschen  Wikipedia.

einstimmig: Um das Bild (36,6 cm X 27,7 cm) nach Aachen zurückzuholen, werden 400.000 Dollar (367.242, 00 Euro) ausgegeben. Aachen zahlt „nur“, wie es im Ausschuss von Seiten der CDU hieß, 55.442,00 Euro aus der Stadtkasse. Den Rest zahlen u. a. das Land NRW und die Kulturstiftung der Länder, letztlich ist auch dies das Geld der SteuerzahlerInnen.

Es handelt sich um ein Kunstwerk, das im und nach dem 2. Weltkrieg auf abenteuerlichen Wegen von Aachen aus schließlich nach New York in die Hände einer Dame geriet, die jetzt 400.000 Dollar „Finderlohn“ verlangt. Für ein Bild, das ohnehin unverkäuflich ist.

Gut, für das Geld, das allein Aachen zahlt, hätte man hier auch 11 Kulturinitiativen je 5000 Euro zukommen lassen können. Aber der Ausschuss (auch der Pirat im Ausschuss) setzte die Prioritäten anders. Die Stadtbibliothek hat kein Geld mehr für Neuanschaffungen? Egal, Hauptsache das alte Bild hängt wieder im Museum an der Wilhelmstraße (hoffentlich nicht im Depot).

Das kann man machen. Wir haben dieses Bild ja bisher sehr vermisst, nicht wahr? NICHT WAHR?

Das Bild: Eigentümerin ist die Stadt Aachen ohnehin, Besitzerin ist die Dame (Kunstsammlerin) in New York. Es ist angeblich 4 Millionen Dollar wert und heißt  „Blumen in einer Wanli-Vase“. Es wurde übrigens im Ausschuss als TOP 6 unter der Überschrift „Vertrag Ankauf Balthasar van der Ast ‚Blumen in einer Wanli-Vase'“ behandelt (Einzelheiten: hier).

Das Bild gelangte 1910 in die Sammlung des Suermondt-Museums, und zwar als Teil des Vermächtnisses von Adele Cockerill, der Schwägerin des Stifters Barthold Suermondt.

Wer das lesen kann, ist klar im Vorteil: Berichterstattung AZ.

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Kommunalpolitik in dieser Woche

Viele Aachener waren geschockt: Vergangenen Donnerstag ist eine Radfahrerin unter einen Bus geraten. Sie starb am Unfallort. Ein „Weißes Fahrrad“, Kerzen und Blumen erinnern jetzt an die junge Frau. Erst im September letzten Jahres kam es an der Schanz zu einem ähnlichen tödlichen Unfall. Die Politiker im Mobilitätsausschuss sind jetzt gefordert, Aachen muss sichere Radwege bekommen.

Morgen ist es mal wieder so weit. Um 17 Uhr trifft sich der Betriebsausschuss Kultur (Raum 207/208, Verwaltungsgebäude Mozartstraße).

In diesem Ausschuss wird wenig progressive Politik gemacht. Konservative Sozialdemokraten und konservative Christdemokraten versuchen, sich nicht  vom Museumschef (Suermondt-Ludwig-Museum) am Nasenring durch die Manege führen zu lassen.

Zunächst stellen sich aber morgen der Verein „ARTbewegt“ vor und die „Gesellschaft für zeitgenössische Musik“ (GZM). Danach wird es absurd: Es geht um ein Bild, das im Verlauf des 2. Weltkriegs aus dem Aachener Suermondt-Museum verschwand, das nun in den USA gefunden wurde, 4 Millionen Dollar wert ist (laut Expertengutachten) und gegen einen Finderlohn von „nur“ 400.000 Dollar nach Aachen zurückkommen soll.

Tja, wenn man einen Krieg anfängt, dann verliert man nicht nur Menschen und Land, sondern nicht zuletzt auch Kunst und andere Wertgegenstände. Und ich bin geneigt zu sagen: Das Bild ist selbstverschuldet weggekommen, nun bleibt es auch weg.
Mal sehen, was die PolitikerInnen dazu sagen. Die Kulturstiftung der Länder, die Siemens Stiftung, das Land NRW und zu einem kleinen Teil auch Spender wollen zusammen 321.800 Euro aufbringen, um das Bild nach Aachen zurückzuholen. Eigenanteil für Aachen: 55.442,00 Euro.

400.000 Euro aufbringen (Treuhandkonto und Rechtsanwaltkosten mitgerechnet?) um sich ein Bild des Malers Balthasar van der Ast (1593 – 1657) ins Museum an der Wilhelmstraße zu hängen (so als hätte es einen 2. Weltkrieg nie gegeben)? Gehts noch? Mir fehlt jedes Verständnis für diese Geldausgabe. Dargestellt sind übrigens Blumen.

