Polen wählt. Was zeigen die Wahlergebnisse?

Am kommenden Sonntag gibt es Wahlen in einem Land mit total gespaltener Gesellschaft: in Polen. Es geht, wie es scheint, um alles. Den einen geht es in Polen nur noch um möglichst viel Religion, Familie und Vaterland. Die anderen bevorzugen eine offene, freiheitliche Gesellschaft.

Die EUROPE DIRECT Zentren Aachen, Bocholt und Kreis Gütersloh laden drei Tage später zu einer Analyse der Wahlergebnisse ein. Die kostenlose Online-Diskussion findet statt am Mittwoch, 18. Oktober um 19 Uhr .

Berichten und mit dem Publikum diskutieren werden Malgorszata Burek und Siebo Janssen. Burek lebte lange Zeit in Polen, bevor sie in Deutschland Übersetzerin wurde. Sie ist Mitbegründerin von „Mitte 21“, einem Verein zur Förderung der Völkerverständigung und der Demokratie in Polen. Janssen ist ein Historiker und Politologe aus Bonn.

Die Zoom-Videokonferenz wird von Jochen Leyhe moderiert. Die kostenlose Anmeldung erfolgt auf der Website von EUROPE DIRECT Aachen unter www.ogy.de/Polen-2023. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung umgehend zugesendet.

Grafik: Stadt Aachen/EUROPE DIRECT
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Altstadtquartier Büchel: Wie geht es jetzt weiter?

„Was wird denn jetzt aus dem Büchel, dem Ex-Parkhaus-Grundstück?“ „Bleibt das Gelände jetzt immer so frei?“ „Das wäre doch schön, wenn das nicht bebaut würde, Steinschluchten haben wir ja in der Innenstadt genug.“ – Diese und ähnliche Fragen haben sich bei AachenNews angesammelt. Und die Antwort ist: Es geht weiter.

Damit der Büchel zu einer qualitätvollen Ecke von Aachen umgestaltet werden kann, müssen planungsrechtliche Grundlagen geschaffen werden. Die Politiker*innen haben eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. Die läuft von Montag, 16. Oktober, bis Freitag, 10. November, im Foyer des Verwaltungsgebäudes Am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, zu den üblichen Öffnungszeiten.

Wird am Rand, soweit bekannt, sehr dezent bebaut: das Büchel-Grundstück. Grundentwurf s. hier. Foto: AachenNews Archiv

Zusätzlich bietet die Verwaltung am Dienstag, 24. Oktober, um 18 Uhr einen Anhörungstermin für alle an – ebenfalls im Foyer des Verwaltungsgebäudes Am Marschiertor. Die Unterlagen stehen unter www.aachen.de zur Verfügung. „Dort können Bürger*innen Kommentare direkt online abgeben“, teilt die Verwaltung mit.

Wichtig: Man will den Puff von Aachen nicht aus der Innenstadt rauswerfen, nicht an den Rand der Stadt verbannen. Er bleibt dort, wo er seit Jahrhunderten war, in der Antoniusstraße. Aber: Der Rotlichtbezirk wird kleiner und konzentrierter, er bleibt irgendwie sichtbar und sozialkontrolliert im Innenstadtbereich erhalten. Insgesamt soll der Stadtgesellschaft mit dem Büchel-Gelände ein vielfältiges grünes Aufenthaltsangebot gemacht werden. 

Weitere Infos und Kontaktadressen unter www.aachen.de/bauleitplanung. Dort könnt ihr auch den Newsletter „Bauleitplanung“ abonnieren.

Quelle: Stadt Aachen, Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing

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Großbaustelle im Landschaftsschutzgebiet am Gemmenicher Weg

Bei einer kleinen Radtour hinaus ins Grüne passiert es: Man steht plötzlich vor einer Baustelle und fragt sich „Was ist denn da los?“ Mitten im Landschaftsschutzgebiet am Gemmenicher Weg in Aachen wird umfangreich gebaut. Wie kann das sein?

Ein Schild, ein Zaun und Bauarbeiten in nicht gerade kleinem Umfang mit Versiegelung einer großen Fläche – darüber staunt man am Gemmenicher Weg.

