Zwei neue Spielplätze, gut angelegtes Geld

150 Meter vom Markt entfernt: ein gänzlich neu hergerichteter Spielplatz.

Der Spielplatz an der Augustinergasse ist komplett neugestaltet und wurde nach rund drei Monaten Bauzeit jetzt offiziell eröffnet. Die Beverstraße hat ebenfalls einen komplett neuen Spielplatz bekommen. Der liegt etwas zurück und wird am Freitag, 15.30 Uhr, eingeweiht. Wenn man die Begeisterung der Kinder (die man als Fremder nicht einfach fotografieren darf) sieht, sind beide Spielplätze ein Gewinn für Aachens Kinder.

Der Spielplatz am Ende der kleinen Gasse, die von der Kockerellstraße abgeht, war schwer in die Jahre gekommen. Bei der Planung und Umgestaltung wurden viele Wünsche berücksichtigt. Renate Prömpeler, bei der Stadtverwaltung zuständig für diese Beteiligungsformate, teilte mit: „Es ist wichtig, vor den Planungen immer die mit einzubeziehen, die das Spielangebot später nutzen sollen – vor allem die Kinder, aber auch die Eltern.“

Erste Pläne mussten angepasst werden, denn: Während der Arbeiten wurden Mauerreste eines Klosters gefunden, und unter den Bäumen sind Leitungen, von denen niemand etwas wusste. Einer der alten Klostersteine dient nun als Sitzmöglichkeit auf dem Spielplatz.

Es gibt dort jetzt ein Kicker, eine neue Tischtennisplatte und eine Hangelstrecke, Trampolin, Reckanlage und einen Kreisel. Ein neuer Fallschutz aus Kunstsoff ersetzt den alten Flickenteppich. Zudem wurden zwei leere Baumstandorte neu bepflanzt und zwei andere Bäume durch junge, ökologisch wertvolle Bäume ersetzt.

Am Rande des Spielplatz: eine Pizzabox. Pizzakartons landen oft falsch im Papiercontainer, sind aber kein Papier.

Die Stadt hat für diesen Spielplatz, nur rund 150 Meter von Rathaus und Markt entfernt, 165.000 Euro investiert – es ist gut angelegtes Geld.

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Passend zum Regenwetter: Heute ins Museum

Heute ist Familientag im Centre Charlemagne. Das Stadtmuseum von Aachen zeigt „Römer in der Euregio“ am heutigen Sonntag, 30. Juni. Von 10 bis 18 Uhr geht es um die Zeit, als die Römer uns die Schrift brachten. Der Eintritt ist frei.

„Wer schreibt, der bleibt!“ lautet ein altes Sprichwort, das bereits auf die Römer in unserer Gegend zutrifft. Erst mit der Etablierung der römischen Herrschaft an Maas und Rhein zieht auch eine Schriftkultur in unseren Breiten ein. Das Lesen und Schreiben waren zuvor nahezu unbekannte Fähigkeiten.

Die Wissenschaftler schreiben: „Erstmals kennen wir Namen von einzelnen Personen, die in unserer Gegend lebten, wissen wir etwas über ihre Berufe und ihre Sehnsüchte und kennen einige Familienbeziehungen. Liebe und Hass, Stolz und Frömmigkeit sprechen aus den textlichen Hinterlassenschaften der Römer.“

Links: Fernweh oder Heimweh? Ein in den Wandputz geritztes Graffito „ROMA“ aus der Krämerstraße in Aachen.

Foto: Andreas Schaub

Was die überlieferten Texte über den Alltag der Menschen, ihren Glauben, ihr politisches Leben aussagen, was für Inschriften überhaupt erhalten oder anders überliefert sind und wie heutige Forscher mit dieser Überlieferung umgehen, ist noch bis zum 1. September Thema der Ausstellung „Wer schreibt, der bleibt! Als die Römer uns die Schrift brachten“ im Centre Charlemagne am Katschhof.

Das Programm:

10. bis 11., inklusive Führung für sehende und nichtsehende Gäste durch die Wechselausstellung mit Juliane Becker.

11 bis 18 Uhr, Projektvorstellung mit Schülerinnen und Schülern des Heilig-Geist-Gymnasiums Würselen. Das Forum von Aquae Granni: Die Bauinschrift Kaiser Traians – Visitenkarte und Ticket in die Vergangenheit. Denkmal-aktiv-Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 2023/24.