Nächster Tagesordnungspunkt: Museumschef Peter Van den Brink wird 2020 eine große Dürer-Ausstellung veranstalten. Leider, möchte man sagen. Die Sache soll schon weit gediehen sein. Erwartet werden 100.000 (!) BesucherInnen. Der Ausschuss soll morgen (2. Mai) Auskunft über den Stand der Vorbereitungen erhalten.

Die Kosten für die Dürer-Schau werden auf 2.800.000 Euro geschätzt. Ingesamt soll alles aber vier (4!) Millionen Euro kosten, denn das Ludwig Forum und das Centre Charlemagne (am Katschhof gelegen) sollen zum Thema ebenfalls Ausstellungen machen, gleichzeitig. Auffallend ist, dass der Text, der über den neuen Sachstand informiert nahezu derselbe ist, mit dem über die Ausstellung ganz zu Anfang aller Überlegungen berichtet wurde.

***
Am Mittwoch, 3. Mai, tagt dann erneut der Rat der Stadt im Rathaus (Beginn: 17 Uhr). Wer Zeit hat, bleibt im Rat bis die Ratsanträge behandelt werden.

Der 4. von oben ist der Ratsantrag der Piraten, der schon in den „Aachener Nachrichten“ vorgestellt wurde. Die Piraten möchten, dass die Verwaltung einmal prüft, in welchem kulturellen und sportlichen Rahmen in Aachen eine Förderung des E-Sports möglich ist.

***
Zum letzten Termin der Sitzungswoche (Donnerstag, 4. Mai, 17 Uhr) treffen sich die Politiker im „Betriebsausschuss Theater und VHS“.  Der findet statt im Spiegelsaal des Stadttheaters, Theaterplatz. Der Spielplan 2017/2018 und der Konzertplan 2017/2018 von Stadttheater und Musikdirektion werden vorgestellt. Außerdem: Der Wirtschaftsplan 207/2018 wird vorgelegt und der Zwischenbericht der VHS zum 31. Dezember 2016 vorgestellt.
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Nachverdichtung an den Türmen

Vorne: Familienwohnungen. Hinten: einer der Wohntürme für Studierende zwischen Roermonderstraße und Lousberg.

Wohnungen sind Mangelware in Aachen. Jetzt will die Stadtverwaltung selbst noch mal Bauherr werden (allerdings nur bei einem Bürogebäude*), die Investoren schlagen zu, wo sie nur können, finden leere Grundstücke, an die kein Mensch mehr gedacht hatte, und nicht zuletzt will das Studentenwerk (neuerdings: Studierendenwerk), viele Wohnungen und eine Kita bauen – für den akademischen Nachwuchs. Gebaut wird aber nicht schon morgen, sondern erst mal langfristig geplant.

Und zwar zwischen den vier Wohntürmen, die gegenüber vom Bendplatz stehen. Dort ist ja tatsächlich noch viel ungenutzter Platz. „Nachverdichtung“ nennen das die Baufachleute.

Spannende Frage: Was soll denn nun eigentlich gebaut werden? 

Zunächst und zuerst eine Kita mit vier (oder auch fünf) Gruppen (integrativ, mit Außengelände und mit U3-Menschen),

175 – 200 Ein-Zimmer-Appartements,
 
25 – 35 Dreier-Wohngemeinschaften,
 
20 – 25 Familienwohnungen á 90 qm,
 

25 -30 Ein-Zimmer-Studios,

15 – 20 Zwei-Zimmer-Studios für Dozenten, die nur ein paar Wochen oder Monate in Aachen leben.

Hinzu kommen ein Café, ein kleiner Laden und eine Menge Stellplätze für Autos. Am Ende werden auf dem Gelände – am Fuße des Lousberg – wohl alles in allem 372 – 414 über 100 Stellplätze sein müssen (Vorschrift), zu viele, wie ich meine.

 

Was steht schon da? Zwei Türme mit je 17 Geschossen, zwei weitere Türme mit je 19 Geschossen und genau zwei Terrassen-Wohnanlagen mit über 50 Zwei-Personen-Wohngemeinschaften, die mal als Familienwohnungen geplant waren, aber niemand wollte. Alles in allem 947 Wohneinheiten für 1043 Personen. Wie gesagt: Die 947 sind schon da, wenn auch in teils erschreckend schlechtem Zustand, wie mir berichtet wurde. Das ganze Gelände rund um die Türme ist ziemlich heruntergekommen. Abgemeldete, verdreckte Autos und Sperrmüll hätte ich fotografieren können, war mir aber zu eklig. Ich war erschrocken, als ich jüngst noch mal da war.