Auch der SPD in Laurensberg sind die Bauarbeiten aufgefallen, und zwar schon im Mai diesen Jahres. In der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung (18. Oktober) steht die Anfrage der Sozialdemokraten (mit Datum von Mai 2023) auf der Tagesordnung. Man will wissen, was da entsteht und vielleicht auch, wie das genehmigt werden konnte.

Spoiler: Viel Einfluss wird die Politik mit der Anfrage nicht mehr nehmen können, die Bauarbeiten sind schon ziemlich weit fortgeschritten.

Wer länger nicht am Gemmenicher Weg ins Grüne hineinspaziert ist, wird überrascht sein. Dort störten Baumaschinen die Idylle. Baut sich da jemand eine Luxusvilla, ein Hotel oder was? Auch die SPD in der Bezirksvertretung (Mittwoch, 18. 10., 17.30 Uhr) möchte mehr Infos.

Hans Falk vom Aachener Baumschutzbündnis weiß mehr: Es werde auf städtischem Grund der Bau eines neuen Bauernhofs mit Wohnhaus und einer Halle für Landmaschinen errichtet. Angeblich werden mehrere tausend Quadratmeter Fläche versiegelt. Alles sei im nicht-öffentlichen Teil des Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss diskutiert und auch genehmigt worden.

Ein neuer Bauernhof? Wo es doch in der Eifel Höfe geben soll, die leider aufgegeben werden? Fragen über Fragen. Und was ist mit der Artenvielfalt, bleibt die erhalten? Was ist mit der Kaltluftzufuhr am dort fließenden Dorbach? Wird die Kaltluft die Aachener Innenstadt noch erreichen?

Unbekannte haben ihrem Unmut schon Luft gemacht und direkt neben der Baustelle ein Menetekel hinterlassen:

Da steht: „Landschaftsschutz? Da scheiss ich drauf!!!! gez. Ihr Biolandwirt“ (Auf das Foto klicken, dann kann man es lesen.)

Selbst wenn rein rechtlich alles in Ordnung ist, so ist es doch bedauerlich, dass ein Landschaftsschutzgebiet nicht besser von Neubauten freigehalten werden kann. Dass der Schutz-Aspekt beim Landschaftsschutz eine dermaßen kleine Rolle spielt, eine so geringe Schutzintensität besitzt, das überrascht. Vor was schützt denn eigentlich der Landschaftsschutz die Landschaft? Zeit, dass sich die Grünen im NRW-Landtag ein neues Gesetz ausdenken.

UPDATE: Auch die lokale Tageszeitung berichtet heute von dem Bauvorhaben eines sog. Biobauern. Besonders bio ist so ein Bauvorhaben eigentlich nicht. Oder? Am Ende sind die Möhren zwar ganz bio, aber die Landschaft ist hin. Hier klicken.

Bisher gab es am Gemmenicher Weg nur dezente, quasi filigrane Neuerrichtungen. z.B. wurde mal ein Zaun gebaut, der sieht dann so aus, s. unten

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Was wird aus den gigantischen Becken, die nach dem Braunkohle-Abbau übrig bleiben?

Die Fraktion Die Linke/Volt (im Regionalrat Köln) fordert eine Neubewertung des Themas: Befüllung der Restseen im Rheinischen Revier

Einfach 60 Jahre lang Wasser aus dem Rhein einfüllen? Geht das? Eine Fraktion im zuständigen politischen Gremium, dem Regionalrat, hat erhebliche Bedenken. Doch worum geht es genau? 

Im Rheinischen Revier ist als Renaturierungsmaßnahme, um die Wunden der Natur zu schließen, die Anlage großer Seen geplant. Diese sollen laut den Plänen der Landesregierung hauptsächlich durch eine Pipeline vom Rhein aus gefüllt werden. Das Pumpwerk ist bei Dormagen geplant, und mit der Binnenschifffahrt auf dem Rhein gibt es bereits ein Abkommen, welches die Pegelstände festlegt, ab denen Wasser entnommen werden darf.

Gigantische Löcher sind entstanden, da wo Braunkohle gefördert wurde. Die Becken sollen zu riesigen Seen werden, die das Klima bis Aachen und darüber hinaus verändern werden. Füllen soll diese Becken das Wasser aus dem Rhein. Wird dann auf dem Rhein noch Schifffahrt möglich sein? Wird der Rhein überhaupt noch lange genug Wasser führen?

