Nur Dumme halten Erdogan für dumm

Ich muss staunen, wenn ich lese, wie bar aller Kenntnisse  über die Mentalität der Menschen im Vorderen Orient die US-Diplomaten sind. Mein lieber Herr Gesangsverein, die meinen doch tatsächlich, der türkische Premierminister Erdogan habe “Probleme, den Kontext zu verstehen“.
Was im “Spiegel“, Seite 116 und 117, zu lesen ist, macht eher den Eindruck, als würden die Amis den Kontext nicht verstehen. Erdogan ist sehr schlau und wird  noch mehr Macht bekommen und die Wahlen im nächsten Jahr gewinnen.
Erdogan sei “ein machtgieriger Islamist”, seine Minister seien “unfähig, ungebildet und korrupt”.  Die Regierung sei insgesamt zerstritten und die Opposition sei “lächerlich”. Das letzte stimmt.
Erdogan habe “noch nie ein realistisches Weltbild gehabt” lautet eine Einschätzung von Mai 2005. Was für ein Stuss. Erdogan glaube, “Gott habe ihn auserkoren, die Türkei zu führen”. Das wird einem in der Türkei womöglich erzählt, aber man muss auch wissen, was solche Sprüche bedeuten. Sie sind durchaus nicht wörtlich zu nehmen.
So steht das alles im Spiegel, und ich höre jetzt mal lieber auf mit dem Zitieren, sonst krieg ich noch Ärger mit dem ehemaligen Nachrichtenmagazin wegen Kontent-Klau oder Urheberrechten. Ich such mir lieber gleich mal das Bild von der vollbusigen, blonden Ukrainerin raus, in die sich der lybische Staatschef Gaddafi verknallt hat, und die ihn im Krankenschwester-Outfit immer begleitet, laut US-Cablegate. Hihihihihihihi.
Telefon-, Handy- und Faxnummern sollen die Diplomaten in die USA übermitteln, dazu E-Mail-Adressen und Internet-Zugangscodes, Nummern von Kreditkarten, Vielflieger-Konten, Dienstpläne und biografische Informationen. Tja, das hätten die Amis gern alles von uns und unseren Politikern und diesen Datenhunger, den finde ich richtig gefährlich. Denn die Frage ist doch,  wozu verwenden die dieses Daten, die sowieso eines Tages alle bei Wikileaks auftauchen werden?

Alles in allem : Wikileaks hat einen Riesencoup gelandet. Und verhindert, dass ich mich heute wieder mit der Gewerkschaft (Ver.di) und mit jener unheimlichen Organisation befasse, die sich “Innocence in Danger” nennt.  Ein Adelsverein, vor dem es einen nur grausen kann. Unter dem Titel “Göttinnendämmerung” hat dazu Jörg Tauss einen prima Bericht geschrieben, hier: http://www.tauss-gezwitscher.de

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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