Vier namhafte Architekturbüros sind eingeladen, dürfen Vorschläge machen für das für Aachen relativ große Projekt. In einem Wettbewerb wird eine prominent besetzte Jury den Gewinner ermitteln. Der bekommt dann 11.000 Euro netto, plus 5000 Euro Unkostenerstattung. Auch die anderen drei Teilnehmer-Büros gehen nicht leer aus.

1. Lacaton & Vassal Architectes Paris. mit Cyrille Marlin, Pau, Landschaftsarchitektur.

2. Molestina Architekten, Gesellschaft für Architekten mbH, Köln mit FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH.

3. rha /reicher Haase associierte GmbH, Aachen, mit Club L 94 Landschaftsarchitekten  GmbH, Köln.

4. Studio if+, Dipl.-Ing. Isabel Finkenwerder, Büro für Stadtentwicklung und räumliche Transformation, Köln, mit Daniel Schönle, Architektur und Stadtplanung, Stuttgart, mit Kraft.Raum, Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung, Krefeld.

 

Die Sache ist angelaufen. Es ist – soweit zu sehen – alles transparent und fair organisiert. Das Preisgericht tagt am 13. Juli. Danach wissen wir mehr. Möglicherweise auch, was das Mega-Projekt so in etwa kosten wird.

Hier wird weiter berichtet.

Zur Bebauung Luisenhöfe (Nähe Boxgraben/Südstraße) gibt es einen Leserinnenbrief, auf den hier eure Aufmerksamkeit gelenkt werden soll: https://uebergangshymne.com/2017/03/29/baut-reich-fuer-reich-bald-die-luisenhoefe/

*Zum Thema „die Stadt Aachen als Bauherr“ schreibt Herman Josef Pilgram (Grüne) auf Facebook: „Dass die Stadt Bürogebäude (für sich) baut, ist nichts Neues und nichts Besonderes. Sie baut ja auch Schulen, Museen, Kindergärten, etc. Da sie als Bauherr Erfahrung hat, kann sie deshalb auch Wohnungen bauen und sich ggf. auch noch der Kompetenz der gewoge bedienen. Die gewoge kann und soll natürlich auch bauen, die Gesellschaft gehört allerdings nicht zu 100 Prozent der Stadt, d.h. sie muss auch immer Interessen anderer Gesellschafter berücksichtigen.“

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Politik in dieser Woche

 

Wir leben in spannenden Zeiten. Eine Bewegung, die sich „Pulse of Europe “ nennt, ist auch in Aachen aktiv. Man schickte gestern einen Gruß nach Frankreich, wo die Gefahr besteht, dass Anti-Europäer das Präsidentenamt übernehmen.

Nach den Osterferien wird auch in Aachen wieder Politik gemacht. Den Anfang macht der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz (Dienstag, 25. April, 17 Uhr, Reumontstraße).

Behandelt wird dort unter anderem die weitere Förderung der Energieberatung der Verbraucherzentrale (Sitz der Beratungsstelle ist der Aachen-Münchener-Platz) durch die Stadt Aachen in den Jahren 2018 bis 2010. Tja, so eine Energieberatung ist was Feines, die Beratung hilft einem wirklich, Geld zu sparen.
Und auch wer sich für den Sachstand beim Mega-Projekt Zeelink interessiert, ist in diesem Ausschuss, der natürlich öffentlich tagt, richtig. Ferner wird das neue Landesnaturschutzgesetz vorgestellt, konkret: die Teile, die Aachen betreffen. Pauschal kann gesagt werden, dass die Natur jetzt umfangreicher geschützt werden muss als zuvor. (Derweil der Jahrhunderte alte Wald bei Düren fröhlich abgeholzt und die unter ihm liegende Braunkohle in den Ofen geschaufelt wird. Eine Sauerei allererster Klasse, für die uns die Nachfahren noch verachten werden.)
 
***
 
Nächster Ausschuss ist der Kinder- und Jugendausschuss (Dienstag, 25. April, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Saal 207/208). 
Dort ist für mich der Punkt „Kommunale Medienentwicklungsplanung für die Schulen der Stadt Aachen“ wichtig. Es obliegt dem Schulträger (Stadt Aachen),  diejenige Technik zu beschaffen, mit der sich die pädagogischen Anforderungen effizient und nachhaltig umsetzen lassen. Kosten: pro Jahr 1.765.000 Euro. Und das ist noch nicht mal eine gute Versorgung. Zeitgemäßes Lernen ist das nicht: Ab und zu mal den Computer anstelle des Buches nutzen. Es ist etwas ganz anders als das Lernen, wie wir es aus dem vorigen Jahrhundert kennen.
 