11.30 bis 12.30 Uhr, Kuratorenführung, Wer schreibt, der bleibt! Ein Rundgang durch die Sonderausstellung mit Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne.

14. bis 16 Uhr, Familienführung und Workshop, „Schreiben wie die alten Römer“, mit Sabine Blazy.

14 bis 17 Uhr, Gesprächsrunde, „Frag doch mal den Klaus!“ Alles, was ihr schon immer über die alten Römer wissen wolltet. Mit Professor Dr. Klaus Scherberich, RWTH Aachen, der die Fragen kleiner und großer Leute beantwortet.

15 bis 16 Uhr, Führung durch die Sonderausstellung, Wer schreibt, der bleibt! mit Marco Meyer.

16 bis 17 Uhr, Führung für Familien mit Kindern im Grundschulalter, Wer schreibt, der bleibt! mit Sabine Blazy

17. bis 18 Uhr, Expertenführung, Rundgang durch die Römerabteilung des Centre Charlemagne und Begutachtung ihrer archäologischen Funde, mit Andreas Schaub, Stadtarchäologe.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Zeit, dass sich was dreht

Heute wird’s wichtig: Deutschland gegen Dänemark bei der Euro2024.

Blick in die geschmückte Zeppelinstraße.

Man stelle sich vor, die Mannschaft kommt heute weiter und wird Europameister – die Zeppelinstraße wird man nicht mehr wiedererkennen. Links im Bild sieht man übrigens noch ein SPD-Wahlplakat; aber die Partei der Studienräte und Rechtsanwälte bekommt in dem Viertel kein Bein mehr auf die Erde. Aus bekannten Gründen. Da können sie die Wahlplakate noch Monate hängen lassen.

Links im Bild zu sehen: die original 50er-Jahre Kneipe „Zeppelin Eck“. Ein Schmuckkästchen, man glaubt es nicht. Sollte sich da mal die Inhaberin zur Ruhe setzen, müsste eine (Forster) Bürgerinitiative sich bilden, die kleine Lokalität anmieten und einen Bürgertreff/Café einrichten. Die Gaststätte wäre ideal geeignet.

Aber jetzt die wichtige Frage: Wie geht das Spiel gegen Dänemark heute aus? Egal, Hauptsache Sieg. Damit die Feierei noch eine Weile so weitergeht. So viel fröhliches Singen und Tanzen auf den Straßen sieht man im Sommer sonst selten.

Zehntausende Fans sind aus ihren Ländern nach Deutschland gekommen, haben ihre Lieder und Späße mitgebracht, allen voran die Schotten und die Niederländer. Aber auch die Fans aus Österreich und Albanien scheinen sich im Urlaubsland Deutschland pudelwohl zu fühlen. Das ist wunderbar. Bezüglich Fußball gibt es ja nur eines, worauf man stolz sein kann: dass Deutschland ein guter Gastgeber ist. Alle Welt fühlt sich wohl bei uns – wohler als in Katar und Russland.

Was wissen wir über die Dänen? Ihr Land hat ein Tempolimit für Pkw und ist Fahrrad-Weltmeister. Außerdem wird es von einer Frau regiert, sympathisch, und in der Hauptstadt Kopenhagen ist der drittgrößte Brauereikonzern der Welt ansässig. Na dann, prost.

Friedrich Küppersbusch mit einer launigen Ansprache: https://www.youtube.com/channel/UCIvthGRDv___2gL2JGiDryQ/join

Etwas Musik: Saxofonspieler auf der Fanmeile.

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Ein Leben ohne Fußball ist möglich. Es gibt ja noch die Tour de France, den CHIO, Wimbledon und demnächst Olympia

„Pferd und Sinfonie“ wird im Dressur-Stadion des ALRV zweimal aufgeführt. Diesmal zum ersten Mal mit dem für Aachen berühmten Taschentuchwinken zum Finale. Eine sehr zu Herzen gehende Angelegenheit, zumindest für Aachener*innen. Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Christopher Ward. Mit von der Partie: der Jugendchor des Theater Aachen. Gesang: Inga Wer. (Das ist ein Video, bitte klicken. Und wer die gesamte Veranstaltung auf Youtube sehen will, hier klicken . Zusätzlich hier ein ausführlicher Bericht.