Von Anfang an gab es kritische Stimmen zu diesem Projekt – von Umweltschützenden und nicht zuletzt auch von der Gemeinde Dormagen: In den letzten Jahren ist es bereits zu langen Phasen von Niedrigwasser gekommen. Weitere Trockenjahre dürften sich negativ auf die Wasserverfügbarkeit und die Grundwasserstände auswirken. Bereits jetzt wird die benötigte Zeit zur kontinuierlichen Befüllung der geplanten Seen auf 60 Jahre geschätzt.

In der Frankfurter Rundschau erschien am 04.10.2023 ein Artikel, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass die Quelle des Rheins in 30 Jahren versiegen könnte. Obwohl der Rhein sich auch aus seinen Zuflüssen Mosel, Main und Neckar speist, werden sich daraus erhebliche Veränderungen nicht nur für Schifffahrt, Transport, Industrie, Wirtschaft und Landwirtschaft, sondern insgesamt für Wasserqualität und -verfügbarkeit ergeben.

Für die Fraktion DIE LINKE/Volt im Regionalrat Köln sind dies gewichtige Gründe, um über eine Neubewertung des Projektes zu beraten.

„Vor allem im Hinblick auf den Klimawandel müssen wir die Machbarkeit des Projektes in Frage stellen”, sagt Beate Hane-Knoll, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion Die Linke/Volt und Mitglied im Braunkohleausschuss im Regionalrat.

Friedrich Jeschke, Fraktionsvorsitzender, stellt klar: „Die Fraktion Die Linke/Volt fordert, dass die Planung zur Renaturierung im Rheinischen Revier durch das Anlegen von großflächigen Seen auf den Prüfstand kommt.“ 

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Foto vom Tagebau Garzweiler: Hier. Der Tagebau ist so groß in seinen Dimensionen, er ist schwer zu fotografieren. 

Das Rheinische Braunkohlerevier befindet sich in der Nachbarschaft der Stadt Aachen. In der alten Kaiserstadt meinen Laien gelegentlich, man sei von Maßnahmen in diesem Revier nicht betroffen. Eine fatale Fehleinschätzung. Das Rheinische Revier.

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Ein Zeichen der Solidarität mit Israel

Vor dem Rathaus wurde jetzt, neben der Ukraine-Flagge, die Flagge Israels gehisst – und zwar „in großem Einvernehmen mit den Fraktionen des Rates“. Das teilte die Stadtverwaltung mit.

Entsetzen herrscht in Aachen über die grauenhaften Ereignisse des vergangenen Wochenendes. „Wir fühlen mit allen, die von diesem Leid und Schmerz betroffen sind“, so heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Foto: Stadt Aachen/Timo Pappert

Betroffenheit und Mitgefühl äußerte Stadtdirektorin Annekathrin Grehling in Vertretung von Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die sich derzeit in Urlaub befindet. „Tief betroffen und schockiert haben wir die Nachrichten des Krieges in Israel oder besser des Überfalls auf Israel verfolgt. Wir verurteilen diesen Krieg, der von der ersten Sekunde an mit größter Wucht Leid und Schmerz verursacht, auf das Schärfste.“

Und weiter heißt es in der Stellungnahme: „Was wir tun können, um zu helfen und zu trösten, werden wir tun. Wir werden uns mit unseren Ansprechpartnern hier in Aachen abstimmen, wie wir ihnen zur Seite stehen können, um Gemeinschaft und Stärke zu bekunden. Wir werden keinen Raum für irgendeinen Zweifel an unserem Zusammenhalt geben.“

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Ein Stück Hawaii mitten in Aachen

Ein neuer Trend ist jetzt offenbar bis nach Aachen geschwappt: Hawaiianisches Essen. Praktisch ist es angeblich essen, wie die Fischer auf Hawaii. Soll sehr lecker sein. Genaueres ist hier noch nicht bekannt. Auf die Lokalität wurden wir aufmerksam, als wir auswärtigen Besuch mit einer Aachener Spezialität (Printen von Nobis) bekannt machen wollten.