Wörtlich heißt es in der Vorlage: „Den Schulen soll eine ausreichende Anzahl Endgeräte zur Erreichung ihrer pädagogischen Ziele bereitgestellt werden. Als Richtgröße sollte allen Lernenden ein Endgerät in mindestens einer Unterrichtsstunde pro Unterrichtstag zur Verfügung stehen, was, abhängig von der jeweiligen Schulform, einer Berechnungsgrundlage von ca. 7 Schülerinnen und Schülern pro Endgerät entspricht.“
Endgeräte haben die Jugendlichen übrigens sowieso alle von Hause aus, außer den Grundschülern. Die Grundschulen sind nicht eingerechnet, die bekommen gebrauchte Rechner. 
 
 
 
***
 
 
Wir kommen zum Ausschuss für Arbeit, Wirtschaft und Wissenschaft am Mittwoch, 26. April, 17 Uhr, Sitzungssaal Haus Löwenstein, Markt).
Interessant finde ich hier den Punkt: Revitalisierung Aachen Nord. Was wird mit dem Gewerbegebiet entlang der Jülicher Straße bis Haaren geschehen? Die Verwaltung schlägt vor, dort neue Unternehmen (von denen gar nicht wenige beim Oberbürgermeister anklopfen mit dem Wunsch nach Gelände) anzusiedeln. 
 
Unter dem Punkt „Handlungsfelder Digitalisierung“ steht: „Die Digitalisierung (ist) eines der Schwerpunktthemen des Fachbereichs Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten, um die Aachener Unternehmen in der Komplexität des Themas zu begleiten und tatkräftig zu unterstützen.“ Da lachen die Unternehmen. Die Unterstützung wäre umgekehrt wohl eher möglich.

Und weiter heißt es: „Die einzelnen Handlungsfelder ‘Digitalisierung‘, in denen die Wirtschaftsförderung aktuell und zukünftig tätig ist, werden im Rahmen des Ausschusses mündlich vorgestellt.“ Kopf auf Tisch . . . . Gebt den Unternehmen schnelles Internet, auch in den Randbereichen von Aachen, dann helfen die sich schon selbst durch die digitale Revolution.

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Der Sozialausschuss muss hier übergangen werden, es ist vermutlich das übliche soziale Elend, das behandelt wird (z. B. 1500 Aachener Haushalte haben kein Geld  für Strom und bekommen auch keinen). Die Reichen unserer Tage sind sehr gierig und verantwortungslos, für die Armen bleibt immer weniger übrig. (Donnerstag, 27. April, 17 Uhr, Ratssaal, Rathaus) .

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Die Mitglieder des Mobilitätsausschuss treffen sich am Donnerstag, 27. April, um 17 Uhr im Sitzungssaal 170 des Verwaltungsgebäudes Marschierter, Lagerhausstraße).
Es geht mal wieder um das Radvorrangnetz (Motto: „Komfortabel und sicher mit dem Fahrrad aus den Außenbezirken in die Innenstadt“), von dem ungefähr halb Aachen träumt, auf das wir aber noch viele, viele Jahre warten müssen, wie ich persönlich es einschätze.
Dabei ist unverzügliches Handeln angesagt, der Autoverkehr muss reduziert werden, die Leute müssen Lust bekommen, aufs Fahrrad umzusteigen. Denn: Der Grenzwert für Stickoxid wurde 2016 – wie in den Vorjahren – nicht eingehalten; der Fachbereich Umwelt geht davon aus, dass ohne deutlich eingreifende Maßnahmen der Grenzwert erst 2025 eingehalten werden kann. Bis dahin macht uns ohne Unterlass die schiere Atemluft krank. Krank werden durch Atmen, da muss man sich mal genau überlegen, ob man das will!

In diesem Ausschuss sind die Piraten durch Matthias Achilles bestens vertreten. Es ist – nebenbei gesagt – in einem Ausschuss, wo CDU und SPD eine Koalition bilden, ungeheuer schwer, sich Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wäre schön, wenn man da immer zu zweit wäre. Aber das hat der Wähler/die Wählerin zu entscheiden.

  ***
Über den Schulausschuss (Donnerstag, 27. April, 17 Uhr, Raum 207/208, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) informiert euch hier  und hier mein Kollege Michael Sahm (z. B. über Schülerzahlen), durch den sich die Piraten Aachen im Bereich Schulen sehr gut vertreten fühlen.
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