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Parken am Straßenrand wird teuer

Der Rat der Stadt hat nach hitzigen Diskussionen mit Mehrheit (36 Ja- und 15 Nein-Stimmen) beschlossen, die Gebühren für Bewohnerparkausweise in Aachen zu erhöhen. „Die zukünftigen Gebühren orientieren sich in erster Linie am tatsächlichen Flächenverbrauch“, teilt die Verwaltung mit. Die Formel laute: Länge mal Breite mal 30 Euro pro Quadratmeter. Hinzu komme eine Aufwandsgebühr in Höhe von 15 Euro. Hinweis: Die Kraftfahrzeugmaße stehen in Millimeterangaben im Fahrzeugschein. 

Die erhöhten Gebühren bedeuten zum Beispiel: Für einen Smart EQ fortwo ist in Zukunft eine Gebühr in Höhe von rund 150 Euro pro Jahr zu zahlen, ein VW Golf 8 schlägt mit rund 245 Euro im Jahr zu Buche und für einen Mercedes Van der V-Klasse wird ein Betrag von mindestens 300 Euro pro Jahr fällig. 

Der genaue Termin, wann die neue Gebührenregelung in Kraft tritt, werde frühzeitig bekanntgegeben, so heißt es weiter. Und: „Alle Ausweise, die vor dem Umstellungsdatum ausgestellt worden seien, gelten weiter bis zum Ablauf der bisherigen 12-Monatsfrist.“ Neue Ausweise könnten frühestens vier Wochen vor Ablauf des gültigen Ausweises beantragt werden.

Neu ist zudem, dass die Stadt die Ausweise in Zukunft auch für kürzere Zeiträume von drei und sechs Monaten ausstellen kann. 

Das übliche Bild in fast jeder Straße in Aachen (hier: Weberstraße). Der öffentliche Raum wird genutzt, um sein Auto abzustellen. Bisher musste dafür nur eine kleine Gebühr bezahlt werden. Foto: AachenNews Archiv

Die zukünftigen Bewohnerparkausweise können wie bisher online beantragt und direkt ausgedruckt werden. Sie sind aber weiterhin auch erhältlich in den Bürgerservice-Stellen und in den sechs Bezirksämtern der Stadt. 

s. auch: www.aachen.de/bewohnerparken

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Schöne Aktion: „Jahre in Aachen“

Große Zahlen, kleine Zahlen: Man kann derzeit erkennen, wie lange ein Geschäft in Aachen (z. B. in der Körbergasse) schon existiert. Direkt gegenüber: ein Goldschmiedemeister.

243 Läden machen mit, 12 Interessen- und Straßengemeinschaften sind dabei, beim gemeinsamen Projekt. Die Aktion „Jahre in Aachen“ zeigt, wieviele schöne Geschäfte es schon seit Jahren in der Stadt gibt. Die Zahlen waren schon im Mai und Juni zu sehen, aber auch im Juli werden sie nicht entfernt.

„Ihr findet jeweils einen Aufkleber mit der entsprechenden Jahreszahl auf den Schaufenstern“, teilen die Geschäftsleute mit. Unglaublich interessante Geschichten stünden hinter den Zahlen. Da gibt es Familienunternehmen in 5. Generation, länger als 360 Jahre in Aachen, spannende Übernahmen durch Mitarbeiter, ganz junge Geschäfte mit ausgefallenem Sortiment – alles ist dabei.

Sie alle helfen mit ihrem Geschäftssinn, die Innenstadt attraktiv und liebenswert zu gestalten.

Mehr Infos: hier und hier

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Aachen hat jetzt eine Senfonie

Die historische Senfmühle Monschau hat eine Zweigstelle in der Innenstadt eröffnet. Es gibt Senf in exquisiten Variationen.

Am Tag der Eröffnung schon gut besucht: die neue Senfonie in der Kleinmarschierstraße 41.

Leerstände, wohin das Auge blickt. Und jeder weitere wird – als wollte man uns die Laune restlos verderben – in der örtlichen Zeitung mit Fotos vor uns ausgebreitet. Ganz unverhofft gibt es jetzt eine Eröffnung: Ruth Breuer aus Monschau hat in der Kleimarschierstraße ihre Senfonie eröffnet.

Dort gibt es nicht einfach Senf, es gibt 23 Sorten Senf, die mit dem gewöhnlichen Senf von Netto und Aldi nicht vergleichbar sind. Senf kombiniert mit Tomate, Curry, Knoblauch oder Estragon, mit Limone, Orange, Feige oder anderen Köstlichkeiten. Außerdem gibt es Hanföl, Essig, Marmelade, Honig und Pralinen, auch feinste Vollmilchschokolade mit einem Hauch Johannisbeeren-Senf. – Achtung: Was besser schmeckt als aus dem Supermarkt ist auch teurer.