Hawaii heißt eine Inselkette im Pazifischen Ozean, die zu den USA gehört (1898 durch die Vereinigten Staaten annektiert).

In der Krämerstraße 4 in Aachen: eine neue Imbissbude mit hawaiianischem Essen. Direkt neben dem Nobis-Printenladen.

Wie zu jedem Trend gibt es auch zu diesem eine Geschichte (weil sich alles mit einer Geschichte besser verkauft als ohne). In Kurz: Hawaiis Fischer sollen sich auf ihren Booten aus mitgebrachtem Reis, Fischwürfelchen vom frischen Fang sowie Obst und Gemüse aus ihren Gärten so schmackhafte Pausenmahlzeiten gezaubert haben, dass daraus ein hawaiianisches Nationalgericht entstand.

Die Speisekarte mit Fotos vom Essen gibt es hier. Man sieht: Mit Toast Hawaii hat es nichts zu tun. „Ma’Loa“ steht über dem Eingang und bedeutet was? „Poké Bowls“ ist das, was man sich ordern kann, und alles soll zum ebenfalls neuen Trend „Clean Eating“ passen. „Poké“ bedeutet angeblich „diagonal in Stückchen schneiden“ und steht für den in Würfel geschnittenen rohen Fisch, der gemeinsam mit Reis, Dressing und Gemüse serviert wird.

Wer sich die Spezialität bereits gegönnt hat (und das müssen ziemlich viele Leute sein, denn der kleine Laden ist immer so voll, dass man denkt, „ich komm später noch mal vorbei“), kann ja gern hier mal eine Bewertung hinterlassen.

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Die neue Brücke Turmstraße (von unten)

Imposant, sogar von unten: Die neue Brücke Turmstraße. Fußgänger und Radfahrer*innen dürfen schon bald rauf, Autos nicht.

Wenn man bedenkt, welche Weltuntergangs-Szenarien vor Abbau der alten Brücke vor unser geistiges Auge gestellt wurden, so sind wir in Aachen bis jetzt doch glimpflich davongekommen. Die Umleitungsstrecke wurde sehr gut angenommen.

Das teilte kürzlich die Stadtverwaltung mit: „Geplant ist, dass Ende des Jahres die Brücke Turmstraße für Fußgänger*innen freigegeben werden kann. Allein der KFZ-Verkehr wird sich noch bis zur Fertigstellung der abschließenden Fahrbahn im voraussichtlich 1. Quartal 2024 gedulden müssen.“

Die Verzögerung der Fertigstellung hat übrigens „nach den Berechnungen des beauftragten Aachener Ingenieurbüros für Stadt- und Verkehrsplanung“ (BSV) keine relevanten Auswirkungen auf den erhöhten Ausweichverkehr, der durch die anstehende Vollsperrung der Haarbachtalbrücke (A544) entstehen wird.

Mit der Vollsperrung der Autobahn A544 kommt ja 2024 angeblich die nächste Vollkatastrophe auf Aachen zu. Es sind ja auch tatsächlich andere Dimensionen. Aber: Abwarten.

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Gegen das Vergessen: Erinnerung an Aachens „Judenhäuser“

In der Försterstraße in Aachen gibt es eine neue Erinnerungstafel. Die Tafel ist Teil des Gedenkprojekts „Wege gegen das Vergessen“ der Volkshochschule Aachen. Es gibt Erinnerungsorte im ganzen Stadtgebiet. 

Während der NS-Zeit wurden Aachenerinnen und Aachener jüdischen Glaubens aus ihren Wohnungen und Häusern verbannt. Alle, denen eine Emigration nicht gelang, mussten in einem der sogenannten „Judenhäuser“ unterkommen. Eines dieser Häuser befand sich in der Försterstraße. Das sagt zumindest der Text auf der Erinnerungstafel.

Die Tafel wurde erst kürzlich am Haus angebracht. Sicher gibt es bald eine offizielle Enthüllung, wo der historische Hintergrund ausführlich erklärt wird. (Infos dann ggf. hier)

Zum Weiterlesen ein Projekt aus Berlin.

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Kommt mit den vertikalen Gärten die Wende?

Ganz schlimm heruntergekommen ist – und das weiß jede/r – die Adalbertstraße in Aachen. Freiwillig geht man da nicht durch und nicht hin. Dabei ist hier nicht mal die Rede von der sog. kleinen Adalbertstraße zwischen Kugelbrunnen und Kaiserplatz. Da ist schon lange alles tot. Die Rede ist hier von dem traurigen Rest der Straße.

Jetzt, nach mindestens 20 Jahren völligen Nichtstun, hat sich eine Initiative gegründet, die will die Straße wieder attraktiv machen. „Donnerwetter“, denkt man sich, so schnell hat dort die Geschäftswelt gemerkt, dass was getan werden muss. Nach nur fast 30 Jahren.

Mit bei der „Initiative starke Adalbertstraße“ (ISA) sind auch Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und die städtische Wirtschaftsförderung. Selbst Optimisten sagen: Da wird versucht, ein totes Pferd zu reiten. Wie dem auch sei: Wie schwer die Aufgabe ist, das sieht man beim Betrachten der Fotos (unten).

Seit Jahr und Tag das gleiche Bild, Adalbertstraße 34 bis 46: Trostlose Fassaden und Menschen, die betteln.
So kennen wir die Adalbertstraße. Nur die Älteren erinnern sich noch an bessere Zeiten in den 1960er und 1970er Jahren. Seitdem geht es kontinuierlich abwärts.

Gerade in diesem Jahr haben weitere Kaufhäuser geschlossen. Was sie anbieten, gibt es alles im Internet in Hülle und Fülle, schöner und preiswerter. Dem mit viel Kreativität etwas entgegen zu setzen, davon hat man nie auch nur einen Versuch beobachten können. Jetzt ist es vermutlich zu spät. Die Seite starke-adalbertstrasse.de hätte man schon im Jahr 2000 bauen müssen.

„Alles muss raus“, ist da zu lesen. Hallhuber schließt Ende Oktober seine Filiale in der Adalbertstraße 25.
Das Schuhhaus Görtz, Adalbertstraße 55, ist schon seit mehreren Monaten geschlossen. Es bleiben fast nur Billigläden.
Auch geschlossen: Modehaus Gerry Weber (wir berichteten). Das sieht alles ziemlich übel aus.

Wer als Eigentümer ganze Einkaufsstraßen verrotten lässt, hat in Aachen nichts zu befürchten. Das sieht man sehr gut im unteren Teil der Adalbertstraße. An Enteignung auch nur zu denken, das verbietet sich die Politik in Aachen. Hätte sie es sonst soweit kommen lassen?

Kommt die Wende, wenn demnächst 7 mobile Bäume in die Straße gerollt werden? Und 2 sog. vertikale Gärten schon aufgestellt wurden? Einen Wettbewerb soll es geben, noch nicht mal unter namhaften Städteplanern oder sonstigen erfahrenen Experten, nein, von FH- und RWTH-Studierenden. Es darf wohl alles nichts kosten. Die Stadt Aachen muss den Handel sogar finanziell unterstützen, sonst würde sich noch immer nichts tun in der Straße.

Kürzlich aufgestellt: Ein vertikaler Garten

Ändern ein paar vertikale Gärten die Atmosphäre in einer heruntergekommenen Straße? Wohl kaum.

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Lieber nicht: Böller, Hundeklo und Geldverschwendung

Beim Blick in den Kalender ist sofort klar: Es kommt wieder die Zeit der obligatorischen  Böllerverbotsdebatten. Natürlich wie jedes Jahr mit keinem Ergebnis, denn das Böllerverbot ist nicht durchsetzbar, es ändert sich nichts. Feiern ohne Böllerei? – Prognose: In Aachen nicht!

Streit ums Geld

Es ist aber auch wieder die Zeit der verschärften Finanzdebatten. Wofür können wir – das will gut vorausgeplant sein – 2024 in Aachen noch Geld ausgeben? Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden unserer Region sehen schwarz und fordern die Landesregierung auf, mal wieder wie in alten Zeiten gut was rüberzuschieben. Andernfalls müssten sie nämlich den Bürger*innen die Steuer, vor allem die Grundsteuer, erhöhen. Prognose: Daran führt kein Weg dran vorbei. 