Auf 60 Quadratmetern darf vor dem Kauf probiert werden, was Ruth Breuer in Monschau in 4. Generation herstellt. Wie man in dem Laden lesen kann, hat einst Emil Breuer mit der Senf-Produktion begonnen. Fotos aus jenen Tagen hängen an der Wand.

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Im Stadtpark geht es rund: Vereine und andere Ehrenamtler stellen sich vor

Unter dem Titel „Aachen zeigt Engagement“ verwandelt sich der Stadtpark am Sonntag, 23. Juni, ab 10.30 Uhr erstmals in ein Fest der ehrenamtlichen Arbeit und des gemeinnützigen Engagements. Dort wird das stadtweite Engagement von Vereinen, gemeinnützigen Organisationen, studentischen Initiativen und lockeren Zusammenschlüssen der Zivilgesellschaft in einem neuen Format präsentiert.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen eröffnet die Veranstaltung an der Musikmuschel im Stadtpark, nachdem die Bigband Nütheim/Schleckheim bereits ab 10.30 Uhr mit Musik die Gäste in Empfang nimmt. Moderator André Schnitker führt im Anschluss durch einen kurzen Talk rund um die Themen „Unternehmen fördern Vereine“, Ehrenamtsförderung, Sponsoring, Aachener Vereinswesen sowie Unternehmensengagement.

Das Programm des Aktionstags hält bereit: Yoga, Gitarrenmusik, Theatersketch mit Bigband Musik, Cheerleading mit indischem Tanz, Kampfkunst mit Singkreis, Märchentante mit Karneval, American Football mit Squaredance und ein Klimaband wird ausgerollt.

Eine bunt gemischte Liste besonderer Aktionen finden an den Ständen statt. Darunter: Wasserraketen, Glücksräder, Lichtgewehrschießen, Wurmkompostierungskiste, Katzenschmusekissen, Luftballonaktion, Basteln von Jonglierbällen, Erzählsofa, Sand-Siebe-Becken, Hüpfburg, Diabetes-Check, ukrainische Souvenirs, Bienen, Flaniermobile, ein Holzpferd, Flagfootball, ein Wasserstoffauto sowie von lokalen Künstler*innen gestaltete Postkarten.

Informationen zur Veranstaltung werden laufend aktualisiert auf www.aachen.de/engagement

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Lächelndes Gesicht, trauriges Gesicht: 35 kommen noch hinzu

Kleiner Einsatz große Wirkung. Die Gesichter am Straßenrand, die je nach Geschwindigkeit der Fahrzeuge lächeln oder traurig sind, erzielen den beabsichtigten Effekt. Sie regulieren den Verkehr, bzw. sie sorgen für den erhofften „Fuß-vom-Gas-Effekt“. Die Stadt hat deshalb 35 weitere Dialog-Displays eingekauft.

35 weitere Displays (s. links) werden in den kommenden Wochen von der Regionetz GmbH vor Grundschulen montiert. – Rechts wird übrigens das leerstehende Pfarrheim der Mataréstraße vollkommen entkernt, und die Fassade wird erneuert.

Dialog-Displays gibt es im Umfeld von Aachener Grundschulen. In diese Displays ist eine Technik eingebaut, die eine Geschwindigkeitsmessung mit Auswertung erlaubt. „Etwa 85 Prozent der Verkehrsteilnehmenden“, so teilte die Verwaltung jetzt mit, „halten sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer vor den Grundschulen“.

Hier werden sie aufgehängt

Die Gemeinschaftsgrundschulen (GGS) Oberforstbach, Schönforst und Richterich, die katholischen Grundschulen (KGS) Michaelsbergstraße und Forster Linde sowie die Lindenschule an der Tonnbrennerstraße erhalten nun erstmalig ein Display. 

An den folgenden Grundschulen wird ein zweites Display aufgehängt: GGS Gerlachschule, GGS Laurensberg, GGS Vaalserquartier, GGS Walheim, KGS) Am Römerhof, KGS Auf der Hörn, KGS Beeckstraße, KGS Birkstraße, KGS Feldstraße, KGS Hanbruch, KGS Höfchensweg, KGS Karl-Kuck-Schule, KGS Luisenstraße, KGS Marktschule Brand, KGS Passstraße, KGS Verlautenheide, Montessori-Grundschule Mataréstraße, Montessori-Grundschule Reumontstraße, Vincerola-Montessori-Grundschule, GGS Am Höfling, GGS Brander Feld, GGS Brühlstraße und Peter-Härtling-Förderschule.

***

Personen, die als Nachbarn einer Schule den Autoverkehr morgens und mittags beobachten können, wünschen sich, dass ihre Straße eine halbe Stunde vor Schulbeginn für Pkw gesperrt werden möge. Damit die Kinder allein und sicher zur Schule gehen können.

Sperren könnte man eine Straße etwa durch Poller, die man leicht auf- und abbauen kann. Kürzlich wurde berichtet, dass dies neuerdings gestattet ist. Soweit bekannt, soll dies auch in Aachen vor einer Schule ausprobiert werden.

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Im Juni 1977: die „Aachener Printenschwestern“ feiern. Plakat von Klaus Paier.

Das Aachener Stadtarchiv stellt regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats vor. Jetzt ist das Archivale des Monats ein Plakat aus dem Jahr 1977 von Klaus Paier für das Männerfest der „Aachener Printenschwestern“. (Wir berichten in Auszügen, was das Stadtarchiv zu den Vorgängen von 1977 mitteilt.)

Das Plakat lud zum Männerfest der „Aachener Printenschwestern“ am 15. Mai 1977 in den Malteserkeller ein. Gezeichnet hat es der Künstler und Aktivist Klaus Paier (1945-2009), der vor allem durch seine Graffiti- und Streetart-Arbeiten in Aachen und Köln bekannt ist.

Homosexualität zwischen Männern war von 1871 und 1994 in Deutschland nach Paragraph 175 StGB strafbar und wurde in unterschiedlicher Intensität juristisch verfolgt – während der NS-Zeit bis hin zur Inhaftierung und Ermordung in Konzentrationslagern. Die mangelnde Aufarbeitung und fehlende Würdigung der Opfer führte in der frühen Bundesrepublik zu einer Situation, die ein Aachener Aktivist der Schwulen-Bewegung rückblickend als „Friedhofsruhe“ beschrieb.

Ein Spielfilm verändert alles

Im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre entstanden in zahlreichen deutschen Städten, so auch in Aachen, schwul-lesbische Aktionsgruppen. Auslöser in Aachen war die Aufführung des Spielfilms „Nicht der Homosexuelle ist pervers . . .“ von Rosa von Praunheim, der im Juni 1972 von Kölner Aktivisten an der RWTH Aachen gezeigt wurde.

Die Aachener Gruppe gab sich den Namen „Gesellschaft für Sexualreform“. Sie organisierte kulturelle und gesellige Veranstaltungen, trat aufklärerisch in die Öffentlichkeitsarbeit ein und kämpfte politisch für die Abschaffung des Paragraphen 175. Dabei erlebte sie neben Zuspruch auch Ablehnung. Als die Stadt Aachen einen Informationsstand der Gruppe untersagte, kam es 1976/77 zu einem Rechtsstreit in mehreren Instanzen bis hin zum Bundesverwaltungsgericht. 

Eine erste größere Veranstaltung war das „Männerfest“: „Zusammen mit Männern aus den Aachener Männergruppen (den Männern also, die nicht mehr nach der althergebrachten Rollenverteilung ‚Harter Macker, süßes Frauchen‘ leben wollen) organisierten wir einen schönen langen Abend in einem Kellergewölbe. Es gab Malwände, Schminktisch, Fummelstände (Wie kommt der bärtige Mann in das rosa Negligé?), Lieder, Selbstdarstellungen und ein kleines Theaterstück über das Verhältnis von Männern zu ihrem Körper und ihrer Sexualität.“ 

Eine nichtbinäre Person

Ganz im Sinne der „Printenschwestern“ zeigt Paier auf dem Plakat eine elegante, selbstbewusste, nichtbinäre Person, die durch Kleidung und Schminke gleichwertig als männlich und weiblich gelesen werden kann. Er/sie steht vor einem Fenster voller Sonnenstrahlen – ein Sinnbild für Optimismus.

Quellen: Stadtarchiv Aachen, Sammlung Zivilgesellschaft, SLG 117-5007. Das Zitat stammt aus dem Reader: Materialien zur Geschichte der Aachener Schwulengruppen seit 1972, Verfasser unbekannt, Stadtarchiv Aachen, SLG 117-146.

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