StädteRegionsrat Tim Grüttemeier (CDU) hat schon mal dem Landschaftsverband (LVR) vors Knie getreten, denn der feine LVR hat noch 170 Millionen Euro auf der hohen Kante, die eigentlich den Städten und Gemeinden gehören. Der LVR finanziert Jahr für Jahr mit fast 4 Milliarden Euro diverse Förderschulen, Museen und Kliniken im Rheinland, er holt sich das Geld dazu per Umlage von dem Kommunen. Die ächzen aber unter übergroßer Ausgabenlast. Dass da der LVR noch umfangreiche Rücklagen bildet, das nennt Grüttemeier (und nicht nur er) in einem Brandbrief „grob unsolidarisch“. Mal sehen, ob das den LVR beeindruckt. Prognose: nein. 

Grüttemeier ist zudem wenig begeistert davon, dass der LVR plant, 400 Stellen neu zu schaffen. Kein Wunder, dass dem LVR geraten wird, seine gesamte Finanzplanung für 2024 noch mal zu überdenken. Die StädteRegion selbst hat ihrerseits Rücklagen von 35 Millionen Euro und möchte die bis 2027 einsetzen. Schulen, Kitas, Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz muss die StädteRegion u. a. finanzieren. Und außerdem, wie alle Kommunen, die neuen Tarifsteigerungen für das Personal bezahlen. 

Neue Bike-Stationen

Ziemlich neu: eine Bike-Station in der Mostardstraße in der Nähe vom Aachener Markt.

Da findet ihr jetzt Fahrradparkstationen, Bike-Stations genannt: Büchel, Brabantstraße, Schanz, Franziskus-Krankenhaus sowie in den Parkhäusern Rathaus (Mostardstraße), Galeria Kaufhof/City (Wirichsbongardstraße) und Adalbertsteinweg.

Mit der Bike-Station Büchel und den drei weiteren Anlagen an der Schanz, an der Brabantstraße und am Franziskus-Hospital seien das 88 sichere Radparkplätze, teil das Presseamt mit. Die Anlagen in den drei Parkhäusern mit 103 Stellplätzen können erst in einigen Wochen eröffnet werden. Insgesamt seien für die Schaffung der sieben Anlagen Kosten in Höhe von 612.000 Euro entstanden. 

Der Parktarif für die Nutzung der neuen Parkanlagen im öffentlichen Raum und später in den APAG-Parkhäusern liegt bei 1,50 Euro für 24 Stunden. Im Monat werden maximal 15 Euro fällig. Der Zugang erfolgt mit dem so genannten Mobility-Key der APAG. Der kann online (www.meine.apag.de) oder am Service-Standort des Parkhauses Galeria-Kaufhof/City beantragt werden.

Der Mobility-Key ist kostenlos. Nur für die spätere Nutzung der Fahrradparkhäuser fallen abhängig von der Parkdauer Nutzungsgebühren an. Internet: www.aachen.de/fahrradparken

Jetzt werden Räume gesucht

Unterdessen hat sich eine Sache positiv entwickelt: Die Idee, in Aachen wieder Grundschullehrer*innen auszubilden. 80 neue Studienplätze bekommt die RWTH. Man verspricht sich davon den Effekt, dass die hier Ausgebildeten nach dem Grundschul-Lehramtsstudium im Raum Aachen bleiben und an hiesigen Grundschulen eingestellt werden. Die RWTH hatte zunächst abgewunken, aber schließlich doch ihre Bereitschaft erklärt.

Jetzt werden (Hochschul-nahe) Räume gesucht, in denen die Ausbildung stattfinden kann. Los gehen soll es zum kommenden Wintersemester 2024/25. 

Freundliche Erinnerung

Nicht zu übersehen: Was Grundschulkinder den Hundebesitzer*innen sagen möchten.
Noch das kleinste Fleckchen Erde ist den Kindern wichtig. Auf dem Streifen entlang der Turnhalle der Grundschule Mataréstraße haben sie u. a. selbst gemalte Schilder aufgestellt. Da steht zum Beispiel: „Das ist kein Hundeklo.“ Prognose: Mit diesen Kindern kommen wir auch umwelttechnisch gut voran.
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